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Climate Impact Attribution. Grundsätze, Regeln und Verfahren der verursachungsgerechten Zuordnung von THG-Minderungen und Carbon Credits auf Akteure und Projekte

Grothey, Tim; Fichter, Klaus; Roepke, Hannah; Pantermöller, Alicia

Abstract

Im Rahmen des Vorhabens Score4Impact wurde ein softwarebasiertes Tool zur Definition von Wirkungszielen und zur Ermittlung der zukünftigen Treibhausgasminderungspotentiale der Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens oder Start-ups entwickelt. Das Tool wird als „GHG & Impact Estimator“ bezeichnet und ist seit Frühjahr 2023 öffentlich und kostenfrei verfügbar. Im Rahmen der Entwicklung des Tools entstand die Frage, inwieweit die zukünftig erzielbaren THG-Minderungen eines Start-ups analog zu den im freien Kompensationsmarkt handelbaren Emissionsgutschriften als „Carbon Credits“ zertifizierbar sind und welche Anteile davon dem Start-up oder ggf. anderen Umsetzungsakteuren entlang der Wertschöpfungskette zugerechnet werden können. Die verursachungsgerechte Zuordnung von Wirkungen und Beiträgen (z.B. THG-Emissionen oder THG-Minderungen) auf definierte Wirkungsursachen (Maßnahmen, Interventionen, Projekte, Produkte, handelnde Akteure usw.) bezeichnen wir hier als „Climate Impact Attribution“. Die vorliegende Analyse zum Thema „Climate Impact Attribution“ zeigt die verschiedenen Ansätze der Zuordnung von Emissionen und Wirkungen aus den fünf Forschungs- und Handlungsfeldern Produktökobilanzierung, Corporate Carbon Accounting, freiwillige und staatliche Klimakompensationen, Impact Investing sowie Wirkungstheorie und Social Entrepreneurship. Zentrale Erkenntnis ist, dass derzeit noch kein etablierter Ansatz besteht, um einen positiven zukünftigen Klima-Impact von Start-ups zu zertifizieren und verursachungsgerecht auf beteiligte Akteure zu verteilen. Die Relevanz der Attribution wird besonders bei Entscheidungsprozessen für Investitionen deutlich. Sobald ein Klima-Impact einen ökonomischen Wert besitzt und z.B. mithilfe eines Zertifikats ähnlich einer Klimakompensation gehandelt werden kann, wird die Attribution für Akteure wie Start-ups relevant. Investoren benötigen in diesem Kontext verlässliche und zertifizierte Aussagen, um ihre Entscheidungen zu treffen. Dabei kann auf die Grundsätze, Regeln und Verfahren der Standards aus dem freiwilligen Kompensationsmarkt aufgebaut werden. Hierbei ist zu klären, wie die zukünftigen Produkte und Dienstleistungen von Start-ups als spezifisches „Projekt“ definiert und abgegrenzt werden können. Mit Sicht auf Regeln und Verfahren gibt es zwar erste Ansätze und Diskussionen rund um die Attribution von Klima-Impact, doch der Bereich ist noch vergleichsweise neu und es bedarf weiterer Forschung und Erfahrungsaustausch, um eine effektive, machbare und gerechte Lösung zu finden. Die zukünftige Ausgestaltung der Attribution wird maßgeblich davon abhängen, wie und dass Begrifflichkeiten und Verfahren standardisiert werden und welche Anforderungen von Investierenden und regulatorischen Instanzen gestellt werden. Eine mögliche Monetarisierung der THG-Emissionsminderung inklusive einem angeschlossenen Zertifikatehandel, würde der Zuteilung von positivem Klima-Impact als Finanzierungsquelle für Start-ups weitere Relevanz geben.

Full text

I IMPRESSUM KURZTITEL Climate Impact Attribution ANALYSEBERICHT FÜR AP 6 IM VORHABEN „SCORE4IMPACT“ Climate Impact Attribution GRUNDSÄTZE, REGELN UND VERFAHREN DER VERURSACHUNGSGERECHTEN ZUORDNUNG VON THG-MINDERUNGEN UND CARBON CREDITS AUF AKTEURE UND PROJEKTE Tim Grothey Klaus Fichter Hannah Roepke Alicia Pantermöller II KURZTITEL CLIMATE IMPACT ATTRIBUTION AUTORINNEN UND AUTOREN Tim Grothey (Borderstep Institut) M [email protected] Klaus Fichter (Borderstep Institut) M [email protected] Hannah Roepke (Borderstep Institut) M [email protected] Alicia Pantermöller (Borderstep Institut) M [email protected] VERLAG Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gemeinnützige GmbH Clayallee 323 │ 14169 Berlin │ +49 (0)30 306 45 1000 │ www.borderstep.de ZITIERVORSCHLAG Grothey, T., Fichter, K., Roepke, H. & Pantermöller, A. (2023). Climate Impact Attribution. Grundsätze, Regeln und Verfahren der verursachungsgerechten Zuordnung von THG-Minderungen und Carbon Credits auf Akteure und Projekte. Berlin: Borderstep Institut. TITELBILD © Sinan Sarıhan - Unsplash FÖRDERMITTELGEBER Das Projekt „Score4Impact – Klimaschutz bei Startups investierbar machen“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) unter dem Kennzeichen 67KF0137ABC gefördert. III INHALTSVERZEICHNIS Impressum......................................................................................................................... I Inhaltsverzeichnis ............................................................................................................ III Abbildungsverzeichnis ...................................................................................................... V Glossar ............................................................................................................................ VI Abkürzungsverzeichnis ..................................................................................................... VI Zusammenfassung ............................................................................................................ 1 Summary .......................................................................................................................... 2 1 Einleitung ..................................................................................................................... 4 2 Produktökobilanzierung ............................................................................................... 6 2.1 Einleitung .................................................................................................................................... 6 2.2 Zentrale Begriffe und Definitionen ............................................................................................. 6 2.3 Funktionelle Einheit .................................................................................................................... 8 2.4 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung ................................................................... 8 2.5 Fazit ............................................................................................................................................ 9 3 Corporate Carbon Accounting ..................................................................................... 12 3.1 Zentrale Begriffe und Definitionen ........................................................................................... 12 3.2 Funktionelle Einheit .................................................................................................................. 