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Empfehlung zur Verwendung der Mittel des Fonds Zukunft Österreich für 2025

Austrian Council for Sciences, Technology, and Innovation

Abstract

Gemäß § 11 Abs. 1 Z 1 des FTE-Nationalstiftungsgesetzes unternimmt der FORWIT eine inhaltliche Bewertung der Anträge und gibt eine Empfehlung über die Verwendung der Fördermittel des Fonds Zukunft Österreich für 2025 ab.

Full text

Empfehlung Seite 1 DOI: 10.5281/zenodo.15647680 Empfehlung zur Verwendung der Mittel des Fonds Zukunft Österreich für 2025 12. JUNI 2025 Präambel Mit der Etablierung des Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) wurde eine zentrale Maßnahme des Regierungsprogramms 2020 bis 20241 zur Finanzierung von Forschung, Entwicklung und Innovation implementiert und eine Bereitstellung von Fördermitteln in der Höhe von €140Mio. für die Jahre 2022 bis 2025 zugesichert. Die damit verbundenen Zielsetzungen für den Einsatz der Fördermittel wurden in § 2 (2) des FTE-Nationalstiftungsgesetz (FTEG) definiert. Der Stiftungsrat der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung (Nationalstiftung FTE) ersuchte den Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) am 14. Mai 2025, eine Empfehlung über die Verwendung der Fördermittel des Fonds Zukunft Österreich für das Jahr 2025 zu erarbeiten. Die Anträge der Begünstigten wurden zur Begutachtung an die Geschäftsstelle des Rates übermittelt. Eine Prüfung der formalen Kriterien der eingereichten Förderanträge erfolgte gemeinsam durch die Geschäftsstellen der Nationalstiftung FTE und des FORWIT. Gemäß §11 Abs.1 Z1 FTEG und § 2 Abs. 2 Z 6 FWITRG führt der FORWIT eine inhaltliche Begutachtung der Anträge durch und gibt nach Beschluss der Ratsversammlung eine Empfehlung zur Verwendung der Fördermittel des Fonds Zukunft Österreich für 2025 ab. Die Schwerpunktsetzung der Bundesregierung zum FZÖ orientiert sich an den Zielen der FTI-Strategie 2030 der Bundesregierung2 und bildet den Rahmen für Förderanträge. Das zur Verfügung stehende Gesamtbudget beträgt €140Mio. Eine zu kleinteilige Schwerpunktsetzung wurde in Abstimmung zwischen allen beteiligen Akteuren in diesem Jahr vermieden. Zusätzlich wurde in der Schwerpunktsetzung zur Einhaltung einer budgetäre Untergrenze von €5Mio. angehalten, um die Hebelwirkung der Anträge zu erhöhen und zu kleinteilige Programmanträge zu vermeiden. Die Förderschwerpunkte der Bundesregierung für 2025 umfassen drei Säulen: →Säule 1: Wettbewerbsfähigkeit stärken & Schlüsseltechnologien von Grundlagenforschung bis zur Anwendung fördern →Säule 2: Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie Europäische Beteiligungen und Infrastrukturen ausbauen 1 „Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020-2024“. S. 216. URL: https://www. bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:7b9e6755-2115-440c-b2ec-cbf64a931aa8/RegProgramm-lang. pdf [12.6.2025]. 2 Ziel 1: Zum internationalen Spitzenfeld aufschließen und den FTI-Standort Österreich stärken; Ziel 2: Auf Wirksamkeit und Exzellenz fokussieren; Ziel 3: Auf Wissen, Talente und Fertigkeiten setzen Empfehlung Seite 2 →Säule 3: Talente & Fachkräftenachwuchs stärken Innerhalb der einzelnen Säulen wurden in der Schwerpunktsetzung zusätzlich Schlüsseltechnologien genannt, die für die Beantragung der Programmvorhaben leitend sein sollen. In Säule 1 werden dazu die Technologiefelder Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie & Photonik, Life Sciences & Biotechnologie sowie Advanced Materials inklusive Nanotechnologie genannt. In Säule 