SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM
Abstract
Ein Bauprojekt machte 2004 Ausgrabungen bei der römischen Villa Lenden-berg nötig, die bereits 1870 und 1978 partiell untersucht worden war. Trotz Alt-grabungen konnten noch intakte Schichten nachgewiesen werden. Von Interesseist insbesondere ein Fundensemble aus dem Brandschutt S4 im Halbkeller R3,das typologisch in die 1. Hälfte bzw. ins 2. Viertel des 3. Jahrhunderts datiert.Die neuen Erkenntnisse zum Befund lassen zudem erweiterte Aussagen zumAufbau sowie zur Rekonstruktion und zur möglichen zeitlichen Entwicklung derVilla zu.
Full text
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
ianua patet cor magis
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt
ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT
ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter
ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429
185 ianua patet cor magis SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN Valentin Homberger einen Vorgänger gegeben. Gegen die These, dass in R3 das Bodenniveau nachträglich abgesenkt wurde, spricht der Anschluss im Kellerabgang. M 11 , M 12 – 13 Die nur einhäuptige, aus ein bis zwei vermörtelten Steinreihen bestehende Struktur M11 (Raum R6) kann als Unterbau zu einer Fachwerkoder Holzwand angesprochen werden. Die ebenfalls nur einhäuptige Mauer M12 markierte die Zugangsschwelle zum Kellerabgang zu R3. Die östliche Wangenmauer M13 des Kellerabgangs war ohne eigentliche Fundierung direkt auf die schräg abfallende Fläche der Abgangsrampe aufgesetzt. Auffällig war ein schön bearbeiteter Sandsteinquader im Fussbereich der Mauer direkt beim Kellerzugang ▶ 6. FUNDE Zwar wurden im Rahmen dieser Vorauswertung sämtliche Funde der Grabung 2004 gesichtet, systematisch erfasst jedoch nur jene aus der fundreichsten Schicht S4 in Kellerraum R3. Die auffällig gross fragmentierten Keramikscherben sprechen dafür, dass wir hier kein begangenes Nutzungsniveau vor uns haben, sondern eine Schüttung aus im Keller entsorgtem Brandschutt (vgl. Kap. «Raum R3»), was die erhöhte Anzahl sekundär verbrannter Scherben (rund 10%) und das stark holzkohlehaltige Erdmaterial vermuten lassen. Im Vordergrund der Fundbearbeitung stand die zeitliche Einordnung der Befunde. Nachstehend sollen daher einige für die Chronologie relevante (jüngste) Funde kurz besprochen werden (vgl. ▶ 8; 9): Von vier als reliefierte Sigillata Drag. 37 bestimmten Schüsseln sind auf zweien noch Reste des Reliefs erkennbar. ▶ 9.2 zeigt einen nicht sicher bestimmbaren Aulos-Spieler mit Perlstab. ▶ 9.1 lässt sich der helvetischen Reliefsigillata-Gruppe mit Eierstab E1 zuweisen (Perlstab mit Palmblatt P1, Kreisbogen KB3 und Venus M15), für die gemeinhin ein Produktionsschwerpunkt in der 1. Hälfte des 3. Jh. postuliert wird28. Für den glatten Sigillata-Teller Drag.3229 ▶ 9.3 und die Reibschüsseln Drag.4530 wird ein Auftreten vermehrt ab dem späteren 2.Jh. angenommen. Das gebrauchsund grobkeramische Formenspektrum zeigt primär Schüsseln und Teller, nur vereinzelt Töpfe, Tonnen und Flaschen. Sie lassen sich (derzeit) chronologisch nicht sicher einhängen. Die hier vorgestellten Funde können meist mit der für die Grabung Schleitheim-Z’underst Wyler (römischer Vicus) entwickelten Typologie beschrieben werden und scheinen dort mehrheitlich erst in den jüngeren Befunden des 2.Jh. (Phase2) aufzutreten (SL 20, TL1a, TL1b, TL2, TL5, TON4, vgl. dazu auch ▶ 9.12–24)31. Die Schüssel mit oben gerilltem Rand ▶ 9.18 steht der Form SL6a (ebenfalls Phase2) nahe, zeigt aber keinen Wandknick, sondern einen rund geschwungenen Wandverlauf. Ähnliche Schüsseln finden sich etwa auch in Fundstellen des 3.Jh. im östlichen Schweizer Mittelland32. Typen Anzahl Drag. 32 6 Drag. 32 (?) 