14 3.3 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung ................................................................. 14 3.4 Fazit .......................................................................................................................................... 15 4 Klimakompensation ................................................................................................... 17 4.1 Einleitung .................................................................................................................................. 17 4.2 Zentrale Begriffe und Definitionen ........................................................................................... 17 4.3 Funktionelle Einheit .................................................................................................................. 19 4.4 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung ................................................................. 20 4.4.1 Pariser Klimaschutzabkommen ...................................................................................... 20 4.4.2 Nationale Berichterstattung ........................................................................................... 20 4.5 Erkenntnisse aus Standards des freiwilligen Kompensationsmarktes ..................................... 21 4.6 Fazit .......................................................................................................................................... 22 5 Impact Investing ......................................................................................................... 24 5.1 Einleitung .................................................................................................................................. 24 IV 5.2 Zentrale Begriffe und Definitionen ........................................................................................... 25 5.3 Funktionelle Einheit .................................................................................................................. 25 5.4 Geeignete Strukturierungen und Konzepte für Wirkungszuordnung ...................................... 25 5.5 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung ................................................................. 27 5.6 Fazit .......................................................................................................................................... 27 6 Wirkungstheorie und Social Entrepreneurship ............................................................ 29 6.1 Einleitung .................................................................................................................................. 29 6.2 Zentrale Begriffe und Definitionen ........................................................................................... 29 6.3 Funktionelle Einheit .................................................................................................................. 29 6.4 Geeignete Strukturierungen und Konzepte für Wirkungszuordnung ...................................... 30 6.5 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung ................................................................. 31 6.6 Fazit .......................................................................................................................................... 31 7 Fazit ........................................................................................................................... 33 7.1 Zusammenfassung der Themenfelder ...................................................................................... 33 7.2 Zentrale Erkenntnisse ............................................................................................................... 38 7.3 Schlussfolgerungen für das Climate Impact Model .................................................................. 40 Quellen ........................................................................................................................... 41 V ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: Überblick Scopes und THG-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette .................... 13 Abbildung 2: Bilanzierung gemäß der Scopes ....................................................................................... 14 Abbildung 3: Horizontale und vertikale Zuordnung entlang einer Wertschöpfungskette .................... 26 Abbildung 4: Enterprise Contribution ................................................................................................... 30 VI GLOSSAR Attribution Konzept für die verursachungsgerechte Zuordnung von Wirkungen und Beiträgen (z.B. THG-Emissionen oder THG-Minderungen) auf definierte Wirkungsursachen (Maßnahmen, Interventionen, Projekte, Produkte, handeln-de Akteure usw.) Carbon Credit Ein “Carbon Credit” (Emissionsgutschrift) ist ein handelbares Zertifikat, das von jeder öffentlichen oder privaten Organisation gekauft und zum Ausgleich ihrer eigenen Emissionen verwendet werden kann. Es steht für eine Tonne Kohlendioxidäquivalent (CO2äq), die nicht in die Atmosphäre abgegeben wird. Climate Impact Auswirkungen von Treibhausgasemissionen oder von vermiedenen und reduzierten Treibhausgasemissionen auf das Klima des Planeten Erde. Emissionsgutschrift Vgl. Carbon Credit ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS CDM Clean Development Mechanism ETS Emission Trading System GHG Greenhouse gas JI Joint Implementation KWK Kraft-Wärme-Kopplung OEF Organisational Environmental Footprint THG Treibhausgas/e Climate Impact Attribution Seite 1 ZUSAMMENFASSUNG Im Rahmen des Vorhabens Score4Impact wurde ein softwarebasiertes Tool zur Definition von Wirkungszielen und zur Ermittlung der zukünftigen Treibhausgasminderungspotentiale der Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens oder Start-ups entwickelt. Das Tool wird als „GHG & Impact Estimator“ bezeichnet und ist seit Frühjahr 2023 öffentlich und kostenfrei verfügbar. Im Rahmen der Entwicklung des Tools entstand die Frage, inwieweit die zukünftig erzielbaren THG-Minderungen eines Start-ups analog zu den im freien Kompensationsmarkt handelbaren Emissionsgutschriften als „Carbon Credits“ zertifizierbar sind und welche Anteile davon dem Start-up oder ggf. anderen Umsetzungsakteuren entlang der Wertschöpfungskette zugerechnet werden können. Die verursachungsgerechte Zuordnung von Wirkungen und Beiträgen (z.B. THG-Emissionen oder THG-Minderungen) auf definierte Wirkungsursachen (Maßnahmen, Interventionen, Projekte, Produkte, handelnde Akteure usw.) bezeichnen wir hier als „Climate Impact Attribution“. Die vorliegende Analyse zum Thema „Climate Impact Attribution“ zeigt die verschiedenen Ansätze der Zuordnung von Emissionen und Wirkungen aus den fünf Forschungsund Handlungsfeldern Produktökobilanzierung, Corporate Carbon Accounting, freiwillige und staatliche Klimakompensationen, Impact Investing sowie