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Zwischen Mitgestalten und Alltagsdruck: Herausforderungen zivilgesellschaftlich Engagierter zur (Wieder)belebung einer Kleinstadt in Ostdeutschland

Kummel, Olivia

Abstract

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Full text

Kummel, Oli ia A icle Zwischen Mi ges al en und All agsd uck: He aus o de ungen zi ilgesellscha lich Engagie e zu (Wiede )belebung eine Kleins ad in Os deu schland Raum o schung und Raumo dnung / Spa ial Resea ch and Planning P o ided in Coope a ion wi h: Leibniz-Fo schungsne zwe k "R – Räumliches Wissen ü Gesellscha und Umwel | Spa ial Knowledge o Socie y and En i onmen " Sugges ed Ci a ion: Kummel, Oli ia (2020) : Zwischen Mi ges al en und All agsd uck: He aus o de ungen zi ilgesellscha lich Engagie e zu (Wiede )belebung eine Kleins ad in Os deu schland, Raum o schung und Raumo dnung / Spa ial Resea ch and Planning, ISSN 1869-4179, Sciendo, Wa saw, Vol. 78, Iss. 4, pp. 361-376, h ps://doi.o g/10.2478/ a a-2020-0016 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/225319 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. 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Oli ia Kummel, ILS – Ins i u ü Landes- und S ad en wicklungs o schung, B üde weg 22-24, 44135 Do mund, Deu schland, E-mail: [email p o ec ed] Ku z assung: Zi ilgesellscha liches Engagemen s eh ge ade in S äd en, die on Be ölke ungs ückgang be o - en sind, o g oßen He aus o de ungen, da soziale Ne zwe ke ausgedünn und kommunale Diens leis ungen im eiwilligen P lich au gabenbe eich eduzie wo den sind. Gleichzei ig nimm in solchen S äd en das zi ilgesell- scha liche Engagemen einen besonde en S ellenwe ein, um Engpässe bei de Daseins o so ge auszugleichen. De A ikel un e such die lebenswel lichen Ums ände on zi ilgesellscha lich Engagie en und will dami einen Bei ag zum Ve s ändnis ü den un e schiedlichen Um ang des Engagemen s bes imm e Pe soneng uppen in bes imm en Lebensphasen leis en. Anhand on P ojek e läu en im zi ilgesellscha lichen Engagemen , ini iie on jünge en Pe soneng uppen, we den Hemmnisse und Beda e au gezeig , die die Engagie en e ah en haben. Die Be unde zeigen, dass bü ok a ische und hie a chische Hü den, ge inge We schä zung eiwillige A bei und In e- essenkon lik e zwischen Fö de gebe n und Engagie en on Le z e en als wesen liche Hemmnisse wah genom- men we den. Dem gegenübe s ehen Einzel ak o en zi ilgesellscha lichen Engagemen s, die im Einklang mi den lebenswel lichen Ums änden de Engagie en s ehen, wie gemeinsames A bei en, ein o ene , lexible Rahmen ü das indi iduelle Handeln wie auch dessen lexible Ein eilung und O ganisa ion. Dem Bei ag liegen empi ische Da en zug unde, die du ch Einzel allanalysen in de os deu schen Kleins ad Weißwasse e hoben wo den sind. Schlüsselwö e : Zi ilgesellscha liches, Engagemen , Bo om-up-P ozess, demog aphische Wandel, s uk u - schwache Region, Weißwasse Abs ac : Ci ic engagemen aces majo challenges, especially in ci ies a ec ed by declining popula ions, as social ne wo ks ha e been hinned ou and se ices in he sec o o olun a y municipal compulso y asks ha e been educed. A he same ime, ci ic engagemen is pa icula ly impo an in such ci ies in o de o compensa e o bo - lenecks in se ices o gene al in e es . This pape examines he li e wo lds o olun a ily engaged people and aims Be ween co-c ea ion and daily ou ine: challenges o olun ee ing people o ( e) i alizing hei small own in Eas e n Ge many 362 Oli ia Kummel 1 Einlei ung Zi ilgesellscha liches Engagemen is de Ki , de eine Gesellscha zusammenhäl und das Gemeinwohl s ä k (Zimme 2010: 180; BMFSFJ 2017: 3; Alsche /P ille / Bu kha d 2018: 373). Zudem gil zi ilgesellscha liches Engagemen in seine dem Gemeinwohl dienenden Absich als eine de G undp eile eine demok a isch o ien ie en Gesellscha (Zimme 2010: 180; An ono 2016: 5; Simonson/Ziegelmann/Vogel e al. 2016: 15). Eine besonde e Bedeu ung komm dem zi ilgesell- scha lichen Engagemen bei de Scha ung gleichwe i- ge Lebens e häl nisse zu, in de wachsenden S ad wie in ländlichen Räumen (BBSR 2017: 7). Diese wu den zu Beginn de 2000e -Jah e s a k in F age ges ell und eine e al e en Fö de poli ik zugesch ieben. Da au hin wu de die inanzielle Un e s ü zung ü pe iphe e, s uk- u schwache Regionen zu ückge ah en und zeigen sich in de Ve schlech e ung de S anda ds (Ba lösius/Neu 2008: 21; A ing 2013: 44). Pe iphe e ländliche Gemein- den soll en meh selbs e an wo liche Handlungsspiel- äume bekommen, um so den Rückzug de s aa lichen Gewäh leis ungs unk ionen und die Finanzknapphei de ö en lichen Hand zu kompensie en ( gl. Reim/ Schmi hals 2008: 75). Vo allem in s uk u schwachen, om demog aphischen Wandel be o enen