VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA
Abstract
Neue Erkenntnisse aus einer 2023 durchgeführten Grabung ermöglichen eineAktualisierung des Forschungsstands bezüglich der Westfront des Hauptforumsvon Augusta Raurica. Von der Grabung wurden mehrere Tabernen und vor allemeine zentral gelegene Exedra tangiert; letztere muss bereits während der Holzbau-phase im Verband mit der Temenosmauer errichtet worden sein. Ähnlichkeiten inder Phasierung und der Beschaffenheit der Mauern der Curia verleiten zu einemVergleich, auch wenn diese beiden Komplexe auf den entgegengesetzten Seitendes Hauptforums liegen.
Full text
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
ianua patet cor magis
IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG
GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt
ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT
ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter
ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429
239 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess MR 4 als auch MR 6 von jüngeren Leitungsgräben mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Mauer MR 4 war zudem durch den oben erwähnten neuzeitlichen Stollen regelrecht unterhöhlt worden. Da bereits während der Ausgrabungsarbeiten klar war, dass es sich hier um eine Schlüsselstelle für die Phasierung der Westfront des Hauptforums handelt, wurde Mauer MR 4 mit besonderer Umsicht und Aufmerksamkeit abgebaut. Dabei konnte festgestellt werden, dass Teile von Mauer MR 4 über Mauer MR 6 kragten ▶ 6−8. Dies stellt uns vor ein vorerst nicht lösbares Rätsel: Mauer MR 4 muss jünger sein als Mauer MR 6. Entsprechend muss Letztere im Abstand von rund 60cm – also einer Mauerbreite – vor Mauer MR 5 errichtet worden sein. Aufgrund der neuzeitlichen Unterhöhlung von Mauer MR 4 sind die antiken Gegebenheiten dieses «Zwischenraums» nicht mehr zu eruieren; sicher ist, dass die erhaltenen Teile von Mauer MR 4 sekundär eingebaut worden sein müssen17. TABERNEN Bei den Tabernen handelt es sich um sekundär an die Temenosmauer angebaute Räumlichkeiten, die in einer ersten Phase (Steinbauperiode II.1) im Lichten ca. 4 × 4 m massen und später (Steinbauperiode II.2) auf rund 4.5 × 4 m vergrössert wurden (siehe u. S. 244, ▶ 16. Die Tabernen der Westfront werden von Süden nach Norden mit den Nummern W1–W14 bezeichnet18. Zwar wurden bei den vorliegenden Bodeneingriffen fast alle Tabernen südlich der Exedra tangiert (W2−W7), ungestörte Befunde wurden jedoch nur in W6 und W7 angetroffen. Alle anderen wurden bereits von Peter Rebmann 1979 vollständig ausgegraben und im Anschluss mit Aushubmaterial wieder verfüllt. Die Trennmauern zwischen den Tabernen – in unserem Fall die Mauern MR 2 und MR 3 – waren rund 40 cm breit und noch rund sieben bis acht Lagen hoch erhalten ▶ 8; 10. Es handelt sich um zweischaliges Mauerwerk aus Kalkhandquadern ohne Kern; der beige-rötliche Kalkmörtel war auffallend sandig und hatte relativ viel Feinund Mittelkies beigemischt, was ihm einen eher groben Charakter verlieh. Nur an Mauer MR 2 war zudem ein schlecht erhaltener 68 cm 65 cm 293.00 292.50 293.00 292.50 0.5 m0.250 3 47 8 2 5 1 6 P 5 SWNE P 6 MR 4 MR 6 Elektroleitung MR 5 Exedra Abb.: 8 9.125 x 10.5 cm Massstab: 1:20 C. Spiess # # 00.15 0.30 m SW NE MR 2 # P 6P 5 # 1 2 3 4 293.50 293.00 293.50 293.00 Abb.: 9 Profil 2 9.125 x 11 cm Massstab: 1:15 C. Spiess 7 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Profil P 12. Umzeichnung. 1) ExedraAussenmauer MR 5; 2) Fundament von Mauer MR 6; 3) Aufgehendes Mauerwerk von Mauer MR 6; 4) Mauer MR 4, die Mauer MR 6 überkragt; 5) Verfüllung des neuzeitlichen Schatzsucherstollens; 6) Hohlraum des neuzeitlichen Schatzsucherstollens; 7) Mauer MR 6; 8) moderner Wandkies. M. 1:20. 8 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Profil P2. Umzeichnung. 1) Vorfundament von Mauer MR 2; 2) Mauerschale MR 2; 3) Fugenstrich; 4) Antiker Ausbruch aus Mauer MR 2. M. 1:15. 16 Schwarz 1991, 157, vgl. auch Abb. 4 (MR 7). Auch Rychener schreibt verwundert: «… Mauer MR 7 [= unsere MR 5, Anm. der Autoren], 2003 nicht gefasst, obwohl klar innerhalb der Grabungsgrenze» (Rychener 2004, 88). 17 Weitere Diskussion zu diesem Sachverhalt s. u. S. 244. 18 Zur Unterscheidung der Tabernen der Nord-, Südund Westfront wurde der Tabernennummerierung der Westfront ein «W» vorangestellt.
