Full text
1 Der Tag der Forschungsdaten in NRW: Erfahrungen aus der Organisation und Durchführung eines standortübergreifenden Aktionstages zum Forschungsdatenmanagement Veröffentlicht am 14.11.2025 Lioba Schreyer (Landesinitiative fdm.nrw), Wibke Fellermann (Universität Münster), Anne Gärtner (Universität Bielefeld), Tuba Güden-Silber (Ruhr-Universität Bochum), Daniela Kastrup (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Elena Schick (TH Köln), Christina Schröder (Landesinitiative fdm.nrw), Julia Stapels (TU Dortmund), Jessica Stegemann (Universität Duisburg-Essen), Ute Trautwein-Bruns (RWTH Aachen) DOI: 10.5281/zenodo.17141258 Abstract Forschungsdatenmanagement (FDM) beschäftigt sich mit Standards, Methoden und Werkzeugen für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit digitalen Forschungsdaten. Um Forschende dabei zu unterstützen, werden auf verschiedenen Ebenen Angebote erarbeitet: Bibliotheken beispielsweise schulen und beraten zu Themen des FDM, Rechenzentren und standortübergreifende Konsortien stellen die benötigten technischen Dienste bereit und die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) erarbeitet fachspezifische Standards und verbreitet diese in den verschiedenen Forschungsdisziplinen. Damit diese Angebote flächendeckend in Anspruch genommen werden, müssen Forschende aller Disziplinen zunächst für das Thema FDM sensibilisiert werden (im Folgenden „Awareness“). Als Zusammenschluss von Mitarbeitenden im FDM aus Nordrhein-Westfalen tauscht sich die Arbeitsgruppe FDM-Awareness (im Folgenden „AG“) der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement – fdm.nrw seit 2018 über dafür geeignete Maßnahmen aus. Nachdem sie 2019 nachnutzbare Awareness-Materialien 1 veröffentlicht hatte, konzipierte sie anschließend den gemeinsamen Aktionstag „Der Tag der Forschungsdaten in NRW“, der erstmals am 16.11.2021 durchgeführt wurde. Seitdem wird der Tag der Forschungsdaten jährlich von dieser Gruppe organisiert und ausgerichtet, weshalb sie 2024 in AG Tag der Forschungsdaten umbenannt wurde. Nach vier erfolgreichen Durchgängen haben die Mitglieder der AG ihre Erfahrungen zusammengetragen, um den Tag der Forschungsdaten erstmals von der Konzeption bis hin zu den gewonnenen Erkenntnissen vorzustellen. Der Tag der Forschungsdaten in NRW: Konzeption Der Tag der Forschungsdaten in NRW hat sich als standortübergreifender Aktionstag zum FDM etabliert. An diesem Tag laden die Landesinitiative fdm.nrw und die beteiligten Hochschulstandorte in NRW insbesondere Forschende dazu ein, sich über das Thema FDM im Allgemeinen sowie über standortspezifische Angebote zu informieren und sich mit anderen FDM-Interessierten zu vernetzen. Die ganztägige 1 Landesinitiative NFDI der Digitalen Hochschule NRW & AG FDM Awareness. (2019). Nachnutzbare Awarenessmaterialien für Forschungsdatenmanagement (FDM). Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.3884745
2 Veranstaltung besteht aus einem gemeinsamen digitalen Vormittagsprogramm und parallel angebotenen, von den Standorten durchgeführten Nachmittagsprogrammen. Die Idee einer Veranstaltung zur Steigerung der FDM-Awareness mit gemeinsamem Programm, Materialien, Werbeund Kommunikationsmaßnahmen wurde erstmals 2020 in der AG diskutiert. Der Vorteil einer landesweit organisierten Veranstaltung wurde darin gesehen, gemeinsam eine bessere Sichtbarkeit zu erreichen und durch die Zusammenarbeit in der AG den Arbeitsaufwand an den einzelnen Standorten zu reduzieren. Um Organisation und Ablauf realistisch und effektiv planen zu können, wurden Kolleginnen der Landesinitiative Thüringer Kompetenznetzwerk Forschungsdatenmanagement (TK FDM) und des Verbundes Rhein-Main-Universitäten (RMU) eingeladen, ihre Erfahrungen mit vergleichbaren Formaten innerhalb der AG zu teilen. Beide hatten bereits 2019 standortübergreifende Veranstaltungen vor Ort an einer oder mehreren Hochschulen zum FDM durchgeführt und ihre Konzepte zum Zeitpunkt des Austauschs bereits basierend auf ihren Erfahrungen angepasst. Die Ideen, die Veranstaltung entlang eines Mottos auszulegen und mit einem rahmenden Programmpunkt zu beginnen, sind auf die Erfahrungen aus Thüringen und von den Rhein-Main-Universitäten zurückzuführen. Dank des Austauschs konnte die AG besser zeitliche und planerische Meilensteine formulieren und ein eigenes Konzept für ihre standortübergreifende Veranstaltung zum FDM entwickeln. 