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FLIARA - Leitfäden für Entscheidungsträger:innen: Stakeholder Engagement (aktuelle Arbeitsversion)

van Tulder, Felicia; von Münchhausen, Susanne

Abstract

Diese Version versteht sich als Vorpublikation. Kritische Hinweise und Korrekturvorschläge durch die Leser:innen und Nutzer:innen der Leitfäden sind willkommen. Bitte senden Sie uns ihr Feedback an [email protected]. Frauen spielen eine Schlüsselrolle für die Anpassung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume an die gesellschaftlichen Herausforderungen. Die FLIARA-Studie zeigt, dass Innovationen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum gelingen, wenn Frauen ihre Kompetenzen im Bereich der Stakeholder-Einbindung ausbauen. Um Frauen bei der Entwicklung dieser Fähigkeit zu unterstützen, ist es wichtig, Schulungen zur Einbeziehung von Interessengruppen anzubieten. Diese Kompetenzen müssen in landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildungsangebote integrieren werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Aufklärung über politische und institutionelle Kontexte und die Kompetenz der Interessenvertretung zu legen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass ländliche Initiativen eine größere Reichweite und dauerhafte Wirkung erzielen. Insofern ist die Kompetenzen andere Menschen einzubinden bzw. anderen zu kooperieren von zentraler Bedeutung.

