EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT
Abstract
Pferde, Esel und deren Kreuzungen spielten im Leben der Menschen in den römi-schen Provinzen eine wichtige Rolle. Im Rahmen des Projekts «HumAnimAl»wurden stabile Isotopenanalysen an 49 Equiden aus fünf Fundorten in den Nord-westprovinzen Germania superior und Germania inferior durchgeführt, um Rück-schlüsse auf die Mensch-Tier-Beziehung zu ziehen. Es zeigte sich, dass ökologischeFaktoren zwar hauptverantwortlich für Unterschiede in den Isotopenverhältnissensind, aber auch menschlicher Einfluss erkennbar ist.
Full text
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
ianua patet cor magis
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt
ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT
ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter
ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429
127 ianua patet cor magis EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN Claudia Gerling herbivoren Equiden unterscheiden sich deutlich von den Bären mit einer omnivoren, aber vornehmlich pflanzenreichen Nahrung. Die Unterschiede in der Kohlenstoffisotopie sind vermutlich physiologisch oder mit der Aufnahme verschiedener Nahrungsressourcen (Gras vs. Baum bestandteile und anderes) begründet. Habitatsunterschiede wie der Bewaldungsgrad33 können weniger als Erklärung für die unterschiedlichen δ13C -Werte herangezogen werden. Noch deutlicher lassen sich die Equiden von den carnivoren Hunden abgrenzen, die sich auf Basis der menschlichen Nahrungsabfälle in der Stadt möglicherweise nicht nur fleischsondern auch fischreich ernährten. Hinweise auf Zufütterung mit C4-Pflanzen wie Hirse finden sich bei den untersuchten Equiden nicht. Futter mit gedüngten C3-Pflanzen könnte als möglicher Grund für die erhöhten Stickstoffisotopenwerte in den Proben aus Gelduba und Colonia Agrippina diskutiert werden, jedoch erscheinen ökologische Unterschiede plausibler. REGIONALE UND CHRONOLOGISCHE UNTERSCHIEDE Im regionalen Vergleich zeigt sich, dass die Kohlenstoffverhältnisse ähnlich sind, die Stickstoffisotopenverhältnisse jedoch deutlich variieren. Die Proben aus der Provinz Germania inferior zeigen im Mittel 1‰ höhere δ15N-Werte als die Proben aus der Provinz Germania superior. Geografische Unterschiede zwischen den Gebieten der heutigen Schweiz und Westdeutschland sind auch in den Equiden proben vom Glauberg und aus Basel-Gasfabrik34 erkennbar (vgl. ▶ 4). Als Ursache sind naturräumliche Unterschiede, z. B. in den Bodenund Pflanzenverhältnissen35, zu vermuten. Variable Stickstoffisotopenverhältnisse sind auch in Gelduba zwischen den in das 3. Jahrhundert n. Chr. datierten Equiden (5,5±0,7‰) und den vermutlich ins 1. Jahrhundert n.Chr. (6,8±1,1‰) fallenden Proben36 erkennbar. Allerdings ist die chronologische Einordnung unsicher, weshalb Überlegungen zu den Ursachen wie unterschiedliche Fütterung oder Haltung spekulativ bleiben. BEZIEHUNG ZWISCHEN MENSCH UND TIER Während archäozoologische Untersuchungen häufig auf die Rekonstruktion der Wirtschaftsweise