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IN-FDM-BB Report: R 2.1.1 Evaluierung der IN-FDM-BB Zertifikatskurse Forschungsdatenmanagement für Studierende, FDM-Verantwortliche und Forschende

Mertzen, Daniela

Abstract

Das Verbundprojekt „Institutionalisiertes und nachhaltiges Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“ (IN-FDM-BB) zielt darauf ab, landesweit nachhaltige Strukturen für das Forschungsdatenmanagement (FDM) in Brandenburg aufzubauen. Die Verbundpartner des Projekts sind alle acht staatlichen, forschenden Hochschulen Brandenburgs, vier Universitäten und vier Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Der Fokus des Projekts liegt auf dem nachhaltigen Aufbau von FDM-Infrastrukturen sowie der langfristigen Verankerung von FDM-Diensten und -Kompetenzen an den am Projekt beteiligten Hochschulen. Dieses Ziel eines Institutionalisierungsprozesses ist in vier Arbeitsschwerpunkte unterteilt: Aufbau lokaler FDM-Kompetenzen an jeder Hochschule, basierend auf dem Bedarfs- und Kenntnisstand im Bereich FDM, Landesweite Qualifizierung von Forschenden, Forschungsunterstützenden und Studierenden durch Schulungsangebote, sowie der Aufbau eines rechtlich-ethischen First-Level-Supports, Bereitstellung zentraler FDM-IT-Dienste zur Erstellung von Datenmanagementplänen sowie für die Archivierung und/oder Publikation von Forschungsdaten, Institutionalisierung von FDM-Angeboten auf Landesebene, um nachhaltige Strukturen über die Projektlaufzeit hinaus zu sichern. Der Arbeitsschwerpunkt des landesweiten Aufbaus von Qualifizierung und Schulung beinhaltete die Konzeptionierung und Durchführung von FDM-Zertifikatskursen, sowohl für Studierende als auch für Forschende und FDM-Verantwortliche, inklusive Bereitstellung von Open Educational Resources (OER). Die Zertifikatskurse für Studierende sowie für Forschende und FDM-Verantwortliche wurden je zweimal durchgeführt. Für die Zertifikatskurse wurden Evaluationsfragen erarbeitet: Zum einen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, jeden thematisch ausgerichteten Tag bzw. jedes Modul zu evaluieren und zum anderen konnten sie im Anschluss an den jeweiligen Kurs eine Gesamtevaluation vornehmen. Im vorliegenden Report werden die Konzepte, Rahmenparameter und Inhalte der Zertifikatskurse zusammengefasst, die Kursevaluationen ausgewertet und ihre Ergebnisse diskutiert sowie Lessons Learned beschrieben. Diese Evaluationen dienen der Qualitätssicherung und unterstützen bei der Konzipierung zukünftiger FDM-Zertifikatskurse bzw. bei der Weiterentwicklung der Zertifikatskurse für die brandenburgischen Hochschulen.

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Gefördert mit 30.09.2025 IN-FDM-BB Report R 2.1.1 Evaluierung der IN-FDM-BB Zertifikatskurse Forschungsdatenmanagement für Studierende, FDM-Verantwortliche und Forschende IN-FDM-BB 2/54 IN-FDM-BB Institutionalisiertes und nachhaltiges Forschungsdatenmanagement in Brandenburg R 2.1.1 Evaluierung der IN-FDM-BB Zertifikatskurse Forschungsdatenmanagement für Studierende, FDMVerantwortliche und Forschende Berichtsbezeichnung: Verbreitung: Abgabetermin: Status: Autor*innen: Weitere Beteiligte: R 2.1.1 Öffentlich 30.09.2025 Finale Version Daniela Mertzen Christine Burkart IN-FDM-BB 3/54 Empfohlene Zitierweise: Daniela Mertzen. „IN-FDM-BB Report: R 2.1.1 Evaluierung der IN-FDM-BB Zertifikatskurse Forschungsdatenmanagement für Studierende, FDM-Verantwortliche und Forschende“. FDMBB, 30.09.2025. https://zenodo.org/doi/10.5281/zenodo.17524434. Dieses Werk ist unter einer Creative Commons Lizenz vom Typ Namensnennung 4.0 International zugänglich. Um eine Kopie dieser Lizenz einzusehen, konsultieren Sie http://creativecommons.org/licenses/by/4.0. IN-FDM-BB 4/54 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung ............................................................................................................................ 5 1.1 Zertifikatskurs für Studierende ............................................................................... 6 1.2 Zertifikatskurs für Forschende und FDM-Verantwortliche .................................... 7 2. Evaluation der Zertifikatskurse .......................................................................................... 8 2.1 Konzipierung und Durchführung der Evaluationen ................................................ 9 2.2 Fragenkataloge der Evaluationen ......................................................................... 10 3. Ergebnisse ........................................................................................................................ 12 3.1 Ergebnisse für den Zertifikatskurs für Studierende ............................................. 13 3.2 Ergebnisse für den Zertifikatskurs für Forschende und FDM-Verantwortliche ... 27 4. Diskussion und Lessons Learned ..................................................................................... 40 5. Fazit und Ausblick ............................................................................................................. 42 Literaturverzeichnis ................................................................................................................. 44 Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................. 45 Tabellenverzeichnis ................................................................................................................. 47 Anhang 1 .................................................................................................................................. 48 Anhang 2 .................................................................................................................................. 49 Abbildungsverzeichnis Anhang................................................................................................ 54 Tabellenverzeichnis Anhang .................................................................................................... 54 IN-FDM-BB 5/54 1. Einleitung Das Verbundprojekt „Institutionalisiertes und nachhaltiges Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“ (IN-FDM-BB)1 zielt darauf ab, landesweit nachhaltige Strukturen für das Forschungsdatenmanagement (FDM) in Brandenburg aufzubauen. Die Verbundpartner des Projekts sind alle acht staatlichen, forschenden Hochschulen Brandenburgs, vier Universitäten und vier Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Das Projekt wird seit Oktober 2022 für eine Laufzeit von drei Jahren gefördert. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR, zuvor Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF) für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) für die Universitäten. Der Fokus des Projekts liegt auf dem nachhaltigen Aufbau von FDM-Infrastrukturen sowie der langfristigen Verankerung von FDM-Diensten und -Kompetenzen an den am Projekt beteiligten Hochschulen. Dieses Ziel eines Institutionalisierungsprozesses ist in vier Arbeitsschwerpunkte unterteilt (vgl. IN-FDM-BB Antrag, S. 4-112): 1. Aufbau lokaler FDM-Kompetenzen an jeder Hochschule, basierend auf dem Bedarfsund Kenntnisstand im Bereich FDM. 2. Landesweite Qualifizierung von Forschenden, Forschungsunterstützenden und Studierenden durch Schulungsangebote, sowie der Aufbau eines rechtlich-ethischen First-Level-Supports. 3. Bereitstellung zentraler FDM-IT-Dienste zur Erstellung von Datenmanagementplänen sowie für die Archivierung und/oder Publikation von Forschungsdaten. 