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Der Weg ist das Ziel: Partizipativer Bau eines Barfussweges: Projektbericht

Staub, Carina

Abstract

Die Schuhe ausziehen und die Signale der Fusssohlen spüren. Ein Barfussweg ist eine Einladung, sich mit dem Körper und den Sinneseindrücken zu verbinden und sich dabei wohlzufühlen. Das Aktivieren der Sinne über die Fusssohlen kann positive Reaktionen auf den Körper und Geist bewirken. Es bietet eine Möglichkeit, sich mit dem Umfeld und dem, was uns umgibt, in Verbindung zu setzen. Die Kinder der Sommerau bringen komplexe psychosoziale Themen mit. Diese Belastungen beeinträchtigen ihre Entwicklung erheblich. Sie kämpfen mit geringer Impulskontrolle, Schwierigkeiten in der Selbstwahrnehmung und fehlenden Fähigkeiten im Umgang mit sich selbst und ihren Empfindungen. Der vorliegende Projektbericht befasst sich mit der Förderung der psychosozialen Entwicklung von Kindern im Alter von 11 bis 12 Jahren durch Partizipation. Im Zentrum stehen das gemeinsame Planen und Erbauen eines Barfussweges. Durch die partizipative Gestaltung des Barfussweges erhalten die Kinder die Möglichkeit ein Gefühl von Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit zu erleben. Sie werden ermutigt eigne Stärken zu entdecken und ihre Empfindungen in Worte zu fassen. Die Projektergebnisse machen deutlich, dass gezielte Partizipationsmethoden wertvolle Impulse für die pädagogische Arbeit mit belasteten Kindern gib und sich ganzheitliche Herangehensweise ausbezahlt.

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Abbildung 1: Titelbild f Leistungsnachweis Modul 251: Projektbricht Frühjahressemester 2025 Hochschule Luzern – Soziale Arbeit: Vertiefungsrichtung Sozialpädagogik Auftraggeberschaft: Schulinternat Sommerau AG, Rümlingen Projektbegleitung: Rita Kessler Studentin: Carina Staub Abgabedatum: 5. September 2025 Der Weg ist das Ziel Partizipativer Bau eines Barfussweges II Titelblatt 09-2022 Originaldokument gespeichert auf LARA – Lucerne Open Access Repository and Archive der Zentralund Hochschulbibliothek Luzern Urheberrechtlicher Hinweis: Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung 3.0 Schweiz (CC BY-NC-ND 3.0 CH) Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzuschauen, gehen Sie bitte zu https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. 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Diese Lizenz lässt die Urheberpersönlichkeitsrechte nach Schweizer Recht unberührt. Eine ausführliche Fassung des Lizenzvertrags befindet sich unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch/legalcode.de Projektbericht Modul 251 Carina Staub III Abstract Die Schuhe ausziehen und die Signale der Fusssohlen spüren. Ein Barfussweg ist eine Einladung, sich mit dem Körper und den Sinneseindrücken zu verbinden und sich dabei wohlzufühlen. Das Aktivieren der Sinne über die Fusssohlen kann positive Reaktionen auf den Körper und Geist bewirken. Es bietet eine Möglichkeit, sich mit dem Umfeld und dem, was uns umgibt, in Verbindung zu setzen. Die Kinder der Sommerau bringen komplexe psychosoziale Themen mit. Diese Belastungen beeinträchtigen ihre Entwicklung erheblich. Sie kämpfen mit geringer Impulskontrolle, Schwierigkeiten in der Selbstwahrnehmung und fehlenden Fähigkeiten im Umgang mit sich selbst und ihren Empfindungen. Der vorliegende Projektbericht befasst sich mit der Förderung der psychosozialen Entwicklung von Kindern im Alter von 11 bis 12 Jahren durch Partizipation. Im Zentrum stehen das gemeinsame Planen und Erbauen eines Barfussweges. Durch die partizipative Gestaltung des Barfussweges erhalten die Kinder die Möglichkeit ein Gefühl von Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit zu erleben. Sie werden ermutigt eigne Stärken zu entdecken und ihre Empfindungen in Worte zu fassen. Die Projektergebnisse machen deutlich, dass gezielte Partizipationsmethoden wertvolle Impulse für die pädagogische Arbeit mit belasteten Kindern gib und sich ganzheitliche Herangehensweise ausbezahlt. Projektbericht Modul 251 Carina Staub IV Inhaltsverzeichnis Titelblatt ................................................................................................................................. II Abstract .................................................................................................................................III Inhaltsverzeichnis ................................................................................................................. IV Tabellenverzeichnis ............................................................................................................... V Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................... V 1 Einleitung ....................................................................................................................... 1 1.1 Ausgangslage und aktuelle Situation ..................................................................... 1 1.2 Problemstellung/ Fragestellung .............................................................................. 2 1.3 Projektmotivationund Begründung ....................................................................... 2 1.4 Aufbau des Berichts ............................................................................................... 3 2 Hauptteil ........................................................................................................................ 4 2.1 Analyse der Situation – theoretischer Bezugsrahmen ............................................ 4 2.1.1 Psychosoziale Entwicklung ................................................................................ 