Wirkungstheorie und Social Entrepreneurship. Zentrale Erkenntnis ist, dass derzeit noch kein etablierter Ansatz besteht, um einen positiven zukünftigen Klima-Impact von Startups zu zertifizieren und verursachungsgerecht auf beteiligte Akteure zu verteilen. Die Relevanz der Attribution wird besonders bei Entscheidungsprozessen für Investitionen deutlich. Sobald ein Klima-Impact einen ökonomischen Wert besitzt und z.B. mithilfe eines Zertifikats ähnlich einer Klimakompensation gehandelt werden kann, wird die Attribution für Akteure wie Start-ups relevant. Investoren benötigen in diesem Kontext verlässliche und zertifizierte Aussagen, um ihre Entscheidungen zu treffen. Dabei kann auf die Grundsätze, Regeln und Verfahren der Standards aus dem freiwilligen Kompensationsmarkt aufgebaut werden. Hierbei ist zu klären, wie die zukünftigen Produkte und Dienstleistungen von Start-ups als spezifisches „Projekt“ definiert und abgegrenzt werden können. Mit Sicht auf Regeln und Verfahren gibt es zwar erste Ansätze und Diskussionen rund um die Attribution von Klima-Impact, doch der Bereich ist noch vergleichsweise neu und es bedarf weiterer Forschung und Erfahrungsaustausch, um eine effektive, machbare und gerechte Lösung zu finden. Die zukünftige Ausgestaltung der Attribution wird maßgeblich davon abhängen, wie und dass Begrifflichkeiten und Verfahren standardisiert werden und welche Anforderungen von Investierenden und regulatorischen Instanzen gestellt werden. Eine mögliche Monetarisierung der THG-Emissionsminderung inklusive einem angeschlossenen Zertifikatehandel, würde der Zuteilung von positivem KlimaImpact als Finanzierungsquelle für Start-ups weitere Relevanz geben. Climate Impact Attribution Seite 2 SUMMARY As part of the Score4Impact project, a software-based tool was developed to define impact targets and determine the future greenhouse gas reduction potential of a company's or start-up's products and services. The tool is known as the "GHG & Impact Estimator" and has been publicly available free of charge since spring 2023. As part of the development of the tool, the question arose as to what extent the future achievable GHG reductions of a start-up can be certified as "carbon credits" analogous to the emission credits tradable in the free compensation market and what proportion of these can be attributed to the start-up or, if applicable, to other implementation actors along the value chain. We refer to the cause-based allocation of impacts and contributions (e.g. GHG emissions or GHG reductions) to defined causes of impact (measures, interventions, projects, products, actors, etc.) as "climate impact attribution". This analysis on the topic of "Climate Impact Attribution" shows the various approaches to attributing emissions and impacts from the five fields of research and action: product life cycle assessment, corporate carbon accounting, voluntary and state climate compensation, impact investing, impact theory and social entrepreneurship. The key finding is that there is currently no established approach for certifying a positive future climate impact of start-ups and distributing it among the stakeholders involved in a way that is appropriate to the cause. The relevance of attribution becomes particularly clear in decision-making processes for investments. As soon as a climate impact has an economic value and can be traded using a certificate similar to climate compensation, for example, attribution becomes relevant for stakeholders such as start-ups. In this context, investors need reliable and certified statements in order to make their decisions. This can be based on the principles, rules and procedures of the standards from the voluntary carbon offset market. It must be clarified how the future products and services of start-ups can be defined and delimited as a specific "project". With regard to rules and procedures, there are initial approaches and discussions on the attribution of climate impact, but the area is still comparatively new and further research and exchange of experience is required to find an effective, feasible and fair solution. The future design of attribution will largely depend on how and whether terminology and procedures are standardized and what requirements are set by investors and regulatory bodies. A possible monetization of GHG emission reduction, including associated certificate trading, would give further relevance to the attribution of positive climate impact as a source of venture financing for start-ups. Climate Impact Attribution Seite 3 S 1 Einleitung Climate Impact Attribution Seite 10 Sensitivitätsanalysen zur Überprüfung des Einflusses der Allokationsmethode sind erforderlich, um Allokation nachvollziehbar und valide zu gestalten. Climate Impact Attribution Seite 11 3 Corporate Carbon Accounting Climate Impact Attribution Seite 12 3 Corporate Carbon Accounting Analog zur Produktökobilanzierung lassen sich Aufwendungen und Emissionen von Unternehmen auf Organisationsebene bilanzieren. Die grundlegende Methodik dazu entstand in den späten 1990erJahren durch die Zusammenarbeit des World Resources Institut (WRI) und des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). Aus der Kombination der umweltwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Perspektive entstand das GHG Protocol, eine Standardreihe für die THG-Bilanzierung und -berichterstattung, die mittlerweile sieben Standards umfasst und sich an Regierungen, Unternehmen, NGOs und andere Organisationsformen richtet. Im Jahr 2001 wurde der erste Standard zum Corporate Carbon Accounting veröffentlicht, der GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard (kurz: Corporate Standard) (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Basierend auf dem GHG Protocol erschien im Jahr 2006 die ISO 14064, die die Mindestanforderungen zur Erstellung einer THG-Bilanz auf Unternehmensebene definiert. Die Normenreihe unterteilt sich in Spezifikationen zur Bilanzierung und Berichterstattung auf Organisationsebene, zur Erfassung von THG-Reduktionen auf Projektebene sowie Anforderungen an die Validierung und Verifizierung von Erklärungen über Treibhausgase (vgl. DIN e.V., 2019a). Im Jahr 2013 entwickelt die Europäische Kommission, ebenfalls mit dem Ziel der Vereinheitlichung und Weiterentwicklung bisheriger Ansätze, die Methodik des Organisational Environmental Footprint (OEF). Sie beruht auf dem Konzept der Ökobilanzierung und betrachtet daher neben dem Klimawandel weitere Umweltwirkungskategorien (vgl. Pant & Zampori, 2019a). 