Pädagogisches Handbuch für Trainer:innen zum Thema häusliche Gewalt. Schulungen für Fachkräfte aus den Bereichen Polizei, Justiz, Medizin und Sozialwesen
Abstract
Dieses Handbuch dient als pädagogischer Leitfaden und erklärt in sieben Kapiteln, wie die Informationen, Schulungsmaterialien und Tools der IMPROVE-Schulungsplattform zum Thema häusliche Gewalt von Trainer:innen genutzt werden können. Für diejenigen, die neu in der Schulung sind, wird die Teilnahme an einem Train-the-Trainer-Kurs dennoch dringend empfohlen.
Full text
WP3: T3.5 Pädagogisches Handbuch für Trainer:innen zum Thema häusliche Gewalt Schulungen für Fachkräfte aus den Bereichen Polizei, Justiz, Medizin und Sozialwesen (Österreich) Improving Access to Services for Victims of Domestic Violence by Accelerating Change in Frontline Responder Organisations
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 Version 19.9.2025 Inhalt Liste der Abkürzungen ............................................................................................................ 3 Vorwort ......................................................................................................................... 4 1. Einleitung ......................................................................................................................... 5 1.1 Hintergrund ................................................................................................................................ 5 1.2 Was finden Sie in diesem Handbuch? ...................................................................................... 5 2. Schulunsrahmen .................................................................................................................. 6 2.1 Allgemeiner Überblick über die IMPROVE-Schulungsplattform ................................................ 6 2.1.1 Allgemeine kurze Einführung für Trainer:innen (Train-the-Trainer) ............................... 6 2.2 Rolle der Trainer:innen .............................................................................................................. 9 2.3 Zielgruppen .............................................................................................................................. 10 2.4 Spezifische Ziele der Schulung zum Thema häusliche Gewalt .............................................. 12 2.5 Dauer der Schulung ................................................................................................................. 14 3. Struktur der Schulungsplattform ........................................................................................ 15 3.1 Allgemeiner Überblick .............................................................................................................. 15 3.2 Ausrichtung auf spezifische Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen .............................. 18 4. Methodische Ansätze ........................................................................................................ 19 4.1 Häusliche Gewalt als Unterrichtsthema .................................................................................. 19 4.2 Schulungsanforderungen ........................................................................................................ 21 4.3 Schulungsformate und Methoden ........................................................................................... 22 4.4 Schulungsmaterialien - und didaktische Hilfsmittel ................................................................. 26 4.5. Rollenspiele ............................................................................................................................ 27 4.5.1 Allgemeine Leitlinien .................................................................................................... 27 4.5.2 Beispielszenarien ......................................................................................................... 29 5. Evaluation der Schulung .................................................................................................... 30 6.Weitere Schulungshandbücher .......................................................................................... 32 7. Anhänge ....................................................................................................................... 33 Anhang 7.1 Wie man eine sichere Umgebung für Schulungen schafft ......................................... 33 Anhang 7.2 Vorteile, Anwendungsbereiche und Anforderungen verschiedener Schulungsmethoden ...................................................................................................................... 35 Anhang 7.3 Allgemeines Beispiel für Rollenspiel zur bereichsübergreifenden Zusammenarbeit . 39 Anhang 7.4 Evaluation der Schulung ............................................................................................ 42 Anhang 7.4.1 Fragebogen vor der Schulung ........................................................................ 42 Anhang 7.4.2 Nachbewertung der Schulung ........................................................................ 44 Anhang 7.4.3 Umfrage zur Retention von Lerninhalten (optional) ....................................... 47 Anhang 7.5 Checkliste zur Vorbereitung auf die Schulung zum Thema häusliche Gewalt .......... 49
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 3 Liste der Abkürzungen hG Häusliche Gewalt IMPROVE Verbesserung des Zugangs zu Hilfen für Betroffene häuslicher Gewalt durch eine Weiterentwicklung von Organisationen, die erste Anlaufstellen sind ASKABI Asociación Askabide Liberación CNRS Centre National de la Recherche Scientifique DHPol Deutsche Hochschule der Polizei FORESEE Foresee Kutatocsoport Nonprofit Kozhasznu Kft MAI-PSP Ministério da Administração Interna (PSP/ISCPSI) MININT Ministère de l’Intérieur PLV Policía Local de València POLAMK Poliisiammattikorkeakoulu SIG S.I.G.N.A.L. e.V. – Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt THL Terveyden ja hyvinvoinnin laitos UDEUSTO Universidad De La Iglesia De Deusto Entidad Religiosa VICESSE Wiener Zentrum für Sozialwissenschaftliche Sicherheitsforschung – Vicesse WWU (Westfälische Wilhelms-) Universität Münster
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 4 Vorwort Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Themen wie Prävention, Erkennen von häuslicher Gewalt und Intervention in einigen Ländern bislang nur selten in Schulungen behandelt wurden. Die Evaluation solcher Schulungen findet sogar noch seltener Beachtung. Fundiertes Wissen in diesem Bereich ist jedoch besonders relevant für Fachkräfte, die mit Betroffenen häuslicher Gewalt in Kontakt kommen. Der Zweck dieses Schulungshandbuchs ist es daher, Trainer:innen, die Lehrveranstaltungen für Mitarbeitende der Bereiche Strafverfolgung, Gesundheitsversorgung, Sozialarbeit und Justiz anbieten, praxisorientierte, wissenschaftlich fundierte und evaluierte Schulungsmaterialien zur Verfügung zu stellen, die auf der IMPROVE-Schulungsplattform zum Thema häusliche Gewalt zu finden sind. Diese Plattform ist eine Ressource für Trainer:innen, die zum Thema häusliche Gewalt lehren. Sie ist auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten, um ihre Schulungen zu ergänzen oder das Wissen nach den Schulungen mithilfe der Materialien und Tools der IMPROVESchulungsplattform zum Thema häusliche Gewalt zu evaluieren. Die Trainer:innen können innerhalb jedes Moduls aus einer Vielzahl von Materialien flexibel auswählen, wobei einige Inhalte obligatorisch sind, um ein gemeinsames Grundverständnis sicherzustellen. Mit Ausnahme von zwei eindeutig gekennzeichneten Selbstlernmodulen ist die Plattform nicht als eigenständiges Selbstlerninstrument für Lernende gedacht. Dieses Handbuch dient als pädagogischer Leitfaden und erklärt in sieben Kapiteln, wie die Informationen, Schulungsmaterialien und Tools der IMPROVE-Schulungsplattform zum Thema häusliche Gewalt von Trainer:innen genutzt werden können. Für diejenigen, die neu in der Schulung sind, wird die Teilnahme an einem Train-the-Trainer-Kurs dennoch dringend empfohlen. Als WP3-Leiterin von IMPROVE freue ich mich, Ihnen dieses pädagogische Handbuch nun vorstellen zu dürfen. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. med. Bettina Pfleiderer Universität Münster, Deutschland