4. Institutionalisierung von FDM-Angeboten auf Landesebene, um nachhaltige Strukturen über die Projektlaufzeit hinaus zu sichern. Der Arbeitsschwerpunkt (2) des landesweiten Aufbaus von Qualifizierung und Schulung beinhaltete die Konzeptionierung und Durchführung von FDM-Zertifikatskursen, sowohl für Studierende als auch für Forschende und FDM-Verantwortliche, inklusive Bereitstellung von Open Educational Resources (OER)3,4,5,6,7. Die Zertifikatskurse für Studierende sowie für Forschende und FDM-Verantwortliche wurden je zweimal durchgeführt. Für die Zertifikatskurse wurden Evaluationsfragen erarbeitet: Zum 1 Projekt-Website: https://fdm-bb.de/ueber-das-projekt-2/ 2 IN-FDM-BB/FHP und IN-FDM-BB/UP, IN-FDM-BB Förderantrag: Institutionalisiertes und nachhaltiges Forschungsdatenmanagement in Brandenburg, 30. März 2023, https://doi.org/10.5281/ZENODO.7737223. 3 Daniela Mertzen, Heike Neuroth, Carsten Schneemann, Kathrin Woywod, Claudia Haase, Boris Jacob, Max Kroehling, Jens Mittelbach, Janine Straka, Anita Szczukowski, u. a., Zertifikatskurs „Forschungsdatenmanagement für Studierende“: Spring School 2023 der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement in Brandenburg, 27. Mai 2023, https://doi.org/10.5281/ZENODO.7936966. 4 Daniela Mertzen, Heike Neuroth, Carsten Schneemann, Kathrin Woywod, Claudia Haase, Boris Jacob, Max Kroehling, Jens Mittelbach, Janine Straka, Anita Szczukowski, u. a., Zertifikatskurs „Forschungsdatenmanagement für Studierende“: Spring School 2023 der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement in Brandenburg, Version 2023.v2, Zenodo, 29. August 2023, https://doi.org/10.5281/ZENODO.8297723. 5 Daniela Mertzen, Heike Neuroth, Carsten Schneemann, Claudia Haase, Boris Jacob, Jens Mittelbach, Janine Straka, Katrin Weise, und Miriam Zeunert, „Zertifikatskurs ‚Forschungsdatenmanagement für Studierende‘: Spring School 2024 der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“, Version 2024, with Daniela Mertzen u. a., Zenodo, 1. Juli 2024, https://zenodo.org/doi/10.5281/zenodo.11564808. 6 Claudia Haase u. a., „Zertifikatskurs ‚Forschungsdatenmanagement für Forschende und FDM-Verantwortliche‘ 2024 der Landesinitiative Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“, Version 2024, Zenodo, 20. Mai 2025, https://zenodo.org/doi/10.5281/zenodo.15462514. 7 Die OER-Materialien zum Zertifikatskurs ‚Forschungsdatenmanagement für Forschende und FDMVerantwortliche‘ 2025 werden zeitnah unter https://doi.org/10.5281/zenodo.17540131 veröffentlicht. IN-FDM-BB 6/54 einen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, jeden thematisch ausgerichteten Tag bzw. jedes Modul zu evaluieren und zum anderen konnten sie im Anschluss an den jeweiligen Kurs eine Gesamtevaluation vornehmen. Im Folgenden werden die Konzepte, Rahmenparameter und Inhalte der Zertifikatskurse zusammengefasst, die Kursevaluationen ausgewertet und ihre Ergebnisse diskutiert sowie Lessons Learned beschrieben. Diese Evaluationen dienen der Qualitätssicherung und unterstützen bei der Konzipierung zukünftiger FDM-Zertifikatskurse bzw. bei der Weiterentwicklung der Zertifikatskurse für die brandenburgischen Hochschulen. 1.1 Zertifikatskurs für Studierende Zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Zertifikatskurses für Studierende existierte eine Palette an Schulungsangeboten für Promovierende, für Studierende hingegen existierten kaum systematische FDM-Angebote8. Die Entwicklung eines landesweiten Zertifikatskurses – insbesondere für Masterstudierende, aber ebenso offen für Bachelorstudierende – sollte hierbei als Blaupause dienen und die bestehende Lücke schließen. Das Kurskonzept wurde von einer hochschulübergreifenden Arbeitsgruppe im Rahmen des Projekts IN-FDM-BB unter Berücksichtigung des aktuellen State-of-the-Art entwickelt9. Der Zertifikatskurs FDM für Studierende aller acht staatlichen Hochschulen Brandenburgs wurde als einwöchige, digitale Spring School konzipiert, welche in der vorlesungsfreien Zeit stattfand und kostenfrei angeboten wurde, um möglichst allen interessierten Studierenden eine Teilnahme zu ermöglichen. Um eine gute Betreuung der Studierenden durch die Dozierenden zu gewährleisten, wurde die Teilnehmendenzahl jedoch, trotz der Online-Durchführung, auf 30 Studierende begrenzt. Für die Teilnahme am Zertifikatskurs war eine Anrechnung von 2 bis 4 ECTS-Punkten, je nach Prüfungsleistung, möglich. 2 ECTS setzten eine Selbstlernphase inklusive Quiz (über das Lernmanagementsystem Moodle; ca. 10 Stunden) sowie die aktive Kursteilnahme (via Zoom; 40 Stunden) voraus. Eine zusätzliche Prüfungsleistung im Umfang von einem oder zwei ECTS-Punkten konnte in Form einer Hausarbeit abgelegt werden. Die Inhalte wurden von insgesamt 11 Dozierenden (der am Projekt beteiligten Hochschulen) mit unterschiedlicher Expertise gelehrt. Folgende Grundlagen wurden während der digitalen „Blockwoche“ vermittelt: 1. Einführung in das FDM: Definitionen, Forschungsdaten-Policies, der Forschungsdaten-Lebenszyklus, die FAIR Data Principles, die CARE Principles for Indigenous Data Governance, eine Übersicht von Open Science-Praktiken 2. Datendokumentation und Metadaten-Standards, Datenmanagementpläne mit RDMO 3. Technische Forschungsdaten-Infrastrukturen und -Tools inklusive Datenspeicherung, Backup, Datensicherheit, Langzeitarchivierung, Forschungsdaten-Repositorien, Versionsverwaltungsdienste sowie kollaborative Tools 4. Forschungsdaten-Publikationen, persistente Identifizierung, Lizenzen, rechtliche Aspekte 8 Daniela Mertzen u. a., „Zertifikatskurs ‚Forschungsdatenmanagement für Studierende‘ der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“, in INFORMATIK 2023 – Designing Futures: Zukünfte gestalten, hg. von Maike Klein u. a. (Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V., 2023), 95–105, https://doi.org/10.18420/INF2023_08. 9 Ebd. IN-FDM-BB 7/54 5. Gute wissenschaftliche Praxis, Projektmanagement im Kontext von Forschungsdaten (Projektmanagement wurde in der zweiten Iteration des Zertifikatskurses durch ein weiterführendes Modul zu sicherheitsrelevanter Forschung ersetzt). Die Inhalte wurden disziplinübergreifend vermittelt und mit fachspezifischen Beispielen angereichert. Die Inhalte sollten für das Thema FDM sensibilisieren sowie dazu anregen, sich mit den Fragen des FDM für den eigenen Forschungskontext auseinanderzusetzen. Der Zertifikatskurs beinhaltete dabei interaktive Lernmethoden wie Übungen und Gruppenarbeiten, datenoder fachspezifische Diskussionen, Live-Demos von FDM-Tools, Self-Assessments, Umfragen und Gamification-Elemente, die ein partizipatives Lernen und Selbstreflexion ermöglichen sollten. Der Zertifikatskurs für Studierende fand im Frühjahr 2023 und im Frühjahr 2024 statt. Die Nachfrage war sehr hoch mit ca. 80 bzw. 100 Anmeldungen von Studierenden aus verschiedensten Fachrichtungen (u. a. Bioinformatik, Psychologie, Soziale Arbeit). Allein dies zeigt den Bedarf an Schulungsangeboten zum guten Umgang mit Forschungsdaten unter Studierenden. 