240 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess grober Kalkverputz festzustellen. Beiden Mauern gemeinsam war ein mehr oder weniger akkurat angebrachter Fugenstrich19; im Fall von Mauer MR 2 lag dieser unter dem flächigen Kalkverputz. Das Vorfundament wurde lediglich am Nordhaupt von Mauer MR 2 erreicht20, es bestand aus vergleichsweise grob zugerichteten Kalkbruchsteinquadern, verfugt mit hellgrauem Kalkmörtel, dem viel Feinkies beigemischt wurde. Der Ausbruch ▶ 8,4 stammt noch aus römischer Zeit. Möglicherweise handelt es sich um ein nachträglich ausgebrochenes Balkenlager, dessen Zweck allerdings nicht mehr festzustellen ist. Lediglich in Taberna W7 konnte eine Frontmauer ▶ 6 MR 721 gefasst werden. Diese wurde durch den neuzeitlichen Stollen stark in Mitleidenschaft gezogen und war entsprechend schlecht erhalten. Sie lässt sich mit Mauer MR 21 von J. Rychener gleichsetzen und ist entsprechend der Steinbauperiode II.1 zuzuweisen; allerdings sind die Schichtanschlüsse aufgrund der neuzeitlichen Störung gekappt. Sowohl Mauer MR 2 als auch Mauer MR 3 weisen Senkungsrisse auf ▶ 9, 2. Diese dürften zum einen auf unzureichende Fundamentierungen zurückzuführen sein, zum anderen der Tatsache geschuldet sein, dass sie an die Strebepfeiler der Temenosmauer anstossen und sich entsprechend nicht gleichmässig setzen konnten22. Sowohl Taberne W6 als auch W7 weisen im Inneren als jüngste erhaltene Böden je einen verkohlten Bretterboden auf ▶ 10,2–4; 12,7; 12,1123. Ob das damit nachgewiesene Schadensfeuer gleichzeitig das Ende dieser Tabernen bedeutete oder ob es anschliessende Anstrengungen gab, sie wieder instand zu setzen, ist 00.15 0.30 m SW NE MR 3 # P 5P 6 # 293.50 293.00 293.50 293.00 1 2 3 Abb.: 10 Profil 3 9.125 x 10 cm Massstab: 1:15 C. Spiess 9 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Profil P3. Umzeichnung. 1) Mauerschale MR 3 mit Fugenstrich; 2) Setzungsrisse; 3) fehlender Handquader; M. 1:15. 2621424 2621424 2621425 2621425 2621426 2621426 2621427 2621428 2621428 2621429 2621429 1264765 1264765 1264767 1264768 1264769 1264770 1264771 1264771 1264769 1264768 1264766 1264766 1264765 1264770 0 0.5 1 m Feld 7 W6 2023.054 Giebenacherstrasse Feld 6 MR 2 MR 3 1005 1003 1 2 3 4 5 2 Abb. 12 Böden in Feld 7 (W6) 9.125 x 14 cm C. Spiess 1:40 19 Der Fugenstrich wurde mit spitzer Kelle eingeritzt und vermutlich von einer rechtshändigen Person angebracht, zumindest legen das die vertikalen Striche nahe, die rechterhand etwas schräg abgeschert sind und auf deren linken Seite der Mörtel leicht hervorsteht (Den Hinweis verdanken wir Angelika Signer). 20 Oberkante Vorfundament bei ca. 292,55 m ü. M. 21 Oberkante der erhaltenen Mauerkrone bei 292,73 m ü. M. 22 Vgl. dazu Tomasevic-Buck 1984, Abb. 3 (Grabungsfoto 1979.052-029; Archiv Römerstadt Augusta Raurica). 23 ca. 293.15 m ü. M. respektive ca. 293.10 m ü. M. 24 As des Hadrian, Rom 130−138, mit deutlichen Zirkulationsspuren (Inv. 2023.052.H02407.1); Denar des Nero, Rom 66−67, mit starken Zirkulationsspuren (Inv. 2023.052.H02407.2). Datierung und Einschätzung: Markus Peter, Augusta Raurica. 25 Oberkante bei ca. 292,70 m ü. M. bis 292,60 m ü. M. 26 Oberkante zwischen 292,21 m ü. M. im Süden und 291,86 m ü. M. im Norden. 27 Oberkante bei 291,92 m ü. M.; Länge 1,65 m, Höhe 34 cm; Breite nicht gefasst. 10 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Aufsicht auf den verkohlten Bretterboden in Taberne W6. 1) Unterbau des Bretterbodens aus Planiematerial; 2) Verkohlte Bretter, rechtwinklig zu den Mauern MR 2 und 3 verlegt; 3) und 4) Verkohlte Balkenlager für den Bretter boden; 5) Brandgeröteter Unterbau des Bretterbodens. M. 1:40.
