Forschungsbericht für das Jahr 2013
Abstract
Mit diesem Bericht dokumentiert das Institut für Versicherungswesen (IVW) seine Forschungsaktivitäten des vergangenen Jahres. Wir geben damit gegenüber der Öffentlichkeit und insbesondere den Freunden und Förderern des Instituts Rechenschaft über die geleistete Forschungsarbeit. Darüber hinaus wollen wir in diesem Forschungsbericht des IVW auch darlegen, welche Forschungsziele wir am Institut verfolgen und welche Aktivitäten derzeit geplant sind.
Full text
Forschung am IVW Köln, 1/2014 Institut für Versicherungswesen Forschungsbericht für das Jahr 2013 Institut für Versicherungswesen
Zusammenfassung Mit diesem Bericht dokumentiert das Institut für Versicherungswesen (IVW) seine Forschungsaktivitäten des vergangenen Jahres. Wir geben damit gegenüber der Öffentlichkeit und insbesondere den Freunden und Förderern des Instituts Rechenschaft über die geleistete Forschungsarbeit. Darüber hinaus wollen wir in diesem Forschungsbericht des IVW auch darlegen, welche Forschungsziele wir am Institut verfolgen und welche Aktivitäten derzeit geplant sind. Abstract By this report the Institute of Insurance Studies documents its research activities of the past year. We render account to the public and to our friends and supporters. We also want to explain the target of our research work. And give a short outlook on the planned future activities.
- 2 - Inhaltsverzeichnis VORWORT ............................................................................................................................................................... 4 1FORSCHUNGSSCHWERPUNKT RÜCKVERSICHERUNG .................................................................. 6 1.1ZIELSETZUNG & MITWIRKENDE .............................................................................................................. 6 1.2PROJEKTE ................................................................................................................................................. 6 1.3PUBLIKATIONEN ...................................................................................................................................... 8 1.4VORTRÄGE ............................................................................................................................................... 8 1.5WISSENSCHAFTLICHE VERANSTALTUNGEN ........................................................................................... 9 1.5.110. Kölner Rückversicherungs-Symposium .......................................................................... 9 1.5.26. Jahrestagung des Förderkreises Rückversicherung .................................................... 10 1.5.3Exkursionen ............................................................................................................................... 11 1.5.4Teilnahme an wissenschaftliche Veranstaltungen .......................................................... 12 1.6DRITTMITTEL – FINANZIERUNG UND VERWENDUNG ..........................................................................12 2FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSRECHT ............................................................................ 13 2.1ZIELSETZUNG & MITWIRKENDE ............................................................................................................13 2.2PUBLIKATIONEN ....................................................................................................................................13 2.3VORTRÄGE .............................................................................................................................................14 2.4VERANSTALTUNGEN ..............................................................................................................................15 2.4.1Diskussionsforum am 07.03.2013 ........................................................................................ 15 2.4.2Diskussionsforum am 06.11.2013 ........................................................................................ 15 2.4.3Exkursionen ............................................................................................................................... 16 3FORSCHUNGSSTELLE FARIS ................................................................................................................ 17 3.1ZIELSETZUNG & MITWIRKENDE ............................................................................................................17 3.2PROJEKTE ...............................................................................................................................................18 3.3PUBLIKATIONEN ....................................................................................................................................19 3.3.1Forschung am IVW Köln ......................................................................................................... 19 3.3.2Artikel & Monographien ......................................................................................................... 19 3.3.3Masterarbeiten mit Forschungsbezug ................................................................................ 20 3.4VORTRÄGE .............................................................................................................................................20 3.5VERANSTALTUNGEN ..............................................................................................................................21 3.5.1FaRis & DAV Symposium am 14.06.2013 ............................................................................ 21 3.5.2FaRis & DAV Symposium am 06.12.2013 ............................................................................ 21 3.6SONSTIGES .............................................................................................................................................21 3.6.1Öffentlichkeitsarbeit & Außeruniversitäre Engagements .............................................. 22 3.6.2Partner & Förderer .................................................................................................................... 22 4FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSMARKT ........................................................................... 