2 Das Konzept für den Tag der Forschungsdaten in NRW sieht vor, dass das Vormittagsprogramm online durchgeführt und durch Mitarbeitende der Landesinitiative fdm.nrw moderiert wird. Die inhaltliche Ausgestaltung des übergreifenden Vormittagsprogramms wird nach jedem Durchgang neu diskutiert und angepasst, sodass sie sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Als Konstante ziehen sich zwei Aspekte durch das Vormittagsprogramm: Die Vorträge und Diskussionen werden von Forschenden mit ausgeprägten Interessen und Erfahrungen im Bereich FDM gehalten und sie sollen in der Summe die Breite der Fächer an den Hochschulen in NRW abbilden. Das Nachmittagsprogramm wird parallel von den Standorten angeboten und findet online oder vor Ort statt. Es ist dementsprechend vielfältig und bietet Vorträge und Best-Practices aus der Forschung, Workshops und Hands-on-Sessions sowie die Möglichkeit, sich mit den lokalen FDM-Servicestellen auszutauschen und zu vernetzen. Während die Konzeption der Veranstaltung und die Organisation des Vormittags von den Mitgliedern der AG gestaltet wird, können auch Standorte, die sich nicht an der AG beteiligen, ein eigenes Nachmittagsprogramm anbieten. Die Organisation eines Tages der Forschungsdaten in NRW dauert ungefähr ein Jahr, in dem die AGMitglieder sich ab Januar monatlich online zum gemeinsamen Arbeiten treffen und entlang der Meilensteine die Veranstaltung erarbeiten. Dieser Artikel orientiert sich an den Meilensteinen, beginnend mit dem von der AG gemeinsam entworfenen Motto, der Grafik und dem standortübergreifenden Vormittagsprogramm. Die Gestaltung des Nachmittagsprogramms erfolgt an jedem Standort und die Werbemaßnahmen finden sowohl kooperativ als auch individuell statt. Mit Praxisbeispielen geben die Mitglieder der AG im Laufe des Artikels Einblicke in die Entscheidungsund Arbeitsprozesse vor Ort. Abschließend werden die Erkenntnisse aus den ersten vier Durchgängen der Veranstaltung geteilt, womit auch der letzte Meilenstein im Jahr der AG, die Nachbesprechung, in diesem Artikel abgebildet wird. 2 Besonderer Dank gilt Jessica Rex (TK FDM, TU Ilmenau) und Dr. Anne Vieten (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), die ihre Konzepte und Erfahrungen in der AG geteilt und ihre Foliensätze zur Nachnutzung innerhalb der AG zur Verfügung gestellt haben.
3 Motto, Grafik und Vormittagsprogramm Die ersten Schritte in der Organisation eines Tages der Forschungsdaten betreffen die gemeinsame Entwicklung eines Mottos, das aus einem prägnanten Bild besteht und in einer zweiteiligen Formulierung den Bezug zum FDM herstellt. Die Mottos lauteten bislang: - „Wer Ordnung hält, hat Zeit zum Forschen: Fahrpläne für Forschungsdaten!“ (2021) - „Leuchtturm FDM: Orientierung im Datenmeer“ (2022) - „Daten fördern und veredeln: Bring deinen Datenschatz zu Tage“ (2023) - „Auf in den Daten-Garten: Bring deine Forschung zum Blühen!“ (2024) - „FAIRe Daten, FAIR Play: Alles eine Frage der Aufstellung“ (2025) Das Motto gibt der Veranstaltung einen Rahmen, der sowohl inhaltlich als auch in Werbemaßnahmen und der dekorativen Ausgestaltung von Präsenzprogrammen Akzente setzen kann. So bildet das Motto die Grundlage für die Gestaltung einer zentralen Grafik, die dem Tag der Forschungsdaten einen visuellen Wiedererkennungswert verleiht. Die Grafik wird allen Beteiligten in unterschiedlichen Formaten zur Nachnutzung bereitgestellt. Zur Einbindung auf Websites gibt es zwei Formate, sodass die Grafik wahlweise als Banner am oberen Rand oder als Bild an anderer Stelle eingesetzt werden kann. Für den Druck von Postkarten und Postern werden ebenfalls Formate bereitgestellt. Gerade hier ist es wichtig, dass die Standorte die Grafik an das Corporate Design der Hochschule und das jeweilige Nachmittagsprogramm anpassen können, weshalb die Dateien teilweise bearbeitet werden können. 