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 5 1. Einleitung 1.1 Hintergrund In Europa wurden in den letzten zehn Jahren große Fortschritte bei der Prävention, Aufdeckung und Intervention in Fällen häuslicher Gewalt erzielt. Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben Maßnahmen und Gesetze zur Bekämpfung dieses Problems eingeführt. Dennoch bleibt häusliche Gewalt eine der größten Herausforderungen für die europäischen Gesellschaften. Zu den Fachkräften, die mit häuslicher Gewalt konfrontiert sind, gehören Ersthelfende aus den Bereichen Strafverfolgung, Gesundheitswesen, Sozialarbeit und Justiz. Oftmals fehlt ihnen jedoch die Handlungssicherheit und das Wissen, um auf häusliche Gewalt zu reagieren und sie zu erkennen, ihre Auswirkungen zu verstehen oder in solchen Situationen angemessen zu reagieren und bedarfsorientierte Unterstützung zu leisten. Eine bessere Unterstützung für Betroffene häuslicher Gewalt ist dringend erforderlich. Dies kann durch maßgeschneiderte Fördermaßnahmen und fortlaufende Schulungen für Fachkräfte erreicht werden. Das EU-Projekt IMPROVE (Improving Access to Services for Victims of Domestic Violence by Accelerating Change in Frontline Responder Organisations) schließt Schulungslücken durch die Entwicklung neuer Schulungsmaterialien und Toolboxen für die IMPOVE Trainingsplattform bei häuslicher Gewalt IMPROVE-Schulungsplattform zum Thema häusliche Gewalt. Die Bereitstellung von Informationen in diesem Handbuch zur Schulung von Ersthelfenden bei häuslicher Gewalt ist ein weiterer wichtiger Beitrag des Projekts, das in Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Spanien und Portugal entstanden ist. Das Handbuch baut auf den Schulungsmaterialien auf, die im Rahmen des EU-Projekts IMPRODOVA (Improving Frontline Responses to High Impact Domestic Violence) entwickelt wurden, und entwickelt diese durch zusätzliche Forschungsarbeiten des IMPROVE-Konsortiums weiter. Die IMPROVE-Partner (ASKABI, CNRS, DHPol, FORESEE, MAI-PSP, MININT, PLV, POLAMK, S.I.G.N.A.L., THL, UDEUSTO, VICESSE, WWU) haben die Schulungsmaterialien übersetzt und den Inhalt an den finnischen, französischen, deutschen, österreichischen, ungarischen, portugiesischen und spanischen nationalen Kontext angepasst. Darüber hinaus testeten und bewerteten die Partnerorganisationen die Materialien in Schulungen in allen sieben Partnerländern. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wurden die Schulungsmaterialien weiter überarbeitet – zunächst in englischer Sprache, dann in allen sieben Projektsprachen (siehe Projektbericht D3.3, in englischer Sprache). 1.2 Was finden Sie in diesem Handbuch? In diesem Handbuch finden Trainer:innen (damit sind Dozent:innen, Lehrende oder Fachpersonen in der Aus-, Fortund Weiterbildung gemeint) eine Zusammenfassung der verfügbaren Schulungsinhalte zur häuslichen Gewalt auf der IMPROVE-Schulungsplattform. Neben dem Wissen, das für die Konzipierung von Schulungen mit IMPROVE-Material erforderlich ist, werden in diesem Handbuch auch die wichtigen Soft Skills hervorgehoben, die für die Schulung verschiedener Interessengruppen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt unerlässlich sind. Zu diesen Kompetenzen gehören die Fähigkeit zuzuhören, konstruktives Feedback zu geben, die potenziellen Vorurteile und Traumata der Teilnehmenden der Schulung zu berücksichtigen, mit interkultureller Kompetenz zu kommunizieren, mögliche Stereotype zu erkennen und sensibel damit umzugehen, reflektiert zu handeln sowie sich der eigenen Vorurteile und Traumata bewusst zu sein, um sich bestmöglich auf die Schulung vorzubereiten und sowohl auf die Teilnehmenden als auch auf sich selbst zu achten.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 6 2. Schulungsrahmen 2.1 Allgemeiner Überblick über die IMPROVE-Schulungsplattform Die IMPROVE-Schulungsplattform hat eine modulare, sektorspezifische Struktur, d. h. sie ist in verschiedene Module und Abschnitte unterteilt, die unterschiedliche Aspekte der häuslichen Gewalt behandeln und die spezifischen Bedarfe verschiedener Zielgruppen in verschiedenen Ländern berücksichtigen. Die Inhalte und Materialien der Schulungsmodule können auf unzählige Arten kombiniert werden. Die allgemeinen Ziele der IMPROVE-Schulungsplattform sind: Trainer:innen einen Überblick über relevante Themen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt zu vermitteln. Bereitstellung von Informationen für Trainer:innen über verfügbare nationale Hilfen. Bereitstellung von Schulungsmaterialien für Trainer:innen zur Sensibilisierung von Student:innen/Auszubildenden, Praktiker:innen und Leitungskräften. Bereitstellung von Maßnahmen für Trainer:innen zur Verbesserung des professionellen Umgangs mit häuslicher Gewalt. Bereitstellung von Lehrmethoden und Übungen für Trainer:innen, die auf die Zielgruppen zugeschnitten sind. Bereitstellung der notwendigen Informationen für Trainer:innen zur Durchführung von Schulungen unter Verwendung der IMPROVE-Tools und -Materialien. In diesem Kapitel 2 werden wir zunächst die wichtigsten Aspekte für die Durchführung einer Schulung behandeln, um zu veranschaulichen, wie Trainer:innen wirksame Schulungen im spezifischen Kontext häuslicher Gewalt konzipieren können. Wir behandeln die Rolle der Trainer:innen, mögliche Zielgruppen, Schulungsziele und verschiedene Faktoren, die die Dauer von Schulungen beeinflussen. Daneben bieten wir einen kurzen Exkurs zum Thema „Trainthe-Trainer” für diejenigen, die erstmalig Schulungen zu häuslicher Gewalt durchführen wollen (siehe 2.1.1). Er bietet Grundlage für die folgenden weitaus spezifischeren Leitlinien zum Umgang mit Schlüsselfaktoren in Schulungen zum Thema häusliche Gewalt. Diese zusätzlichen Hinweise sind kein Ersatz für einen formellen Train-the-Trainer-Kurs, den wir dringend empfehlen, um qualitativ hochwertige, interaktive und auf die Zielgruppe zugeschnittene Schulungen zu gewährleisten. 2.1.1 Kurz zusammengefasst: Allgemeine kurze Einführung für Trainer:innen (Trainthe-Trainer) Sichere und unterstützende Lernumgebung: Schaffen Sie eine Umgebung, in der die Teilnehmenden ihre Gefühle, Zweifel oder Frustrationen äußern können, ohne Angst vor Urteilen oder Zurückweisung haben zu müssen. Eine solche Umgebung erleichtert es den Teilnehmenden, Emotionen zu bearbeiten und Kenntnisse sowie Fähigkeiten zu erwerben, die später in Schulungen die
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 7 Reflexion von Einstellungen und Verhaltensweisen fördern, was besonders für Schulungen zu sensiblen Themen wie häusliche Gewalt relevant ist. Anhang 7.1 fasst die wichtigsten Faktoren zusammen, wie die Schaffung und Aufrechterhaltung einer sicheren Lernumgebung unterstützt werden kann. Regeln können von den Trainer:innen im Voraus festgelegt oder zu Beginn mit den Teilnehmenden vereinbart werden. Vertraulichkeit („was hier gesagt wird, bleibt hier“) ist unerlässlich und nicht verhandelbar. Es kann auch hilfreich sein, sich auf Signale zu einigen, wenn Pausen benötigt werden, um zu zeigen, dass effektive Lernprozesse Zeit und Raum benötigen. Weitere nützliche Regeln sind die Achtung unterschiedlicher Perspektiven, die Vermeidung wertender Sprache und die Möglichkeit für alle, sich zu äußern oder zu schweigen, wenn es ihnen angemessen erscheint. Die Rolle der Trainer:innen Trainer:innen sollen ihr Fachwissen und ihre pädagogischen Fähigkeiten einsetzen, um den Lernprozess zu begleiten, und dabei das positive Verhalten verkörpern, das sie vermitteln möchten (siehe Kapitel 2.2). Effektive Schulungen durchführen Eine erfolgreiche Schulung erfordert eine Kombination aus Kommunikationsfähigkeit, Kenntnissen über Trainingsmethoden und dem Einschätzungsvermögen, welche Methoden für bestimmte Ziele (siehe Anhang 7.2 für weitere Informationen) und Zielgruppen (siehe Kapitel 2.3) zu wählen sind, sowie eine hohe Kompetenz im Zeitmanagement, um den Prozess effektiv zu steuern. Wenn Sie im Trainer-Tandem arbeiten, praktizieren Sie eine effektive CoModeration, indem Sie Übergänge planen, Zusammenarbeit vorleben und sich gegenseitig bei schwierigen Gruppendynamiken unterstützen. Schulungsformate Schulungsformate beziehen sich auf die verschiedenen Arten, wie Schulungsinhalte vermittelt oder erlebt werden können. Schulungen, Workshops, Seminare und Vorträge sind die am häufigsten verwendeten Formate. Ihre Merkmale, Anforderungen und Beispiele sind in Tabelle 4 dargestellt. Alle Formate können auf Einstiegsniveau angeboten werden, um Wissen zu einem Themenkomplex