und Landnutzung fokussieren37, entstehen unter Einfluss der theoretischer orientierten anglofonen Forschung in jüngster Zeit zunehmend Studien, in denen auch das Mensch-Tier-Verhältnis untersucht wird und in denen Tieren eine aktive(re) Rolle in sozialen Praktiken und rituellen Handlungen zugesprochen wird38. Sozialarchäologische Interpretationen der Ergebnisse der stabilen Isotopenanalyse werden in diesem Projekt durch die noch ausstehenden archäozoologischen Untersuchungsergebnisse erschwert. Es kann folglich noch nicht die Aussagekraft der Isotopenergebnisse in Kombination mit Faktoren wie Physiologie, Geschlecht und Alter, Skelettveränderungen aufgrund von Stress oder Krankheit hinsichtlich der Beziehung von Equiden und Menschen überprüft werden. Jedoch kann auf Individuen mit auffallenden Ergebnissen hingewiesen werden. HUM 35.1 zeigt einen der höchsten δ15N-Werte im Datensatz von Augusta Raurica. Diese Probe wird einem Fohlen zugewiesen39, weshalb die Stickstoffanreicherung mit der Aufnahme von Stutenmilch während der Säugungszeit begründet werden kann40. Es ist jedoch durchaus möglich, dass die Abweichung (zudem) auf eine andersartige Behandlung und Haltung von Jungtieren hinweist. Eine spezielle Form der Haltung könnte auch für Esel und Hybriden vermutet werden. So zeigt die Probe HUM 45.1 eines Esels aus Salodurum auffallend hohe Isotopenwerte, und auch die als mögliche Hybriden gedeuteten Proben HUM 29.1, 38.1, 41.1 und 44.141 zeigen im regionalen Vergleich erhöhte δ15N-Werte. Dies könnte durch eine im Vergleich zu den Pferden variablere Nahrung bedingt sein; es wäre jedoch auch die Zufütterung mit speziellem (Kraft-)Futter aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbereiche von Eseln und Hybriden denkbar. Spezialfutter wäre ebenfalls eine Erklärungsmöglichkeit für die biochemischen Ausreisserwerte der Proben HUM 3.1 mit einem fast karnivor anmutenden δ15N-Wert und HUM 28.1 aus Gelduba. Generell könnte der militärische Hintergrund für eine Spezialbehandlung der Pferde aus Gelduba sprechen, besonders da diese Proben sich generell durch vergleichsweise erhöhte δ15N-Werte auszeichnen. Warum das jedoch auch in den beiden Proben aus Köln beobachtet werden kann, kann aufgrund des ungeklärten Hintergrundes dieser Skelette nicht gesagt werden. Systematische Unterschiede konnten zwischen möglichen militärischen (Vindonissa, Gelduba) und zivilen (Augusta Raurica, Salodurum) Kontexten jedenfalls nicht erkannt werden. 33 Drucker u.a. 2003; Drucker u.a. 2008; Drucker u.a. 2011; Doppler u.a. 2017. 34 Knipper u. a. 2014; Knipper u. a. 2017. 35 Amundson u.a. 2003; Szpak 2014. 36 Datierung nach Nobis 1973. | Reichmann 2006 auf Basis des archäologischen Befundes. 37 Deschler-Erb/Wild 2024. 38 Eger 2022; Deschler-Erb/Wild 2024. 39 Markert/Markert 1986, 108–112. Archäozoologische Bestimmung durch M. Schernig-Mráz (unpubliziert). 40 Balasse/ Tresset 2002. 41 HUM 29.1 archäo zoo logisch bestimmt durch M. Schernig-Mráz (unpubliziert). | HUM 38.1, 41.1, 44.1 genetisch untersucht (Granado u.a. 2020, Tabelle S1).