241 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess aufgrund der Kappung der Schichten nicht zu entscheiden. Zur Datierung des Holzbodens fehlt aussagekräftiges Fundmaterial; ein As des Hadrian und ein Denar des Nero aus der unmittelbar darunterliegenden Planie weisen als terminus post quem für die Errichtung der Böden frühestens in die Mitte des 2. Jh.24. Diese Planieschichten, die sowohl in Taberne W6 als auch in W7 vorliegen ▶ 11,8; 12,8, bestehen ganz oder teilweise aus Abbruchschutt. Die darunterliegenden älteren Böden25 sind schlecht erhalten; aufgrund der spärlichen Überreste sind Abfolgen von Mörtelund Lehmböden anzunehmen ▶ 13,3–7. Aufgrund ihrer stratigrafischen Lage – sie korrelieren mit den Vorfundamenten der Taberna-Trennmauern MR 2 und MR 3 – dürfte es sich hierbei um die ältesten Böden der Tabernen handeln. Auch hier fehlt aussagekräftiges Fundmaterial für eine Datierung; immerhin lassen sich die wenigen (!) Funde aus der unmittelbar darunterliegenden Planieschicht ▶ 12,4 in Taberne W7 grob in die Zeit zwischen 30 und 70 n. Chr. datieren, was allerdings ebenfalls nur als (weit gefasster?) terminus post quem für die Errichtung der Tabernen herbeigezogen werden kann. PORTIKUS UND PORTIKUSMAUERN Die Portikus konnten wir in der nördlichen Hälfte der Westfront des Hauptforums untersuchen (im Bereich der Tabernen W8–W13). Aufgrund des schräg zum Befund verlaufenden Leitungstrassees waren keine West-Ost verlaufenden Querschnitte durch die Portikus möglich, was die Phasierung und Korrelierung mit den Tabernenbefunden erschwerte. Im den Tabernen W8–W12 vorgelagerten Bereich konnten wir verschiedene, stark sandhaltige Gehund Planieniveaus der Portikus fassen ▶ 13. Diese müssen entsprechend mehrfach angehoben worden sein, ohne dass die einzelnen Niveaus datiert oder in einen grösseren Kontext gesetzt werden können ▶ 13,8–10. Bei den ältesten vorgefundenen Böden handelt es sich um Kalkmörtelböden ▶ 13,1–726. Nicht zu beantworten ist vorerst, wie das natürliche Süd-Nord-Gefälle entlang der Westfront des Haupt forums und die damit einhergehenden nicht unerheblichen Niveauunterschiede zwischen den verschiedenen Abschnitten der Portikus und der Tabernen baulich aufgefangen worden ist. Nur ganz im Norden des Leitungsgrabens konnte eine Portikusmauer MR 8 gefasst werden. Auf einem Kalksteinmauersockel waren noch zwei grosse Sandsteinquader aus grobem roten Buntsandstein27 in situ erhalten ▶ 14. Da die Oberflächen der beiden Steine zwar eben, aber sehr rau bearbeitet waren, dürfte es sich dabei am ehesten um die Unterlagssteine für die Stylobaten der Portikusmauer handeln. 1 m0.750.50.250 293.50 293.00 292.50 293.50 293.00 292.50 293.50 293.00 292.50 1 3 46 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 11 11 22 5 2 Taberne W6 MR 3 NW SE MR 2 Abb.: 13 Massstab 1:20 24.46 x 9.125 cm C. Spiess 11 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Profil P1 durch die Taberne W6. 1) Mauer MR 3; 2) Mauer MR 2; 3) Reste eines Mörtelbodens; 4) – 6) Unterbau für einen (Bretter-?)Boden; 7) Balkenrespektive «Bretter»-schatten; 8) Abbruchschutt; 9) Planie; 10) Dünnes Kalkmörtelband, Bauhorizont; 11) Unterbau Bretterboden; 12) und 13) Wie 11, brandgeröteter Unterbau für Bretterboden; 14) – 16) Verkohlte Balkenlager für Bretterboden; 17) Verkohlter Bretterboden; 18) – 21) Schuttschichten aus Mauerschutt; 22) moderner Wandkies. M. 1:20.
242 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess 0 0.25 0.5 0.75 1 m 293.00 292.50 293.00 292.50 Taberne W7 NW SE MR 5 MR 3 1 3 4 57 8 9 10 11 12 13 14 15 16 2 6 0 0.25 0.5 0.75 1 m 292.40 292.00 292.40 292.00 5 2 6 75 8 1 1 3 9 10 11 11 12 4 (Ausschnitt) 12 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Profil P5 durch die Taberne W7. 1) Mauerkern Mauer MR 5; 2) Mauer MR 3; 3) und 4) Planie; 5) Dünne Schicht Ziegelschrotmörtel; 6) Stampflehm-Boden; 7) Stampflehm-Boden; 8) Planiematerial aus Abbruchschutt; 9) und 10) Balkengräbchen, verfüllt mit Brandschutt; 11) und 12) Brandschutt mit Resten eines Bretterbodens an der UK der Schicht; 13) und 14) Schuttschichten aus Mauerschutt; 15) Verfüllung des neuzeitlichen Schatzsucherstollens; 16) moderner Wandkies. M. 1:25. 13 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Profil P10 entlang der Portikus. 1) und 2) Unterbau des Mörtelbodens; 3) und 4) Mörtelboden; 5) Mörtelbodenoberkante; 6) und 7) schlecht erhaltene sekundäre Mörtelbodenoberkante; 8) Planie; 9) und 10) Sandlinsen innerhalb der Planie Ziff. 8; 11) Brandhorizont; 12) moderner Wandkies. M. 1:20.