zu vermitteln oder sich sogar auf (sehr) spezifische Aspekte zu konzentrieren. Diese Formate können zusätzlich je nach Zusammensetzung der Gruppe (homogen versus heterogen) und Lernumgebung (offline, online, hybrid) variieren und haben alle ihre Vorund Nachteile. Eine Übersicht über die Vorund Nachteile finden Sie in Tabelle 5. Anforderungen für die Durchführung der Schulung Die erfolgreiche Durchführung von Schulungen hängt von verschiedenen Faktoren ab, die mit den Teilnehmenden, den Inhalten, dem Zeitmanagement und den Ressourcen zusammenhängen. Passen Sie das Format daher entsprechend an: • Zielgruppe: Die Schulungsinhalte und -methoden müssen auf den beruflichen Hintergrund der Teilnehmenden (z. B. Studienphase, Position), ihre Lernund Arbeitsgewohnheiten, ihre Arbeitsinhalte und Zuständigkeiten, ihr Rollenverständnis, ihre Vorkenntnisse, Motivationen, Erwartungen, Interessen und Werte zugeschnitten sein. Die Terminologie sollte an die Sprache der Gruppe angepasst werden, insbesondere wenn die Teilnehmenden aus bestimmten Organisationen oder Bereichen kommen (weitere Informationen finden Sie in Kapitel 2.3 zu Zielgruppen). • Gruppenzusammensetzung: Die Schulung kann auf institutioneller Ebene mit Teilnehmenden aus derselben oder verschiedenen Organisationen, entweder intern
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 8 oder extern, in homogenen oder heterogenen Gruppen durchgeführt werden, wobei jede Variante Vorund Nachteile hat (siehe auch Kapitel 2.4, Tabelle 2). Multidisziplinäre Gruppen können den Wissensund Transferprozess erleichtern und die Zusammenarbeit verbessern, erfordern jedoch aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen und Definitionen von häuslicher Gewalt, unterschiedlicher Wissensstände und der vielfältigen Rollen und Einschränkungen, die die Teilnehmenden innerhalb ihrer Berufe haben und denen sich andere Teilnehmende oft nicht vollständig bewusst sind, mehr Zeit und Austausch. Für die Trainer:innen ist es unerlässlich, eine gemeinsame Basis und ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und potenziell schwierige Gruppendynamiken anzusprechen. Homogene Gruppen sind für Trainer:innen leichter zu handhaben, aber es muss darauf geachtet werden, dass sich alle Teilnehmenden sicher fühlen um sich einzubringen. Wenn die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Hierarchieebenen, mit unterschiedlicher praktischer Erfahrung oder unterschiedlichem Bildungsniveau kommen, sollte die Trainer:in alle Teilnehmenden ermutigen, ihre Erfahrungen und Gedanken gleichermaßen zu teilen, ohne zu urteilen oder zu dominieren. Interdisziplinäre Gruppen können somit auch gewinnbringend sein, um ein Verständnis für unterschiedliche Perspektiven und Verantwortungsbereiche zu erlangen. • Zeitplan: Bei der Zeitplanung müssen die Gruppengröße (ideal sind Gruppen mit weniger als 15 Teilnehmenden) und der Hintergrund berücksichtigt werden, damit ausreichend Zeit für Diskussionen und Übungen zur Verfügung steht. Der Wechsel zwischen Input und aktiven Phasen (Gruppendiskussionen, Einzelund Gruppenübungen) fördert das Engagement und das Verstehen (siehe Kapitel 2.5). Die Formate können sich hinsichtlich der Dauer der Schulung unterscheiden (ein einziger Schulungstag oder mehrere Schulungstage mit oder ohne Pausen dazwischen). Wenn sich die Schulungstermine über einen längeren Zeitraum erstrecken, ist es ratsam, den Teilnehmenden zu Beginn eines weiteren Schulungstages genügend Zeit zu geben, um ihre Erfahrungen zusammenzutragen und auszutauschen. Sie können die Zeit zwischen den Sitzungen auch nutzen, um den Transfer des Gelernten in die Praxis zu unterstützen. Dazu können Reflexionsaufgaben, der Austausch neuer Erfahrungen mit anderen Teilnehmenden in festgelegten Abständen oder Gruppendiskussionen über Lernplattformen wie Moodle gehören. • Anweisungen und Transparenz: Die Teilnehmenden sollten vor und während der Schulung klar über die Tagesordnung, die Ziele und die Relevanz der Schulungsinhalte informiert werden. Schriftliche Anweisungen für Übungen unterstützen eine reibungslose Teilnahme. Ausstattung und Materialien Geeignete räumliche und mediale Ausstattung ist für eine angenehme und effektive Lernumgebung unerlässlich. Trainer:innen benötigen in der Regel: • Trainingsplan mit Zielen, Inhalten und Zeitplan • Liste der Teilnehmenden • Handouts mit schriftlichen Anweisungen für Übungen und Reflexionen • Informationsblätter, die auf den Bildungsund beruflichen Hintergrund der Teilnehmenden zugeschnitten sind; diese sollten während der Schulung aktiv genutzt werden • PowerPoint-Folien für jedes Modul, die bei Bedarf angepasst werden können • Flipchart, Stifte und andere Materialien nach Bedarf • Grundausstattung für Präsentationen: Laptop, Projektor, Leinwand und gegebenenfalls externe Lautsprecher • Fragebögen oder Feedback-Formulare (siehe Anhänge 7.4.1, 7.4.2, 7.4.3) Evaluation
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 9 Es ist wichtig zu evaluieren, ob die Schulung ihre Ziele erreicht und sich positiv auf die Teilnehmenden auswirkt. Das Feedback der Teilnehmenden sollte in zukünftige Schulungen einfließen, um die Qualität und Wirksamkeit der Schulung kontinuierlich zu verbessern (siehe Kapitel 5 und Anhang 7.4 für einen Fragebogen, der für die Bewertung von Schulungen verwendet werden kann). Auftragsarbeit Wenn die Schulung von einer Organisation angefordert wurde, sollte sie in enger Zusammenarbeit zwischen der Organisation und den Trainer:innen konzipiert werden. Checkliste: Eine Checkliste zur Vorbereitung einer hG-Schulung finden Sie in Anhang 7.5. 2.2 Rolle der Trainer:innen Das Hauptziel der Trainer:innen ist es, Führungskräften, Fachpersonen, Studierenden und anderen Trainer:innen zu vermitteln, häusliche Gewalt zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, um den Betroffenen die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Um die Teilnehmenden gut zu unterstützen, sollten Trainer:innen: die Schulung auf die Zielgruppe zuschneiden und dabei deren Vorkenntnisse, Bedürfnisse, spezifischen Rollen, Aufgabenbeschreibungen und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, die Größe der Schulungsgruppe, die Schulungsdauer sowie die Lerngewohnheiten und -präferenzen berücksichtigen, wenn sie ein methodisch vielfältiges Schulungskonzept entwickeln. eine sichere Lernumgebung schaffen, insbesondere angesichts der Sensibilität von Themen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt; Trainer:innen sollten wissen, wie sie mit Teilnehmenden umgehen müssen, die ihre eigenen Erfahrungen mit häuslicher Gewalt offenlegen. professionelles Verhalten vorleben, einschließlich respektvoller Kommunikation und emotionaler Regulierung. das Lernen erleichtern, indem sie die Teilnehmenden durch das Trainingsprogramm, Schlüsselkonzepte, Diskussionen und Reflexionen begleiten. in ihren Schulungen kulturell sensibel sein die Gruppendynamik steuern und die Methoden bei Bedarf anpassen, um das Lernen und die Sicherheit zu fördern. den Dialog und Austausch zwischen den Teilnehmenden fördern. Empathie und einen traumasensiblen Umgang in Diskussionen und Übungen fördern. Selbstbewusstsein und kritische Reflexion fördern, beispielsweise in Bezug auf Vorurteile, Stereotypen, berufliche Einstellungen, Selbstfürsorge und die professionelle Fehlerkultur. Werkzeuge, Methoden und Rahmenbedingungen vorstellen und diskutieren, die den Umgang mit häuslicher Gewalt verbessern. den Aufbau praktischer Fähigkeiten, wie z. B. Fallbewertung, Kommunikation und Weitervermittlung unterstützen. die Schulung evaluieren, um eine hohe Qualität sicherzustellen.