1.2 Zertifikatskurs für Forschende und FDM-Verantwortliche Der Zertifikatskurs für Forschende und FDM-Verantwortliche fand erstmals im Herbst 2024 statt; ein zweiter Durchlauf fand im Frühjahr 2025 statt. Im Gegensatz zu dem Zertifikatskurs für Studierende wurde der Kurs für die Zielgruppen Forschende und FDM-Verantwortliche nicht als einwöchige Blockveranstaltung, sondern als modularer Kurs mit einzeln buchbaren Terminen (à 90 Minuten, verteilt über 5 Wochen) zu FDM-Themenschwerpunkten angeboten. Dies sollte eine berufsbegleitende Teilnahme ermöglichen sowie Forschenden ermöglichen, unbekannte Themen zu wählen bzw. Themen zu vertiefen und sehr bekannte und angewandte FDM-Aspekte abzuwählen. Die einzelnen Module fanden überwiegend online (via Zoom) statt; einzelne Veranstaltungen wurden in Präsenz (an der BTU Cottbus-Senftenberg) angeboten. Auch hier wurde die Teilnehmendenzahl auf 30 Forschende und FDM-Infrastrukturmitarbeitende der acht Hochschulen begrenzt. Der Kurs stand ebenfalls Forschenden und Mitarbeitenden der außeruniversitären Forschungseinrichtungen Brandenburgs offen. Auch für beide Iterationen des Zertifikatskurses für Forschende und FDM-Personal war die Zahl der Bewerbungen hoch (knapp 80 bzw. 60 Anmeldungen), was für einen hohen Bedarf an Weiterbildung im FDMBereich spricht. Basierend auf einer Literaturrecherche sowie einer Bedarfserhebung unter Forschenden und FDM-Verantwortlichen10,11 – wurden 12 Module entwickelt: Open Science, wissenschaftliche Organisationen, Datendokumentation/Metadaten, Datenmanagementpläne, Aktives Datenmanagement, Langzeitarchivierung, Datenpublikation, Rechtliche Aspekte, Ethische Aspekte, Gute wissenschaftliche Praxis, Kollaborationen und Standards, FDM vermitteln. Zusätzlich wurden fachspezifische Module angeboten, um die unterschiedlichen Anforderungen im Umgang mit Forschungsdaten je Disziplin aufzuzeigen und einen fachnahen kollegialen Austausch zu ermöglichen. Ein Modul konnte aus mehr als einer 10 Claudia Haase u. a., IN-FDM-BB Werkstattbericht: W 2.1.3 Bedarfserhebung mit Literaturrecherche und explorativen Interviews zur Konzeption und Durchführung modularer FDM-Zertifikatskurse für FDMVerantwortliche, Forschende und Studierende, 2.1.3 (FDM-BB, 2023), https://doi.org/10.5281/zenodo.8354945. 11 Daniela Mertzen, IN-FDM-BB Report: R 1.2.1 Aktuelle Kenntnisse und Bedarfe im Bereich Forschungsdatenmanagement an acht brandenburgischen Hochschulen, R 1.2.1 (FDM-BB, 2024), https://doi.org/10.5281/zenodo.11044845. IN-FDM-BB 8/54 Lehrveranstaltung bestehen, sodass insgesamt 24 Lehrveranstaltungen angeboten wurden. Diese wurden von insgesamt 18 Dozierenden (in 2024) bzw. 19 Dozierenden (in 2025) gelehrt. Die Vergabe eines Zertifikats erfolgte auf Grundlage von Microcredentials. Diese sehen die Vergabe von Credit Points (CP) vor, welche dem Arbeitsaufwand eines ECTS-Punktes entsprechen (25-30 Stunden). Ein Zertifikat mit einem CP konnten Teilnehmende nach dem Absolvieren eines Selbstlernkurses inklusive Aufgaben erhalten, ein weiterer CP konnte durch die aktive Teilnahme an mindestens 10 Lehrveranstaltungen und einer Reflexion erreicht werden. Auch für die Module des Zertifikatskurses für Forschende und Forschungsunterstützende gab es für jedes Modul sowie für den gesamten Kurs einen Evaluationsbogen. Die Evaluationsfragen des Zertifikatskurses für Studierende wurden zum Teil nachgenutzt. Die Konzipierung und Umsetzung der Zertifikatskurse zum Thema Forschungsdatenmanagement stieß auf reges Interesse in der FDM-Community und wurde im Rahmen verschiedener Konferenzen vorgestellt, beispielsweise im Rahmen der Jahrestagung des ZDT (Zentrum für digitale Transformation) in Brandenburg (2023)12, des RDM Trainer Network Meetings (2023)13, des 17. Internationalen Symposiums für Informationswissenschaft (ISI, 2023)14, der SaxFDM Tagung (2024)15, des Come2Data Workshops (2024)16 sowie im Rahmen des INFORMATIK Festivals (Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, 2023), aus der ein peer-reviewtes Paper folgte17. Außerdem gewann der Zertifikatskurs für Studierende den Brandenburgischen Landeslehrpreis 2023 unter dem Motto Open Educational Resources in der Hochschulbildung18. 2. Evaluation der Zertifikatskurse Evaluationen werden in der Hochschullehre als hilfreiches Mittel angesehen, um direktes Feedback zur Qualität der Lehre durch Studierende zu erhalten19 und um Lehrenden eine datenbasierte Grundlage zur Selbstreflexion zu geben20. Sie dienen ebenfalls der Weiterentwicklung der Lehrinhalte und können zu einem Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden zu Lehrmethoden und -zielen führen21, um diese aktiv in die Lehrgestaltung 12 Heike Neuroth, Daniela Mertzen, und Jens Mittelbach, „Zertifikatskurs Forschungsdatenmanagement für Studierende (FDM-Spring School) der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“, ZDTJahrestagung 2023, 10. November 2023, https://fdm-bb.de/wp-content/uploads/2023/11/Folien-FDM-BB-ZDTTalk-10-11-2023.pdf. 13 Daniela Mertzen u. a., Insights from Brandenburg’s First RDM-Spring School for Students, Zenodo, 24. Juli 2023, https://doi.org/10.5281/ZENODO.8169083. 14 Carsten Schneemann, Daniela Mertzen, und Heike Neuroth, „‚Forschungsdatenmanagement für Studierende‘ Zertifikatskurs der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“, in Nachhaltige Information – Information für Nachhaltigkeit: Proceedings des 17. Internationalen Symposiums für Informationswissenschaft (ISI 2023), hg. von Wolfgang Semar (2023), 422–28, https://doi.org/10.5281/ZENODO.10009338. 15 Claudia Haase und Stefanie Schreiber, „Der Zertifikatskurs für Forschende & FDM-Verantwortliche des Projekts IN-FDM-BB: Herausforderungen und Lösungsansätze“, conference paper presented auf SaxFDM Tagung 2024, Zenodo, 17. September 2024, https://doi.org/10.5281/ZENODO.13844995. 16 Stefanie Schreiber und Claudia Haase, „Die Zertifikatskurse von IN-FDM-BB – Zielgruppenspezifische Schulungen für Forschende, FDM-Verantwortliche und Studierende“, Come2Data Workshop, Zenodo, 11. Dezember 2024, https://zenodo.org/doi/10.5281/zenodo.14645999. 17 Mertzen u. a., „Zertifikatskurs ‚Forschungsdatenmanagement für Studierende‘ der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement in Brandenburg“ in INFORMATIK 2023. 18 Website des MWFK (Brandenburger Wissenschaftspreis Lehre, Landeslehrpreis 2023): https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/wissenschaft/brandenburger-wissenschaftspreise/landeslehrpreis/#. 19 Heiner Rindermann, „Qualitätsentwicklung in der Hochschullehre“, Beiträge zur Lehrerbildung 27, Nr. 1 (2009): 64–73, https://doi.org/10.25656/01:13697. 20 TU Darmstadt, Umgang mit Ergebnissen der Lehrevaluation, zugegriffen 16. August 2025, https://www.einfachlehren.tu-darmstadt.de/themensammlung/details_13632.de.jsp. 21 Ebd. IN-FDM-BB 9/54 einzubeziehen22. Ihre Einbeziehung ist auch im Hochschulrahmengesetz (§ 6 HRG) verankert.23 Aus Hochschulsicht dienen Lehrevaluationen selbstverständlich ebenso der Qualitätssicherung der Hochschullehre im Allgemeinen, auf welcher eine hochschulweite strategische Qualitätsentwicklung fußt24. Die Evaluationen der Zertifikatskurse zielen insbesondere auf eine Qualitätssicherung und Prüfung der Effektivität der angebotenen Kurse ab. Ergebnisse der ersten Durchführung konnten jeweils bei der Weiterentwicklung des folgenden Zertifikatskurses berücksichtigt werden. Weiterhin konnte eine Vergleichbarkeit der Evaluationen hergestellt werden. Dies ist besonders interessant mit Blick auf die Einschätzungen verschiedener Lernenden-Gruppen bei ähnlichen Inhalten sowie die Erwartungen verschiedener Zielgruppen (Studierende vs. Forschende/FDM-Personal). 