scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄT- REPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS

Baitinger, Holger; Rasbach, Gabriele; Gesellschaft pro Vindonissa

Abstract

Der Aufsatz setzt sich mit Verbreitungskarten zu spätrepublikanischen Bronzege-fässen auseinander. An den Beispielen der beiden Fundorte Monte Iato (West-sizilien) und Morgantina (Zentralsizilien) wird gezeigt, dass Verbreitungskartenvon Material, das für die Chronologie der späten Eisenzeit und frühen römischenKaiserzeit nordwärts der Alpen grosse Bedeutung besitzt, den Süden Italiens undweite Bereiche des mediterranen Raumes weitgehend ausblenden. Ursache fürdie verzerrten Verbreitungsbilder sind im Falle der spätrepublikanischen Bronze-gefässe offenbar unterschiedliche nationale und fachspezifische Forschungs-traditionen, auf deren Geschichte am Beginn eingegangen wird.

Full text

IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG ianua patet cor magis IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie        TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429 55 ianua patet cor magis GÄHNENDE LEERE? Holger Baitinger und Gabriele Rasbach wurden auch Elemente spätrepublikanischer, in geringerem Umfang frühkaiserzeitlicher Bronzegefässe entdeckt, die bislang jedoch nur zu einem sehr geringen Teil veröffentlicht worden sind36. Wie bei Siedlungsgrabungen nicht anders zu erwarten, sind vorwiegend massive Gefässteile wie Henkel oder Füsschen erhalten geblieben, während die aus Bronzeblech bestehenden Gefässkörper selbst meistens verloren sind37. In der Zone nordwärts der Alpen spielen diese Gefässformen eine wichtige Rolle für die Chronologie und die überregionalen Beziehungen der spätkeltischen Oppida38, belegen sie doch zugleich weitreichende Kontakte der Elite. Joachim Werner trennte 1954 erstmals die Bronzegefässe einer spätlatènezeitlichen Phase aus den Oppida von einer spätaugusteischen Phase aus frühen römischen Militäranlagen, weil diese in der Regel nicht miteinander vergesellschaftet vorkamen39. Für die Kenntnis des spätrepublikanischen Bronzegeschirrs ist auch mehr als 30 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch ein von Michel Feugère und Claude Rolley herausgegebener Tagungsband aus dem Jahr 1991 grundlegend. Er basiert auf einer im Jahr zuvor in Lattes abgehaltenen table ronde und stellt – getrennt nach einzelnen Gefässgattungen – den damaligen Forschungsstand ebenso kompakt wie umfassend dar40. Ganz selbstverständlich gehören zu diesem Band auch Verbreitungskarten der einzelnen Gefässformen, die weitreichende Verbindungen sichtbar machen, aber auch die mitunter sehr unterschiedlichen Forschungsund Publikationsstände in den verschiedenen Regionen. Manche dieser italischen Gefässformen sind in der Zone nordwärts der Alpen sogar besser belegt als in ihrer mediterranen Ursprungsregion, weil Feste mit diesem Geschirr für die latènezeitlichen Eliten eine erhebliche Bedeutung besassen, weshalb sie in reichen Gräbern, aber auch in den Oppida häufig zutage traten. Wie unterschiedlich der Publikationsstand seinerzeit war und auch heute immer noch ist, belegt besonders deutlich ein Blick auf Nordafrika, wo allein die Arbeiten von Christiane Boube-Piccot für Marokko zahlreiche Fundnachweise liefern41, während im übrigen Nordafrika weitgehende Fundleere zu herrschen scheint42 – was doch recht unwahrscheinlich anmutet. Auch der östliche Mittelmeerraum, insbesondere Griechenland und