1 Drag. 37 2 Drag. 37 (?) 1 Drag. 37 (helv.) 1 Drag. 40 (?) 1 Drag. 45 1 FL 05 3 Glanztonschüssel mit rät. Rand 1 Becher mit Karniesrand 1 NB 16 1 NB 32 11 NB 32/33 (grau) 5 NB 33 1 NB 33 (grau) 2 SL 06 (?) 1 SL 06a Variante 1 SL 08 1 SL 16 (?) 1 SL 20 2 sog. rät. Reibschüssel 4 sog. rät. Reibschüssel (?) 3 TL 01a 3 TL 01b 6 TL 02 4 TL 05 7 TL 07 1 TON 04 1 TP 07 (?) 2 TP 19 2 anderes/unbestimmt 409 Gesamtergebnis 486 26 Bänteli 1978, 4. 27 Trumm 2002, 350. 28 Ettlinger/RothRubi 1979, 23 und Taf. 1; Winet 2014, 437 und Abb. 502: in ChamHagendorn finden sich helvetische TS ab dem Horizont 1a; Vgl. auch Anm.34. 29 Düerkop/Eschbaumer 2007, 112–114; Trumm 2002, 54–55. 30 Düerkop/Eschbaumer 2007, 134–135; Trumm 2002, 53. 31 Typologie vgl. Homberger 2013, 219–233; zur Datierung vgl. ebenda, 70–77. 32 Wyss Schildknecht 2013, 126, Abb. 9 und 10 (Typ 1.1); vgl. auch Schucany/Mattmann 2019, 56, 335–337 (Typ S57). 8 Lendenberg, Schleitheim SH: Liste Gefässkeramikfunde aus der Schicht S4; Anzahl: sämtliche Gefässkeramikfragmente (Passscherben zusammengenommen). Abkürzungen vgl. Legende zu ▶ 9.
186 ianua patet cor magis SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN Valentin Homberger 83135 M. 1:1 83138 M. 1:1 1 32 83420 M. 1:1 5 83142 M. 1:1 83421 M. 1:1 6 7 83428 M. 1:1 83328 M. 1:1 8 9 83284 M. 1:1 10 83323 M. 1:1 11 83340 M. 1:1 12 83198 M. 1:1 13 83214 M. 1:1 14 83474 M. 1:1 15 83472 M. 1:1 16 83215 M. 1:1 17 4 9 Lendenberg, Schleitheim SH, Fundtafel: Grabung2004, Schicht S4: 1: Drag.37h (TS, Inv.83326); 2: Drag. 37 (TS, Inv.83325); 3: Drag.32 (TS, Inv.83135); 4: NB16 (TS, Inv.83138); 5: Schüssel mit rät. Rand (GZT hell, Inv.83420); 6: NB32 (GZT hell, Inv.83142, 83248); 7: NB32 (GZT hell, Inv.83421, 83422); 8: NB32 (GZT hell, Inv.83428–83431); 9: NB33 (GZT hell, Inv.83328); 10: NB33 (GZT grau, Inv.83284–83286); 11: Deckel (GZT hell, Inv.83323, 83324); 12: TL1a (HTK, engobiert, Inv.83340); 13: TL1b (HTK, engobiert, Inv.83198, 83199); 14: TL2 (HTK, Inv.83214); 15: TL5 (HTK, engobiert, Inv.83474); 16: TL7 (HTK, engobiert, Inv.83472); 17: Teller (HTK, engobiert, Inv.83215);
187 ianua patet cor magis SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN Valentin Homberger 83343 M. 1:1 18 83344 M. 1:1 19 83501 M. 1:1 20 83395 M. 1:1 21 83528 M. 1:1 22 83358 M. 1:1 83533 M. 1:1 23 24 83529 M. 1:1 25 26 27 83483 M. 1:1 83344 M. 1:1 18: SL6a Var (HTK, engobiert, Inv.83343); 19: TON4 (HTK, engobiert, Inv.83344–83346); 20: SL8 (GTK, Inv.83501); 21: SL20 (GTK, Inv.83395); 22: Teller (GRK, Inv.83528); 23: Schüssel (GRK, Inv.83358); 24: TP19 (GRK, Inv.83533); 25: rät.Reibschüssel (Inv.83529); 26: Mörser/Drehpfanne? (Sandstein), Inv.83483; 26: Pfostenfundierung mit Zapfloch? (Sandstein, Inv.83483). M. 1:3. | Grabung 1870: 27: Sensen (Eisen, nach Trumm 2002, Taf. 82.39 und 40). M.1:6. Abkürzungen: Drag.: Dragendorff; NB: Niederbieber; FL (Flasche), SL (Schüssel), TL (Teller), TON (Tonne) und TP (Topf) nach Homberger2013. TS: Terra Sigillata; GZT: Glanztonkeramik; HTK: Helltonige Gebrauchskeramik; GTK: Grautonige Gebrauchskeramik; GRK: Grobkeramik.