128 ianua patet cor magis EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN Claudia Gerling Die auf fallend niedrigen und hohen δ15N-Werte der Brunnen funde aus Augusta Raurica könnten auf eine besondere Haltung der Tiere oder auch auf Krankheiten hinweisen, denn Infektionen und Krankheiten können ebenfalls Veränderungen in den stabilen Isotopenverhältnissen bewirken42. In diesem Zusammenhang wird die Kombination mit den Ergebnissen der pathologischen Untersuchungen interessant werden. FAZIT Als Fazit kann festgehalten werden, dass die untersuchten Equiden typische Herbivoren mit ähnlicher Ernährung waren – eine Tatsache, die wenig überrascht. Interessant sind die regionalen Unterschiede im Stickstoff, die sich nur aufgrund der grossen Probenmenge und des Vergleichs mehrerer Regionen darstellen. Um zu überprüfen, ob naturräumliche Bedingungen wie z.B. stickstoffreichere Böden im mittleren Rheinland43 für diese Variationen verantwortlich sind, würde sich die Analyse weiterer Herbivoren wie z.B. Rinder lohnen. Auf jeden Fall lässt sich durch diese Untersuchung das Potenzial überregionaler Studien erahnen, unter anderem weil Equiden oftmals Teil des archäozoologischen Vergleichsdatensatzes bei der Rekonstruktion menschlicher Ernährung sind und systematische regionale Unterschiede damit auch entscheidende Folgen für die Interpretation der menschlichen Ernährungsweise haben können. Spannend wird die Zusammenführung mit den archäozoologischen Ergebnissen sein, denn es zeigt sich schon jetzt das erhebliche Aussagepotenzial zu Mensch-Tier-Umweltbeziehungen. DANK Peter-Andrew Schwarz möchte ich für die sehr inspirierende, produktive und harmonische Zusammenarbeit sowohl in der Lehre als auch in der Forschung danken. Ebenso geht mein Dank an das «HumAnimAl»- Projektteam, vor allem an S. Deschler-Erb, M. Schernig-Mráz, J. Granado, B. Kyora-Krause, die Kantonsarchäologien Aargau und Solothurn, die Archäologie Baselland, die Römerstadt Augusta Raurica, das Römisch-Germanische Museum Köln und die Stadtarchäologie Krefeld. Th. Kuhn und M. Lehmann danke ich für die Messungen, P. Vandorpe und S. Deschler-Erb für wichtige Hinweise und C. Zipfel für die Grundlage zu ▶ 1. LITERATURVERZEICHNIS Ambrose 1990: S. H. Ambrose, Preparation and characterization of bone and tooth collagen for isotopic analysis. Journal Arch. Scien. 17,4, 1990, 431–451. DOI: 10.1016/0305-4403(90)90007-R. Ambrose 1993: S. H. Ambrose, Isotopic analysis of palaeodiets: methodological and interpretative considerations. In: M. K. Sandford (Hrsg.), Investigations of Ancient Human Tissue. Food and Nutrition Hist. and Anthr. 10 (Langhorne, PA 1993) 59–130. Ambrose 2002: S. H. Ambrose, Controlled Diet and Climate Experiments on Nitrogen Isotope Ratios of Rats. In: S. H. Ambrose/ M. A. Katzenberg (Hrsg.), Biogeochemical Approaches to Paleodietary Analysis. Advances Arch. Mus. Scien. 