die Türkei43, die Levanteküste44 sowie der Schwarzmeerraum45, sind in diesen Verbreitungskarten sicherlich unterrepräsentiert, was in der Schwerpunktsetzung archäologischer Forschung in diesen Ländern begründet liegt. Es ist kaum vorstellbar, dass solche Funde in diesen Regionen so selten vertreten sein sollen. Ähnlich ist die Situation auch auf der bedeutenden Mittelmeerinsel Sizilien, die bekanntermassen die erste römische Provinz überhaupt war: Auf den allermeisten Karten des von Feugère und Rolley herausgegebenen Tagungsbands taucht sie nur ganz am unteren Rand auf, wobei der südöstliche, archäologisch besonders reiche Teil der Insel sogar abgeschnitten ist. Dies fällt freilich gar nicht ins Gewicht, weil auf keiner einzigen dieser Verbreitungskarten auch nur ein einziger Fundpunkt auf Sizilien eingezeichnet ist. Stattdessen herrscht hier eine ebenso gähnende wie dröhnende Leere. Ist dieses Quellenbild in einer solch reichen Provinz wie Sicilia, deren Reichtum nicht nur aus den schamlosen Plünderungen des Gaius Verres (115–43 v. Chr.) ersichtlich wird46, tatsächlich denkbar? Nein, denn die umfangreichen Fundbestände aus Morgantina und vom Monte Iato liefern den eindeutigen Nachweis, dass spätrepublikanisches (und frühkaiserzeitliches) Bronzegeschirr auf Sizilien in voller Bandbreite und in durchaus bemerkenswerter Stückzahl vorhanden ist. Vertreten ist an beiden Plätzen fast das gesamte Spektrum spätrepublikanischer Bronzegefässe, etwa Teile von Aylesfordpfannen47 ▶ 3,1, Henkel von Bechern des Typs Idria48 ▶ 3,2, die Attasche von einer 3 Gefässfragmente aus Morgantina. 1. Griffende einer sog. Aylesfordpfanne; 2. Henkel mit Attasche eines Bechers vom Typ Idria; 3. Henkelbruchstück mit Attasche einer Kanne vom Typ Piatra Neamţ; 4. Attasche eines Eimers vom Typ Beaucaire / Fällanden. M. 1:3. 1 2 3 4 56 ianua patet cor magis GÄHNENDE LEERE? Holger Baitinger und Gabriele Rasbach 4 Verbreitungskarte von Bechern des Typs Idria. 5 Verbreitungskarte von sog. Aylesfordpfannen. Metallgefässe Becher Typ Idria 1–2 3–4 6–7 10–12 Metallgefässe Aylesfordpfannen (ges.) 1 2–3 4–6 7–9 13 57 ianua patet cor magis GÄHNENDE LEERE? Holger Baitinger und Gabriele Rasbach Kanne des Typs Piatra Neamţ49 ▶ 3,3 oder Attaschen von Eimern des Typs Beaucaire/Fällanden ▶ 3,450. Dazu kommen Fragmente anderer Kannenformen, von Pescate-Schöpfern, Sieben oder simpula. Betrachtet man nun die aktualisierten Verbreitungskarten, so werden darin die Unterschiede zum Forschungsstand von 1991 sehr deutlich: Bei solch weit verbreiteten Gefässformen wie Bechern vom Typ Idria ▶ 4 oder sog. Aylesfordpfannen ▶ 5 treten mit dem Monte Iato und Morgantina nun die ersten beiden Fundpunkte auf Sizilien hinzu und erschliessen somit eine bislang nicht repräsentierte Region. Bei den Eimern des vergleichsweise seltenen Typs Beaucaire/Fällanden ▶ 6 ist das Bild sogar noch eindrücklicher, weil nun auf Sizilien – abgesehen von einem Stück aus Sardinien – überhaupt die beiden ersten Fundpunkte in Italien südlich des Po verzeichnet sind. Auch dies dürfte schwerlich dem tatsächlichen Bild entsprechen, sondern durch die bevorzugte Publikation anderer Quellenund Fundgattungen zustande gekommen sein. Ursache für die verzerrten Verbreitungsbilder sind im Falle der spätrepublikanischen Bronzegefässe ganz offenbar unterschiedliche nationale und fachspezifische Forschungstraditionen. Während in Regio nen, die vorwiegend von der prähistorischen und provinzialrömischen