scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

FIS/CRIS Metadaten für Forschungsdaten

Dullinger, Iwona; Ferus, Andreas; Feyertag, Karoline; Fürst, Elena; Härting, Barbara; Hikl, Anna-Laetitia; Krassnig, David; Schatzl-Miniberger, Clemens; Swoboda, Natalie

Abstract

Die akademische Bildungslandschaft in Österreich ist vielfältig, aber überschaubar: Sie umfasst 23 Universitäten, 21 Fachhochschulen, 17 Privatuniversitäten, 14 Pädagogische Hochschulen und 2 Privathochschulen. An diesen Einrichtungen kommen unterschiedliche Forschungsinformationssysteme FIS (bzw. Current Research Information Systems CRIS) zum Einsatz, um Forschungsleistungen zu dokumentieren und diverse Berichtspflichten zu erfüllen.Zahlreiche österreichische Hochschulen haben sich zum Netzwerk FIS/CRIS Austria zusammengeschlossen. Dieses bietet mit seinen mehrmals jährlich stattfindenden Treffen eine Plattform für den gegenseitigen Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Forschungsdokumentation sowie über unterschiedliche Anforderungen an FIS.Im Rahmen dieses Netzwerks hat sich eine Arbeitsgruppe (bestehend aus den Autor*innen dieses Dokuments) mit der standardisierten Erfassung und Abbildung von Forschungsdaten in FIS befasst, relevante Anwendungsfälle identifiziert und in der Folge eine Empfehlung für ein Minimalset an Metadaten erarbeitet.