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 16 → Umfragen zur Evaluation von Schulungen (für alle Bereiche gleich) • Je nach Bereich können weitere zusätzliche Materialien verfügbar sein. Die folgenden Module werden auf der Schulungsplattform angeboten: • Modul 1: Formen und Dynamiken häuslicher Gewalt • Modul 2: Indikatoren für häusliche Gewalt • Modul 3: Kommunikation in Fällen häuslicher Gewalt • Modul 4 (Polizei): Polizeiliche Ermittlungen und Gerichtsverfahren • Modul 4 (Gesundheitswesen): Medizinische Begutachtung und Beweissicherung • Modul 4 (Sozialwesen): Unterstützungsangebote des sozialen Sektors • Modul 4 (Rechtswesen): Gerichtliche Ermittlungen und Schutz der Betroffenen • Modul 5: Risikobewertung und Verbesserung der Sicherheit • Modul 6: Internationale Standards und rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland • Modul 7: Prinzipien interorganisationaler Zusammenarbeit und Risikoanalyse bei Fällen häuslicher Gewalt in multiprofessionellen Teams • Modul 8: Stereotype und unbewusste Vorurteile • Modul 9: Selbstfürsorge Tabelle 3 enthält eine Liste aller zehn Module mit Hyperlinks für die verschiedenen Berufsbereiche sowie die Abschnitte mit den Schulungsmaterialien. Alle Module sind durch Querverweise miteinander verbunden. Innerhalb der Module gibt es außerdem Hyperlinks, die eine einfache Navigation und eine vertiefte Auseinandersetzung mit bestimmten Themen ermöglichen. Die modulare Struktur der Schulungsplattform ermöglicht es den Trainer:innen, spezifische Ziele für eine Schulung auszuwählen, indem sie entweder die entsprechenden Teile verschiedener Module oder ein einzelnes Modul verwenden. Auf diese Weise kann die Schulung an die Wissensoder Kompetenzlücken und Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen angepasst werden, wie z. B. Polizeibeamt:innen, Allgemeinmediziner:innen oder Lehrkräfte. Darüber hinaus können die Trainer:innen die Inhalte und Übungen aus den Modulen an ihren eigenen Schulungsstil und ihre Bedürfnisse anpassen. Tabelle 3: Sektoren und verfügbare Module mit Links Sektor Verfügbare Module mit Links Polizei • Modul 1: Formen und Dynamiken häuslicher Gewalt • Modul 2: Indikatoren für häusliche Gewalt • Modul 3: Kommunikation in Fällen von häuslicher Gewalt • Modul 4: Polizeiliche Ermittlungen und Gerichtsverfahren • Modul 5: Risikobewertung und Sicherheitsplanung • Modul 6: Internationale Standards und gesetzliche Rahmenbedingungen in Österreich
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 17 • Modul 7: Prinzipien organisationsübergreifender Zusammenarbeit bei Fällen häuslicher Gewalt • Modul 8: Stereotype und unbewusste Vorurteile • Modul 9: Selbstfürsorge • Daten und Statistiken • Schulungsmaterialien der Module • Archiv der Schulungsmaterialien Gesundheitsbereich • Modul 1: Formen und Dynamiken häuslicher Gewalt • Modul 2: Indikatoren für häusliche Gewalt • Modul 3: Kommunikation in Fällen häuslicher Gewalt • Modul 4: Medizinische Beurteilung und Beweissicherung • Modul 5: Risikobewertung und Verbesserung der Sicherheit • Modul 6: Internationale Standards und gesetzliche Rahmenbedingungen in Österreich • Modul 7: Prinzipien organisationsübergreifender Zusammenarbeit und die Rolle des Gesundheitssektors • Modul 8: Stereotype und unbewusste Vorurteile • Modul 9: Selbstfürsorge • Daten und Statistiken • Schulungsmaterialien der Module • Archiv der Schulungsmaterialien Sozialbereich • Modul 1: Formen und Dynamiken häuslicher Gewalt • Modul 2: Indikatoren für häusliche Gewalt • Modul 3: Kommunikation in Fällen häuslicher Gewalt • Modul 4: Unterstützungsangebote des sozialen Sektors • Modul 5: Risikobewertung und Sicherheitsplanung • Modul 6: Internationale Standards und gesetzliche Rahmenbedingungen in Österreich • Modul 7: Prinzipien organisationsübergreifender Zusammenarbeit in Fällen häuslicher Gewalt • Modul 8: Stereotype und unbewusste Vorurteile • Modul 9: Selbstfürsorge • • Daten und Statistiken • Schulungsmaterialien der Module • Archiv der Schulungsmaterialien
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 18 Justiz • Modul 1: Formen und Dynamiken häuslicher Gewalt • Modul 2: Indikatoren für häusliche Gewalt • Modul 3: Kommunikation in Fällen von häuslicher Gewalt • Modul 4: Zugang zum Rechtsweg • Modul 5: Risikobewertung und Sicherheitsplanung • Modul 6: Internationale Standards und gesetzliche Rahmenbedingungen in Österreich • Modul 7: Prinzipien organisationsübergreifender Zusammenarbeit bei Fällen häuslicher Gewalt • Modul 8: Stereotype und unbewusste Vorurteile • Modul 9: Selbstfürsorge • Daten und Statistiken • Schulungsmaterialien der Module • Archiv der Schulungsmaterialien 3.2 Ausrichtung auf spezifische Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen Die Schulungsmaterialien sind auf das Wissen, die Einstellungen (einschließlich Motivation und Werte) und das Verhalten (einschließlich Fähigkeiten, Kapazitäten und Kompetenzen) der Fachkräfte zugeschnitten. Dies ist sowohl in den einzelnen Schulungskonzepten als auch im Gesamtkonzept der IMPROVE-Schulungsplattform klar vorgesehen. Wissen: • Förderung des Verständnisses für die Dynamik häuslicher Gewalt, einschließlich der verschiedenen Formen, die sie annehmen kann (körperliche, psychische, sexuelle, finanzielle Gewalt usw.). Modul 1 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) • Vertiefung der Kenntnisse über den rechtlichen Rahmen und die Rechte der Betroffenen sowie ggf. über die Pflichten von Fachkräften bei der Meldung und Intervention bei häuslicher Gewalt. Modul 6 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) • Sensibilisierung für die verfügbaren Unterstützungssysteme und Ressourcen für Betroffene, einschließlich Frauenhäuser, Beratungsstellen und Rechtsberatung. Modul 4 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) Einstellungen: • Förderung von Empathie und Sensibilität gegenüber Betroffenen, Anerkennung der psychologischen Auswirkungen häuslicher Gewalt. Modul 3 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) • Stereotype und falsche Vorstellungen über häusliche Gewalt, wie z. B. die Schuldzuweisung an die Betroffene, hinterfragen. Modul 8 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz)
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 19 • Förderung eines opferzentrierten Ansatzes, der die Sicherheit und das Wohlergehen der Betroffenen (alle Module), aber auch das Wohlergehen der Ersthelfenden und Fachkräfte (Selbstfürsorge) bei der Arbeit mit Betroffenen häuslicher Gewalt in den Vordergrund stellt. Modul 9 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) Verhaltensweisen: • Entwicklung praktischer Fähigkeiten zur Erkennung und Reaktion auf Anzeichen häuslicher Gewalt Modul 2 (Polizei, medizinischer Bereich, sozialer Bereich, Justiz) • und zur Risikoeinschätzung. Modul 5 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten im Umgang mit Betroffenen (sich gehört und unterstützt fühlen). Modul 3 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) • Umsetzung bewährter Verfahren für die Beweissicherung/Dokumentation in Fällen häuslicher Gewalt. Modul 4 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) • Stärkung der behördenübergreifenden Zusammenarbeit. Modul 7 (Polizei, medizinischer Sektor, sozialer Sektor, Justiz) 4. Methodische Ansätze Die Schulungsplattform umfasst verschiedene didaktische Ansätze, von theoretischen Erläuterungen bis hin zu praxisorientierten Übungen. Ziel ist es, interaktives Lernen zu ermöglichen. Bei der Entwicklung der Schulung wurde großer Wert darauf gelegt, so viele Informationen wie möglich einzubeziehen. Auf europäischer Ebene war es jedoch nicht immer möglich, neben den umfassenden Textinhalten auch geeignetes Zusatzmaterial für die spezifischen nationalen Kontexte bereitzustellen. Wir empfehlen Ihnen daher, bei Bedarf zusätzliche Informationen und Materialien bereitzustellen, die für die jeweilige Zielgruppe der Schulung und den regionalen/nationalen Kontext relevant sind. Die meisten Module sind so strukturiert, dass zu Beginn die Inhalte präsentiert werden, gefolgt von Möglichkeiten zur Reflexion und Diskussion. Die Einbeziehung der Erfahrungen und Wahrnehmungen der Schulungsteilnehmenden, insbesondere in Bezug auf die Fallstudien, fördert eine interaktive Lernatmosphäre. 4.1 Häusliche Gewalt als Unterrichtsthema Häusliche Gewalt kann ein schwieriges Thema sein, da es sich um ein sensibles und emotional belastendes Thema handelt. Daher können verschiedene Situationen, Themen oder Gruppendynamiken die Qualität der Schulung und das Wohlbefinden der Teilnehmenden beeinflussen. Einige dieser Einflussfaktoren und Ideen für den Umgang mit solchen Situationen sind unten aufgeführt.