Archäologie erforscht werden, die relativchronologische Einordnung in aller Regel auf fein differenzierten Metallfunden basiert, ist es im von der Klassischen Archäologie erforschten mediterranen Raum zumeist die Keramik, die aufgrund ihres Dekors oder ihrer Stempelung für die Datierung der Fundkontexte herangezogen wird. Damit treten metallene Kleinfunde in diesem Raum in den Hintergrund, weil ihre Aussagekraft für die Kernfragen an den jeweiligen Grabungsstätten scheinbar begrenzt ist; oftmals erfahren sie auch gar keine ausführliche Publikation, nicht zuletzt bei grösseren Fundkomplexen, die auf potenzielle Bearbeiterinnen und Bearbeiter wohl eher abschreckend als attraktiv wirken. Dies bedeutet unweigerlich, dass in der grossräumigen Perspektive die Verbreitungsbilder verzerrt erscheinen müssen, weil peri phere, aber gut erforschte Regionen zu stark gewichtet und andere, von einem relativ schlechten Publikationsstand gezeichnete Regionen deutlich unterbewertet sind. Über diesen Umstand muss man sich stets im Klaren sein, wenn man grossräumige Verbreitungskarten entwirft und publiziert. Für die Zukunft muss es unser Ziel sein, dieses Missverhältnis durch neue 6 Verbreitungskarte von Eimern des Typs Beaucaire / Fällanden. 49 Boube 1991b, bes. 25–34. 50 Fitzpatrick 1987; Bolla/Boube/ Guillaumet 1991, bes. 19–21. Eimer vom Typ Beaucaire/Fällanden Metallgefässe 58 ianua patet cor magis GÄHNENDE LEERE? Holger Baitinger und Gabriele Rasbach Materialeditionen zu beseitigen, also das Quellenbild in allen Regionen auf ein vergleichbares Niveau zu heben, um somit tatsächlich auf Basis der Karten historische Schlüsse ziehen zu können. Das ist zweifellos eine ambitionierte, über die Fächerund Ländergrenzen hinausreichende Aufgabe, die aber wichtig für alle künftigen Forschungen sein wird. Die derzeit in Arbeit befindlichen Analysen der bronzenen Kleinfunde vom Monte Iato und aus Morgantina51 verstehen sich als ein Baustein dieser grossen Aufgabe. 51 Baitinger/Rasbach 2018. 59 ianua patet cor magis GÄHNENDE LEERE? Holger Baitinger und Gabriele Rasbach LITERATURVERZEICHNIS Antonaccio 2015: C. M. Antonaccio, Re-excavating Morgantina. In: D. C. Haggis/C. M. Antonaccio (Hrsg.), Classical Archaeology in Context. Theory and Practice in Excavation in the Greek World (Berlin, Boston 2015) 51–69. Baitinger/Rasbach 2018: H. Baitinger/G. Rasbach, Lockruf des Geldes. «Keltische» Söldner auf Sizilien? Ant. Welt 2018/3, 47–53. Bell 2010: Bibliografia topografica della colonizzazione greca in Italia e nelle isole tirreniche 18 (Pisa, Roma, Napoli 2010) 724–751 s. v. Serra Orlando (M. Bell, III). Bell 2022: M. Bell, The City Plan and Political Agora. Morgantina Stud. VII (Wiesbaden 2022). Bertrand 1879: A. Bertrand, Les bijoux de Jouy-le-Comte (Seineet-Oise). Cimetières mérovingiens de la Gaule. Rev. Arch. N.S. 38, 1879, 193–210. Bertrand 1889: A. Bertrand, Archéologie celtique et gauloise. Mémoires et documents (Paris 18892). Bolla/Boube/Guillaumet 1991: M. Bolla/Ch. Boube/J.-P. Guillaumet, Les situles. In: Feugère/Rolley 1991, 7–22. Bonanno 2013: C. Bonanno (Hrsg.), Il Museo Archeologico di Morgantina. Catalogo (Roma 2013). Boube-Piccot 1975: Ch. Boube-Piccot, Les bronzes antiques du Maroc 2: Le mobilier. Etudes et Trav. Arch. Marocaine 5 (Rabat 1975). Boube 1991a: Ch. Boube, La vaisselle italique d´époque républicaine tardive au Maroc: diffusion et fonction. In: Feugère/Rolley 1991, 199–201. Boube 1991b: Ch. Boube, Les cruches. In: Feugère/Rolley 1991, 23–45. Curschmann 1916: F. Curschmann, Die Entwicklung der historisch-geographischen Forschung in Deutschland durch zwei Jahrhunderte. Archiv Kulturgesch. 