3.1 Zentrale Begriffe und Definitionen Begriff Definition Direkte Emissionen Emissionsquellen im Besitz oder unter der Kontrolle von Unternehmen (vgl. WBCSD & WRI, 2015) Indirekte Emissionen Emissionsquellen, die aus den Aktivitäten der Unternehmen resultieren, jedoch im Besitz oder unter der Kontrolle anderer Unternehmen sind (vgl. WBCSD & WRI, 2015) Organisationsgrenzen Die Organisationsgrenzen bilden den Rahmen für die Geschäftstätigkeiten, die in der Kontrolle oder Verantwortung der Unternehmen liegen und werden durch den gewählten Bilanzierungsansatz („equity share approach“ oder „controal approach“) gesetzt. Organisationsgrenzen sollen die wirtschaftliche Realität der Geschäftsbeziehungen abbilden, nicht nur die Rechtsform (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Operative Grenzen Die operativen Grenzen entstehen durch die Identifikation von direkten und indirekten Emissionen (Scope 1, 2 und 3), und bilden die Grenzen der Geschäftstätigkeiten ab (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Scope Geltungsbereich der unterschiedlichen Emissionsquellen (vgl. WBCSD & WRI, 2015) Climate Impact Attribution Seite 13 Scope 1 Emissionen aus direkten Emissionsquellen im Besitz oder unter der Kontrolle von Unternehmen, bspw. Fuhrpark oder Heizkessel. Sie müssen verpflichtend bilanziert werden (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Scope 2 Indirekte Emissionen im Zusammenhang mit eingekaufter Energie. Indirekt, da sie physisch nicht im Unternehmen stattfinden. Selbst erzeugte Energie fällt unter Scope 1. Scope 2-Emissionen müssen ebenfalls verpflichtend bilanziert werden (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Scope 3 Andere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette sind solche, die bei der Rohstoffgewinnung, bei Transportprozessen oder der Nutzung der Produkte entstehen. Scope 3-Emissionen können optional bilanziert werden (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Equity share approach Bilanzierung der THG-Emissionen aus Geschäftstätigkeiten und Vermögenswerten entsprechend des Anteils am Eigenkapital. Oftmals entspricht der Anteil am Eigenkapital der Eigentumsquote (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Control approach Bilanzierung der THG-Emissionen aus Geschäftstätigkeiten, über die das Unternehmen Kontrolle hat. Kontrolle wird sowohl in finanzieller als auch in operativer Hinsicht definiert (vgl. WBCSD & WRI, 2015) Abbildung 1: Überblick Scopes und THG-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette Quelle: WBCSD & WRI, 2015 S.26 Climate Impact Attribution Seite 14 3.2 Funktionelle Einheit Unter Anwendung des GHG Protocol wird keine funktionelle Einheit gebildet, sondern die Emissionen entsprechend den Scopes bilanziert. Unter Anwendung des OEF bildet die zu bilanzierende Organisation die Referenzeinheit, welche zusammen mit dem Produktportfolio die Reporting Unit (Berichtseinheit) darstellt. Sie ist äquivalent zur funktionellen Einheit und umfasst (vgl. Pant & Zampori, 2019a): die Definition der Organisation: Name, Art der Güter/ DL, Standorte des operativen Geschäfts das Produktportfolio: Was wird wie viel und wie gut produziert und ist wie lange nutzbar? das Referenzjahr das Berichtsintervall (üblicherweise ein Jahr). 3.3 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung Dem GHG Protocol gemäß werden als Ausgangspunkt einer THG-Bilanzierung auf Unternehmensebene zunächst die organisatorischen Grenzen definiert und damit bereits festgelegt, welche Emissionen dem Unternehmen zugerechnet werden und welche wiederum vernachlässigt werden können. Die Bilanzierungslogik orientiert sich dabei an internationalen Rechnungslegungsstandards. Grundsätzlich wird zwischen dem „equity share approach“ und dem „control approach“ unterschieden, wobei der GHG Protocol Corporate Standard keine Empfehlung ausspricht. Die Bilanzierungsansätze bringen unterschiedliche Vorund Nachteile hinsichtlich der Datenverfügbarkeit, Einflussnahme, Abbildung der wirtschaftlichen Beziehungen sowie Verantwortlichkeiten in Bezug auf Compliance mit sich, weshalb die Wahl des geeigneten Ansatzes kontextabhängig ist. Zur Vermeidung von Doppelzählungen empfiehlt das GHG Protocol Konsistenz in den gewählten Bilanzierungsansätzen aller beteiligten Unternehmen. Außerdem ermöglichen die definierten Geltungsbereiche (scopes) der Emissionen sowie die konsistente Bilanzierung gemäß der Scopes klare Zuordnungen, wie das Beispiel der Energieerzeugung und des -verkaufs zeigt (vgl. Quelle: WBCSD & WRI, 2015 S. 29). Abbildung 2: Bilanzierung gemäß der Scopes Quelle: WBCSD & WRI, 2015 S. 29 Climate Impact Attribution Seite 15 Um Doppelzählungen in der Berichterstattung zu reduzieren, sollen Scope 2und Scope 3-Emissionen, die als Scope 1-Emissionen von anderen Anlagen, Geschäftsbereichen oder Unternehmen in dem Unternehmenszusammenschluss aufgeführt werden, ausgeschlossen werden. Die Relevanz von Doppelzählungen hängt von der Nutzungsabsicht der bilanzierten Informationen ab. Umstritten sind sie in der Bilanzierung und Berichterstattung von Emissionsgutschriften, bspw. zur Erreichung selbstgesetzter Klimaziele. Aufgrund fehlenden Konsenses empfiehlt das GHG Protocol, dass sich Unternehmen ihre eigene Richtlinie im Umgang mit Doppelzählungen bezüglich ihrer Zielsetzung erstellen. Konsistenz und Transparenz gelten auch hier als Maßstab der Glaubwürdigkeit (vgl. WBCSD & WRI, 2015). Der GHG Protocol Scope 3 Standard ergänzt den Corporate Standard und befasst sich expliziter mit der THG-Bilanzierung entlang der Wertschöpfungskette von Unternehmen, bei der die Auseinandersetzung mit Allokationen aufgrund der Vielzahl der involvierten Akteure unvermeidbar ist. Das GHG Protocol empfiehlt Allokationsvermeidung durch die Nutzung produktspezifischer Emissionsdaten, die getrennte Messung von Energieverbräuchen und anderer Aktivitätsdaten oder durch die Emissionsabschätzung für einzelne Produkte. Lässt sich Allokation nicht vermeiden, so empfiehlt das GHG Protocol die Allokationsvorgehensweise, die am besten die kausale Beziehung zwischen der Herstellung des Produkts und den daraus resultierenden Emissionen abbildet, wobei hier auch die hohe Individualität des Kontextes und somit des geeigneten Ansatzes betont wird. Unterschieden wird zwischen physischer und ökonomischer Allokation unter Verwendung entsprechender Allokationsfaktoren, wie bspw. Masse, Volumen, Energiegehalt oder Marktwert. Die physische Allokation liefert repräsentativere Emissionsabschätzungen in den Bereichen Herstellung, Transport und Geschäftsgebäuden, wohingegen die ökonomische Allokation vorzuziehen ist, wenn wirtschaftliche Zurechnungen den kausalen Zusammenhang zwischen Outputs und Emissionen besser widerspiegeln: bspw. Marktnachfrage oder Recyclingprozesse (Abfall ersetzt Primärproduktion anderswo). Ökonomische Beziehungen unterliegen jedoch höheren Schwankungen und könnten somit THG-Emissionen falsch abbilden (vgl. WBCSD & WRI, 2011). Grundsätzlich soll der Allokationsansatz durch Sensitivitätsanalysen validiert werden. Die ISO 14064 greift das Thema Allokation nicht explizit auf, sondern verweist nur darauf, auf Doppelzählungen zu achten. Die Allokationsmethodik bei der Durchführung eines OEFs orientiert sich grundlegend an der Entscheidungshierarchie der ISO 14044, gibt jedoch je nach Kontext spezifische Allokationsregeln und -faktoren vor. So wird bspw. bei Transportladungen je nach Fahrzeugtyp nach physikalischen Beziehungen wie Masse oder Volumen alloziert. Für die Modellierung der Lebensendphase wird die Verwendung der Circular Footprint-Formel empfohlen, die den Umgang mit Gutschriften und Lasten durch Recycling, Energierückgewinnung und Nutzung von Sekundärmaterial regelt und spezifische Allokationsfaktoren enthält. Kompensationen werden in OEFStudien nicht berücksichtigt (vgl. Pant & Zampori, 2019b). 