3 Der nächste Meilenstein betrifft die Planung des Vormittagsprogramms. Für dessen Gestaltung sollen Forschende angesprochen werden, die ihre Best-Practice-Beispiele aus möglichst verschiedenen Fächern vorstellen. Die AG-Mitglieder recherchieren dafür an ihren Hochschulen und beraten sich in ihren Teams über geeignete Kandidat:innen. Die Vorschläge aus den Standorten werden in der AG sondiert und anschließend werden die ausgewählten Personen kontaktiert. Die Vortragenden sollen bevorzugt von den Standorten der AG-Mitglieder stammen. So wird die standortübergreifende Zusammenarbeit mit einer besseren Sichtbarkeit und Profilierung des eigenen Standorts belohnt. Gleichzeitig soll die Diversität der nordrhein-westfälischen Forschungslandschaft abgebildet werden, sodass darauf geachtet wird, möglichst unterschiedliche Fächer, Hochschultypen und ein ausgeglichenes Verhältnis der Geschlechter zu repräsentieren. Für den 1. Tag der Forschungsdaten in NRW wurden vier Forschende unterschiedlicher Disziplinen mit aktiver Beteiligung an verschiedenen NFDI-Konsortien eingeladen, ihre Arbeit in 40-minütigen Vorträgen 3 Besonderer Dank gilt Jessica Stegemann, die die Grafiken für den 1. und 2. Tag der Forschungsdaten in NRW erstellt hat, und Jasmin Pott für die Erstellung der Grafiken seit dem 3. Tag der Forschungsdaten in NRW. Abbildung 1 „Leuchtturm FDM“ für den 2. Tag der Forschungsdaten in NRW 2022, Jessica Stegemann
4 vorzustellen. Die Vorträge waren abwechslungsreich, stießen auf großes Interesse und wurden im Nachgang aufgezeichnet zur Verfügung gestellt. 4 Mit mehr als vier Stunden erschien dieses Format zu umfangreich, weshalb für den 2. Tag der Forschungsdaten in NRW nur noch drei Vortragende eingeladen wurden. Für den 3. Tag der Forschungsdaten hat die AG ein neues Format erarbeitet, das aus einem Keynote-Vortrag und mehreren darauffolgenden Kurzvorträgen (Lightning Talks) bestand. Während der Keynote-Vortrag die langfristige Wirkung von FDM-Praktiken auf die Forschung herausstellte, wurden in den Lightning Talks einzelne Aspekte und Erfahrungen geteilt, beispielsweise aus der Arbeit mit einem bestimmten Tool. Nachdem dieses Format zweimal umgesetzt worden war, wurde für den 5. Tag der Forschungsdaten in NRW eine Podiumsdiskussion geplant, die den Teilnehmenden mehr Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung geben soll. Ziel der Weiterentwicklung des Vormittagsprogramms ist es, die gemeinsame Online-Veranstaltung abwechslungsreich und belebt zu gestalten, damit die Teilnehmenden auch für den Nachmittag aufmerksam und interessiert bleiben. Nachmittagsprogramme der Standorte Während das Vormittagsprogramm finalisiert wird, fangen die lokalen Teams damit an, ihre Veranstaltungen für den Nachmittag zu konzipieren. Um die Standorte bei der Konzeption ihrer lokalen Angebote zu unterstützen, hat die AG in der Vergangenheit ein Formular bereitgestellt, das die Rahmenbedingungen der Veranstaltungen abfragt (siehe Anhang: Formular zur Konzeption des Nachmittagsprogramms 2024). Es soll teamintern die Ausarbeitung des Nachmittagsprogramms erleichtern und bildet die Basis für die Programmübersicht auf der Website von fdm.nrw. 5 Zusätzlich wird ein Konzeptpapier zur Verfügung gestellt, das über den zu der Zeit aktuellen Planungsstand des Tages der Forschungsdaten in NRW und die Beteiligungsmöglichkeiten für Hochschulen in NRW informiert. Das Konzeptpapier richtet sich vor allem an