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 20 Sichere und unterstützende Lernumgebung Die Schaffung einer sicheren und unterstützenden Lernumgebung ist eine der wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen in der Gruppenarbeit und eine wichtige Voraussetzung für eine Schulung zum Thema häusliche Gewalt. Empathie, Offenheit und die Fähigkeit, Erfahrungen auszutauschen, sind wichtige soziale Kompetenzen, die es zu fördern gilt. Die Teilnehmenden sollten ermutigt werden, ihre Meinung offen zu äußern und sich an Gruppenübungen zu beteiligen. Die Rolle der Trainer:innen besteht darin, die Interaktion zwischen den Teilnehmenden zu fördern, um die zuvor beschriebenen Ziele zu erreichen und ein konstruktives Umfeld zu schaffen. Zu einer effektiven Gruppenarbeit gehört, dass sich alle aktiv einbringen. Darüber hinaus sind gute Kommunikationsfähigkeiten erforderlich, wie z. B. aktives Zuhören, klärende Fragen stellen, Ich-Aussagen verwenden, sinnvolle Beiträge leisten, die Meinungen anderer respektieren und respektvolle Antworten geben. Anhang 7.1 fasst zusammen, wie eine sichere Schulungsumgebung gewährleistet werden kann. Teilnehmende als Betroffene, Zeug:innen oder Täter:innen von Gewalt Für Trainer:innen ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass einige der Teilnehmenden selbst Betroffene, Zeug:innen oder Täter:innen häuslicher Gewalt sein können. Für solche Teilnehmenden können einige der im Training behandelten Themen besonders belastend sein, weshalb es für Trainer:innen unerlässlich ist, auf solche Situationen vorbereitet zu sein. In jedem Fall sollte eine respektvolle und nicht abwertende Sprache verwendet werden. Es muss jedoch eine klare Haltung gegen Gewalt eingenommen werden. Als goldene Regel gilt, dass eine Störung des Lernprozesses thematisiert werden sollte. Zu Beginn einer Schulung ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass häusliche Gewalt ein sensibles Thema ist, das jede:n betreffen kann. Sie könnten vorschlagen, dass die Teilnehmenden Sie nach der Schulung und/oder in den Pausen jederzeit unter vier Augen kontaktieren oder den Kurs ohne weitere Erklärung verlassen können. Ein Gespräch kann vor der Schulung, in der Pause oder nach Ende der Schulung stattfinden. Die/der Trainer:in sollte mit der jeweiligen teilnehmenden Person besprechen, ob sie/er unter den gegebenen Umständen lieber weitermachen, pausieren oder die Schulung verlassen möchte. Das Thema häusliche Gewalt kann bei den Teilnehmenden auch Ängste oder Widerstände hervorrufen, die sich während des Kurses in Kritik oder anderen Äußerungen der Ablehnung äußern können. In diesem Fall könnte eine mögliche Strategie darin bestehen, die Übung noch einmal zusammenzufassen, die wichtigsten Punkte der Diskussion noch einmal hervorzuheben, die Gruppe nach ihrer Meinung zu fragen oder die gesamte Gruppe/die ablehnende Person an die Gruppenregeln zu erinnern. Es kann auch hilfreich sein, den Widerstand anzuerkennen und freundlich darauf einzugehen. Wenn es im Kurs zu keiner Lösung kommt, sollte man in einer Pause das Gespräch suchen. Stereotype und unbewusste Vorurteile im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt Die Trainingsinhalte sind so konzipiert, dass sie die Teilnehmenden dazu anregen, über häusliche Gewalt nachzudenken und zu sprechen. Zentrale Themen in diesem Zusammenhang sind die Vorstellung von Gewalt durch die Teilnehmenden sowie ihre Einstellung dazu. Im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt können Stereotype und Vorurteile eine wichtige Rolle dabei spielen, wie Einzelpersonen Betroffene und Täter:innen häusliche Gewalt wahrnehmen und wie sie auf Gewalttaten reagieren. Stereotype und unbewusste Vorurteile im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt können Folgendes umfassen:
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 21 • Betroffene für die erlebte Gewalt verantwortlich machen, hinterfragen, ob Betroffene durch das eigene Verhalten die Gewalt verursacht hat, oder fragen, warum der/die Betroffene die gewalttätige Situation nicht einfach verlassen hat. • Die Annahme, dass Männer oder ältere Menschen nicht Betroffene häuslicher Gewalt sein können oder dass bestimmte kulturelle oder religiöse Gruppen häusliche Gewalt dulden oder sogar fördern. • Betroffenen nicht zu glauben, weil sie eine Behinderung oder Beeinträchtigung haben. • Die Erwartung, dass häusliche Gewalt durch Ausnahmesituationen wie Alkoholmissbrauch oder Eifersucht verursacht wird. • Die Annahme, dass Täter:innen immer aggressiv und unhöflich sind, obwohl sie in Wirklichkeit auch nett und freundlich wirken können. • Sich auf die Bestrafung der Täter:innen zu konzentrieren und dabei die Bedürfnisse und die Situation der Betroffenen außer Acht zu lassen. • Anzunehmen, dass eine Trennung/Scheidung allein eine sichere Lösung ist, um die Gewalt zu beenden. • Zu glauben, dass häusliche Gewalt in ihrem Berufsfeld, in ihrem Umfeld nicht vorkommt oder dass es nicht ihre Aufgabe ist, sich damit zu befassen. Diese Stereotypen und Vorurteile können schwerwiegende Folgen für Betroffene häuslicher Gewalt haben, da sie verhindern, Hilfe zu suchen oder als Betroffene ernst genommen zu werden, und somit eine Eskalation der Gewalt oder sogar eine Gefährdung ihres Lebens zur Folge haben können. Das Selbstlern-Training (→ Modul 8 (Polizei, medizinischer Bereich, sozialer Bereich, Justiz) regt Trainer:innen und Teilnehmende dazu an, über die Stereotypen und Vorurteile nachzudenken, die möglicherweise ihren eigenen Wahrnehmungen, Ansichten, Einstellungen und Reaktionen zugrunde liegen. Berufsgeheimnis und Datenschutz Wenn Sie eigene Fälle verwenden, muss klar sein, dass echte Namen und Details zu einzelnen Fällen vermieden werden müssen. Alle von den Teilnehmenden preisgegebenen Informationen dürfen die Schulung nicht verlassen, da die Themen sensibel sind und strenge Vertraulichkeit erfordern. 4.2 Schulungsanforderungen Langfristiges Ziel ist es, dass die Lerninhalte nicht nur verstanden, sondern auch fest verankert, verinnerlicht, nachhaltig erinnert und so praktikabel sind, dass sie in der Praxis anwendbar sind. Daher sind die Schulungsinhalte so konzipiert, dass sie interaktives Arbeiten vor allem in Gruppen (Module 1–7), aber auch im Selbststudium (Module 8, 9) ermöglichen. Gruppenformate fördern idealerweise interaktive und vertiefende Lernerfahrungen, bei denen die Teilnehmende miteinander in Kontakt treten können, während Selbstlernmodule es den Teilnehmenden ermöglichen, in ihrem eigenen Tempo und entsprechend ihrer eigenen Interessen zu arbeiten.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 22 Die Zugänglichkeit von Schulungen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor: Webinare und hybride Formate können für diejenigen, die nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können, zugänglichere und bequemere Schulungsmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus können Schulungsplattformen wie die IMPROVE-Schulungsplattform sowohl für Lernende als auch für Trainer:innen als kognitive Landkarten dienen. Sie ermöglichen selbstgesteuertes Lernen im individuellen Tempo, sodass die Teilnehmenden Themen wiederholen und bei Bedarf auf Ressourcen zugreifen können. Gleichzeitig können Trainer:innen die Plattform nutzen, um sich zu orientieren, potenzielle Wissenslücken in Bezug auf bestimmte Themen zu identifizieren und eine Vielzahl didaktischer Methoden zu erkunden, die sie möglicherweise übersehen haben. Bei der Planung einer Schulung zum Thema häusliche Gewalt müssen hinsichtlich der Inhalte mehrere Anforderungen berücksichtigt werden, um eine effektive und sichere Lernumgebung sowie einen maßgeschneiderten Ansatz zu gewährleisten, der den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Zielgruppen gerecht wird. Genauigkeit: Die Schulung sollte genaue und aktuelle Informationen über die Dynamik häuslicher Gewalt vermitteln, einschließlich ihrer verschiedenen Formen, ihrer Auswirkungen auf die Betroffenen und ihrer Kinder sowie der rechtlichen und sozialen Anlaufstellen, die ihnen unterstützend zur Verfügung stehen. Sensibilität: Die Schulung sollte auf (trauma-)sensible und respektvolle Weise durchgeführt werden. Stigmatisierende Sprache sollte vermieden und die unterschiedlichen Hintergründe und Kulturen der von häuslicher Gewalt Betroffenen sollten respektiert werden. Anwendbarkeit: Die Schulung sollte für den spezifischen Kontext und die Bedürfnisse der Teilnehmenden relevant und anwendbar sein, unabhängig davon, ob es sich um Führungskräfte, Praktiker:innen oder Studierende handelt. Praktikabilität: Die Schulung sollte praxisorientiert sein und Strategien für den Umgang mit Fällen häuslicher Gewalt vermitteln, darunter das Erkennen von Anzeichen und Symptomen, die Bereitstellung von Unterstützung und Vermittlung sowie die Entwicklung von Sicherheitsplänen für Betroffene. Evaluation: Die Schulung sollte regelmäßig evaluiert werden, um sicherzustellen, dass die jeweiligen Ziele erreicht werden und sie von den Teilnehmenden als bereichernd empfunden wird. Das Feedback der Teilnehmenden sollte in zukünftige Schulungen einfließen, um die Qualität und Wirksamkeit der Schulung kontinuierlich zu verbessern. 4.3 Schulungsformate und Methoden Schulungsformate beziehen sich auf die verschiedenen Arten, wie Schulungsinhalte vermittelt oder erlebt werden können. Die Trainer:innen können aus verschiedenen Formaten wählen, um die Teilnehmenden bestmöglich dabei zu unterstützen, auf die Inhalte zuzugreifen, das Thema zu erkunden, wichtige Punkte zu verstehen und ihre eigenen Reaktionen zu entwickeln. Am häufigsten werden im Zusammenhang mit der Vermittlung von Wissen über häusliche Gewalt Schulungen, Workshops,