2 wurden als mögliche Themen u.a. angeführt: (i)Zugang zu europäischen Netzwerken und Infrastrukturen (Kofinanzierung); (ii)  Zugang und Aufbau von Hochleistungsrechnern (HPC); (iii)  Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen (Start-ups, Scale-ups, Spin-offs, Venture Capital); (iv) Anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Säule3 ist primär für Vorhaben zur Förderung von Nachwuchswissenschafter:innen und -fachkräften vorgesehen. Der Rat empfiehlt dazu, künftig Schwerpunktsetzungen tunlichst zu vermeiden und einen vermehrt themenoffenen, bottom up-gerichteten Ansatz zu favorisieren, um potenzielle Innovationen in anderen Themen nicht auszuschließen. Position des FORWIT zur Fortsetzung des Fonds Zukunft Österreich Forschung ist essenziell für die Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft sowie für das Wohlergehen der Bevölkerung. Der Fonds Zukunft Österreich muss dazu als zentrales Instrument – wie ursprünglich angedacht – zur Förderung neuer und innovativer Forschungsvorhaben gestärkt werden. In der Stellungnahme „Gestaltung und Dotation des Fonds Zukunft Österreich“3 hat der Rat u.a. eingefordert, „die Dotation des FZÖ für die Finanzierungsperiode 2026 bis 2030 anzuheben und in der Höhe von mindestens €200Mio. jährlich zu garantieren“. Eine notwendige gesetzliche Verankerung zur „Verlängerung des Fonds Zukunft Österreich bis 2030“ ist nicht erfolgt. Eine klare Willensbekundung im Regierungsprogramm 2025-2029 „Jetzt das Richtige tun für Österreich“, die Verlängerung des Fonds Zukunft Österreich bis 2030 und eine Dotierung mit €200Mio. pro Jahr zu veranlassen, konnte aufgrund der vorgesehenen Einsparungen im Budget für 2026 nicht umgesetzt werden: Mit einer Kürzung der Dotation auf voraussichtlich €50Mio. für das Jahr2026 ist ein deutlicher Einschnitt für dieses wichtige FTI-Finanzierungsinstrument anzuerkennen. Dies belastet einerseits das langfristige Ziel der Erhöhung der Forschungsquote auf über 4%, um die österreichische Grundlagenforschung und angewandte Forschung als Motor für Innovation zu stärken4. Zudem werden die betroffenen Forschungsförderorganisationen dadurch z.T. – insbesondere im Falle regelmäßig durch den FZÖ finanzierter Vorhaben – sehr kurzfristig vor ein Finanzierungsproblem gestellt. Damit sind massive Einschnitte im Programmportfolio der Agenturen zu erwarten und die Planungssicherheit wird gefährdet. Zugleich ist nicht auszuschließen, dass ein Rückgang risikoreicher Forschung sowie geringere Karriereentwicklungschancen insbesondere junger Forscher:innen erwachsen. Sollte eine Sonderdotation des BMF über die UG 45 aufgrund der mittelfristig anzuerkennenden Budgetsituation in der empfohlenen Höhe von €200Mio. nicht mög3 FORWIT, „Stellungnahme Gestaltung und Dotation des Fonds Zukunft Österreich“, 28. Mai 2024, URL: https://fti-monitor.forwit.at/docs/pdf/C000001.pdf [12.6.2025]. 4 Vgl. „Regierungsprogramm 2025 bis 2029“, S. 42 (Industriestrategie – langfristig) und S. 193 (Forschungsfinanzierung). Empfehlung Seite 3 lich sein, sieht der FORWIT gebotenen Handlungsbedarf, eine Neuaufstellung der Nationalstiftung-FTE zur Absicherung der Finanzierung zu erarbeiten. Dazu sollten alternative Finanzierungsoptionen für die Nationalstiftung-FTE ermöglicht werden. Der FORWIT schlägt diesbezüglich vor, zusätzlich einen Anteil der Dividendenausschüttung der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG) im Ausmaß von 10 % für die Dotierung des Fonds Zukunft Österreich zu verwenden. Parallel dazu sollte eine gesetzliche Basis geschaffen werden, die