3.4 Fazit Grundlegend für die Vermeidung von Doppelzählungen beim Corporate Carbon Accounting ist eine transparente Definition der Organisationsgrenzen und eine klare Zuordnung der Verantwortungsbereiche. Die gleiche Menge an Aufwendungen und Emissionen kann unterschiedlich ausgewiesen sein, unterliegt dabei aber verschiedenen Emissionsfaktoren, was wiederum nicht zu gleichen Ergebniswerten führt. Ähnlich wie bei der Produktökobilanzierung bestehen unterschiedliche Allokationsansätze, deren Auswahl individuell und kontextabhängig ist und in jedem Fall transparent dargelegt und durch Sensitivitätsanalysen überprüft werden muss. Climate Impact Attribution Seite 16 4 Klimakompensation Climate Impact Attribution Seite 17 4 Klimakompensation 4.1 Einleitung Mit Eintreten des Kyoto-Protokolls 2005 kamen die drei verbindlichen Mechanismen Clean Development Mechanism (CDM), Joint Implementation (JI) und Emission Trade System (ETS) zur Erreichung von Emissionszielen auf den Markt. Diese ermöglichten Industrieländern (Annex I-Staaten) mittels Klimaschutzprojekten in Entwicklungsund Schwellenländern (CDM) oder in anderen Annex I-Staaten (JI) Emissionsgutschriften zu erhalten und diese für ihre Klimaziele oder für den europäischen Emissionshandel zu nutzen und den Ausstoß ihrer Emissionen auszugleichen (Berger, 2013). Im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens kann die Finanzierung von Klimaschutzprojekten zur THG-Reduktion weiterhin eine Möglichkeit sein, die Emissionsgutschriften für die Kompensation zu nutzen. Der Unterschied zum Kyoto-Protokoll besteht darin, dass nun alle ratifizierten Staaten berechtigt sind, die Gutschriften für ihre festgelegten Ziele einzusetzen und nicht nur die Länder, die die Finanzierung der Projekte ermöglichten (Berger, 2013; Tietz, 2021). Seit dem abgelaufenen Kyoto-Protokoll in 2020 werden die Marktmechanismen CDM und JI des verbindlichen CO2-Marktes durch die Kooperationsmechanismen, erläutert in Artikel 6 des Übereinkommens von Paris, abgelöst. Durch die neue Regelung treten nun die Herausforderung der Emissionsanrechnung und Problematik der Doppelzählung auf (BMWK, 2022). Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Übertragungsund Umsetzungsregeln für die Emissionsanrechnung alter und neuer Klimaschutzprojekte und können demnach noch nicht umgesetzt und anerkannt werden (DEHSt, 2023). Die neuen Regelungen und einhergehenden Herausforderungen gelten nicht nur für den verpflichtenden Markt zur Erreichung gesetzlich verbindlicher Klimaziele, sondern auch für den freiwilligen Kompensationsmarkt, bei dem die Akteure an keine verpflichtenden Klimaziele gebunden sind, sondern ihre Emissionen freiwillig kompensieren (DEHSt, 2021). 4.2 Zentrale Begriffe und Definitionen Begriff Definition Kompensation Kompensation bezeichnet den Prozess, Klimaschutzprojekte, die THG reduzieren, zu finanzieren, um (nicht vermeidbare) Emissionen an anderer Stelle auszugleichen (Umweltbundesamt, 2023) Emissionsgutschriften Wenn Emissionen durch ein Projekt vermieden, reduziert oder gespeichert werden, werden sogenannte Emissionsgutschriften generiert, die dort angerechnet werden können, wo Treibhausgase emittiert werden. (DEHSt, 2021) CDM – Clean Development Mechanism Der CDM ist ein marktbasierter Mechanismus des Kyoto-Protokolls, der es ermöglicht, mittels Klimaschutzprojekten finanziert durch Annex I-Länder, Emissionsreduktionen in den Projektländern zu erzielen. Diese Emissionsreduktionen ergeben Gutschriften, die sich die Annex I-Länder für ihre Kyoto-Klimaschutzziele anrechnen lassen können. Die Finanzierung soll den Technologietransfer hin zur nachhaltigen Wirtschaft unterstützen und gleichzeitig kosteneffizient Emissionsminderungen bewirken. Die Climate Impact Attribution Seite 18 Reduktionen werden mithilfe von etablierten Standards und Prüfverfahren quantifiziert und genehmigt. (Wilke, 2022) JI – Joint Implementation Im Rahmen der Joint Implementation können Annex I-Staaten auch Klimaschutzprojekte in anderen Annex I-Staaten finanzieren und realisieren, um Emissionsminderungen zu erreichen. Somit werden Minderungszertifikate generiert, die sich die Finanzierungsländer anrechnen lassen können für ihre Klimaziele. (Wilke, 2022) Emission Trade System (ETS) – Europäisches Emissionshandelssystem (EHS) Das Emissionshandelssystem hat zum Ziel, die Emissionen in der Europäischen Union langfristig zu reduzieren. Es wird jedem Land eine spezifische Menge an Emissionsrechten zugeteilt, die untereinander gehandelt werden dürfen. Falls die erlaubte Menge an Emissionen in einem Land unterschritten wird, können die überschüssigen Emissionsrechte an Länder verkauft werden, die mehr als die erlaubte Menge emittiert haben. (Wilke, 2022) Verpflichtender CO2Markt Das Kyoto-Protokoll sowie das Pariser Abkommen legen Klimaziele für teilnehmende Staaten fest. Um diese zu erreichen, ist Kompensation eine geeignete Maßnahme. Alle Kompensationsmaßnahmen, die der Erreichung eines gesetzlich verbindlichen Klimaziels dienen, umfassen den verpflichtenden CO2-Markt. Ein Beispiel wäre das europäische Emissionshandelssystem. (DEHSt, 2021) Freiwilliger Kompensationsmarkt Alle Kompensationsmaßnahmen, die der Erreichung selbst festgelegter Klimaziele dienen, wie bspw. die einer Privatperson oder die eines Unternehmens, welches nicht an einem der verbindlichen Märkte teilnimmt, gehören dem freiwilligen Kompensationsmarkt an. Da sie nicht gesetzlich verpflichtet sind, bestimmte Klimaziele zu erreichen, erfolgt die Kompensation freiwillig. (DEHSt, 2021) Annex I-Staaten Im Annex I sind die damals so genannten „Industrienationen“ gelistet, die der OECD-Staatengemeinschaft angehören sowie andere Länder. (UNFCCC, 2023a) Ratifizierung Um das Kyoto-Protokoll oder das Übereinkommen von Paris zu ermöglichen und umzusetzen, sind Ratifizierungen, also die verbindliche Zusage durch Staaten, notwendig. (UNFCCC, 2023b) Standards Es gibt Regelwerke oder sogenannte Standards, die Rahmenbedingungen für die Planung und Durchführung von Klimaschutzprojekten und für die Berechnung der dort reduzierten Emissionen stellen. Die am meisten verwendeten Standards sind Verified Carbon Standard (VCS), der Clean Development Mechanism (CDM) und der Gold Standard (GS). (Hamrick & Gallant, 2017) Climate Impact Attribution