Wie offen sind strukturierte Promotionen wirklich?
Abstract
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Full text
Neumeye , Sebas ian
A icle — Published Ve sion
Wie o en sind s uk u ie e P omo ionen wi klich?
KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie
P o ided in Coope a ion wi h:
Sp inge Na u e
Sugges ed Ci a ion: Neumeye , Sebas ian (2022) : Wie o en sind s uk u ie e P omo ionen wi klich?,
KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie, ISSN 1861-891X, Sp inge Fachmedien
Wiesbaden GmbH, Wiesbaden, Vol. 74, Iss. 1, pp. 95-111,
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-022-00817-8
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/309931
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DISCUSSIONS
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-022-00817-8
Köln Z Soziol (2022) 74:95–111
Wie o en sind s uk u ie e P omo ionen wi klich?
Anme kungen zum Ve gleich soziale Ungleichhei en in einem
Bei ag on Susanne de Vogel
Sebas ian Neumeye
Eingegangen: 19. Juli 2018 / Angenommen: 7. Mä z 2022 / Online publizie : 11. Ap il 2022
© De /die Au o (en) 2022
Zusammen assung In diese Zei sch i un e such e Susanne de Vogel (2017) die
F ages ellung, inwiewei sich soziale Ungleichhei en beim Zugang zu indi iduel-
len und s uk u ie en P omo ions o men un e scheiden. Anhand mul inomiale Re-
g essionen schä z de Vogel A e age Ma ginal E ec s (AMEs) de Bildungshe kun
au die Übe gangswah scheinlichkei en in die e schiedenen P omo ions o men und
komm zu dem Schluss, dass „die Bildungshe kun beim Übe gang in s uk u ie -
e P omo ions o men und S ipendienp og amme on ge inge e Bedeu ung [is ] als
bei de Au nahme eine Indi idualp omo ion“ (de Vogel 2017, S. 463). Die o lie-
gende Replik illus ie , wa um de Ve gleich de AMEs bei deu lich a iie enden
Randhäu igkei en de Übe gänge i e üh end is . Als Al e na i e we den ela i e Un-
gleichhei smaße he angezogen. Es wi d o geschlagen, P ozen sa zdi e enzen und
AMEs an den Randhäu igkei en de Übe gänge zu ela i ie en, um e gleichende
Aussagen übe die Rep äsen a ion de He kun sg uppen in e schiedenen P omo-
ionsal e na i en e en zu können. Die E gebnisse zeigen, dass Absol en en aus
nich akademischem El e nhaus in s uk u ie en P og ammen endenziell schwäche
ep äsen ie sind als in indi iduellen P omo ions o men, wäh end Absol en en mi
einem p omo ie en El e n eil in s uk u ie en P og ammen s ä ke e e en sind
als in indi iduellen P omo ions o men. Des Wei e en we den die Konsequenzen de
Wahl des Ungleichhei smaßes ü die In e p e a ion de Dekomposi ionsanalysen
da ges ell . De Bei ag schließ mi me hodischen Emp ehlungen ü Ve gleiche
soziale Ungleichhei en zwischen Übe gangsal e na i en.
Schlüsselwö e Bildungshe kun · Bildungsübe gänge · Ungleichhei s e gleich ·
AME · Dekomposi ion
S. Neumeye ()
Leibniz-Ins i u ü Bildungs e läu e (LI Bi)
Wilhelmspla z 3, 96047 Bambe g, Deu schland
E-Mail: sebas ian.neum[email p o ec ed]
K
96 S. Neumeye
How Open A e S uc u ed Doc o a es Really?
A Commen on he Compa ison o Social Inequali ies in an A icle by Susanne de
Vogel
Abs ac In his jou nal, Susanne de Vogel (2017) examines he ques ion o o
wha ex en social inequali ies di e be ween indi idual and s uc u ed doc o a es.