188 ianua patet cor magis SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN Valentin Homberger Für die Chronologie des 2./3.Jh. bedeutsam sind die Glanztonbecher NB32 und 3333. Während die Form NB32 bereits im (mittleren) 2.Jh. in Umlauf ist, wird für deren Weiterentwicklung NB33 gemeinhin ein Aufkommen erst ab den 220/230er-Jahren vorgeschlagen34. Doch erst gegen die Mitte des 3.Jh. scheint diese die älteren NB32 mengenmässig allmählich zu überflügeln35. Im vorliegenden Ensemble überwiegen die NB32 deutlich. Die wenigen NB33 zeigen noch vergleichsweise kurze Hälse. Zusammenfassend kann man demnach eine Datierung der Schicht S4 frühestens in die 1.Hälfte oder ins 2.Viertel des 3.Jh. vorschlagen. SYNTHESE BAUPHASEN Phase1: Zu einer möglichen ältesten Phase gehören allenfalls die Mauern M1a, M3, M4 sowie der schräg verlaufende Fundamentabsatz bei M1b. Nebst der Ausrichtung könnte auch die abweichende Bautechnik der genannten Mauern ein Indiz für eine ältere Bauphase sein (vgl. Kap. «Gruppe A [M1a, M3, M4]»). Wie der südliche Gebäudeteil in einer solchen Phase1 ausgesehen hätte, muss offenbleiben, ebenso wie die Frage der Datierung (mangels zugehöriger Fundkomplexe). Phase2a: Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Kellerräume R3 und R4 eingerichtet. Die Baugrube kappt dabei die ältere Mauer M1b. Gleich zeitig muss auch der RaumR2 erneuert oder neu angelegt worden sein, da seine Ostmauer M6 bereits mit dem Keller abgang rechnet36. Mangels diagnostischer Funde etwa aus den Fundamentgräben bleibt der Zeitpunkt dieser Umbaumassnahmen unklar. Phase 2b: Nach einem Brand (?) wird im aufgegebenen Keller R3 der Brandschutt S4 entsorgt. An Kellerwänden und -boden konnten zwar keine Brandrötungen festgestellt werden, dagegen fanden sich westlich ausserhalb des Kellers Reste einer aller - dings nur im Sondiergraben nachgewiesenen Brandschicht (S6a/b)37. Der Bauschutt S7 (Ziegel bruch, Tubuli etc.) unmittelbar über S4 könnte auf Umbauund Instandsetzungsmassnahmen nach dem Brand hinweisen. Möglicherweise wird dabei auch die Boden heizung in Raum R2 erneuert und eine Kanalheizung eingerichtet. Der Keller R3 (vielleicht auch R4) wird abschliessend ganz verfüllt. Nach den Funden aus dem Brandschutt S4 dürfte dieser frühestens in der 1.Hälfte bzw. im 2.Viertel des 3.Jh. abgelagert worden sein (vgl. Kap. «Funde»). Phase3: Aufgrund der in der Phase2b indirekt nachweisbaren Baumassnahmen muss danach eine weitere Nutzungsphase angenommen werden, die sich ansonsten im Befund aber nicht sicher festmachen lässt. Bei einer endgültigen Auflassung der Anlage in der Phase2b wäre dagegen eine kontrollierte Brandund Bauschuttentsorgung nicht mehr notwendig gewesen. Die nur grob gesichteten Funde aus den Benutzungs-/Auflassungsschichten (S8, S10, S12) in der Nordwestecke des Hofes R1, sowie aus R2 und R6, die demnach aus