Gemeinden we den auch zukün ig eiwillig Engagie e in die E b in- gung on Daseins o so geleis ungen eingebunden, die o he eilweise s aa lich o ganisie wa en (BBSR 2017: 7). Kleins äd e übe nehmen hie wich ige Anke unk io- nen, um die Ve so gung de dünn besiedel en Räume au ech zue hal en. Dass diese Übe legung zu ku z geg i en is , e schein o ensich lich. So ehlen in om demog aphi- schen Wandel s a k be o enen Regionen o allem jünge e Be ölke ungsg uppen, in denen ein wesen li- ches Po enzial an zi ilgesellscha lichem Engagemen e mu e wi d. Die au g und des Be ölke ungs ückgan- ges s a k ausgedünn en sozialen Ne zwe ke können o die eigen e an wo liche O ganisa ion on zi ilge- sellscha lichem Engagemen kaum meh übe nehmen ( gl. Olk/Gensicke 2014: 207; Nadle 2017: 505). So is es nö ig, ein b ei e es Ve s ändnis ü die Un e - schiede im Engagemen bes imm e Pe soneng uppen bzw. de en Lebensphasen zu en wickeln (Nadle 2017: 507; Kummel/Nadle 2018: 59). Genau hie se z diese Bei ag an: Es we den anhand on P ojek e läu en im zi ilgesellscha lichen Engagemen , ini iie on jünge en Pe soneng uppen, Hemmnisse und Beda e au gezeig , die die Engagie en wäh end ih e P ojek a bei e ah en haben. Im Bei ag wi d de F age nachgegangen, wie zi ilgesellscha liches Engagemen in eine om demo- g aphischen Wandel s a k be o enen S ad e mög- lich und Eigenin e essen s ä ke eingeb ach we den können. Dazu we den im olgenden Kapi el zunächs die Rahmenbedingungen ü zi ilgesellscha liches Enga- gemen in Deu schland da ges ell und exempla isch de Kon ex ü s a k om demog aphischen Wandel be o ene ländliche Regionen Os deu schlands und dessen mögliche Engagemen po enziale e läu e . Das d i e Kapi el be ass sich mi den empi ischen Be unden eine Einzel alls udie, die im Rahmen eine d eijäh igen Beglei ung on Engagie en in de s a k gesch ump en Kleins ad Weißwasse in de Obe lausi z (Sachsen) e hoben wo den sind. Diese we den im ie en Kapi el disku ie . Im Fazi we den Möglichkei en au gezeig , zi ilgesellscha liches Engagemen mi de Lebenswel de Engagie en in Einklang zu b ingen und zu ö de n. o con ibu e o an unde s anding o he di e en le els o in ol emen o ce ain g oups o people in ce ain phases o li e. On he basis o p ojec his o ies in ci ic engagemen , ini ia ed by younge g oups o people, he obs acles and needs expe ienced by hose in ol ed a e highligh ed. The indings show ha bu eauc a ic and hie a chical hu dles, low app ecia ion o olun a y wo k and con lic s o in e es be ween unding bodies and hose in ol ed a e pe cei- ed by he la e as majo obs acles. On he o he hand, he e a e indi idual ac o s o ci ic engagemen ha a e in ha mony wi h he condi ions o he li e wo lds o hose olun a ily ac i e, such as wo king oge he , an open, lexible amewo k o indi idual ac ion and i s lexible di ision and o ganisa ion. The pape is based on empi ical da a coll- ec ed in indi idual case analyses in he small own Weißwasse in Eas e n Ge many. Keywo ds: Ci ic engagemen , Bo om-up p ocess, Demog aphic change, S uc u ally weak egion, Weißwasse Zwischen Mi ges al en und All agsd uck: He aus o de ungen zi ilgesellscha lich Engagie e zu (Wiede )belebung eine Kleins ad in Os deu schland 363 2 Zi ilgesellscha liches Engagemen und demog aphische Wandel Da es ü zi ilgesellscha liches Engagemen un e - schiedliche Beg i s e s ändnisse gib , beziehe ich mich in diesem Bei ag im Wesen lichen au ün Dimensio- nen, die mi diesem Beg i abgedeck we den. –Un e zi ilgesellscha lichem Engagemen e s eh man eine eiwillige, unbezahl e, gemeinwohlo ien- ie e A bei (Deu sche Bundes ag 2002: 24; BAGFA 2014: 2; An ono 2016: 9; P ille 2016: 162; Alsche / P ille /Bu kha d 2018: 373). –Zi ilgesellscha liches Engagemen inde im ö en - lichen Raum s a , also in zi ilgesellscha lichen O ganisa ionen ode im wenige o ganisa ionsge- bundenen Rahmen (An ono 2016: 8; P ille 2016: 162; Alsche /P ille /Bu kha d 2018: 373). –Als zi ilgesellscha liches Engagemen wi d eine Tä igkei e s anden, die nich au be u liche Quali i- ka ionen abziel (An ono 2016: 8; Nadle 2017: 501). –Mi zi ilgesellscha lichem Engagemen wi d keine di ek e poli ische Mach ausgeüb (Nadle 2017: 500). –Zi ilgesellscha liches Engagemen , in das eigene Ideen eingeb ach we den können, wi d au onom und selbs ge üh (BAGFA 2014: 2; An ono 2016: 8). Anhand diese ün Dimensionen soll im Folgenden nähe e läu e we den, ob in den om demog aphi- schen Wandel be o enen S äd en zi ilgesellscha li- ches Engagemen mögliche weise ande s e handel wi d, da die Rahmenbedingungen au g und on Mangel an e schiedens en Ressou cen ande s gelage sind. Zunächs wi d de S and des zi ilgesellscha lichen Engagemen s in Deu schland im Allgemeinen e läu- e , um anschließend die Rahmenbedingungen