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EXILE? ON MAIN STREET?1 DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTER- HÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT

Gesellschaft pro Vindonissa; Allemann, Martin; Flückiger, Anna

Abstract

Im späten 5./frühen 6. Jh. n. Chr. wurde – östlich der spätantiken Befestigung aufdem Basler Münsterhügel und (nord-)westlich der Gräberfelder Aeschenvorstadtund St. Alban-Vorstadt – ein kleines Gräberfeld angelegt: Basel-Antikenmuseum.Besonders die reichen Ausstattungen in Grab 3 und 4 stechen hervor. Ausgehendvon der Frage, in welchem Kontext der Bestattungsplatz gegründet wurde, werdenanhand neuer Aufschlüsse die Topografie sowie die Entwicklung von Siedlungs-und Bestattungsplätzen im Umfeld dargelegt. Dies soll den Fundplatz für neueInterpretationen zugänglich machen.

Full text

IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-ANDREW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG ianua patet cor magis IANUA PATET COR MAGIS ANA Z. MASPOLI SANDRA AMMANN HANNES FLÜCK SVEN STRAUMANN (HRSG.) XXXIII Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa FESTSCHRIFT FÜR PETER-A NDR EW SCHWARZ ZUM 65. GEBURTSTAG GESELLSCHAFT PRO VINDONISSA © 2025 by Gesellschaft Pro Vindonissa, ch-5200 Brugg Promoted by LIBRUM Publishers & Editors LLC, Basel, Frankfurt a. M. isbn 978-3-907662-14-4 ianua patet cor magis by individual Authors is licensed under a Creative Commons AttributionNonCommercial 4.0 International License. www.creativecommons.org Open Access bei: www.librumopen.com doi 10.19218/3907662144 KORREKTORAT. Stefan Worminghaus, Rudolf Känel KOORDINATION. Hannes Flück, Sandra Ammann, Ana Z. Maspoli, Sven Straumann und Jörg Blum GESTALTUNGSKONZEPT, BILDREDAKTION, UMSCHLAG UND SATZ . Jörg Blum, Zürich BILDBEARBEITUNG. Thomas Humm, humm dtp Matzingen, und Jörg Blum, Zürich DRUCK. Druckhaus Müller, Langenargen (D) klima-druck.de ID-Nr. Druckprodukt CO₂ kompensiert Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur Kompensation und dem gewählten GoldstandardKlimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID. 24181679 Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stad t Archäologische Bodenforschung Abteilung Kultur DIE DRUCKLEGUNG WURDE ERMÖGLICHT MIT FINANZIELLEN BEITRÄGEN VON FOLGENDEN INSTITUTIONEN. Swisslos-Fonds Kanton Aargau Dr. Daniel Schuhmann Fonds Stiftung Pro Augusta Raurica Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt Kantonsarchäologie Aargau Kantonsarchäologie Solothurn Kantonsarchäologie Zürich Kantonsarchäologie St.Gallen Kantonsarchäologie Schaffhausen Archäologie, Hauptabteilung Kultur, Glarus Archäologischer Dienst Graubünden Section d’archéologie et paléontologie du Canton de Jura Römerstadt Augst Archäologie Schweiz Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz (ARS) Gesellschaft Pro Vindonissa Basler Zirkel für Urund Frühgeschichte Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz Albert-Weitnauer-Stiftung Departement Bildung und Kultur Fachstelle Archäologie        TITELBILD. Eingang mit Inschrift und Wappen der Familie von Salis. Palazzo Salis, Bondo. Foto: Andrea Badrutt ianua patet cor magis ZUM GELEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Ana Z. Maspoli TABULA GRATULATORIA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 BIBLIOGRAFIE VON PETER-ANDREW SCHWARZ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 LISTE DER VON PETER-ANDREW SCHWARZ AB 2007 BETREUTEN ABSCHLUSSARBEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 DIE VINDONISSA-PROFESSUR AN DER UNIVERSITÄT BASEL – EIN INTERKANTONALES ERFOLGSMODELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Thomas Doppler, Elisabeth Bleuer und Georg Matter 15 JAHRE LEGIONÄRSPFAD VINDONISSA: EINE ERFOLGSGESCHICHTE . . . . . . . . . . . 