243 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess Die vorgefundenen Portikusbefunde möchten wir vorsichtig der Steinbauperiode II.2 zuordnen, da wir keinerlei Spuren der ältesten Portikusmauer (Mauer MR 5 nach P.-A. Schwarz, Mauern MR 16 und MR 18 nach J. Rychener) vorgefunden haben, die quer durch das freigelegte Areal verlaufen müsste. Entsprechend dürfte sie sich noch unter der Unterkante des vorliegenden Leitungsgrabens befinden. EIN (ODER VIELLEICHT DAS?) «HEIDENLOCH»? EIN NEUZEITLICHER STOLLEN AN DER WESTFRONT DES HAUPTFORUMS Dass sich im Podium des Hauptforumstempels neuzeitliche «Schatzsucher» zu schaffen machten und metertiefe Stollen gruben, ist hinlänglich bekannt28. Im Rahmen der vorliegenden Leitungsgrabungen stiessen wir nun zwischen den Mauern MR 5 und MR 6 sowie unter (!) Mauer MR 4 auf einen noch rund 30 cm hohen Hohlraum, der sich als neuer, bislang unbekannter «Schatzsucherstollen» im Bereich der Exedra (s. o. S. 238) herausstellte ▶ 15. Er war zwischen 60 und 90cm breit und mindestens 60 cm tief, wobei die Unterkante des Stollens nicht erreicht wurde. Dieser neue Stollen führt von Süden unter der ganzen Länge von Mauer MR 4 hindurch und verfügt ungefähr mittig vor Mauer MR 5 über eine Abzweigung nach Nordosten durch Mauer MR 5 hindurch in Richtung Hauptforumstempel. Er war in diesem Bereich vollständig mit Schutt verfüllt, sodass wir den weiteren Fortgang des Stollens nicht kennen. Die sehr spärlich vorhandene glasierte Keramik weist grob in das 18./19. Jh.29 Möglicherweise zeugt der Stollen vom Versuch, von Südwesten her bis zum Tempelpodium vorzudringen, um die dort vermuteten Schätze zu bergen. Dagegen spricht, dass man unter grossen Mühen einen rund 20m langen Stollen bis zum Tempel hätte ausheben müssen. Nicht zuletzt wissen wir auch nicht, ob nicht einige der Exedra-Mauern zum damaligen Zeitpunkt noch mindestens teilweise obertägig sichtbar waren, was die «Schatzsucher» dazu verleitete, auch hier nach den vermuteten Schätzen zu graben. 14 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Aufsicht auf die Sandsteinquader der Portikusmauer MR 8. 28 Parent 1804, 28; Trunk 1991, 154. 29 Für die Datierung danken wir Michael Baumann. 15 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Ein Mitarbeiter der Römerstadt Augusta Raurica untersucht wagemutig den Hohlraum des neuzeitlichen Stollens unter Mauer MR 4.
244 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess SYNTHESE DER NEUEN UND ALTEN BEFUNDE UND EIN NEUER VORSCHLAG ZUR PHASIERUNG DER WESTFRONT DES HAUPTFORUMS Anhand der vorgelegten Befunde möchten wir nun die bislang geltende Phasierung der Westfront präzisieren30 ▶ 16. HOLZBAUPERIODE ▶ 16 ,a Die Temenosmauer wird von P.-A. Schwarz der frühesten Bauperiode zugewiesen31. Wie das Studium der Altgrabungsakten von K. Stehlin aus dem Jahr 1919 zeigt ▶ 3, war die Exedra im Verband mit der Temenos mauer errichtet; folglich muss der Grundriss der Holzbauperiode um diesen Raum ergänzt werden. STEINBAUPERIODE I ▶ 16 ,a Die vorliegende Grabung lieferte keine neuen Befunde zur ersten Steinbauperiode; auch hier ist allerdings die Exedra an der Westfront zu ergänzen. STEINBAUPERIODE II. 1 ▶ 16 ,b Vermutlich nach 70 n. Chr. wurden die Tabernen zusammen mit einer ersten Portikus (2023 nicht gefasst) errichtet. Als Tabernenfront diente Mauer MR 7, die auf einer Flucht mit Mauer MR 21 von J. Rychener liegt. Wie er bereits feststellt, sind die Tabernentrennmauern und Mauer MR 7/MR 21 «über Eck (!) im Verband gemauert»32 – sie müssen folglich gleichzeitig errichtet worden sein. Im Bereich der Exedra bereitet dieser Befund aller dings Schwierigkeiten: Mauer MR 7 liegt in der Flucht des unteren, durch den neuzeitlichen Stollen zerstörten Bereiches von Mauer MR 4; es drängt sich also der Eindruck auf, es handle sich um dasselbe Mauerwerk. Wie oben dargelegt wurde, kann Mauer MR 4 aber erst in einer späteren Phase errichtet worden sein. Aufgrund der neuzeitlichen und modernen Störungen am Übergangsbereich von Mauer MR 4 und Mauer MR 7 können wir die Situation nicht mehr endgültig auflösen. Denkbar ist, dass die Tabernen front im Bereich der Exedra nicht fortgeführt wurde, sondern unterbrochen war. Die so entstandene Nische könnte leer gestanden haben, oder aber z. B. für eine Inschrift oder die Aufstellung von Ehrenstatuen genutzt worden sein. Sollte Mauer MR 7 tatsächlich fortgeführt worden sein, könnte sie im Bereich der Exedra zu einem späteren Zeitpunkt abgerissen und an ihrer Stelle Mauer MR 4 neu errichtet worden sein; alternativ könnte Mauer MR 4 auch auf Mauer MR 7 errichtet worden sein, wobei Mauer MR 7 in diesem Fall durch den neuzeitlichen Stollen unter Mauer MR 4 zumindest teilweise abgetragen worden wäre. Beide Alternativen scheinen möglich, aber wenig wahrscheinlich. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang darauf, dass unmittelbar westlich des Hauptforums um 70/80 n. Chr. das erste Theater (sogenanntes ArenaTheater) errichtet worden ist33. Der Gedanke, dass die ältesten Tabernen – inklusive der vorgelagerten Portikus – als Reaktion auf diesen Bau oder allenfalls sogar als Bestandteil eines grösseren, das Hauptforum und den Neubau des Theaters umfassenden Bauprogramms errichtet worden sein könnten (porticus post scaenam?), ist reizvoll – er lässt sich allerdings mit dem momentanen Kenntnisstand nicht belegen. STEINBAUPERIODE II. 2 ▶ 16 ,c Im Verlauf der 2. Hälfte des 2. Jh. wurde Mauer MR 6 (entspricht Mauer MR 20 bei J. Rychener) neu errichtet, was die Tabernen um rund 60 cm vergrösserte. Gleichzeitig wird die Portikus nach Westen verschoben und eine neue Portikusmauer errichtet (Mauer MR 8). Im Bereich der Exedra wird Mauer MR 6 im Abstand von ca. 60cm zu Mauer MR 5 errichtet. STEINBAUPERIODE II. 3 ▶ 16 ,d Der Zwischenraum zwischen den Mauern MR 5 und MR 6 wird mit Mauer MR 4 «aufgefüllt», wobei Mauer MR 6 zu diesem Zweck bis zur erhaltenen Mauerkronenhöhe abgetragen wurde. Schliesslich wird auch Portikusmauer MR 8 während der Steinbauperiode II.3 aufgegeben und ein neues, eher improvisiert wirkendes Portikusmäuerchen südwestlich vor Mauer MR 8 errichtet34. Der bauliche Kontext für diese Massnahmen ist anhand der vorliegenden Befunde ebenfalls nicht abschliessend zu klären. Seit längerem wird für den Bereich der Exedra ein Einrespektive Zugang zur area sacra des Hauptforums postuliert; die Möglichkeit, im vorliegenden Befund den Unterbau für einen Treppenaufgang zu sehen, ist entsprechend reizvoll, jedoch vorerst nicht zu beweisen. Die Exedra wäre in diesem Fall umfunktioniert und ihre Orientierung um 180 Grad gedreht worden35. 30 Der Einbezug der Nordund Südfront in diese Phasierung konnte im Rahmen dieser Auswertung nicht geschehen und bleibt ein Desiderat für die Zukunft. 31 Schwarz 1991, 155. Auch Ludwig Berger folgt ihm diesbezüglich: Berger 2012, 70. 32 Rychener 2004, 89 und Abb. 19. 33 Hufschmid 2012, 106−108. 34 Mauer MR 1 bei Schwarz 1991, 154 und Abb. 3,12. 35 Vgl. dazu etwa in Aventicum/ Avenches: Trunk 1991, 181, Abb. 124.
245 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess Abb 19 Phasenplan 15,5 x 23.4 cm Massstab: 1:600 Exedra Exedra area sacra area sacra ExedraExedra area sacra 16 a Holzbauperiode und Steinbauperiode I 16 b Steinbauperiode II.1 16 c Steinbauperiode II.2 Hauptforum Hauptforum Hauptforum area sacra Hauptforum 16 d Steinbauperiode II.3 16 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Neuer Phasenplan der Westfront des Hauptforums. Schwarze Mauerzüge: ausgegraben; graue Mauerzüge: logische Ergänzung; rote Mauerzüge: dokumentiert 2023; Südund Nordfront des Hauptforums sind nicht ausgewertet. a) Holzbauperiode und Steinbauperiode I (blau): Die Temenosmauer wird errichtet. Die Exedra ist Bestandteil dieser Mauer. Die Westfront bleibt während der Steinbauperiode I unverändert. b) Steinbauperiode II.1 (grün): Die Tabernen W1 bis W14 werden errichtet, unsere Mauer MR 7 bildet die Tabernenfront. Westlich vor der Exedra-Aussenmauer entsteht eine Nische. Eine erste Portikus wird errichtet (im Jahr 2023 nicht gefasst). c) Steinbauperiode II.2 (gelb): Mauer MR 6 wird errichtet und so die Tabernen vergrössert. Gleichzeitig wird die Portikus verbreitert und in diesem Zug die Portikusmauer MR 8 errichtet. d) Steinbauperiode II.3 (orange): Westlich vor der Exedra wird zwischen die Mauern MR 5 und MR 6 die Mauer MR 4 errichtet, die gleichzeitig auch MR 6 überlagert. M. 1:600.