dieser letzten Phase stammen würden, lassen sich indes typologisch nicht von der Phase2b (S4) absetzen. REKONSTRUKTION UND FUNKTION Nach dem Grundriss lässt sich die Villa Lendenberg dem von J.Trumm beschrieben Typ «Rechteckbau mit L-förmig angeordnetem Wohntrakt» zuweisen, der nach seinem Verbreitungsschwerpunkt im südlichen Obergermanien und Nordwestraetien als regionaler Haustyp interpretiert wird38. Der Bau darf wohl als einfacher Landwirtschaftsbetrieb angesprochen werden, wobei sich aus dem Befund keine Aussagen zur Grösse der bewirtschafteten Fläche oder Wirtschaftsform ableiten lassen. Weitere römische Gebäude im näheren Umfeld der Villa sind bislang nicht bekannt. Erwähnt sei aber ein rund 90cm breiter und 20 cm tief erhaltener Graben (GRA2), der in einer Entfernung von 13 m parallel zur westlichen Aussenflucht der Villa verlief und auf rund 8m Länge dokumentiert wurde. Er war mit wenigen, aber klar römischen Funden verfüllt und könnte eine Grenzmarkierung des Villenareals darstellen. 33 Heising 2003, 135–137 und 153: NB33: Quotient Randhöhe zu Randdurchmesser > 0,4. Mit Quotienten von 0,45 ▶ 9.9 und 0,42 ▶ 9.10 besitzen die vorliegenden Stücke noch vergleichsweise kurze Hälse. 34 Heising 2003, 134; Roth-Rubi/Ruoff 1987, 147–148; Homberger 2013, 119 und Anm. 580; vgl. auch Schucany 2014a, 22–23; Schucany 2014b, 453 und Abb. 492; Winet 2014, 467–468: I. Winet und C. Schucany schlagen eine Datierung bereits ins späte 2. Jh. vor. In Cham-Hagendorn (ZG) fand sich ein Becher NB 33 (Kat. 33) bereits in der 1. Schwemmschicht (nach Horizont 1a), an deren UK ein (unsicher dokumentiertes) 185 dendrodatiertes Holz (mit Splint, Probe 663835, Pos. 293) lag. Letztlich ergibt sich daraus aber lediglich ein terminus post quem für die Ablagerung. 35 Wyss Schildknecht 2013, 124. 36 Andernfalls müsste bereits in Phase1 ein Keller existiert haben. Die abweichende Bautechnik von M5/6 gegenüber M1a/b könnte aber für unterschiedliche Phasen sprechen. 37 Gerbothé/ Homberger2004, 4, Profil P2, Westteil. 38 Trumm 2002, 152–160, Abb. 20, Abb. 21 und Tab. 9: mit weiteren Beispielen. 39 Zur Diskussion «offener Hof oder überdachte Halle» bei verwandten Villen vgl. Trumm 2002, 157–158; zu Risalit Villen vgl. etwa Bechert 2005. Als Argumente für eine Überdachung werden etwa ungeschützte Feuerstellen oder Entwässerungsprobleme angeführt, gerade auch bei Kellerabgängen. Beides lässt sich aber mit Teilüberdachungen lösen. Der Kanalgraben GRA3 im Halbkeller R3 der Villa Lendenberg könnte auf Probleme bei der Entwässerung hinweisen, würde dann indirekt aber wiederum für einen offenen Hof R1 sprechen. 40 Bürgi/Hoppe 1985, 66; Deschler-Erb 2010, 25; Homberger 2013, 154–155. 41 Trumm 2002, 216–217, 353–356: andere Villen der Region scheinen im späten 2./frühen3.Jh. eher eine (letzte Blüte) denn einen allmählichen Niedergang zu erleben.