in den om demog aphischen Wandel be o enen ländlichen Räumen in Os deu schland zu be ach en. 2.1 Zi ilgesellscha liches Engagemen in Deu schland Die Bundes egie ung sieh in de Engagemen poli ik eine Schwe punk au gabe und ha 2016 die Engagemen s a- egie au den Weg geb ach , um zi ilgesellscha liches Engagemen s ä ke zu ö de n und güns ige e Rah- menbedingungen zu En al ung des Engagemen s zu scha en (BMFSFJ 2017: 6). Dami un e s ü z die Bun- des egie ung die ges iegene Zahl an eiwillig Engagie - en. Lau le z em F eiwilligensu ey in 2014 is de An eil Engagie e im Ve gleich zu E hebung in 2009 um 7,7 % au 43,6 % deu schlandwei ges iegen. Sei Beginn de E hebungen im Jah 1999 is diese Zahl besonde s in den le z en ün Jah en s a k anges iegen. Dies kann zum einen am ges iegenen Bildungsni eau, zum ande en an de e meh en Bewuss seinsbildung du ch Poli ik und Ö en lichkei liegen (Simonson/Ziegelmann/Vogel e al. 2016: 15-16). Ein wei e e G und ü den ges iegenen An eil an Engagie en is e ne die Di e si izie ung on Engage- men o ma en (K imme 2015: 5), wie F eiwilligenagen- u en, Meh gene a ionenhäuse , Bü ge s i ungen ode auch zei lich beg enz e, hemenbezogene Ini ia i en (Gunde 2010: 110), die ein zusä zliches Angebo zum adi ionellen Eh enam anbie en. Viele s aa liche P o- g amme un e s ü zen zi ilgesellscha liche Ini ia i en, die sich ü das Gemeinwohl einse zen. Häu ig wi d dabei Engagemen mi de Au lage un e s ü z , Pa - ne scha en mi Bü ge innen und Bü ge n, Kommunen und S aa einzugehen (Gunde 2010: 110; Klie/Ma zlu 2012: 749; o.V. 2018: 27). Bei de Zusammena bei zwi- schen Bü ge innen/Bü ge n und Kommunen gib Nadle (2017: 507) jedoch zu bedenken, dass sich Ve wal ung und Poli ik häu ig als die einzig legi imen Ins i u ionen sehen, gemeinwohlo ien ie e In e essen zu de inie en und du chzuse zen. Ein Mi ges al en de S ad gesell- scha is dann schwie ig, wenn Daseins o so geleis un- gen on Engagie en e b ach we den sollen. Die Ge ah bes eh da in, dass die Au gaben, die on Bü ge innen und Bü ge n übe nommen we den sollen, nich ih en Eigenin e essen en sp echen und sie sich dann wenige einb ingen wollen (Nadle 2017: 507). Gene ell wi d on ielen Engagie en meh Eigen e an wo ung und ein Abbau bü ok a ische Hü den ge o de (Kummel/Nadle 2018: 59). Auch de F eiwilligensu ey 2014 beleg mi Zahlen, dass sich übe die Häl e de Engagie en ü meh In o ma ion und Be a ung zum Engagemen wie auch ü eine Un e s ü zung bei de Auss a ung mi ein achen Ressou cen wie Räumlichkei en und Auss a - ungsmi eln aussp echen (Simonson/Ziegelmann/Vogel e al. 2016: 21). K imme (2015: 5) o de deshalb einen e möglichenden S aa , de die Selbs o ganisa ion und den Eigensinn im Engagemen ö de . Zi ilgesellscha liches Engagemen is nich in allen Regionen Deu schlands gleich e eil . Ge ade in den om demog aphischen Wandel be o enen Regionen nimm de An eil engagie e Menschen ab, da du ch die hohen Be ölke ungs e lus e o die k i ische Masse an Engagemen po enzial zu Selbs o ganisa ion ehl 364 Oli ia Kummel (Nadle 2017: 505). Gleichzei ig wi d in diesen Regionen ein e höh e Beda an zi ilgesellscha lichem Enga- gemen es ges ell , dem o allem du ch An eize und Un e s ü zung selbs o ganisie e Hil eleis ungen begeg- ne we den kann (ARL 2016: 33). 2.2 Demog aphische Wandel in Os deu schland De demog aphische Wandel in Os deu schland is , o allem in ländlichen Räumen und de en Kleins äd- en, du ch massi e Be ölke ungs e lus e gekennzeich- ne . Bei de jünge en Be ölke ung zwischen 19 und 30 Jah en sind die Wande ungs e lus e am höchs en. Fes zus ellen is ein Wes -Os -Ge älle im An eil de Engagie en. Wäh end sich im Jah 2014 in Wes - deu schland 44,8 % de Be ölke ung engagie en, wa en es in Os deu schland 38,5 % (Kausmann/Simon- son 2016: 564). Diese Un e schiede beg ünden Nadle (2017: 501) wie auch Olk und Gensicke (2014: 19) zum einen dami , dass wäh end de DDR-Zei die Zi ilgesell- scha o ü poli ische Zwecke ins umen alisie wu de, zum ande en du ch eine hohe A bei slosigkei , ge olg on massi en Abwande ungsp ozessen nach de Wie- de e einigung, die o allem ländliche Regionen s a k ausdünn en und Familiens uk u en au b achen. Olk und Gensicke (2014: 203) weisen in diesem Zusammenhang da au hin, dass Engagemen in s uk u schwachen Regionen Os deu schlands eine ande e Sinnzusch ei- bung e äh . Ge ade on den Ve bliebenen wi d Enga- gemen als soziale In eg a ion ode als Ve besse ung de Quali ika ion und Beschä igung bei A bei slosigkei be ach e wie auch als We schä zung, Ane kennung und Familiene sa z on äl e en Menschen genu z (Olk/ Gensicke 2014: 178). In olgedessen un e scheiden sich auch die Engagemen s uk u en dahingehend, dass in Wes deu schland ehe o male Ve einss uk u