Beschäftigte im FDM, die selbst nicht Mitglied der AG sind. Für sie wurde bisher zusätzlich ein Onboarding im Mai, also sechs Monate vor der Veranstaltung, durchgeführt, in dessen Rahmen sie sich weiter über die Veranstaltung informieren und Fragen stellen konnten. Nach vier Durchgängen ist der Tag der Forschungsdaten in NRW so etabliert, dass das Interesse an einem Onboarding-Treffen erschöpft ist und auch das Formular zur Konzeption nicht mehr von den Hochschulen benötigt wird. Deshalb wird es dieses Unterstützungsangebot zukünftig nur noch auf Nachfrage geben. Der Planungsprozess der AG-Mitglieder für das Nachmittagsprogramm variiert je nachdem, ob das Event von einem oder mehreren Standorten organisiert wird, welche Zielgruppe angesprochen wird und welche Ziele mit der Veranstaltung erreicht werden sollen. Für standortübergreifende Veranstaltungen muss ein Team von Organisator:innen zusammengestellt werden, während für ein Programm an einem Standort im lokalen FDM-Team gearbeitet werden kann. Die Zielgruppen der Nachmittagsprogramme reichen von Forschenden, die bisher noch keinen Bezug zum FDM hatten, bis hin zu Data Stewards, die mit FDMAufgaben in Forschungsprojekten betraut sind. Auch muss entschieden werden, ob die Veranstaltungen ausschließlich hochschulintern angeboten oder ob sie für ein hochschulübergreifendes Publikum geöffnet werden sollen. Die Standorte können mit ihrem Nachmittagsprogramm unterschiedliche, individuelle Zielsetzungen verfolgen, indem sie Themen platzieren und daraus abgeleitet Veranstaltungsformate auswählen. Mögliche Zielsetzungen können ein Erstkontakt zu Forschenden, die Verbreitung von 4 Die Vorträge sind über das Repositorium DuEPublico der Universität Duisburg-Essen abrufbar: https://duepublico2.unidue.de/receive/duepublico_mods_00075234?q=Tag%20der%20forschungsdaten. 5 Die Programme der bisherigen Tage der Forschungsdaten sind auf den Webseiten von fdm.nrw einsehbar: https://www.fdm.nrw/tag-der-forschungsdaten-in-nrw [abgerufen am 22.07.2025].
5 Informationen bezüglich (neuer) Services und Dienste oder die fächerübergreifende Vernetzung von Forschenden und/oder Data Stewards sein. Thematisch kann der Fokus auf ausgewählten FDM-Tools, FDM aus Sicht der Forschenden oder aktuellen Themen im FDM bzw. mit FDM-Bezug liegen. Die Formate reichen von Input über interaktive Formate bis hin zu Vernetzungsformaten. Praxisbeispiele: Zielgruppen und Zielsetzung Der Forschungsdatenservice der TU Dortmund 6 hat Forschende der TU Dortmund als primäre Zielgruppe definiert. Dazu gehören sowohl Forschende, die bisher noch keinen Kontakt zum Serviceteam Forschungsdatenmanagement hatten, als auch Forschende, zu denen bereits ein Erstkontakt besteht. Hier wird der Tag der Forschungsdaten genutzt, um auf die vielfältigen Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen. Das Nachmittagsprogramm wird online angeboten, um einen leichteren Zugang für die Forschenden zu ermöglichen. Es wird genutzt, um Tools und Dienste, die am Standort verfügbar sind, in kurzen Workshops von 45 Minuten vorzustellen. Die Workshops werden von Mitarbeitenden der Servicestelle durchgeführt und sind thematisch an den Forschungsalltag der Fachkulturen angebunden. Forschende erhalten einerseits eine Einführung in aktuelle oder neue Tools und Themen, aber andererseits auch Informationen zu Schulungsund Unterstützungsangeboten des Serviceteams der TU Dortmund und der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), z. B. dem ausführlichen Schulungsprogramm des FDMCurriculums der UA Ruhr. 7 Mit den Workshops sollen sich die Forschenden individuell angesprochen fühlen und ihre akuten Bedarfe gedeckt werden. Dafür werden ein bis drei kurze Veranstaltungen angeboten. Die RWTH Aachen 8 richtet sich mit ihrem Angebot vor allem an Forschende, die sich bereits mit Aspekten des FDM auseinandersetzen oder daran interessiert sind, ihre Forschung mithilfe von FDM-Methoden voranzubringen. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf die Vernetzung der FDMAktiven und Aktivitäten am Standort (organisiert in einem hochschulinternen FDM Netzwerk). 9 Während 2022 der Konsortien übergreifende Austausch zu NFDI-Aktivitäten an der RWTH im Fokus stand, werden seit 2023 durch ein gemeinsames Nachmittagsprogramm mit dem Forschungszentrum Jülich auch regionale Netzwerke, etwa im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) 10 , gestärkt. Neben Keynotes und Impulsvorträgen zu aktuellen Fokusthemen (z. B. NFDI, Einsatz Künstlicher Intelligenz) umfasst das Programm vor allem interaktive Vernetzungsformate wie eine Poster Session, ein Science Speeddating oder Thementische und bietet zudem ausreichend Gelegenheit zum informellen Austausch bei Getränken und Snacks. Aufgrund des Fokus auf lokale und regionale Vernetzung wird die Veranstaltung vor Ort durchgeführt. Zukünftig 6 Alle Angebote des Forschungsdatenservices der TU Dortmund können auf dieser Website eingesehen werden: https://fdm.tudortmund.de/ [abgerufen am 12.11.2025]. 7 Stapels, J., Güden-Silber, T., Stegemann, J. (2025): Modulare standortübergreifende Schulungsangebote: Das FDM-Curriculum der Universitätsallianz Ruhr (E-Science-Tage 2025). HeiDOK. DOI: https://doi.org/10.11588/heidok.00036253 8 Alle Angebote der FDM-Servicestelle der RWTH Aachen können auf dieser Website eingesehen werden: https://www.rwthaachen.de/cms/root/forschung/angebote-fuer-forschende/forschungsdaten-undinformation/~bpboai/forschungsdatenmanagement-fdm/ [abgerufen am 12.11.2025]. 9 Zentrale FDM-Services der RWTH Aachen: Vernetzung. https://www.rwthaachen.de/cms/root/forschung/Forschungsdatenmanagement/Zentrale-FDM-Services/~bndwba/Vernetzung/ [abgerufen am 10.09.2025]. 10 RWTH Aachen: Combined Expertise: Die Jülich Aachen Research Alliance – JARA. https://www.rwthaachen.de/cms/root/forschung/strukturen/~ohe/jara/ [abgerufen am 10.09.2025].
6 wird dieser Aktionstag noch stärker durch gezielte Awareness-Maßnahmen begleitet werden, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und weitere Forschende für das FDM Netzwerk zu gewinnen. Wenn sowohl Zielgruppe als auch Zielsetzung geklärt sind, erarbeiten die Organisationsteams die weitere Umsetzung. Die Standorte müssen entscheiden, wer für die inhaltliche Ausgestaltung zuständig ist und dafür Vortragende identifizieren. Häufig werden Mitarbeitende im FDM-Team oder Forschende und Data Stewards aus dem lokalen Netzwerk des FDM-Teams für die Inhalte angefragt. Seltener werden Personen themenspezifisch recherchiert oder es wird per E-Mail-Verteiler zur Beteiligung aufgerufen. Die Erfahrung zeigt, dass die direkte Ansprache von Einzelpersonen häufiger positive Rückläufe erhält. Je nach Konzept bietet es sich auch an, ein Rahmenprogramm mit Begrüßung, Verabschiedung und Moderation zu erarbeiten. Mit allen Beteiligten muss außerdem frühzeitig besprochen werden, welche Materialien durch das Organisationsteam vorbereitet und verfügbar gemacht werden, wie die (virtuellen und physischen) Räume vorbereitet werden und welche Schritte in der Nachbereitung (bspw. Veröffentlichung der Materialien, Videomitschnitte etc.) geplant sind. Schon beim 3. Tag der Forschungsdaten haben fast so viele Standorte Veranstaltungen vor Ort angeboten wie online – Tendenz steigend. Die Entscheidung, ob Veranstaltungen online oder vor Ort angeboten werden, beeinflusst die Wahl der Formate, die Attraktivität für die Zielgruppe und den Aufwand für Teilnehmende und das Organisationsteam. Später in der Durchführung wird sichtbar, wie die Vorund Nachteile sich auf die Veranstaltung auswirken (siehe Tabelle 1). Tabelle 1: Vorund Nachteile einer Durchführung Online oder vor Ort Durchführung Online Durchführung vor Ort Vorteile • Besser geeignet für standortübergreifende Veranstaltungen • Mehr Flexibilität für Teilnehmende bei