189 ianua patet cor magis SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN Valentin Homberger Hinsichtlich der Raumfunktionen dürften die Halbkeller R3 und R4 als Lagerräume gedient haben, der nördlich anschliessende, ebenerdige und mit einer Fussbodenheizung ausgestattete Raum R2 als Wohnraum oder kleines Bad. Zweifellos kann über den Halbkellern R3 und R4 ein weiteres Geschoss mit ebenerdigen Räumen angenommen werden. Aufgrund der talseitigen Lage mit herrlichem Ausblick und wärmender Sonneneinstrahlung wäre es verwunderlich, wenn man diese nicht als Wohnräume genutzt hätte. Woher sie erschlossen waren, muss offen bleiben. In der Rekonstruktion wird eine Türöffnung nach Norden mit vorgelagertem Laubengang (Portikus) postuliert ▶ 10. Für beide Annahmen gibt es im Befund keine Belge. Der nördlich angrenzende, grosse Gebäudeteil R1 wird als offener Hof rekonstruiert, der über eine Rampe oder Treppe (R5) von Osten her zugänglich war. Gegen eine überdachte Halle sprechen die für einen Innenraum seltsame Raumaufteilung, die bautechnisch nicht einfach zu überspannende Raumgrösse und insbesondere der Heizraum R639. Zum einen wäre es ungewöhnlich, diesen in die Halle zu integrieren, zum anderen wäre in letzterem Fall keine «Binnenwand» M11 nötig gewesen, die zweifellos dazu diente, den Heizraum R6 mit einem Pultdach zu decken. Da Raum R6 einseitig offen war, hätte diese Raumunterteilung auch nicht gegen die Ausbreitung des Rauches geholfen. FAZIT Die Erkenntnisse aus den jüngsten Ausgrabungen der Villa Lendenberg ermöglichen einige weiterführende Aussagen zu deren Bauentwicklung, Rekonstruktion und Funktion. Gleichzeitig führt die lange Forschungsgeschichte einem vor Augen, wie viel archäologische Substanz im Laufe der Jahrzehnte unbeobachtet verloren ging. Von besonderem Interesse ist, dass mit den Funden aus dem Halbkeller R3 erstmals für das Umland von Schleitheim ein stratifizierter, typologisch einheitlicher Fundkomplex des 3. Jh. vorliegt, das ansonsten nur durch Einzelfunde belegt ist40. Da das Ende des vicus Iuliomagus/Schleitheim bislang nicht sicher zu fassen ist (Mitte 3.Jh.?), lässt sich derzeit nicht sagen, ob die Villa Lendenberg allen falls darüber hinaus in Benutzung blieb. Mit Sicherheit dürften deren letzte Bewohner aber auf eine schrumpfende Siedlung hinuntergeblickt haben, wo bereits im späten 2.Jh. erste Quartiere aufgegeben worden waren41. 10 Lendenberg, Schleitheim SH: Rekonstruktionsvorschlag der Villenanlage. Blick nach Südwesten.
