Klimajobs für eine nachhaltige Zukunft: Ergänzende Zusammenfassung
Abstract
Zusammenfassung der Ergebnisse der Case Study "Green Jobs". Das Dokument fasst die gesammelten Beiträgen der 191 Schüler*innen aus 9 Schulen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland zusammen. In einem Rollenspiel wurden Ideen gesammelt, wie junge Menschen mehr für Klimajobs zu begeistern sind. Die Fallstudie wurde im Rahmen des EU Projekts GREAT durchgeführt.
Full text
Zentrum für Soziale Innovation – ZSI Linke Wienzeile 246, 1150 Wien Dr. Barbara Kieslinger, Katharina Koller, Dr. Claudia M. Fabian Klimajobs für eine nachhaltige Zukunft Ergänzende Zusammenfassung
2 ECKDATEN Schulen: 10 Schulklassen (9 Schulen) Schulstandorte: 3 im ländlichen Bereich, 6 in Wien und Umgebung; Datum der Durchführung des Dilemma Spiels: April – Juni 2024 Anzahl der Schüler:innen: 191 Personen Alter: 15+
3 ZUSAMMEFASSUNG DER ANALYSE Basierend auf den Anmerkungen und Ergänzungen während der Diskussionen lässt sich Folgendes ergänzen: 1. Motivation bei der Berufswahl Die Schüler:innen nannten mehrere Schlüsselmotivatoren für ihre Berufswahl: • Finanzielle Aspekte: Mehrere Schüler:innen betonten die Wichtigkeit des Einkommens. Es wurde häufig erwähnt, dass die Möglichkeit, viel Geld zu verdienen, eine zentrale Rolle spielt. • Interessen und Erfüllung: Freude an der Arbeit und die Übereinstimmung mit persönlichen Interessen wurden ebenfalls hervorgehoben. • Work-Life-Balance und Flexibilität: Die Notwendigkeit von flexiblen Arbeitszeiten wurde als wichtig erachtet, um die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit zu gewährleisten. • Sicherheit und Zukunftsperspektiven: Die Schüler:innen streben nach sicheren Berufen mit guten Zukunftsaussichten. 2. Maßnahmen zur Begeisterung für Klimajobs In den Diskussionen wurden zahlreiche ergänzende Vorschläge und Anmerkungen zu den Maßnahmen geäußert: • Praktika und Schnuppertage: Es wurde betont, dass Pflichtpraktika in Klimajobs nicht nur stattfinden sollten, sondern auch gut bezahlt werden müssten. Die Schüler:innen sollten aus einem Pool von Klimajobs wählen können. • Öffentlichkeitsarbeit: Die Werbung in der Öffentlichkeit sollte zeitgemäße (soziale) Medien wie TikTok nutzen, um Jugendliche direkt anzusprechen. Zudem wurde die Notwendigkeit betont, dass die Werbung positiv gestaltet sein sollte, da negative Bilder (bspw. zu den zerstörerischen Auswirkungen des Klimawandels) nicht gut ankommen. • Finanzielle Anreize: Staatliche Subventionen könnten Anreize bieten, sich für Klimajobs zu entscheiden. Vorschläge wie Steuerboni für Klimajobs, sowie die Einführung eines kostenlosen ÖPNV-Tickets oder eines “Klimapasses” für Beschäftigte in diesem Bereich wurden als Anreiz diskutiert. • Einführung von Klimaschutz als Schulfach: Einige Schüler:innen äußerten Bedenken, dass sie nicht gezwungen werden möchten, Klimaschutz als Fach
4 zu wählen. Dies zeigt, dass Freiwilligkeit bei der Entscheidung für Klimajobs gewünscht wird. 3. Kommunikationsstrategien für Geschlechtervielfalt in Klimajobs Die Schüler:innen erarbeiteten mehrere Ansätze, um mehr junge Frauen und nichtbinäre Personen für Klimajobs zu gewinnen: • Repräsentation und Vorbilder: Die Wichtigkeit von Vorbildern in der Werbung und bei Veranstaltungen wurde betont. Frauen und nicht-binäre Personen in Klimajobs sollten sichtbar gemacht werden, um positive „Role Models“ zu