5 (Boston 2002) 243–259. Ambrose/Norr 1993: S. H. Ambrose/L. Norr, Experimental Evidence for the Relationship of the Carbon Isotope Ratios of Whole Diet and Dietary Protein to Those of Bone Collagen and Carbonate. In: J. B. Lambert/G. Grupe (Hrsg.), Prehistoric human bone: archaeology at the molecular level (Berlin 1993) 1–37. Ambrose u.a. 1986: S. H. Ambrose/H. Stanley/M. J. DeNiro, Reconstruction of African human diet using bone collagen carbon and nitrogen isotope ratios. Nature 319,6051, 1986, 321–324. DOI: 10.1038/319321a0. Amundson u.a. 2003: R. Amundson / A. T. Austin / E. A. G. Schuur/K. Yoo/V. Matzek/C. Kendall/A. Uebersax/D. Brenner/W. T. Baisden, Global patterns of the isotopic composition of soil and plant nitrogen. Global Biogeochemical Cycles 17,1, 2003, 1031. DOI: 10.1029/2002GB001903. Andres 1992: I. M. Andres, A revised list of the European C4 plants. Photosynthetica 26, 1992, 323–331. Backmann 1995: Y. Backmann, Solothurn-Vigier-Häuser. Arch. Kt. Solothurn 4, 1995, 110–111. Balasse/Tresset 2002: M. Balasse/A. Tresset, Early Weaning of Neolithic Domestic Cattle (Bercy, France) Revealed by Intra-tooth Variation in Nitrogen Isotope Ratios. Journal Arch. Scien. 29,8, 2002, 853–859. DOI: 10.1006/jasc.2001.0725. Bendrey u.a. 2009: R. Bendrey/T. E. Hayes/ M. R. Palmer, Patterns of Iron Age horse supply: an analysis of strontium isotope ratios in teeth. Archaeometry 51,11, 2009, 140–150. DOI: 10.1111 / j.1475-4754. 2008.00419.x. Berger 2012: L. Berger, Führer durch Augusta Raurica (Basel 2012). Bocherens/Drucker 2003: H. Bocherens/D. Drucker, Trophic level isotopic enrichment of carbon and nitrogen in bone collagen: case studies from recent and ancient terrestrial ecosystems. Internat. Journal Osteoarch. 13,1-2, 2003, 46–53. DOI: 10.1002/oa.662. Breuer/Schibler 1981: G. Breuer/J. Schibler, Die römerzeitlichen und mittelalterlichen Knochenfunde der Ausgrabungen im Gebiet der Vigier-Häuser in der Solothurner Altstadt. Unpubliziertes Manuskript IPNA (Basel 1981). DeNiro 1985: M. J. DeNiro, Postmortem preservation and alteration of in vivo bone collagen isotope ratios in relation to palaeodietary reconstruction. Nature 317,6040, 1985, 806–809. DOI: 10.1038/ 317806a0. DeNiro/Epstein 1981: M. J. DeNiro/S. Epstein, Influence of diet on the distribution of nitrogen isotopes in animals. Geochimica et Cosmochimica Acta 45,3, 1981, 341–351. DOI: 10.1016/00167037(81)90244-1. Deschler-Erb 2005: S. Deschler-Erb, La contribution de l’archéobiologie à l’étude de l’artisanat romain. In: M. Polfer (Hrsg.), Artisanat et économie romaine: Italie et provinces occidentales de l’Empire. Monogr. Instrumentum 32 (Montagnac 2005) 31–38. Deschler-Erb 2010: S. Deschler-Erb, Miser sur le bon cheval: le rôle des équidés dans la tabletterie romaine. In: P. Chardron-Picault (Hrsg.), Aspects de l’artisanat en milieu urbain: Gaule et Occident romain. Actes du colloque international d’Autun 20-22 septembre 2007. Rev. Arch. Est Suppl. 28 (Dijon 2010) 383–390. Deschler-Erb 2015: S. Deschler-Erb, Tier und Kult. Spezielle Tierknochendeponierungen der Spätlatène-und Römerzeit aus Aventicum/Avenches (CH) im nordalpinen Vergleich. Doc. Mus. romain Avenches 27 (Avenches 2015). 42 D’Ortenzio u.a. 2015. 43 Vgl. Amundson u.a. 2003, 31-5 fig. 2.