es Unternehmen und Sponsoren ermöglicht, in Form steuerlich abzugsfähiger Spenden zur Dotierung der Stiftung beizutragen. Überschreitet die Summe der Spenden den Anteil der ÖBAG-Dividende, könnte sich das Finanzministerium wiederum verpflichten, diesen Anteil bis zu einer maximalen Gesamtdotation von € 200 Mio. jährlich zu ergänzen. Die erforderlichen Gesetzesänderungen könnten rasch erfolgen5, um die dringend benötigte Planungssicherheit für Förderorganisationen und damit für die Forscher:innen wiederherzustellen. Das übergeordnete Ziel bleibt dabei unverändert: gezielte Investitionen in die Spitzenforschung von Schlüsseltechnologien, in die Grundlagenforschung und in die Unternehmensforschung zu ermöglichen. Empfehlung der Mittelvergabe 2025 Der FORWIT betont, dass sämtliche vorgeschlagenen Vorhaben das Potenzial besitzen, einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Forschungsund Innovationssystems in Österreich zu leisten. Aufgrund der budgetären Rahmenbedingungen – verfügbare Mittel in der Höhe von €140Mio. gegenüber beantragten Mittel in der Höhe von €279,506Mio. – war eine strategische Priorisierung der Vorhaben unumgänglich. Der FORWIT schlägt folgende Vorhaben zur Förderung vor: Antrag „Nationale AI Factory“, FFG Mit der Errichtung der AI Factory Austria wird unter Beteiligung eines kompetenten Projektkonsortiums, bestehend aus dem Austrian Institute of Technology (AIT), Advanced Computing Austria (ACA) sowie akademischen und industriellen Partnern, eine moderne Hochleistungsinfrastruktur geschaffen. Der vorliegende Antrag stützt sich auf die Beteiligung Österreichs am European High Performance Computing Joint Undertaking-Programm (EuroHPC-JU) der EU, im Ausmaß von € 80 Mio. Das Vorhaben sieht dafür eine 1:1-Ko-Finanzierung auf nationaler Ebene vor. Der Antrag des Konsortiums wurde bereits im Februar beim EuroHPC-JU eingereicht und Anfang März durch das EuroHPC JU Governing Board genehmigt. Medial wurde eine gesicherte Ko-Finanzierung der AI Factory Austria bereits vor Einreichung des betreffenden Vorhabens beim FZÖ kolportiert. Der FORWIT hält dazu fest, dass die damit verbundene Erwartung zur Empfehlung des beantragten Vorhabens in der Höhe von €41,55Mio. Auswirkungen auf die gesamte Mittelempfehlung zeitigt. Zugleich sieht der Rat mit der Errichtung der AI Factory und dem geplanten Serviceangebot – etwa Ausbau der KI-Infrastruktur, Community-Support, Trainings und der Einrichtung eines AI Factory Hub – eine Bandbreite an Leistungen im KI-Bereich abgedeckt. Weitere Anträge mit Schwer5 Bspw.wäredazueineErweiterungdesFTE-Nationalstiftungsgesetzim§4.Stiftungsvermögen undFördermittelaufbringungerforderlich,umZuwendungenPrivateroderöffentlicherStellen sowie die Aufnahme der Nationalstiftung FTE in die Liste der steuerlich begünstigten Einrichtungen zu erlauben. Empfehlung Seite 4 punkt Künstliche Intelligenz und ähnlicher Förderintention wurden aus diesem Grund in der Empfehlung für diese Vergabe mit geringerer Priorität berücksichtigt. Der FORWIT sieht in der Beteiligung Österreichs am EuroHPC-JU eine klare Chance, die Forschung an und den Einsatz von KI-Anwendungen insbesondere in Unternehmen zu stärken und damit einen notwendigen Anstoß für eine dynamische Entwicklung von KI-Systemen zu geben. Eine empfehlenswerte Voraussetzung für die Beschaffung moderner Hardware wäre aus Sicht des Rates, vorab reale Use cases zu studieren und das KI-Training an spezifische Anwendungsbereiche zu orientierten (bspw. Industrial AI, Edge AI etc.), um vor der Anschaffung von Großgeräten die