Seite 19 Baseline Um die reduzierten Emissionen eines Klimaschutzprojektes abschätzen zu können, muss im Vorhinein ein Szenario mit den dazugehörigen Emissionen beschrieben werden, welches ohne das Projekt existieren würde. Dieses Szenario stellt die Baseline dar. Die Differenz aus Emissionen des Baseline-Szenarios und der Emissionen des Klimaschutzprojektes ergibt die reduzierte Emissionsmenge durch das Projekt. (DEHSt, 2007) Zusätzlichkeit Zusätzlichkeit ist eines der Kriterien, die für Klimaschutzprojekte zur Kompensation erforderlich sind. Die Zusätzlichkeit bedeutet, dass ohne die Finanzierung des Klimaschutzprojektes die Emissionsreduktion nicht stattgefunden hätte. Wenn dies nicht nachweisbar ist, ist das Projekt nicht zusätzlich und kann für die Kompensation nicht verwendet werden. (DEHSt, 2021) Nationale Berichterstattung Es besteht eine internationale Verpflichtung zur jährlichen Berichterstattung von THG-Emissionen in Deutschland. Dazu werden auf Basis des Verursacher - und Territorialprinzips Emissionsquellen innerhalb der Landesgrenzen ermittelt sowie Emissionen berechnet und berichtet. Kompensationen inländischer Projekte werden im nationalen Inventar erfasst, Emissionsreduktionen durch Kompensationsprojekte im Ausland nicht. Klimaneutralität Definition laut IPCC: „Konzept eines Zustands, in dem menschliche Aktivitäten keine Nettoauswirkungen auf das Klimasystem haben. Erforderlich ist ein Ausgleich zwischen Restemissionen und Emissionsabbau (Kohlendioxid) sowie die Berücksichtigung regionaler oder lokaler biogeophysikalischer Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten, die z. B. die Oberflächenalbedo oder das lokale Klima beeinflussen.“(IPCC et al., 2023) 4.3 Funktionelle Einheit Um Klimaschutzprojekte für die Kompensation planen und durchführen zu können, gibt es Standards, die jeweils verschiedene Regeln und Vorgehen für die Bilanzierung der Projekte und der Berechnung der Emissionsreduktionen erstellt haben. Die am meisten verwendeten Standards sind der Verified Carbon Standard der Nichtregierungsorganisation Verra, der Clean Development Mechanism (CDM) und der Gold-Standard der Schweizer Gold Standard Stiftung (Atmosfair, 2023a). Je nach Standard und Typ des Projektes unterscheiden sich die funktionellen Einheiten sowie die Art und Weise der Festlegung einer Baseline. Ein Zertifikat oder sogenannte Emissionsminderungsgutschrift steht meistens für eine Tonne CO2-Äquivalente, die pro funktionelle Einheit vermieden oder reduziert wird (DEHSt, 2021). Climate Impact Attribution Seite 26 verschiedenen Akteure der Wertschöpfungskette einer Klimalösung. Es werden grundlegende Überlegungen angestellt, wie THG-Reduktionen vertikal und horizontal auf Akteure verteilt werden können (siehe Abbildung 3). Zudem stellen sie Ergebnisse einer Experten-Befragung (Frame-Fokusgruppe, Investoren) vor, in der die Mehrheit angibt, die Verteilung des Impacts sei kein Faktor bei der Prüfung einer Investition oder bei der Berichterstattung. Abbildung 3: Horizontale und vertikale Zuordnung entlang einer Wertschöpfungskette Quelle: (Project Frame, 2023, S. 38) Zudem werden Anforderungen an Methoden der Wirkungszuordnung aufgestellt: Vermeidung von Mehrfachzählungen ("perfect partitioning"), so dass jede vermiedene Tonne Treibhausgase nur einmal zugeteilt wird und die Summe aller Ansprüche den resultierenden Treibhausgasemissionsreduktionen entspricht. Belohnung der Akteure, die den größten Beitrag leisten: Kapital soll bevorzugt an Unternehmen gehen, die einen verstärkenden Effekt erzielen, z. B. die Beseitigung eines Engpasses in einer Wertschöpfungskette oder eine wesentliche Leistungssteigerung. Praktikabilität: Nutzung leicht verfügbarer Daten, um den Interpretationsspielraum zu begrenzen. Project Frame (2023) stellt mehrere Optionen für die horizontale Verteilung vor (siehe Kapitel 5.5), stellt jedoch heraus, dass es keine branchenweit anerkannte Methode gibt und keine der Methoden allen Anforderungen gerecht wird. Verantwortliche sollen daher transparent über die gewählten Methoden sowie Annahmen berichten. Project Frame empfiehlt zudem derzeit auf eine quantifizierte horizontale Verteilung zu verzichten und die Rolle einzelner Akteure qualitativ zu beschreiben. Für Climate Impact Attribution Seite 27 die vertikale Zuordnung biete sich, laut Project Frame, als einfachste Methode die Zuordnung entsprechender Anteile eines Anlegers an. Jedoch gibt es auch hierbei größere Herausforderungen, wie der Zeitpunkt und die Dauer des Investments (frühe Investments könnten mehr belohnt werden!?) oder die Rolle anderer Finanzierungen (z.B. Zuschüsse, Steuergutschriften oder Kredite), welche sich nicht in Unternehmensanteilen widerspiegeln. Die Mindestempfehlung von Project Frame lautet, dass Investoren die Gesamtheit der potenziellen und/oder geplanten Treibhausgasauswirkungen ihrer Portfoliounternehmen und die realisierten oder tatsächlichen Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen in dem Jahr, in dem die Auswirkungen entstanden sind, angeben. Die Meldung weiterer Einzelheiten zu den Gesamtauswirkungen nach Unterkategorien, wie z. B. Art der THG-Auswirkungen, Art der Lösung, geografische Lage usw., wird dringend empfohlen. 5.5 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung Project Frame (2023, S. 39) stellt mehrere Ansätze für die horizontale Zuordnung von vermiedenen THG-Emissionen vor: (1.) Es wird keine horizontale Zuordnung durchgeführt, da es zu komplex ist. (2.) Vermiedene THG-Emissionen werden mit Hilfe eines Verteilungsschlüssels zugeteilt, der den Konsens der Interessengruppen widerspiegelt (siehe auch Russel (2019) sowie Stephens & Thieme (2020)). (3.) Die THG-Emissionsreduktion wird gleichmäßig auf die Hauptgruppe der horizontalen Akteure verteilt, zum Beispiel: Rohstoffe (33 %), Hersteller (33 %) und Händler (33 %). (4.) Alle vermiedenen THG-Emissionen werden gezielt auf die grundlegende Lösung zugeteilt oder Anwendung einer vorab festgelegten Zuteilungsregel. (5.) Aufteilung der gesamten Treibhausgasemissionsreduzierung anhand des Anteils einzelner beteiligter Akteure an den Gesamtkosten der Lösung. 