129 ianua patet cor magis EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN Claudia Gerling Deschler-Erb u.a. 2002: S. Deschler-Erb/J. Schibler/H. Hüster-Plogmann, Viehzucht, Jagd und Fischfang. In: Flutsch u.a. 2002, 165–171. Deschler-Erb/Wild 2024: S. Deschler-Erb/M. Wild, Biographies d’animaux: état de la recherche, approches et perspectives. Anthropozoologica 59,8, 2024. DOI: 10.5252/anthropozoologica2024v59a8. Doppler u.a. 2017: Th. Doppler/C. Gerling/V. Heyd/C. Knipper/Th. Kuhn/M. F. Lehmann/A. W. G. Pike/J. Schibler, Landscape opening and herding strategies: Carbon isotope analyses of herbivore bone collagen from the Neolithic and Bronze Age lakeshore site of Zurich-Mozartstrasse, Switzerland. Quaternary Internat. 436, 2017, 18–28. DOI: 10.1016/j.quaint.2015.09.007. D’Ortenzio u. a. 2015: L. D’Ortenzio / M. Brickley / H. Schwarcz/T. Prowse, You are not what you eat during physiological stress: Isotopic evaluation of human hair. American Journal Physical Anthr. 157,3, 2015, 374–388. DOI: 10.1002/ajpa.22722. Drucker u.a. 2003: D. Drucker/H. Bocherens/A. Bridault / D. Billiou, Carbon and nitrogen isotopic composition of red deer (Cervus elaphus) collagen as a tool for tracking palaeoenvironmental change during the Late-Glacial and Early Holocene in the northern Jura (France). Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology 195,3-4, 2003, 375–388. DOI: 10.1016/S0031-0182(03) 00366-3. Drucker u.a. 2008: D. G. Drucker/A. Bridault/K. A. Hobson/ E. Szuma/H. Bocherens, Can carbon-13 in large herbivores reflect the canopy effect in temperate and boreal ecosystems? Evidence from modern and ancient ungulates. Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology 266,1-2, 2008, 69–82. DOI: 10.1016/j.palaeo.2008.03.020. Drucker u. a. 2011: D. G. Drucker/A. Bridault/C. Cupillard/ A. Hujic/H. Bocherens, Evolution of habitat and environment of red deer (Cervus elaphus) during the Late-glacial and early Holocene in eastern France (French Jura and the western Alps) using multi-isotope analysis (δ13C, δ15N, δ18O, δ34S) of archaeological remains. Quaternary Internat. 245,2, 2011, 268–278. DOI: 10.1016/j.quaint.2011.07.019. Flutsch u. a. 2002: L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), SPM V. Römische Zeit – Età romana (Basel 2002). Eger 2022: J. Eger, Mensch-Tier-Verhältnisse in Monjukli Depe: eine Analyse des sozialen Zusammenlebens in einer neolithischäneolithischen Siedlung in Turkmenistan (Leiden 2022). Gerling 2023: C. Gerling, Neither fish nor fowl. Isotopic evidence of a plant-based diet in (captive?) brown bears from Roman Augusta Raurica, Switzerland. Anthropozoologica 58,5, 2023. DOI: 10.5252/anthropozoologica2023v58a5. Ginella 2022: F. Ginella, Die Tierknochenfunde von KaiseraugstSchmidmatt 1, Phase 8. In: S. Wyss/A. Wyss Schildknecht, Der römische Gebäudekomplex von Kaiseraugst-Schmidmatt. Handel und Gewerbe an der Fernstrasse in der Unterstadt von Augusta Raurica. Forsch. Augst 56 (Augst 2022) 171–188. Granado u. a. 2020: J. D. Granado/N. Dill/Ch. Gaunitz/ A. Fages / N. Khan / M. Schernig Mráz / S. Deschler-Erb / L. Orlando/ A. Schlumbaum, The mules that are not mules - metrics, morphology, archaeogenomics and mtDNA d-loop diversity in equids from Roman Switzerland. Journal Arch. Scien. 