Based on mul inomial eg essions, he a e age ma ginal e ec s (AMEs) o edu-
ca ional backg ound on he ansi ion o he a ious o ms o doc o al s udies a e
es ima ed. The au ho concludes ha he educa ional backg ound is o less impo -
ance in he ansi ion o s uc u ed doc o al p og ams and schola ship p og ams
han in he ansi ion o indi idual doc o a es (de Vogel 2017, p. 463). This a i-
cle illus a es why compa ison o he AMEs is misleading in he case o a ying
ma ginal equencies o he doc o al ansi ions. As an al e na i e, ela i e measu es
o inequali y a e employed. I is p oposed o ela i ize pe cen age di e ences and
AMEs a he ma ginal dis ibu ions o ansi ion al e na i es in o de o make com-
pa a i e s a emen s abou he ep esen a ion o o igin g oups in di e en doc o al
al e na i es. The esul s show ha g adua es om nonacademic amilies end o be
less s ongly ep esen ed in s uc u ed p og ams han in indi idual o ms o doc o al
s udies, whe eas g adua es wi h one pa en wi h a doc o a e end o be mo e o en
ep esen ed in s uc u ed p og ams han in indi idual doc o al p og ams. Fu he -
mo e, he consequences o di e en measu es o inequali y o he in e p e a ion o
he decomposi ion analyses a e p esen ed. The a icle concludes wi h me hodologi-
cal ecommenda ions o he compa a i e analysis o social inequali ies o di e en
ansi ion al e na i es.
Keywo ds Educa ional backg ound · Educa ional ansi ions · Compa ison o
inequali ies · AME · Decomposi ion
1 Einlei ung
Die En scheidung ü eine P omo ion häng in Deu schland un e ande em on de
Bildungshe kun ab (Bachslei ne e al. 2020; Ende s und Bo nmann 2001;Jaksz a
2014; Neumeye und Alesi 2018). Mi dem Ausbau on s uk u ie en P omo i-
onsp og ammen e binde sich die Ho nung, dass die Rek u ie ung des wissen-
scha lichen Nachwuchses in zunehmendem Maße übe o malisie e Zugangswege
und Auswahl e ah en e läu , wodu ch die ask ip i en Me kmale Geschlech und
He kun an Bedeu ung e lie en soll en. In diesem Fall wä e mi dem zunehmen-
den Ausbau on s uk u ie en P og ammen und G aduie enschulen eine soziale
Ö nung des Zugangs zu P omo ion denkba .
Susanne de Vogel (2017) g ei die Di e enzie ung des P omo ionswesens in
ih em Bei ag au und widme sich de spannenden F age, ob s uk u ie e P omo i-
ons o men (z.B. G aduie enschulen ode S ipendienp og amme) a sächlich sozial
o ene sind als die adi ionell angebo enen indi iduellen P omo ions o men (als
wissenscha liche Mi a bei e ode in ex e ne P omo ion). Die um assenden Ana-
lysen de Au o in bes ä igen diese E wa ung: Die mi A e age Ma ginal E ec s
K
Wie o en sind s uk u ie e P omo ionen wi klich? 97
Tab. 1 Rela i e Häu igkei en de Übe gänge in P omo ions o men
Rela i e Häu igkei (in %)
Keine P omo ion au genommen 69,8
P omo ion als wissenscha liche Mi a bei e 17,2
F eie P omo ion 9,8
S uk u ie e P omo ion/S ipendium 3,2
Gesam 100,0
Quelle: de Vogel (2017, S. 465)
(AMEs) gemessenen He kun sun e schiede sind ü den Übe gang in s uk u ie e
P omo ionen nied ige als ü den Übe gang in indi iduelle P omo ions o men (de
Vogel 2017, S. 457 u. 462).
Es e schein jedoch aglich, inwiewei soziale Ungleichhei anhand des AME
als absolu e P ozen sa zdi e enz ope a ionalisie und e glichen we den kann. An-
lass zum Zwei el bes eh au g und de deu lich a iie enden Rand e eilungen de
P omo ionsübe gänge: Wäh end e wa jede sechs e Absol en eine P omo ion als
Mi a bei e au nimm , wechsel bishe nu e wa jede d eißigs e Absol en in ein
s uk u ie es P og amm (Tab. 1). Bei a iie enden Randhäu igkei en kann de Ve -
gleich de P ozen sa zdi e enz zu e ze en Schlüssen übe die soziale Selek i i ä
e schiedene Übe gangsal e na i en üh en. Als Lösung wi d o geschlagen, zu-
sä zlich ela i e Ungleichhei smaße, wie z. B. das Odds Ra io, zu a e zu ziehen,
um ein um assende es Bild zu e hal en (Handl 1985; Lö z und Schindle 2011;
Schimpl-Neimanns 2000, S. 17 .). Va iie ende Rand e eilungen sind zudem nich
nu ü den Ve gleich de sozialen Selek i i ä e schiedene P omo ions o men p o-
blema isch, sonde n auch ü den Ve gleich wei e e Ein luss ak o en (z.B. Schul-
und S udienleis ungen) sowie de en E klä ungsbei ag zu sozialen Ungleichhei en
in Abhängigkei de Bildungshe kun .