en be o - zug we den, wäh end in Os deu schland das in o melle ode p i a e Engagemen , wie gegensei ige Hil eleis un- gen im Familien-, F eundes- und Nachba scha sk eis, e b ei e is (Reim/Schmi hals 2008: 78; Olk/Gensicke 2014: 12; Kausmann/Simonson 2016: 569-570). Le z e- es wi d on den in o mell Engagie en o selbs nich als solches wah genommen und auch demnach in den S a is iken kaum au (Kummel/Nadle 2018: 56). Eine wei e e E klä ung ü un e schiedliche Enga- gemen quo en wi d in de ungleichen Ve eilung on Engagemen e möglichenden Ein ich ungen gesehen. Bischo und Rahn (2015: 12) sp echen hie on einem Wes - Os - wie auch on einem Süd-No d-Ge älle. Si le , Am hein und K imme (2015: 49) schlagen deshalb Engagemen -Fö de egionen o , die sowohl kommunale, gesellscha liche, demog aphische und wi scha liche Rahmenbedingungen einbeziehen wie auch in o melles Engagemen mi einbe en, um lokale o ganisa ionsübe g ei ende Engagemen s a egien zu en wickeln, die dann au onom und ohne s aa lich s eu- e nde Ein lüsse umgese z we den. Zi ilgesellscha liches Engagemen komm somi de Au gabe nach, auch in s uk u schwachen Regio- nen zu Lebensquali ä beizu agen. Die Bewe ung on Lebensquali ä häng o allem om gesellscha lichen Zusammenhal ab (Küppe /S ein üh e 2017: 52). Klie und Ma zlu (2012: 748) wie auch Kummel und Nadle (2018: 59) me ken dazu jedoch k i isch an, dass zi il- gesellscha liches Engagemen kein Allheilmi el is , dem demog aphischen Wandel und seinen Folgen zu begegnen. Vielmeh sei es nö ig, G enzen zu e kennen und die Rolle de Mi ges al e innen und Mi ges al e neu zu de inie en. S ein üh e , Küppe und Tau z (2012: 5) be ich en, dass o allem in de kul u ellen, gemein- scha ss i enden Daseins o so ge zi ilgesellscha li- ches Engagemen eine wich ige Rolle einnimm . Alle - dings sind Engagie e ge ade in s a k gesch ump en Kleins äd en au un e s ü zende S uk u en, wie Ve läss- lichkei in de Planung und Ressou cen, angewiesen, um eine Kon inui ä im Engagemen zu ö de n (S ein- üh e /Küppe /Tau z 2012: 5). Im Raumo dnungsbe ich 2017 (BBSR 2017: 54) wie auch on Gunde (2010: 115) wi d eben alls emp ohlen, eine „Un e s ü zungskul u “ zu p legen, adminis a i e Hü den ü Engagemen nied ig zu ges al en und bes imm e Be ölke ungsg uppen in ih en Lebenszusammenhängen zu ak i ie en. Besonde e Bedeu ung komm den Kleins äd en als Anke unk ion in den ländlichen Regionen zu, die on Be ölke ungs e lus en und s a ke Übe al e ung be o - en sind. In ländlichen Kleins äd en kann die G und- e so gung an Daseins o so geleis ungen meis noch e üll we den. Dennoch hemmen auch hie nich meh o handene ö en liche In as uk u en eiwilliges Enga- gemen , weil Ansp echpa ne innen/-pa ne und Res- sou cen ehlen. 2.3 Engagemen po enziale in Kleins äd en Os deu schlands Poli ische Umb üche, wie sie in Os deu schland e leb wu den, e o de n bes imm e S a egien, um sich neu zu o ien ie en ode zu übe leben. Willisch (2011: 83) besch eib in diesem Zusammenhang eine Reduk ion Zwischen Mi ges al en und All agsd uck: He aus o de ungen zi ilgesellscha lich Engagie e zu (Wiede )belebung eine Kleins ad in Os deu schland 365 au das Wesen liche als Übe lebens- ode Sch ump- ungsa angemen s: Vom Kos en Ve u sachenden wi d sich e abschiede , alles Nü zliche wi d zusammen- gehal en. Visuell kommen diese Sch ump ungsa an- gemen s du ch b achge allene, ehemals bedeu same, iden i ä ss i ende soziale In as uk u en wie Gemein- scha shäuse und Schulen d as isch zum Ausd uck (S ein üh e /Mose 2016: 265). Als „Lei igu en“ und „Kümme e “ we den solche Pe sonen be i el , die du ch ih Engagemen al e na i e Lösungen ü diese b ach- ge allenen Gemeinscha sein ich ungen au zeigen und wei e e Pe sonen ü ih e Ideen begeis e n können. Die Neuaneignung in Eigen e an wo ung ha auch symbo- lischen Cha ak e : S aa liche Funk ionen we den nich e se z , sonde n neuen Gegebenhei en angepass und posi i in We gese z (S ein üh e /Mose 2016: 273). S ell sich die F age, we diese En al ungs äume in os deu schen Kleins äd en in ländlichen, s uk u - schwachen Räumen nu z , um eigene Ideen on zi il- gesellscha lichem Engagemen umzuse zen. Schau man sich die empi ischen Be unde des F eiwilligensu - eys 2014 an, so is zu e kennen, dass sich bes imm e Be ölke ungsg uppen un e schiedlich s a k engagie en. F auen sind ge ing ügig wenige engagie (41,5 %) als Männe (45,7 %). Un e den Be ölke ungsg uppen im Al e zwischen 14 und 29 Jah en (46,9 %) und zwischen 30 und 49 (47,0 %) is das Engagemen wei aus s ä ke e ablie als bei den übe 65-Jäh igen (34,6 %) (Vogel/ Hagen/Simonson e al. 2016: 93). Be ei s aus dem e s en Engagemen be ich on 2012 geh he o , dass o allem F auen in bes imm en Be ei- chen wie im Spo ode in Lei ungsposi