12, 1916, 129–163; 285–326. Dauber 1950: A. Dauber, Der Forschungsstand als innere Gültigkeitsgrenze der Fundkarte. In: H. Kirchner (Hrsg.), Urund Frühgeschichte als historische Wissenschaft. Festschrift für Ernst Wahle (Heidelberg 1950) 94 –111. Dimt 1995: H. Dimt (Red.), Der Spurensucher. Zum 200. Geburtstag von Johann Georg Ramsauer. Kat. Oberösterr. Landesmus. N.F. 93 (Linz 1995). Dragendorff 1895: H. Dragendorff, Terra sigillata. Ein Beitrag zur Geschichte der griechischen und römischen Keramik. Bonner Jahrb. 96/97, 1895, 18–155. Eggers 1939: H. J. Eggers, Natürliche Erkenntnisgrenzen bei vorgeschichtlichen und volkskundlichen Fundkarten. Erwerbungsu. Forschungsber. Pommersches Landesmus. Stettin Beih. 1 (Greifswald 1939) 3–10. Eggers 1950: H. J. Eggers, Die vergleichende geographisch-kartographische Methode in der Urgeschichtsforschung. Arch. Geogra phica 1, 1950, 1–3. Eggers 1951: H. J. Eggers, Der römische Import im freien Germanien. Atlas Urgesch. 1 (Hamburg 1951). Eggers 1986: H. J. Eggers, Einführung in die Vorgeschichte 3 (München, Zürich 1986). Eggert 2012: M. K. H. Eggert, Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden. UTB 2092 (Tübingen 20124). Ekholm 1933: G. Ekholm, Bronskärlen av Östlandsoch Vestlandstyp. En förberedande sammanställning. Det Kongerlige norske videnskabers selskabs skrifter nr. 5 (Trondheim 1933). Ekholm 1934: G. Ekholm, Romerska vinskopor och kärl av Hemmoortyp i Skandinaviska fynd/Römische Weinschöpfer und Eimer vom Hemmoortyp in skandinavischen Funden. Uppland Fornm. Tidskr. 45, Beil. 2 (Uppsala 1934) 1–48. Estorff 1846: G. O. C. von Estorff, Heidnische Altertümer der Gegend von Uelzen im ehemaligen Bardengaue (Königreich Hannover) (Hannover 1846). Feugère 1991: M. Feugère, Les gobelets. In: Feugère/Rolley 1991, 53–59. Feugère/de Marinis 1991: M. Feugère/R. de Marinis, Les poêlons. In: Feugère/Rolley 1991, 97–112. Feugère/Rolley 1991: M. Feugère/C. Rolley (Hrsg.), La vaisselle tardo-républicaine en bronze. Actes de la table ronde CNRS organisée à Lattes du 26 au 28 avril 1990 par l´UPR 290 (Lattes) et le GDR 125 (Dijon). Université de Bourgogne, Centre de recherches sur les techniques gréco-romaines 13 (Dijon 1991). Fitzpatrick 1987: A. Fitzpatrick, Die Eimer vom Typus Fällanden: Ein italischer Bronzegefässtyp des 1. Jh. v. Chr. JbSGUF 70, 1987, 101–112. Froehner 1858: W. Froehner, Inscriptiones terrae coctae vasorum intra Alpes, Tissam, Tamesin repertas (Göttingen 1858). Furtwängler 1880: A. Furtwängler, Die Bronzefunde aus Olympia und deren kunstgeschichtliche Bedeutung. Abhandl. Königl. Akad. Wiss. Berlin, Phil.-Hist. Kl. 1879, Abhandl. IV (Berlin 1880) 1–112. Galili u.a. 2010: E. Galili/V. Sussman/ G. Stiebel/B. Rosen, A Hellenistic/Early Roman Shipwreck Assemblage off Ashkelon, Israel. Internat. Journal Nautical Arch. 39, 2010, 125–145. Grunwald 2012: S. Grunwald, «Das ergab aber ein so buntes und wenig eindrucksvolles Bild» 1. Zu den Anfängen der archäologischen Kartographie in Deutschland (1870–1914). Ethnogr.-Arch. Zeitschr. 