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Mit wenig viel erreichen: Kreative Infrastruktur-Lösungen für große und kleine DH-Projekte

Ried, Dennis

Abstract

Präsentation (kommentierte Folien) und Skipte (der Beispiele 1&2) zum Vortrag Mit wenig viel erreichen? Kreative Infrastruktur-Lösungen für große und kleine DH-Projekte, der am 10. November 2025 von Jun.-Prof. Dr. Dennis Ried im Rahmen der Ringvorlesung Digital Humanities im Fokus: Methoden, Anwendungen und Perspektiven an der Universität Rostock gehalten wurde. Abstract: Infrastruktur ist etwas wunderbares – wenn man sie hat! Oft ist es aber so, dass gerade diejenigen Technologien nicht zur Verfügung stehen, die eigentlich gebraucht werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Möglicherweise ist die benötigte Technologie nicht kostenfrei oder sie bedarf einer Kompetenz, die aktuell nicht vorhanden ist. Es ist aber auch denkbar, dass die benötigte Technologie einfach zu komplex ist und es an Kapazität fehlt, um sie zu hosten, zu warten oder zu bedienen. Je kleiner das Projekt, desto größer sind die Herausforderungen eine projektspezifische Infrastruktur zu schaffen, mit der effizient gearbeitet werden kann. In jedem Fall – egal ob im großen oder kleinen Projekt – ist es wichtig, dass die verwendete Technologie und Infrastruktur die eigene Arbeit und Forschung unterstützt und keinesfalls behindert. Infrastruktur ist etwas wunderbares – wenn sie funktioniert! Kreative Lösungen können dabei helfen, sich funktionsmächtigen Technologien zu bedienen, auch wenn die Rahmenbedingungen das auf den ersten Blick nicht zu erlauben scheinen. Im Vortrag werden neben grundsätzlichen Überlegungen zur Thematik vor allem praktische Anwendungsbeispiele vorgeführt. Der Fokus liegt auf Gitlab CI/CD. Kurzbio: Dennis Ried studierte Germanistik und Musikwissenschaft in Karlsruhe und wurde ebendort zu methodischen Fragen der hybriden Musikedition promoviert (Ende 2024). Im Sommer 2024 erhielt er einen Ruf (W1) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2025 ist Dennis Ried Juniorprofessor für Musikwissenschaft mit Schwerpunkt „Musikedition und Digital Humanities“. Er ist Sprecher der Fachgruppe Digitale Musikwissenschaft der Gesellschaft für Musikforschung und Co-chair der Metadata and Cataloging Interest Group der Music Encoding Initiative (MEI).

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Schafft Wissen. Seit 1502. Mit wenig viel erreichen Kreative Infrastruktur-Lösungen für große und kleine DH-Projekte 10. Nov. 2025 Bild: generiert mit Canva Jun.-Prof. Dr. Dennis Ried Akademie-Juniorprofessur für Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Musikedition und Digital Humanities →Studium der Germanistik & Musikwissenschaft, Karlsruhe •Hist. MuWi mit Schwerpunkt Interpretationsforschung →Promotion (2023) / Ruf (W1) nach Halle (2024) / Jun.