23 4.1ZIELSETZUNG & MITWIRKENDE ............................................................................................................23 4.2PROJEKTE ...............................................................................................................................................23 4.2.1Forschungsprojekte ................................................................................................................. 24 4.2.2Fallstudien .................................................................................................................................. 24 4.2.3Versicherungs-App ................................................................................................................... 25 4.3PUBLIKATIONEN ....................................................................................................................................25 4.4VORTRÄGE .............................................................................................................................................26 4.5VERANSTALTUNGEN ..............................................................................................................................28 4.5.1Veranstaltung „Kundenkontakt in der digitalen Welt“ .................................................. 28 4.5.2Erfahrungsaustausch mit der PZU SA ................................................................................. 29 4.5.3Arbeitskreis Versicherungsmakler ........................................................................................ 29
- 3 - 5SONSTIGES ................................................................................................................................................. 30 6AUSBLICK AUF ZUKÜNFTIGE FORSCHUNGSVORHABEN .......................................................... 33 6.1FORSCHUNGSSCHWERPUNKT RÜCKVERSICHERUNG ...........................................................................33 6.2FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSRECHT ......................................................................................33 6.3FORSCHUNGSSTELLE FARIS ..................................................................................................................33 6.4FORSCHUNGSSTELLE VERSICHERUNGSMARKT .....................................................................................34
- 4 - Vorwort Das Institut für Versicherungswesen (IVW) legt hiermit seinen jährlichen Forschungsbericht vor. Wir geben Rechenschaft über unsere Arbeit gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber unseren Freunden und Förderern. Die Fachhochschule Köln und das IVW im Besonderen zeichnen sich aus durch einen besonders intensiven Praxisbezug. Alle Professorinnen und Professoren am IVW haben mehrere Jahre Praxiserfahrung und sind wissenschaftlich ausgewiesen. Die Praxiserfahrung und die laufenden Kontakte zu den Unternehmen der Versicherungswirtschaft schärfen den Blick auf die Theorie und fördern eine zielgerichtete Forschung. In einer anwendungsorientierten Forschung sehen wir als IVW unsere besondere Stärke aber auch unsere besondere Verantwortung. Es ist darüber hinaus aber auch ein besonderes Anliegen des Instituts, die Forschungsaktivitäten und Projekte in die Lehre zu integrieren, um dadurch neue Impulse zu erhalten. Im von der Fachhochschule Köln verabschiedeten Hochschulentwicklungsplan heißt es: „Die Fachhochschule Köln bekennt sich zu einer klaren Profilierung mit prägnanten Forschungsfeldern für eine exzellente praxisorientierte Forschung und betreibt aktiv Wissenstransfer mit Wirtschaft und Gesellschaft.“ Diesem Anspruch fühlen wir uns verpflichtet. Wir wollen mit diesem Forschungsbericht dokumentieren, was wir geleistet haben; wir sind uns aber bewusst, dass noch viel zu tun ist, um unserem ambitionierten Anspruch in vollem Umfang zu genügen. Mittlerweile sind am IVW vier Forschungsstellen etabliert. - Forschungsschwerpunkt Rückversicherung, - Forschungsstelle Versicherungsrecht, - Forschungsstelle aktuarielle Modelle & Methoden im Risikomanagement (FaRis), - Forschungsstelle Versicherungsmarkt. In Jahr 2013 haben wir uns in der Fakultät für Wirtschaftsund Rechtswissenschaften auf das Leitthema „Risiko und Nachhaltigkeit“ verständigt. Hieraus haben wir mehrere Themenstellungen für Forschungsaktivitäten und Veranstaltungen abgeleitet. Das 18. Kölner Versicherungssymposium stand daher unter dem Thema „Entwicklung der Risikogesellschaft – Herausforderung oder Überforderung für die Versicherungswirtschaft“. Der Forschungsbericht gibt einen Überblick die Veranstaltungen, Publikationen und Forschungsprojekte des vergangenen Jahres und darüber hinaus einen Ausblick auf die im aktuellen Jahr geplanten Projekte und Forschungsaktivitäten, sofern diese bereits jetzt absehbar sind. Weiter Informationen zum IVW finden sich auf der IVW-Webseite unter www.ivw-koeln.de. Eine wichtige Unterstützung erfahren wir beim Start und bei der Weiterentwicklung der Forschungsstellen durch unsere Förderer. Hier sind insbesondere der Verein der Förderer
- 5 - des Instituts für Versicherungswesen, in dem alle marktrelevanten Erstund Rückversicherer, Versicherungsmakler und Beratungsund Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vertreten sind, und unsere Alumniorganisation VVB mit zahlreichen Absolventen unserer Studiengänge zu erwähnen. Den externen Förderern, der Hochschulleitung und -verwaltung sowie den Mitarbeitern der Forschungsstellen gilt unser Dank für alle Unterstützung der Aktivitäten vergangenen Jahr. Köln, im Januar 2014 (Prof. Dr. Rolf Arnold, Geschäftsführender Direktor des IVW)
- 6 - 1 Forschungsschwerpunkt Rückversicherung (Prof. Stefan Materne, FCII) Die Forschungsstelle Rückversicherung wurde 2008 gegründet und 2009 in den Forschungsschwerpunkt Rückversicherung umgewandelt. 1.1 Zielsetzung & Mitwirkende Am Forschungsschwerpunkt Rückversicherung wirken die nachfolgend aufgelisteten Professoren und wissenschaftlichen Hilfskräfte & Mitarbeiter mit: Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Stefan Materne, FCII Leiter des Forschungsschwerpunkts Rückversicherung. Rückversicherung und Risk Management. Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe T ransportversicherung, Rückversicherung. Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Jochen Axer Betriebswirtschaftslehre, insbes. Betriebliche Steuerlehre. Institut für Versicherungswesen [email protected] Manuel Dietmann (B.A.) Wissenschaftlicher Hilfskraft Institut für Versicherungswesen [email protected] Frederik Gerhards (B.Sc.) Wissenschaftlicher Hilfskraft Institut für Versicherungswesen [email protected] Sebastian Hoos (M.Sc., FCII) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Deutsche Rück / Institut für Versicherungswesen [email protected] Kai-Olaf Knocks (M.A., FCII) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Scor Global P&C SE / Institut für Versicherungswesen [email protected] Alexandra Pitscheider (B.A.) Wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Versicherungswesen [email protected] Lihong Wang (M.Sc.) Wissenschaftliche Mitarbeiterin R+V Re / Institut für Versicherungswesen [email protected] Der Forschungsschwerpunkt Rückversicherung wird vollständig durch Drittmittel des Förderkreises Rückversicherung des IVW finanziert. An dem Förderkreis wirken derzeit insgesamt 78 Rückversicherer bzw. Rückversicherungs-orientierte Unternehmen mit. 1.2 Projekte Folgende Projekte wurden bzw. werden in dem Forschungsschwerpunkt Rückversicherung bearbeitet: Prof. Stefan Materne untersucht derzeit die zu beobachtenden Veränderungen des Rückversicherungs-Zyklusses, welche insbesondere durch das anhaltend herrschende Niedrigzinsniveau und den damit einhergehenden gesteigerten KapitalInvestitionen in den Bereich der Rückversicherung und Risk Transfer zurückzufüh-
- 7 - ren sind. Besonders auffällig ist hierbei die „Alternative Risk Transfer Capacity“ die seitens Investoren für Instrumente des Risikotransfers (z.B. Cat-Bonds, „Collateralized Capacity“, Convergence Capital, etc.) in den Markt fließt. Der substantielle Verfall des Returns von Cat-Bonds lässt erwarten, dass noch weiteres umfangreiches Kapitalvolumen in den Markt dringen wird. Kai-Olaf Knocks analysiert die aktuelle Preisentwicklung auf dem Catbond-Markt. Insbesondere seit dem 1. Quartal 2013 ist hier ein starker Preisverfall zu beobachten. Vor allem bei Verbriefungen von US-Risiken konnten im Vergleich zu den Vorjahren Preisreduktionen von 30% und mehr festgestellt werden. Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus entdecken immer mehr Investoren auf der Suche nach renditereicheren Anlagemöglichkeiten den Catbond-Markt für sich. Durch den starken Kapitalzufluss, gibt es derzeit ein großes Angebot an neuen Kapazitäten, die zu deutlichen Preisreduktionen führen. Lihong Wang does a research on the Employers' Liability Insurance in China. This project will concentrate on the background and the recent development of the Employers’ Liability (EL) insurance. The EL started only few years back in China and now it amounts to almost one quarter of the total liability insurance premium volume. With laws and regulations changes, the EL insurers and reinsurers are facing challenges of coping with increasing exposure, resulting from extending of compensation scope and rising medical costs. The risk prone areas such as the most industrialized mega-cities are becoming big concerns, as well as the question of risk accumulation with natural catastrophes. Furthermore, by studying EL one can gain more insight into the evolving legal, economic and regulatory environments on doing (re)insurance business in China. Die Quotierung von Rückversicherungsverträgen basiert in zunehmendem Maße auf Risikomodellen, welche die unternehmensindividuelle Risikoexponierung der jeweiligen Zedenten abbilden. In einem Gemeinschaftsprojekt von FaRis (Prof. Dr. Maria Heep-Altiner) und der Forschungsstelle Rückversicherung (Sebastian Hoos) wird zur Bestimmung der risikoadäquaten Prämie von Rückversicherungsverträgen ein Regionalmodell für Kumulschäden durch Naturereignisse entwickelt. Die Modellergebnisse dienen der Evaluierung und ggf. Nachjustierung von klassischen Erfahrungswertquotierungen. Frederik Gerhards beschäftigt sich mit möglichen Modellen, die den Wertbeitrag von Versicherungsverträgen für Industrieunternehmen quantifizieren. Unterstützt wird er dabei vom Bundesverband firmenverbundener Versicherungsvermittler und –gesellschaften e.V. (bfv) in Person von Herr Dirk Wegener, Riskmanager Deutsche Bank und Vorstand des bfv. Dabei werden insbesondere zwei Ansätze zur Berechnung des Wertbeitrages betrachtet und erweitert, welche sich jeweils auf Ausführungen von Herrn Dr. Gleißner bzw. Herrn Prof. Dr. Schradin zurückführen lassen. Darüber hinaus wird die Möglichkeit der Übertragung des Risk-BasedCapital-Ansatzes (RBC) aus Solvency II (Säule I) auf Industrieunternehmen einbezo-
- 8 - gen. Durch die Involvierung von Captives in dem angegebenen Thema liegen auch weitreichende Bezüge zu der Rückversicherung vor. Tanja Scherer erarbeitete eine praxisnahe Umsetzung der Verordnung über Finanzrückversicherungsverträge (FinRVV). In Zusammenarbeit mit Cliff Falkenhagen, DEVK, entstand ein Prototyp-Prozess, welcher zur praktischen Umsetzung der FinRVV – am Beispiel der DEVK - genutzt werden kann. Neben der theoretischen Bearbeitung konnte Tanja Scherer eine mathematische Lösung der Verordnung inklusive ERD-Test (Expected Reinsurer´s Deficit) in den Praxiskontext übertragen. Victor Schönenborn befasste sich mit der Darstellung und den Auswirkungen gesetzlicher Rückversicherungsrestriktionen auf internationale Programme in der Industrieversicherung (z.B. China, Brasilien, etc.). Betreut wurde das Projekt durch Ulrich Schulz, HDI-Gerling Industrie-Versicherung. Die theoretischen Beschreibungen der weltweit verschiedenen Vorschriften wurden durch Interviews - welche Victor Schönenborn mit Marktteilnehmern führte – um praktische Einschätzungen und Erfahrungen erweitert. Anne-Katherin Schirlitz untersuchte die Theorie der Positionierung und der Alleinstellungsmerkmale von Unternehmen (Unique Selling Proposition – USP) in Bezug auf Rückversicherer. Diese in diesem Detailierungsgrad bisher nicht durchgeführte Anwendung der Thematik auf das Gebiet der Rückversicherung wurde durch Dr. Markus Eugster, Catlin Re, begleitet. Durch Interviews mit RückversicherungsEinkäufern und –Maklern wurden die theoretischen Aspekte in den Rückversicherungsmarkt übertragen und interessante Ansätze beschrieben. 1.3 Publikationen Der Forschungsschwerpunkt Rückversicherung veröffentlichte im Berichtszeitraum folgende Publikationen: Materne, Stefan / Seemayer, Thomas: Mitrückversicherung, in: Lüer, Dieter / Schwepcke, Andreas (Hrsg.): Rückversicherungsrecht, München, Verlag C.H.Beck, 2013, S. 693 – 730. Wang, Lihong: Positive increase of insurance density and penetration, in: Versicherungswirtschaft Heft 22/2013, S. 36 - 38. Knocks, Kai-Olaf: Das Ende der Zyklen, in: Versicherungswirtschaft (VW), Heft 12/2013, S. 69. 1.4 Vorträge Folgende Vorträge wurden von Mitgliedern des Forschungsschwerpunktes im Berichtszeitraum gehalten:
- 15 - Am 16.10.2013 hielt Prof. Dr. Jochen Axer im Rahmen der ivw-academy e.V. einen Workshop zu Rechtsfragen des VVaG im Kontext der Entwicklung von Solvency II ab. Für das VersForum hielt Professor Dr. Dirk-Carsten Günther am 07.11.2013 im Rahmen der Veranstaltung „Aktuelle Regulierungsund Rechtsfragen in der Sachversicherung“ einen Vortag u.a. zu den Quotierungsfragen nach dem VVG n.F. Für den VVB, der am 05.12.2013 in Köln in den Räumen des AXA-Versicherung den Fachkreis Sachversicherung zu dem Thema „Jahrhunderthochwasser…nicht schon wieder!“ einlud, ging Professor Dr. Dirk-Carsten Günther auf die in der Praxis wichtigsten Fallgestaltungen in der Elementarschadenversicherung ein. 2.4 Veranstaltungen Die folgenden Veranstaltungen wurden im Berichtsjahr von der Forschungsstelle Versicherungsrecht durchgeführt: 2.4.1 Diskussionsforum am 07.03.2013 Das 7. Diskussionsforum fand am 7.3.2013 statt, wobei folgende Themen behandelt wurden: Prof. Dr. Roland Rixecker Präsident des saarländischen Verfassungsgerichts, Präsident des Saarländischen Oberlandesgericht Kausalität und Arglist im Obliegenheitenrecht. RA Kai-Jochen Neuhaus Fachanwalt für Versicherungsund Immobilienrecht, Dortmund Tatort Antragstellung: Der manipulierende Agent und Auswirkungen auf die Prüfung einer Anzeigepflichtverletzung. 2.4.2 Diskussionsforum am 06.11.2013 Das 8. Diskussionsforum fand am 6.11.2013 statt, wobei folgende Themen behandelt wurden: Roland Wendt stellv. Vors. Richter am BGH, IV. Zivilsenat (Versicherungssenat) Aktuelles Höchstrichterliches zum Versicherungsschutz rund um Fahrzeuge – Haftpflicht - , Kasko - , Unfallversicherung. Prof. Dr. iur. Peter Reiff Universität Trier Neue Rechtsprechung zur Haftung des Versicherungsmaklers
- 16 - 2.4.3 Exkursionen An der Schnittstelle zwischen Lehre und Forschung führten die Mitglieder der Forschungsstelle folgende Exkursionen mit Bachelorund Masterstudenten des IVW durch: Am 08.05. 2013 besuchte Prof. Dr. Dirk-Carsten Günther mit den Studenten des Fachs Sachversicherung den BGH in Karlsruhe. Dort konnten die Studenten nicht nur an Sitzungen des Versicherungssenats teilnehmen, sondern durften auch Blicke hinter den Kulissen werfen. Vom 23.-25.März 2013 organisierte Prof. Dr. Jochen Axer für Studenten des Wahlpflichtfachs Steuern (6. Semester – Bachelor) eine Exkursion nach Hamburg. Intensive Diskussionen über Produktthemen und ertragund versicherungssteuerliche Fragestellungen konnten bei der Hanse-Merkur Versicherungsgruppe und der Hamburger Niederlassung der Generali Versicherungsgruppe geführt werden. Ergänzt wurden durch Fachthemen durch einen Besuch bei der Handelskammer der Hansestadt Hamburg und die Hamburg-typischen Besuche von Fischmarkt und Reeperbahn. Am 20. November 2013 besuchte Prof. Axer mit den Studenten des Wahlfachs Steuern (5. Semester – Bachelor) eine Sitzung des Finanzgerichts Köln mit insgesamt sechs unterschiedlichen Verfahren. Am 25. November 2013 konnten die Master-Studenten mit Prof. Axer die Rheinland Versicherungen in Neuss besuchen. Herr Christoph Buchbender (Mitglied des Vorstands und im Übrigen Lehrbeauftragter am IVW) empfing zu einem aktuellen Thema der Basisentscheidung zu einem neuen Produkt der Gruppe und erläuterte gemeinsam mit leitenden Herren der Rheinland-Gruppe die zugrunde liegenden Überlegungen in rechtlicher, ökonomischer und strategischer Hinsicht.
- 17 - 3 Forschungsstelle FaRis (Prof. Dr. Maria Heep-Altiner) Die Forschungsstelle aktuarielle Modelle & Methoden im Risikomanagement (FaRis) wurde mit der Intention gegründet, eine verbesserte Koordination der Forschungsaktivitäten der Kolleginnen und Kollegen, die sich mit aktuariellen Fragen beschäftigen, sowie eine Verbesserung der Außenwahrnehmung zu erreichen. 3.1 Zielsetzung & Mitwirkende FaRis ist dabei eindeutig anwendungsorientiert. Insofern ist es eine wesentliche Zielsetzung der Forschungsstelle, Kontakte zur Versicherungspraxis zu vertiefen, anwendungsorientierte Forschungsprojekte mit Hilfe der Praxis zu initiieren und insbesondere interessierte Experten in die Arbeit einzubeziehen. FaRis dient auch dem beidseitigen Wissenstransfer von Hochschule und Wirtschaft. Weitere Informationen zu FaRis finden sich auf der FaRis Website unter www.fh-koeln.de/faris. An der Forschungsstelle arbeiten alle Professorinnen und Professoren mit, die sich aktiv mit aktuariellen Fragestellungen auseinandersetzen; dies bezieht nicht nur alle Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Versicherungswesen mit ein, sondern ausdrücklich auch alle interessierten Kolleginnen und Kollegen anderer Institute. Die derzeitigen FaRis Mitglieder sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet. Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Dr. Oskar Goecke Finanzdienstleistungen, Kapitalanlagemanagement. Institut für Versicherungswesen oskar.goecke @fh-koeln.de Prof. Dr. Maria Heep-Altiner Sprecherin von FaRis, Schadenversicherungsmathematik. Institut für Versicherungswesen maria.heep-altiner @fh-koeln.de Prof. Dr. Ralf Knobloch Quantitative Methoden, Risikomanagement, Betriebliche Altersversorgung. Schmalenbach Institut ralf.knobloch @fh-koeln.de Prof. Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe T ransportversicherung, Rückversicherung. Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Jürgen Strobel Lebensversicherung, betriebliche Altersversorgung, Schriftleitung „Forschung am IVW Köln“. Institut für Versicherungswesen juegen.strobel @fh-koeln.de Prof. Dr. Magda Schiegl Korrespondierendes Mitglied Hochschule Landshut [email protected] Marcel Berg Wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut für Versicherungswesen [email protected] Susanna Beier Wissenschaftliche Hilfskraft Institut für Versicherungswesen [email protected] koeln.de Urij Dolgov Bereich “Product Management & Development – Pricing Actuaries” Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG
- 18 - Darüber hinaus ist in Übereinstimmung mit der Konzeption von FaRis auch die aktive Mitwirkung interessierter Aktuare möglich, die außerhalb einer Hochschultätigkeit angesiedelt sind. 3.2 Projekte Folgende Projekte wurden im vergangenen Jahr von den Mitgliedern der Forschungsstelle FaRis bearbeitet: Fortführung des Promotionsvorhabens von Herrn Daroslav Lazic, Master-Absolvent des IVW, unter der gemeinsamen Betreuung durch Prof. Dr. Fred Wagner (Universität Leipzig) und Prof. Dr. Oskar Goecke (IVW Köln). Gemeinsames Veröffentlichungsprojekt zum Thema „Value-Based.RiskManagement in Non-Life Insurance“ der Masterstudenten des Instituts für Versicherungswesen unter der Betreuung von Prof. Dr. Maria Heep-Altiner, siehe dazu auch die in der Rubrik „Publikationen“ aufgelistete Veröffentlichung. Breiter angelegtes Projekt zu Modellierung der Nat Cat Risiken in Kraftfahrt Kasko im Rahmen der Masterarbeit von Sebastian Hoos unter der Betreuung von Prof. Dr. Maria Heep-Altiner. Eine spätere Veröffentlichung ist geplant. Im Oktober 2013 haben Prof. Dr. Goecke und Prof. Dr. Knobloch ein Forschungsprojekt zum Thema "Liquiditätsmanagement in Versicherungsunternehmen" in Kooperation mit der Compiricus AG gestartet. Für die Kreditinstitute gehört das Liquiditätsmanagement – insbesondere das Liquiditätsrisikomanagement – schon immer zu den Kernaufgaben der Unternehmensführung. Insbesondere gibt es für Kreditinstitute detaillierte aufsichtsrechtliche Vorschriften für das Liquiditätsmanagement. Da im Versicherungsgeschäft der Grundsatz der Vorauszahlung (Versicherungsschutz erst nach Eingang der Einlösungsprämie) gilt, war lange Zeit die Auffassung verbreitet, dass im Unterschied zum Bankensektor für Versicherungsunternehmen das Liquiditätsrisiko keine oder nur eine marginale Bedeutung hat. Diese Sichtweise hat sich geändert. Die Versicherer haben während und nach der Finanzkrise erleben müssen, dass vormals liquide Kapitalanlagen plötzlich nicht mehr am Markt gehandelt werden konnten. Lebensversicherer machen die Erfahrung, dass mit fortschreitender Bestandsreife der laufende Prämienzufluss nicht mehr ausreicht, die fälligen Leistungen zu bedienen - ausreichende Liquidität ist also keine Selbstverständlichkeit mehr. Darüber hinaus zwingt das niedrige Zinsniveau die Versicherer, verstärkt auch illiquide Anlageformen in ihre Kapitalanlageportfolios aufzunehmen. Damit steigt das Liquiditätsrisiko. Wenn jedoch umgekehrt zu viel Liquidität vorgehalten wird, so entstehen Opportunitätskosten. Diese Thematik soll in dem Forschungsprojekt analysiert werden, wobei einige Aspekte des Forschungsprojektes parallel in einer Masterthesis behandelt werden. Darüber hinaus ist ein Workshop zu dem Thema geplant.
- 19 - 3.3 Publikationen Die Mitglieder der Forschungsstelle FaRis veröffentlichten im Berichtszeitraum folgende Publikationen: 3.3.1 Forschung am IVW Köln Da die Forschungsstelle FaRis sich in einem besonderen Maße der in „Cologne Open Science“ erscheinenden Online Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ verpflichtet fühlt, sind die Publikationen der FaRis Mitglieder in dieser Reihe an dieser Stelle separat aufgeführt: 1 Heep-Altiner: Verlustabsorbierung durch latente Steuern nach Solvency II in der Schadenversicherung, Nr. 11/2013. 2 Knobloch (Hrsg.): Risikomanagement in der betrieblichen Altersversorgung. Proceedings zum 4. FaRis & DAV-Symposium am 14. Juni 2013, Nr. 9/2013. 3 Strobel (Hrsg.): Rechnungsgrundlagen und Prämien in der Personenund Schadenversicherung - Aktuelle Ansätze, Möglichkeiten und Grenzen. Proceedings zum 3. FaRis & DAV Symposium am 7. Dezember 2012, Nr. 8/2013. 4 Goecke: Sparprozesse mit kollektivem Risikoausgleich - Backtesting, Nr. 7/2013. 5 Knobloch: Konstruktion einer unterjährlichen Markov-Kette aus einer jährlichen Markov-Kette, Nr. 6/2013. 6 Heep-Altiner et al. (Hrsg.): Value-Based-Management in Non-Life Insurance, Nr. 5/2013. 7 Heep-Altiner: Vereinfachtes Formelwerk für den MCEV ohne Renewals in der Schadenversicherung, Nr. 4/2013. 3.3.2 Artikel & Monographien Über die Veröffentlichungen in „Forschung am IVW“ hinaus wurden noch folgende weitere Publikationen vorgenommen: Goecke: Sicher ist nur: Nichts ist sicher! Kölner Versicherungsspitzen X VII. IVW Newsletter 2013-06. Goecke, Oskar : Ein Generationenfonds für die Altersvorsorge, Versicherungswirtschaft 2013, Heft 16, S. 57 - 61. Goecke, Oskar : Ausschließlich im Besitz der Sparer – Kollektiver Risikoausgleich im Generationenfonds ermöglicht alternative Dynamik für die kapitalgedeckte Vorsorge, Versicherungswirtschaft 2013, Heft 17, S. 42 - 45. Goecke, Oskar: Pension saving schemes with return smoothing mechanism, Insurance: Mathematics and Economics 53 (2013), S. 678 - 689.
- 20 - Knobloch, Ralf: Risikomanagement in der betrieblichen Altersversorgung. Der Aktuar, 03/2013, September 2013, Seite 174 – 175. Schiegl, Magda: A model study about the applicability of the Chain Ladder method. Scandinavian Actuarial Journal, December 2013. 3.3.3 Masterarbeiten mit Forschungsbezug An dieser Stelle listet FaRis auch diejenigen Masterarbeiten mit mindestens guter Qualität auf, die in einem klaren Zusammenhang zu den Forschungsaktivitäten der FaRis Mitglieder stehen. Diese Liste enthält keine vollständige Auflistung aller durch FaRis Mitglieder betreuten Masterarbeiten. Sebastian Hoos: Modellansatz zur Nat-Cat Quotierung in Kraftfahrtkasko. IVW 2013. Durch FaRis Mitglieder betreute Bachelorarbeiten werden in dieser Rubrik grundsätzlich nicht aufgelistet. Sofern eine durch FaRis Mitglieder betreute Bachelorarbeit mit mindestens guter Qualität ebenfalls einen klaren Forschungsbezug aufweist, wird diese im Zusammenhang mit einem konkreten Projekt genannt. 3.4 Vorträge Folgende Vorträge wurden von den Mitgliedern von FaRis im abgelaufenen Jahr gehalten: Ralf Knobloch: Risikomanagement in der betrieblichen Altersversorgung. Eröffnungsvortrag des 4. FaRis & DAV Symposium, Köln, 14.06.2013. Ralf Knobloch: Bewertung von biometrischen Risiken in der bAV. 4. Faris & DAV Symposium, Köln, 14.06.2013. Oskar Goecke: Modell und Wirklichkeit. Eröffnungsvortrag des 5. FaRis & DAV Symposium, Köln, 6.12.2013. Oskar Goecke: Die betriebliche Altersversorgung im Niedrigzinsumfeld – Neue Herausforderungen. VVB-Fachkreistagung des Fachkreises „Lebensversicherung und Betrieblichen Altersversorgung“ am 3. Mai 2013, Karlsruhe. Oskar Goecke: Plädoyer für die Lebensversicherung als kollektiven Sparprozess, Vortrag anlässlich des Beltios Forum für Versicherungen am 19. 9. 2013 in Köln. Oskar Goecke: Life Insurance as a collective saving process - implications from the low interest environment, Vortrag anlässlich des 11th International Seminar on Risk Management am 24. 9. 2013 in Köln. Oskar Goecke: Was ist eine sichere Kapitalanlage? Kapitalgedeckte Altersvorsorge in der Niedrigzinsphase, Vortrag anlässlich des Solvara-Anwendertreffens am 19.5. 2013 in Hamburg.
