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Die Objektbiografie in WissKI. CIDOC CRM und WissKI zur Darstellung von Sammlungs- und Objektdaten in NFDI4Objects

Gerber, Anja; Wagner, Sarah

Abstract

Das Konzept der Objektbiografie dient in NFDI4Objects, einem Konsortium der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur, der Erschließung von Objekten, aber auch der Integration dezentraler und heterogener Objektinformationen. In Task Area 6 wird am Competence Center for Research Data and Information der FAU Erlangen-Nürnberg in sehr enger Zusammenarbeit mit der Querschnittsdirektion Digitale Transformation und Innovationsmanagement der klassik Stiftung Weimar eine CIDOC CRM 7.1.3-basierte Anwendungontologie entwickelt, mit der die Erzeugung sehr komplexer Objektbiografien ermöglicht wird. Das Datenmodell wurde in der virtuellen Forschungsumgebung WissKI implementiert und wird derzeit mit der Community anhand ausgewählter Use Cases getestet, das Feedback fließt in die Weiterentwicklung ein.

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DIE OBJEKTBIOGRAFIE IN NFDI4OBJECTS. CIDOC CRM und WissKI zur Darstellung von Sammlungsund Objektdaten in NFDI4Objects. Anja Gerber, [email protected] Sarah Wagner, sarah.[email protected] Herbsttagung 2025 der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes 8. Oktober 2025 ●Entwicklung des Object Core Metadata Profiles (N4O OCMDP) in Zusammenarbeit mit der TA 1-4 als Kernschema für die Datenintegration in NFDI4Objects und die Material Cultural Heritage Crosswalk Ontology (MaCHECO) mit TA 2 zur Definition grundlegender Entitäten (Klassen) in einzelnen Ontologien durch eine hierarchische Zuordnung zu CIDOC CRM (über eine TWG) ●Entwicklung der NFDI4Objects Objects Ontology (N4O OO) auf Basis von CIDOC CRM 7.1.3 und anderen Ontologien zur Beschreibung der Objektbiografie ●Entwicklung, Implementierung und Proof of Concept eines Wissensgraphen zur Darstellung von Objektbiografien in der VRE WissKI („Maximaldatensatz”) auf Basis von N4O OO https://www.nfdi4objects.net/en/portal/tas/ta6/ Team Integration & Harmonisation in Task Area 6 ●Generierung heterogener und multidisziplinärer Forschungsdaten in den Aufgabenbereichen 1–4 (“Documentation", "Collection", "Analytics and Experiments", "Protection") ○z. B. Daten über die Ausgrabung ○Verteilung von Funden ○Sammlungsund Provenienzinformationen ○Laboranalysen wie Genombestimmung oder Materialanalyse, ○Konservierungsmaßnahmen ○Informationen aus der Bauforschung ○ Erforschung von Denkmälern ●Verschiedene (Meta-)Daten, Formate, Systeme, Modelle, Ontologien, Normdateien, Terminologien, … ●Ausrichtung an der Objektgeschichte Forschungsdaten in NFDI4OBJECTS Klassik Stiftung Weimar, Direktion Museen Forschungsdaten in NFDI4OBJECTS ●Objekte → Bezug auf Ort und Zeit ○z. B. Entstehungsort, Fundort, Aufbewahrungsort ○immer im Kontext von Zeiträumen ●Kartierung von Orten und Prozessen ○wer, wann, wo, was, wie → Objektbiografien ○Modellierung mit Attribute Assignments ●Unsicherheit und Ungenauigkeiten („Sieht keltisch aus, 300–600 v. Chr.?