5.6 Fazit Initiativen wie Project Frame und weitere Akteure setzen sich schrittweise mit dem Thema auseinander und erstellen Frameworks, sind jedoch noch nicht bereit, einen Vorschlag zur Standardisierung vorzulegen. Es gibt verschiedene Ideen für mögliche Methoden, um quantifizierte Reduktionen an THG-Emissionen auf beteiligte Akteure zu verteilen. Derzeit wird betont, dass Transparenz erstmal im Vordergrund steht, während absolute Genauigkeit in der Zuteilung möglicherweise weniger wichtig ist. Es scheint zudem, dass Investorinnen und Investoren derzeit noch nicht unbedingt eine detaillierte Zuteilung der erzielten Wirkung auf Akteure benötigen oder anstreben. Climate Impact Attribution Seite 28 6 Wirkungstheorie und Social Entrepreneurship Climate Impact Attribution Seite 29 6 Wirkungstheorie und Social Entrepreneurship 6.1 Einleitung Auch außerhalb der Wirkungskategorie „Klima“ wird das Thema Wirkungsmessung und Verteilung erzielter Wirkung auf beteiligte Akteure aufgegriffen. Daher werden in diesem Kapitel Ansätze aus dem Handlungsfeld Social Entrepreneurship sowie der allgemeinen Wirkungstheorie untersucht. Social Entrepreneurship ist eine Form des Unternehmertums, welches darauf abzielt, gesellschaftliche Herausforderungen mit unternehmerischen Mitteln zu lösen. Dabei steht nicht der Profit im Vordergrund, sondern die Schaffung von sozialem Kapital (SEND e.V., o.J.). Das Konzept des Sozialunternehmertums existiert schon mindestens seit den 1950er-Jahren (Leadbeater, 1997), konnte jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen. Heute wird das Konzept des Sozialunternehmertums in verschiedenen Formen und von unterschiedlichsten Organisationen angewendet, um gesellschaftliche Probleme anzugehen. Relevante Akteure in Deutschland sind beispielsweise Ashoka oder das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND e.V.). Im Bereich der Wirkungstheorie, die für diesen Bericht relevant ist, können einerseits die Arbeiten von Phineo, z. B. im Bereich der wirkungsorientierten Projektplanung für die Entwicklungszusammenarbeit (siehe https://www.wirkung-lernen.de/), als auch das Impact Management Projekt (IMP) genannt werden. Das Impact Management Project (IMP) wurde 2016 als zeitlich befristetes Forum ins Leben gerufen, um einen globalen Konsens darüber zu erzielen, wie Wirkung auf Menschen und die natürliche Umwelt gemessen, bewertet und berichtet werden kann. Von 2016 bis 2018 brachte das IMP Praktikerinnen und Praktiker aller Art zusammen, um ihre Erfahrungen mit dem Management von Wirkung auszutauschen und Informationen für die künftige Festlegung von Standards zu liefern. Von 2018 bis 2021 unterstützte das IMP die normsetzenden Organisationen - das sogenannte „IMP Structured Network“ - bei der Klärung der Normenlandschaft und der Leitlinien, die von Praktikerinnen und Praktikern für ihre Wirkungsmanagementpraxis verwendet werden (IMP, 2021). Heute sind die vom IMP entwickelten Ansätze internationale Best Practice im Bereich der Wirkungsmessung und werden von zahlreichen Organisationen weltweit angewandt. Für dieses Kapitel wurden folgende Akteure untersucht: Phineo, IMP, SOPACT, The Catalyst. 6.2 Zentrale Begriffe und Definitionen Die zentralen Begriffe in diesem Themenfeld sind „Contribution“ und „Attribution“, die im Kapitel 6.4 ausführlich erklärt werden. 6.3 Funktionelle Einheit Die systematische Definition und Verwendung einer funktionellen Einheit findet in diesem Themenfeld nicht statt, da Wirkungen teilweise nicht quantifiziert, sondern qualitativ beschrieben werden. Das Untersuchungsobjekt kann ein Projekt, Unternehmen oder Produkt sein. Climate Impact Attribution Seite 30 6.4 Geeignete Strukturierungen und Konzepte für Wirkungszuordnung Im Zentrum dieses Themenfeldes steht der Begriff "Contribution". Dabei wird bei der Bewertung der Auswirkungen einer Intervention darauf geachtet, nur den spezifischen Beitrag des Handelnden zum Ergebnis zu messen. Hierfür werden aufwändigere Untersuchungen vorgeschlagen, um den Anteil der Intervention an der Wirkung festzustellen. Dazu gehören randomisierte Kontrollversuche, quasiexperimentelle Methoden sowie Marktforschung und Feedback von Interessengruppen. IMP behandelt das Thema "Enterprise Contribution" als eine der fünf Impact-Dimensionen. Die "Contribution" bezieht sich auf den Unterschied zwischen den Ergebnissen nach einer Intervention und dem, was ohnehin geschehen wäre. Um den Umfang der "Enterprise Contribution" zu verdeutlichen, werden hauptsächlich oben bereits genannte Ex-post-Untersuchungen vorgeschlagen, die den Einfluss eines Unternehmens auf die beobachtete Wirkung feststellen möchten. Auch IMP grenzt „Contribution“ von „Additionality“ oder „Attribution“ ab und hat bewusst das Wort "Contribution" gewählt, um alle Möglichkeiten der Bewertung einer möglichen Wirkung abzudecken - von marktund evidenzbasierter Forschung bis hin zu randomisierten Kontrollstudien. IMP behandelt auch den Bereich "Investor Contribution", jedoch allgemein und ohne konkrete Vorschläge oder Ideen zur Quantifizierung oder Zuordnung (Impact Frontiers, 2022a, 2022b). Abbildung 4: Enterprise Contribution Quelle: (Impact Frontiers, 2022a) Sopact ist ein technologiebasiertes Sozialunternehmen mit Sitz in den USA, das Organisationen dabei hilft, ihre Wirkung zu messen, indem es ihre Stakeholder direkt einbezieht (https://www.sopact.com). Sopact unterscheidet ebenfalls die Konzepte „Attribution“ und „Contribution“ bei der Ermittlung von Wirkungen. „Attribution“ bezieht sich hier darauf, die spezifischen Eingriffe oder Aktivitäten zu bestimmen, die zu einem gewünschten Ergebnis geführt haben und wird als Zuordnung von Wirkungsursachen verstanden. Im Unterschied dazu nimmt bei Sopact „Contribution“ einen anderen Blickwinkel ein und meint den Anteil eines Akteurs an einer gemeinsamen Anstrengung mehrerer Akteure. Die Messung der „Attribution“ birgt Herausforderungen aufgrund der Komplexität sozialer Programme und externer Faktoren, die die Ergebnisse beeinflussen. Andererseits bietet die Fokussierung auf „Contribution“ einen praktischeren und aufschlussreicheren Ansatz zur Messung anteiliger Wirkungen. Sopact hebt hervor, dass durch die Verbesserung von Messmethoden und die Annahme eines „Contribution“-orientierten Ansatzes Organisationen und Investierende die Wirksamkeit ihrer Programme effektiv bewerten und bedeutende gesellschaftliche Veränderungen bewirken können (Sheth, 2021). Laut The Catalyst wird von „Contribution“ gesprochen, wenn man dazu beigetragen hat, eine Veränderung herbeizuführen, jedoch unsicher ist, in welchem Maße. Beim Konzept der „Attribution“ hingegen wird davon ausgegangen, dass genauer angegeben werden kann, in welchem Umfang die Climate Impact Attribution Seite 31 eigenen Aktivitäten zur Veränderung beigetragen haben. The Catalyst unterstreicht zudem die Rolle einer seriösen Messung und Darstellung von Attribution, um Finanzierung anzuziehen (Keyte, 2022). 6.5 Grundsätze, Regeln und Verfahren der Zuordnung IMP schlägt für die Bewertung des Beitrags eines Unternehmens verschiedene Methoden vor: Randomisierte Kontrollversuche und quasi-experimentelle Methoden liefern starke Belege für den Beitrag, erfordern jedoch erhebliche Ressourcen. Marktstudien, die es ermöglichen, den Kontext einer Intervention zu analysieren und Stakeholder-Feedback, mit dem ein besseres Verständnis für die Treiber des Ergebnisses gewonnen werden kann, liefern ebenfalls wertvolle Einblicke, um ein Vergleichsszenario zu erstellen und eine detaillierte Analyse durchzuführen. Unternehmen sollten bei der Verwendung von Forschungsergebnissen aus anderen Kontexten vorsichtig sein und diese durch Stakeholder-Feedback und Marktstudien ergänzen (Impact Frontiers, 2022a). 