Medizingeschichte: Medizin in der griechischen und römischen Antike
Abstract
Entwicklungen in Bereichen der Medizin im antiken Griechenland und im antiken Rom.
Full text
Franz Zeilner Medizingeschichte: Medizin in der griechischen und römischen Antike Paper, Dezember 2025
Seite 2 Inhaltsverzeichnis Abstract Einleitung I. Medizin im antiken Griechenland 1. Medizin des Altertums 2. Entwicklungsphasen der Medizin im antiken Griechenland 2.1. Phase 1: Der „Asklepios Heilkult“ 2.1.1. Trauminkubation: Tempelund Heilschlaf (Enkoimesis) 2.1.2. Der Kurbericht des Apellas 2.1.3. Das Heiligtum von Epidauros 2.1.4. Weitere Kultorte und die Bedeutung von Thermalquellen 2.1.5. Entwicklung der „hippokratisch-galenischen Heilkunde“ 2.2. Phase 2: „Hippokratische Medizin“ 2.2.1. Von magischen und religiösen Praktiken in Richtung einer rationalen, empirischen Heilkunst 2.2.2. Gesundheit: Ein Zustand von Gleichgewicht 2.2.3. Das Konzept der „Diaita“ 2.2.4. Erste Ansätze einer Eigenverantwortung für Gesundheit 2.3. Phase 3: Verlagerung der Medizin von Griechenland in das Wissenschaftszentrum nach Alexandria in Ägypten 2.3.1. Das „hellenistische Zentrum Alexandria“ 2.3.2. Die Ärzte „Herophilos“ (335 vor Christus bis 280 vor Christus) und „Erasistratos“ (304 vor Christus bis 250 vor Christus) 3. Der Aspekt der „Eigenverantwortung“ für Gesundheit und die „Verantwortung für Gesundheit im Kontext der Gesellschaft“ 3.1. Große Veränderungen im Denken über Gesundheit durch Ärzte und Philosphen 3.2. Gesundheit im Kontext des Philosophen Aristoteles
Seite 3 II. Medizin im antiken Rom 1. Die griechisch-römische Medizin 2. Von den Griechen gelangte die Medizin nach Rom 3. Die medizinischen Lehren des „Asklepiades von Bithynien“ (griechischer Arzt) 4. Die „pneumatische Ärzteschule“: Ein Aufschwung der Medizin in Rom 5. Römische Medizin 5.1. Galen von Pergamon 5.2. Griechische Wertschätzung der Reinheit 5.3. Hygiene, Diäten und Nahrungsmittel 6. Ernährung und (medizinische) Betreuung von Gladiatoren und von Athleten antiker Olympischer Spiele 6.1. Ernährung von Gladiatoren 6.2. Medizinische Betreuung von Gladiatoren 6.3. Ernährung von Athleten antiker Olympischer Spiele 6.4. Medizinische Betreuung von Athleten antiker Olympischer Spiele 6.5. Das Thema Doping bei den antiken Olympischen Spielen 6.6. Exkurs: Atropin im Kontext Sport der Gegenwart 7. Der Beruf des Arztes im antiken Griechenland und im antiken Rom 7.1. Keine fix vorgeschriebene Ausbildung für den Arztberuf 7.2. Arten von Ärzt/innen bzw. Spezialisierungen 8. Quellen zur antiken griechischen und römischen Medizin (Auswahl) 8.1. Die Epen „Homers“ 8.2. Die Werke bzw. Schriften des Arztes „Hippokrates von Kos“ 8.3. Die Werke bzw. Schriften von „Galen von Pergamon“ 8.4. Die Werke bzw. Schriften von „Pedanios Dioskurides“ 8.5. Die „Gynaikia“ des „Soranos von Ephesos“ 8.6. Votivgaben aus Heiligtümern 8.7. Sammlungen von „pharmazeutischen und medizinischen Erfahrungen“ Zusammenfassung/Bemerkungen Verwendete Literatur
Seite 4 Abstract Die Geschichte der Medizin des Altertums ist die Geschichte der Heilkunst der alten Kulturvölker. Für die europäische Medizin war die Medizin im antiken Griechenland besonders wesentlich, hier der „Asklepios-Heilkult“, die „Hippokratische Medizin“ und die „Hellenistische Medizin“, wo sich die Medizin von Griechenland in das Wissenschaftszentrum nach Alexandria in Ägypten verlagerte. Mit Ärzten wie „Hippokrates“ und „Galen“ entwickelte sich zu unterschiedlichen Zeiten eine wissenschaftliche Medizin („Hippokratisch-galenische Heilkunde“), welche auf deren Lehren beruhte. Diese Heilkunde basierte auf der sogenannten „Säftelehre“ (Humoralpathologie), sie wurde unter Hippokrates wissenschaftlich fundiert. Hippokrates nahm auch eine grundlegende Kategorisierung von Krankheiten vor, es war eine naturwissenschaftliche Herangehensweise. Die Medizin im antiken Griechenland entwickelte sich über Jahrhunderte von einer „religiösen Heilkunst“ in Richtung einer „empirisch-rationalen Wissenschaft“, sie