technologischen Entwicklungen am Letztstand berücksichtigen zu können. Damit wäre zudem eine passgenaue Etablierung von Serviceleistungen zu gewährleisten. Der FORWIT empfiehlt, den Antrag „Nationale AI Factory“ der FFG in der Höhe von €40Mio. zu fördern. Antrag „Seal of Excellence: Förderung exzellenter ERC-PoC und EIC-Accelerator Projekte in AT“, FFG Das Vorhaben „Seal of Excellence: Förderung exzellenter ERC-PoC und EIC-Accelerator Projekte in AT“ verbindet die Förderung hoch qualitativer Forschung mit einem vorteilhaften Verwaltungsaufwand. Aufwände für Screening, Begutachtung und Auswahl exzellenter Projekte fallen zu einem Gutteil weg. Ebenfalls können zusätzliche „Wartezeiten“ – bei sonst notwendigen Neueinreichungen – vermieden werden. Der Rat merkt an, dass im Zuge der Begutachtung dazu informiert wurde, dass es einer Änderung der Förderrichtlinien der FFG bedarf, um eine rechtskonforme Durchführung des Programms zu gewährleisten. Aufgrund des zu erwartenden Mehrwerts des Programms für F&E sollte dafür aus Sicht des Rates eine zweckmäßige Änderung erfolgen. Der FORWIT empfiehlt daher, das Programms „Seal of Excellence“ der FFG unter der Auflage, dass möglichst rasch die gesetzlichen Voraussetzungen zur Durchführung und Umsetzung des Programmvorhabens geschaffen werden, in der Höhe von €8Mio. zu fördern. Hinsichtlich der Förderhöhe einzelner Anträge ziehen analoge Förderinstrumente im internationalen Umfeld teils eine Redimensionierung der ursprünglich eingereichten Projekte in Betracht. Dabei sollte eine etwaige Kürzung so gewählt werden, dass die erfolgreiche Durchführung eines ausgewählten Projekts nicht gefährdet wird. Antrag „Digitalisierung in der Gesundheitsforschung und Versorgung: ‚DigiHealth Austria – Innovation für eine digitale Gesundheitszukunft‘“, FFG/AWS /LBG Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) soll einen gerechten Zugang zu hochwertiger medizinischer Versorgung sowie eine effiziente und patient:innenzentrierte Gesundheitsversorgung ermöglichen und leistbar machen. Die Herausforderungen, die mit dem eingereichten Vorhaben angenommen wurden, sind vielfältig. Eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz von KI-Systemen im Gesundheitswesen ist die Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Daten. Erfolge in diesem Forschungsprogramm stehen damit in einem engen Zusammenhang mit einer konsequenten Verbesserung und Erweiterung des Datenzugangs. Die Kooperation der drei einreichenden Förderorganisationen mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Erfahrungen kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Insbesondere wenn Lösungen gesucht und gefunden werden, die die Komplexität an Empfehlung Seite 5 den Schnittstellen zwischen Forschung, Anwendung und Markt bearbeiten und durch den Einsatz von KI eine sinnvolle Nutzung von Daten erhöhen können. Der FORWIT empfiehlt, den Antrag „Digitalisierung in der Gesundheitsforschung und Versorgung: DigiHealth Austria – Innovation für eine digitale Gesundheitszukunft“ in der Höhe von insgesamt €13Mio. zu fördern. Davon werden für die Programmteile der aws und der LBG jeweils €1,5Mio., und für die FFG ein Anteil von €10 Mio. empfohlen. Antrag „doc.funds-Programm“, FWF Das hochkompetitive doc.funds-Programm des FWF ist ein etabliertes, erfolgreiches und essenzielles Programm zur Förderung von Nachwuchswissenschafter:innen an Forschungsstätten mit Promotionsrecht. Mit den Mitteln der Nationalstiftung soll nun eine weitere Ausschreibung des Programms finanziert werden. Aufgrund der strukturellen