31 Rahel Göldi (K)EINE ZUKUNFT OHNE HERKUNFT? GEDANKEN ZUM STATUS QUO UND HERAUSFORDERUNGEN DER ARCHÄOLOGIE IN DER SCHWEIZ IM 21. JAHRHUNDERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Andrea Schaer GÄHNENDE LEERE? VERBREITUNGSKARTEN, IHRE GESCHICHTE UND INTERPRETATION AM BEISPIEL SPÄTREPUBLIKANISCHEN BRONZEGESCHIRRS 49 Holger Baitinger und Gabriele Rasbach ENTRE ARGENTORATE ET VINDONISSA LES CAMPS MILITAIRES JULIO-CLAUDIENS D’OEDENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Michel Reddé CIL III 4441 – EINE INSCHRIFT SUCHT IHREN TEMPEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Franziska Beutler, Christian Gugl, Gabrielle Kremer und Mario Wallner DIE JOCHWEIHUNG DES VETERANEN PRIMANIUS INGENU(U)S MIT NENNUNG DER CULTORES UND COLONI AUS KRATZENBURG . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Peter Henrich BUILD THAT WALL! ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSAUFWAND BEI DER ERRICHTUNG DER GALLIENISCHEN STADTMAUER VON VERONA . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Ulrich Stockinger RETOUR SUR LE BUSTE EN OR D’AVENCHES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .101 Michel E. Fuchs INHALT ianua patet cor magis KARNIVORE NEANDERTALER UND RÖMISCHE GERSTENFRESSER: ZUR VERKNÜPFUNG VON TIERISCHEM PROTEIN MIT «URSPRÜNGLICHER MÄNNLICHKEIT» UND MACHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .111 Brigitte Röder EQUIDEN ALS SPIEGEL VON MENSCH-TIER-BEZIEHUNGEN IN RÖMISCHER ZEIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .121 Claudia Gerling DONNÉES RÉCENTES SUR L’HABITAT GALLO-ROMAIN DE COURROUX (CANTON DU JURA) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .131 Robert Fellner et Céline Robert-Charrue Linder EINE EISENPFEIFE VON DER SPÄTLATÈNEZEITLICHEN HÖHENBEFESTIGUNG MONTCHAIBEUX (JU) – ENDLICH EIN BEWEIS FÜR KELTISCHE PFEIFENRAUCHER? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .141 Raphael Berger, Andreas Heege und Elena Prado EIN GLÜCKSBRINGER AUS DER VILLA RUSTICA VON FLUMENTHALATTISHOLZWALD IM KANTON SOLOTHURN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .155 Mirjam Wullschleger HANDWERK IM BILD – BERUFSDARSTELLUNGEN AUF RÖMISCHEN GEFÄSSEN ALS AUSDRUCK GEMEINSCHAFTLICHER IDENTITÄT: EIN NEUER BLICK AUF EINEN ALTBEKANNTEN FUND AUS STUDEN BE/PETINESCA . . . . . . . . . . . . . . . . .165 Christa Ebnöther und Andrew Lawrence mit Beiträgen von Markus Scholz und Günther E. Thüry SCHON DREIMAL AUSGEGRABEN UND DENNOCH ETWAS GEFUNDEN – DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LENDENBERG BEI SCHLEITHEIM . . . . . . . . . . . . . . . .179 Valentin Homberger «THE BITE OF A SNAKE» EINE GUSSFORM FÜR SCHLANGEN ARMREIFEN AUS KEMPRATEN . . . . . . . . . . . . . . . .191 Regula Ackermann, Hannes Flück und Markus Helfert AUF DER SUCHE NACH DER PIONIERBESIEDLUNG. ZUR FRÜHZEIT VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Sven Straumann, Sandra Ammann und Hans Sütterlin AUGUSTUS IN AUGST: EIN BRONZE NACHGUSS DER STATUE VON PRIMAPORTA IM GARTEN DER VILLA CLAVEL UND DIE ITALIENISCHE KUNSTINDUSTRIE . . . . 