123, 2020, 105253. DOI: 10.1016/j.jas.2020.105253. Granado u.a. 2023: J. Granado/J. Susat/C. Gerling/M. Schernig-Mráz / A. Schlumbaum / S. Deschler-Erb / B. KrauseKyora, Ben, A melting pot of Roman dogs north of the Alps with high phenotypic and genetic diversity and similar diets. Scien. reports 13,1, 2023, 17389. DOI: 10.1038/s41598-023-44060-3. Grezet 2015: C. Grezet, Ausgrabungen in Kaiseraugst im Jahre 2014. JbAK 36, 2015, 45–100. Hedges u. a. 2004: R. E. M. Hedges / R. E. Stevens / M. P. Richards, Bone as a stable isotope archive for local climatic information. Quaternary Scien. Reviews 23,7-8, 2004, 959–965. DOI: 10.1016/j.quascirev.2003.06.022. Hetzel 2013: E. M. Hetzel, Römische Gräber um St. Gereon in Köln. Die Befunde aus der Grabung Gereonsdriesch 9-11. Unpubl. Bachelorarbeit Universität zu Köln (Köln 2013). Johnston 2004: C. J. Johnston, A biometric study of equids in the Roman world. PhD thesis University of York (York 2004). https:// etheses.whiterose.ac.uk/14188/. Knipper u.a. 2014: C. Knipper/Ch. Meyer/F. Jacobi/Ch. Roth/ M. Fecher/E. Stephan/K. Schatz/L. Hansen/A. Posluschny/B. Höppner/M. Maus/Ch. F. E. Pare/K. W. Alt, Social differentiation and land use at an Early Iron Age «princely seat»: bioarchaeological investigations at the Glauberg (Germany). Journal Arch. Scien. 41, 2014, 818–835. DOI: 10.1016/j.jas.2013.09.019. Knipper u. a. 2017: C. Knipper / S. L. Pichler / H. Rissanen / B. Stopp/M. Kühn/N. Spichtig/B. Röder/J. Schibler/G. Lassau/K. W. Alt, What is on the menu in a Celtic town? Iron Age diet reconstructed at Basel-Gasfabrik, Switzerland. Journal Arch. Anthr. Scien. 9,7, 2017, 1307–1326. DOI: 10.1007/s12520-016-0362-8. La Baume 1958: P. La Baume, Aussergewöhnliche Bestattungen am Gereonsdriesch. Germania 36, 1958, 460–462. Longin 1971: R. Longin, New method of collagen extraction for radiocarbon dating. Nature 230,5291, 1971, 241–242. DOI: 10.1038/ 230241a0. Markert/Markert 1986: B. Markert/D. Markert, Der Brunnenschacht beim SBB-Umschlagplatz in Kaiseraugst 1980: Die Knochen. JbAK 6, 1986, 81–123. Nobis 1973: G. Nobis, Zur Frage der römerzeitlichen Hauspferde in Zentraleuropa. Zeitschr. Säugetierkde. 38, 1973, 224–252. Meylan Krause u.a. 2002: M.-F. Meylan Krause / S. Jacomet / J. Schibler, Essen und Trinken. In: Flutsch u.a. 2002, 231–242. Neu 1992: St. Neu, Richard-Wagner-Straße 47. Ausschnitt aus einem römischen Friedhof. In: H. Kier / C. Körber-Leupold / S. Schütte (Hrsg.), Archäologie in Köln 1. Das archäologische Jahr 1991 (Köln 1992) 63–73. Precht 1998: G. Precht (Hrsg.), Bestattungssitte und kulturelle Identität. Grabanlagen und Grabbeigaben der frühen römischen Kaiserzeit in Italien und den Nordwest-Provinzen. Xantener Ber. 7 (Köln/Bonn 1998). Reichmann 2006: Ch. Reichmann, Kriegsgräber. In: R. Pirling/ M. Siepen (Hrsg.), Die Funde aus den römischen Gräbern von Krefeld-Gellep. Die Fränk. Denkmäler des Rheinlandes 20 (Berlin/Mannheim 2006) 497–512. Rychener 2001: J. Rychener, Ausgrabungen im Areal der E. Frey AG (Grabung 2000.60 und 2000.68) - Vierte Kampagne: Brunnenschacht und Durchgangsstrasse. JbAK 22, 2001, 85–94. Schibler/Furger 1988: J. Schibler/A. R. Furger, Die Tierknochenfunde von Augusta Raurica (Grabungen 1955–1974). Forsch. Augst 9 (Augst 1988). Schletter 2020: H.-P. Schletter, Tropaea in Gelduba – Rituelle Deponierungen von Helmen auf dem Schlachtfeld von 69 n.Chr. und ihre Bedeutung für eine regionale Differenzierung römischer Militärausrüstung. Journal Roman Military Equipment Stud. 21, 2020, 177–216. Schmid u.a. 2011: D. Schmid/M. Peter/S. Deschler-Erb, Crise, culte et immondices: le remplissage d’un puits au 3ème siècle à Augusta Raurica. In: R. Schatzmann/S. Martin-Kilcher (Hrsg.), L’Empire romain en mutation. Répercussions sur les villes romaines dans la deuxième moitié du 3e siècle. Colloque International, Bern/Augst (Suisse), 3-5 décembre 2009. Das römische Reich im Umbruch. Auswirkungen auf die Städte in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Internationales Kolloquium. Bern/Augst (Schweiz), 3.