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 23 Seminare und Vorträge eingesetzt (siehe Tabelle 4 unten für einen Überblick über die Hauptmerkmale dieser Formate, Beispiele und Anforderungen). In Anhang 7.2 sind die Vorteile, Anwendungsbereiche und Anforderungen der verschiedenen Schulungsmethoden zusammengefasst, die für Schulungen zum Thema häusliche Gewalt verwendet werden können. Die Schulungsformate sollten mit dem eigenen Schulungsstil, den Bedürfnissen der Teilnehmenden und den Zielen der Schulung übereinstimmen, beispielsweise um bestimmte Einstellungen, Kompetenzen, Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln. Für alle Schulungsformate sollte zunächst Folgendes definiert werden: • Welche Themen möchten Sie behandeln? • Wie viel Zeit steht zur Verfügung? • Was sollen die Teilnehmenden lernen? Tabelle 4: Typische Schulungsformate mit ihren Hauptmerkmalen, Beispielen und Anforderungen. Schulungsformat Beispiel Anforderungen Schulungen Ein strukturierter, praxisorientierter Lernprozess, der darauf abzielt, Verhaltensweisen zu ändern und bestimmte Fähigkeiten zu verbessern. Eine Schulung zum Thema traumainformierte Versorgung für Fachkräfte, in der ihnen spezifische Techniken für den Umgang mit Betroffenen häuslicher Gewalt vermittelt und geübt werden. • Erfordert eine Schulung zur Durchführung von Trainings, insbesondere Kenntnisse über eine Vielzahl von Methoden • Erfordert Kenntnisse über die praktische Welt der Teilnehmenden sowie über den theoretischen Rahmen der Schulungsinhalte. Workshops Eine kooperative Sitzung, in der mithilfe einer Moderation eine Gruppe dabei angeleitet wird, gemeinsam eine Lösung oder einen Ansatz für ein Problem zu entwickeln. Ein Workshop für Studierende zur Erstellung eines Plans für die Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung für häusliche Gewalt. Ein multiprofessioneller Workshop für Praktiker:innen, um eine gemeinsame Grundlage für die Zusammenarbeit zu schaffen. • Erfordert eine Schulung zur Moderation von Gruppenprozessen und zur Präsentation der Ergebnisse • Erfordert Kenntnisse über den Rahmen/Hintergrund des spezifischen Kontexts, für den eine Lösung erarbeitet werden soll
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 24 Seminare Ein formelleres Format unter Anleitung, bei dem verschiedene interaktive Methoden zum Einsatz kommen, um Lernziele zu erreichen, die häufig durch eine abschließende Bewertung überprüft werden. Ein Seminar über die psychologischen Auswirkungen häuslicher Gewalt, in dem ein Überblick über Forschungsergebnisse gegeben und diskutiert wird. • Erfordert wissenschaftliche Kenntnisse, didaktische Qualifikationen und idealerweise praktische Einblicke. Vorlesungen Eine formelle Lernmethode, bei der ein:e Expert:in vor einer großen Gruppe einen Vortrag hält, um in erster Linie grundlegendes Wissen und Hintergrundinformationen zu vermitteln. Eine Vorlesung über die rechtlichen Rahmenbedingungen für Interventionen bei häuslicher Gewalt, einschließlich Fallstudien und Debatten. • Erfordert hohe Fachkenntnisse zum Thema • Erfordert inspirierende Redner:innen und idealerweise visuelle Hilfsmittel, um die Aufmerksamkeit der Lernenden zu unterstützen. • Erfordert didaktisches Wissen in Bezug auf aktivierende Lehrmethoden für große Gruppen Tabelle 5 beschreibt verschiedene Schulungsformate mit ihren Vorund Nachteilen, um den Teilnehmenden zu helfen, neue Informationen zu gewinnen, Einstellungen zu reflektieren und Fähigkeiten zu üben. Tabelle 5: Schulungsformate mit ihren Vorund Nachteilen. Schulungsformat Vorteile Nachteile Workshops • Hohe Interaktivität und Beteiligung • Fördert neue/praktische Lösungen für spezifische Probleme • Verbessert die Zusammenarbeit • Schafft Gruppenzugehörigkeit • Möglicherweise fehlt eine vertiefte Auseinandersetzung mit theoretischem Wissen • Ergebnisse können je nach Gruppendynamik variieren Seminare • Gekennzeichnet durch strukturiertes und organisiertes Lernen • Breites Spektrum an interaktiven didaktischen Methoden • Teilnehmende können unterschiedlich engagiert sein • Kann weniger auf die unmittelbare, praktische
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 25 • Bietet eine gute theoretische Grundlage • Fördert Verständnis und Empathie Anwendung ausgerichtet sein Vorlesungen • Einfach zu organisieren • Kostengünstig für große Gruppen • Effiziente Methode, um eine große Menge an Informationen zu vermitteln/eine solide theoretische Grundlage zu schaffen • Schwierig an individuelle Lernbedürfnisse anzupassen • Geringe Interaktion kann die Reflexion über den Inhalt beeinträchtigen • Darüber hinaus kann passives Lernen die Motivation und die Lernkurve verringern • Weniger Fokus auf unmittelbare, praktische Anwendung Variationen des Schulungsformats Online-Formate (Schulung, Workshop, Seminar, Vortrag) • Zugänglichkeit • Interaktion und Austausch sind eingeschränkt • Schneller Missverständnisse • Mögliche technische Störungen Online-basiertes Selbststudium • Zugänglichkeit • Lernen im eigenen Tempo • Einfach zu aktualisieren • Keine Interaktion • Kein Austausch • Herausforderungen bei der (Selbst-) Einschätzung des Lernerfolges Multiprofessionelle Formate • Erweiterung der Perspektive • Toleranz, Empathie und Kommunikationsfähigkeiten fördern • Verbesserung der Zusammenarbeit • Praktische Erfahrungen vermitteln • Erfordert die Koordination mit mehreren Berufsgruppen • Kann den Fortschritt verlangsamen, da zunächst eine gemeinsame Basis (z. B. Problemlösung und Wissen) geschaffen werden muss Spezialisierte Schulungsformate (z. B. traumainformierte • Konzentriert sich auf spezialisierte Inhalte • Verbessert die Sensibilität • Erfordert möglicherweise (umfangreiche)
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 32 6. Weitere Schulungshandbücher Alle Bereiche: • Handbuch für Freunde und Familie (in englischer Sprache): Dies ist ein Handbuch für Freunde, Familienmitglieder, Nachbarn und Kollegen von Betroffenen/Überlebenden häuslicher Gewalt. Das Handbuch für Freunde und Familie bietet praktische Unterstützung und Informationen für alle, die sich um jemanden in ihrem Umfeld sorgen: https://www.womensaid.org.uk/information-support/friends-andfamily/ Medizinischer Bereich: • Auf den medizinischen Bereich zugeschnittenes pädagogisches VIPROMSchulungshandbuch: https://viprom-cerv.eu/wp-content/uploads/2024/07/TTTHandbook_AT_Adaption.pdf • ICC VIPROM-Handbuch (in englischer Sprache): Interkulturelle Kompetenz für Trainer:innen im Bereich häusliche Gewalt: Ein praktisches Handbuch, das im Rahmen des VIPROM-Projekts entwickelt wurde. Verbessern Sie Ihren Trainingsansatz mit Einblicken in interkulturelle Sensibilität und integrative Praktiken. Laden Sie das Handbuch hier herunter: https://eplus.unisalzburg.at/obvusboa/download/pdf/11689053