2.1 Konzipierung und Durchführung der Evaluationen Für die Evaluation wurde eine gemischte Erhebungsmethode gewählt, einerseits eine quantitative Erhebung, die numerische Werte zur Auswertung hervorbringt und andererseits eine qualitative Erhebung von ergänzenden Freitextantworten, die einer inhaltlichen Auswertung bedürfen. Die Fragebögen der Evaluation wurden während der Konzeptionierungsphase des Kurses für Studierende durch die hochschulübergreifende Arbeitsgruppe des Projekts IN-FDM-BB erarbeitet: (1) Eine kurze Evaluation mit fünf Fragen zum Ende eines Tages oder Moduls und (2) eine umfangreichere Gesamtevaluation eines Kurses. Als Grundlage dienten hierzu beispielsweise die Sichtung von Lehrevaluationen der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam. Die Evaluationsbzw. Feedbackbögen waren wie folgt aufgebaut: Den Fragen der Evaluation war entweder eine Bewertungsskala von 1 - 7 (bzw. 1 - 5) unterlegt oder es handelte sich um Freitextfelder. Einige wenige Angaben zum Status der Teilnehmenden erforderten eine Auswahl, z. B. in einem Dropdown-Menü. Für den Zertifikatskurs für Forschende und FDM-Verantwortliche wurde aufgrund des modularen Aufbaus des Kurses ein detaillierterer Fragebogen für jeden Modulkurs bereitgestellt. Dieser basierte auf dem Fragenkatalog der Gesamtevaluation des Zertifikatskurses für Studierende. Ein ähnlicher Fragenkatalog wurde den Teilnehmenden zur Gesamtevaluation des Zertifikatskurses bereitgestellt. Die Evaluationen wurden in Form von Online-Fragebögen über die Lernplattform Moodle erstellt und bereitgestellt. Die Teilnehmenden wurden jeweils am Ende eines Tages bzw. eines Modulkurses eingeladen, die Online-Evaluation auszufüllen. Ebenso wurden die Teilnehmenden noch einmal am Ende des gesamten Kurses eingeladen, eine Evaluation für den jeweiligen Zertifikatskurs insgesamt abzugeben. Eine Teilnahme war selbstverständlich freiwillig und anonym. Es wurde grundsätzlich noch während einer Veranstaltung auf die Evaluationen hingewiesen. Eine zeitnahe Durchführung war deshalb wichtig, um möglichst viele Antworten zu erhalten und darauf basierend Rückschlüsse ziehen zu können. Doch auch nach Ende eines jeweiligen Modulkurses waren die Fragebögen bis zum Ende des Kurses für Teilnehmende geöffnet. Die kurzen Feedback-Formulare am Ende eines jeden Tages des 22 Rindermann, „Qualitätsentwicklung in der Hochschullehre“. 23 Bundesministerium der Justiz, Hochschulrahmengesetz Bundesgesetzblatt Teil III, zugegriffen 16. August 2025, https://www.gesetze-im-internet.de/hrg/. 24 Benjamin Ditzel, „Wissenschaftsgeleitete Wirkungsreflexion – Ansätze der Qualitätsentwicklung für eine Hochschulbildung der Zukunft“, Zeitschrift für Hochschulentwicklung 18, Nr. 3 (Oktober 2023): 63–91, https://doi.org/10.21240/zfhe/18-03/04. IN-FDM-BB 16/54 Abbildung 5: Frage 3 der Gesamtevaluation: Wie schätzen Sie Ihren Lernzuwachs an den einzelnen Tagen ein? (1 = enorm hoch; 7 = sehr In Abbildung 6 ist die Einschätzung der Studierenden zu ihrer Zufriedenheit mit dem Lernzuwachs über den gesamten Kurs abgebildet. Die Ergebnisse sind bis auf eine Ausnahme sehr positiv: In 2023 waren 35% voll und ganz zufrieden und 60% eher zufrieden; eine Person war eher nicht zufrieden mit ihrem Lernzuwachs. Letztere gab in den Freitextantworten an, dass sie ihren Lernzuwachs als eher gering einstufte, weil sie bereits Kurse zum Thema FDM besucht hatte. In 2024 gaben sogar 84% an, voll und ganz zufrieden zu sein, 16 % waren eher zufrieden. 2024 nahmen mehr Bachelorstudierende teil als 2023; diese könnten eine höhere Bewertung aufgrund geringerer Vorerfahrung im Vergleich mit Masterstudierenden gegeben haben. Auch hier mag neben anderen Variablen, die einen Einfluss auf das Ergebnis nahmen, die Schärfung der Lehrmaterialien und der Präsentationen teilweise für die noch höhere, “volle” Zufriedenheit in 2024 (im Vergleich mit 2023) verantwortlich gewesen sein. IN-FDM-BB 17/54 Abbildung 6: Frage 4 der Gesamtevaluation: Bewerten Sie die folgende Aussage. Mit meinem Lerngewinn insgesamt bin ich zufrieden (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Während es im ersten Abschnitt der Evaluation um die Bewertung der Modulkurse ging, ging es im zweiten Abschnitt der Evaluation um die Lehrform. Abbildung 7 zeigt die Zufriedenheit der Studierenden mit dem Online-Lehrformat. Sowohl in 2023 als auch in 2024 war die Mehrheit der Studierenden voll und ganz zufrieden (55% bzw. 74%), weitere 35% bzw. 26% waren eher zufrieden. Nur in 2023 waren 10% der Studierenden eher nicht zufrieden mit der Online-Lehrform; in 2024 waren es 0%. Dies spricht dafür, dass ein Online-Format überwiegend als positiv erachtet wird und auch für die zukünftige Planung ein geeignetes Format darstellt. IN-FDM-BB 18/54 Abbildung 7: Frage 5A der Gesamtevaluation: Bewerten Sie die folgende Aussage. Mit der Online-Lehrform war ich zufrieden (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Die zweite Frage zur Lehrform erfragte die Zufriedenheit der Studierenden mit der Zusammensetzung der theoretischen und praktischen Teile des Kurses, insbesondere mit der Zusammensetzung aus theoretischem Input, Übungen, Q & A-Sessions, vorbereitender Literatur und Quiz. Zu dieser Frage gab es durchweg positives Feedback. Die Ergebnisse werden in Abbildung 8 visualisiert. Dieses Ergebnis ist zum Teil überraschend, da in diesem Bereich gewöhnlich starke persönliche Präferenzen zu Input-Formen existieren und sich diese auch in Feedback niederschlagen. Das positive Feedback stützt eine gelungene Konzipierung des Kurses, der mit viel Mühe und Ressourcen aufgebaut wurde. Zusätzlich kann sich eine positive Grundeinstellung der Studierenden auf die Bewertung ausgewirkt haben: Alle Studierenden nahmen dieses einwöchige Zusatzangebot in der vorlesungsfreien Zeit wahr, was eine gewisse Motivation voraussetzt. IN-FDM-BB 19/54 Abbildung 8: Frage 5B der Gesamtevaluation: Die Zusammensetzung aus theoretischem Input, Übungen, Q & ASessions u. vorbereitender Literatur und Quiz hielt ich für angemessen (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Der dritte Abschnitt der Evaluation befasste sich mit der Selbsteinschätzung der Studierenden zur Lernatmosphäre. Abbildung 9 zeigt die Ergebnisse zur Frage, ob genügend Raum für Fragen während des Kurses vorhanden war. Dies wurde in 2023 überwiegend bejaht (65% stimmten voll und ganz zu, 25% stimmten eher zu), jedoch stimmten 10% dem eher nicht zu. Anhand dieses Feedbacks wurde im folgenden Jahr darauf geachtet, dass mehr Zeit für Fragen, Reflexion und Diskussion vorhanden war. In 2024 gaben alle Evaluierenden an, ausreichend Zeit für Fragen eingeräumt bekommen zu haben. IN-FDM-BB 20/54 Abbildung 9: Frage 6A der Gesamtevaluation: Bewerten Sie folgende Aussage: Für meine Fragen gab es genügend Raum (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Die Studierenden wurden ebenfalls gefragt, ob der Gruppenaustausch für sie wertvoll war. Dieser wurde in beiden Jahren durch Fragen, Reflexion, Diskussionen und Übungen gefördert. Sowohl in 2023 als auch 2024 war das Feedback hierzu positiv. Abbildung 10: Frage 6B der Gesamtevaluation: Bewerten Sie folgende Aussage: Der Austausch in der Gruppe war für mich wertvoll (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) IN-FDM-BB 21/54 Des Weiteren sollten die Studierenden die Relevanz von Forschungsdatenmanagement als neues Thema bewerten (Abbildung 11). Der Aussage, dass Forschungsdatenmanagement ein relevantes (neues) Thema ist, stimmten 2023 75% voll und ganz zu, und 25% eher zu. In 2024 stimmten 95% voll und ganz zu, 5% eher zu. Dies kann neben anderen Faktoren auch daran gelegen haben, dass das Organisationsteam in der Nachlese 2023 reflektierte, wie die Motivation für das FDM für Studierende noch besser hervorgehoben und vermittelt werden kann. Abbildung 11: Frage 6C der Gesamtevaluation: Bewerten Sie folgende Aussage: Ich halte Forschungsdatenmanagement als (neues) Thema für relevant (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme Ob die Studierenden FDM auch in ihrer weiteren wissenschaftlichen Arbeit berücksichtigen würden (z.B. in ihrer Abschlussarbeit), wird in Abbildung 12 visualisiert. Die Mehrheit der Studierenden bejahte die Frage. In 2023 gab nur eine Person an, dies eher nicht tun zu wollen; in 2024 gab eine Person “Antwort nicht möglich” an. Bis auf eine Ausnahme wird dies als positives Zeichen gewertet, dem Auftrag der Vermittlung und Förderung des guten Umgangs mit Forschungsdaten nachgekommen zu sein und die teilnehmenden Studierenden motiviert zu haben, das Forschungsdatenmanagement nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Teil des wissenschaftlichen Arbeitens und der guten wissenschaftlichen Praxis anzusehen. IN-FDM-BB 22/54 Abbildung 12: Frage 6D der Gesamtevaluation: Bewerten Sie folgende Aussage: Ich werde Forschungsdatenmanagement in meinem weiteren wiss. Arbeiten berücksichtigen (z.B. Abschlussarbeit) (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Abbildung 13 zeigt die Antworten bezüglich des theoretischen Vorwissens der Studierenden. Hier ergibt sich ein gemischtes Bild. In 2023 stimmten 70% (voll und ganz oder eher) zu, 30% stimmten (eher oder überhaupt) nicht zu. In 2024 stimmten nur 52% (voll und ganz oder eher) zu und 47% (eher oder überhaupt) nicht zu. Das niedrigere Vorwissen in 2024 kann darauf zurückzuführen sein, dass mehr Bachelorstudierende in 2024 (im Vergleich zu 2023) teilnahmen. Dass unter Studierenden noch kein umfangreiches Wissen zum Thema Forschungsdatenmanagement vorhanden ist, ist generell ein erwartbares Ergebnis. Interessant ist aber, dass in 2023 immerhin 70% der Studierenden schon (zumindest) teilweise praktische Erfahrung in diesem Bereich sammeln konnten; in 2024 waren es immer noch 37% der Studierenden (Abbildung 14). Dies könnte daran liegen, dass die Mehrheit der Teilnehmenden (sowohl in 2023 als auch 2024) Masterstudierende waren und bereits Projektarbeiten umgesetzt hatten oder eine Abschlussarbeit geschrieben hatten. IN-FDM-BB 23/54 Abbildung 13: Frage 7A der Gesamtevaluation: Bewerten Sie folgende Aussage: Ich habe bereits theoretisches Vorwissen mit in die Veranstaltung gebracht (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Abbildung 14: Frage 7B der Gesamtevaluation: Bewerten Sie folgende Aussage: Ich habe bereits praktische Erfahrung (z.B. im Praktikum, Forschungsprojekt) auf diesem (Themen-)Gebiet gesammelt (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) IN-FDM-BB 24/54 Die letzte Frage der Evaluation war eine optionale Freitextantwort: Haben Sie ldeen, Anregungen, Kommentare, die die Dozierenden zur Verbesserung des Zertifikatskurses nutzen können? Die Inhalte der Freitextantworten wurden kategorisiert, lose angelehnt an den methodischen Ansatz der qualitativen Inhaltsanalyse, welcher für offene Fragen aus Befragungen geeignet ist.26 Innerhalb der Kategorien werden Inhalte als Kurzformulierungen beschrieben, die das ursprüngliche Textmaterial paraphrasieren, um die ursprünglichen Aussagen zu anonymisieren. Die Spalte der Freitextantworten wurde für die Datenveröffentlichung gelöscht, sodass einzelne Teilnehmende nicht anhand ihrer Aussagen identifiziert werden können. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 10 Antworten gegeben, im Jahr 2024 wurden 16 Antworten gegeben. Die antwortenden Studierenden gaben meist sowohl positives Feedback als auch Verbesserungsvorschläge an. Alle erwähnten Punkte der Studierenden werden in der folgenden Tabelle kategorisiert und präsentiert. Insgesamt war das Feedback sowohl in 2023 als auch 2024 sehr positiv. Häufig wurde erwähnt, dass der Kurs als interessant, wertvoll oder spannend empfunden wurde und “neue Türen geöffnet” hat. Allgemeine positive Äußerungen dieser Art werden in der Tabelle nicht weiter zusammengefasst. Die Antworten werden insgesamt in rein positives Feedback und kritisches Feedback bzw. Anregungen und Wünsche aufgeteilt. Während das positive Feedback eine Wertschätzung für Organisator*innen und Dozierende ausdrückt und hervorhebt, welche Aspekte gut funktioniert haben, sind das kritische Feedback sowie Verbesserungsvorschläge besonders interessant für eine Weiterentwicklung. Die Ergebnisse finden sich in Tabelle 1. Zusammenfassend wurde ein Angebot für Studierende als wichtig erachtet, welches eine vorhandene Lücke in der Ausbildung schließt. Inhaltlich wurde der Kurs als relevant, interessant, abwechslungsreich beschrieben. In den Freitextantworten wurde in 2023 kommentiert, dass das Thema Projektmanagement als nicht relevant in diesem Kontext angesehen wurde. Dieses wurde im Jahr 2024 durch ein erweitertes Modul der guten wissenschaftlichen Praxis ersetzt, u.a. mit dem Thema sicherheitsrelevante Forschung und Nutzung von KI-Tools. Dies wurde besonders positiv hervorgehoben. Auch DMPs und Datenschutz wurden als sehr wichtig hervorgehoben. Ein weiterer Wunsch war ein Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte, z.B. wie Open Source Tools hier unterstützen können oder wie eine Datenselektion zur langfristigen Speicherung vorgenommen werden kann. Das Online-Format wurde, wie oben gezeigt, als angemessen befunden. In den Freitextantworten wurde dies von einer Person hervorgehoben. Zwei weitere Kommentare ergänzten, dass Präsenzveranstaltungen zwar vorteilhaft sein könnten, jedoch wurde dies z.B. durch zeitliche Einschränkungen relativiert. Feste Pausen wurden als sehr positiv wahrgenommen. Ein ganz besonderes Anliegen schien die Interaktivität des Kurses. Dies wurde oftmals positiv hervorgehoben, z.B. die Zusammensetzung aus Theorie und Praxis, inklusive Diskussionen oder Übungen sowie ausreichend Raum für Fragen. Dennoch wurde auch häufig kommentiert, dass noch mehr Interaktivität gewünscht ist, d.h. die Einplanung von mehr Zeit für praktische Übungen allgemein und die praktische Nutzung der vorgestellten Tools, sowie die Vorstellung 26 Philipp Mayring und Thomas Fenzl, „Qualitative Inhaltsanalyse“, in Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung, hg. von Nina Baur und Jörg Blasius (Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2022), 691– 706, https://doi.org/10.1007/978-3-658-37985-8_43. IN-FDM-BB 25/54 weiterer Tools. Mehrfach wurden sogar erwünschte Zusatzangebote für bestimmte Tools erwähnt. Der Austausch, insbesondere mit fest eingeteilten, disziplinübergreifenden Gruppen wurde positiv betrachtet. Gegenstimmen hätten zu einigen Themen einen Austausch mit einer ähnlichen Peer-Group und disziplinspezifischere Diskussionen bevorzugt. Der Balance-Akt einer Vermittlung von generischem FDM mit ausreichend disziplinspezifischen Beispielen ist eine Herausforderung. Die Nutzung disziplinspezifischer Beispiele könnte bei einer weiteren Veranstaltung noch intensiviert werden. Tabelle 1: Frage 8 (Freitextantworten) Haben Sie ldeen, Anregungen, Kommentare, die die Dozierenden zur Verbesserung des Zertifikatskurses nutzen können? Kommentare der Studierenden wurden thematisch kategorisiert. Studierende 2023 Studierende 2024 Kategorien Positives Feedback Allgemein - • wichtiges Angebot für Studierende • Lücken in der Ausbildung wurden geschlossen Atmosphäre / Dozierende - • verschiedenste Fachexpertisen der Dozierenden • angenehme (Lern)Atmosphäre (x4) • sympathische / aufmerksame Lehrpersonen • sehr angenehme Vortragsweise Format / Struktur • Aufbau schlüssig • Formatvielfalt • Online Format • angemessene / feste Pausen (x3) Inhalte • Inhalt schlüssig • abwechslungsreiche / relevante / interessante / neue / umfassende Inhalte (x4) • KI als Thema • gerne Ausweitung des Themas KI • DMP wichtig zur Dokumentation und für Projektarbeiten IN-FDM-BB 32/54 Abbildung 20: Frage 5B Bewerten Sie folgende Aussage. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien waren für mich hilfreich (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Im zweiten Abschnitt der Lehrevaluationen ging es um die Lehrveranstaltungen. Die Teilnehmenden beider Jahrgänge waren mit ihrem Lerngewinn im Allgemeinen eher bis sehr zufrieden. Eine Person (2024) war eher nicht zufrieden (Abbildung 21). Hier könnte für die weitere Planung von Zertifikatskursen noch einmal eruiert werden, ob es in Zukunft sowohl Basisals auch vertiefende Module geben sollte, um Zufriedenheit und Lernzuwachs der Teilnehmenden, besonders der Forschenden, zu erhöhen. Die meisten Teilnehmenden stimmten der Aussage zu, dass es genügend Raum für ihre Fragen gab (Abbildung 22). Jedoch stimmten 11% der Teilnehmenden in 2024 dem eher nicht zu. Dass der Gruppenaustausch sehr oder eher wertvoll war, befanden ebenfalls die meisten Evaluationsteilnehmenden (Abbildung 23). Jedoch stimmten dem (in 2024) 21% eher nicht zu. Hier ist leider nicht zu unterscheiden, ob der Austausch als irrelevant oder nicht hilfreich angesehen wurde, oder ob diejenigen Teilnehmenden so antworteten, weil sie sich nicht beteiligen konnten oder wollten. Dies wurde für die Vorbereitung 2025 und sollte bei zukünftiger Planung berücksichtigt (werden); ein besonderes Augenmerk sollte bei jeder Planung auf ausreichend Raum für einen intensiven Austausch, der alle mit einbezieht, gelegt werden. IN-FDM-BB 33/54 Abbildung 21: Frage 6A Bewerten Sie folgende Aussage. Mit meinem Lerngewinn insgesamt (für alle besuchten Veranstaltungen) bin ich zufrieden (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Abbildung 22: Frage 6B Bewerten Sie folgende Aussage. Für meine Fragen gab es genügend Raum (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) IN-FDM-BB 34/54 Abbildung 23: Frage 6C Bewerten Sie folgende Aussage. Der Austausch in der Gruppe war für mich wertvoll (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Der dritte Abschnitt bemühte sich um die persönliche Einschätzung der Forschenden und FDM-Verantwortlichen. Abbildung 24 zeigt die Antworten auf die Frage, ob FDM für relevant gehalten wird. Dies wurde zu fast 100% bejaht. Eine Person in 2025 stimmte dem eher nicht zu. Zwar stellt die Person eine Ausnahme dar, dennoch sollte bei der weiteren Planung überlegt werden, wie z.B. insbesondere disziplinspezifische Aspekte und Anliegen besser adressiert werden können, um allen Teilnehmenden die Bedeutung des FDM nahezubringen. Eine weitere sehr wichtige Frage für Organisator*innen und Dozierende ist die Frage nach der Berücksichtigung von FDM in der weiteren Arbeit der Forschenden. Auch hier stimmte der Großteil der Teilnehmenden zu, dass FDM in ihrem weiteren wissenschaftlichen Arbeiten berücksichtigt wird. Eine Person in 2024 machte keine Angabe (Abbildung 25). Die Relevanz zu vermitteln und für die weitere Berücksichtigung des FDM zu “werben”, wird als Erfolgsmerkmal für Organisator*innen und Dozierende gesehen, um so nachhaltig einen transparenten, nachvollziehbaren Umgang mit Forschungsdaten zu fördern. Dies ist im Falle der Zertifikatskurse gelungen – sowohl für Forschende und FDM-Verantwortliche als auch, wie im vorherigen Kapitel zusammengefasst, für Studierende. IN-FDM-BB 35/54 Abbildung 24: Frage 7A Bewerten Sie folgende Aussage. Ich halte Forschungsdatenmanagement für relevant (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Abbildung 25: Frage 7B Bewerten Sie folgende Aussage. Ich werde FDM in meinem weiteren wissenschaftlichen Arbeiten berücksichtigen (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) IN-FDM-BB 36/54 Im letzten Abschnitt der Evaluation wurden die Teilnehmenden nach ihrem Wissensstand befragt. Zunächst wurde das theoretische Vorwissen abgefragt (Abbildung 26). Hier ist für die Teilnehmenden beider Jahrgänge ein gemischtes Bild zu beobachten – von Teilnehmenden mit detailliertem Vorwissen bis gar keinem Vorwissen. Die Frage nach der praktischen Erfahrung zeigt ein sehr ähnliches Bild (Abbildung 27). Interessant ist die Einschätzung der Teilnehmenden zu ihrem Wissensstand nach Teilnahme am Zertifikatskurs (Abbildung 28). Ca. 25% der Teilnehmenden beider Jahrgänge würden sich weiter als Anfänger bezeichnen. 53% (2024) bzw. 38% (2025) als “Mittelstufe” und 21% (2024) bzw. 38% (2025) als Fortgeschritten (wobei hier noch einmal hervorzuheben ist, dass 38% im Falle der Evaluationen aus 2025 die Antworten dreier Personen umfasst). Auf Basis des Wissensstands könnte für zukünftige Kurse zu eruieren sein, ob ein Angebot nach Kenntnis sinnvoll sein könnte, um Basisund weiterführende Module anbieten zu können. Abbildung 26: Frage 8A Bewerten Sie folgende Aussage. Ich habe bereits theoretisches Vorwissen mit in den Zertifikatskurs gebracht (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) IN-FDM-BB 37/54 Abbildung 27: Frage 8B Bewerten Sie folgende Aussage. Ich habe bereits praktische Erfahrung auf diesem (Themen-) Gebiet gesammelt (1 = stimme voll und ganz zu; 4 = stimme überhaupt nicht zu) Abbildung 28: Frage 9 Wie schätzen Sie Ihren Wissensstand im Bereich FDM nach der Teilnahme an dem Zertifikatskurs ein? IN-FDM-BB 38/54 Die letzte Frage der Evaluation gab die Option einer Freitextantwort. Die Frage ist deckungsgleich mit der Freitext-Frage im Evaluationsbogen für Studierende: “Haben Sie Ideen, Anregungen, Kommentare, die die Dozierenden zur Verbesserung des Zertifikatskurses nutzen können?” Die Inhalte der Freitextantworten wurden (wie bei den Studierenden) kategorisiert. Die Spalte der Freitextantworten wurde für die Datenveröffentlichung gelöscht, sodass einzelne Teilnehmende nicht anhand ihrer Aussagen identifiziert werden können. Auch unter den Forschenden und FDM-Verantwortlichen gab es viele Kommentare zu einem “hilfreichen” oder “lehrreichen” Kurs. Die allgemein positiven Kommentare werden hier nicht weiter erwähnt. Tabelle 2 zeigt die kategorisierten Antworten. Insgesamt wurde von Forschenden und FDM-Verantwortlichen weniger Feedback gegeben als von Studierenden. Auch war das Feedback insgesamt etwas kritischer als von den Studierenden. Beides ist wenig überraschend, da Forschende meist über zeitlich sehr begrenzte Ressourcen verfügen und in dieser Zeit passgenaue Lösungen erwarten. Nichtsdestotrotz gab es sehr viel positives Feedback aus dem ersten Durchgang 2024. Aufgrund der dünnen Datenlage in 2025 (nur 8 Evaluations-Teilnehmende), existieren hier kaum Freitextantworten. Insgesamt