246 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VERGLEICH DER BAUPHASEN DES MAUERKOMPLEXES AUF DER MITTELACHSE DES HAUPTFORUMS AN DER WESTFRONT MIT DERJENIGEN DER CURIA Wie bereits erwähnt, führt die Längsachse der Hauptforumsanlage durch den Mauerkomplex der Mauern MR 4, 5 und 6. Auf dieser Achse befindet sich an der Ostfront die Curia ▶ 1. Mit dieser hat sich der Jubilar während seiner Tätigkeit als Grabungsleiter in Augst intensiv auseinandergesetzt36. Diese wurde in den letzten Jahren dokumentiert und einige Ergebnisse dazu vorgelegt37. Grob zusammengefasst werden darin drei grössere Bauphasen für das Monument vorgeschlagen. Die drei Mauern MR 4, 5 und 6 an der Westfront des Forums präsentieren sich zumindest anhand des im vorliegenden Vorgangs gewonnenen Einblickes als ein zwischen neuzeitlichen Eingriffen isolierter antiker Befund. Da sie in der Höhe klar voneinander abgesetzte Fundamentoberkanten und auch unterschiedliche Beschaffenheiten aufweisen, scheinen sie drei unterschiedlichen Bauphasen zu entstammen. Im Folgenden sollen diese drei hypothetischen Bauphasen anhand ihrer baulichen Merkmale mit den dreien der Curia verglichen werden, und zwar losgelöst von allen bisher vorgenommenen Chronologieversuchen der Westfront des Hauptforums. Die daraus gezogenen Schlüsse sind als vorläufige Arbeitshypothesen aufzufassen, die an zukünftigen Ergebnissen zu messen sein werden. Die älteste Mauer ist MR 5 ▶ 6. Die Unterkante ihres aufgehenden Mauerwerks wurde auf der Notgrabung nicht erreicht. Sie besteht aus sehr regelmässig gearbeiteten, eher kleinen Handquadern, die in ihrer akkuraten Schichtung und Überlappung ein äusserst exaktes Bild abgeben. Die Maueroberfläche ist in sorgfältig ausgeführtem pietra-rasa-Verputz und Fugenstrichen gehalten, deren guter Erhaltungszustand bei der Freilegung verblüffend war ▶ 4; 5. Diese Merkmale treffen vollumfänglich auch auf die ältesten Mauerbereiche der Curia zu38. Die zweite Phase der Curia wird im heute noch erhaltenen Befund durch die im Rauminneren gerade verlaufende, rückwärtige Mauer repräsentiert, die aus unregelmässigeren Handquadern besteht und dünne Ausgleichslagen aufweist. Damit gibt sie ein weniger sorgfältiges Gesamtbild ab als das ältere Mauerwerk der Curia. Ein Vergleich dieses Erscheinungsbildes mit Mauer MR 6 ▶ 1739, der zweiten Bauphase an der Westfront des Forums, ist schwierig, da ihre Nordostansicht aufgrund des Zeitdruckes und der engen und tiefen Grabenverhältnisse nur fotogrammetrisch 1 2 3 4 6 8 10 9 11 12 14 13 14 15 7 13 13 5 1 m0.750.50.250 293.00 292.50 293.00 292.50 MR 6 SE NW MR 6 Mauerkern MR 6 P 12 # Schalung Schalung Schalung Schalung Schalung Schalung 17 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Südwestprofil P6 auf der Höhe der Exedra; 1) Fundament der Mauer MR 6 aus Kalkbruchsteinen; 2) Ausgleichslage der Mauer MR 6 aus Kalkbruchsteinen; 3) durch die später angefügte MR 4 mit hartem Mörtel verschmierte nordöstliche Schale der Mauer MR 6; 4) auf die Mauer MR 6 ragende Partie der Mauer MR 4; 5) verkippte Partie der Mauerschale von Mauer MR 6, verursacht durch die Störung Ziff. 13; 6) aufgebrochenes Fundament Mauer MR 6; 7) aufgebrochener Kern Mauer MR 6; 8) Planie; 9) Gerölle und grössere Kalkbruchsteine; 10) Zwei grosse Bruchsteine aus kreidigem Korallenkalk; mögliche Mauerpartie eines 2003 festgestellten Mauerzugs, vgl. Abb. 6; 11) Gerölle und grössere Kalkbruchsteine; 12) Störung durch moderne Leitung; 13) neuzeitliche Störung; 14) moderne Störung; 15) moderner Leitungsgraben. M. 1:33.