221 Martin A. Guggisberg VERFLIXT UND ZUGEMAUERT – NEUES ZUR WESTFRONT DES HAUPTFORUMS VON AUGUSTA RAURICA . . . . . . . . . 233 Juha Fankhauser, Simon Friz, Cédric Grezet und Claude Spiess VOM FEILKLOBEN ZUM SCHRAUBSTOCK – 2000 JAHRE KLEMM VORRICHTUNGEN IM HANDWERK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 Alex R. Furger ERRARE HUMANUM EST: EIN ANTONINIAN FÜR TETRICUS II. MIT FEHLERHAFTER LEGENDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Markus Peter ianua patet cor magis SCHÄDEL GEFUNDEN! NEUES ZUM PLATTENGRAB BEIM FELDHOF IN AUGUSTA RAURICA/AUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271 Michael Baumann EINE SELTENE BEIGABE IN EINEM FRÜHMITTELALTERLICHEN FRAUENGRAB AUS KAISERAUGST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 Simone Mayer ZU ZWEI NEUENTDECKTEN ZIEGELPLATTEN MIT GRAFFITI AUS DEM CASTRUM RAURACENSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 Jakob Baerlocher PRIMI VINDONISSENSES – DIE SPÄTLATÈNEZEITLICHEN BRANDGRÄBER DER GRABUNG WINDISCH-SPILLMANNWIESE V.003.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Örni Akeret, Cornelia Alder, Sabine Deschler-Erb und Lara Kurmann ACHILL AUF EINEM GOLDRING MIT GLASKAMEO AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . 311 Regine Fellmann Brogli und Stefanie Martin-Kilcher EIN BISSCHEN GLAS MUSS SEIN! ZU EINER GESICHTSPERLE AUS DEM GRÄBERFELD AM REMIGERSTEIG IN VINDONISSA/BRUGG AG . . . . . . . . . 321 Sylvia Fünfschilling EINE TÖNERNE STÜTZFIGUR AUS VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 327 Rudolf Känel LETZTE RUHE MIT RHEINBLICK. NEUES UND ALTES ZU DEN SPÄTANTIKEN BESTATTUNGEN IN MUMPF . . . . . . . . . . 335 Nathalie Hertig AUF DEM WINDISCHER SPORN – ANMERKUNGEN ZU EINER SPÄTRÖMISCHEN BEFESTIGUNG VON VINDONISSA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Matthias Flück und Jürgen Trumm MAUERN UND MÜNZEN AUF DER EGG ZWISCHEN MANDACH UND VILLIGEN – EINE ALTE GRABUNG IN NEUEM LICHT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361 Valentin Häseli EIN ZERSTÖRTES GRÄBERFELD DER MITTELKAISERZEIT AN DER AESCHENVORSTADT IN BASEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375 Markus Asal EXILE? ON MAIN STREET? DIE SPÄTANTIK-FRÜHMITTELALTERLICHEN BESTATTUNGEN ÖSTLICH DES MÜNSTERHÜGELS (BASEL-ANTIKENMUSEUM) UND IHR KONTEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Allemann und Anna Flückiger WIE KOMMT EINE TÖRICHTE JUNGFRAU VOM MÜNSTER NACH ST. LEONHARD? TRANSFER EINES BASLER STATUEN FRAGMENTES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399 Christoph Philipp Matt SECOND LIFE DER DINGE: BASLER SPOLIEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 Hans-Rudolf Meier KOT, KULT UND KÜCHE – TAUBEN IN MARRAKESCH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419 Thomas Reitmaier und Raphael Sele ABKÜRZUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 429 393 ianua patet cor magis EXILE? ON MAIN STREET? Martin Allemann und Anna Flückiger arms, weit südlich des St. Alban-Grabens zu rechnen. Ein Argument dafür könnten weitere Gräber im Bereich der Abzweigung St. Alban-Vorstadt/Malzgasse sein58. FRÜHMITTELALTER: DIE BESTATTUNGEN BEIM ANTIKENMUSEUM UND IHR UMFELD Anlass dieser Gedanken war der topografische Zusammenhang der reichen Körpergräber des späten 5./frühen 6. Jh. – eher im exile oder eher on Main St.? Seit ihrer Entdeckung ist klar, dass die Verstorbenen in