Folglich s ell sich in Bezug au die Un e suchung des Übe gangs in indi iduelle
und s uk u ie e P omo ionen die F age, inwiewei die E gebnisse du ch die Wahl
des Ungleichhei smaßes beein luss we den. Dies is eine sei s ü die spezi ische
inhal liche Eino dnung de E gebnisse on de Vogel (2017) ele an , ande e sei s
auch ü ande e A en on Ungleichhei s e gleichen, die in de Bildungssoziologie
behandel we den. Diesen Ve gleichen is gemein, dass, echnisch ausged ück , Un-
gleichhei en zwischen meh e en binä en abhängigen Va iablen ode zwischen Aus-
p ägungen eine ka ego ialen abhängigen Va iablen inne halb de selben Popula ion
e glichen we den:
Ve gleiche zwischen e schiedenen Al e na i en an ande en Übe gängen (z.B.
Übe gänge in e schiedene Schul o men de Sekunda s u e I ode Übe gänge on
S udie enden: Ve bleib s. S udienabb uch s. Fachwechsel);
Ve gleiche zwischen e schiedenen abhängigen Va iablen (z.B. e schiedene A -
en auße schulische Bildungsak i i ä en); und
Ve gleiche übe den Lebens e lau eine Koho e hinweg (z.B. das E eichen ei-
nes Bildungsni eaus au di ek em Weg s. das E eichen desselben Bildungsni e-
aus inklusi e nachgehol e Abschlüsse).
K
98 S. Neumeye
Zunächs skizzie e ich die Anlage sowie die zen alen E gebnisse de disku ie en
Un e suchung (Abschn. 2). Da au hin we den die Implika ionen de Ve gleiche on
absolu en und ela i en Ungleichhei smaßen illus ie (Abschn. 3). Da au au bau-
end we den Modell echnungen du chge üh , anhand de e e gleichende Aussagen
übe p opo ionale Chancenungleichhei en beim Zugang zu e schiedenen P omo-
ions o men ge o en we den können (Abschn. 4). Abschließend we den Impli-
ka ionen ü poli ische Handlungsemp ehlungen disku ie und Emp ehlungen ü
ähnliche Ungleichhei s e gleiche abgelei e (Abschn. 5).
2 Eine ku ze Rekapi ula ion
De Vogel (2017, S. 439) un e such , ob sich soziale Ungleichhei en und Ungleich-
hei smechanismen beim Zugang zu P omo ion zwischen indi iduellen und s uk-
u ie en P omo ions o men un e scheiden. Es we den geschlech s- und he kun s-
spezi ische Ungleichhei en un e such , wobei ich mich in de Diskussion au die
Dispa i ä en in Abhängigkei de Bildungshe kun konzen ie e.
Aus den Besonde hei en s uk u ie e P og amme (S uk u ie hei , o malisie e
Rek u ie ung, s ä ke e Schwe punk au objek i en Auswahlk i e ien, achspezi i-
sche Ve b ei ung) lei e de Vogel ün Hypo hesen zu un e schiedlich s a k ausge-
p äg en Ungleichhei en und Ungleichhei smechanismen ab. Bezogen au die S ä ke
de Ungleichhei en wi d e mu e , dass sie beim Zugang zu s uk u ie en P omo i-
ons o men und S ipendienp og ammen ge inge aus äll als bei de Au nahme eine
Indi idualp omo ion, z.B. als wissenscha liche Mi a bei e (H2.1, de Vogel 2017,
S. 442). In Bezug au Ungleichhei smechanismen wi d angenommen, dass Leis-
ungsun e schiede beim Zugang zu s uk u ie en P og ammen in höhe em Maße
zu Ungleichhei bei agen als beim Zugang zu indi iduellen Fo men (H2.3). He -
kun sbezogene Un e schiede in de Ans ellung als Hil sk a , in de El e nscha und
in den S udien äche n soll en beim Zugang zu s uk u ie en P omo ionen hingegen
einen ge inge en Bei ag zu Ungleichhei leis en als beim Zugang zu indi iduellen
P omo ions o men (H2.2, H2.4, H2.5).