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 33 7. Anhänge Anhang 7.1 Wie man eine sichere Umgebung für Schulungen schafft Die folgenden Gruppenregeln sollen eine sichere, respektvolle und effektive Lernumgebung schaffen, wenn das hochsensible Thema häusliche Gewalt behandelt wird. Die Trainer:innen können die Regeln auswählen, die sie für ihren spezifischen Schulungskontext relevant finden, und sie an die jeweilige Gruppe anpassen oder die Gruppe darüber abstimmen lassen, welche Regeln für sie am wichtigsten sind und zu deren Einhaltung sie sich verpflichten möchte. Vertraulichkeit ist unerlässlich und nicht verhandelbar. Was in der Gruppe besprochen wird, bleibt auch in der Gruppe. Dies ist entscheidend, um Vertrauen und Offenheit zu gewährleisten. Hören Sie aktiv zu und erkennen Sie die Perspektiven anderer an. Hören Sie aufmerksam zu, ohne zu unterbrechen, zeigen Sie mit nonverbalen Signalen Ihr Verständnis und geben Sie das Gehörte gegebenenfalls wieder. Respektieren Sie unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen. Erkennen Sie daran, dass jede:r Teilnehmende einen anderen Hintergrund haben und aufgrund seiner Erfahrungen unterschiedliche Ansichten vertreten kann. Achten Sie auf Trigger. Die Inhalte, die Sie teilen, können für andere emotional belastend sein. Wenn Sie davon ausgehen, dass dies der Fall sein könnte, fassen Sie zunächst kurz zusammen, was Sie mitteilen möchten, damit andere entscheiden können, ob die Inhalte geteilt werden müssen und sollten. Selbstfürsorge ist in Fällen von häuslicher Gewalt sehr wichtig. Das Selbstlernmodul 9 auf der Schulungsplattform bietet Ihnen Informationen dazu (Polizei, Gesundheitswesen, Sozialwesen und Justiz). Vermeiden Sie wertende Sprache. Verwenden Sie neutrale und respektvolle Worte, wenn Sie über sensible Themen sprechen, auch wenn Sie anderer Meinung sind. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen. Verwenden Sie „Ich“-Aussagen – sprechen Sie aus Ihrer persönlichen Erfahrung, anstatt Verallgemeinerungen über andere zu treffen. Geben Sie jedem die Möglichkeit, sich zu äußern. Geben Sie jeder Person die Möglichkeit, ihre Gedanken mitzuteilen, und vermeiden Sie es, das Gespräch zu dominieren. Behalten Sie einen professionellen Fokus bei. Halten Sie die Diskussionen bei für den Schulungsinhalt relevanten Themen. Halten Sie sich an die Zeitvorgaben während der Diskussionen.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 34 Halten Sie sich an die vorgegebene Zeit, damit jede:r die Möglichkeit hat, sich einzubringen. Fördern Sie eine Atmosphäre der Zusammenarbeit und des Respekts. Ermutigen Sie sich gegenseitig, teilen Sie Ressourcen und gehen Sie Diskussionen mit Teamgeist an. Seien Sie sich der möglichen emotionalen Auswirkungen bewusst, die die Themen auf Sie persönlich haben können. Pausen sind erlaubt. Wenn Sie kurz hinausgehen müssen, tun Sie dies bitte leise und kehren Sie zurück, wenn Sie bereit sind. Geben Sie ein Zeichen, wenn eine Pause erforderlich ist. Signalisieren Sie, wenn eine Pause Ihren Lernprozess unterstützt. Halten Sie sich an die Pünktlichkeit. Kehren Sie pünktlich aus den Pausen zurück, um den Rhythmus der Gruppe zu unterstützen. Verwenden Sie mobile Geräte nur, wenn dies für die Schulung relevant ist. Stellen Sie Ihr Telefon auf lautlos und legen Sie es idealerweise komplett aus Ihrem Aufmerksamkeitsbereich weg.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 35 Anhang 7.2 Vorteile, Anwendungsbereiche und Anforderungen verschiedener Schulungsmethoden Dieser Anhang fasst die Vorteile, Anwendungen und Anforderungen der verschiedenen Schulungsmethoden zusammen, die für Schulungen zum Thema häusliche Gewalt verwendet werden können. Diese Liste kann auch von der Schulungsplattform heruntergeladen werden und ist für alle Bereiche (Polizei, Medizinsektor, Sozialsektor, Justizsektor) identisch. Schulungsmetho de Vorteile Anwendungen Anforderungen Brainstorming • Kreative und anregende Methode, um verschiedene Standpunkte zu einem bestimmten Thema zu sammeln • Die Teilnehmende n werden gebeten, ihre Assoziationen und Antworten zu einer bestimmten Frage oder einem bestimmten Konzept einzubringen • Zunächst werden diese nur von den Trainer:innen notiert, ohne sie zu diskutieren • Nach dem Sammelprozes s beginnt die Gruppe, das Gesammelte gemeinsam zu analysieren, zu strukturieren und zu diskutieren • Je nach Frage oder Problem können bereits fünf bis zehn Minuten ausreichend sein • Lösungen dokumentieren, z. B. auf Moderationskar ten oder Flipcharts, um die Diskussion zu unterstützen Diskussionen • Wichtige Methode des interaktiven und partizipativen Lernens • Schaffung der Möglichkeit, eine Vielzahl von Perspektiven, Erfahrungen und • Fragen sind sowohl für das Selbststudium als auch für die Gruppenarbeit konzipiert • Vor der Schulung sollten die • Planen Sie genügend Zeit für Reflexionen ein. • Als Trainer:in müssen Sie flexibel sein und spontan auf Themen
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 36 Strategien einzubeziehen • Erhöht die praktische Relevanz der Schulung Fragen sinnvoll zusammengest ellt werden • Entscheiden Sie, ob Fragen angepasst oder ergänzt werden müssen, um den beabsichtigten Lernprozess mit der spezifischen Zielgruppe zu erreichen. • Überlegen Sie sich im Voraus mögliche Antworten der Teilnehmende n, um die wichtigen Punkte, die in der Schulung diskutiert werden sollen, einzubeziehen (auch wenn sie nicht in der Diskussion zur Sprache kommen). und Informationen reagieren können. Gruppenarbeit • Kann dazu beitragen, mehr Teilnehmende aktiv einzubeziehen • Bietet Raum für diejenigen, die nicht gerne in größeren Gruppen sprechen • Beiträge der Lernenden, wie Präsentationen, Poster und Diskussionen, bieten Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme und tragen zur • Je nach Teilnehmende n und behandelten Themen können die Gruppen entweder alleine arbeiten oder von Ihnen als Trainer:in unterstützt werden. • Die Gruppen können gebeten • Ihre Aufgabe als Trainer:in besteht dann darin, dafür zu sorgen, dass die Zeit nicht überschritten wird. • Bei Fragen oder Problemen helfen
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 37 Vertiefung des Lernens bei werden, eine:n Sprecher:in zu benennen, der anschließend die Ergebnisse der Gruppenarbeit vorstellt. Fallstudien • Kombinieren Sie zwei Methoden: die Fallanalyse selbst und die Diskussion darüber. • Förderung von kritischem Denken und Problemlösungsfähigk eiten • Entscheidungen oder Bewertungen treffen und Lösungen auf der Grundlage der verfügbaren Informationen entwickeln • Helfen den Teilnehmenden, neue Informationen in die Praxis umzusetzen • Die Teilnehmende n können spezifische Fragen ausarbeiten, um weitere Informationen zu erhalten. • Die Teilnehmende n können wichtige Entscheidunge n oder Abwägungen identifizieren, die getroffen werden müssen. • Fallstudien können auch in Gruppenarbeit en oder Rollenspielen verwendet werden • Effektive Fälle basieren in der Regel auf realistischen Szenarien • Im Idealfall komplexe, unstrukturierte Probleme darstellen, die möglicherweise triviale oder irrelevante Informationen enthalten • Enthalten oft nicht alle Informationen, die ein:e Praktiker:in benötigen würde Rollenspiel • Aktive Lernmethode • Ermöglicht es den Teilnehmenden, realistische Situationen zu erkunden, indem sie mit anderen Teilnehmenden in einer sicheren Umgebung interagieren • Die Teilnehmende können spezifische Anweisungen erhalten, wie sie sich verhalten oder was sie sagen sollen • Eine sichere Umgebung, in der die Teilnehmenden ihre Rolle ausfüllen können • Rollenspiele benötigen Zeit (mindestens
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 38 • Bietet die Möglichkeit, Situationen aus anderen Perspektiven zu lernen und wahrzunehmen • Kann zur Entwicklung beruflicher Fähigkeiten und zur Übertragung des Gelernten in die Praxis genutzt werden • Die Teilnehmende können aufgefordert werden, entsprechend den Anforderungen der Übung auf ihre eigene Weise zu handeln und zu reagieren. • Sie können Rollen tauschen und das Gegenüber in einem Gespräch oder einer Interaktion spielen • Nach dem Rollenspiel werden die Teilnehmende n gebeten, die Interaktionen zu reflektieren und zu diskutieren (z. B. alternative Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen). • Bei Bedarf kann das Rollenspiel wiederholt werden, wobei die Ergebnisse der Reflexion und der Diskussionen berücksichtigt werden. 20–30 Minuten) und müssen bei der Gestaltung des Kursprogramm s eingeplant werden.