6.6 Fazit Insgesamt verdeutlicht die Analyse verschiedener Akteure im Bereich Wirkungstheorie und Social Entrepreneurship die erheblichen Unsicherheiten in Bezug auf die Zuordnung von Wirkungen. Insbesondere im Bereich sozialer Wirkungen wird dies durch die Komplexität rund um die generelle Wirkungsmessung noch erschwert. Es scheint somit von Bedeutung, das Thema bereits bei der Wirkungsmessung zu berücksichtigen und qualitativ und transparent zu beschreiben. Darüber hinaus erfordert es die Anwendung der vorgeschlagenen (aufwändigeren) Methoden, wie randomisierte Kontrollversuche, quasi-experimentelle Methoden, Marktforschung oder Stakeholder-Feedback. Climate Impact Attribution Seite 32 7 Fazit Climate Impact Attribution Seite 33 7 Fazit 7.1 Zusammenfassung der Themenfelder Themenfeld: Produktökobilanzierung Maßgebliche Akteure im Themenfeld Bewertungsgrundsätze Regeln & Verfahren Wird eine „Funktionelle Einheit“ definiert bzw. verwendet? Verknüpfung mit Monetarisierung / Internalisierung Key Take-Aways Wesentliche Treiber: Umweltwissenschaft, Normungsorganisationen Wesentliche Anwendergruppe: Industrie & Wirtschaft (produzierende oder dienstleistende Unternehmen) Lebenswegbetrachtung, Umweltbezogene Ausrichtung, relativer und iterativer Ansatz, Transparenz, Ganzheitlichkeit, Priorität des wirtschaftlichen Ansatzes Zunächst klare Abgrenzung des zu bilanzierenden Systems Allokationsvermeidung durch weitere Unterteilung oder durch Systemerweiterung (Aufnahme eines Zusatznutzens) Falls Allokation unvermeidbar, dann Allokation nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten oder ökonomischen Beziehungen Ja Quantifizierbarer Nutzen des Untersuchungsgegenstandes Dient als Vergleichseinheit bei Vergleich von Produktsystemen, die den gleichen Nutzen erfüllen Lebenszykluskostenrechnung (LCC): Berechnung der tatsächlichen Kosten zur Förderung umweltfreundlicher Produkte: Verbrauch an Hilfsstoffen oder Energie während der Nutzungsphase, Installationsund Wartungskosten, Entsorgungskosten Zu wählende Allokationsmethodik kontextabhängig je nach Datenverfügbarkeit, Zielsetzung und Untersuchungsobjekt Transparenz als wichtiges Kriterium bei Wahl der Allokationsmethodik Sensitivitätsanalysen zur Beurteilung des Einflusses der Allokationsmethodik auf das Ergebnis Climate Impact Attribution Seite 34 Themenfeld: Corporate Carbon Accounting Maßgebliche Akteure im Themenfeld Bewertungsgrundsätze Regeln & Verfahren Wird eine „Funktionelle Einheit“ definiert bzw. verwendet? Verknüpfung mit Monetarisierung / Internalisierung Key Take-Aways Wesentliche Treiber: Umweltwissenschaft & wirtschaftliche Akteure Wesentliche Anwendergruppe: Unternehmen und andere Organisationsformen (NGO, Behörden, Universitäten), die durch ihre Geschäftstätigkeiten THGEmissionen verursachen Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz, Transparenz, Genauigkeit Zunächst klare Abgrenzung des zu bilanzierenden Systems durch organisatorische und operative Grenzen Vermeidung von Doppelzählung durch Definition von Verantwortungsbereichen („scopes“) und Konsistenz in Bilanzierungsansätzen verschiedener Akteure in einer Unternehmensgruppe Unvermeidbare Allokation im Scope 3 entlang der Wertschöpfungskette basiert auf ökonomischen oder physikalischen Beziehungen Bei Unternehmen mit gemeinsamen Anteilen können vertragliche Vereinbarungen über Zurechnung von Emissionen getroffen werden. GHG Protocol: Nein OEF: „Reporting Unit“ äquivalent zur funktionellen Einheit Nein Klare Definition, Transparenz und Konsistenz sind wichtige Kriterien in Umgang mit Doppelzählungen Doppelzählungen werden erst relevant, wenn THGReduktionen für Gutschriften etc. genutzt werden Geeignete Zuweisung bzw. zugrundeliegende Allokationsmethodik sehr individuell und kontextabhängig Climate Impact Attribution Seite 35 Themenfeld: Kompensationen Maßgebliche Akteure im Themenfeld Bewertungsgrundsätze Regeln & Verfahren Wird eine „Funktionelle Einheit“ definiert bzw. verwendet? Verknüpfung mit Monetarisierung / Internalisierung Key Take-Aways Staaten Unternehmen Organisationen Privatpersonen Transparenz, Zusätzlichkeit, Baseline, Permanenz Kyoto-Protokoll bis 2020: Prinzip der Kompensation zur Erreichung von THG-Reduktionen wurde entwickelt und mit drei Mechanismen (CDM, JI, ETS) umgesetzt: CDM & JI Pariser Klimaschutzabkommen seit 2020: CDM und JI sind aufgehoben, Klimaschutzprojekte für Kompensation sind noch möglich, jedoch besteht die Herausforderung der Doppelzählung, da nun Finanzierungsland und Gastland sich die THG-Reduktionen anrechnen lassen dürften Ansätze, um Doppelzählung zu vermeiden: Corresponding Adjustments Contribution Claims nspruch Standards wie der Gold-Standard im Bereich des freiwilligen Kompensationsmarktes geben klare Grundsätze, Regeln und Verfahren für eine Zertifizierung und Zurechnung vor. Je nach Standard und Projekttyp unterscheiden sich die funktionellen Einheiten Im Bereich des freiwilligen Kompensatzmarktes ist die „unit of analysis“ bzw. die funktionelle Einheit in der Regel ein „Projekt“ Zertifikate aus CDM-/ JI-/ ETSKlimaschutzprojekten müssen erworben werden, um sich die THG-Reduktion anrechnen lassen zu können = Preis pro Tonne THG-Reduktion in einem Klimaschutzprojekt Preise je CO2-Zertifikat unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter Erfolgt im freiwilligen Kompensationsmarkt auf Basis der Standards und Zertifizierungen. Zertifizierte THG-Minderungen von Projekten werden mittels aktuell geltendem CO2Preis monetarisiert Seit 2020 keine klaren Regelungen zur Zuordnung von THG-Minderungen im Rahmen der Kompensation Im freiwilligen Kompensationsmarkt geben die Standards, wie z.B. der GoldStandard, genaue Grundsätze, Regeln und Verfahren vor. Bei den Standards spielen die Stakeholderbeteiligung und Auditierungsund Zertifizierungsprozesse eine zentrale Rolle. Hier bestehen mittlerweile komplexe Regelwerke für die Berechnung von THGMinderungen. Climate Impact Attribution Seite 42 Frischknecht, R. (2020). Lehrbuch der Ökobilanzierung. Berlin [Heidelberg]: Springer Spektrum. Gold Standard Foundation. (2019). Gold Standard for the Global Goals: Principles & Requirements, Version 1.2, Effective 24th October 2019. Hamrick, K., & Gallant, M. (2017). State of the Voluntary Carbon Markets 2017. Abgerufen von https://www.forest-trends.org/publications/unlocking-potential/ Hottenroth, H., Joa, B., & Schmidt, M. (2014). Carbon Footprints für Produkte: Handbuch für die betriebliche Praxis kleiner und mittlerer Unternehmen. Münster: Monsenstein und Vannerdat. Howard, A., Tang, M., Yee, L. P., Teo, R., & De Rui, W. (2021). A Framework for Avoided Emissions Analysis—Uncovering Climate Opportunities Not Captured by Conventional Metrics. Luxemburg: Schroder Investment Management. 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