247 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess dokumentiert worden ist. Sicher ist Mauer MR 6 aber nicht so sorgfältig gebaut wie die ältere Mauer MR 5. Die Mauern der jeweils zweiten Bauphase haben gemeinsam, dass in ihnen vermutlich grössere Werksteine verbaut wurden, die vor der Überprägung durch die jüngsten Mauerstrukturen entnommen worden sind. In der Curia ist dies an einer Stelle mit einer Schneiderfuge über drei Steinlagen hinweg und einem sauberen Mörtelnegativ sehr wahrscheinlich der Fall40. Bei Mauer MR 6 finden sich ebenfalls Hinweise auf einen ehemals darin enthaltenen Werkstein. Ihre oberste erhaltene Steinlage ist von Südost ge sehen über 3,40 m hinweg ungefähr auf der gleichen Höhe von 292,90 m ü. M. erhalten (abgesehen von Breschen moderner Leitungen), bricht dann abrupt ab und ist im Nordwesten wieder über gut einen Meter hinweg auf einer einheitlichen Höhe von etwa 292,30 m ü. M. vorhanden ▶ 6. Die erste Steinlage, die auf diesem unteren Niveau aufliegt, zeichnet sich durch eine durch den Mauerkern durchreichende, linear winklig zur Mauerflucht verlaufende Nordwestkante aus ▶ 19. Dies liess bereits auf der Grabung den Verdacht aufkommen, es könnte sich um einen Anstoss an einen in der Mauer platzierten Werkstein handeln, auch wenn von einem Mörtelnegativ nichts mehr festgestellt werden konnte. Eine 2003 angetroffene Mauer41 zieht von Südwesten her rechtwinklig auf diese Flucht, was den Verdacht erhärtet. Im Südwestprofil könnten zwei grössere Kalkbruchsteine diese Mauer repräsentieren ▶ 18; 10. Natürlich genügt das Vorhandensein von grösseren Werksteinen nicht für einen Phasenvergleich, dafür aber die Art und Weise, wie mit den entstandenen Leerstellen nach ihrer Entnahme in der jüngsten Bauphase umgegangen wurde. In der Curia gab es neben dem erwähnten Steinnegativ noch andere Lücken, allen voran drei im ältesten Mauerwerk vorhandene Fenster öffnungen und eine Türöffnung, die vor dem weiteren Aufbau in der jüngsten Phase zuerst in einem separaten Arbeitsschritt ausgefüllt wurden. Damit wurde die Auflage für den weiteren Aufbau egalisiert und gefestigt42. Diese Verfüllungen heben sich vom darüberliegenden Mauerwerk der Curia durch eine unsorgfältige Schichtung und besonders durch ziemlich mörtelverschmierte Oberflächen deutlich ab. Gegen unten scheint sie sogar gegen die Schuttauffüllung der Curia gemauert worden zu sein ▶ 19. Im aktuellen Zusammenhang soll als Merkmal dieser mörtelverschmierte Habitus hervorgehoben werden. Dieses Erscheinungsbild dürfte auf einen besonders harten Mörtel zurückzuführen sein, zumal der Mauermörtel, vom Verputz ganz zu schweigen, an allen anderen Mauerbereichen fast ausnahmslos stark erodiert ist. Springt man gedanklich wieder zur Westfront, so zeichnet sich dort die jüngste Mauer MR 4 dadurch aus, dass ihre Partien, die in die Vertiefung der Mauer MR 6 oder in den Zwischenraum der Mauern MR 5 und MR 6 hineinreichen, unregelmässig gesetzt und mit einem sehr harten Mörtel zusammengefügt wurden ▶ 7,443, was sich beim Abbau dieser Partien bemerkbar machte: nicht selten brach der Stein vor der Mörtelbindung. 36 Siehe dazu insbesondere Schwarz/Trunk 1991. 37 Friz/Hufschmid 2022. 38 Friz/Hufschmid 2022, 162, Abb. 7. 39 Diese Phase entspräche in der oben beschriebenen Chronologie der Steinbauperiode II.2. 40 Friz/Hufschmid 2022, Abb. 18. 41 Siehe Grabung 2003.051, MR 17. Die zum damaligen Graben quergestellte Mauer weist eine maximale Höhe von 292,62 m ü. M. auf, mit einem Vorfundament, dessen Oberkante auf 292,40 m ü. M. liegt. 42 Friz/ Hufschmid 2022, 176. 43 Beim Abbau wurden einige Mörtelproben gesammelt. 18 Augst BL, Leitungen Giebenacherstrasse (2023.052). Plattformartige Oberfläche auf Oberkante von MR 6 nach Abbau von MR 4, gegen hinten abrupter Anstieg. Von Nordwesten. 19 Augst BL, Curia (Intervention 2021.066). Blick innerhalb der Curia auf die Fensterverfüllung eines der drei zugemauerten Fenster. Die Verfüllung ist im Vergleich zum angrenzenden Mauerwerk unregelmässig und vor allem im oberen Bereich mörtelverschmiert. Oberhalb des vermauerten Fensters folgt regelmässig gesetztes Handquadermauerwerk. Von Westen.