ionen un e ep ä- sen ie sind. Zudem is ih Engagemen in den Lebens- phasen un e schiedlich ausgep äg . Wäh end junge F auen im Al e zwischen 25 und 30 Jah en im ö en li- chen Engagemen wenige ak i sind als Männe , un e - scheide sich die Engagemen quo e im Al e zwischen 45 und 55 Jah en kaum zwischen den Geschlech e n (BMFSFJ 2012: 13). Einen wei e en G und ü das ge in- ge e Engagemen bilden die ge ingen Ve wi klichungs- äume quali izie e junge F auen in ländlich-pe iphe en Regionen Os deu schlands. Mi ih en k ea i en Po enzi- alen geben jedoch ge ade sie Impulse ü neue Fo men zi ilgesellscha lichen Engagemen s (Gable /Kollmo - gen/Ko wi z 2016: 5). Das Engagemen de Jugend- lichen im Al e zwischen 14 und 29 Jah en ha in den le z en ün Jah en s a k zugenommen, o allem bei Schüle innen und Schüle n, was dami beg ünde wi d, dass e meh ein höhe e Bildungsabschluss ange- s eb wi d. Zi ilgesellscha liche O ganisa ionen haben das Engagemen po enzial de Jugendlichen e kann und ak i ie en sie geziel (Vogel/Hagen/Simonson e al. 2016: 94). Nich zule z is eiwilliges Engagemen ü Schüle innen und Schüle a ak i , wenn sie dadu ch Vo eile ü ih e spä e e Be u swahl e zielen (BMFSFJ 2012: 14). Auch die Enque e-Kommission „Zukun de ländlichen Regionen o dem Hin e g und des demo- g a ischen Wandels“ sowie Mai und Swiaczny (2008: 15) eilen die Meinung, dass die Ak i ie ung Jugendliche zu nachhal igen En wicklung ländliche Räume une lässlich is , alle dings b auche es al e na i e Fo ma e und es e Ansp echpa ne innen/-pa ne , um ein kon inuie liches Engagemen zu e möglichen (Land ag B andenbu g 2018: 85-86). Als wei e es Engagemen po enzial in Kleins äd en Os deu schlands lassen sich Pe sonen mi eine Zuwan- de ungsgeschich e besch eiben. Diese weisen zwa au - g und sozials uk u elle Fak o en ein nied ige es lang- is iges Engagemen au (BMFSFJ 2012: 13), e ügen jedoch übe E ah ungen on ande swo, die sie an ih em neuen Wohno einb ingen können. Vo allem gil es, diese d ei Be ölke ungsg uppen mi ih en bislang in zu ge ingem Um ang eingeb ach en Engagemen po enzialen zukün ig in s ä ke em Maße einzubinden. Von de Fachwel we den dazu Bo om- up-Pa ne scha en o geschlagen, um bes imm e zi il- gesellscha liche G uppen zu ak i ie en, Sozialkapi al zu en wickeln und egionale Koope a ionen zu ö de n (Bee z/Huning/Plieninge 2008: 296; Küppe /Kundol / Me enbe ge e al. 2018: 231). Aus diesen Bo om-up- P ozessen können S a egien en wickel we den, die in Kleins äd en einen kollek i en und kollabo a i en Umgang mi den Folgen de Sch ump ung an egen. 3 Zi ilgesellscha lich Engagie e in eine sch ump enden Kleins ad Os deu schlands 3.1 Das Fallbeispiel Weißwasse Im Rahmen de Beglei o schung ü das P ojek „Klein- s ad mach Leu e, Leu e machen Kleins ad : Inno a i e An eizsys eme ü ak i e Mi ges al ung im demog a i- schen Wandel am Beispiel Weißwasse /Obe lausi z“ („Kleins ad _ges al en“), ge ö de du ch das P og amm „Kommunen inno a i “ om Bundesminis e ium ü Bildung und Fo schung (BMBF), wu den ach Bü ge p o- jek e on Engagie en ins Leben ge u en, die haup säch- 366 Oli ia Kummel lich Beda e in de kul u ellen Daseins o so ge abdeck- en. Das P ojek wa in Weißwasse als Re e enzs ad angesiedel und ha e eine Lau zei on 2016 bis 2019. Das Ziel des P ojek es bes and da in, die spezi ischen Bedü nisse de Be ölke ungsg uppen Jugendliche, junge F auen und Rückkeh e /Zugezogene zu e o - schen, die An eiz- und Ane kennungskul u ü de en Engagemen auszubauen und ü sie meh Möglich- kei s äume zu scha en. Mi dem P ojek wa als Ziel die E p obung on An eiz- und Ak i ie ungsmechanismen ü die d ei oben genann en Zielg uppen e bunden, um anschließend die Bü ge p ojek e in die Ve s e igung zu üh en und ein kon inuie liches Engagemen siche - zus ellen. Im Rahmen des P ojek s „Kleins ad _ges al- en“ wu den die Bü ge p ojek e du ch zwei Mi a bei e in einem Vo -O -Bü o und du ch einen Kleinp ojek e onds un e s ü z , de on de S ad e wal ung Weißwasse e wal e wu de. Weißwasse is eine ehemalige Indus ies ad , g oß gewo den du ch die Glas- und Mon anindus ie. Auch heu e noch bes immen diese beiden Indus ie- zweige einen Teil de kleins äd ischen Wi scha , jedoch längs nich meh in dem Um ang wie zu DDR-Zei en. Die Kleins ad im äuße en No dos en Sachsens is umgeben on einem dünn besiedel en, s uk u schwa- chen Raum und lieg an de G enze zu B andenbu g und Polen. Weißwasse wi d o allem du ch eine ou is isch genu z e Landscha im No den einge ahm : dem g enz- übe sch ei enden UNESCO Global Geopa k „Muskaue Fal enbogen“ und dem Fü s -Pückle -Pa k Bad Muskau sam Schloss. Im Süden g enz de noch ak i e B aun- kohlen agebau „Noch en“ an die S ad g enze. Nach de Wiede e einigung ha e die S ad massi e