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Online Publikation der Bildsammlung von Wilhelm Blandowski aus dem Archiv des Museum für Naturkunde Berlin

Museum für Naturkunde (MfN) - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

Abstract

Erläuterungstext zur Publikation historischer Zeichnungen aus dem Archiv des Museum für Naturkunde Berlin (MfN). Der Zoologe Wilhelm Blandowski bereiste im 19. Jhdt. Australien und legte umfangreiche Sammlungen an, die er u.a. nach Berlin an das MfN schickte. Seine Zeichnungen von Tieren und Jagdszenen geben die Namen australischer Tiere in Sprachen der First Nations wieder.

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Online Publikation der Bildsammlung von Wilhelm Blandowski aus dem Archiv des Museum für Naturkunde Berlin Katja Kaiser Wie der Leitfaden. Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten des Deutschen Museumsbunds deutlich macht, sind koloniale Sammlungen in Naturkundemuseen ebenso wie Sammlungen in anderen Museumssparten aufgrund ihrer Aneignungskontexte sensibel. Zudem können auch Pflanzen, Tiere und Mineralien sowie Archivbestände kulturell bedeutsam sein. 1 Dies gilt es bei der Digitalisierung zu berücksichtigen. Vor dem Hintergrund des Anwachsens digitaler Sammlungen ist es notwendig, die dazugehörigen musealen Praktiken als Aushandlungsund Lernprozesse zu begreifen und sie weiter insbesondere für Expert*innen aus Herkunftsregionen zu öffnen. Dies beinhaltet insbesondere Konsultationen dieser Expert*innen und weiterer betroffenen Gruppen, um etwa Nutzungsbeschränkungen zu definieren sowie eine Vernetzung mit lokalen Digitalisierungsprojekten und -plattformen zu erreichen. Am Museum für Naturkunde Berlin gibt es dafür erste beispielhafte Ansätze. Urheber*innenund Nutzungsrechte für kulturelles Erbe sind bei naturkundlichen Sammlungen beispielsweise dann relevant, wenn lokale Pflanzenund Tiernamen als Indigenous property gelten. Indigenous property bezeichnet dabei die Rechte Indigener an ihrer Kunst und Kultur. So geben historische Zeichnungen im Museumsarchiv, die vom Zoologen Wilhelm Blandowski stammen, die Namen australischer Tiere in Sprachen der First Nations wieder. Die Publikation dieser Zeichnungen erfolgt nur nach Rücksprache mit Projektpartner*innen in Australien und Vertreter*innen der einzelnen Sprachgruppen. Ein erläuternder Text im Datenportal des Museums adressierte den genauen kolonialen Entstehungskontext der Zeichnungen und begründet die Entscheidung, nicht den Gesamtbestand online zu publizieren. 1 Deutscher Museumsbund (Hg.), 2021. Leitfaden. Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten, 3. Fassung, Berlin; Brandstetter, Anna-Maria/Hierholzer, Vera (Hgg.), 2018. Nicht nur Raubkunst! Sensible Dinge in Museen und universitären Sammlungen, Göttingen.