kann als Wiege der europäischen Medizin betrachtet werden. Die Medizin in der griechischen Antike legte auch bereits einen Fokus auf die Eigenverantwortung für Gesundheit. Die Medizin im antiken Rom (römische-antike-Medizin) basierte auf der Medizin des antiken Griechenlands bzw. auf deren Wissen. Diese Medizin wurde auch als „griechisch-römische Medizin“ bezeichnet. Die Medizin im antiken Rom war für Jahrhunderte in griechischer Hand, d.h. sie wurde von griechischen Ärzten ausgeübt und bildete dann auch eine Grundlage für die römische Medizin. Vorher waren im antiken Rom meistens „Heiler“ tätig, die volksmedizinische Methoden angewendet hatten. Die antike römische Medizin war eine Mischung aus einheimischer Volksmedizin, Religion, Magie sowie ab dem dritten Jahrhundert vor Christus der besonders prägenden Heilkunst der Griechen. Die Medizin der griechischen und römischen Antike, hier insbesondere die Lehren von Hippokrates und Galen, bildeten auch ein Fundament für die mittelalterliche Medizin im westlichen Europa, in Byzanz und in der arabischen Welt. Key Words Antikes Griechenland, antikes Rom, Medizingeschichte, Asklepios, Hippokrates, Galen, Herophilos, Erasistratos, Humoralpathologie, Diaita, griechischrömische Medizin
Seite 5 Einleitung Die Medizin des antiken Griechenlands und die Medizin im antiken Rom sind der Schwerpunkt der gegenständlichen Untersuchung. Die Medizin im antiken Griechenland kann in drei große Phasen eingeteilt werden. Das sind der „AsklepiosHeilkult“, die „Hippokratische Medizin“ und die „Hellenistische Medizin“. Die erste Phase umfasst etwa den Zeitraum vom siebten Jahrhundert vor Christus bis zum fünften Jahrhundert vor Christus. Es war die Zeit der „Tempelmedizin“ bzw. des „Asklepios-Heilkults“. Die zweite Phase umfasst den Zeitraum vom fünften Jahrhundert vor Christus bis zum vierten Jahrhundert vor Christus. Im Zentrum steht hier das Wirken von „Hippokrates von Kos“. Die dritte Phase umfasst den Zeitraum zwischen dreihundert vor Christus bis fünfzig vor Christus. Die Medizin verlagerte sich von Griechenland in das Wissenschaftszentrum nach Alexandria in Ägypten. Hier wirkten u.a. die Ärzte „Herophilos“ und „Erasistratos“. Das im Rahmen des „Asklepios-Heilkults“ angewandte Heilverfahren war ein ganzheitlicher Ansatz, der sich auf die Heilung von Körper, Geist und Seele konzentrierte. Die Heilungssuchenden bzw. die kranken Menschen sollten zunächst durch innere und äußere Reinheit die richtige Therapie durch den „Heilschlaf“ bzw. den „Tempelschlaf“ erträumen. Die Praxis dieser „Trauminkubation“ existierte sehr lange, sie war auch im späteren römischen Reich noch vorhanden. Mit Ärzten wie „Hippokrates“ und „Galen“ entwickelte sich dann aber eine wissenschaftliche Medizin. Diese Medizin begann im antiken Griechenland im fünften Jahrhundert vor Christus. „Hippokrates“ (um 460 vor Christus bis um 370 vor Christus) und „Galen“ (129 nach Christus bis 216 nach Christus) gehörten hier zu den bedeutendsten Vertretern, sie führten Krankheiten auf natürliche Ursachen und nicht auf übernatürliche Kräfte zurück. Das war die „hippokratisch-galenische Heilkunde“, deren Lehren auf Hippokrates und Galen beruhten und eine naturwissenschaftliche Herangehensweise war. Der Ausspruch von Hippokrates „Medicus curat, natura sanat“ (der Arzt behandelt, die Natur heilt) hat noch heute in der Naturheilkunde seine Gültigkeit. Galen baute auf den Lehren von Hippokrates auf und entwickelte daraus ein umfassendes medizinisches System“. Nach der „klassischen griechischen Ära der Heilkunde“ verlagerte sich der medizinische Fokus auf