-5. Dezember 2009. Arch. Hist. romaine 20 (Montagnac 2011) 125–132. Schoeninger/DeNiro 1984: M. J. Schoeninger/M. J. DeNiro, Nitrogen and carbon isotopic composition of bone collagen from marine and terrestrial animals. Geochimica et Cosmochimica Acta 48,4, 1984, 625–639. DOI: 10.1016/0016-7037(84)90091-7 Schucany/Flück 2007: C. Schucany/H. Flück, Städtische Siedlung West. 8. Windisch-Steinacker (V.0 0 7.2). In: Th. Pauli-Gabi (Hrsg.), Ausgrabungen in Vindonissa im Jahr 2007, Jber. GPV 2007, 90–92. Schwarcz u. a. 1999: H. P. Schwarcz / T. L. Dupras / S. I. Fairgrieve, 15N Enrichment in the Sahara: In Search of a Global Relationship. Journal Arch. Scien. 26,6, 1999, 629–636. DOI: 10.1006/ jasc.1998.0380.
130 ianua patet cor magis EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN Claudia Gerling Schwarcz/ Schoeninger 1991: H. P. Schwarcz / M. J. Schoeninger, Stable isotopic analyses in human nutritional ecology. Yearbook Physical Anthr. 34, 1991, 283–321. Sharif u. a. 2022: M. B. Sharif/A. F. Mohaseb/ M. I. Zimmermann/S. Trixl/K. Saliari/G. K. Kunst/Th. Cucchi/S. Czeika/M. Mashkour, Ancient DNA refines taxonomic classification of Roman equids north of the Alps, elaborated with osteomorphology and geometric morphometrics. Journal Arch. Scien. 143, 2022, 105624. DOI: 10.1016/j.jas.2022.105624. Steele/Daniel 1978: K. W. Steele/R. M. Daniel, Fractionation of nitrogen isotopes by animals: a further complication to the use of variations in the natural abundance of 15 N for tracer studies. Journal Agricultural Scien. 90,1, 1978, 7–9. DOI: 10.1017/ S002185960004853X. Stevens /Hedges 2004: R. E. Stevens/R. E. M. Hedges, Carbon and nitrogen stable isotope analysis of northwest European horse bone and tooth collagen, 40,000BP–present: Palaeoclimatic interpretations. Quaternary Scien. Revi. 23,7-8, 2004, 977–991. DOI: 10.1016/j.quascirev.2003.06.024. Szpak 2014: P. Szpak, Complexities of nitrogen isotope biogeochemistry in plant-soil systems: implications for the study of ancient agricultural and animal management practices. Frontiers Plant Scien. 5, 2014, 288. DOI: 10.3389/fpls.2014.00288. Trumm 2015: J. Trumm, Ausgrabungen in Vindonissa im Jahr 2015. Jber. GPV, 2015, 89–107. van Klinken u.a. 1994: G. J. van Klinken / H. van der Plicht/ R. E. M. Hedges, Bond 13C/12C ratios reflect (palaeo‐)climatic variations. Geophysical Research Letters 21,6, 1994, 445–448. DOI: 10.1029/94 gl00177. Vogel/van der Merwe 1977: J. C. Vogel/N. J. van der Merwe, Isotopic Evidence for Early Maize Cultivation in New York State. American Antiquity 42,2, 1977, 238–242. DOI: 10.2307/278984. ABBILDUNGSNACHWEIS 1 C. Gerling (Kartengrundlage: C. Zipfel, Römerstadt Augusta Raurica). 2 – 4 C. Gerling. AUTORIN Claudia Gerling: [email protected]