Full text

1 FIS/CRIS Metadaten für Forschungsdaten Dokumentation des FIS/CRIS Metadatenstandards für die Abbildung von Forschungsdaten in Forschungsinformationssystemen in Österreich Version 1.0, DOI: 10.5281/zenodo.17747073, CC BY 4.0 Autor*innen: Dullinger, I.; Ferus, A.; Feyertag, K.; Fürst, E.; Härting, B.; Hikl, A. L.; Krassnig, D.; Schatzl-Miniberger, C.; Swoboda, N. • Einführung Die akademische Bildungslandschaft in Österreich ist vielfältig, aber überschaubar: Sie umfasst 23 Universitäten, 21 Fachhochschulen, 17 Privatuniversitäten, 14 Pädagogische Hochschulen und 2 Privathochschulen. An diesen Einrichtungen kommen unterschiedliche Forschungsinformationssysteme FIS (bzw. Current Research Information Systems CRIS) zum Einsatz, um Forschungsleistungen zu dokumentieren und diverse Berichtspflichten zu erfüllen. Zahlreiche österreichische Hochschulen haben sich zum Netzwerk FIS/CRIS Austria zusammengeschlossen. Dieses bietet mit seinen mehrmals jährlich stattfindenden Treffen eine Plattform für den gegenseitigen Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Forschungsdokumentation sowie über unterschiedliche Anforderungen an FIS. Im Rahmen dieses Netzwerks hat sich eine Arbeitsgruppe (bestehend aus den Autor*innen dieses Dokuments) mit der standardisierten Erfassung und Abbildung von Forschungsdaten in FIS befasst, relevante Anwendungsfälle identifiziert und in der Folge eine Empfehlung für ein Minimalset an Metadaten erarbeitet. • Anwendungsfälle Forschungsinformationssysteme dienen der Dokumentation von Forschungsleistungen wie Publikationen, Vorträgen und Projekten. Die Abbildung von Forschungsdaten mithilfe des vorliegenden Standards bezieht sich daher auf Forschungsdaten, die auf entsprechenden Publikationsund Archivierungsplattformen, wie z. B. Repositorien, veröffentlicht wurden. Sollte der Zugang zu den Ressourcen eingeschränkt sein, müssen dennoch zumindest die Metadaten auffindbar und frei zugänglich sein, sodass die Metadaten nachvollziehbar im Forschungsinformationssystem abgebildet werden können. Im Vorfeld zur Erstellung des FIS/CRIS Metadatenstandards für Forschungsdaten wurden die folgende Anwendungsfälle identifiziert: 2 1. Präsentation von Forschungsdaten in Forscher*innenprofilen auf Websites und Forschungsportalen 2. Bedarfsanalysen für den Aufbau und die (Weiter-)Entwicklung von Services im Bereich Forschungsdatenmanagement 3. Monitoring und Evaluierung von Forschungsleistungen und Praktiken im Forschungsdatenmanagement Mithilfe des vorliegenden Metadatenstandards können alle drei Anwendungsfälle bedient werden. Jedoch muss festgehalten werden, dass es sich lediglich um ein Minimalset an Metadatenfeldern handelt, das bei Bedarf individuell erweitert werden kann. Dieses standardisierte Minimalset ermöglicht eine österreichweit einheitliche Erfassung und Darstellung von Forschungsdaten und die damit einhergehende Option des automatisierten Datenaustauschs. Das Feld ResourceType erlaubt in diesem Standard nur einen Typ, nämlich „Dataset“ und ist dem Standard vorangestellt, um die Einschränkung auf Forschungsdaten zu verdeutlichen. • Orientierung am DataCite-Standard Das DataCite Metadata Schema ist ein bewährter Standard zur Erfassung von Metadaten. Die hier dargestellte Empfehlung wurde in Anlehnung an die aktuelle Fassung „DataCite Metadata Schema 4.61“ erstellt. Es gibt begründete Abweichungen von diesem Schema, vor allem sei hier das Feld 1 ResourceType (M) genannt. Dieses Feld ist in DataCite das Feld 10 (siehe Mapping) und wurde aufgrund des Usus in der manuellen Datenerfassung in FIS/CRIS-Systemen, immer beginnend mit dem Typ, an die erste Stelle gestellt. Generell ist die Auseinandersetzung mit dem DataCite Metadata Schema als Standard sinnvoll – weitere Felder und Unterfelder können implementiert werden (z. B. Publisher-PIDs), was auch seitens der Arbeitsgruppe empfohlen wird. Auch bei der Benennung fand eine Orientierung an den Metadatenfeldern von DataCite statt. Die Nummerierung ist jedoch aufgrund der Logik in FIS/CRIS-Systemen anders und es wird hier auf das Mapping verwiesen. • Pflichtfelder und Empfehlungen Der Metadatenstandard umfasst mit zwei Ausnahmen ausschließlich Pflichtfelder, da es sich um ein Minimalset handelt. Das Feld „Subject“ ist nicht verpflichtend vorgesehen, da die Österreichische Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS 2012)2, in den Forschungsinformationssystemen der österreichischen Universitäten nicht einheitlich implementiert ist. Der FIS/CRIS-Standard für Forschungsdaten empfiehlt die Verwendung der der Systematik analog zur Verwendung bei anderen Leistungstypen (Publikationen, Projekte, Vorträge). Weiters wird die Verwendung des Feldes „RelatedItem“ empfohlen, um Beziehungen 1 https://datacite-metadata-schema.readthedocs.io/en/4.6/ 2 https://data.statistik.gv.at/web/meta.jsp?dataset=OGDEXT_KLASSDB_OEFOS2012_1 3 zu anderen Datensätzen innerhalb des Forschungsinformationssystems sichtbar zu machen. Eine mögliche Implementierung des Feldes ist jedoch abhängig von der verwendeten FIS/CRISSoftware und daher nicht verpflichtend. Zusätzlich gibt es mehrere Subfelder die nicht alle verpflichtend verwendet werden müssen. Mandatory (M): Das Metadatum muss angegeben werden. Recommended (R): Die Angabe des Metadatums ist optional, wird aber nachdrücklich empfohlen. • Vorkommen Die Information gibt an, ob das Metadatum vorhanden sein muss und ob bzw. wie oft das Feld wiederholt werden kann. 0-n = optional und wiederholbar 0-1 = optional, aber nicht wiederholbar 1-n = erforderlich und wiederholbar 1 = erforderlich, aber nicht wiederholbar • Metadatenschema 1 ResourceType (M) Vorkommen: 1 Definition: Beschreibung der Ressource als Forschungsdatenset. Erlaubt ist ausschließlich der Inhalt „Dataset“. Diese Beschreibung kann mit dem Feld 1a ResourceTypeGeneral verknüpft werden, um den Typ des Forschungsdatensatzes zu spezifizieren. 1a ResourceTypeGeneral (R) Vorkommen: 0-1 Definition: Spezifische Klassifizierung des Forschungsdatensatzes mithilfe eines kontrollierten Vokabulars. Der FIS/CRIS Standard empfiehlt die Verwendung des Vokabulars COAR Resource Types (Version 3.2)3. 