Die Analysen basie en au dem DZHW-Absol en enpanel (2005.2). Es we -
den 3406 Uni e si ä sabsol en en adi ionelle Abschlussa en (Diplom, Magis e ,
S aa sexamen) danach un e schieden, ob sie inne halb on 5 Jah en nach S udien-
abschluss eine P omo ion au genommen haben. Die P omo ie enden we den wei e
nach de Fo m de P omo ion di e enzie (siehe Tab. 1).
Die Übe gangsquo en in die d ei P omo ions o men we den zunächs bi- und mul-
i a ia un e Kon olle des Geschlech s und des Al e s au Dispa i ä en zwischen d ei
He kun sg uppen hin un e such (Kein Hochschulabschluss im El e nhaus, Hoch-
schulabschluss im El e nhaus, P omo ion im El e nhaus). Anschließend we den die
zug unde liegenden Ungleichhei smechanismen anhand on nich linea en Dekom-
posi ions- ode Media ionsanalysen (Ka lson und Holm 2011) iden i izie und mi
Blick au ih e E klä ungsbei äge quan i izie .
Die bi a ia en Analysen zeigen, dass Absol en en aus de höchs en He kun s-
g uppe (P omo ion im El e nhaus) alle d ei un e such en P omo ions o men häu ige
wählen als Absol en en aus eine de beiden nied ige en He kun sg uppen (de Vo-
K
Wie o en sind s uk u ie e P omo ionen wi klich? 99
gel 2017, S. 452). In den mul inomialen Reg essionsanalysen wi d die Ein lusss ä -
ke de Bildungshe kun als A e age Ma ginal E ec (AME) geschä z . AMEs haben
den Vo eil, dass sie anschaulich als mi le e P ozen sa zdi e enzen in e p e ie -
ba sind und wenige an ällig ü Ve ze ungen beim Ve gleich genes e e Modelle
sind (z.B. im Ve gleich zu Odds Ra ios; Bes und Wol 2012). Beim Zugang zu
s uk u ie en P omo ionen is de Vo eil on Absol en en mi p omo ie en El e n
gegenübe E s akademike n mi du chschni lich 4 P ozen punk en „deu lich ge in-
ge “ (de Vogel 2017, S. 457) als beim Zugang zu eine de beiden indi iduellen
P omo ions o men (17 ode 8 P ozen punk e). „De Übe gang in eine P omo ion,
de en Bea bei ung im Rahmen eine Ans ellung als wissenscha liche Mi a bei e
e olg , is dabei de selek i s e“ (de Vogel 2017, S. 462). Die E gebnisse en sp e-
chen de Hypo hese H2.1 und bes ä ken die hochschulpoli ische E wa ung, dass
mi dem Ausbau s uk u ie e P og amme „pe sonelle Me kmale ... beim Übe gang
in eine P omo ion an Bedeu ung e lie en“ (de Vogel 2017, S. 439).
In den Dekomposi ionsanalysen we den eben alls AMEs be ich e , um zu quan i-
izie en, in welchem Ausmaß die Ungleichhei smechanismen zu den He kun sun-
gleichhei en bei agen. Die Dekomposi ionen zeigen hypo hesenkon o m, dass he -
kun sspezi ische Un e schiede im Zugang zu Hil sk a s ellen, in de El e nscha
und in de S udien achen scheidung jeweils in höhe em Maße zu den Ungleichhei-
en beim Zugang zu indi iduellen P omo ions o men bei agen als beim Zugang zu
s uk u ie en P og ammen (de Vogel 2017, S. 462 .). En gegen de in H2.3 o -
mulie en E wa ung spielen Leis ungsun e schiede beim Zugang zu s uk u ie en
P og ammen keine g öße e Rolle als beim Zugang zu indi iduellen P omo ions o -
men (de Vogel 2017, S. 463).