Bedeutung der über den FWF geförderten doc.funds-Programme für die Ausbildung hochqualifizierter Nachwuchswissenschafter:innen und als wesentliches Element zur Qualitätssicherung und -steigerung in der Doktoratsausbildung besteht aus Sicht des Rates die Notwendigkeit, die Planbarkeit dieser Förderinstrumente nachhaltig zu gewährleisten. Diese ist mit den Mitteln des Fonds Zukunft Österreich, bzw. davor mit den Mitteln der Nationalstiftung-FTE, nicht durchwegs gegeben. Der Rat empfiehlt für 2025, das Vorhaben „doc.funds“ aus den Mitteln des FZÖ in der Höhe von €10Mio. zu fördern. Der Rat empfiehlt darüber hinaus erneut, die Basisfinanzierung des FWF adäquat zu erhöhen, um zukünftig die Finanzierung dieser Programme aus den Basismitteln leisten zu können. Antrag „Spezialforschungsgruppen (SFG)“, FWF Das Vorhaben „Spezialforschungsgruppen (SFG)“ stellt mit seiner flexiblen Anwendbarkeit in der Auswahl von kleineren und größeren Konsortien eine Weiterentwicklung der laufenden Programme Spezialforschungsbereiche (SFB) und Forschungsgruppen (FG) dar. Zentrale Zielsetzung des Programms Spezialforschungsgruppen bleibt dabei die Förderung herausragender Forschung in einem kooperativen Forschungsformat mit mehreren beteiligten Forscher:innen. Das Programm steht für eine themenoffene Einreichung zur Verfügung. Die Mittel des FZÖ sollen bevorzugt zur Förderung exzellenter Projekte in den in der Schwerpunktsetzung genannten Schlüsseltechnologien erfolgen. Die Förderung der SFG über den FWF garantiert die Bildung von Exzellenzbereichen in der Grundlagenforschung und bildet zusammen mit den Programmsäulen des Exzellenzprogramms ein Instrument, international konkurrenzfähige Grundlagenforschung in Österreich zu fördern. Die Spezialforschungsgruppen tragen damit dazu bei, das österreichische Innovationssystem zu stärken und Nachwuchsforscher:innen attraktive Forschungsbedingungen zu bieten. Der FORWIT empfiehlt, das Vorhaben „Spezialforschungsgruppen (SFG)“ des FWF in der Höhe von €17Mio. zu fördern. Der Rat empfiehlt für dieses Programm ebenfalls, die Basisfinanzierung des FWF adäquat zu erhöhen, um zukünftig die Finanzierung dieser Programme aus den Basismitteln leisten zu können. Antrag zu „Europäische Partnerschaften“, FWF Das Vorhaben „Europäischen Partnerschaften“ zielt darauf ab, den Europäischen Forschungsraum weiterzuentwickeln, die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu för- Empfehlung Seite 6 dern und gesellschaftlich wichtige Themengebiete zu adressieren. Translationale Forschungsprojekte werden in einem breiten Themenspektrum durchgeführt und seitens der beteiligten Länder und der EU (zu einem max. Anteil von 30 %) ko-finanziert. Die thematischen Schwerpunkte umfassen u.a. Biodiversa+, ERA4Health, Water4All, Rare Diseases, Animal Health & Welfare (EUPAHW), FutureFoodS und Resilient Cultural Heritage Die Teilnahme österreichischer Wissenschafter:innen in unterschiedlichen Forschungsprojekten stärkt die internationale Vernetzung mit Spitzenforscher:innen und erhöht damit die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Forschungsstätten. Nicht zuletzt bietet dieses Format hoch attraktive Karrierepositionen für junge Wissenschafter:innen. Der FORWIT empfiehlt, das Vorhaben „Europäische Partnerschaften“ in der Höhe von €7Mio. zu fördern. Aufgrund der Vielzahl von Teilnahmemöglichkeiten an EUKo-Finanzierungen regt der Rat an dieser Stelle an, über das Programm EU-Partnerschaften hinausgehend auf strategischer Ebene regelmäßig eine thematische Priorisierung der EU-Programme zu diskutieren. Diese