Abwande- ungen zu e zeichnen, o allem on jünge en Men- schen. Übe die Häl e de Be ölke ung e ließ sei 1990 die S ad , sie sch ump e on und 38.000 Einwohne n 1989 au und 16.000 Einwohne im Jah 2018 (Kummel/ Nadle 2018: 54). Vo allem das S äd ebau ö de p og amm „S ad - umbau Os “ e ände e den S ad g und iss. Das Neu- baugebie „Weißwasse Süd“, in dem zu DDR-Zei en 67 % de Einwohne innen/Einwohne leb en, wu de as komple ückgebau und wiede au ge o s e (S ölzel 2019: 22). Vo allem den kommunalen Wohnungsun e - nehmen soll e du ch die „En las ung sogenann e DDR- Al schulden ein s a ke Be eiligungsan eiz“ gebo en we den (S ein üh e /Mose 2016: 271), was ehe eine „En ep eneu alisie ung“ im Sinne de Anpassung s a Wachs um gleichkam (Be n 2009: 755). Be n , Kabisch und Pe e (2005: 54) besch ieben die Wah nehmung des massi en Sch ump ungsp ozesses noch wie olg : „De Niede gang Weißwasse s ha bei de Be ölke ung zu eine Dominanz on Ve lus mo i en in de Wah - nehmung de S ad en wicklung ge üh . Die Suche nach Zukun sop ionen wi d dadu ch blockie .“ Fü die Bewohne innen und Bewohne , die in Weißwasse -Süd leb en und au gewachsen sind, is mi dem komple en Ab iss g oße Teile des S ad gebie es ein S ück Heima e lo en gegangen. Somi b ach e de S ad umbau zwa eine ökonomische Sanie ung, gab abe den ehemaligen Bewohne innen und Bewohne n kaum ges al e ischen Spiel aum, den S ad umbaup ozess ak i mi zuges al en (Be n /Kabisch/Pe e 2005: 51; Bee z/Huning/Plieninge 2008: 296; Be n 2009: 763-765). Du ch die inanziellen Engpässe de S ad e wal ung wu den bei den eiwil- ligen Au gaben im Kul u be eich Einspa ungen o ge- nommen. Zudem zog sich 2016 de Ene gie e so ge Va en all AG aus de Region zu ück. Viele Kommunen in de Region ha en dadu ch Millioneneinbußen zu e - zeichnen. So muss e Weißwasse ü die e gangenen Jah e as zehn Millionen Eu o Gewe bes eue zu ück- zahlen, da de Konze n Ve lus e zu e zeichnen ha e (Moe i z 2016: o.S.). Sei Ku zem schwäch sich jedoch die nega i e Be ölke ungsen wicklung ab (Weißwasse 2020).1 Ein Rückkeh e ass seine Wah nehmung zu Weißwasse s Wandel in den 15 Jah en seine Abwesen- hei olgende maßen zusammen: „Also on dem, was ich so mi bekommen habe, sind die Leu e ein bisschen op imis ische gewo den. Also o sieben, ach Jah en is man hie du ch die S ad gegangen, da woll e man wi klich nu noch weg. Weil alle g immig geguck haben. Das has du denen angesehen, die ha en i gendwie keine F eude, […] Ich meine, es is kla , hie haben sie die halbe S ad weg- ge issen. [...] Das wa en massi e Ve ände ungen, mi denen die hie kla kommen muss en. Und eigen lich kons an sei de Wende haben hie ja die Ve ände ungen angehal en. Und je z is es, glaube ich, in einem S adium, wo ein bisschen Ruhe einkomm . Wo die g oßen, massi en Ve ände ungen du ch sind e s einmal. Also die ich ig g oßen. Und wo die Leu e auch wiede ein bisschen, ja, einen Lich blick haben. […] Es en wickeln sich wiede Ideen und die haben ielleich auch meh Pe spek i en ode , au lange Sich gesehen, ein ach wiede einen op imis ische en Blick in die Zukun . Also das ha sich wi klich doll geände “ (Rückkeh e 06, 05.02.2018).2 1 Vgl. h ps://www.weisswasse .de/zahlen_ ak en (18.03.2020). 2 Die In e iews de Zugezogenen und Rückkeh e wu den ansk ibie und anonymisie . Die T ansk ip e wu den den jeweiligen d ei Zielg uppen des P ojek es zugeo dne , wie „junge F auen“, „Jugendliche“ und „Rückkeh e “, und mi eine Numme e sehen. Zwischen Mi ges al en und All agsd uck: He aus o de ungen zi ilgesellscha lich Engagie e zu (Wiede )belebung eine Kleins ad in Os deu schland 367 3.2 Me hodisches Vo gehen Die ach Bü ge p ojek e und die Neuau lage eines zu o be ei s angedach en Bü ge p ojek es wu den als Einzel allanalyse in eine e hnog aphischen S udie ( gl. Flick 2012) mi eilnehmende Beobach ung ( gl. Pa on 2002) wie auch mi Einzel- und G uppenin e - iews wissenscha lich beglei e . Es wu de die e hno- g aphische Me hodik gewähl , da mi ih Einblicke in die All agswel de Engagie en gegeben we den können, um de en spezi ischen Bedü nisse he auszus ellen und de en Möglichkei s äume auszulo en, um he aus- zu inden, un e welchen Bedingungen ein lang is iges Engagemen möglich e schein . In einem Feld agebuch wu den die Beobach ungen und P ojek gesp äche mi den Engagie en, P ojek mi a bei e innen/-a bei e n und Bü ge innen/Bü ge n Weißwasse s es gehal en. Zu Beginn und zum Abschluss wu den mi den Engagie en je sieben eils anda disie e Lei adenin e iews (n=14) und wäh end de P ojek du ch üh ung d ei zweis ündige G uppenin e iews mi den Ini ia o en de Bü ge p o- jek e du chge üh . Wäh end de P ojek lau zei gaben d ei Engagie e ih e Bü ge p ojek e au ode gaben sie wei e an ih e Nach olge . Die G ünde ü ih