3 Ungleichhei smaße ü den Ve gleich e schiedene
Übe gangsal e na i en
3.1 Die Analysepe spek i e p opo ionale Chancengleichhei
Die au ges ell en Hypo hesen beziehen sich au den Ve gleich de sozialen Un-
gleichhei en zwischen e schiedenen Ausp ägungen eine Ungleichhei sdimension
(Übe gänge in e schiedenen P omo ions o men) in Abhängigkei on eine Un-
gleichhei sde e minan e (Bildungshe kun ) inne halb eine Popula ion (Uni e si-
ä sabsol en en).
Um die Eignung e schiedene Ungleichhei smaße ü diesen Anwendungs all zu
e aluie en, e schein es ziel üh end, zunächs zu de inie en, un e welchen konk e-
en Bedingungen man on höhe en ode nied ige en Ungleichhei en sp echen wü de.
Dabei nehme ich die Analysepe spek i e p opo ionale Chancengleichhei ein (H a-
dil 2004, S. 132; Kas 2006), die sich am Sozialp o il, d.h. an den He kun squo en
inne halb de G uppen on P omo ie enden, o ien ie .1Die He kun squo en in Ab-
hängigkei de P omo ions o men we den im Folgenden als P(x|y) bezeichne . xs eh
1Um p opo ionale Ungleichhei en zu bes immen, wi d das Sozialp o il eine Bildungss u e in de Regel
mi dem de Gesam be ölke ung e glichen. Anhand de Absol en enda en können die He kun squo en
im Ve gleich zu den un e such en Uni e si ä sabsol en en bes imm we den. Au diese Basis lassen sich
K
100 S. Neumeye
ü die Bildungshe kun und y ü die Übe gangsen scheidung. Weil die Übe gänge
in die d ei P omo ions o men anhand de selben Popula ion un e such we den, sind
die He kun squo en zwischen den P omo ionsal e na i en e gleichba .
In Bezug au die Hypo hese H2.1 wä e zu e wa en, dass die höchs e He kun s-
g uppe un e den P omo ie enden in s uk u ie en P og ammen schwäche ep ä-
sen ie is als un e den indi iduell P omo ie enden und/ode dass die nied igs e
He kun sg uppe in den s uk u ie en P omo ionen s ä ke e e en is als in indi-
iduellen P omo ions o men.
3.2 Absolu e und ela i e Ungleichhei smaße
Die Ungleichhei s o schung is übliche weise bes eb , ungleiche Ve eilungen in
He kun s- ode Be eiligungsquo en in einzelne Maßzahlen zu komp imie en. Die
Wahl des Ungleichhei smaßes is keine i iale En scheidung, sonde n kann die E -
gebnisse zu Rela ion e schiedene Ungleichhei en beein lussen (z.B. Ma ks 2004;
Lö z und Schindle 2011; Buchholz und P a e 2017). Folglich s ell sich die F a-
ge, welche Ungleichhei smaße im o liegenden Anwendungs all geeigne sind, die
Un e schiede im Sozialp o il de e schiedenen P omo ions o men abzubilden.
De Vogel (2017) bemiss die Ungleichhei en anhand de absolu en Un e schiede
zwischen den He kun sg uppen. En sp echend schä z sie A e age Ma ginal E ec s
(AMEs), die die mi le en He kun se ek e au die Übe gangswah scheinlichkei en
in P ozen punk en angeben. In bi a ia en Analysen en sp ich de AME de P ozen -
sa zdi e enz d%.
Als Al e na i e zu absolu en P ozen sa zdi e enz we den ela i e Ungleichhei s-
maße emp ohlen (z.B. Handl 1985; Lö z und Schindle 2011). Viel ach wu de ge-
zeig , dass auch e schiedene ela i e Ungleichhei smaße zu dispa a en Be unden
on Ungleichhei s e gleichen üh en können (Helle ik 1997; Lö z und Schindle
2011; Schindle 2014, S. 285 .). Dahe we den un e schiedlich au gebau e ela i e
Maßzahlen un e such , in de en Me ik sich die E gebnisse aus dem O iginalbei ag
on de Vogel (2017) um echnen lassen.