4 2.1.2 Selbstwirksamkeit .............................................................................................. 5 2.1.3 Traumatisierung ................................................................................................. 5 2.1.4 Partizipation ....................................................................................................... 7 2.2 Bestimmung, Bewertung und Begründung des Handlungsbedarfs aus Sicht der Sozialen Arbeit ................................................................................................................... 8 2.3 Projektmethodische Fundierung ............................................................................10 2.3.1 Zielgruppe .........................................................................................................10 2.3.2 Ziele ..................................................................................................................10 2.3.3 Projektaufbau .................................................................................................... 11 2.3.4 Projektablauf .....................................................................................................13 2.3.5 Methodisches Vorgehen ....................................................................................14 2.3.6 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse ...............................................30 3 Schlussteil ....................................................................................................................30 3.1 Evaluation und Sicherung der Nachhaltigkeit ........................................................30 3.1.1 Formative Evaluation ........................................................................................31 3.1.2 Qualitative Evaluation .......................................................................................35 3.1.3 Summative Evaluation.......................................................................................36 3.2 Schlussfolgerungen und Perspektiven ..................................................................39 4 Literaturverzeichnis .......................................................................................................40 5 Anhang .........................................................................................................................42 5.1 Heisser Stuhl 02.05.2025 ......................................................................................42 5.2 Reflektionsfragebogen für die Kinder am Ende des Projekts .................................43 Projektbericht Modul 251 Carina Staub V 5.3 Traumapädagogische Standards Sommerau ........................................................45 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Projektaufbauorganisation ....................................................................................12 Tabelle 2: Evaluation Teilziele und Indikatoren ......................................................................35 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Titelbild (eigene Fotografie)............................................................................... 0 Abbildung 2: Partizipationsmodell (Lüttringhaus, 2000, S. 3) ................................................. 8 Abbildung 3: Zielbaum (eigene Darstellung) ......................................................................... 11 Abbildung 4: Ausgangslage (eigene Fotografie) ...................................................................16 Abbildung 5: Bauplanskizzen der Kinder ..............................................................................18 Abbildung 6: Bemessen des Rahmens (eigene Fotografie) ..................................................19 Abbildung 7: Fotodokumentation (eigene Fotografien) .........................................................28 Abbildung 8: Fertiggestellter Barfussweg (eigene Fotografie) ...............................................29 Projektbericht Modul 251 Carina Staub 1 1 Einleitung In der Einleitung wird die Ausgangslage und die aktuelle Situation kurz erklärt. Anschliessend wird die Problemstellung und die Projektmotivation begründet und auf den Berichtaufbau eingegangen. Die Projektleitung möchte darauf hinweisen, dass die Projektskizze vom Herbstsemester 2024 als Grundlage des durchgeführten Projekts und somit auch für den Projektbericht genutzt wurde. Es wird nicht explizit angegeben, welche Inhalte aus der Projektskizze direkt übernommen wurden. 1.1 Ausgangslage und aktuelle Situation Das Schulinternat Sommerau in Rümlingen (Kanton BL) ist ein familienergänzendes Kompetenzzentrum für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 22 Jahren, die für ihre Entwicklung eine gezielte pädagogische, schulische und therapeutische Förderung benötigen. Die Sommerau besteht aus einer internen sonderpädagogischen Primarschule, drei Wohngruppen und einer Jugendaussenwohngruppe. Die Sommerau ist ein Verein und Leistungsvertragspartner des Kantons Basellandschaft (BL). Im Auftrag des Amtes für Kind, Jugend und Behindertenangebote (AKJB) des Kantons Basellandschaft stellt das Schulinternat Sommerau die Kerndienstleistungen sozialpädagogische Dauerbetreuung, schulische Förderung, betreutes Wohnen und sozialpädagogische Nachbetreuung zur Verfügung. Die Einrichtung ist vom Bundesamt für Justiz (BJ) anerkannt und von der Interkantonalen Vereinbarung für soziale Einrichtungen (IVSE)- berechtigt. Die Primarschüler*innen wohnen auf den internen Wohngruppen die 365 Tage rund um die Uhr Betreuung gewährleistet. Der Schulunterricht orientiert sich am Lehrplan des Kantons Basel-Landschaft. Ziel der schulischen Förderung ist der Übertritt in die