2 Identifier (M) Vorkommen: 1 3 https://vocabularies.coar-repositories.org/resource_types/ 4 Definition: Interner, technischer Identifier, der den Datensatz im Forschungsinformationssystem eindeutig identifiziert. 3 Creator (M) Vorkommen: 1-n Definition: Autor*innen bzw. Urheber*innen des Forschungsdatensatzes. Dieses Merkmal wird zur Erstellung des Zitates verwendet. Es wird empfohlen, Autor*innen bzw. Urheber*innen nach dem Vorbild des Creator Feldes im DataCite Metadata Schema (Subproperties) zu benennen4. 4 Title (M) Vorkommen: 1-n Definition: Der Titel und ggf. Untertitel des Forschungsdatensatzes. 5 Publisher (M) Vorkommen: 1 Definition: Der Name der Einrichtung bzw. des Services, die/das die Ressource speichert und (die Metadaten) ursprünglich veröffentlicht, z. B. ein Repositorium. Dieses Merkmal wird zur Erstellung des Zitates verwendet. In der Nutzer*innenoberfläche des Forschungsinformationssystems sollte das Feld näher erläutert bzw. (zusätzlich) als „Repositorium“ bezeichnet werden. (Es besteht die Möglichkeit, in einem Feld 5a und 5b anhand eines PIDs eindeutig auf den Publisher zu verweisen5.) 6 PublicationYear (M) Vorkommen: 1 Definition: Das Jahr, in dem die Metadaten der Ressource veröffentlicht wurden. Dieses Datum muss nicht mit dem Erstellungsdatum des Forschungsdatensatzes übereinstimmen. Format: YYYY. 7 Subject (R) Vorkommen: 0-n Definition: Klassifikation zur disziplinären Zuordnung der Forschungsdaten. Der FIS/CRISStandard gibt – sofern das Feld Subject genutzt wird – die Verwendung der Österreichischen Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS 2012) vor. 7a subjectScheme (R) 4 https://datacite-metadata-schema.readthedocs.io/en/4.6/properties/creator/ 5 https://datacite-metadata-schema.readthedocs.io/en/4.6/properties/publisher/#publisher 5 Vorkommen: 0-1 Definition: Name des Klassifikationsschemas. Der FIS/CRIS-Standard gibt die Verwendung der Österreichischen Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS 2012) vor, sofern das Feld 7 verwendet wird. 7b classificationCode (R) Vorkommen: 0-n Definition: Der Code der verwendeten Ausprägung der Klassifikation. Der FIS/CRIS Standard gibt mindestens eine Verwendung der zweiten Ebene (dreistelliger Code) der Österreichischen Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS 2012) vor, sofern das Feld 7 verwendet wird. Eine Verwendung der vierbzw. sechsstelligen Codes ist ebenfalls konform. 8 RelatedIdentifier (M) Vorkommen: 1-n Definition: Der seitens des Publishers vergebene Identifier des veröffentlichten Forschungsdatensatzes (vgl. Feld 5 Publisher), z.B. DOI des Datensatzes im Repositorium. Der Identifier muss global eindeutig (und sollte bestenfalls persistent) sein. 8a relatedIdentifierType (M) Vorkommen: 1 Definition: Der Typ des Identifiers, z.B. DOI. Wenn das Feld 8 genutzt wird, muss das Feld 8a ebenfalls genutzt werden. Erlaubt ist ein Wert des kontrollierten Vokabulars relatedIdentifierType6. 8b relationType (M) Vorkommen: 1 Definition: Beschreibt die Beziehung des Metadatensatzes im Forschungsinformationssystem zur veröffentlichten Ressource beim Publisher. Erlaubt ist ausschließlich der Wert „Describes“. Wenn das Feld 8 genutzt wird, muss das Feld 8b ebenfalls genutzt werden. 9 RelatedItem (R) Vorkommen: 0-n Definition: Verknüpfung zu einem anderen Datensatz im Forschungsinformationssystem, das eine Beziehung zum Forschungsdatensatz hat, z.B. ein Forschungsprojekt oder eine Publikation. 6 https://datacite-metadata-schema.readthedocs.io/en/4.6/appendices/appendix1/relatedIdentifierType/ 6 Identifier und Modellierung der Beziehung sind vom jeweiligen System abhängig. Identifier müssen nur innerhalb des Systems eindeutig sein. • XML Beispiel <resource> <resourceType resourceTypeGeneral="survey data">Dataset</resourceType> <identifier>123456789</identifier> <creators> <creator>Beispielname</creator> </creators> <titles> <title xml:lang="en">Beispieltitel</title> </titles> <publisher xml:lang="en">Beispielrepository</publisher> <publicationYear>2022</publicationYear> <subjects> <subject subjectScheme="Österreichische Systematik der Wissenschaftszweige 2012 (ÖFOS)" classificationCode="102015">Information systems</subject> </subjects> <relatedIdentifiers> <relatedIdentifier relatedIdentifierType="DOI" relationType="Describes">10.1000/182</relatedIdentifier> </relatedIdentifiers> <relatedItems> <relatedItem>9876543</relatedItem> </relatedItems> </resource> 7 • Mapping FIS/CRIS Metadata DataCite Metadata Schema 4.6 Permalink DataCite Metadata Schema 4.6 1 ResourceType (M): Dataset 10.a resourceTypeGener al https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/resourcetype/#a -resourcetypegeneral 1a ResourceTypeGeneral (R) Kein Mapping möglich Anm. Empfehlung COAR: https://vocabularies.coar-repositories.org/resource_types/ 2 Identifier (M) 1. Identifier https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/identifier/#id1 3 Creator (M) 2. Creator https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/creator/#creator 4 Title (M) 3. Title https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/title/#title 5 Publisher (M) 4. Publisher https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/publisher/#publi sher 6 PublicationYear (M) 5. PublicationYear https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/publicationyear/ #publicationyear 7 Subject (R) 6. Subject https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/subject/ 7a subjectScheme (R) 6.a subjectScheme https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/subject/#asubjectscheme 7b classificationCode (R) 6.d classificationCode https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/subject/#dclassificationcode 8 RelatedIdentifier (M) 12. RelatedIdentifier https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/relatedidentifier/ #relatedidentifier 8a relatedIdentifierType (M) 12.a relatedIdentifierType https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/relatedidentifier/ #a-relatedidentifiertype 8b relationType (M): Describes 12.b relationType https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/relatedidentifier/ #a-relatedidentifiertype 9 RelatedItem (R) 20. RelatedItem https://datacite-metadataschema.readthedocs.io/en/4.6/properties/relateditem/#rel ateditem