“, „Fundort: Elbe“) ●Bezug zu wissenschaftlichen Methoden (Messungen, Analysen...) ●Heterogene und unstrukturierte Daten (z. B. Freitextfelder und Textdokumente) ●Informationen aufgrund von sensiblen Angaben (Provenienz, Standort) nicht öffentlich ●Spezielle Vokabulare in verschiedenen Systemen versteckt oder in der Entwicklung, um den eigenen Datenerfassungsbedarf zu decken CIDOC CRM und LIDO ●Bewährte Tools für die Standardisierung im Bereich des digitalen Kulturerbes ●Integration heterogener und verstreuter Informationen ●Annotation verschiedener Dateitypen, wie Bilder, 3D, Text ●Fokus auf detaillierter Darstellung von Provenienzinformationen ●→ Veranschaulichung der Geschichte eines Objekts von seiner Entstehung bis zu seinem Verlust/seinem aktuellen Standort ●Berücksichtigung von Zuordnungen zu Akteuren und Gruppen, Orten, Ereignissen und Zeiträumen auch außerhalb des Sammlungs-, Museumsoder eigenen Forschungskontexts ●Ziel: Informationen außerhalb des eigenen (Sammlungs-)Kontexts in einer verständlichen und wiederverwendbaren Form anbieten CIDOC CRM ●Entwickelt vom Dokumentationsausschuss des Internationalen Museumsrats (ICOM CIDOC) ●Ontologie und Standard zur Darstellung von Daten des kulturellen Erbes im semantischen Web ●Besteht aus ca. 90 Klassen (z. B. physisches Objekt, Ort, Akteur, Zeit, Ereignisse, Aktivitäten,...) und ca. 150 Relationen/Eigenschaften zur Kontextualisierung der Informationen ●Gewährleistung von langfristige Interpretierbarkeit und Interoperabilität ●Ereigniszentriert ●Version 7.1.3. als aktueller ISO 21127-Standard Ausgangsbasis für Entwicklungen in NFDI4Objects Was ist eine Objektbiografie? ●Überträgt das Konzept der Biografie auf materielle Kulturgüter ●kompiliert jegliche Information zu einem Objekt und dessen Kontexte, Wege, Bedeutungen und deren Veränderung im Laufe seiner Daseinsgeschichte ●Objekte (Artefakte, Pflanzen, Tiere, Gesteine) ●Kontexte/Ereignisse ●Akteure, Orte, Zeit (wer? wo? wann? Kontext?) ●Quellen (Bildund Schriftgut, Daten, Befunde, …) Schematische Repräsentation einer Objektbiografie, Sarah Wagner, CC BY 4.0 Was ist eine Objektbiografie? ●Kontexte/Ereignisse umfassen beispielsweise ○Entstehung (Beauftragung, Kreation, Herstellung) ○Benutzung ○Begegnung ("Fund", Grabung, …) ○Sammlungs-/Museumskontext ○Besitz-/Eigentumswechsel ○Rezeptionsgeschichte und kulturelle Handlungen ○Modifikationen (Anfertigung von Inschriften, Konservierungsund Restaurierungsmaßnahmen) ○Forschungsaktivitäten Schematische Repräsentation einer Objektbiografie, Sarah Wagner, CC BY 4.0 Was ist eine Objektbiografie? ●1986 von dem Anthropologen Igor Kopytoff in „The Biography of Things“ in die Wissenschaft eingeführt: ○Objekte sind aufgrund ihrer spezifischen Bedeutung und individuellen Geschichte Individuen. ●Der Fokus liegt auf den sozialen Beziehungen zwischen Objekt und Akteur. ●Übergangsphasen sind von zentraler Bedeutung → Brüche im Kontext und in der Bedeutung. ●Der Begriff wird insbesondere in der materiellen Kultur verwendet, beispielsweise in der Kunstgeschichte, Ethnologie oder Archäologie, also in Disziplinen, die sich mit der „Lebensgeschichte“ von Objekten befassen. Klassik Stiftung Weimar, Direktion Museen Beginning of Existence [E63] Object [E22] Production [E12] Time Assignment (E13) Actor Assignment E13 Place Assignment E13 p140 was attributed by P140 was attributed by p140 was attributed by Merkmale und Eigenschaften werden mit Hilfe sogenannter Zuweisungsereignisse