E s ens wi d das in de Bildungssoziologie häu ig e wende e Odds Ra io (OR,
auch: K euzp oduk - ode Chancen e häl nis) he angezogen. Da P ozen sa zdi e-
enzen mögliche weise du ch die Häu igkei en de Übe gänge P(y) kon undie sind,
un e suche ich zwei ens die an de jeweiligen Übe gangswah scheinlichkei ela i-
ie e P ozen sa zdi e enz: d% el =d%/P(y). Sie s eh exempla isch ü eine G uppe
ela i e Ungleichhei smaße, die endenziell mi de Höhe de Be eiligungs- ode
Übe gangswah scheinlichkei sinken (u.a. P ozen sa z e häl nis, Va ia ionskoe i-
zien ). Die ela i ie e P ozen sa zdi e enz kann auch als Di e enz de ela i en
Be eiligung in e p e ie we den und gib in diesem Sinne die ela i e (Übe - ode
Un e -)Be eiligung eine He kun sg uppe im Ve gleich zu ela i en Be eiligung
eine ande en He kun sg uppe wiede : d% el =P(y|x=2)/P(y)–P(y|x=1)/P(y).
p opo ionale Chancenungleichhei en e assen, die aus dem Übe gangs e hal en on Uni e si ä sabsol en-
en esul ie en. Vo gelage e Selek ionssch i e (Hochschul ei e, S udienau nahme und -abschluss) we den
ebenso ausgeklamme wie nich e ass e Zugangswege zu P omo ion (Absol en en on ausländischen
Hochschulen ode Fachhochschulabsol en en).
K
Wie o en sind s uk u ie e P omo ionen wi klich? 101
He kun sg uppe x=1
He kun sg uppe x=2
0
25
50
75
100
he kun sspezi isch: P(y|x), in P ozen
10 30 50 70 90
insgesam : P(y), in P ozen
Ü
be gangs- bzw. Be eiligungsquo en
d%
d% el und P(x=2|y)
übe lappen
OR
50
60
70
80
90
He kun squo e P(x=2|y), in P ozen
0,0
0,4
0,8
1,2
1,6
d% bzw. d% el
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
Odds Ra io (OR)
10 30 50 70 90
P(y), in P ozen
Ungleichhei smaße
Abb. 1 Ve ände ung on Ungleichhei smaßen und He kun squo en bei a iie enden Randhäu igkei-
en und kons an en P ozen sa zdi e enzen. (Quelle: eigene Be echnung anhand ik i e Da en mi
zwei gleich g oßen He kun sg uppen: P(x=1)=P(x= 2)= 50%. Die Randhäu igkei P(y) a iie zwi-
schen 8% und 92%. P ozen sa zdi e enz d%=P(y|x=2)–P(y|x= 1)= 0,10 ode 10 P ozen punk e.
Odds Ra io OR= [P(y|x= 2)/(1–P(y|x= 2))]/[P(y|x= 1)/(1–P(y|x= 1))]. Rela i ie e P ozen sa zdi e enz
d% el =d%/P(y))
Ve gleich man Übe gänge mi un e schiedlichen Häu igkei en, so kann man zu
un e schiedlichen Aussagen da übe gelangen, welche Übe gang selek i e is , je
nachdem, welche Maßzahl man he anzieh . Abbildung 1illus ie die di e gie en-
den Ve läu e in Anlehnung an Helle ik (1997) sowie Lö z und Schindle (2011).
Au de linken Sei e we den ik i e he kun sspezi ische Übe gangsquo en (y-Achse)
ü Bildungsübe gänge mi a iie enden Gesam häu igkei en (x-Achse) abgebilde .
Es we den kons an e absolu e Un e schiede (d%= 0,10) und zwei gleich g oße He -
kun sg uppen (P(x)= 50%) angenommen. Au de ech en Sei e wi d da ges ell , in
welchen übe gangsspezi ischen He kun squo en P(x|y) und in welchen Ungleich-
hei smaßen sich die he kun sspezi ischen Übe gangsquo en ausd ücken. Da an läss
sich ablesen, inwiewei die un e such en Ungleichhei smaße geeigne sind, die so-
ziale Selek i i ä bei a iie enden Randhäu igkei en zu e gleichen (ein ähnliches
Vo gehen inde sich bei Helle ik 2013).