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 39 Anhang 7.3 Allgemeines Beispiel für ein Rollenspiel zur bereichsübergreifenden Zusammenarbeit Das Fallbeispiel kann je nach Zielgruppe angepasst werden. Ziele: Üben von traumainformierten, kooperativen Reaktionen, wenn ein Überlebender zögert, in einem Gerichtsverfahren auszusagen, insbesondere um eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Die Teilnehmer setzen sich mit beruflichen Verantwortlichkeiten, der Autonomie der Überlebenden und sektorübergreifender Unterstützung auseinander. Dauer: • Rollenspiel: 15–20 Minuten • Nachbesprechung: 20–30 Minuten TEILNEHMER (4 Rollen): 1. Überlebende – „Leila” 2. Rechtsbeistand / Sozialarbeiter am Gericht 3. Polizeibeamter für häusliche Gewalt 4. Staatsanwalt/Rechtsbeistand ÜBERSICHT ÜBER DAS SZENARIO Leila, 31, hat jahrelang psychische Gewalt, gelegentliche körperliche Gewalt und Stalking durch ihren Ex-Partner erdulden müssen, der kürzlich wieder vor ihrem Arbeitsplatz und ihrem Zuhause aufgetaucht ist. Sie hat Anzeige bei der Polizei erstattet, und die zuständige GiPBeamtin, die sich auf Gewalt in der Partnerschaft spezialisiert, hat sie ermutigt, eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Sie trifft sich mit einer Sozialarbeiterin, die Leila als psycho-soziale Prozessbegleitung beisteht, und der juristischen Prozessbegleitung, um das Verfahren einzuleiten. Als ihr jedoch mitgeteilt wird, dass sie möglicherweise vor Gericht aussagen muss, bekommt Leila Angst. Sie befürchtet Vergeltungsmaßnahmen, den Verlust des Sorgerechts für ihre Kinder und dass man ihr nicht glauben könnte. Sie beginnt, Zweifel zu äußern und erwägt, den Antrag zurückzuziehen. ROLLENBESCHREIBUNGEN Leila (Opfer häuslicher Gewalt) • Intelligent, vorsichtig, überfordert. • Hat zwei kleine Kinder. • Wurde emotional manipuliert, sodass sie glaubt, dass ihr niemand helfen wird. • Hat Angst vor Gericht und Vergeltung. • Unsicher, ob es das Risiko wert ist, die einstweilige Verfügung durchzusetzen. • Braucht Bestätigung, Sicherheitsplanung und Kontrolle über Entscheidungen. Psychosoziale Prozessbegleitung (SozialarbeiterIn) • Ausgebildet in traumainformierter Betreuung. • Ihre Aufgabe ist es, Leila emotional und praktisch zu unterstützen. • Sie möchten sie stärken, nicht unter Druck setzen.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 40 • Sie wissen, dass eine Aussage vor Gericht eine Herausforderung ist, aber Sie glauben, dass ihre Sicherheit davon abhängt, dass sie diesen Schritt geht. • Sie versuchen, Realismus und Hoffnung in Einklang zu bringen. GiP (Gewalt in der Partnerschaft)-Beamter der Polizei • Ist mit Leilas Fallgeschichte vertraut. • Glaubt, dass der Ex-Partner ein hohes Eskalationsrisiko darstellt. • Möchte Leila schützen, spricht jedoch möglicherweise in einer strengen, formellen Sprache. • Hat Zugang zu Beweismaterial wie Berichten über frühere Vorfälle, Fotos und Textnachrichten. • Darf Leilas Autonomie nicht außer Kraft setzen, auch wenn Sie mit ihrer Zurückhaltung nicht einverstanden sind. Staatsanwalt oder Rechtsbeistand • Erklärt, was rechtlich erforderlich ist, um eine einstweilige Verfügung zu erwirken. • Stellt klar, dass je nach Stärke des Falles möglicherweise eine Zeugenaussage erforderlich ist. • Wägt rechtliche Einschränkungen gegen eine opferzentrierte Interessenvertretung ab. • Sie müssen realistische Ergebnisse erklären, ohne Leila zu entmutigen. ABLAUF DES ROLLSPIELS (vorgeschlagene Struktur) Anfangsszene (alle Teilnehmer in einer gemeinsamen Besprechung) Rechtshilfebüro oder Vorbereitungsraum des Gerichts. Leila zeigt zunächst Bereitschaft, zieht sich dann aber zurück. Eskalation Leila hört, dass sie möglicherweise aussagen muss, und wird emotional. Sie äußert Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, dem Verlust des Sorgerechts und dass man ihr nicht glauben könnte. Reaktion der anderen Die Anwältin und die Polizei versuchen, sie zu beruhigen und ihre Selbstbestimmung zu unterstützen. Die Staatsanwältin erklärt ihr ihre Rechte und Optionen, einschließlich der Möglichkeit von Zeugenschutzmechanismen (z. B. Aussage per Video; bitte beachten Sie: Dies kann von Land zu Land unterschiedlich sein). Entscheidungspunkt Leila muss entscheiden, ob sie das Verfahren zur Erlangung einer einstweiligen Verfügung fortsetzen oder unterbrechen will. Andere Akteure müssen beide Entscheidungen ohne Zwang unterstützen. ANWEISUNGEN FÜR DEN MODERATOR Fragen Sie während oder nach dem Rollenspiel: • Wie haben die einzelnen Fachleute Unterstützung und Druck gegeneinander abgewogen? • Hat jemand Leila unterbrochen oder Vermutungen angestellt? • Welche sektorübergreifende Kommunikation hat das Vertrauen gefördert oder behindert? • Welche Hindernisse sind aufgetreten (rechtliche, emotionale, systemische)? • Welche Optionen, die keine Zeugenaussagen sind, können ihren Fall unterstützen?
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 41 • Wie können die Sektoren zusammenarbeiten, um Leilas Gefühl von Sicherheit und Kontrolle zu stärken? HINWEISE ZUR SICHERHEIT • Lassen Sie die Teilnehmer aus ihrer Rolle „aussteigen”, wenn sie sich unwohl fühlen. • Bieten Sie Erdungsübungen oder eine kurze Pause an, wenn die Emotionen hochkochen. • Erinnern Sie die Teilnehmer daran, dass das Ziel der Aufbau von Fähigkeiten ist, nicht eine perfekte Darbietung. TIPPS FÜR MODERATOREN • Verwenden Sie kurze Vorbesprechungen: Geben Sie jedem Teilnehmer eine Zusammenfassung der Charaktere. • Führen Sie nach jedem Szenario eine Nachbesprechung mit sektorspezifischen und gemeinsamen Reflexionen durch. • Wechseln Sie die Rollen zwischen den Sitzungen, damit die Teilnehmer verschiedene Perspektiven kennenlernen.
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 48 ☐ stimme voll und ganz zu ☐ stimme zu ☒ neutral ☐ stimme nicht zu ☐ Stimme überhaupt nicht zu 2.3 Ich habe weiterhin über meine eigenen Ansichten und möglichen Vorurteile in Bezug auf häusliche Gewalt nachgedacht. ☐ stimme voll und ganz zu ☐ stimme zu ☒ neutral ☐ stimme nicht zu ☐ stimme überhaupt nicht zu 2.4 Der Schulungsinhalt hat meine Herangehensweise an Herausforderungen in meiner Arbeit beeinflusst. ☐ stimme voll und ganz zu ☐ stimme zu ☒ neutral ☐ stimme nicht zu ☐ stimme überhaupt nicht zu 2.5 Die Schulungsinhalte, die für meine Arbeit am nützlichsten waren, sind 2.6 Das größte Hindernis für die Anwendung des Gelernten war: 3. Präsenz des Gelernten 3.1 Die wichtigste Erkenntnis oder das wichtigste Konzept, an das ich mich aus der Schulung noch erinnere, ist: 3.2 Seit der Schulung ist mein Bewusstsein für das Phänomen der häuslichen Gewalt: ☐ höher ☐ ungefähr gleich ☐ geringer 3.3 Seit der Schulung ist meine Fähigkeit, Betroffene häuslicher Gewalt zu unterstützen: ☐ höher ☐ etwa gleich ☐ geringer 3.4 Ich habe neue Fragen oder Themen, die ich gerne weiter vertiefen möchte: 3.5 Meine Gesamtbewertung der Schulung nach einiger Zeit ist ☐ sehr gut ☐ gut ☐ neutral ☐ schlecht ☐ sehr schlecht 3.6 Weitere Kommentare Danke, dass Sie an der Befragung teilgenommen haben. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Pädagogisches Handbuch für Trainer zum Thema häusliche Gewalt (Österreich) Grant Agreement No. 101074010 49 Anhang 7.5 Checkliste zur Vorbereitung auf die Schulung zum Thema häusliche Gewalt Ein Word-Dokument dieser Checkliste kann von unserer Schulungsplattform heruntergeladen werden. Kategorie Checklistenpunkt Erledigt Vorbereitung Trainer:in Mit den Unterrichtsmaterialien und -inhalten vertraut gemacht ☐ Bei Bedarf persönliche Notizen vorbereitet ☐ Ausreichende Vorbereitungszeit eingeplant ☐ Triggerwarnungen geplant ☐ Trainerteam über Eskalationsverfahren informiert ☐ Kontaktliste relevanter Hilfsorganisationen bereit ☐ Willkommens-E-Mail an die Teilnehmende verschickt (einschließlich Vorab-Umfrage) ☐ Ausrüstung und Materialien Zusätzliche Ressourcen (Bilder, Videos) vorbereitet ☐ Am Tag der Veranstaltung Laptop, Projektor und Internetverbindung überprüft ☐ Whiteboard, Flipchart und Marker verfügbar ☐ Schreibwaren (Klebstoffe, Stifte, farbiger Karton, Befestigungselemente) bereit ☐ Möbel für den Kurs angeordnet (z. B. Halbkreis oder Π) ☐ Schulungsbereich Ausreichend Platz für Gruppenarbeit und Rollenspiele (z. B. 35 m² für 12 Teilnehmende) ☐ Arbeitsaufgaben während der Abwesenheit abgedeckt ☐ Geeigneter Zeitpunkt (nicht während der Mittagspause usw.) ☐ Auflistung der Einrichtungsanforderungen (und wenn möglich Zuweisung an eine bestimmte Person) ☐ Am Tag selbst 1 Stunde vor Beginn zur Vorbereitung eintreffen ☐ Funktionsfähigkeit der Geräte testen ☐ Materialien organisiert und einsatzbereit ☐ Hilfsmittel (Helpline-Nummern, Handouts) sichtbar platzieren ☐ Bewertungsformular/-link vorbereitet ☐ Kontakt für technischen Support am Veranstaltungsort eingeholt ☐ Beleuchtung und Temperatur überprüft ☐ Pausenund Mittagessenarrangements bestätigt ☐ Ruhiger Raum oder Bereich für Auszeit der Teilnehmenden organisiert ☐ Toilettenanlagen ausfindig gemacht und überprüft ☐ Begrüßung und Empfang der Teilnehmende bei ihrer Ankunft ☐