wurde durch den Kurs (2024) eine bestehende “Wissenslücke gefüllt”. Die Teilnehmenden 2024 waren mit der Struktur und spielerischen Art des Selbstlernkurses zufrieden, jedoch berichteten zwei Teilnehmende von technischen Problemen in Bezug auf Formate. Hier sollten für zukünftige Veranstaltungen unbedingt offene Formate genutzt werden. Die modulare Aufteilung des Kurses für Forschende und FDM-Verantwortliche wurde als positiv bewertet. Auch die Inhalte wurden als gut strukturiert angesehen und die vielen Verweise auf unterstützende Tools und Datenbanken geschätzt. Jedoch wurde angemerkt, dass die Ausrichtung des Kurses eher auf FDM-Verantwortliche zugeschnitten schien und Module spezifisch für Forschende angeboten werden sollten. Zukünftige Planung sollte dies berücksichtigen, da die Bedarfe von Forschenden und FDM-Verantwortlichen sich häufig nicht überschneiden. Die Struktur des Stundenplans wurde als nicht optimal bewertet, da es keine festen Tage und Uhrzeiten gab und somit die Planbarkeit beeinträchtigt war. Auch dies könnte in einem Folgekurs optimiert werden. Wie bei den Studierenden wurde die Aufteilung von Theorie und Praxis geschätzt und vorgeschlagen, noch mehr praxisbezogenes FDM anzubieten. Die Beteiligung bei Gruppenarbeiten wurde von einer Person als dünn bezeichnet, sodass für zukünftige Veranstaltungen eine Moderation mit Leitfragen anwesend sein könnte, um die Diskussion anzuregen. Während die Rückmeldungen überwiegend positiv waren, gab es auch Verbesserungsvorschläge zur Organisation, beispielsweise eine weniger kurzfristige Ankündigung von fachspezifischen Modulen, die eine Planung der Teilnahme ermöglichen, sowie eine optimierte Koordination einer thematisch logischen Reihenfolge. Auch die stärkere Berücksichtigung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und ihren Bedarfen wurde gewünscht. Diese und weitere hilfreiche Hinweise können zukünftig problemlos umgesetzt werden. IN-FDM-BB 39/54 Ein wichtiger, aber herausfordernder Kommentar aus 2025 bezieht sich auf die Herausforderung, verschiedene Fachdisziplinen angemessen zu bedienen. Hierzu ist ein weiterer Austausch der Organisator*innen notwendig. Einerseits gilt es eine disziplinübergreifende Relevanz herzustellen, andererseits sollte auf genügend disziplinspezifische Quellen verwiesen werden. Tabelle 2: Haben Sie Ideen, Anregungen, Kommentare, die die Dozierenden zur Verbesserung des Zertifikatskurses nutzen können? Forschende / FDMVerantwortliche 2024 Forschende / FDM-Verantwortliche 2025 Kategorien Positives Feedback Allgemein Wissenslücken gefüllt - Format / Struktur • Gute Struktur (Selbstlernkurs) • Modulare Aufteilung • kompakter Kurs • Präsenzveranstaltung zu Beginn des Kurses • Spielerisches Lernen (Selbstlernkurs) - Inhalte • gut strukturierte Inhalte • Verweise auf Tools und Datenbanken - Interaktivität / Austausch • Aufteilung Theorie und Praxis • praktische Übungen in Gruppen - Materialien hilfreiche Materialien - Moodlekurs - Organisation - Kategorien Kritisches Feedback oder Anregungen / Wünsche Format / Struktur • Stundenplan schwer planbar • ggf. thematische Unterteilung für Einzelforschende vs. Forschungsgruppen angenehme Lehrblöcke Inhalte • Ausrichtung eher auf FDMVerantwortliche Herausforderung verschiedene Fachdisziplinen zu bedienen IN-FDM-BB 40/54 • Module auf Forschende ausrichten Interaktivität / Austausch • wenig Beteiligung bei Gruppenarbeiten • mehr Zeit für Gruppenarbeiten • mehr Raum für Fragen und Austausch • mehr Interaktivität - Materialien zusätzliches Material erwünscht - Moodlekurs • technische Probleme (Videos, Selbstlernkurs) • Dateiformate teilweise nicht zu öffnen (Selbstlernkurs) • Navigation (Selbstlernkurs) - Organisation • mehr Präsenzveranstaltungen • verbesserungswürdiges Verhältnis Lernzuwachs – Zeit • optimierbare Koordination (z.B. bzgl. inhaltliche Reihenfolge) • Kurzfristigkeit fachspez. Veranstaltungen • offensiveres Bewerben der Möglichkeit der Teilnahme an einzelnen Modulen • stärkere Einbeziehung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und ihren Bedarfen - 4. Diskussion und Lessons Learned Sowohl Studierende (2023/2024) als auch Forschende und FDM-Verantwortliche (2024/2025) bewerteten die Kursangebote insgesamt als relevant und hilfreich. Dies ist nicht überraschend, wenn erwartbare Inhalte, gute Organisation und Dozierende verschiedenster Expertisen auf Teilnehmende treffen, die freiwillig während der vorlesungsfreien Zeit einen Zertifikatskurs besuchen. Wie oben beschrieben, gibt es auch konstruktives kritisches Feedback, welches teilweise bei der Planung der zweiten Iteration eines Kurses berücksichtigt wurde, und teilweise Berücksichtigung bei der Planung zukünftiger Zertifikatskurse finden sollte. Die Evaluationen des Zertifikatskurses für Studierende zeigten, dass der Zertifikatskurs den Studierenden einen hohen Lernzuwachs ermöglicht hat; dieser fiel 2024 im Vergleich zu 2023 noch deutlicher aus. Insgesamt wurden die Inhalte von den Studierenden als relevant und praxisnah eingeschätzt. Eine Ausnahme bildete 2023 der Modulkurs Projektmanagement, der im Jahr 2024 durch einen erweiterten Modulkurs zur Guten Wissenschaftlichen Praxis ersetzt wurde. Die Anpassung, die die Themen sicherheitsrelevante Forschung und den Einsatz von IN-FDM-BB 41/54 KI-Tools beinhaltete, wurde sehr positiv aufgenommen und sollte Teil zukünftiger Zertifikatskurse sein. Auch das Modul Technische Infrastruktur und Tools wurde anhand der Rückmeldungen aus 2023 teilweise überarbeitet, um Interaktivität zu fördern und vertieft in die Anwendung eines Tools einzusteigen. Auch diese Anpassung war laut des vorhandenen Feedbacks erfolgreich. Alle anderen Modulkurse wurden ebenfalls, jedoch in geringerem Umfang angepasst, um insbesondere dem Wunsch nach mehr Interaktivität nachzukommen. Das Online-Lehrformat erwies sich als geeignetes Veranstaltungsformat. Es wurde von den Studierenden positiv bewertet und stützt den ursprünglichen Gedanken der Praktikabilität, Planbarkeit und Zugänglichkeit, z.B. durch Vermeidung von Anreiseund/oder Übernachtungskosten innerhalb des Bundeslandes sowie Vereinbarkeit mit Care-Aufgaben. Aus diesem Grund und nach positivem Feedback erscheint ein Online-Format für Teilnehmende mehrerer Hochschulen die bevorzugte Wahl. Vereinzelt können Präsenzveranstaltungen angedacht werden, z.B. eine Auftaktveranstaltung in Präsenz, bei der sich Teilnehmende austauschen und vernetzen und die darauffolgenden Gruppenarbeiten über ein Videokonferenz-Tool stärken könnten. Unter den Teilnehmenden der Zertifikatskurse für Forschende und FDM-Verantwortliche zeigte sich die Mehrheit zufrieden mit ihrem Lerngewinn, wenngleich vereinzelt der Wunsch nach stärker differenzierten Angeboten (Basisund Vertiefungsmodule) geäußert wurde. Ein Diskussionspunkt bezieht sich auf die Herausforderung, unterschiedliche Fachdisziplinen angemessen zu berücksichtigen: Während das Ziel der Kurse ist, disziplinübergreifende Grundlagen des FDM zu vermitteln, sollten zugleich genügend fachspezifische, praxisnahe Beispiele diskutiert werden – ein Balanceakt, der teilweise dadurch gelöst werden kann, dass Forschende während der Übungsphasen an ihren eigenen Forschungsfragen arbeiten. Bezüglich der Kursinhalte wurde sich allgemein positiv geäußert. Die Forschenden fanden diese gut strukturiert und nannten beispielsweise Verweise auf