190 ianua patet cor magis SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN Valentin Homberger LITERATURVERZEICHNIS Bänteli 1978: K. Bänteli, Schleitheim-Lendenberg GB 1627, Dokumentation. Archiv Kantonsarchäologie Schaffhausen, Fundstelle 26.027, 1978. Bechert 2005: T. Bechert, Hof oder Halle? Anmerkungen zur Überdachung des zentralen Innenbereichs kaiserzeitlicher Risalit Villen. Balácai Közlemények 9, 2005, 165–176. Bürgi/Hoppe: J. Bürgi/R. Hoppe, Schleitheim-luliomagus: die römi schen Thermen. Antiqua 13 (Basel 1985). Deschler-Erb 2010: E. Deschler-Erb, Die Kleinfunde aus Schleitheim - Iuliomagus. In: E. Deschler-Erb/K. Wyprächtiger (Hrsg.), Römische Kleinfunde und Münzen aus Schleitheim – Iuliomagus. Beitr. Schaffhauser Arch. 4 (Schaffhausen 2010) 8–29. Düerkop/Eschbaumer 2007: A. Düerkop / P. Eschbaumer (Hrsg.), Die Terra Sigillata im römischen Flottenlager an der Alteburg in Köln. Das Fundmaterial der Ausgrabung 1998. Kölner Stud. Arch. röm. Provinzen 9 (Rahden/Westfalen 2007). Ettlinger/Roth-Rubi1979: E. Ettlinger/K. Roth-Rubi, Helvetische Reliefsigillaten und die Rolle der Werkstatt Bern-Enge. Acta Bernensia 8 (Bern 1979). Gerbothé/ Homberger 2004:D. Gerbothé / V. Homberger, Schleit heim-Lendenberg GB 1627, Dokumentation. Archiv Kantonsarchäologie Schaffhausen, Fundstelle 26.027, 2004. Heising 2003: A. Heising, Der Keramiktyp Niederbieber 32/33. In: B. Liesen/U. Brandl (Hrsg.), Römische Keramik – Herstellung und Handel. Kolloquium Xanten, 15.–17.6.2000, Xantener Ber. 13 (Mainz am Rhein 2003) 129–172. Homberger 2013: V. Homberger, Römische Kleinstadt Schleitheim-Iuliomagus – Streifenhäuser im Quartier Z’underst Wyler. Schaffhauser Arch. 6 (Schaffhausen 2013). Pletscher 1870: A. Pletscher, Bericht über die antiquarischen Ausgrabungen unter dem Lendenberg und Vorholz – August bis October 1870. Abschrift aus Akten Verein für Heimatkunde, Schleitheim, Kantonsarchäologie Schaffhausen Archiv KASH, Fst. Nr. 26.027, 1870. Roth-Rubi/Ruoff 1987: K. Roth-Rubi/U. Ruoff, Die römische Villa im Loogarten, Zürich-Altstetten – Wiederaufbau vor 260 n.Chr.?. Jahrb. Schweiz. Ges. Uru. Frühgesch. 70, 1987, 145–158. Schucany 2014a: C. Schucany, 2 Befund und Baustrukturen. In: Schucany/Winet2014, 21–176. Schucany 2014b: C. Schucany, 4.2 Dendrochronologie. In: Schucany/Winet 2014, 448–457. Schucany/Mattmann 2019: C. Schucany/T. Mattmann, Die Keramik von Augusta Raurica: Chronologie und Typologie. Forsch. Augst 52 (Augst 2019). Schucany/Winet2014: C. Schucany/I. Winet, Schmiede – Heiligtum – Wassermühle. Cham-Hagendorn (Kanton Zug) in römischer Zeit, Grabungen 1944/45 und 2003/04. Antiqua 52 (Basel 2014). Trumm 2002: J. Trumm, Die römerzeitliche Besiedlung am östlichen Hochrhein (50 v. Chr.–450 n. Chr.). Materialh. Arch. BadenWürttemberg 63 (Stuttgart 2002). Weller 2022: U. Weller, Messer und Erntegeräte: erkennen. bestimmen. beschreiben. Bestimmungsbuch Arch. 8 (Berlin, München 2022). Winet 2014: I. Winet, 4.4 Keramik. In: Schucany/ Winet 2014, 458–468. Wyss Schildknecht 2013: A. Wyss Schildknecht, Brennpunkt Turicum: Eine römische Brandschicht und die Chronologie des 3. Jh. im östlichen Mittelland. Arch. Kt. Zürich 02, 2013, 119–131. Wyss Schildknecht 2020: A. Wyss Schildknecht, Die mittelund spätkaiserzeitliche Kleinstadt Zürich/Turicum. Monogr. Kantonsarch. Zürich 54 (Zürich und Egg 2020). ABBILDUNGSNACHWEIS 1 © swisstopo. 2 Archiv Kantonsarchäologie Schaffhausen. 3 V.Homberger (ProSpectGmbH). Grundlagen Grabungsdokumentation 1978 und 2004, Kantonsarchäologie Schaffhausen. 4–7 Foto D.Gerbothé, Kantonsarchäologie Schaffhausen. 9 Zeichnungen: J. Näf; Gestaltung: A. Jaggi. 10 V.Homberger (ProSpectGmbH), Kantonsarchäologie Schaffhausen. AUTOR Valentin Homberger: [email protected]