öffentliche Schule oder in eine anderweitig geeignete Anschlusslösung. In den Schulklassen arbeiten Fachpersonen interdisziplinär zusammen, um eine gezielte individuelle Förderung zu ermöglichen. Die enge Zusammenarbeit mit Wohngruppen und Fachpersonen sowie auch externe Therapien bietet den Kindern zusätzlichen Halt und Sicherheit. Die Pädagogik basiert auf systemisch-lösungsorientierten und traumapädagogischen Ansätzen, um die Stärken und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen zu fördern, damit sie Freude am Lernen und ein positives Selbstbild entwickeln können (Reiner, & Stampfli, 2024, S. 4-6). Projektbericht Modul 251 Carina Staub 2 1.2 Problemstellung/ Fragestellung Die Projektleitung beobachtet als Praktikantin in der 5. und 6. Klasse, dass die Kinder viel Bewegung brauchen und sich nur kurz konzentrieren können. Sie bevorzugen abwechslungsreiche, weniger kopflastige Aktivitäten zur Erholung im Schulalltag. Die Kinder auf der Sommerau bringen vielschichtige psychosoziale Themen mit. Sie erlebten einschneidende, traumatisierende Erfahrungen in ihrem bisherigen Lebenslauf und das oft schon in einer vulnerablen Phase der frühesten Kindheit. Diese Belastungen beeinträchtigen ihre Entwicklung massgeblich. Sie kämpfen mit geringer Impulskontrolle und Schwierigkeiten, ihren eigenen Körper wahrzunehmen. Viele wissen nicht, wie sie mit sich selbst umgehen sollen und können ihre Empfindungen nicht in Worte fassen. Oft fehlen ihnen die Möglichkeiten, sich gesund zu entwickeln und sie kämpfen mit Reizüberflutung und Überforderung, was zu Rückzug, Aggressivität oder Protest führt. Sie kommen auf die Sommerau zum Schutz vor sich selbst und zum Schutz für andere. Ihre Zustände und Verhaltensweisen werden von Fachpersonen als problematisch eingestuft. Fehlende Grundfertigkeiten, wie zum Beispiel sich zum eigenen Befinden zu äussern, sich allein zu beschäftigen, sich in einer Gruppe einfinden, Selbstkontrolle und Selbststeuerung, fehlen. Ebenso fehlt ihnen die Fähigkeit, gesellschaftliche Anforderungen zu erfüllen (Reiner, & Stampfli, 2024, S. 6). 1.3 Projektmotivationund Begründung Die Projektleitung ist als Praktikantin in der Schule unter anderem zu einem grossen Teil damit beschäftigt die psychosoziale Entwicklung der Kinder zu fördern und ihnen den Umgang mit Krisen und herausfordernden Situationen und Verhaltensweisen zu erleichtern. Dabei erkennt sie, dass die vielen Stunden in der Schule eine Überforderung sein kann. Die Anleitung und Begleitung aus diesen Krisen, die aus dieser Überforderung entstehen, nehmen einen verhältnismässig grossen Teil des schulischen Alltags ein. Um diesem Thema entgegenzuwirken wollte die Projektleitung ein Projekt umsetzen das die Förderung der zuvor genannten Fähigkeiten gezielt unterstützt und zugleich einen gesundheitsfördernden, körperlichen Impuls während des Bauens und danach bei der Nutzung des fertiggestellten Produktes, bietet. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 3 Krüger (2021) beschreibt es wie folgt: «Die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder ist das kreative Potenzial unserer Gesellschaft von morgen» (S. 188). Die Lehrperson der für das Projekt ausgewählten primären Zielgruppe war von Anfang an begeistert von der Idee. Sie ist selbst davon überzeugt, dass partizipative Naturerlebnisse auch während dem Unterricht wichtig sind und hat der Projektleitung volle Unterstützung zugesichert. 1.4 Aufbau des Berichts Der vorliegende Projektbericht beinhaltet im Anschluss an diese Einleitung den ausführlichen Hauptteil, der alle Projektschritte beschreibt. Im ersten Schritt wird der theoretische Bezugsrahmen dargelegt. Es werden grundlegende Aspekte zur Selbstwirksamkeit und der positiven Auswirkung von Partizipation auf Menschen mit Traumata belichtet. Ebenso wird ein Blick auf entwicklungspsychologische Ansätze unter anderem im Bezug auf die Bindung geworfen. Anschliessend wird der Handlungsbedarf aus Sicht der Sozialen Arbeit bestimmt und die projektmethodische Fundierung erläutert. Im Anschluss wird das methodische Vorgehen während der Umsetzungsphase des Projekts beschrieben. Als Schlussfolgerung aus diesen Ausführungen erfolgen die Beschreibung und Analyse der Projektergebnisse. Im Schlussteil des Berichts werden die Evaluationsergebnisse und Perspektiven dargelegt. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 10 2.3 Projektmethodische Fundierung In diesem Kapitel werden die wesentlichen Elemente der Projektmethodik des Projekts «partizipatives Gestalten eines Barfusswegs» erläutert. Es werden die Zielgruppen, die Ziele, der Projektaufbau und der Projektablauf beschreiben. 2.3.1 Zielgruppe Die primäre Zielgruppe dieses Projektes ist eine Schulklasse der Schule Sommerau mit 8 Kindern zwischen 11 und 12 Jahren. Diese werden in die Planung, Gestaltung und Mitwirkung des Projektes miteinbezogen. Für die Nutzung des fertigen Barfussweges werden dann alle Angehörigen der Organisation (sekundäre Zielgruppe) angesprochen. Die Wirkung des Projektes ist dann erfüllt, wenn die primäre Zielgruppe den Barfussweg fertig gebaut hat. 2.3.2 Ziele Die Vision des Projekts besteht darin, dass die Kinder und Jugendlichen der Sommerau Selbstwirksamkeit erleben und fähig sind ihre Sinne wahrzunehmen und sich selbst zu regulieren. Die genaue Formulierung der Vision, des Hauptziels sowie der Teilziele mit den entsprechenden Indikatoren sind im Zielbaum in der folgenden Abbildung 3 dargestellt. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 11 Abbildung 2: Zielbaum (eigene Darstellung) 2.3.3 Projektaufbau Der Projektablauf wird mit folgender Tabelle dargestellt. Diese führt alle am Projekt beteiligten Personen auf. Zudem werden die einzelnen Funktionen und Aufgaben beschrieben. Die Projektleitung trägt die Hauptverantwortung für die Planung und Umsetzung des Projekts. Die Partizipation der Kinder aus der primären Zielgruppe wird dabei berücksichtigt. Die primäre Zielgruppe wird mittels gemeinsamer Recherche, Planung und Umsetzung einbezogen. Die Auftraggeberschaft wird kontinuierlich über Fortschritte und den aktuellen Stand informiert. Die Kosten des Projekts werden von den Spendengeldern der Organisation getragen. Die Projektleitung wird von Frau Rita Kessler von der Hochschule Luzern Soziale Arbeit (HSLU) beratend begleitet. Sie begleitet die Projektleitung bei Unklarheiten rund um das Verfassen des Projektberichts. Sie ist bei der Kick-offund Abschlussveranstaltung vor Ort und macht sich ein eigens Bild der Gegebenheiten zu Beginn und dem Resultat des fertiggestellten Barfussweges am Schluss. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 12 Name Funktion Aufgaben Carina Staub Leitende Person, operativ Bau des Barfussweges, Projektleitung Patrick Steinmann Begleitperson, Sozialpädagoge, operativ Unterstützt die Projektleitung, beurteilt das Projekt von Seiten der Institution Snezana Reiner CEO Sommerau Sozialpädagogik AG, Institutionsleitung, strategisch Finanzierung, Ansprechperson Auftraggeberschaft Daniel Sturm CEO Sommerau Services AG, strategisch Finanzierung, Genehmigung Spendengelder Joel Imbach Hauswart, Zimmermann, operativ Ansprechperson für Gestalten und Bauen Dominik Thöni Hauswart, Landschaftsgärtner, operativ Ansprechperson für Gestalten und Bauen Rita Kessler Projektbegleitung HSLU, Beratung, strategisch Teilnahme an Kick-off und Abschluss, wird Bedarf beigezogen Tim Bürgenmeier Lehrperson Klasse A, strategisch Stellt Unterrichtszeit zur Verfügung Primäre Zielgruppe Klasse A 5. und 6. Primarschulklasse, operativ Partizipative Recherche, Planung, Umsetzung Tabelle 1: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) Projektbericht Modul 251 Carina Staub 13 2.3.3.1 Gemeinsam definierte Werte der Zusammenarbeit Es werden alle Informationen und Termine per E-Mail verschickt. Alle beteiligten Personen sind selbst dafür verantwortlich, neue Informationen weiterzugeben. Wer etwas wissen muss, fragt gezielt nach. Wünsche, Meinungen und Bedenken werden offen angesprochen. Die Projektleitung Carina Staub leitet das Projekt. Die veränderte Hierarchie wurde thematisiert und akzeptiert. Es herrscht eine offene Fehlerkultur. Vereinbarte Termine sind verbindlich. Bei Verhinderung wird die Projektleitung direkt und wenn möglich, frühzeitig kontaktiert. 2.3.4 Projektablauf In diesem Abschnitt wird die ursprünglich geplante Projektablauforganisation anhand der Roadmap und den geplanten Teilzielen und Meilensteinen erläutert und kurz auf die Abweichungen der ursprünglichen Planung eingegangen. 2.3.4.1 Konzeptionsphase Ende August anfangs September 2024 hat sich die Projektleitung gemeinsam mit den Kindern für den Bau eines Barfussweges entschieden. Zeitgleich hat sich die Projektleitung mit der Auftraggeberschaft ausgetauscht, um ein für alle Beteiligten passendes Projekt zu finden. Ende September war klar. Der angedachte Barfussweg kann geplant und durchgeführt werde und die Finanzierung war gesichert. Die Kinder und die Mitarbeitenden der Institution wurden nach den Herbstferien 2024 informiert. Frühzeitiges Erwähnen und Informieren hilft den Kindern, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Betroffenheit fördert die Partizipation. Die Meilensteine wurden definiert, die Auftragsvereinbarung erstellt und genehmigt. Die detaillierte Roadmap war Ende November 2024 fertiggestellt. Die Projektleitung hat sich intensiv mit den einzelnen Phasen und der Terminierung auseinandergesetzt. Die Organisation und die zeitlichen Ressourcen wurden gründlich durchdacht. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 14 2.3.4.2 Umsetzungsphase Die Kick-off Veranstaltung wurde am 14.01.2025 planmässig durchgeführt. Die Bauvorphase startete zeitgleich und wurde anhand der Teilziele 1 und 2 umgesetzt. Alle 5 Teilziele wurden jeweils nach den Fragen: - Sind die Indikatoren erreicht? - Ist die Zielgruppe wie geplant erreichbar? - Funktioniert die Zusammenarbeit/Kommunikation? - Wird das Projekttagebuch geführt? Formativ evaluiert und dokumentiert. Das Teilziel 3, die Bauphase, wurde etwas nach vorne verschoben. Der Holzrahmen wurde direkt nach den Fasnachtsferien gebaut da die Materialien nach dem Kauf direkt verbaut werden mussten. Die Lagerung der schweren und grossen Mengen an Materialien wie Sand, Stein und Schnitzel war nicht wie geplant umsetzbar. Es hätte zu logistischen Schwierigkeiten geführt und wäre sehr umständlich gewesen. Das Wetter zwischen den Fasnachtsund Osterferien war trocken und warm. Die Lehrperson hat der Projektleitung in diesen vier Wochen täglich Zeit eingeräumt, um am Projekt zu arbeiten. Die geplante Bauphase wurde dadurch intensiviert und zeitlich verkürzt. Somit war das wechselhafte Wetter nach den Osterferien nicht mehr so relevant. Die zu diesem Zeitpunkt noch verbleibenden Arbeiten konnten gut geplant und umgesetzt werden. Die Projektleitung hatte durch diese Verschiebung in der Zeit nach den Osterferien mehr Ressourcen für die administrativen Teile, was sich als grosse Erleichterung erwies. Das Teilziel 4 konnte planmässig umgesetzt werden. Die Abschlussveranstaltung und die Abschlussund Einweihungsfeier fanden bei heissem sommerlichem Wetter nach Plan statt. Das Teilziel 5 findet den Abschluss nach dem offiziellen Projektabschluss, während der Sommersemesterpause. 