- 21 - 3.5 Veranstaltungen Die folgenden Symposien wurden im Berichtsjahr in Zusammenarbeit zwischen der Forschungsstelle FaRis und der Deutschen Aktuarsvereinigung (DAV) durchgeführt: 3.5.1 FaRis & DAV Symposium am 14.06.2013 Beim 4. FaRis & DAV Symposium“ zum Thema „Risikomanagement in der betrieblichen Altersversorgung“ wurden folgende Vorträge gehalten: Prof. Dr. Ralf Knobloch Eröffnungsvortrag. Dr. Georg Thurnes MaRisk VA bei Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung. A lfred Gohdes Ergebnisse der Auswirkungsstudie zu Pensionseinrichtungen in Europa. Prof. Dr. Ralf Knobloch Bewertung von biometrischen Risiken in der bAV. Die Ergebnisse sind in einem Tagungsband in „Cologne Open Science“ verfügbar. 3.5.2 FaRis & DAV Symposium am 06.12.2013 Beim 5. FaRis & DAV Symposium zum Thema„Modell und Wirklichkeit“ wurden folgende Vorträge gehalten: Prof. Dr. Oskar Goecke Eröffnungsvortrag Roland Webe r Mathematische Modelle – Glaube, Hoffnung, Realität. Dr. habil. Stefan M. Heinemann Zwischen Blindflug und Boninis Paradox – Modelle in der Finanzmathematik. Dr. Michael Renz Sabine Mohsler 35 Jahre (aktuarielle) Modellierung und kein bisschen weiser? – Ein Beispiel aus der Krankenversicherung. Die Ergebnisse werden in 2014 in einem Tagungsband in „Cologne Open Science“ zur Verfügung gestellt. 3.6 Sonstiges Zusätzlich zu den zuvor aufgelisteten Rubriken mit der originären Forschungstätigkeit von FaRis möchte die Forschungsstelle noch auf folgende sonstige Punkte hinweisen:
- 22 - 3.6.1 Öffentlichkeitsarbeit & Außeruniversitäre Engagements Prof. Dr. Jürgen Strobel ist in den neuen Aufsichtsrat der Kölner Pensionskasse gewählt worden. Dort vertritt er nun den neuen und alten Vorsitzenden Hansjochim von Wick. Prof. Dr. Maria Heep-Altiner ist zum zweiten Mal als Mitglied im Bereich der akademischen Mitglieder des international besetzten EIOPA Beirats für Versicherung & Rückversicherung gewählt worden. Prof. Dr. Maria Heep-Altiner – langjähriges Vorstandsmitglied der deutschen Aktuarvereinigung – ist zur Vorsitzenden des neugegründeten Weiterbildungsausschuss der DAV berufen worden. 3.6.2 Partner & Förderer Es gehört zum Selbstverständnis von FaRis, auch externe Partner und Förderer in die Forschungsarbeit einzubeziehen. Hierfür wurde ein Förderprogramm für alle Interessenten erarbeitet. Projekte, die in diesem Zusammenhang aufgesetzt wurden, sind in den entsprechenden Rubriken dieses Forschungsberichtes aufgelistet. Bei Interesse an einer derartigen Projektarbeit oder einer allgemeinen Förderung kann man sich direkt an FaRis wenden, wobei FaRis sich allerdings das Recht vorbehält, die Zusammenarbeit mehr an wissenschaftliche als an monetäre Interessen zu knüpfen. Ansprechpartner hierfür ist Prof. Dr. Ralf Knobloch.
- 23 - 4 Forschungsstelle Versicherungsmarkt (Prof. Dr. Michaele Völler, ProfHorst Müller-Peters) 4.1 Zielsetzung & Mitwirkende Die Forschungsstelle Versicherungsmarkt bündelt die Forschungsaktivitäten am IVW rund um das Thema Versicherungsmarketing, Versicherungsvertrieb, Versicherungsmarktforschung, Konsumentenverhalten und Verbraucherschutz. Gemeinsam mit einem Kreis von in ihrer jeweiligen Fachdisziplin anerkannten Kollegen werden Themen rund um den Versicherungsmarkt interdisziplinär erforscht, wobei neben betriebswirtschaftlichen Fragestellungen auch Aspekte der Psychologie, der Mathematik, der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre eingeschlossen werden. Neu aufgenommen in die Forschungsstelle Versicherungsmarkt wurde Herr Jürgen Schulz, der schon seit vielen Jahren erfolgreich als Lehrbeauftragter am IVW mitwirkt. Er ergänzt das Themenspektrum der Forschungsstelle um den Schwerpunkt Maklermarkt. An der Forschungsstelle wirken derzeit somit folgende Professorinnen, Professoren und Lehrbeauftragte des IVW Köln mit: Name Funktion / Schwerpunkt Institut / Unternehmen Kontakt Prof. Dr. Michaele Völler Leitung der Forschungsstelle, Versicherungsmarketing, insbesondere Social Media Institut für Versicherungswesen michaele.voeller @fh-koeln.de Prof. Horst MüllerPeters Leitung der Forschungsstelle, Kundenverhalten, Marketing, Marktforschung Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Rolf Arnold Personal, Vertrieb Institut für Versicherungswesen rolf.arnoldfh-koeln.de Prof. Dr. Gabriele Zimmermann Personal Institut für Versicherungswesen [email protected] Jürgen Schulz Maklermarkt Lehrbeauftragter [email protected] Prof. Dr. Detlev Rüdiger Volkswirtschaftslehre, Krankenversicherung Institut für Versicherungswesen [email protected] Prof. Dr. Horst Grundhöfer Versicherungsmarketing Institut für Versicherungswesen [email protected] Die Forschungsaktivitäten der Forschungsstelle für das Berichtsjahr sind nachfolgend dokumentiert. 4.2 Projekte Die Projekte der Forschungsstelle umfassen klassische Forschungsprojekte sowie Fallstudien, die nachfolgend aufgeführt sind.