modelliert. Ereignisse ermöglichen eine bessere Kontextualisierung von Informationen. p92i was brought into existence by p9 consists of E22 Man-Made Object E63 Beginning of Existence E12 Production E13 Attribute Assignment Charakteristika des Datenmodells Beginning of Existence [E63] Object [E22] Production [E12] Time Assignment (E13) Actor Assignment E13 Place Assignment E13 p140 was attributed by P140 was attributed by p140 was attributed by p92i was brought into existence by p9 consists of E22 Man-Made Object E63 Beginning of Existence E12 Production E13 Attribute Assignment Scope Note E13 Merkmalszuweisung: „Diese Klasse umfasst die Aktionen des Feststellens von Eigenschaften eines Gegenstandes oder von Beziehungen zwischen zwei Gegenständen oder begrifflichen Konzepten. [Sie] erlaubt die Dokumentation, wie die jeweilige Feststellung zu Stande kam, und wessen Meinung es war. Alle in solch einer Aktion zugewiesenen Merkmale oder Eigenschaften können auch so verstanden werden, als ob sie direkt am jeweiligen Gegenstand oder begrifflichen Konzept fest gemacht wurden, möglicherweise auch als eine Sammlung von widersprüchlichen Werten. [...]“. (Doerr / Lampe / Krause 2011, S. 56) Charakteristika des Datenmodells: Zuweisungen Beginning of Existence [E63] Object [E22] Production [E12] Time Assignment [E13] Actor Assignment [E13] Place Assignment [E13] p140i was attributed by Person [E21] Group [E39] Corporate Body [E40] Source [E73] Verbatim [E31] Source Reference [E73] p129i is subject of p141 assigned p106i forms part of p9 consists of p70i is documented in p92i was brought into existence by Beispiel: ein Herstellungsereignis [E12] in der Objektgeschichte, dem ein Akteur zugewiesen wird [E13]. Charakteristika des Datenmodells: Zuweisungen Beginning of Existence [E63] Object [E22] Production [E12] Time Assignment [E13] Actor Assignment [E13] Place Assignment [E13] p140i was attributed by Person [E21] Group [E39] Corporate Body [E40] Source [E73] Verbatim [E31] Source Reference [E73] p129i is subject of p141 assigned p106i forms part of p9 consists of p70i is documented in p92i was brought into existence by Charakteristika des Datenmodells: Zuweisungen https://wiss-ki.eu/ Implementierung in WissKI ●= Wissenschaftliche Kommunikationsinfrastruktur ●virtuelle Forschungsumgebung für wissenschaftliche Forschungsdaten ●zur Dokumentation, Erforschung, Publikation kulturellen Erbes ●DFG-Projekt, LIS (2009-2011, 2014-2016) ●open source und kostenlos herunterladbar ●webbasiert ●modular und individuell anpassbar ●Unterstützung des CIDOC CRM zur semantischen Datenerschließung ●ideal für die Erzeugung und Nutzung von Linked Open Data ●Normdatensupport (GND, Geonames, Getty, …) ●Import-/Export-Schnittstellen (SPARQL, ODBC, REST-API) Die Architektur von WissKI 10 WissKI Pathbuilder ●Tool zur Implementierung von Datenmodellen ●Zuordnung semantischer Pfade zu Eingabeformularen im Frontend ●in den meisten Fällen unter Verwendung von CIDOC CRM Ansicht des WissKI Pathbuilders mit den semantischen Pfaden der Objektbiografie (Auszug) Das Datenmodell im WissKI Pathbuilder Ansicht des WissKI Pathbuilders mit den semantischen Pfaden der Objektbiografie (Auszug) (Herstellung – Actor Assignment) Das Datenmodell im WissKI Pathbuilder Die Use Cases in WissKI