Seite 6 dass „hellenistische Zentrum Alexandria“. Die dort tätigen Mediziner wendeten überwiegend auf Empirie beruhende Heilmethoden an, sie stützten sich auf empirische Beobachtung und rationale Methoden. Die hellenistische Medizin war auch durch eine weitere Spezialisierung, anatomische Studien und die medizinischen Leistungen bedeutender Ärzte gekennzeichnet. Die antike griechische Medizin war eine Mischung aus religiösem Heilkult und rationaler Heilkunde, sie entwickelte sich über Jahrhunderte von einer „religiösen Heilkunst“ in Richtung einer „empirischrationalen Wissenschaft“, sie kann als Wiege der europäischen Medizin betrachtet werden. Die Heilkunst bzw. die Medizin im antiken Rom (römische-antike-Medizin) basierte auf der Medizin des antiken Griechenlands bzw. auf deren Wissen. Diese Medizin (Heilkunst) wurde auch als „griechisch-römische Medizin“ bezeichnet, die für Jahrhunderte in griechischer Hand war, d.h. sie wurde von griechischen Ärzten ausgeübt, die auch eine Grundlage für die römische Medizin bildeten. Von den Griechen gelangte die „antike Medizin“ etwa 50 vor Christus nach Rom. Vorher waren im antiken Rom meistens „Heiler“ tätig, die volksmedizinische Methoden anwandten. Bevor die Medizin als eigene Disziplin nach Rom gelangte mussten sich die Römer/innen im Krankheitsfall selbst helfen. Man versuchte z.B. lange Zeit Krankheiten mit relativ einfacher „Hausmedizin“ (medicina domestica) zu heilen bzw. zu lindern. Zu dieser Hausmedizin gehörte vor allem die Verwendung von Heilkräutern usw. Der „Paterfamilias“ (Familienoberhaupt), behandelte damals auch die Angehörigen seiner Familie, aber auch seine Sklaven usw. Für die „Etablierung“ der griechischen Medizin im „Römischen Reich“ waren u.a. Personen wie beispielsweise der Medizinschriftsteller „Aulus Cornelius Celsus“ wesentlich. Im zweiten Jahrhundert nach Christus erfolgte u.a. durch das Werk von „Galen von Pergamon“ mit dem Titel: “Abhandlung über die Gesundheit“ ein besonders wesentlicher Schritt im Bereich der antiken (römischen) Medizin. Galen fasste hier alle medizinischen Lehren der vergangenen Jahrhunderte zu einem einheitlichen medizinischen Werk zusammen. Galens umfangreiches Werk wurde folgend für die weiteren Jahrhunderte maßgeblich. Er gab auch der Humoralpathologie ihre abschließende Gestalt als grundlegendes Krankheitskonzept. Durch dieses bedeutende Werk von Galen erfolgte auch ein wesentlicher Impuls in Richtung Gesundheitslehre und Gesundheitsförderung in der Antike.
Seite 7 Galen entwickelte eine Theorie zum gesunden Leben und schuf ein Idealbild für den „besten Zustand des Körpers. Er schuf durch seine Beobachtungen der Körperfunktionen des Menschen, insbesondere auch durch seine anatomischen Untersuchungen an Tieren, ein umfassendes System der Medizin (Galenismus). Die antike römische Medizin war eine Mischung aus einheimischer Volksmedizin, Religion, Magie sowie ab dem dritten Jahrhundert vor Christus der besonders prägenden Heilkunst der antiken Griechen. Es war hier auch die „griechische Wertschätzung der Reinheit“ sichtbar. Es wurde auf eine gute allgemeine Gesundheit, auf Gesundheitsförderung bzw. auf Hygiene großer Wert gelegt. Die Römer übertrafen dann diesbezüglich sogar die Griechen, das betraf insbesondere die Wasserversorgung der Städte, die Ausbildung des Badewesens usw. Neben der Hygiene waren u.a. auch die Anwendung von „Diäten“ und die Verwendung (bestimmter) „Nahrungsmittel“ wesentlich. Die antike römische Medizin hat u.a. große Leistungen in den Bereichen „Hygiene“ und „militärischer Gesundheitsversorgung“ zu verzeichnen. Die antike griechische und römische Medizin basierte hauptsächlich auf der Humoralpathologie. Die griechische Medizin legte hier den Grundstein mit Hippokrates, der die medizinische Praxis durch Beobachtung und Anamnese revolutionierte. Die römische Medizin entwickelte sich durch die Übernahme der griechischen Lehren und integrierte bzw. kombinierte diese mit eigenen Praktiken, vor allem in den Bereichen „Militärmedizin“ und „Pharmazie“. Die Medizin der griechischen und römischen Antike, hier insbesondere die Lehren von Hippokrates und Galen, bildeten das Fundament für die mittelalterliche Medizin im westlichen Europa, in Byzanz und der arabischen Welt. Das erfolgte durch die Tradierung dieses Wissens. Einige Methoden aus der antiken Medizin wurden beispielsweise noch bis in das 19. Jahrhundert angewandt.