- 24 - 4.2.1 Forschungsprojekte Im Rahmen der Forschungsarbeit werden in 2013 folgende Schwerpunkte gesetzt: Forschungsschwerpunkt "Einfluss sozialer Medien" Forschungsschwerpunkt "Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft" Forschungsschwerpunkt „Frauen im Versicherungsvertrieb“ Forschungsschwerpunkt "Konsumentenverhalten und Versicherungspsychologie" Forschungsschwerpunkt "Innovation im Versicherungsmarkt" Forschungsschwerpunkt „Absolventinnen des integrierten Studiums - Langzeitstudie des beruflichen Werdegangs“ Zu diesen Themen trägt die Forschungsstelle durch regelmäßige Projekte, Publikationen und Veranstaltungen zur laufenden Forschung bei und betreibt durch Fallstudien, Seminare, Vorträge und Kongresse einen intensiven Austausch mit der Praxis. 4.2.2 Fallstudien Ein Teil der Forschung wird unmittelbar in einem Dreiklang von Institut, Studenten und Unternehmen durchgeführt, zum Beispiel in Form von gemeinsamen Fallstudien. Im Folgenden sind die Projektarbeiten („PAM“ bzw. „PAMA“, in Kooperation mit einem Unternehmen) seit Oktober 2012 im Bachelorund Masterstudiengang aufgelistet: Fallstudien: PAM - ProjektArbeit Marketing - Bedeutung von Kundenbewertungen im Online-Marketing von Versicherungsunternehmen - Entwicklung eines auf die Lebenssituation junger Leute zugeschnittenen Produktpaketes - Entwicklung eines Gewerbeportal-Konzeptes für die XY“ - Erstellung eines Personalmarketing-Konzeptes für das Web 2.0 - Erstellung eines Relaunch-Konzeptes für den Internet-Auftritt der XY - Erwartungen von Digital Natives an Versicherungen - Integrierte Vermarktungsstrategie in der Zielgruppe Studenten - Kollaboration mit Autoherstellern – Partnerschaft oder Knebel? - Positionierung eines beruflichen Weiterbildungsangebotes in der Versicherungsbranche
- 31 - richtungen, die für die Urbanisierung, die Risikoprävention und auch die Maßnahmen in Schadenfällen verantwortlich sind, wesentlich. Wachsende Haftungspotentiale stellen ein weiteres Merkmal unserer Risikogesellschaft dar. Christian Lahnstein, Consultant für Haftungsrecht und gesellschaftliche Einflüsse auf Haftung und Versicherung der Munich Re, erläuterte in seinem Vortrag „Wer haftet für was? – Grenzen der Versicherbarkeit von Haftpflichtrisiken“ die gesellschaftliche Entwicklung des Haftungsgedankens und die Auswirkungen auf Risiken und Versicherung. Zentrale Gedanken von Christian Lahnstein waren dabei, dass durch Versicherungsschutz gegen Haftung gerade bei innovativen Entwicklungen, wie z. B. in der Nanotechnologie, erst das Eingehen von Risiken ermöglicht wird. Hier ist die Versicherungswirtschaft gerade herausgefordert, sich mit innovativen wissenschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen, um wissenschaftlichen Fortschritt durch versicherungstechnische Absicherung zu ermöglichen. Angesichts der Globalisierung von Haftungstatbeständen stellt der fehlende Konsens in den nationalen Haftungsregelungen, so z. B. im Thema der Verjährungsfristen eine wachsende Herausforderung dar. Eine weitere zunehmende Herausforderung stellt die Problematik der Zuordnung individueller Haftungsverantwortung bei komplexen Risiken mit Haftung mehrerer oder bei Haftung, die nicht eindeutig zuzuordnen ist, dar. Diese Problematik ist insbesondere bei den Risiken des Internets relevant. Professor Dr. Rolf Schwartmann, Gründer der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht und Vorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit, erläuterte anhand der Beispiele Facebookparty und Mobbingfall Bettina Wulff das Phänomen des Schwarmverhaltens. Warum soll man sich gegen Schäden, die Menschenschwärme verursachen, nicht genauso versichern können, wie gegen Schäden, die Tierschwärme verursachen? – so die provokante Frage von Rolf Schwartmann. Die Verantwortung ist bei Internetrisiken eben nicht eindeutig zuzuordnen. Zugleich stellt sich aber die Frage der Verantwortung an die einzelnen Bürger, die Unternehmen und den Staat. Das Bewusstsein für die Gefahren der Internetnutzung bei den Bürgern zu entwickeln, verantwortungsbewusster Einsatz von Internetdiensten durch die Wirtschaftsunternehmen und die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für den Datenschutz und die Datensicherheit durch den Staat sind nach Rolf Schwartmann die entscheidenden Schritte der Verantwortung in der Risikogesellschaft. Die Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft angesichts der Entwicklungen in der Risikogesellschaft standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion unter Leitung von Professor Horst Müller-Peters vom Institut für Versicherungswesen. Die Referenten Andreas Schraft, Christian Lahnstein, Rolf Schwartmann, Rolf Arnold und dazu Professor Dr. Oskar Goecke vom Institut für Versicherungswesen und der Forschungsstelle FaRis diskutierten über die Chancen und die Bedeutung der Versicherungswirtschaft angesichts der unterschiedlichen Risikopotentiale wie Internetrisiken, Naturgefahren, Finanzrisiken und weltweite Haftungsrisiken. Die Bereitstellung von Versicherungsschutz und die Entwicklung innovativer Produkte für die zukünftigen Risikopotentiale auf der Grundlage der Risikoforschung sind der eine Teil der Verantwortung der Versicherungsbranche. Zum ande-
- 32 - ren kann die Versicherungswirtschaft durch ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den modernen Risikopotentialen und der Risikowahrnehmung bei den Menschen ebenfalls Beiträge zur Verbesserung des Risikobewusstseins der Bevölkerung, zur Weiterentwicklung von staatlichen risikorelevanten Rahmenbedingungen und zur transparenten Kommunikation von Risikolagen leisten. Diese doppelte nachhaltige Herausforderung ist für die Versicherungswirtschaft zugleich eine Chance, der eigenen Bedeutung in unserer Gesellschaft gerecht zu werden und in dieser Bedeutung auch entsprechend wahrgenommen zu werden.
