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Kooperationen in der Praxis erfassen: Soziale Netzwerkanalyse im Landkreis München

Schmid, Jessica

Abstract

Dieser Vortrag präsentiert die soziale Netzwerkanalyse des Bildungsbüros im Landkreis München, die in den Jahren 2024/25 durchgeführt wurde. Der Vortrag wurde im Rahmen des Transferworkshops der Fachstelle kommunales Bildungsmonitoring (KOSMO) auf der Tagung "Zivilgesellschaft und Kommune" im November 2025 gehalten.

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Kooperationen in der Praxis erfassen: Soziale Netzwerkanalyse im Landkreis München Jessica Schmid 2.1.4.4 Jugendund Familienförderung, Bildungsbüro Landratsamt München 20 Gefördert im Rahmen des ESF Plus-Programms vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Landratsamt München 21 Sind Sie bereits mit der Methode der Sozialen Netzwerkanalyse vertraut? … sehr gut vertraut, ggf. bereits durchgeführt … schon einmal gehört … noch nie gehört Soziale Netzwerkanalyse (SNA) Was ist das? Die Soziale Netzwerkanalyse beschreibt eine empirische Methode zur systematischen und strategischen Erfassung und Analyse sozialer Beziehungen und Netzwerke. Was kann damit erreicht werden? Ziel ist (1) eine systematische Erschließung zentraler Akteure für die Bildungslandschaft des Landkreises München, (2) die Identifizierung des Vernetzungsgrads sowie (3) das Aufzeigen vorhandener (sozialer) Ressourcen und Entwicklungspotenziale. Zudem hilft die SNA bei der ... •... Strategieentwicklung und dem Gremienaufbau •... gezielten Förderung von Netzwerkstrukturen innerhalb der Bildungsakteure •... Sensibilisierung für den breiten Bildungsbegriff und die vielfältigen Bildungsorte •... Sichtbarmachung von lebenslangem Lernen Landratsamt München 22 Von der Zielsetzung zum Erhebungsdesign •Systematische Erfassung und Analyse bestehender Netzwerkstrukturen aller Bildungsakteure •Stärkung und Weiterentwicklung der Bildungslandschaft im Landkreis München ➢Entwicklungspotenziale und Kooperationen erkennen und fördern ➢Chancengerechte Zugänge zu Bildung und lebenslanges Lernen fördern •Erhebungsdesign: Landratsamt München 23 Umsetzung einer SNA Landratsamt München 24 Phase 1 und 2: Stakeholder-Analyse und Erstellung des Verteilers Landratsamt München 25 StakeholderAnalyse Sichtung aller bestehenden Verteiler, Kontakten aus Netzwerktreffen usw. umfassende Online-Recherche Zusammentragen aller Verteiler und Kontaktdaten aus bestehenden Netzwerken Ergebnis: Verteiler mit über 4000 Bildungsakteuren Analyserahmen zur Erfassung von Kooperationen zwischen Schulen und zivilgesellschaftlichen Bildungsakteuren •Bedeutung Kooperation •… •Zeitfenster für Kooperation •… Ziele Strukturen Ausmaß Praxis Dimensionen von Kooperation Indikatorenbereiche Items und Kennzahlen •Einbindung •… •Anzahl Kooperationspartner •… •Themen •Orte •… •Pädagogisches Konzept •… •Anzahl der Kooperationspartner •… •Überwiegender Angebotsort •… Phase 3: Unser Fragebogen Grundinformationen: Name Organisation, Organisationsform, Tätigkeitsbereich, Angebotsform (formal, non-formal, informell), Bildungsakteur Angebotssitz, Einzugsgebiet, Teilnahme an AGs etc., Aspekte der Zusammenarbeit Zufriedenheit mit Einbindung, wünschenswerte Veränderungen Alter-/Zielgruppen, Themenbereiche nach BNE und FKS, päd. Prinzipien nach BNE, Mehrwert nicht direkt abgefragt, nur wichtigste Kooperationspartner, mit denen man regelmäßig zusammenarbeitet, u.a. auch LRA und andere Verwaltungen Phase 3: Unser Fragebogen Frage 14: Bitte nennen Sie Ihre wichtigsten Kooperationspartnerinnen und - partner (max. 7), mit denen Sie zum Thema Bildung zusammenarbeiten. Frage 15: Welche dieser Aspekte beschreiben die Zusammenarbeit mit Ihrem Kooperationspartnerinnen und -partner für Sie am besten? → Antwortkategorien: Informationsund Erfahrungsaustausch, gemeinsame Ausschussund Gremienarbeit, fachliche, personelle oder finanzielle Unterstützung, Nutzung von Infrastruktur, Angebot gemeinsam konzipierter Maßnahmen und Projekte Landratsamt München 27 Phase 4: Erhebungsphase •Nach der Freigabe durch den Landrat startete die Erhebung mit einem offiziellen Einladungsschreiben an alle identifizierten Bildungsakteure. •Insgesamt wurden rund 4 000 Akteure im Landkreis München angeschrieben. Die Abgrenzung des Einzugsgebiets erwies sich als anspruchsvoll – Standort vs. Einzugsgebiet? Zuständigkeit vs. Sozialraum der Bürgerinnen und Bürger? Abgrenzung Stadt München? •Die Befragung erfolgte in zwei Erhebungswellen: 1. Welle: Befragung des gesamten Verteilers 2. Welle: Nachbefragung der rund 150 Organisationen/Personen, die in der ersten Runde als Kooperationspartner genannt wurden, aber