2.3.5 Methodisches Vorgehen Das Projekt zur Gestaltung des Barfussweges wurde sorgfältig geplant und schrittweise umgesetzt. Nach dem Fertigstellen der Projektskizze und dem Kick-off, startete die Projektleitung im Januar 2025 mit der Projektumsetzung. Der Projektleitung war es wichtig, die Kinder in den gesamten Ablauf des Projekts einzubinden und ihre Mitbestimmung zu ermöglichen. Daher setzten sie sich das Ziel einer möglichst hohen Partizipation. Dabei orientierten sie sich an verschiedenen Stufenmodellen, die das Thema Partizipation behandeln. Die Projektleitung wollte nicht nur, dass die Kinder am Projekt teilhaben und über die einzelnen Schritte informiert werden, sondern sie aktiv mitwirken und mitbestimmen lassen. Denn eine aktive Partizipation aller Beteiligten ist ein Gewinn für alle. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 15 Zudem ist ein solcher Partizipationsprozess wichtig für die Entwicklung der Kinder. Er stärkt ihr Bewusstsein dafür, ihre eigene Lebenswelt mitzugestalten und fördert ihre Autonomie (Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft, o.j., S.2). Ebenso war es der Projektleitung ein Anliegen die Körperund Sinneswahrnehmungen der Kinder zu fördern, die Erfahrungen in einer Gruppe zu arbeiten und etwas zu realisieren und dadurch ein Gefühl der Zugehörigkeit zu spüren. Teilziel 1: Bedürfnisbestimmung der Materialien und gemeinsames erstellen der Bauskizze. Die Projektleitung begann gemeinsam mit den Kindern eine Internetsuche nach passenden Videos, da solche Aufgaben den Kindern erfahrungsgemäss Freude bereiten. Im Herbst 2024 suchten die Kinder motiviert nach Informationen für ihre Vorträge, die Projektleitung nützte diese Erfahrung. Vertraute Tätigkeiten erleichtern das Mitmachen; neue Methoden stossen zunächst oft auf Ablehnung. Aus diesem Grund achtete die Projektleitung darauf, alle Aufgaben möglichst vertraut zu gestalten. Jedes Kind durfte ein Video oder Bild aus seiner Recherche vorstellt. So konnte ein gemeinsames Bild des Projekts entstehen. Im Anschluss begab sich die Gruppe auf einen Waldspaziergang mit dem Ziel, verschiedene Materialien zu ertasten und fühlen. Der nächste Schritt war die Begehung des Bauplatzes. Die Hauswarte erläuterten den Kindern die Regeln für die Planung aus ihrer Sicht. Bei der angrenzenden Grasfläche ist für die Praktikabilität der Pflege zu achten und die drei bestehenden Beete auf dem Gelände müssen erhalten bleiben und in die Bauskizze integriert werden. Mit diesen Vorgaben waren alle Beteiligten anschliessend bereit, mit der Anfertigung der Skizzen zu beginnen. Die einen brauchten teilweise aktive Unterstützung, andere wiederum waren schon sehr selbstständig. Die fertiggestellten Skizzen wurden im Anschluss ausgestellt und jedes Kind konnte seine Skizze präsentieren und verteidigen. Zur Freude der Projektleitung waren diese Verteidigungen klar, verständlich und in sich logisch. Die Kinder hatten richtig gute Argumente, weswegen genau ihr Plan der richtige sei. Zur Vereinfachung der Entscheidungsfindung wurde eine gemeinsame Skizze erstellt, wo jedes Kind seine wichtigsten Wünsche einbringen konnte. Dieser Prozess hat einige Zeit in Anspruch genommen und der Plan wurde mehrmals umgestellt. Der Projektleitung war es wichtig, diesen Prozess geduldig zu begleiten, das hat sich bezahlt. Die Kinder bekamen das Gefühl, echte Beteiligung zu erleben und waren danach spürbar Teil des Teams. Die Freude am Projekt stieg, die Motivation als erstes dabei zu sein war hoch und es herrschte eine fast schon euphorische Stimmung beim Planen des Spatenstichs. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 16 Zunächst wurden Arbeitshandschuhe für die Kinder besorgt, um ihre Sicherheit während der verschiedenen Arbeitseinsätze zu gewährleisten. Die Planung sah vor, die Kinder nach jeder Arbeitssequenz mit Hilfe von Piktogrammen zu ihrer Befindlichkeit zu befragen, um kontinuierliche Rückmeldungen für die Zwischenevaluation zu sammeln. Dies wurde so nicht umgesetzt da es unpraktikabel war und die Kinder diese Aufgabe nach ihrem Einsatz nicht mehr meistern konnten. Die Projektleitung ist daher auf die kurze und schnelle Daumen-Methode umgestiegen. Daumen hoch/mittel/runter Methode umgestiegen. Trotz gesundheitlicher und wetterbedingter Verzögerung im Januar und Februar gelang es mit grosser Flexibilität die einzelnen Arbeitsschritte bis zu den Fasnachtsferien umzusetzen und auf der Endskizze entstanden 12 Felder, die mit Material gefüllt werden sollten. Die Kinder haben ihre Wünsche auf der Skizze notiert und es wurde eine Liste der am meisten genannten Materialien zusammengestellt. Auf Grund der zum Teil kurzen Aufmerksamkeitsspanne der Kinder waren manche Sequenzen einfacher in kleineren Gruppen oder verteilt auf einen Morgen mit mehreren kurzen Sequenzen. Die Lehrperson hat sich diesbezüglich sehr flexibel gezeigt und der Projektleitung die benötigten Sequenzen sehr spontan und kurzfristig ermöglicht. Diese Spontanität war ein wichtiger Bestandteil, dass das Projekt in der Form umsetzbar wurde. Das folgende Foto zeigt die Ausgangslage mit den schon bestehenden drei Beete. Im Anschluss folgen vier von den Kindern gezeichnete Bauplanskizzen inklusiven Materialwünschen. Abbildung 2: Ausgangslage (eigens Fotografie) Projektbericht Modul 251 Carina Staub 17 Projektbericht Modul 251 Carina Staub 18 Abbildung 3: Bauplanskizzen der Kinder (eigene Aufnahmen) Projektbericht Modul 251 Carina Staub 19 Teilziel 2: Materialbeschaffung Zu Beginn wurden die benötigten Materialien wie Holz, Steil, Sand und Holzschnitzel ermittelt, Preisvergleiche gemacht und die Bezugsquellen festgelegt. Die Beschaffung der Materialien erfolgte nicht wie anfänglich geplant als erstes. Die Lagerung und das Transportieren dieser grossen