-Prof. seit Jan. 2025 →Max-Reger-Werkausgabe (Max-Reger-Institut Karlsruhe), 2017–2021 •Hybrid-Edition, Akademieprojekt (AdW Mainz) →Hans Werner Henze-Briefausgabe (Uni Paderborn), 2021–2024 •Digitale Edition, DFG-Projekt →Gesellschaft für Musikforschung •Sprecher der Fachgruppe Digitale Musikwissenschaft →Music Encoding Initiative (MEI) •Chair der Metadata and Cataloging Interest Group Über mich →Musikphilologie •Editionsphilologische Methodik (Schwerpunkt: Digitale Edition) •Edition von Musikerbriefen; Umgang mit „neuen“ Medien (20./21. Jhd.) •Vermittlung von Forschungsergebnissen •Forschungsportale/-software, Werkverzeichnisse, Multimediale Editionen →Digital Humanities •Datenmodellierung/Standardisierung (MEI) •XML-Datentransformationen (X-Tech) •Forschungsdatenmanagement (FDM) •Infrastruktur/Automatisierungen (CI/CD) in der MuWi/den DH •Nachnutzung von Forschungssoftware (Nachhaltigkeit) Wozu forsche ich? →Was ist das? •gute Frage! •keine einheitliche Definition •disziplinäre und methodische Vielfalt →Was sind DH für mich? •Begegnung auf Augenhöhe über die Fächer hinweg •Interund Transdisziplinäre Arbeit ▪Theorie und Methodik unabhängig vom eigenen Fach entwickeln ▪Community, Kollektivintelligenz (jede*r trägt etwas bei!) →Wie verstehe ich mich? •Musikwissenschaftler mit digitaler Ausrichtung (DigMus/DigHum) Digital Humanities „Digital Humanities sind eine Einladung zur Kollaboration.“ →Bekannte Beispiele •OxygenXML Frameworks •Ediarum Framework •TEI-Publisher •Github.com / Gitlab.com →Eigene Forschungsumgebungen (Projektbezogen) •Datenschemata •Forschungssoftware •Forschungsdaten(-management) Infrastruktur ist die Organisation der Informationen und die (technische) Verarbeitungsstruktur — „das, was ich zum Arbeiten brauche“ Infrastruktur(en) →Aspekte der Organisation, Nachnutzbarkeit, Langlebigkeit •non-proprietäre Dateiformate (sofern möglich) •Versionsverwaltung statt „Abstract_final_final_druckfreigabe3.doc“ •„sich bewusst machen“ → hilfreiches Instrument: FDM-Plan →Fehlendes Management •chaotische (An-)Sammlung •schlechte bis gar keine Dokumentation •Ergebnis ist nicht nachhaltig und nur schwer nachnutzbar Forschungsdatenmanagement (FDM) →Meine persönlichen Leitfragen im FDM •Was will ich erfassen/verarbeiten? •Was brauche ich für Tools, Technologien, Workflows usw.? •Was sind die richtigen Werkzeuge für mein Projekt? •Was steht mir zur Verfügung (z. B. Uni-eigene Gitlab-Instanz/Github)? •Wie kann ich effizient arbeiten? Forschungsdatenmanagement →Issues (i. e. Tickets) [Bsp. Folie 10] •Aufgaben anlegen, kategoriesieren, diskutieren, abhaken •Vorteile: ▪Offener Issue = unerledigte Aufgabe ▪vernetzbar (Steuerung auch via git commit: „ref #60“ oder „fixes #60“) ▪Dokumentationsaspekt (für Releases, Projektberichte, Folgeprojekte) •„Nachteil“: Immer einem Repository zugeordnet (Empfehlung: Eigenes Orga-Repository) →Milestones (i. e. Deadlines) [Bsp. Folie 11] •markieren ein (Teil-)Zeil (optimalerweise mit definiertem Enddatum) →Epics [Bsp. Folie 11] •Helfen auf Gruppenebene größere Zusammenhänge abzubilden •Datumsbereiche (Projektphasen) definierbar •Für (sehr) kleine Projekte: der Verwaltungsaufwand darf nicht höher sein als der Nutzen! Projektmanagement mit Gitlab →Ideen •Alle arbeiten immer mit der selben Version •Niemand muss LaTeX installieren oder bedienen können →Ziele •Keine E-Mails mit „anbei der aktuelle Stand“ •Kein manueller Diff aus unterschiedlichen Versionen •Keine lokalen Abhängigkeiten, d. h. stabile Infrastruktur →Technologien •LaTeX (Docker) •Gitlab CI (yaml) Beispiel 1 – Konferenzband Z. 15–18: kompilieren Z. 19–21: bereitstellen Aufbau: - image (Z. 6) - stages (Z. 8–10) - jobs (Z. 12–21/23–30) Automatisches Löschen von Pipelines unbedingt aktivieren! (viele Pipelines => viele Artefakte => jede Menge Datenmüll!) Z. 23–30: geht auch einfacher ;-) Konferenzband mit LaTeX - Ergebnis als PDF - immer aktuell! - bei push neu generiert -“works on my machine” - But: always the same machine! -abrufbar über URL - DOI: 10.25366/2025.156 Konferenzband mit LaTeX {ID} Beispiel 2 Datenabgleich mit dem Bibliothekskatalog (shell, Gitlab CI) →Situation •Bestellung von Titeln für die Bibliothek (per Mail) •Organisation der Bestellungen via Zotero •manueller Abgleich mit OPAC, ob die Titel schon im Regal stehen →Ziele •Immer gleiche Vorgänge automatisieren •Zeit (und Nerven) sparen →Technologien •shell-script •Gitlab CI (yaml) Beispiel 2 – Datenabgleich - Daten aus Zotero abrufen - Abgleich mit dem Bibliothekskatalog - Ergebnis ausgeben Datenabgleich - Daten aus Zotero abrufen - Abgleich mit dem Bibliothekskatalog - Ergebnis ausgeben Datenabgleich -Maskierte Variablen verwenden! Sonst sind Passwörter/Keys im Log der Pipeline sichtbar!! - Tipp: CI-Variablen erleichtern das Leben ungemein ☺ Datenabgleich →Problem •OPAC hatte keine API; Daten aber über lobid.org (API) verfügbar →Lösung •„Ist es bei lobid nachgewiesen, dann steht es auch bei uns im Regal“ •Abfrage der ISBN in lobid -> Besitznachweise filtern →Ergebnis •CSV-Datei (Tabelle) mit den Ergebnissen des Abgleichs •Arbeitet nicht perfekt, aber spart etwa 50–75% der Zeit →Schedule: Montags 4:30 Uhr (Ergebnis liegt zu Dienstbeginn vor) →Workflow läuft seit Mitte 2024 stabil Beispiel 2 – Fazit Beispiel 3 Henze-Digital (XSLT, Apache Ant, yarn, git, Gitlab CI/CD uvm.) Beispiel 3b – XML-Daten Selektion hendi-data (Repo) select/collect XSLT restriction.xsl HenDi-datalatest.xar →Technologie •Apache ant für build-Workflow •XSLT für Datenmanipulation →Bereitstellung •Gitlab Package Registry •versch. Pakete (intern/öffentlich) Verschiedene Datenpakete für unterschiedliche Anwendungsfälle: intern: alle Inhalte extern: mit Schwärzungen Beispiel 3c – HenDi-WebApp HenDiWebApplatest.xar HenDiWebApp Repo WeGAWebApp Repo Das Repo der WeGA-WebApp ist als git submodule eingebunden. HenDi-WebApp Mirror bei Github: https://github.com/HenzeDigital/HenDi-WebApp Vortrag zum Kompilieren der Software: https://doi.org/10.5281/zenodo.15006672 Artikel erscheint zeitnah in den ECEASST yarn How to deploy Henze-Digital eigenes Repo, das sich alle Pakete zieht und nur das docker image bereitstellt How to (really) deploy Henze-Digital →Bedarfsorientiert vorgehen •Immer überlegen, was man wirklich braucht und was wirklich wichtig ist. →Klein beginnen •Die Infrastruktur wächst von alleine! •Eine kleine, aber hilfreiche Infrastruktur ist viel besser als keine! →Das hier vorgestellte lernt man nicht an einem Tag (in einem Monat) Fazit „Infrastruktur ist was Du draus machst!“ [email protected] https://dennisried.de 0000-0001-5545-2088 @[email protected] Jun.-Prof. Dr. Dennis Ried Akademieprofessur für Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Musikedition und Digital Humanities Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Philosophische Fakultät II Institut für Musik, Medienund Sprechwissenschaften Abteilung Musikwissenschaft Kleine Marktstraße 7, R. 107 06108 Halle(Saale) Tel.: +49 (0)345/55-24525 Mail: [email protected] Web: https://dennisried.de ORCID: 0000-0001-5545-2088 Mastodon: @[email protected]