Grab 3 und 4 nicht komplett isoliert bestattet wurden: Im Innenhof des Antikenmuseums waren schon mehrfach Körpergräber gefunden worden59. All diesen ist aber die ungleich bescheidenere Beigabenausstattung gemeinsam. Schon 1916 dokumentierte Karl Stehlin ein beigabenloses Skelett im Westen der Liegenschaft Luftgässlein 660. Eine silberne Gürtelschnalle des 5. Jh. kam 1979 bei Leitungsbauten zum Vorschein61. In Hinterhäusern der Bäumleingasse stiess man 1992 und 2003 auf je ein Körpergrab, wobei das von 1992 in spätantike Planieschichten eingriff: wohl den Aushub des zweiten Spitzgrabens62. Zuletzt wurden 2023 zwei Körpergräber gefasst. Das vollständiger erhaltene, beigabenlose Skelett 1.1 lag zwischen den Gräbern westlich der Gasse und denjenigen des Innenhofs63. Das modern stark gestörte Skelett 2.1 wird ins 5. bis 6. Jh. datiert64. Für Aufsehen sorgten 1999 die beiden ca. SW-NO ausgerichteten Körpergräber 3 und 4. Mit der Schmuck ausstattung aus massivem Silber der Frau (Kolbenarmring, feuervergoldetes, nielliertes Bügelfibelund Kleinfibelpaar (s. u.), Fingerring) sowie dem cloisonnierten Taschenbeschlag des Mannes wurden «Angehörige einer gehobenen Bevölkerungsschicht»65 gefasst: Beide Gräber enthalten exquisite Sonderanfertigungen. ▶ 4 ordnet die (Grab-) Funde aus dem Areal typochronologisch ein, wobei den Tierfibeln aus Grab 3 nachfolgend ein Exkurs gewidmet ist. Doch wie verhält es sich mit dem sozialen Status der beiden Bestatteten wirklich? Silberne Kolbenarmringe, die einzeln getragen wurden, hat Ursula Koch (2010) zusammengestellt. Nahezu zeitgleich und fast gleich ausgestattet sind die Gräber 126 und 230 in Basel-Kleinhüningen. U. Koch bezeichnet die Trägerinnen der Silberarmreife als einer sozialen Elite angehörig, wobei bislang im Merowingerreich als einzige Frau die vermutete Königin aus dem Kölner Dom einen Kolbenarmring aus Gold trug66. Besondere Einzelstücke sind auch die Kleintierfibeln (s. u.). Eine Gürteltasche mit Almandincloisonné in einem Silberrahmen, wie sie der Mann in Grab 4 trägt, ist in der Ausfertigung noch wesentlich seltener und kommt nur, mit Gold, im Grab II von Apahida (RO, in anderer Form) vor sowie einige Generationen später in Sutton Hoo Grab 1 (GB) – beides vermutete Königsgräber67. Weitere cloisonnierte Taschenbügel sind üblicherweise mit sogenannten Goldgriffspathen vergesellschaftet, was die elitäre Stellung der Träger verrät68. Noch unpubliziert war eine silberne, vergoldete ovale Fassung mit Perlrand und Steineinlage – sehr wahrscheinlich Almandin ▶ 5. Sie wurde bislang für einen möglichen Ringbesatz gehalten. Hier wollen wir das Stück, auch aufgrund seiner Lage im Grab nahe der Tasche, als Taschenbesatz vorschlagen ▶6. Die zwei Öffnungen auf seiner Rückseite deuten eher auf dessen Anbringung (mittels Nieten oder 5 Basel, Antikenmuseum Grab 3. Seitenund Rückansicht der Fassung mit Stein. Etwa in 2-facher Grösse abgebildet. 6 Basel, Antikenmuseum, Grab 3. Der cloisonnierte Beschlag der Gürteltasche mit Vorschlag zur Positionierung des gefassten, ovalen Steines in der Taschenmitte oben. Etwa in Originalgrösse abgebildet. 