Die He kun squo en sinken s eng mono on mi de Gesam häu igkei des Übe -
gangs (gepunk e e Linie), wenn die P ozen sa zdi e enz kons an is (hellg aue Li-
nie). Das heiß , dass sich gleiche P ozen sa zdi e enzen im Übe gangs e hal en bei
nied igen Randhäu igkei en in eine deu liche Übe ep äsen a ion de höhe en He -
kun sg uppe übe se zen (z.B. P(x=2|y)=75% bei P(y)= 10%), wäh end das Aus-
maß de Übe ep äsen a ion bei höhe en Randhäu igkei en schwäche ausgep äg is
(z.B. P(x=2|y)=58% bei P(y)=30%).
Beim Ve gleich on Übe gängen mi ela i en Häu igkei en on maximal 50%
sinken die Odds Ra ios (OR, dunkelg aue Linie) und die ela i ie en P ozen sa zdi -
e enzen (d% el, schwa ze Linie) eben alls s eng mono on mi de Gesam häu igkei
des Übe gangs. Wenn die ela i e Häu igkei on einem de e glichenen Übe gän-
ge übe 50% lieg , können auch die ela i ie en P ozen sa zdi e enzen und die
Odds Ra ios zu dispa a en Aussagen dahingehend üh en, an welchem Übe gang
die Ungleichhei s ä ke ausgep äg is .
K
102 S. Neumeye
Somi zeig sich e s ens, dass ü eine Beu eilung de Aussagek a de Indi-
ka o en die jeweiligen Randhäu igkei en bekann sein müssen.2Zwei ens sind e-
la i ie e P ozen sa zdi e enzen d% el am bes en ü den Ve gleich p opo ionale
Chancenungleichhei im Sinne eine abweichenden Rep äsen a ion de Sozialg up-
pen in den P omo ions o men geeigne .3Bei de Un e suchung on Übe gängen mi
Randhäu igkei en on maximal 50% bilden Odds Ra ios die Un e schiede in de
Rep äsen a ion eben alls besse ab als P ozen sa zdi e enzen.
4 Reanalyse de sozialen Ungleichhei en beim Übe gang in die
P omo ion in Abhängigkei de Bildungshe kun
4.1 Ve gleich de S ä ke soziale Ungleichhei en
Im Folgenden we den die on de Vogel (2017) du chge üh en Analysen um die
Pe spek i e ela i e Ungleichhei en e wei e . Die Übe gangsquo en de He kun s-
g uppen in die P omo ions o men P(y|x) sowie die Randhäu igkei en de He kun s-
g uppen P(x) bilden die Be echnungsg undlage (de Vogel 2017, S. 452 u. 465). Sie
wu den zunächs in eine K euz abelle mi Gesam p ozen en umge echne (Tab. 2).
Au diese Basis wu den die He kun squo en in den P omo ions o men (Tab. 3)
sowie ela i e Ungleichhei smaße be echne (Tab. 4).4Da die Be echnungen au
ge unde en We en basie en, können ge ing ügige Abweichungen on den O iginal-
da en bes ehen. Des Wei e en is zu be ücksich igen, dass es sich hie bei um ein
bi a ia e Analysen handel , ohne dass Kon oll a iablen be ücksich ig we den. Da
Tab. 2 Da enbasis: Bi a ia e Ve eilung de Bildungshe kun und de En scheidung beim Übe gang in
die P omo ion
Kein akademisches
El e nhaus
Hochschulabschluss
im El e nhaus
P omo ion im
El e nhaus
Gesam
Keine P omo ion 32,48 31,76 5,59 69,83
P omo ion als wiss.
Mi a bei e
5,47 8,13 3,57 17,17
F eie P omo ion 3,56 4,30 1,99 9,84
S uk u ie e P om./
S ipendium
0,89 1,51 0,75 3,15
Gesam 42,40 45,70 11,90 100,00
Eigene Be echnungen basie end au de Vogel (2017, S. 452 u. 465). Gesam p ozen e
2Ich danke einem anonymen Gu ach e ü diesen Hinweis.