kurzfristiger Anmeldemöglichkeit • Niedrigschwellige Teilnahmemöglichkeit • Multimodale Gestaltung (zuhören, zusehen, interagieren über Mikrofon oder Chat) • Höhere Teilnehmendenzahlen • Besser geeignet für Vernetzung und persönlichen Austausch • Tendenziell mehr aktive Beteiligung • Je nach Ort offen für spontan Teilnehmende • Sichtbarkeit des FDM am physischen Campus Nachteile • Schwierigere Vernetzung • Weniger informeller/ persönlicher Austausch • Tendenziell weniger aktive Beteiligung • Tendenziell mehr Ablenkung und MultiTasking • Größerer Organisationsund Kostenaufwand • Größerer Aufwand zur Teilnahme Bei der Festlegung des zeitlichen Rahmens gibt es viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind: Für den Beginn des Nachmittagsprogramms sollte eine Überlappung mit dem Vormittagsprogramm vermieden und entweder eine Mittagspause ermöglicht oder als Teil der Veranstaltung organisiert werden. Weiterhin
7 legen die Organisationsteams Wert darauf, dass die Veranstaltung innerhalb der Arbeitszeiten liegt, sodass das Programm an den meisten Standorten gegen 17 Uhr endet. Da viele Forschende durch Lehrverpflichtungen zeitlich eingeschränkt sind, empfiehlt es sich, die Zeiten einzelner Veranstaltungen an den Vorlesungszeiten zu orientieren. Bei Veranstaltungen vor Ort sollte der zusätzliche zeitliche Aufwand für Anund Abreise bedacht werden. Für das Organisationsteam kommen außerdem Aufund Abbauzeiten hinzu. Die Organisation einer Vor-Ort-Veranstaltung stellt darüber hinaus besondere Herausforderungen an die Wahl des Raumes. Die Buchung eines Raumes sollte einer der ersten Schritte in der Organisation sein und kann durch die Festlegung eines Regeltermins – für den Tag der Forschungsdaten in NRW der zweite Dienstag im November – frühzeitig erfolgen. 11 Ein Raum in zentraler Lage auf dem Campus trägt maßgeblich zur Sichtbarkeit der Veranstaltung bei. Idealerweise sollte der Raum schon am Vortag vorbereitet werden, sodass die Bestuhlung den Formaten angepasst und die technischen Gegebenheiten getestet werden können. Das Motto kann auch in der Raumgestaltung aufgegriffen werden, indem zum Beispiel die Grafik auf Postern verwendet und passende Dekorationselemente angebracht werden. Praxisbeispiele: Gestaltung Online und vor Ort Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) 12 hat bisher bis zu vier Online-Programmpunkte angeboten, um mit ihrem Nachmittagsprogramm Hochschulangehörige mit unterschiedlichem Vorwissen zum FDM einen niedrigschwelligen Zugang anzubieten. Für Forschende, die bisher noch kein oder wenig Vorwissen haben, haben die Research Data Services (RDS) der RUB allgemeine Einführungen zum FDM und zu Open Science entwickelt, bei denen ein Überblick über die Bedeutung und Aufgaben des FDM vermittelt werden. Etwas fortgeschrittenere Forschende und Multiplikator:innen aus dem FDM (bspw. Science Manager:innen) sind die Zielgruppen von Formaten mit fachlichem oder technischem Fokus. Die Ausgestaltung des Nachmittagsprogramms wird jedes Jahr den aktuellen Entwicklungen im FDM an der RUB angepasst. So lag sowohl 2023 als auch 2024 der Fokus auf der Vorstellung des institutionellen Forschungsdatenrepositoriums ReSeeD 13 , das zum Speichern, Teilen, Publizieren und Archivieren von Forschungsdaten genutzt wird. In einem Vortrag wurden das System in die bestehende Infrastruktur eingeordnet und die Grundfunktionen von ReSeeD erläutert. Mittels eines praktischen Hands-on-Workshops wurden FDM-erfahrene Forschende darüber hinaus direkt bei ihrer Arbeit mit ReSeeD unterstützt. Ergänzt wurde das Nachmittagsprogramm unter anderem mit einem FDM-Use-Case aus einem Forschungsverbund zur Erarbeitung gemeinsamer Standards und den damit verbundenen Herausforderungen und Lösungsansätzen. Durch die Vielzahl an Programmpunkten mit unterschiedlichen Themen im Online-Format konnten die RDS der RUB auch ein breites Publikum zielgruppengerecht adressieren. 