429 ianua patet cor magis ABKÜRZUNGEN Grundsätzlich gelten die Zitier-Richtlinien und Abkürzungen der Römisch-Germanischen Kommission (vgl. Ber. RGK 71, 1990, 973 – 998; 73, 1992, 477 – 540). Zusätzlich werden folgende Abkürzungen für Zeitschriften verwendet: AKB Archäologisches Korrespondenzblatt AFS Archäologischer Führer der Schweiz AS Archäologie der Schweiz ASA Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde ASA N.F. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge ASSPA Annuaire de la Société Suisse de Préhistoire et d’Archéologie Ber. RGK Berichte der Römisch-Germanischen Kommission BPA Bulletin de l’Association Pro Aventico CAR Cahiers d’Archéologie Romande CIL Corpus Inscriptionum Latinarum HA Helvetica Archaeologica JbAK Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst JbAS Jahrbuch Archäologie Schweiz Jber. GPV Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa Jber. SLMZ Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums Zürich JbHVFL Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein JbRGZM Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz JbSGU Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte JbSGUF Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urund Frühgeschichte MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich RIC The Roman Imperial Coinage SPM Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter UFAS Urund frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz Veröff. GPV Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa ZAK Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte Weitere Abkürzungen und Siglen: ADB Archäologischer Dienst Bern AE L’Année Épigraphique AR Augusta Raurica EAD Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (Grafische Sammlung SNB) EDCS Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby GPV Gesellschaft Pro Vindonissa GS Grafische Sammlung HLS Historisches Lexikon der Schweiz HMB Historisches Museum Basel HRL Hochrhein-Limes IDR Inscriptiones Daciae Romanae ILAlg Inscriptions latines d’Algérie ILJug Inscriptiones Latinae quae in Iugoslavia … repertae et editae sunt KAAG Kantonsarchäologie Aargau KASG Kantonsarchäologie St.Gallen KDM BS Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich ÖAI Österreichisches Archäologisches Institut ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaften PIR Prosopographia Imperii Romani PIR² Prosopographia Imperii Romani (2. Auflage) PLRE The Prosopography of the Later Roman Empire RIB The Roman Inscriptions of Britain RIU Die römischen Inschriften Ungarns SMRA Site et Musée romains d’Avenches SNB Schweizerische Nationalbibliothek ThLL Thesaurus Linguae Latinae RPC Münz-Typ nach Burnett u.a. 1992 Allgemeine Abkürzungen: Abb. Abbildung Anm. Anmerkung B. Breite Bd. Band Beg. N. Begrawiyeh Nord bes. besonders Bsp. Beispiel bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa cf. vergleiche Dat. Datierung d. h. das heisst Dm. Durchmesser dt. deutsch ebda. ebenda ehem. ehemalig engl. englisch et al. und andere f./ff. folgende fig. figura/figure Fl. Fläche freundl. freundlich Fragm. Fragment frz. französisch Gr. Grab H. Höhe ha Hektare Imit. Imitation indet. unbestimmt insbes. insbesondere it. italienisch Jh. Jahrhundert Kat. Katalog l. links L. Länge lat. lateinisch Lit. Literatur M. Massstab max. maximal mind. mindestens N Norden n. Chr. nach Christus n. l. nach links n. r. nach rechts Nr./no. Nummer Nrn. Nummern O Osten o. ohne o. ä. oder ähnliches Pos. Position
430 ianua patet cor magis r. rechts rät. rätisch resp. respektive röm. römisch S Süden s. siehe S. Seite Sign. Signatur sog. sogenannt s. o. siehe oben St. Stärke s. u. siehe unten s. v. unter dem Stichwort (sub voce) Taf. Tafel u. und u. a. unter anderem v. a. vor allem v. Chr. vor Christus Verf. Verfasser verm. vermutlich Vorb. Vorbereitung W Westen z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil
Open Access doi 10.19218/3907662144