394 ianua patet cor magis EXILE? ON MAIN STREET? Martin Allemann und Anna Flückiger Aufnähung) auf einer organischen Unterlage denn auf einem Ring69. Fazit: Vor ihrem Tod waren die beiden Bestatteten in Grab 3 und 4 also sicherlich die politischen leader ihrer Siedlung beziehungsweise wurden von ihren Hinterbliebenen als solche bestattet. Ihre Ausstattung zeigt eine weitreichende überregionale Vernetzung an. EXKURS: DIE KLEINFIBELN AUS GRAB 4 Das Studium der reichen Grabfunde erforderte eine Neudeutung der silbernen Kleinfibeln mit Vierbeinern im Tierstil I aus dem Frauengrab 4 ▶ 770. Im ganzen Tierstil I und unter allen Kleinfibeln gibt es keine Gegenstücke. Michael P. Speidel war sich sicher, es handle sich um zwei Otter71. Die Vierbeiner indes gehen auf spätrömische Vorbilder z. B. des Kerbschnittstils zurück und haben nichts für Otter Spezifisches an sich. Selbst der Schwanz, unüblich an manchen Vierbeinerdarstellungen, ist vorhanden etwa bei Pferden72. Die geöffnete Maulform mit Nüstern ist ebenfalls bei Pferdedarstellungen bekannt ▶8,a73. Zweifellos zeigen die Fibeln Tiermenschen, eine sog. Mensch-Tier-Transformation74: Das Gesicht ist doppelt lesbar. 90° nach links gedreht, rückt ein menschliches Gesicht in den Vordergrund75 ▶ 8,b. Die Forschung geht heute meist von einer beschützenden Kraft («Wirkmächtigkeit»), dieser Figuren für die Träger:innen der Artefakte aus76. Vergleiche sowohl für die Tierals auch die Menschendarstellung gibt es von Vorbildern im Tierstil I ▶ 8,c–f. Dort sind die tierischen Nüstern/ menschlichen Augen jedoch symmetrisch. Das linke Auge des Tiermenschen (bzw. die rechte Nüster des Tiers) weist in Basel-St. Alban aber statt einem zwei Querstriche auf. Die Ungleichheit zweier Augen oder einäugige Wesen im Tierstil sind, wenn vorhanden, dann gewollt. Sie werden oft mit Odin in Verbindung gebracht, der ein Auge gab, um Weisheit zu erlangen77. Dennoch ist schwierig zu beurteilen, ob eine Gleichsetzung mit dem Odin des nordischen Pantheons dadurch bereits gerechtfertigt wäre78. Bemerkenswert ist auch der erste Finger der Hände/Vorderbeine, der sich in einem Band bis in den Rand des Tierkörpers fortsetzt. Ein Daumen? Er wächst aus dem Handkörper heraus, entsprechend anderen Handdarstellungen der ersten Jahrhunderte n. Chr.: Die Betonung, insbesondere das Abspreizen des Daumens auf diesen Bildern, setzt Alexandra Pesch vorsichtig mit Gesten der Erkenntnisfindung 7 Basel, Antikenmuseum Grab 4. Kleinfibeln. Etwa in 2-facher Grösse abgebildet. a b c d e f 8 a–b Umzeichnung einer der Fibeln aus Basel-Antikenmuseum Grab 3 mit Kennzeichnung der Tierund Menschenkopfelemente. c–d Tierköpfe, Donzdorf, Gr. 78 und Tranum Klit/Jütland. e–f Menschliche Gesichtsdarstellungen, Ekeby; Höstentorp/Seeland. o. M. 395 ianua patet cor magis EXILE? ON MAIN STREET? Martin Allemann und Anna Flückiger in Verbindung («Seherdaumen»). Wieder ist es oft Odin, der mit diesem «Seherdaumen» dargestellt wird, etwa auf Goldbrakteaten79. Ob er aber hier dargestellt oder evoziert werden sollte, oder etwa die Wirkungsmacht, um mit den Chiffren von Händen und Augen Sehund Wissenskräfte bei der Trägerin zu stärken80, bleibt offen. FAZIT DIE GRÄBER BEIM ANTIKENMUSEUM: NEUGRÜNDUNG EINES BESTATTUNGSAREALS? Das Gräberfeld Aeschenvorstadt ▶ 1,c war mit 585 bekannten Bestattungen vom 4. durchgehend bis ins 7. Jh. belegt und gilt als eine der Kastellnekropolen81. Bereits in der frühen Kaiserzeit wurde der wesentlich kleinere Bestattungsplatz in der St. Alban-Vorstadt ▶ 1,b aufgesucht. Er wurde mindestens in der Spätantike wieder genutzt82. Der heutige Innenhof des Antikenmuseums ▶ 1,a scheint jedoch erst im Verlauf des 5. Jh. als Bestattungsareal für Körpergräber erschlossen