Mengen an Sand, Stein und Schnitzel war einerseits aus logistischen Gründen problematisch und hätte gleichzeitig auch bedeutet, dass es mehr als einmal mit der Schaufel verschoben werden müsste. Da diese Arbeit direkt mit den Kindern durchgeführt worden ist, hatte dies zusätzlich viel Zeit in Anspruch genommen und die Projektleitung hat umdisponiert und sich als erster Schritt für den Bau des Rahmens entschieden. Abbildung 4: Bemessen des Rahmens (eigene Fotografie) Teilziel 3: Bauphase Die Kinder waren aktiv in das Vermessen des Weges, das Abholen und Verarbeiten der Materialien sowie in die handwerklichen Tätigkeiten eingebunden. Dabei lernten sie unter Anleitung praktische Fähigkeiten wie das Abstecken von Strecken mit Schnur, das Bedienen von Werkzeugen wie Bohrmaschine und Handkreissäge, das Messen und Schneiden von Holz sowie den Umgang mit Schaufel und Bickel. Auch das Nachfragen im Einkaufsladen und das Personal um Beratung Bitten wurde bewusst als Lerngelegenheit genutzt. Die anfängliche Hemmung und der grosse Stolz nach erfolgreichem Nachfragen haben die Kinder sichtbar mutiger gemacht und es wurde bei jedem weiteren Gang in ein Fachgeschäft einfacher und brauchte keine Überzeugungsarbeit mehr von Seiten der Projektleitung. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 26 Projektbericht Modul 251 Carina Staub 27 Projektbericht Modul 251 Carina Staub 28 Abbildung 5: Fotodokumentation (eigene Fotografien) Projektbericht Modul 251 Carina Staub 29 Teilziel 4: Einweihungund Abschlussfeier Zum Abschluss des Projekts wurden die Rückmeldungen der Kinder über einen heissen Stuhl und mit Hilfe von Fragebögen eingeholt und ausgewertet. Somit wurden die Ergebnisse formativ als auch summativ erfasst. Die Dokumentation der Ausgaben und der Fortschritt erfolgte laufend in einer Excel-Tabelle und im Projekttagebuch. Das Budget wurde bei weitem nicht ausgeschöpft und lies eine grosse Einweihungund Abschlussfeier zu. Am 12. 06. 2025 hat die Projektleitung gemeinsam mit den Kindern der primären Zielgruppe, der Klasse A, einen Projektabschlussmorgen und gleichzeitig eine Barfusswegeinweihung organisiert. Im Vorfeld wurde gebacken. Am 12.06.2025 durften dann beim Teil der Einweihung auch die Kinder der sekundären Zielgruppe klassenweise teilnehmen. Die Projektleitung hat sich gezielt für eine Durchführung klassenweise entschieden, da die Dynamik mit allen Kindern gleichzeitig das gemütliche und friedliche Zusammensein erschwert hätte. Somit konnte die Projektleitung mit jeder Klasse feiern. Die Klasse A kam im letzten Teil des Morgens und wurde mit einem Abschlussdankesgeschenk verdankt und der Barfussweg wurde offiziell eingeweiht. Die Leitung und die Mitarbeitenden der Institution wurden ebenfalls eingeladen und alle die Zeit hatten schauten vorbei. Gemeinsam mit der Leitung kamen noch drei Personen aus dem Vorstand und zeigten echtes Interesse am Projekt und seiner Entstehung, was die Projektleitung erfreute. Auf der nächsten Fotografie ist das Endprodukt zum Zeitpunkt der Abschlussfeier ersichtlich. Abbildung 6: Fertiggestellter Barfussweg (eigene Fotografie) Projektbericht Modul 251 Carina Staub 30 Fazit methodisches Vorgehen Die methodisch vielfältige Herangehensweise ermöglichte es, auf die individuellen und gruppendynamischen Prozesse einzugehen. Es wurden praktische, soziale und auch emotionale Kompetenzen der Kinder gefördert. Insgesamt wurde das Projekt als gelungene Teamarbeit erlebt. Die Kreativität und die Eigeninitiative der Kinder wurde ebenso gefördert wie auch Lernund Arbeitsstrukturen trainiert wurden. Die gemeinschaftliche Arbeit an diesem Projekt stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Wertschätzung füreinander. 2.3.6 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse Grundsätzlich hat sich das geplante Projekt als umsetzbar und äusserst erfolgreich erwiesen. Die zu Beginn erfassten Wünsche und Ideen der Kinder sowie die Vorstellungen von Seiten der Institution konnten berücksichtigt und umgesetzt werden. Das Gefühl von Zusammenhalt, Selbstermächtigung und das Übernehmen von Eigenverantwortung stärkte das Selbstvertrauen. Das Trainieren eigener Impulse und Emotionen zu regulieren und Wege aus der Verzweiflung zu finden hatte im Rahmen der Umsetzung dieses Projektes Platz und wurde genutzt. Der Weg war das Ziel und die positiven, wie auch die negativen Erfahrungen auf dem Weg waren für alle Beteiligten hilfreich und führten zum Schluss in ein erfolgreiches und positives Erleben. Die Projektleitung legte grossen Wert auf das Entstehen des Gefühls von Freiheit sich selbst zu sein und dabei zu genügen. Was durch die Rückmeldungen der Kinder klar gelungen war. Die teilweise stagnierende Arbeit zu Gunsten von guten Gesprächen waren ebenso ein Zeichen fürs Gelingen wie auch die Freude und der Stolz beim präsentieren des Endresultats. 3 Schlussteil In diesem letzten Teil wird auf die Evaluation der beschriebenen Prozesse und deren Nachhaltigkeit eingegangen und es werden Schlussfolgerungen und Perspektiven thematisiert. 3.1 Evaluation und Sicherung der Nachhaltigkeit Die Evaluation war Bestandteil der Projektplanung. In diesem Abschnitt erläutert die Projektleitung die vorgesehenen, tatsächlich durchgeführten sowie nicht realisierten Evaluationsmassnahmen. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 31 Vorgesehene, regelmässige formative Evaluation der Teilziele nach den folgenden Indikatoren wurde wie geplant durchgeführt: - Sind die Indikatoren erreicht? - Ist die Zielgruppe wie geplant erreichbar? - Funktioniert die Zusammenarbeit/Kommunikation? - Wird das Projekttagebuch geführt? Im Weiteren war eine qualitative Zwischenevaluation mit der Methode: «Heisser Stuhl» geplant und ebenfalls durchgeführt (siehe Anhang). Ergänzend wurde die Daumen hoch/runter Methode nach jeder Arbeitssequenz angewendet. Am Ende des Projekts wurde die Evaluation mittels Fragebogen (siehe Anhang) für die Zielgruppe wie geplant durchgeführt. Am Ende des Projekts wurde wie geplant eine summative Evaluation nach den fünf Fragen nach Heiner (1995) durchgeführt (S. 135). - Wirklichkeit: Was wurde effektiv erreicht? - Wünschbarkeit: Was wäre noch wünschenswert? - Wirksamkeit: Wie nahe sind wir den Zielen gekommen? - Wirtschaftlichkeit: Mit welchem Aufwand wurde das Ergebnis erreicht? - Verträglichkeit: Gab es (un)-erwünschte Nebenwirkungen? - Diese liefert eine abschliessende Beurteilung der Wirksamkeit und der erzielten Ergebnisse. Diese Methode konzentriert sich darauf, die Auswirkungen des Projekts zu messen und herauszufinden, ob die gesetzten Indikatoren und Zielvorgaben erfüllt wurden. Es wird beurteilt, ob das Projekt erfolgreich war und welche konkreten Ergebnisse erzielt wurden. Zum Schluss kam die Selbstevaluation mittels Reflektionsbericht anhand der Tagebucheinträge. Eine quantitative Evaluation mittels Fragebogen zur Zufriedenheitsabfrage bei den Mitarbeitenden der Institution nach Abschluss des Projekts hat aus zeitlichen Gründen nicht stattgefunden. 3.1.1 Formative Evaluation Die formative Evaluation erfolgte während der Planung und Durchführung des Projekts mittels täglichen analogen Tagebucheinträgen, anhand der Teilziele und Indikatoren. Diese wurden jeweils wöchentlich in das digitale Projekttagebuch übertragen (siehe Tabelle 3). Diese dienten der Projektleitung, den laufenden Prozess zu beobachten und zu bewerten, um ihn bei Bedarf anzupassen und zu verbessern. Das kontinuierlich dokumentieren war hilfreich, um die Projektbericht Modul 251 Carina Staub 32 Umsetzung zu überprüfen. Ebenso diente es der Sicherstellung das die eingesetzten Methoden wirksam und zielführend sind und um gleichzeitig die Bedürfnisse der Zielgruppe nicht zu vernachlässigen. Die Projektleitung würde das nächste Mal das Projekttagebuch in Form eines Logbuches gestalten da dies die Übersicht und Orientierung deutlich verbessert hätte. Vor allem für das Verfassen des Projektberichts und der Lesbarkeit und Verständlichkeit für Aussenstehende. Auch für die Stundenüberwachungund Berechnung hätte die Form eines Logbuches besser gedient. Während der Dokumentation wurde klar, wie wichtig eine geordnete Darstellung aller relevanten Dimensionen ist. Im Tagebuch waren diese zwar strukturiert dokumentiert aber absolut unübersichtlich, wenn es darum geht Vergleiche anzustellen oder Veränderungen zu erkennen. Mit einem Logbuch könnten fehlende Kriterien leichter ergänzt und die Struktur übersichtlicher gehalten werden. Der Zeitverlust, der durch die zusätzlich entstandene Arbeit diesbezüglich entstand, führte am Ende dazu, dass die Projektleitung auf die quantitative Evaluation mittels Mitarbeitenden-Umfrage verzichtete. Dies wird bedauert, da der Projektleitung der Blick von aussen fehlt. Teilziel 1 Frist Indikatoren Erreicht/ nicht erreicht Bedürfnisermittlung Bis Ende Februar Die drei partizipativen Unterrichtssequenzen sind durchgeführt. Die Wunschliste der Materialien ist erstellt. Das erste Meilensteinmail ist versendet. Die erste formative Evaluation ist durchgeführt. Die Indikatoren wurden erreicht. Die partizipativen Unterrichtssequenzen haben erfolgreich stattgefunden und zu einer Materialwunschliste geführt. Es wurde eine Bauskizze erstellt. Die Zielgruppe ist wie geplant erreichbar, die Kinder sind motiviert und helfen gerne mit. Die Zusammenarbeit funktioniert. Das Projekttagebuch wird geführt. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 33 Das erste Meilensteinmail ist versendet und die erste formative Evaluation hat stattgefunden. Teilziel 2 Frist Indikatoren Erreicht/ nicht erreicht Kauf der Materialen Bis Ende April Die Materialien wurden zusammengestellt. Die Materialein werden gesammelt/ gekauft. Die Kostenund Beschaffungsplanung ist erstellt. Für die Kinder wurde ein Bauplan anhand von Piktogrammen fertiggestellt. Das zweite Meilensteinmail ist versendet. Die zweite formative Evaluation ist abgeschlossen. Die Indikatoren wurden erreicht, jedoch war das Material kaufen und lagern eine Fehlüberlegung, da das Lagern der vielen Steine und dem Holzschnitzel umständlich und logistisch nicht umsetzbar war. Die Materialien wurden gekauft und direkt verbaut. Der Bau des Holzrahmens wurde vorgezogen. Der Piktogrammbauplan für die Kinder wurde erstellt, war unpraktisch und konnte nicht wie geplant zum Einsatz kommen. Zusätzlich zum Meilensteinmail fand ein Online-Teams Gespräch mit Rita Kessler statt. Die Zielgruppe ist wie geplant erreichbar. Die Zusammenarbeit funktioniert. Das Projekttagebuch wird geführt. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 34 Teilziel 3 Frist Indikator Erreicht/ nicht erreicht Bauphase Mitte Juni Partizipative Bauphase Wöchentliches Steuern und Controlling Der Evaluationsbogen für die Kinder und Mitarbeitenden ist erstellt. Die Einweihungsfeier ist vorbereitet. Das dritte Meilensteinmail ist versendet. Die Indikatoren wurden erreicht. Zusätzlich zum Meilensteinmail fand ein Online-Teams Gespräch mit Rita Kessler statt. Die Zielgruppe ist wie geplant erreichbar, braucht aber wie erwartet viel Flexibilität und Adaption von Seiten der Projektleitung. Die Zusammenarbeit funktioniert. Das Projekttagebuch wird geführt. Teilziel 4 Frist Indikator Erreicht/ nicht erreicht Einweihungsfeier Ende Juni Die Schlussfeier ist absolviert. Die Evaluationsbögen sind ausgefüllt. Das vierte Meilensteinmail ist versendet. Gespräch mit Rita