Ausschei- den wu den eben alls in Lei adenin e iews e ass . Die Lei adenin e iews, die als Einzelin e iews ge üh wu den, um ass en eine Daue on 24 bis 68 Minu en. Säm liche In e iews wu den mi dem Ein e s ändnis de Engagie en au gezeichne und anschließend an- sk ibie . Ausgewe e wu den die Feld agebuchno izen und T ansk ip e de Einzel- und G uppenin e iews mi - hil e de quali a i en s uk u ie en Inhal sanalyse ( gl. May ing 1994), um sie e s ehend zu in e p e ie en und so ein ealis isches Bild de Engagie en zu zeichnen. Anschließend wu den die E gebnisse zielg uppenspe- zi isch zusammenge ass und e glichen. Folgende F agen wa en dabei e kenn nislei end: Welche hinde n- den und ö de nden Aspek e beein luss en den P ojek - e lau ? Welche S a egien e olg en die Engagie en zu Umse zung ih e P ojek e? Wie in eg ie en sie ih Engagemen in ih e All agswel ? Au g und de äumlichen Selek i i ä läss die Analyse keine Ve allgemeine ungen zu, sonde n zeig Ak i ie ungs- und Handlungsmus e wäh end des Umse zungsp ozesses de Bü ge p ojek e au . Diese sind spezi isch ü den Fall Weißwasse und nu un e ähnlichen Ausgangsbedingungen au ande e S äd e und s äd ische Gesellscha en übe agba . Im Wesen lichen können du ch Sys ema isie ung des Da enma e ials ie An eizop ionen iden i izie we den: Engagemen als p o essionelle Wei e quali izie ung, Engagemen als Jobgene a o , Engagemen und Eigenin e essen, Enga- gemen und Gemeinwohl. 3.3 „Die Zei is das P oblem“ – An eizop ionen ü die Engagie en De empi ische Teil des Bei ages widme sich de Da s ellung de All agswel de Engagie en und de Umse zung ih e Bü ge p ojek e. Anhand de Ka ego- ien Lebensho izon e, Ak i ie ung zum Engagemen , Beda so ien ie ung, P ojek e lau , Un e s ü zung und P ojek e s e igung, die aus dem Da enma e ial selek ie wu den, we den die in Kapi el 3.2 genann en ie An eizop ionen, sich zu engagie en, eingehende beleuch e . 3.3.1 Engagemen als p o essionelle Wei e quali izie ung Viele Engagie e nu zen ih e be u liche Quali ika ion und se zen ih Wissen auch im eiwilligen Engagemen ein. Es gib abe auch Engagie e, die, noch neu in ih em Job, das eiwillige Engagemen als p o essionelle Wei- e quali izie ung sehen, um ih e be u lichen Chancen zu e wei e n. Vo allem zwei junge männliche Rückkeh e , die jeweils ein S udium e olg eich abgeschlossen und noch keine eigene Familie geg ünde ha en, ha en jeweils ih eigenes Bü ge p ojek an den S a geb ach , alle dings mi un e schiedlichen Beda so ien ie un- gen. Bens3 Bü ge p ojek wa s a k au den kul u ellen Be eich ausge ich e , da e auch halb ags im Kul u be- eich anges ell wa und so Be u und Engagemen e - binden konn e: Es is sozusagen ‘n Teil meine A bei , die ich do mache, den Kul u aum ode das Konzep ü den Kul u aum zu übe a - bei en. […] Also, da kann man die Ansa zpunk e wunde schön e knüp en. […] Also ich e suche, das dann ein ach p agma- isch zu sehen. Wenn ich dann einmal mi jemandem am Tisch si ze, den ich hal genau dann habe, wa um soll ich den nich noch au was ande es ansp echen? […] Und es b ing mi ja auch ü die A bei dann wiede ‘n Meh we , weil dieses Ne z- we k au bauen s eh ja auch bei uns mi d in in de Konzep ion und deswegen is das ja ‘ne Sache, die so ‘n bisschen ineinan- de g ei und deswegen denke ich mal, ha man auch ‘n ganz gu en Ansa zpunk (Ben, 30.01.2017). 3 Die Namen de Engagie en wu den du ch ik i e Namen ausge ausch , um de en Pe sönlichkei zu schü zen. 368 Oli ia Kummel Tims Bü ge p ojek widme e sich de Di e si izie- ung de sozialen In as uk u im Be eich de Kinde - be euung. E e band eben alls sein Engagemen seh e izien mi seinem Be u als P ojek mi a bei e im soziokul u ellen Be eich und als p o essionelle Wei e - quali izie ung. Alle dings wa en seine An eizop ionen nich p imä be u liche Na u , sonde n auch s a k ge ie- ben om Gemeinwohl und dem Ziel, eine En las ung ü Alleine ziehende zu scha en und somi zu Ve besse- ung ih e Lebensbedingungen beizu agen. „Also, es mo i ie mich auch, weil‘s ja schon mi meine A bei zu un ha , ne? Also, es mo i ie mich, wei e hin das zu un, was ich je z eigen lich schon ue, also, dass ich ü mich und meine Zukun auch sage, das mach mi Spaß, ne, ind‘s oll, wenn man Menschen hil , denen ‘s eben nich so gu geh , ode die hal , die‘s schwie ig haben im Leben, und das wü de mich ein ach wei e mo i ie en, dass ich genau da wei e so an de S ange bleibe, und is hal ‘ne pe sönliche Mo i a- ion ü mich und meine A bei und was ich ue, genau“ (Tim, 18.01.2017). Beide wu den in ih em Engagemen un e s ü z on ih en Kolleginnen/Kollegen und Vo gese z en. Im wei- e en P ojek e lau ha e Tim jedoch mi iele lei bü o- k a ischen Hü den zu kämp en, du ch die e sich mu ig schlug: „Ende Augus gab es ein Gesp äch