2025 liegt der Fokus der Veranstaltung auf dem Aufbau eines hochschulweiten FDMNetzwerks. Dafür ist eine Präsenzveranstaltung für Forschende und Multiplikator:innen mit FDM11 Für den 5. Tag der Forschungsdaten in NRW wird von dem Regeltermin abgewichen, da dieser auf den 11.11.2025 fallen würde und karnevalistisch geprägte Standorte von der Veranstaltung ausschließen würde. Der 5. Tag der Forschungsdaten findet deshalb eine Woche später, am 18.11.2025, statt. 12 Alle Angebote der RDS der RUB können auf dieser Website eingesehen werden: https://researchdata.ruhr-uni-bochum.de/ [abgerufen am 12.11.2025]. 13 Frenzel, J., Esser, A., Pacharra, M., Otto, T., Schramm, A., Barthauer, R., & Winter, N. O. C. (2023): Making Data Management feel easy: Integration of a Hyrax Data Repository into the Research Process. 1st Conference on Research Data Infrastructure (CoRDI 2023), Karlsruhe, Germany. Zenodo. DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.8343752
8 Erfahrung geplant. Ein ergänzendes Online-Angebot ermöglicht weiterhin einen niedrigschwelligen Einstieg ins FDM. Das Service Center for Data Management (SCDM) der Universität Münster 14 bot bisher immer ein umfangreiches und abwechslungsreiches Online-Programm an. Die Themen umfassen Services des SCDM, konkrete Tools, fachspezifische FDM-Themen und Praxisberichte aus der Forschung. Die Vorträge und vereinzelt angebotene Workshops werden von Forschenden und Mitarbeitenden der Universitätsund Landesbibliothek Münster gehalten. Vorrangig ist das Programm für Angehörige der Universität Münster, deren Einrichtungen und Institute über die Stadt verteilt sind. Durch das Online-Format wurde ihnen eine niedrigschwellige Teilnahme ermöglicht; vereinzelt konnte so auch Externen die Teilnahme eingerichtet werden. Für den Tag der Forschungsdaten 2025 ist eine Durchführung vor Ort geplant, um verstärkt die Vernetzung zu fördern und den Austausch interaktiver zu gestalten. Geplant ist ein gemeinsames Public Viewing des Vormittagsprogramms mit anschließender Netzwerkveranstaltung für Data Stewards und Wissenschaftler:innen, die bereits FDM als Teil ihrer Forschung praktizieren. Abgerundet wird das Nachmittagsprogramm mit einem Escape Room zum FDM, mit dem auch Studierende angesprochen werden sollen. Für die Research Data Services (RDS) der Universität Duisburg-Essen (UDE) 15 ist der Aufbau einer FDM-Community ein zentrales Anliegen. Dafür hat die UDE bereits 2022 als einer von zwei Standorten damit angefangen, ihre Veranstaltung zum Tag der Forschungsdaten in NRW vor Ort anzubieten. Das Programm soll vor allem Forschende ansprechen, zur Vernetzung der FDMInteressierten an der UDE beitragen und die Bekanntheit der RDS und deren Portfolio steigern. Dazu werden Wissenschaftler:innen der UDE für Kurzvorträge akquiriert, mit dem Ziel verschiedene FDM-Themen und Fachbereiche mit ihren spezifischen Bedarfen zu präsentieren. Zudem soll nach Möglichkeit jeweils ein Beitrag die Rolle von Forschenden der UDE im Kontext der NFDI und in Sonderforschungsbereichen/Transregios (SFB/TRR) aufzeigen. Im Anschluss an die Vorträge wird in einer Posterausstellung zum Unterstützungsangebot der RDS informiert, die Arbeit von INF-Projekten in SFBs/TRRs vorgestellt und die Möglichkeit für Diskussionen und Austausch geboten. Während Workshop-Angebote zu einzelnen Themen des FDM am Tag der Forschungsdaten von den Teilnehmenden nicht gut angenommen wurden, erhielten GamificationAngebote, wie zum Beispiel ein Escape Room zum FDM, der beim Tag der Forschungsdaten 2024 erstmals angeboten wurde, positive Resonanz. 