- 33 - 6 Ausblick auf zukünftige Forschungsvorhaben In diesem Abschnitt sind alle Projekte und Veranstaltungen des Institutes für Versicherungswesen im folgenden Jahr aufgelistet, sofern sie jetzt schon absehbar sind. 6.1 Forschungsschwerpunkt Rückversicherung Im Hinblick auf geplante Projekte sei an dieser Stelle auf den Abschnitt 1.2 verwiesen; zudem werden die Entwicklungen in dem Rückversicherungsmarkt kontinuierlich beobachtet und gegebenenfalls durch Projekte begleitet. Das 11. Kölner Rückversicherungs-Symposium wird auch in 2014, in der Aula der Fachhochschule Köln stattfinden. Folgende Publikationen sind für 2014 geplant: Hoos, Sebastian / Materne, Stefan: Verbriefung von Langlebigkeitsrisiken durch Longevity Bonds - Darstellung anhand zweier Praxisbeispiele. Knocks, Kai-Olaf / Materne, Stefan: Kapitalzufluss im Cat-Bond-Markt – Günstiges Umfeld für Risikosponsoren. 6.2 Forschungsstelle Versicherungsrecht Die Forschungsstelle Versicherungsrecht plant wieder zwei Diskussionsforen für 2014, wobei das erste Diskussionsforum am 11.03.2014 stattfinden wird. 6.3 Forschungsstelle FaRis Derzeit sind von der Forschungsstelle FaRis respektive von den mitwirkenden Professoren und Mitarbeitern folgende zukünftige Projekte geplant: Prof. Dr. Heep-Altiner Veröffentlichungsprojekt mit den Masterstudenten zum Thema „Wertorientierte Steuerung in der Schadenversicherung“. Veröffentlichung zum „Fair Value Bewertung von zedierten Reserven“ in Cologne Open Science. Veröffentlichung zum Thema „Naturkatastrophenmodellierung“ in Cologne Open Science. Prof. Dr. Heep-Altiner, Prof. Dr. Reimers-Rawcliffe Organisation des 6. FaRis & DAV Symposiums am 13.06.2014 zum Thema „Katastrophenmodellierung. Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr.“
- 34 - Herausgabe der Proceedings zum 6. FaRis & DAV Symposium am 13.07.2013 zum Thema „Katastrophenmodellierung. Naturkatastrophen, Man Made Risiken, Epidemien und mehr.“ Prof. Dr. Reimers-Rawcliffe Veröffentlichung zum Thema "Verteilungsbasierte Methoden zur Preisfindung von nichtproportionalen Rückversicherungsverträgen" in Cologne Open Science. Prof. Dr. Knobloch Veröffentlichung zum Thema „Endliche Zahlungsströme mit zinsunabhängigem Barwert“ in Cologne Open Science. Prof. Dr. Knobloch, Prof. Dr. Goecke Weiterführung der Projektarbeit mit der Compiricus AG. Workshop zum Thema Liquiditätsrisikomanagement. Prof. Dr. Goecke, Urij Dolgov Kollektives Sparen - Simulationsrechnungen auf Grundlage eines verallgemeinerten Kapitalmarktmodells. Prof. Dr. Goecke Herausgabe der Proceedings zum 5. FaRis & DAV Symposium am 06.12.2013 zum Thema „Modell und Wirklichkeit.“ Veröffentlichung zum Thema „Kollektiver Risikoausgleich in Rentnerbeständen“. Urij Dolgov Veröffentlichung zum Thema „Kalibrierung des Heston -Modells für den deutschen Markt“. 6.4 Forschungsstelle Versicherungsmarkt Die Forschungsstelle Versicherungsmarkt führt die zuvor ausführlich erläuterte Projektarbeit auch in 2004 konsequent weiter, wobei konkret folgende Veröffentlichungsprojekte bereits jetzt für 2014 geplant sind: Veröffentlichungen (Teil 1 und Teil 2) zu „Frauen im Versicherungsvertrieb“ von Prof. Dr. Gabriele Zimmermann in Cologne Open Science.
Kontakt/Impressum Diese Veröffentlichung erscheint im Rahmen der Online-Publikationsreihe „Forschung am IVW Köln“ . A lle Veröffentlichungen dieser Reihe können unter www.ivw-koeln.de oder unter http://opus.bsz-bw.de/fhk/index.php?la=de abgerufen werden. Eine weitere Publikationsreihe ist die Schriftenreihe des Instituts für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln . Herausgeber: Verein der Förderer des Instituts für Versicherungswesen an der Fachhochschule Köln e. V. Die Schriftenreihe kann über den Verlag Versicherungswirtschaft bezogen werden (http://www.vvw.de/). Eine Übersicht aller Hefte der Schriftenreihe kann auch unter folgender Adresse abgerufen werden: http://www.f04.fh-koeln.de/fakultaet/institute/ivw/informationen/publikationen/00366/index.html Köln, Januar 2014 Herausgeber der Schriftenreihe / Series Editorship: Prof. Dr. Reimers-Rawcliffe Prof. Dr. Peter Schimikowski Prof. Dr. Jürgen Strobel Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschaftsund Rechtswissenschaften / Faculty of Business, Economics and Law Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Web www.ivw-koeln.de Schriftleitung / Contact editor’s office: Prof. Dr. Jürgen Strobel Tel. +49 221 8275-3270 Fax +49 221 8275-3277 Mail [email protected] Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschaftsund Rechtswissenschaften / Faculty of Business, Economics and Law Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Gustav Heinemann-Ufer 54 50968 Köln Kontakt Autor / Contact author: Institut für Versicherungswesen / Institute for Insurance Studies Fakultät für Wirtschaftsund Rechtswissenschaften / Faculty of Business, Economics and Law Fachhochschule Köln / Cologne University of Applied Sciences Gustav Heinemann-Ufer 54 50968 Köln Tel. +49 221 8275-3271 Fax +49 221 8275-3277 Mail [email protected] ISSN (online) 2192-8479