Kessler bei Bedarf Die Indikatoren wurden erreicht. Die Schlussfeier und die Abschlussveranstaltung vor Ort fanden am 12. Juni 2025 erfolgreich statt. Die Evaluationsfragebögen konnten nicht wie geplant ausgefüllt werden. Die Evaluation wurde mündlich anhand der erstellten Fragebögen durchgeführt und dokumentiert. Die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Kinder wurden Projektbericht Modul 251 Carina Staub 35 überschätzt. Anstelle eines Meilensteinmail fand direkt vor der Abschlussveranstaltung ein Gespräch mit Rita Kessler vor Ort statt. Das Thema war das Verfassen des Projektberichts. Die Zielgruppe ist wie geplant erreichbar, braucht aber wie erwartet viel Flexibilität und Adaption von Seiten der Projektleitung. Die Zusammenarbeit funktioniert. Das Projekttagebuch wird geführt. Teilziel 5 Frist Indikator erreicht/ nicht erreicht Projektbericht Ende August Summative Evaluation und Selbstevaluation Bericht bis zu Kalenderwoche (KW) 36 eingereicht Verläuft planmässig. Das Einreichungsdatum in KW 36 wird eingehalten wie geplant. Tabelle 2: Evaluation Teilziele und Indikatoren (eigene Darstellung) 3.1.2 Qualitative Evaluation Es wurden je nach Kind verschiedene Methoden angewendet, um die Bedürfnisse während dem Projekt zu erforschen. Für die Zwischenevaluation wurde der «Heissen Stuhl» im Plenum versucht; die Kinder konnten frei äussern, was sie wollten. Diese Form war durch die freie unstrukturierte Art wenig ergiebig. Die Projektleitung erkannte die Orientierungslosigkeit der Kinder. Auch spürbar waren die Hemmungen etwas Negatives zu sagen, da die Zielgruppe die Projektleitung mochte und die Beziehung mit ihren Aussagen nicht aufs Spiel setzten wollten. Projektbericht Modul 251 Carina Staub 42 5 Anhang 5.1 Heisser Stuhl 02.05.2025 Positive Aspekte Verbesserungswünsche - Der Bau war cool, Arbeit mit Wasser (rein- & rauslaufen) - Einkauf - Vorher vs. nachher Eekt - Teamarbeit, war cool, dass alle mithelfen konnten - Steinarbeit & Einkauf - Zusammenarbeit beim Buddeln - Steinfüsse sind lustig, allgemein ganzes Projekt war lustig und cool - TB: schön wie alle motiviert waren, Zusammenarbeit, Zeit draussen verbringen - Coole Idee den Barfussweg zu bauen & cool, dass du durchgehalten hast - Die handwerkliche Arbeit war sehr cool, auch wenn nur in der kurzen Zeit - Großartig, dass die ganze Klasse mitgemacht hat und keiner aufgegeben hat - Schild, um den Barfussweg erkennbar zu machen - Regenschutz für Wolle - Abdeckung für Sand (Katzendreck) - Gruben sollen sich vermischen (keine klare Trennung) -> genaue Abfolge (Start & Stopp) - Wunsch nach einem Bächli während der Abfolge des Barfussweges Projektbericht Modul 251 Carina Staub 43 5.2 Reflektionsfragebogen für die Kinder am Ende des Projekts Allgemeine Reflektion: Was hat dir am Bau des Barfussweges am meisten Spass gemacht? - Buddeln - Einkaufen - Reden - Etwas gemeinsam machen, Zusammenarbeit - Schrauben und Sägen - Mit Wasser spielen (rein, raus laufen im Wasser) - Etwas draussen machen - Die Steinfüsse sind lustig - Teamarbeit - Grossartig, dass die ganze Klasse mitgemacht hat und keiner aufgegeben hat Gab es etwas. Das besonders herausfordernd war? Wie hast du diese Herausforderung gemeistert? - Wenn ich nichts tun konnte, hatte ich schnell keine Lust mehr - Ich wollte auch Schrauben - Ich wollte jedes Mal mit zum Einkaufen, durfte aber nicht, weil alle berücksichtigt worden sind. - Die Krabbeltiere und Schnecken - Wie hast du dich während des Projekts gefühlt? Gab es Momente, in denen du stolz oder frustriert warst? - Stolz auf meine Geduld und die Kraft beim Schaufeln der Steine - Stolz auf meine Geduld beim Schaufeln der Schnitzel - Selbstständig unter Aufsicht Holzbretter gesägt - Stolz auf die Zusammenarbeit beim Buddeln Partizipation Hattest du das Gefühl, dass deine Meinungen und Ideen im Projekt gehört und berücksichtigt wurden? - Ja, es war zuerst unklar ob wir farbige Steine bezahlen können und am Schluss hat es farbige Steine gegeben. - Nein, ich wollte ein Weg nicht ein Viereck. - Ja ich konnte entscheiden bei was ich lieber Schaufeln will (Steine oder Schnitzel) - Nein, ich wollte einen Steinrand nicht Holz Konntest du aktiv Entscheidungen treffen? Wenn ja, welche? - Ich wollte farbige Steine und die waren teuer und es hat sie gegeben am Schluss - Die Grösse der Steine - Die Anordnung der Beete - Die Reihenfolge der Materialien Wie war die Zusammenarbeit mit anderen Kindern und Erwachsenen? Fandest du es fair und respektvoll? Projektbericht Modul 251 Carina Staub 44 - Ich wollte immer draussen sein durfte aber nicht immer das hat mich genervt - Teilen war schwer, ich wollte immer Sägen - Die Erwachsenen waren nett und ruhig - Ich war lieber allein mit Carina - Ich fand es gut - Nachhaltigkeit und Wirkung Glaubst du, dass der Barfussweg eine sinnvolle Ergänzung für die Gemeinschaft ist? Warum? - Kann helfen sich zu beruhigen und runterzufahren, wenn man Ruhe braucht Warum: Die Natur ist gesund - Ein Treffpunkt für uns zum Chillen Würdest du anderen Kindern empfehlen, an einem ähnlichen Projekt teilzunehmen? 9 x Ja Warum oder warum nicht? - Es hat Spass gemacht - Das Einkaufen war toll - Es hat Sirup gegeben - Das Resultat ist schön - Es macht stolz - Die nächste Klasse wird Freude haben Was würdest du beim nächsten Mal anders machen, wenn du wieder ein solches Projekt mitgestalten könntest? - Schild, um den Barfussweg erkennbar zu machen - Regenschutz für die Schafwolle - Abdeckung für den Sand (Katzendreck) - Genaue Abfolge mit Start und Stopp kennzeichnen - Es ist kein Weg es ist eine Fläche - An einem Bächli wäre es schöner Projektbericht Modul 251 Carina Staub 45 5.3 Traumapädagogische Standards Sommerau