429 ianua patet cor magis ABKÜRZUNGEN Grundsätzlich gelten die Zitier-Richtlinien und Abkürzungen der Römisch-Germanischen Kommission (vgl. Ber. RGK 71, 1990, 973 – 998; 73, 1992, 477 – 540). Zusätzlich werden folgende Abkürzungen für Zeitschriften verwendet: AKB Archäologisches Korrespondenzblatt AFS Archäologischer Führer der Schweiz AS Archäologie der Schweiz ASA Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde ASA N.F. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge ASSPA Annuaire de la Société Suisse de Préhistoire et d’Archéologie Ber. RGK Berichte der Römisch-Germanischen Kommission BPA Bulletin de l’Association Pro Aventico CAR Cahiers d’Archéologie Romande CIL Corpus Inscriptionum Latinarum HA Helvetica Archaeologica JbAK Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst JbAS Jahrbuch Archäologie Schweiz Jber. GPV Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa Jber. SLMZ Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums Zürich JbHVFL Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein JbRGZM Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz JbSGU Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte JbSGUF Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urund Frühgeschichte MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich RIC The Roman Imperial Coinage SPM Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter UFAS Urund frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz Veröff. GPV Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa ZAK Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte Weitere Abkürzungen und Siglen: ADB Archäologischer Dienst Bern AE L’Année Épigraphique AR Augusta Raurica EAD Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (Grafische Sammlung SNB) EDCS Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby GPV Gesellschaft Pro Vindonissa GS Grafische Sammlung HLS Historisches Lexikon der Schweiz HMB Historisches Museum Basel HRL Hochrhein-Limes IDR Inscriptiones Daciae Romanae ILAlg Inscriptions latines d’Algérie ILJug Inscriptiones Latinae quae in Iugoslavia … repertae et editae sunt KAAG Kantonsarchäologie Aargau KASG Kantonsarchäologie St.Gallen KDM BS Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich ÖAI Österreichisches Archäologisches Institut ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaften PIR Prosopographia Imperii Romani PIR² Prosopographia Imperii Romani (2. Auflage) PLRE The Prosopography of the Later Roman Empire RIB The Roman Inscriptions of Britain RIU Die römischen Inschriften Ungarns SMRA Site et Musée romains d’Avenches SNB Schweizerische Nationalbibliothek ThLL Thesaurus Linguae Latinae RPC Münz-Typ nach Burnett u.a. 1992 Allgemeine Abkürzungen: Abb. Abbildung Anm. Anmerkung B. Breite Bd. Band Beg. N. Begrawiyeh Nord bes. besonders Bsp. Beispiel bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa cf. vergleiche Dat. Datierung d. h. das heisst Dm. Durchmesser dt. deutsch ebda. ebenda ehem. ehemalig engl. englisch et al. und andere f./ff. folgende fig. figura/figure Fl. Fläche freundl. freundlich Fragm. Fragment frz. französisch Gr. Grab H. Höhe ha Hektare Imit. Imitation indet. unbestimmt insbes. insbesondere it. italienisch Jh. Jahrhundert Kat. Katalog l. links L. Länge lat. lateinisch Lit. Literatur M. Massstab max. maximal mind. mindestens N Norden n. Chr. nach Christus n. l. nach links n. r. nach rechts Nr./no. Nummer Nrn. Nummern O Osten o. ohne o. ä. oder ähnliches Pos. Position
430 ianua patet cor magis r. rechts rät. rätisch resp. respektive röm. römisch S Süden s. siehe S. Seite Sign. Signatur sog. sogenannt s. o. siehe oben St. Stärke s. u. siehe unten s. v. unter dem Stichwort (sub voce) Taf. Tafel u. und u. a. unter anderem v. a. vor allem v. Chr. vor Christus Verf. Verfasser verm. vermutlich Vorb. Vorbereitung W Westen z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil
Open Access doi 10.19218/3907662144