worden zu sein. Mit der Silberschnalle 1979/37.404, dem Glasbecherfragment 1999/6.286 sowie den reichen Grabfunden der Gräber 3 und 4 beim Antikenmuseum (Grabung 1999/6) sind hier auf kleinem Raum – und in einem kurzen Zeitraum um das Jahr 500 herum ▶ 4 – Merkmale für materielle Distinktion vorhanden, wie sie für die Bestattungen um den Münsterhügel und im vorangehenden Zeitraum bislang fehlten. Waren die Angehörigen dieser Bestattungs(teil)gemeinschaft neu hinzugezogen oder hoben sie sich lokal durch den Beigabenreichtum hervor? Fest steht, dass die Gräber in einer Zeit angelegt wurden, als Chlodwig die Expansion des Frankenreiches vorantrieb, von der der Raum um Basel nicht verschont blieb. Bislang spricht nichts dagegen, dass sowohl die reichen wie auch die beigabenlosen Körpergräber beim Antikenmuseum etwa zeitgleich im 5. und 6. Jh. angelegt wurden; Befunde, Funde und 14C-Daten legen jedenfalls nahe, dass das Bestattungsareal innert weniger Jahrzehnte erschlossen wurde. Manche hier Bestattete waren überregional sozial eingebunden: Ein politisches Statement sind die reichen Beigaben aus den Gräbern 3 und 4; nach unserem Ermessen war auch der Bestattungsplatz politisch gewählt. Er bezieht sich deutlicher als die anderen Gräberfelder auf die spätantike Befestigung des Münsterhügels, und zudem auf die ehemalige Hauptachse der kaiserzeitlichen Siedlung. Doch kann das Gräberfeld dieser Achse entlang so weit ins Birsigtal gereicht haben, dass die Körpergräber in der oberen Freien Strasse83 auch noch dazugehört hätten? Das würde die Lücke zwischen den Gräbern beim Antikenmuseum und in der Aeschenvorstadt erheblich verkleinern und unsere postulierte Abgrenzung der beiden Gruppen in Frage stellen. Dennoch ist für uns – angesichts der Topografie – die Gräbergruppe beim Antikenmuseum eher ein neu gegründeter, kurzlebiger separater Bestattungsplatz. Letztlich ist es ohnehin vereinfachend, von Basel-Antikenmuseum, St. Alban-Vorstadt und Aeschenvorstadt als drei Gräberfeldern zu sprechen. Höher chronologisch aufgelöst, sind auch die beiden Letzteren eher Bestattungsregionen, innerhalb derer sich Cluster von Gräbern entlang der Ausfallstrassen zogen. Diachron variierte die Lage und Ausdehnung der Siedlungskerne wie auch die Rolle der Ausfallstrassen und der Grabcluster. Ein Problem bleibt die fragmentarische Erhaltung, indem wir etwa nicht wissen, entlang welcher Strasse sich die Aeschenvorstadt-Nekropole zieht. Lagen nun die Bestatteten beim Antikenmuseum im 5. Jh., vor den Toren des Münsterhügels, im exile oder an der main street? Wir denken, beides: eine neue, separierte Grabgruppe, direkt vor dem castrum, an der Querstrasse zwischen den beiden Fernverkehrsachsen. DANK Markus Asal, Marco Bernasconi, Dagmar Bargetzi, Sven Billo, Myriam Camenzind, Margit Dauner, Margaux Depaermentier, Michaela Helmbrecht, Alexandra Hilgner, Pia Kamber, Alexandra Pesch, Lena Schenker, Walti Schönholzer 69 Wir danken Alexandra Hilgner, Mainz, für die Beurteilung des Stückes. 70 Helmig et al. 2002, 132–133. 71 Speidel 2013, 86. 72 Pesch 2022, 195–196; 350–359. 73 Der Tierkopf ist demnach auch eine Spielart zweier verschiedener Kopfformen und allenfalls in sich zweifach lesbar: Einmal als Stil-I-Entwicklung des vormals plastischen, von oben gesehenen Tierkopfes (nach Haseloff 1981, 90–94; 103–104 mit Abb. 57; sog. Vimose-Typ, gleichsam interessant, weil üblich mit zwei Augen). Einmal aber seitlich mit Oberund Unterkiefer wie die Pferdeköpfchen der C-Brakteaten (vgl. Pesch 2002, Abb. 2.6–10; siehe auch Oehrl 2023; für verschiedene weitere Beispiele ähnlicher Pferdedarstellungen siehe Pesch 2022, 358–359 Fig. 1–2). 