248 ianua patet cor magis VERFLIXT UND ZUGEMAUERT Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess Eine Parallele zwischen der jüngsten Bauphase in der Curia und der jüngsten an der Westfront könnte also sein, dass vor dem weiteren Aufbau auf die bestehenden Strukturen Vertiefungen und fehlende Überbrückungen zur Egalisierung des neuen Baugrunds unter Verwendung sehr harten Mörtels aufgefüllt wurden. Diese technische Verwandtschaft ist bemerkenswert; selbst, wenn es sich nicht um dieselbe Bauphase handeln sollte, zeugt sie doch von der gezielten Anwendung bestimmter Mörtelmischungen zu bestimmten Zwecken. Doch es gibt weitere Indizien dafür, dass die Bauphase der Fensterund Türverfüllungen und überhaupt das Auflassen und Verfüllen des Untergeschosses der Curia einerseits und die Bauphase der Überprägung der Mauer MR 6 an der Westfront und deren Überbrückung an Mauer MR 5 mittels einer plattformartigen Struktur MR 4 andererseits durchaus dem gleichen Bauprogramm angehören könnten. Zu den benachbarten, südöstlich des Mauerkomplexes gelegenen zwei Tabernen W6 und W7 wurden im selben Vorgang 2023.052 Unterbodenschüttungen gefasst, auf denen Holzböden angebracht waren. Es handelt sich um massive, ca. 40−50 cm mächtige Aufschüttungen aus Mörtelschutt ▶ 11,8–9; 12,8. Des Weiteren enthielt der Mauerkern der jüngsten Mauer MR 4 im mit hartem Mörtel ausgeführten Bereich Kalkbruchsteine mit Brandspuren. Ein eigentlicher Übergang vom Fundament ins aufgehende Mauerwerk wurde an der Mauer MR 4 nicht beobachtet; die südwestliche Mauerschale entspricht der südwestlichen Schale der sich direkt darunter befindlichen Mauer MR 6, und die nordöstliche schmiegt sich an MR 5 ▶ 20. Folgt man der Annahme, dass die erhaltene Unterkante der zwischen die Mauern eingefügten Mauerbereiche identisch ist mit der einstigen für die jüngste Bauphase benötigten Unterkante (mit gänzlicher Sicherheit können wir das wegen des neuzeitlichen Stollens nicht feststellen, s. S. 243), so könnte man aufgrund der Höhen den Mörtelschuttboden und diese jüngste Mauerstruktur in die gleiche Bauphase verorten. Nach dem Brand der älteren Basilica und der Curia wurde das Gehniveau in den betroffenen Bereichen erheblich erhöht; so liegt das der jüngeren Basilica rund 70 cm höher44. In diesem Kontext könnten die Aufschüttungen in den Tabernen W6 und W7 der Westfront stehen, eventuell auch die mächtige Planie in der Nordhälfte der Westfront ▶ 13,8. Auch in der Curia wurden nach dem grossen Brand in den Fensterverfüllungen, die inwendig nicht auf Sicht gemauert wurden, nachweislich Bruchsteine rezykliert, ähnlich wie in der jüngsten Mauerstruktur an der Westfront. Bei einem zusammenhängenden architektonischen Komplex wie dem Hauptforum ist davon auszugehen, dass sich ein Brand von Basilica und Curia nicht nur auf diese Bauten beschränkte. In der Folge könnte man vermuten, dass nicht nur die Curia und Basilika eine Rundumerneuerung erfahren haben, sondern die gesamte Hauptforumsanlage. Die noch brauchbaren Bruchsteine wurden in den beschriebenen Fundamentarbeiten verbaut, der abgeschlagene Mörtelschutt in den Tabernenböden oder der Basilica45 verwendet, und das restliche unbrauchbare Material wurde entweder im Untergeschoss der Curia oder anderswo entsorgt, bevor 292.00 292.40 292.80 293.20 292.00 292.40 292.80 293.20 NE SW P 5 P 6 Niveau unter Mörtelschutt schematisierte Mauerquerschnitte aus dem Vorgang 2003.051, ungefähr in der Mitte der Taberne W6 Niveaus aus Taberne W7 aus dem Vorgang 2023.052 Niveau Bretterboden auf Mörtelschutt schematisierte Mauerquerschnitte aus dem Vorgang 2023.052, ungefähr in der Mitte der südlichen Hälfte der Exedra-Westmauer Verfüllung Heidenloch Hohlraum MR 6 Fundament MR 6 MR 5 MR 21 MR 20 MR 4 20 Augst BL, Westfront (Intervention 2023.052). Schematische Mauerquerschnitte aus dem vorliegenden Vorgang und von 2003.051. 44 Trunk 1991, 49. 45 Trunk 1991, Abb. 21.