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Innovation mit Wirkung: Lernen, wie man mit Stakeholdern in Kontakt tritt Leitfäden für die Politik Finanzhilfevereinbarung Nr. 101084234 Deutschland 2 Leitfäden Nr. 03. 01. September 2025. Lernen, wie man mit Stakeholdern in Kontakt tritt "Mit der Fähigkeit, andere Menschen für die neue Lösungen und Produkte zu begeistern, sorgen Frauen in der Landwirtschaft dafür, dass sich Innovationen erfolgreich verbreiten." Zusammenfassung Frauen spielen eine Schlüsselrolle für die Anpassung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume an die gesellschaftlichen Herausforderungen. Die FLIARA-Studie zeigt, dass Innovationen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum gelingen, wenn Frauen ihre Kompetenzen im Bereich der Stakeholder-Einbindung ausbauen. Um Frauen bei der Entwicklung dieser Fähigkeit zu unterstützen, ist es wichtig, Schulungen zur Einbeziehung von Interessengruppen anzubieten. Diese Kompetenzen müssen in landwirtschaftlichen Ausund Weiterbildungsangebote integrieren werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Aufklärung über politische und institutionelle Kontexte und die Kompetenz der Interessenvertretung zu legen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass ländliche Initiativen eine größere Reichweite und dauerhafte Wirkung erzielen. Insofern ist die Kompetenzen andere Menschen einzubinden bzw. anderen zu kooperieren von zentraler Bedeutung. Bild Adobe Stock 3 Die Herausforderungen und Chancen Die Einbindung und Überzeugung verschiedener Stakeholder erfordert ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeiten und Sensibilität für ihre persönlichen und beruflichen Perspektiven. Die Antizipation dieser unterschiedlichen Standpunkte kann die Gründung von Unternehmen erleichtern und Innovationen vorantreiben. Ein gezielter Kapazitätsaufbau im Rahmen der Einbeziehung von Interessengruppen stärkt den Beitrag von Frauen zu Innovationen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Das Verständnis politischer und institutioneller Zusammenhänge ist von entscheidender Bedeutung, da es Frauen ermöglicht, Entscheidungsprozesse zu steuern, Zugang zu Ressourcen zu erhalten und sich für eine Politik einzusetzen, die ihre Innovationsziele unterstützt. Handlungsempfehlungen Um Frauen bei der Entwicklung von Stakeholder-Engagement-Kompetenzen zu unterstützen, können politische Entscheidungsträger:innen der Bundesländer Folgendes umsetzen:  Regionale und nationale private und öffentliche Institute können Lerneinheiten und Coachings zu den Themen Stakeholder-Engagement, Advocacy, politische und institutionelle Kontexte im Rahmen von landwirtschaftlichen Bildungsund Entrepreneurship-Programmen sowie landwirtschaftlichen Schulungen anbieten.  Die Institute sollten diese Angebote prominent auf institutionellen Websites präsentieren, um ihre Sichtbarkeit und Zugänglichkeit zu erhöhen.  Die Geschlechterdimension in beruflichen und anderen beruflichen Ausund Weiterbildungsprogrammen verpflichtend zu machen, z.B. durch gendersensible Lernkomponenten und Peer-to-Peer-Trainings/Mentoring speziell für Frauen. Nachweise und bewährte Verfahren Die für die FLIARA-Studie befragten Innovatorinnen zeigen starke soziale Fähigkeiten. Es wird deutlich, wie gut sie Beziehungen zu Mitarbeitern, Kunden, (lokalen) Gemeinschaften und Entscheidungsträgern pflegen, um ihre Initiativen voranzutreiben. Zum Beispiel lädt eine Innovatorin Anwohner:innen und den Bürgermeister zu Veranstaltungen vor Ort ein. Weitere Erkenntnisse aus der FLIARA-Studie fließen in die folgenden Verfahren zur Unterstützung von Frauen bei der Entwicklung von diesen Kernkompetenzen ein:  Nutzung des Fachwissens der teilnehmenden Frauen, indem innerhalb eines Programms ausreichend Raum für Peer-to-Peer-Lernen geboten wird.  Nutzung von Onlineoder Blended-Learning-Formaten für Flexibilität, ergänzt durch persönliche Veranstaltungen, um Networking und dauerhafte Beziehungen zu fördern. Weitere Beispiele:  Das MORE-Projekt, das sich auf Ausbildungsmöglichkeiten und Qualifikationen von Frauen in ländlichen EU-Ländern konzentriert, bietet Online-Schulungen in den Bereichen genossenschaftliches Unternehmertum, Governance und Beispiele für erfolgreiche, von Frauen geführte ländliche Genossenschaften an. Es umfasst Modulen zur Zusammenarbeit mit Interessengruppen.  Der Leitfaden "Achieving Impact" des LIAISON-Projekts (Deutsche Version “Wirkung erzielen”) zeigt, wie die Leistung von Innovationsgruppen in der Landwirtschaft eine nachhaltige Wirkung haben kann. Das Projekt konzentrierte sich auf die Förderung erfolgreicher Partnerschaften für kooperative Innovationen (www.liaison2020.eu).  Politische Stiftungen bieten Bildung zu bürgerschaftlichem Engagement und demokratischer Teilhabe an. 4 Fazit & Aufruf zum Handeln Innovation und Geschlechtergerechtigkeit sind für eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung, da Innovatorinnen im ländlichen Deutschland bereits eine ausgeprägte Beziehungskompetenz unter Beweis stellen, die ihre Initiativen voranbringt. Um dieses Potenzial bei allen Frauen voll auszuschöpfen, ist ein gezielter Kapazitätsaufbau rund um die Einbeziehung von Interessengruppen, zur Tätigkeit in der Interessenvertretung und bei der Einbeziehung politischer und institutioneller Zusammenhänge von entscheidender Bedeutung. Die Berücksichtigung dieses Themas in die allgemeine und berufliche Bildung in den Bereichen Landwirtschaft und sonstige ländliche Geschäftsfelder ist von entscheidender Bedeutung. Hierbei sollten die Lerneinheiten idealerweise geschlechtersensible Komponenten und Peer-Learning beinhalten. Die Stärkung der Kapazitäten zur Einbindung von Interessengruppen führt zu langfristigen Fortschritten in der Führung und bei der Geschäftsentwicklung von Frauen. Programme können gezielt landwirtschaftliche und ländliche Unternehmerinnen stärken, integrative Innovationsökosysteme schaffen und einen nachhaltigen Wandel in der Landwirtschaft vorantreiben. Weiterführende Literatur FLIARA Deliverable 3.3: Women-led Innovations in Agriculture and Rural Areas, Lessons Learned Report and Fact Sheets on Female Innovations https://zenodo.org/records/14045390 FLIARA Deliverable 7.4: Practice Abstracts – Batch 2. Practice Abstract on Political Participation. Veröffentlichung erwartet auf https://fliara.eu/deliverables/. Interreg Europe Bericht "Wie kann das Unternehmertum in ländlichen Gebieten gefördert werden", April 2020. Der Bericht verweist auf mehrere Interreg Europe-Projekte (z. B. RuralGrowth und SOCENT SPAs), die ausdrücklich den Schwerpunkt auf den Aufbau von Stakeholder-Netzwerken und Kooperationsplattformen legen, darunter ländliche Geschäfte, Unternehmen der Besucherwirtschaft und Sozialunternehmen. Dieser Ansatz fördert nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch allgemeinere Vorteile für die Gemeinschaft, wie z. B. den sozialen Zusammenhalt oder die Aufrechterhaltung grundlegender ländlicher Dienstleistungen. https://www.interregeurope.eu/sites/default/files/inline/Policy_Brief__How_to_boost_entrepreneurship_in_rural_areas.pdf Über FLIARA Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen, indem es die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum hervorhebt. FLIARA wird das Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen verbessern, mit denen Frauen konfrontiert sind, die innovative Umweltund ländliche Entwicklungspraktiken in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum der EU leiten. Kontakt E-Mail: [email protected] 2025. 5