Priorisierung sollte unter dem Aspekt eines begrenzten Finanzierungsspielraums erfolgen und sich, in Abstimmung mit dem nationalen Förderportfolio, an den nationalen Herausforderungen im Bereich F&E orientieren. Antrag „Attraktivitätsoffensive für incoming Nachwuchsforscher:innen mit FWF-ESPRIT“, FWF Das ESPRIT-Programm wurde im Jahr 2021 als neues Karriereprogramm des FWF etabliert. Mit dem beantragten Vorhaben sollen nun zusätzliche Mittel eingeworben werden, um junge Forscher:innen anzuwerben, die aufgrund der neuen Prioritätensetzung der US-Forschungsstrategie veränderte Voraussetzungen für eine aussichtsreiche wissenschaftliche Karriere in den USA zur Kenntnis nehmen müssen. Mit der Zielgruppe in der Karrierestufe Early-Stage-Postdocs (R2) werden sowohl bereits in den USA aktive Forscher:innen als auch junge Forscher:innen, die die USA als Zielland geplant haben, in der aktuellen politischen Entwicklungen jedoch ein Motiv für die Wahl eines alternativen Ziellandes sehen, angesprochen. Der FORWIT empfiehlt, das Vorhaben „Attraktivitätsoffensive für incoming Nachwuchsforscher:innen mit FWF-ESPRIT“ in der Höhe von €8Mio. zu fördern, um die Anwerbung internationaler Forscher:innen zu forcieren und damit die Internationalisierung der Forschung in Österreich zu unterstützen. Antrag „APART-USA“, ÖAW Das Vorhaben „APART-USA“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), adressiert ebenfalls Forscher:innen in den USA, die aufgrund einer latenten Verunsicherung hinsichtlich ihres Karriereplans Österreich als einen alternativen Wissenschaftsund Forschungsstandort wählen möchten. In diesem Vorhaben, das an der ÖAW analog zu APART-GSK und APART-MINT bereits seit mehreren Jahren unterschiedliche Schwerpunkte zur Förderung von Postdocs setzt, werden erstmals die Universitäten in den Prozess einbezogen. Einerseits können sie die Nominierung exzellenter Postdocs vornehmen und andererseits müssen sie – im Falle der Auswahl einer Kandidatin oder eines Kandidaten – verbindlich eine Finanzierungszusage für ein viertes Vertragsjahr leisten. Ein festgelegter Nominierungsschlüssel soll zusätzlich zur Qualitätssicherung und zu einer fairen Antragssituation beitragen. Der FORWIT empfiehlt, dieses Vorhaben in der Höhe von €10Mio. zu fördern. Empfehlung Seite 7 Antrag „Data:Research:Austria 2.0 – Förderung der datengetriebenen Forschung in Österreich“, ÖAW Mit dem Vorhaben „Data:Research:Austria 2.0“ wird die erstmals im Jahr 2022 eingereichte Initiative zur Förderung datengetriebener Forschung fortgesetzt. Insbesondere soll damit die Analyse von Registerdaten ausgebaut werden, die im Juli 2022 gesetzlich ermöglicht wurde. Insbesondere im Bereich der Sozial-, Wirtschaftsund Gesundheitswissenschaften können Administrativund Registerdaten u.a. für relevante Fragestellungen zur Bearbeitung von gesellschaftspolitischen Herausforderung, erund beforscht werden. Das Programm setzt gleichzeitig wichtige Impulse den digitalen „Datenschatz“ gemäß der Datenschutzverordnung sinnvoll zum Nutzen effizienter Verwaltung zu bearbeiten. Der FORWIT empfiehlt, das Vorhaben „Data:Research:Austria 2.0“ in der Höhe von €6Mio. zu fördern Antrag „Anwendungsorientierte Grundlagenforschung in den Bereichen ‚Life Sciences & Biotechnologien‘ und ‚Advanced Materials inkl. Nanotechnologie‘ in ausgewählten Christian Doppler Labors (CDL)“, CDG Die Nationalstiftung FTE trägt seit ihrer Gründung im Jahr 2004 zur Finanzierung der Christian Doppler Labors – seit 2022 mit den Mitteln des FZÖ in der Höhe von rund €14Mio. – und damit zu einem