16 Eine ausgewogene Mischung aus Informationen und Edutainment, die sich auch in einer dem Motto angepassten Raumgestaltung zeigt, beeinflussen sowohl die Rezeption der Teilnehmenden als auch das Engagement des FDM-Teams in der Vorbereitung und Durchführung solcher Präsenzveranstaltungen. Um ein stimmiges Gesamtkonzept zu erstellen, teilen die AG-Mitglieder regelmäßig in den monatlichen Treffen mit, wie sich das Nachmittagsprogramm bei ihnen entwickelt. Es gibt das Bestreben, ein Programm 14 Alle Angebote der SCDM der Universität Münster können auf dieser Website eingesehen werden: https://www.unimuenster.de/Forschungsdaten/ [abgerufen am 12.11.2025]. 15 Alle Angebote der RDS der UDE können auf dieser Website eingesehen werden: https://www.uni-due.de/rds/ [abgerufen am 12.11.2025]. 16 Hendriks, S., Externbrink, M. (2025): RDM Escape Room. OSF. DOI: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/6MBGS
9 zu erarbeiten, das das Vormittagsprogramm gut ergänzt und abwechslungsreich ist. Mit Blick auf die Veranstaltungen, die online stattfinden, soll es Interessierten ermöglicht werden, auf Wunsch an Veranstaltungen mehrerer Standorte teilzunehmen. Werbeund Kommunikationsmaßnahmen Der Tag der Forschungsdaten wird als größte Veranstaltung zum FDM in NRW bereits zu Beginn des Jahres über die Kommunikationskanäle der Landesinitiative fdm.nrw angekündigt. Über den Sommer wird auf der Website von fdm.nrw eine Unterseite zum Tag der Forschungsdaten in NRW als zentrale Anlaufstelle erstellt. Auf der Seite können sich Interessierte über die gesamte Veranstaltung informieren, sich direkt zum Vormittagsprogramm anmelden und eine Übersicht der Veranstaltungen im Nachmittagsprogramm einsehen. Die Anmeldung zum jeweiligen Nachmittagsprogramm wird von den Standorten organisiert, sodass die Übersicht mit Links zu Webseiten mit weiteren Informationen oder direkt zur Anmeldung versehen ist. Spätestens zu Beginn des Wintersemesters werden die Werbemaßnahmen dann intensiviert, wofür die gemeinsame Grafik auf Webseiten, Postern, Flyern und Postkarten mit lokalem Branding genutzt werden kann. Um das Zielpublikum für den Tag der Forschungsdaten in NRW anzusprechen, wird die Veranstaltung auf verschiedenen Kommunikationskanälen angekündigt. Die Landesinitiative fdm.nrw nutzt ihre Plattformen und Reichweite um die Aufmerksamkeit von Mitgliedern der NFDI oder anderer FDM- (Landes-)Initiativen sowie von Personen, die im Bereich FDM beschäftigt sind, zu gewinnen. Um Forschende in NRW zu erreichen, sind die Werbemaßnahmen der Hochschulen maßgeblich. Diese können hochschulintern auf bis zu drei Ebenen durchgeführt werden: Erstens über die Kanäle der FDM-Servicestellen, zweitens über die der zentralen Einrichtungen, denen sie angehören (Bibliotheken, Rechenzentren oder Forschungsförderung), und drittens über hochschulweite Kanäle. Alle Mitglieder der AG sind in FDM-Servicestellen tätig, die über eigene Webseiten und eigene E-MailVerteiler für ihre Öffentlichkeitsarbeit verfügen. Das lokale Nachmittagsprogramm wird von den beteiligten Standorten auf ihren Webseiten dargestellt. Dort gibt es in der Regel die Möglichkeit, neben der Programmübersicht weitere Informationen zu den Veranstaltungspunkten und Beteiligten darzustellen und Anmeldeformulare einzubinden. Die Informationen auf den Webseiten werden im Laufe der Vorbereitung nach Bedarf fortlaufend aktualisiert und angepasst, sodass der Verweis auf die entsprechenden Seiten als wichtige Anlaufstelle für aktuelle Informationen zur Veranstaltung unabdingbar ist. Über eigene E-Mail-Verteiler, Mailinglisten oder Newsletter können die FDM-Servicestellen die Forschenden ansprechen, deren Interesse am Thema FDM für ein Abonnement ausreicht. Über diese Kanäle werden die Personen mit dem größten Teilnahmepotential erreicht, da sie bereits mit dem Thema vertraut sind und ihre Kenntnisse und Kontakte erweitern möchten. Häufig hatten diese Personen bereits durch Schulungen oder Beratungen persönlichen Kontakt zur FDM-Servicestelle. In vielen Fällen ist dieser Abbildung 2 „Auf in den Daten-Garten“ für den 4. Tag der Forschungsdaten in NRW 2024, Jasmin Pott, Grafiken: lupascoroman, b.illustrations – stock.adobe.com