zwischen Tim und de O ganisa ion4, Ende Sep embe dazu eine E-Mail on de O ganisa ion, die besch eib , dass ü das P ojek eine Be iebse laubnis ü einen o enen Kinde e no wendig is , wo ü wiede um hohe An o de ungen bes ehen. Die a isie e Koope a ion mi de O ganisa ion e schein dami hin ällig. Das Bü ge p ojek kann in de u sp ünglichen Fo m au g und zu hohe behö dliche /bü ok a ische Au lagen (exempla- isch: Jugendam […]) nich im Eh enam umgese z we den“ (Auszug aus dem Feld agebuch, 17.10.2017). Le z endlich wu de mi de Un e s ü zung des Vo -O - Bü os eine al e na i e He angehensweise gewähl , in de de O und die Quali ika ion de Be euungspe so- nen du ch das Ve auen de El e n beu eil wu den. Es kam zu einem Speed-Da ing-Te min mi El e n, Kinde n und äl e en Pe sonen, die ge ne ein Kind auße halb de Kinde ga enzei en be euen woll en. Diese Ve ans al- ung ha e einen g oßen Zulau und es konn en dadu ch einige eh enam liche G oßel e n e mi el we den. Schließlich muss e Tim jedoch au g und pe sönliche G ünde und wegen des immens hohen, bü ok a ischen Au wands beim Mi elab u im Kleinp ojek e onds und den dami e bundenen pe sonellen Ve an wo lichkei- 4 De Name de O ganisa ion wu de du ch „O ganisa ion“ e se z . en in de S ad e wal ung selbs das Bü ge p ojek nach e was übe einem Jah Lau zei au geben. De bü ok a i- sche Au wand ha e zu iel Zei in Ansp uch genommen, was ü einen Einzelkämp e nich meh leis ba wa . Tim schä z , dass 50-60 % seine Zei als Engagie e nu ü buchhal e ische und o ganisa o ische Tä igkei en au ge- b ach wu den. Das ha ihn ex em demo i ie . Auch Ben gab sein Bü ge p ojek nach eineinhalb Jah en au , nachdem bes imm e P ojek e läu e nich zu iedens ellend gelau en wa en und seine u sp üngliche Idee, die Ve bindung zwischen Kul u und Spo , ga nich zum T agen gekommen wa . Le z en Endes wa en es pe sönliche und be u liche G ünde, die zum Abb uch des P ojek es üh en, denn Ben e ließ anschließend Weiß- wasse . Zu Bens Bü ge p ojek gab es eine Neuau lage: Ein Jugendliche , de sich zu de Zei ge ade im P ak ikum bei einem soziokul u ellen Ve ein und ku z o Au nahme seines S udiums be and, leg e ein Kuns p ojek au , das nun jäh lich einmal mi wechselnden P o agonis en s a - inden soll und dann om Ve ein selbs ge agen wi d. 3.3.2 Engagemen als Jobgene a o Dass Engagemen in s uk u schwachen Räumen genu z wi d, um besse e Chancen au dem A bei s- ma k zu haben, wu de be ei s in Kapi el 2.2 e läu e . Im P ojek „Kleins ad _ges al en“ wa en es sechs junge männliche und weibliche Ge lüch e e mi ih en Familien, die du ch ih Bü ge p ojek zum einen den in e kul u ellen Aus ausch ö de n, zum ande en in Weißwasse ‚ankom- men‘ woll en. Du ch gas onomische Angebo e woll en sie sich einen Lebensun e hal e dienen, so wa zumin- des de Plan zu An ang des P ojek es. Auch Lukas, ein a bei slose Alleine ziehende , e band sein Engage- men in einem ande en Bü ge p ojek mi de Jobsuche: „Wenn man selbe in eine Si ua ion is , wo ü einen selbe die be u liche Pe spek i e seh unkla is , dann is es eigen lich ganz no mal, dass man einen g oßen Teil de Ene gie da ü e wenden muss. Auch sagen wi mal die Exis enzsiche ung, ein Kind zu haben, da is das Engagemen eben das We k- zeug dazu” (Lukas, 01.11.2017). Die Ge lüch e en wu den on Hans un e s ü z , de haup am lich mi seinem Ve ein soziale P ojek e ö de . Im wei e en Ve lau des P ojek es ges al e e es sich zunehmend schwie ige , einen ande en eh enam lichen Koo dina o zu inden, de Hans ablösen soll e, dami diese sich seinen eigenen haup am lichen P ojek en widmen konn e. Ein wei e e schwie ige Fak o wa die Sp achba ie e de Ge lüch e en. Deshalb soll e de Zwischen Mi ges al en und All agsd uck: He aus o de ungen zi ilgesellscha lich Engagie e zu (Wiede )belebung eine Kleins ad in Os deu schland 375 läu e. Hie bei zu nennen sind o allem in bes imm en Lebensphasen be u liche und amiliä e Hin e g ünde wie auch Neuo ien ie ung und be u liche Quali ika ion, die einen aku en Zei mangel ode soga den Abb uch des Engagemen s nach sich ziehen. Möglichkei en, au diese lebenswel lichen Ums ände einzugehen, liegen in eine e möglichenden „Un e s ü ze kul u “ (Rehm 2008: 5), de diese „pe o ie en Lebensläu e“ (Eh ha d 2011: 215; Holls ein 2015: 294) mi meh ode wenige ode phasenweise keinem Engagemen zulassen. Wich ig sind dabei eine We schä zung des eiwillig eingeb ach- en Zei budge s sowie Kon inui ä und Zu e lässigkei in de Un e s ü zung. Danksagung: Ich danke den anonymen Gu ach e n wie auch den Sch i lei e n diese Zei sch i ü ih e hil ei- chen Kommen a e und Anme kungen. Li e a u Alsche , M.; P ille , E.; Bu kha d , L. (2018): Zi ilgesellscha liches Engagemen . 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