noch nicht teilgenommen hatten •genutztes Befragungstool: LimeSurvey Landratsamt München 28 Landratsamt München 35 Informationsund Erfahrungsaustausch Informationsund Erfahrungsaustausch – Netzwerkkarte der drei Schulformen Landratsamt München 36 Landratsamt München 37 Erhalt fachlicher Unterstützung Landratsamt München 38 Angebot gemeinsam konzipierter Projekte und Maßnahmen Kooperationsstrukturen im Landkreis München Impulse und Netzwerkpotenziale 1. Informationsund Erfahrungsaustausch bleibt eher lose, während Kooperationen für fachliche Unterstützung und gemeinsame Projekte deutlich strukturierter und zielgerichteter verlaufen 2. Wohlfahrtsverbände, soziale Vereine und die öffentliche Verwaltung bilden gemeinsam das Rückgrat des Netzwerks – als stabile Knotenpunkte, die Austausch ermöglichen und Umsetzung sichern. 3. Vernetzungspotenziale: Bildung vernetzt denken, Zukunft gemeinsam gestalten: ➢Wissen auf Praxis treffen lassen - Brücken bauen zwischen Bildung, Forschung und Wirtschaft ➢Non-formale, informelle und lebenslange Bildungsräume stärker und gezielt einbinden – Kulturstätten, Bibliotheken oder Umweltund Nachhaltigkeitsorganisationen ➢Schule weiter öffnen – gemeinsam mit starken außerschulischen Partnerinnen und Partnern Landratsamt München 39 Einbindung in die Bildungslandschaft und Unterstützungsbedarf bei der Vernetzung Einbindung: •Kommunale und staatliche Akteure sind überwiegend zufrieden •Wird im Kinderund Jugendalter tendenziell etwas besser eingeschätzt •Formale Angebote weisen die höchste Zufriedenheit auf •Zentrale Akteure für Veränderungsprozesse sind Akteure auf kommunaler Ebene, Akteure auf Landesebene und ausgewählte Akteure in den Bildungseinrichtungen. Diese werden als teilweise noch nicht ausreichend eingebunden wahrgenommen. Verbesserungspotenziale: Mehr Vernetzung, Transparenz, Öffentlichkeitsarbeit und leichtere Zugänge zu Informationen Unterstützungsbedarf: Wunsch → informelle Austauschformate und Vernetzungstreffen Landratsamt München 40 33,0 % 31,8 % 9,3 % 26,0 % Ja Teilweise Nein Kann ich nicht beurteilen/ Keine Angabe Zufriedenheit mit der Einbindung in die Bildungslandschaft (N= 443) Gemeinsam mehr erreichen – Potenziale starker Partnerschaften Landratsamt München 41 63,4 % 39,1 % 52,4 % 72,2 % 39,1 % 8,6 % 8,6 % 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % Innovation und Entwicklung neuer Maßnahmen (n= 281) Neue Zielgruppen erreichen (n= 173) Zugang zu neuen Angeboten für die Zielgruppen (n= 232) Synergien nutzen und gegenseitig Arbeit erleichtern (n= 320) Bildungspolitische Präsenz (n= 173) Sonstige (n= 38) Keine Angabe (n= 38) Die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnerinnen und -partnern bietet vielfältige Mehrwerte: Mehrwert von Zusammenarbeit (N= 443; MA) Netzwerkaktivitäten im Landkreis München Viele Akteure nehmen bereits an Netzwerktreffen, Trägertreffen und Arbeitskreisen teil: Landratsamt München 42 30,2 % 34,5 % 14,2 % 45,1 % 20,1 % 14,9 % 13,5 % 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 % 35 % 40 % 45 % 50 % Trägertreffen (n= 134) Arbeitskreise (n= 153) Sozialraumund Regionaldialoge (n= 63) Netzwerktreffen (n= 200) An keinem vergleichbaren Format (n= 89) Sonstige (n= 66) Keine Angabe (n= 60) Netzwerkaktivität (N= 443; MA) Ein paar politische Empfehlungen … Landratsamt München 43 ❖Non-formale und informelle Bildungsräume anerkennen und fördern ❖Kooperationen zwischen Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft ausbauen ❖Schulen für außerschulische Partner öffnen und Zusammenarbeit fördern ❖Politische Bildung und Nachhaltigkeit besonders in der Erwachsenenbildung ausbauen und Gesundheitsbildung in der Lebensmitte gezielt fördern ❖Partizipation, Gemeinschaft und Handeln als pädagogische Prinzipien stärken ❖Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit im Bildungsbereich ausbauen ❖Partizipation und Mitgestaltung von Bildungsakteuren ermöglichen ❖Strukturelle Einbindung randständiger Akteure (z. B. Kultur, Bibliotheken, Stiftungen) ausbauen Auf den Punkt gebracht ... Landratsamt München 44 „Die Bildungslandschaft im Landkreis München ist durch ein hohes Maß an Engagement, Kooperationsbereitschaft und thematischer Vielfalt geprägt. Zusammenarbeit ist mehr als nur eine organisatorische Notwendigkeit – sie stellt einen wesentlichen Hebel zur qualitativen Weiterentwicklung von Bildungsprozessen dar. Zentral erscheint dabei, bestehende Netzwerke nicht nur zu pflegen, sondern weiter zu stärken und unterrepräsentierte Akteure gezielt einzubinden. Nur so kann es gelingen, Bildung als gemeinschaftliche Aufgabe dauerhaft chancengerecht, lebensnah und zukunftsorientiert zu fördern und zu gestalten.“