FDM-unterstützende Tools als besonders hilfreich. Jedoch wurde angemerkt, dass der Kurs eher auf die Bedarfe von FDMVerantwortlichen als auf die Bedarfe von Forschenden zugeschnitten erschien, einhergehend mit dem Wunsch – wie oben erwähnt – nach spezifischen, praxisbezogenen Inhalten für Forschende. Auch unter Forschenden war die Interaktivität der Kurse ein großes Thema. Forschende bewerteten beispielsweise die Gruppenübungen als positiv, bemängelten aber die teilweise geringe Beteiligung. Wie die Studierenden, wünschten sich Forschende mehr Zeit für Austausch und praktische Übungen. Zukünftige Planungen von Zertifikatskursen sollten Inhalte noch einmal in Bezug auf die Zielgruppe(n) prüfen; es sollte kritisch hinterfragt werden, welche Aufteilung von Zielgruppen sinnvoll erscheint. Dort, wo sich die Bedarfe von Forschenden und FDM-Verantwortlichen teilweise unterscheiden, könnte künftig eine stärkere Differenzierung nach Zielgruppen und Kommunikation der Lehrinhalte sinnvoll sein. Ebenfalls stellt sich die Frage, ob Studierende und Forschende separate Kursangebote benötigen. Da z.B. Masterstudierende und Promovierende im Sinne des Umgangs mit ihren Daten überwiegend die gleichen Ziele verfolgen und – dem gegenüber – FDM-Verantwortliche teilweise andere Interessenschwerpunkte haben (z.B. die Vermittlung von FDM), ist perspektivisch eine andere Zusammensetzung der Zielgruppen denkbar und sinnvoll. Unter den Forschenden zeigte sich bezüglich des Formats ein relativ einheitliches Bild: Sowohl das Online-Format als auch der modulare Aufbau wurden von den Forschenden überwiegend positiv bewertet. Der modulare Aufbau mit Veranstaltungen zu unregelmäßigen Terminen wurde teilweise als schwerer planbar kommentiert. In der weiteren Planung sollten daher die Vorund Nachteile verschiedener Formate noch einmal sorgfältig abgewogen werden. IN-FDM-BB 48/54 Anhang 1 Für jeden Tag des Zertifikatskurses für Studierende wurde ein kurzes Feedback-Formular bereitgestellt. Die Fragen waren wie in Abbildung A-1 aufgebaut. Der rot markierte Hinweis mit Ausrufezeichen signalisiert jeweils ein obligatorisches Feld. Nicht markierte Fragen sind optional. Abbildung A-1: Feedback-Formular für jeden Tag des Zertifikatskurses für Studierende. In Abbildung A-2 ist der Fragenkatalog für jedes Modul des Zertifikatskurses für Forschende und FDM-Verantwortliche zu sehen. Fragen 1 - 8 sind obligatorisch. Die Freitextfelder 9 - 11 sind optional zu beantworten. IN-FDM-BB 49/54 Abbildung A-2: Evaluation für jedes Modul des Zertifikatskurses für Forschende und FDM-Verantwortliche. Anhang 2 Hier wird der Rücklauf der Studierenden und Forschenden/FDM-Verantwortlichen aufgeschlüsselt. Es werden Angaben für alle Evaluationsbögen gemacht, jedoch werden in diesem Bericht ausschließlich die Gesamtevalutionen zum Ende eines jeden Kurses betrachtet. Tabelle A-1: Rücklauf Studierende 2023 Rücklauf Studierende 2023 Modulkurse Anzahl TN Evaluation TN Evaluation TN (%) 1: Grundlagen FDM 29 24 83 % 2: Grundlagen DMP 32 22 69 % IN-FDM-BB 50/54 Rücklauf Studierende 2023 3: Grundlagen techn. FDInfrastruktur / Tools 31 18 58 % 4: FD-Publikation u. rechtl. Aspekte des FDM 28 21 75 % 5: Gute wiss. Praxis u. Projektmanagement 24 21 88 % GESAMTEVALUATION 32 20 63 % Tabelle A-2: Rücklauf Studierende 2024 Rücklauf Studierende 2024 Modulkurse Anzahl TN Evaluation TN Evaluation TN (%) 1: Grundlagen FDM 29 27 93 % 2: Grundlagen DMP 29 22 76 % 3: Grundlagen techn. FDInfrastruktur / Tools 28 24 86 % 4: FD-Publikation u. rechtl. Aspekte des FDM 29 23 79 % 5: Gute wiss. Praxis u. sicherheitsrelevante Forschung 28 21 75 % GESAMTEVALUATION 29 19 66 % Tabelle A-3: Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2024 Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2024 Modulkurse Anzahl TN Evaluation TN Evaluation TN (%) 1 Einführung FDM: 1.1 Open Science 27 15 51 % 1 Einführung FDM: 1.2 Organisationen 28 3 11 % 2 FDM vermitteln (I) 15 9 60 % IN-FDM-BB 51/54 Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2024 3 Grundlagen FDM: Datendokumentation, Metadaten 29 20 69 % 4 DMP: 4.1 Einführung 27 15 51 % 4 DMP: 4.2 DMP-Tools 25 11 44 % 5 Aktives Datenmanagement 20 9 45 % 6 Langzeitarchivierung 23 13 57 % 7 Datenpublikation: 7.1 Grundlagen; Nachnutzung; PID, Zitation 28 9 32 % 7 Datenpublikation: 7.2 Lizenzen; Verzeichnisse 23 10 43 % 7 Datenpublikation: 7.3 RADAR 18 10 56 % 8 Rechtliche Aspekte 22 9 41% 9 Ethische Aspekte 21 11 52 % 10 GWP: 10.1 Forschungsethik, Leitlinien, Umgang mit KI-Tools 25 9 36 % 10 GWP: 10.2 Sicherheitsrelevante Forschung 24 10 42 % 11.1 Kollaborationen und Standards 25 9 36 % IN-FDM-BB 52/54 Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2024 11.2 Praxisworkshop Git 21 10 48 % 11.3 Praxisworkshop ELN 10 5 50 % 12.1 Fachspezifische Module: Umwelt und Lebenswissenschaften 5 4 80 12.2 Fachspezifische Module: Wirtschaftsund Sozialwissenschaften 4 1 25 % 12.3 Fachspezifische Module: Geisteswissenschaften 6 4 67 % 12.4 Fachspezifische Module: MINT 7 3 43 % 13 FDM vermitteln (II) 17 8 47 % GESAMTEVALUATION 30 (zugelassen) 19 63% Tabelle A-4: Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2025 Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2025 Modulkurse Anzahl TN Evaluation TN Evaluation TN (%) 1 Open Science 24 19 79 % 2 Wissenschaftliche Organisationen 22 16 73 % 3 Datendokumentation, Metadaten 22 14 64 % 4 DMP: 4.1 Einführung 27 19 70 % 4 DMP: 4.2 DMP-Tools 26 17 65 % IN-FDM-BB 53/54 Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2025 5 Aktives Datenmanagement 29 16 55 % 6 Langzeitarchivierung 26 9 35 % 7 Datenpublikation: 7.1 Grundlagen; Nachnutzung; PID, Zitation 24 11 46 % 7 Datenpublikation: 7.2 Lizenzen; Verzeichnisse 20 11 55 % 7 Datenpublikation: 7.3 RADAR 19 8 42 % 8 Rechtliche Aspekte 20 6 30 9 Ethische Aspekte 19 7 37 % 10 GWP: 10.1 Forschungsethik, Leitlinien, Umgang mit KI-Tools 24 11 46 % 10 GWP: 10.2 Sicherheitsrelevante Forschung 22 6 27 % 11.1 Kollaborationen und Standards 19 10 53 % 11.2 Praxisworkshop Git 16 10 62,5 % 11.3 Praxisworkshop ELN 9 3 33 % 12.1 Fachspezifische Module: Umwelt und Lebenswissenschaften 8 4 50 % IN-FDM-BB 54/54 Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2025 12.2 Fachspezifische Module: Wirtschaftsund Sozialwissenschaften 8 1 12,5 % 12.3 Fachspezifische Module: Geisteswissenschaften 8 7 87,5 % 12.4 Fachspezifische Module: MINT 7 0 0 % 13.1 FDM vermitteln 9 6 67 % 13.2 FDM vermitteln 5 4 80 % GESAMTEVALUATION 30 (zugelassen) 8 27% Abbildungsverzeichnis Anhang Abbildung A-1: Feedback-Formular für jeden Tag des Zertifikatskurses für Studierende. .................................... 48 Abbildung A-2: Evaluation für jedes Modul des Zertifikatskurses für Forschende und FDM-Verantwortliche. ..... 49 Tabellenverzeichnis Anhang Tabelle A-1: Rücklauf Studierende 2023 ................................................................................................................... 49 Tabelle A-2: Rücklauf Studierende 2024 ................................................................................................................... 50 Tabelle A-3: Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2024 ............................................................................ 50 Tabelle A-4: Rücklauf Forschende & FDM-Verantwortliche 2025 ............................................................................ 52