74 Zum Begriff Helmbrecht 2011; zusammenfassend 411; siehe Pesch 2010. 75 So bereits Speidel 2013, 86 mit anderer Schwerpunktsetzung. 76 Helmbrecht 2011; siehe auch Nicolay/ van Eerden 2021, 124. 77 Nicolay/van Eerden 2021 mit einigen Beispielen; siehe auch Price/Mortimer 2014; zuletzt Helmbrecht 2023. 78 Eine sakrale Deutung wird von Matthias Friedrich in solchen Fällen, etwa bei den Helmen von Valsgärde Gr. 7 und Sutton Hoo Gr. 1 mit ungleichen Augenpaaren am Helmkamm, abgelehnt (Friedrich 2022, 15–23 mit weiterer Lit.). Ihm geht es hier aber um die Dekonstruktion des Begriffs «Sakralkönigtum»: In unseren Augen ist es aber ohnehin sinnvoller, auf das Konzept der «Wirkmächtigkeit» zurückzugreifen (Helmbrecht 2011). 79 Pesch 2017. 80 Siehe Helmbrecht 2023. 81 Depaermentier 2023, 50–53. 82 Depaermentier 2023, 55; M. Depaermentier kartiert insgesamt 16 Gräber. 83 Bernasconi et al. 2023, 124 Anm. 26: 14C-Daten zwischen der zweiten Hälfte des 7. und dem letzten Drittel des 8. Jh. 396 ianua patet cor magis EXILE? ON MAIN STREET? Martin Allemann und Anna Flückiger LITERATURVERZEICHNIS Allemann 2023: M. Allemann, 2022/20 St. Alban-Vorstadt 12. Jahresber. Arch. Bodenforsch. Basel-Stadt 2022 (2023) 52–54. Ammann 2002: S. Ammann, Basel, Rittergasse 16. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte im römischen vicus. Materialh. Arch. Basel 17 (Basel 2002). Arrhenius 1986: B. Arrhenius, Einige christliche Paraphrasen aus dem 6. Jahrhundert. In: H. Roth (Hrsg.), Zum Problem der Deutung frühmittelalterlicher Bildinhalte. Akten des 1. Internationalen Kolloquiums in Marburg a. d. Lahn, 15. bis 19. Februar 1983. Veröff. Vorgesch. Seminar Philipps-Universität Marburg a. d. Lahn, Sonderbd. 4 (Sigmaringen 1986) 129–151. Asal 2023: M. Asal, Münzen erzählen Geschichte. 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ABBILDUNGSNACHWEIS 1 Umsetzung Katrin Meyer, Universität Bonn; Grundlagen Martin Allemann, ABBS; Kartengrundlage GVA BS. 2 Zusammenstellung Martin Allemann anhand der Grabungsdokumentationen 1958/8 und 2023/20 im Archiv der ABBS. 3 Umsetzung Katrin Meyer, Universität Bonn; Grundlagen Martin Allemann, ABBS; Kartengrundlage GVA BS. 4 Vorlage Anna Flückiger. 5 Foto ABBS, Philippe Saurbeck. 6 Montage Anna Flückiger, basierend auf Foto T13018 (ABBS, Philippe Saurbeck). 7 Foto: ABBS, Philippe Saurbeck. 8 Grafik: Anna Flückiger. Bildvorlage: a–b umgezeichnet nach Speidel 2013; c–d umgezeichnet nach Haseloff 1981, 93 Abb. 57,8.9; e–f umgezeichnet nach Arrhenius 1986, 144 Abb. 16c; Haseloff 1981, 82 Abb. 53,4. AUTOR UND AUTORIN Martin Allemann: [email protected] Anna Flückiger: [email protected] 429 ianua patet cor magis ABKÜRZUNGEN Grundsätzlich gelten die Zitier-Richtlinien und Abkürzungen der Römisch-Germanischen Kommission (vgl. Ber. RGK 71, 1990, 973 – 998; 73, 1992, 477 – 540). Zusätzlich werden folgende Abkürzungen für Zeitschriften verwendet: AKB Archäologisches Korrespondenzblatt AFS Archäologischer Führer der Schweiz AS Archäologie der Schweiz ASA Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde ASA N.F. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge ASSPA Annuaire de la Société Suisse de Préhistoire et d’Archéologie Ber. RGK Berichte der Römisch-Germanischen Kommission BPA Bulletin de l’Association Pro Aventico CAR Cahiers d’Archéologie Romande CIL Corpus Inscriptionum Latinarum HA Helvetica Archaeologica JbAK Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst JbAS Jahrbuch Archäologie Schweiz Jber. GPV Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa Jber. SLMZ Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums Zürich JbHVFL Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein JbRGZM Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz JbSGU Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urgeschichte JbSGUF Jahrbuch der Schweiz. Gesellschaft für Urund Frühgeschichte MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich RIC The Roman Imperial Coinage SPM Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter UFAS Urund frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz Veröff. GPV Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa ZAK Zeitschrift für Schweiz. Archäologie und Kunstgeschichte Weitere Abkürzungen und Siglen: ADB Archäologischer Dienst Bern AE L’Année Épigraphique AR Augusta Raurica EAD Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (Grafische Sammlung SNB) EDCS Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby GPV Gesellschaft Pro Vindonissa GS Grafische Sammlung HLS Historisches Lexikon der Schweiz HMB Historisches Museum Basel HRL Hochrhein-Limes IDR Inscriptiones Daciae Romanae ILAlg Inscriptions latines d’Algérie ILJug Inscriptiones Latinae quae in Iugoslavia … repertae et editae sunt KAAG Kantonsarchäologie Aargau KASG Kantonsarchäologie St.Gallen KDM BS Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt MAGZ Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich ÖAI Österreichisches Archäologisches Institut ÖAW Österreichische Akademie der Wissenschaften PIR Prosopographia Imperii Romani PIR² Prosopographia Imperii Romani (2. Auflage) PLRE The Prosopography of the Later Roman Empire RIB The Roman Inscriptions of Britain RIU Die römischen Inschriften Ungarns SMRA Site et Musée romains d’Avenches SNB Schweizerische Nationalbibliothek ThLL Thesaurus Linguae Latinae RPC Münz-Typ nach Burnett u.a. 1992 Allgemeine Abkürzungen: Abb. Abbildung Anm. Anmerkung B. Breite Bd. Band Beg. N. Begrawiyeh Nord bes. besonders Bsp. Beispiel bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa cf. vergleiche Dat. Datierung d. h. das heisst Dm. Durchmesser dt. deutsch ebda. ebenda ehem. ehemalig engl. englisch et al. und andere f./ff. folgende fig. figura/figure Fl. Fläche freundl. freundlich Fragm. Fragment frz. französisch Gr. Grab H. Höhe ha Hektare Imit. Imitation indet. unbestimmt insbes. insbesondere it. italienisch Jh. Jahrhundert Kat. Katalog l. links L. Länge lat. lateinisch Lit. Literatur M. Massstab max. maximal mind. mindestens N Norden n. Chr. nach Christus n. l. nach links n. r. nach rechts Nr./no. Nummer Nrn. Nummern O Osten o. ohne o. ä. oder ähnliches Pos. Position 430 ianua patet cor magis r. rechts rät. rätisch resp. respektive röm. römisch S Süden s. siehe S. Seite Sign. Signatur sog. sogenannt s. o. siehe oben St. Stärke s. u. siehe unten s. v. unter dem Stichwort (sub voce) Taf. Tafel u. und u. a. unter anderem v. a. vor allem v. Chr. vor Christus Verf. Verfasser verm. vermutlich Vorb. Vorbereitung W Westen z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil Open Access doi 10.19218/3907662144