3Die Übe eins immung zwischen p opo ionalen Chancenungleichhei en und d% el is da in beg ünde ,
dass die ela i e Un e - ode Übe be eiligung eine He kun sg uppe an einem Übe gang P(y|x)/P(y) iden-
isch is mi ih e ela i en Un e - ode Übe ep äsen a ion inne halb de G uppe mi dem jeweiligen Übe -
gang P(x|y)/P(x).
4Die exponenzie en Koe izien en de mul inomialen Reg ession (auch Rela i e Risk Ra ios RRR) we -
den e gänzend be ich e . Sie beziehen die jeweils be echne en Chancen nich , wie OR, au die Gegenwah -
scheinlichkei eine P omo ions o m, sonde n ausschließlich au die Wah scheinlichkei eine es geleg en
Re e enzka ego ie (keine P omo ion).
K
Wie o en sind s uk u ie e P omo ionen wi klich? 109
spezi ischen G aduie enschulen, die du ch die Exzellenzini ia i e ge ö de we den,
au p i ilegie e He kun sg uppen besonde s anziehend wi k . D i ens kann es sein,
dass E s akademike om Label de Exzellenz abgesch eck we den, weil sie dami
höhe e An o de ungen ode ge inge e E olgschancen assoziie en (Weiss e al. 2015,
S. 371).
Die E gebnisse un e s eichen die Fo de ung nach de o schungsp ak ischen Re-
lexion de Messung und des Ve gleichs soziale Ungleichhei en ( gl. Ma ks 2004;
Buchholz und P a e 2017). Fü den Fall, dass die soziale Selek i i ä un e schied-
lich häu ige Übe gangsal e na i en (ode ande e ka ego iale Ou comes) inne halb
eine Popula ion e glichen we den soll, lassen sich olgende Emp ehlungen ablei-
en:
1. E gänzend zum he kun sspezi ischen Übe gangs e hal en (P(y|x)) soll en die
He kun squo en in Abhängigkei de gewähl en Übe gänge (P(x|y)) be ich e
we den, auch wenn dieses Vo gehen mi Blick au die übliche P ozen uie ung on
unabhängigen und abhängigen Va iablen kon ain ui i e schein .
2. P ozen sa zdi e enzen und AMEs sind zwa ü sich genommen anschaulich in e -
p e ie ba , e lauben abe keinen Schluss au die soziale Selek i i ä ode p opo io-
nale Chancenungleichhei en. Rela i e Ungleichhei smaße (z.B. Odds Ra ios und
ela i ie e P ozen sa zdi e enzen) soll en dahe e gänzend be ich e we den, da
sie sich besse eignen, um die soziale Selek i i ä on Übe gängen mi a iie en-
den Häu igkei en e gleichba zu quan i izie en. Bei de Ve wendung on AMEs
is zudem zu beach en, dass mögliche Nich linea i ä en, insbesonde e bei me i-
schen Ein luss a iablen, nich anhand eines AME-Koe izien en abgelesen we -
den können (Bes und Wol 2012, S. 393). In diesen Fällen wi d die g a ische
Da s ellung o he gesag e We e emp ohlen.
P ozen sa zdi e enzen und AMEs spiegeln nich nu p opo ionale Chancenun-
gleichhei en wide , sonde n auch die Randhäu igkei en on Übe gängen. Das muss
jedoch o z de o liegenden Aus üh ungen nich in jedem Fall als une wünsch e Ei-
genscha e s anden we den. Wenn z. B. die Auswi kungen ode E klä ungsbei äge
de Ungleichhei en beim Zugang zu e schiedenen P omo ions o men au nachge-
lage e Ou comes (z.B. den E olg ode die E äge eine P omo ion) un e such
we den, sind die he kun sspezi ischen Un e schiede in den absolu en Be eiligungs-
quo en da ü en scheidend, welche quan i a i e Bedeu ung den Ungleichhei en an
e schiedenen Übe gängen zukomm .
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ende Ma e ial nich un e de genann en C ea i e Commons Lizenz s eh und die be e ende Handlung
K
110 S. Neumeye
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