signifikanten Teil des Förderbudgets der CDG bei. Mit diesem hohen Förderanteil war und ist eine inhärente Finanzierungsunsicherheit verbunden, die eine langfristige Planung künftiger Kooperationsvereinbarungen zur Gründung von CD-Labors über die gesetzlich verankerte Finanzierungsperiode des FZÖ hinaus deutlich erschwert. Aufgrund der reduzierten Mittel für den FZÖ6 erneuert der Rat seinen Appell an die Bundesregierung, Planungssicherheit für die CDG mittels einer alternativen Finanzierung herzustellen. Eine Förderung der CDG im Jahr 2026 ist aus heutiger Sicht aus den Mitteln des FZÖ nicht gesichert. Für das Jahr 2025 empfiehlt der FORWIT, den Antrag zur Finanzierung von CD-Labors in der Höhe von € 12Mio. zu fördern. Antrag „Einrichtung von zwei klinischen Forschungsgruppen nach dem Modell des 2022 errichteten Förderprogrammes Klinische Forschungsgruppen der LBG“, LBG Mit dem Vorhaben, weitere Klinische Forschungsgruppen (KFG) einzurichten, führt die Ludwig Boltzmann Gesellschaft eine im Jahr 2022 begonnene Förderung zur Stärkung der nicht kommerziellen, klinischen Forschung in Österreich fort. Das Programm – das bisher zur Einrichtung von drei KFG über die Mittel des FZÖ sowie drei weiteren KFG über Mittel des BMFWF (ehem. BMBWF) geführt hat – verbessert zudem die Patient:innenversorgung, fokussiert auf relevante Bereiche in der Gesundheitsforschung und verbessert die Karriereperspektiven für Nachwuchsforscher:innen. Für die kommende Ausschreibung ist ein Schwerpunkt im Bereich Frauengesundheitsforschung und Gendermedizin vorgesehen. Der FORWIT empfiehlt, die Einrichtung einer weiteren klinischen Forschungsgruppe mit Mitteln des FZÖ in der Höhe von €9Mio. zu fördern. 6 Bundesfinanzgesetz2026Art.VIAbs.2Z18URL:https://www.parlament.gv.at/dokument/XXVIII/I/68/imfname_1685301.pdf Empfehlung Seite 8 Übersicht der empfohlenen Verwendung der Mittel des Fonds Zukunft Österreich für 2025 Antrag Begünstigte Förderempfehlung in Mio. € Nationale AI Factory FFG 40,0 Seal of Excellence: Förderung exzellenter ERC-PoC und EIC Accelerator-Projekte in AT FFG 8,0 Digitalisierung in der Gesundheitsforschung und Versorgung: „DigiHealth Austria – Innovation für eine digitale Gesundheitszukunft“ FFG 10,0 LBG 1,5 aws 1,5 doc.funds-Programm – Finanzierung der neunten Ausschreibung FWF 10,0 Spezialforschungsgruppen (SFG) FWF 17,0 Sicherstellung der österreichischen Beteiligungen an den Europäischen Partnerschaften FutureFoodS, ERA4Health, Biodiversat, Rare Diseases, Water4All, Personalised Medicine, OneHealth Antimicrobial Resistance, Animal Health and Welfare, BeReady, Brain Health, Resilient Cultural Heritage FWF 7,0 Attraktivitätsoffensive für incoming Nachwuchsforscher:innen mit FWF-ESPRIT FWF 8,0 APART-USA ÖAW 10,0 Data:Research:Austria 2.0 - Förderung der datengetriebenen Forschung in Österreich ÖAW 6,0 Anwendungsorientierte Grundlagenforschung in den Bereichen „Life Sciences & Biotechnologien“ und „Advanced Materials inkl. Nanotechnologie“ in ausgewählten Christian Doppler Labors (CDL) CDG 12,0 Einrichtung von zwei klinischen Forschungsgruppen nach dem Modell des 2022 errichteten Förderprogrammes Klinische Forschungsgruppen der LBG LBG 9,0 140,0 Aufgrund begrenzter Mittelverfügbarkeit nicht zur Förderung empfohlene Projektanträge AI Literacy & Scale aws/FFG Expedition Zukunft: Start, Challenges und Services aws/FFG AQuA – Allianz Quantum Austria aws/FFG Ko-Finanzierung im „DIGITAL Europe Programme“ FFG FWF-Matching-Funds-Initiative FWF FWF-Programm #ConnectingMinds FWF Research2Market.Net aws AI Start&Scale Invest aws