schaffen. • Gleichberechtigung in der Bezahlung: Es wurde darauf hingewiesen, dass das Thema Bezahlung nicht nur für Frauen, sondern für alle Geschlechter gleich behandelt werden sollte. Jede:r sollte das gleiche Gehalt erhalten. • Stereotypen abbauen: Die Schüler:innen forderten, dass stereotype Geschlechterrollen schon im Kindesalter vermieden werden sollten. Dies könnte durch Aufklärung und spezielle Programme in Schulen erreicht werden. • Kreative Programme: Vorschläge für spezielle Veranstaltungen wie den „Girls Day“ wurden gemacht, um junge Frauen und nicht-binäre Personen anzusprechen und einzubeziehen. Diese könnten auch personalisiert sein oder bei speziellen Events, wie dem Frauenlauf oder bei der Pride Parade stattfinden. 4. Anmerkungen und Ergänzungen zu den Diskussionen Die Reflexion der Schüler:innen während der Diskussionen brachte wichtige zusätzliche Erkenntnisse: • Stärkung des gesellschaftlichen Stellenwerts von Klimajobs: Ein zentraler Punkt in den Diskussionen war die Notwendigkeit, den gesellschaftlichen Wert von Klimajobs klar zu kommunizieren und zu stärken. Die Schüler:innen betonten, dass Klimajobs nicht nur als Berufe, sondern als wichtige Beiträge zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Förderung einer nachhaltigen Zukunft wahrgenommen werden sollten. Um das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Berufe zu schärfen, sollten Aufklärungskampagnen entwickelt werden, die die positiven Auswirkungen von Klimajobs auf die Umwelt und die
5 Gesellschaft hervorheben. Durch die Sichtbarmachung von Erfolgsgeschichten und positiven Beispielen aus der Praxis könnten Jugendliche motiviert werden, sich in diesen Bereichen zu engagieren. Zudem könnte die Förderung von Klimajobs als gesellschaftlicher Wert in den Medien und der öffentlichen Diskussion helfen, diese Berufe attraktiver zu gestalten und das Interesse an ihnen zu steigern. • Erfahrung und Realität: Die Schüler:innen waren sich bewusst, dass Klimajobs viele Möglichkeiten bieten, aber sie forderten auch realistische Darstellungen dieser Berufe, um potenzielle Missverständnisse zu vermeiden. • Interesse an Klimajobs: Während viele Schüler:innen grundsätzlich offen für Klimajobs waren, äußerten sie auch das Bedürfnis, mehr über andere Berufsfelder zu erfahren. Ein gewisses Desinteresse oder Unentschlossenheit wurde deutlich, da einige alternative Karrierewege in Betracht zogen. • Vorbereitung und Rollenverständnis für das Dilemma Spiel: Einige Schüler:innen wünschten sich mehr Vorbereitung auf die Themen und eine Möglichkeit, verschiedene Rollen in den Diskussionen einzunehmen. Dies könnte die Dynamik und die Tiefe der Diskussionen verbessern. Bildquelle: Barbara Kieslinger 2024 Fazit Die spielerischen Interventionen zeigen, dass finanzielle Sicherheit, persönliche Interessen und Flexibilität zentrale Motivationsfaktoren für Jugendliche sind. Die Anmerkungen und Ergänzungen zu den Diskussionen unterstreichen die Bedeutung von positiven Darstellungen, Freiwilligkeit bei der Wahl von Klimajobs und die Notwendigkeit, Stereotypen zu überwinden. Die Schüler:innen sind offen für kreative Ansätze und schätzen die Möglichkeit, in Diskussionen unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Diese Einsichten könnten dazu beitragen, spezifische Programme und Kommunikationsstrategien zu entwickeln, um Jugendliche für Klimajobs zu begeistern und Geschlechtervielfalt zu fördern.