53, 2012, 5–34. Hansselmann 1768: Ch. E. Hansselmann, Beweiss, wie weit der Römer Macht, in den mit verschiedenen teutschen Völkern geführten Kriegen, auch in die nunmehrige Ost-Fränkische, sonderlich Hohenlohische, Lande eingedrungen, dargestellt aus denen in solchen Landen noch vorhandenen, seit einiger Zeit weiter entdeckten, bisher noch nicht bekannt gewesenen merkwürdigen römischen Monumenten und andern Ueberbleibseln; nebst einer historischen Beschreibung der unterschiedlichen teutschen Völker, als gewesenen Inwohnern jeztgedachter Landen selbiger Zeit bis nach Ankunft der Franken (Schwäbisch Hall 1768). Hansselmann 1773: Ch. E. Hansselmann, Fortsetzung des Beweisses, wie weit der Römer Macht, in denen mit verschiedenen teutschen Völkern geführten Kriegen, auch in die nunmehrige Ost-Fränkische, sonderlich Hohenlohische, Lande eingedrungen (Schwäbisch Hall 1773). Hayes 1972: J. Hayes, Late Roman Pottery (London 1972). Hayes 1997: J. Hayes, Handbook of Mediterranean Roman pottery (London 1997). Hedinger 1999: B. Hedinger, Die frühe Terra sigillata vom Monte Iato, Sizilien (Ausgrabungen 1971–1988) und frühkaiserzeitliche Fundkomplexe aus dem Peristylhaus 1. Stud. Ietina VIII. (Lausanne 1999). Isler 1978: H. P. Isler, Monte Iato: L᾿ottava campagna di scavo. Sicilia Arch. 11 (38), 1978, 7–29. Isler 1979: H. P. Isler, Monte Iato: La nona campagna di scavo. Sicilia Arch. 12 (41), 1979, 41–70. Isler 1981: H. P. Isler, Monte Iato: Undicesima campagne di scavo. Sicilia Arch. 14 (46–47), 1981, 55–72. Isler 1982: H. P. Isler, Monte Iato: Dodicesima campagna di scavo. Sicilia Arch. 15 (49–50), 1982, 7–26 Isler 1985: H. P. Isler, Monte Iato: La quindicesima campagna di scavo. Sicilia Arch. 18 (59), 1985, 5–24. Isler 1991: H. P. Isler, Monte Iato. Guida archeoologica. Museo 3 (Palermo 1991). Isler 1992: Bibliografia topografica della colonizzazione greca in Italia e nelle isole tirreniche 10 (Pisa, Roma 1992) 368–375 s. v. Monte Iato (H. P. Isler). Isler 1997: H. P. Isler, Monte Iato: La ventisettima campagna di scavo. Sicilia Arch. 30 (93–95), 1997, 23–44. Isler 2006: H. P. Isler, Monte Iato: La trentacinquesima campagna di scavo. Sicilia Arch. 39 (104), 2006, 5–32. Jacob-Friesen 1928: K. H. Jacob-Friesen, Grundfragen der Urgeschichtsforschung. Stand und Kritik der Forschung über Rassen, Völker und Kulturen in urgeschichtlicher Zeit. Veröff. Urgesch. Abt. Provinzial-Mus. Hannover 1 (Hannover 1928). Kisa 1908: A. C. Kisa, Das Glas im Altertume. Hiersemanns Handb. 3 (Leipzig 1908). Kossack 1999: G. Kossack, Prähistorische Archäologie in Deutschland im Wandel der geistigen und politischen Situation. Sitzungsber. Bayer. Akad. Wiss. Phil.-Hist. Kl. 1999/4 (München 1999). 60 ianua patet cor magis GÄHNENDE LEERE? Holger Baitinger und Gabriele Rasbach Lafli/Şahin/Çetingöz 2022: E. Lafli/G. K. Şahin/A. Çetingöz, Metalwork of Classical Antiquity and the Middle Ages in the Museums of Cilicia (Southern Turkey). In: M. Lavarone/St. Magnani/F. Prenc (Hrsg.), MB – Maurizio Buora. La sua storia. Il suo Friuli. Arch. Frontiera 12, 2022, 183–253. Lauber 2012: J. Lauber, Kommentierter Katalog zu den Kleinfunden (ohne Münzen) von der Halbinsel Schwaben in Altenburg, Gemeinde Jestetten, Krs. Waldshut. Fundber. Baden-Württemberg 32, 2012, 717–803. Mackensen 1999: M. Mackensen, Metallkleinfunde. In: A. von den Driesch u.a., Die Deutschen Ausgrabungen in Karthago. Karthago III (Mainz 1999) 530–544. Martin-Kilcher 1987: S. Martin-Kilcher, Die römischen Amphoren aus Augst und Kaiseraugst: ein Beitrag zur römischen Handelsund Kulturgeschichte. Forsch. Augst 7 (Augst 1987–1994). Mees (in Vorb.): A. Mees, Von Typo-Chronologie zur Ontologie – Hans Dragendorffs und Joseph Déchelettes Methodik und ihr Einfluss auf die heutige Terra-Sigillata-Forschung. In: S. Schröer et al. (Hrsg.), Mehr als nur Scherben ... Hans Dragendorff als Forscher und Wissenschaftsorganis ator. Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 2024 (in Vorb.). Neumaier 1993: H. Neumaier, Christian Ernst Hansselmann. Zu den Anfängen der Limesforschung in Südwestdeutschland. Materialh. Voru. Frühgesch. Baden-Württemberg 18 (Stuttgart 1993). Oxé/Comfort /Kenrick 2000: A. Oxé/H. Comfort/Ph. Kenrick, Corpus vasorum Arretinorum. A catalogue of the signatures, Shapes and Chronology of Italian Sigillata. Antiquitas 3, 41 (Bonn 20002). Radnóti 1938: A. Radnóti, Die römischen Bronzegefässe von Pannonien. Diss. Pannonicae Ser. II,6 (Leipzig 1938). Riediker-Liechti 2019: E. Riediker-Liechti, Bronzeobjekte aus der römischen Garküche auf dem Monte Iato (PA). In: Ph. Baas (Hrsg.), Proceedings of the XXth International Congress on Ancient Bronzes. Resource, reconstruction, representation, role. BAR Internat. Ser. 2958 (Oxford 2019) 389–395. Riha 1979: E. Riha, Die römischen Fibeln aus Augst und Kaiseraugst. Forsch. Augst 3 (Augst 1979). Riha 1994: E. Riha, Die römischen Fibeln aus Augst und Kaiseraugst: die Neufunde seit 1975. Forsch. Augst 18 (Augst 1994). Ritterling 1912: E. Ritterling, Das frührömische Lager bei Hofheim im Taunus. Ann. Ver. Nassau. Altkde. 40, 1912. Schliz 1906: A. Schliz, Der schnurkeramische Kulturkreis und seine Stellung zu den anderen neolithischen Kulturformen in Südwestdeutschland. Zeitschr. Ethn. 38, 1906, 312–345. Schuermans 1867: M. H. Schuermans, Sigles figulins (Époque Romaine). Ann. Acad. Arch. Belgique 2. Ser. 3 (23), 1867, 5–293. Simonenko et al. 2008: V. Simonenko/I. Ivanovič Marčenko/ N. J. Limberis/H. Parzinger, Römi sche Importe in sarmatischen und maiotischen Gräbern zwischen Unterer Donau und Kuban. Arch. Eurasien 25 (Mainz 2008). Stone 2014: S. C. Stone, The Hellenistic and Roman Fine Pottery. Morgantina Stud. VI (Princeton, New Jersey 2014). Tsakirgis 1984: B. Tsakirgis, The domestic Architecture of Morgantina in the Hellenistic and Roman Periods (Ann Arbor 1984). Tsakirgis 1995: B. Tsakirgis, Morgantina: A Greek Town in Central Sicily. In: T. Fischer-Hansen (Hrsg.), Ancient Sicily. Acta Hyperborea 6 (Copenhagen 1995) 123–147. van Endert 1991: D. van Endert, Die Bronzefunde aus dem Oppidum von Manching. Ausgr. Manching 13 (Stuttgart 1991). Wahle 1920: E. Wahle, Die Besiedlung Südwestdeutschlands in vorrömischer Zeit nach ihren natürlichen Grundlagen. Ber. RGK 12, 1920, 1–75. Werner 1954: J. Werner, Die Bronzekanne von Kelheim. Bayer. Vorgeschbl. 20, 1954, 43–73. Willers 1907: H. Willers, Neue Untersuchungen über die römische Bronzeindustrie von Capua und von Niedergermanien, besonders auf die Funde aus Deutschland und dem Norden hin (Hannover, Leipzig 1907). ABBILDUNGSNACHWEIS 1 Oliver Wagner, RGK. 2, 4–6 Gabriele Rasbach. 3 Michael Ober, LEIZA. AUTOR UND AUTORIN Holger Baitinger: [email protected] Gabriele Rasbach: [email protected] 429 ianua patet cor magis ABKÜRZUNGEN Grundsätzlich gelten die Zitier-Richtlinien und Abkürzungen der Römisch-Germanischen Kommission (vgl. Ber. RGK 71, 1990, 973 – 998; 73, 1992, 477 – 540). Zusätzlich werden folgende Abkürzungen für Zeitschriften verwendet: AKB Archäologisches Korrespondenzblatt AFS Archäologischer Führer der Schweiz AS Archäologie der Schweiz ASA Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde ASA N.F. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge ASSPA Annuaire de la Société Suisse de Préhistoire et d’Archéologie Ber. RGK Berichte der Römisch-Germanischen Kommission BPA Bulletin de l’Association Pro Aventico CAR Cahiers d’Archéologie Romande CIL Corpus Inscriptionum Latinarum HA Helvetica Archaeologica JbAK Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst JbAS Jahrbuch Archäologie Schweiz Jber. GPV Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa Jber. SLMZ Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums Zürich JbHVFL Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein JbRGZM Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz JbSGU Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte JbSGUF Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urund Frühgeschichte MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich RIC The Roman Imperial Coinage SPM Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter UFAS Urund frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz Veröff. GPV Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa ZAK Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte Weitere Abkürzungen und Siglen: ADB Archäologischer Dienst Bern AE L’Année Épigraphique AR Augusta Raurica EAD Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (Grafische Sammlung SNB) EDCS Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby GPV Gesellschaft Pro Vindonissa GS Grafische Sammlung HLS Historisches Lexikon der Schweiz HMB Historisches Museum Basel HRL Hochrhein-Limes IDR Inscriptiones Daciae Romanae ILAlg Inscriptions latines d’Algérie ILJug Inscriptiones Latinae quae in Iugoslavia … repertae et editae sunt KAAG Kantonsarchäologie Aargau KASG Kantonsarchäologie St.Gallen KDM BS Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich ÖAI Österreichisches Archäologisches Institut ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaften PIR Prosopographia Imperii Romani PIR² Prosopographia Imperii Romani (2. Auflage) PLRE The Prosopography of the Later Roman Empire RIB The Roman Inscriptions of Britain RIU Die römischen Inschriften Ungarns SMRA Site et Musée romains d’Avenches SNB Schweizerische Nationalbibliothek ThLL Thesaurus Linguae Latinae RPC Münz-Typ nach Burnett u.a. 1992 Allgemeine Abkürzungen: Abb. Abbildung Anm. Anmerkung B. Breite Bd. Band Beg. N. Begrawiyeh Nord bes. besonders Bsp. Beispiel bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa cf. vergleiche Dat. Datierung d. h. das heisst Dm. Durchmesser dt. deutsch ebda. ebenda ehem. ehemalig engl. englisch et al. und andere f./ff. folgende fig. figura/figure Fl. Fläche freundl. freundlich Fragm. Fragment frz. französisch Gr. Grab H. Höhe ha Hektare Imit. Imitation indet. unbestimmt insbes. insbesondere it. italienisch Jh. Jahrhundert Kat. Katalog l. links L. Länge lat. lateinisch Lit. Literatur M. Massstab max. maximal mind. mindestens N Norden n. Chr. nach Christus n. l. nach links n. r. nach rechts Nr./no. Nummer Nrn. Nummern O Osten o. ohne o. ä. oder ähnliches Pos. Position 430 ianua patet cor magis r. rechts rät. rätisch resp. respektive röm. römisch S Süden s. siehe S. Seite Sign. Signatur sog. sogenannt s. o. siehe oben St. Stärke s. u. siehe unten s. v. unter dem Stichwort (sub voce) Taf. Tafel u. und u. a. unter anderem v. a. vor allem v. Chr. vor Christus Verf. Verfasser verm. vermutlich Vorb. Vorbereitung W Westen z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil Open Access doi 10.19218/3907662144