Seite 8 I. Medizin im antiken Griechenland 1. Medizin des Altertums Die Geschichte der Medizin im Altertum ist die Geschichte der Heilkunst bzw. der Heilkunde der alten Kulturvölker. Die Geschichte dieser Medizin kann grundsätzlich in die „Medizin im alten Ägypten“, in die „Medizin des Zweistromlandes“, in die „Altjüdische Medizin des Judentums“, in die „Medizin im antiken Griechenland“ und in die „Medizin im Römischen Reich“ unterteilt werden* (Diepgen/Goerke 1960, S 1 ff; siehe auch http://de. wikipedia.org/ wiki/medizin_des_ Altertums, S 1 ff). *Bedeutende Quellen über die Medizin im Alten Ägypten, wo bei den Therapieformen die Wiederherstellung der kultischen Reinheit wesentlich war, sind der „Smith Papyrus“, der „Paypyrus Ebers“ und die Aufzeichnungen über den Arzt „Imhotep“, der am Hof von Pharao Djoser tätig war (Smith Papyrus; Papyrus Ebers; Aufzeichnungen Imhotep). Es gab aber auch eine „Medizin der alten Perser“, die „Medizin Altindiens“ (Ayurveda), die „Medizin Altchinas“, die „Medizin des alten Japans“ sowie die „Heilkunde der Kulturvölker Altamerikas“ und die „Heilkunde des germanischkeltischen Altertums“* (Diepgen/Goerke 1960, S 1 ff). *Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft zählt die sogenannte „Ayurveda“ – die Harmonie der Elemente – zur ältesten Medizin. In der altindischen Sanskritsprache bedeutet „Ayurveda“ das „Wissen vom Leben“. Es ist die älteste überlieferte medizinische Wissenschaft. Ayurveda geht davon aus, dass jedes körperliche oder seelische Ungleichgewicht Krankheiten verursacht. Grundlage sind die drei, das körperliche und seelische Gleichgewicht bestimmenden Lebensenergien (Doshas). Wie die traditionelle Chinesische Medizin basiert auch die indische Heilkunst auf einem Jahrtausend alten Tradition bzw. auf Erfahrungen (https://www.tk.de, S 1 ff). Die „Heilgötter“ wurden bei vielen dieser Kulturen bzw. diesen Völkern besonders gehuldigt. Sie wurden beispielsweise auch auf Inschriften, auf Tafeln aus Marmor, in Votivgaben, in Hymnen und Gebeten, in Reliefs, in Form von Statuen usw. verewigt. Zahlreich gefundene Votivgaben belegen viele erfolgreich durchgeführte Behandlungen in den Tempeln. Die Heilungssuchenden bzw. die kranken Menschen
Seite 9 sollten zunächst durch innere und äußere Reinheit die richtige Therapie durch den Heilschlaf erträumen. Erst nach diesem erwünschten Ergebnis wurden die „Priesterärzte“ tätig, die bei Arzneien bereits ein großes Spektrum an pflanzlichen, mineralischen und tierischen (Wirk-) Stoffen kannten und auch bereits Operationen durchführten (http://www.printzip.de/index.php/themen-mainmenu-35/vitalismainmenu-106/1602-g, 31.08.2013, S. 2 f). Die Verbindung von Priester und Arzt (Priesterarzt) ist historisch bei alten Kulturen – wie beispielsweise im alten Ägypten usw. – eng vorhanden gewesen. Die medizinische Behandlung erfolgte hier meistens in Tempeln durch sogenannte Priesterärzte. Im engeren Sinne gab es im antiken Griechenland keine Priesterärzte, das wird aber kontrovers diskutiert. Jedenfalls gab es sowohl Priester, die heilten, als auch weltliche Ärzte. Die Trennung von Priestern und Ärzten wurde erst durch den Einfluss von Hippokrates vollzogen* (Kapotsis et al 2025, S 31 ff). *Vor der Zeit der Medizin im antiken Griechenland: Die wissenschaftliche Erforschung auf dem Gebiet der Medizin bzw. von medizinischen Praktiken von Völkern aus der schriftlosen Zeit ist Bereich der „Paläopathologie“ als deren Begründer „Marc Armand Ruffer“ gilt (Gradmann Christoph: Ruffer, Marc Armand, in: Werner E.Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/Nerw York 2005). 2. Entwicklungsphasen der Medizin im antiken Griechenland Die Medizin des antiken Griechenlands kann in drei große Phasen bzw. Entwicklungsphasen eingeteilt werden. Das sind der „Asklepios-Heilkult“ (Phase 1), die „Hippokratische Medizin“ (Phase 2) und die „Hellenistische Medizin“ (Phase 3). Die erste Phase umfasst etwa den Zeitraum vom siebten Jahrhundert vor Christus bis zum fünften Jahrhundert vor Christus. Es war die Zeit der „Tempelmedizin“ bzw. des „Asklepios-Heilkults“. Die zweite Phase umfasst den Zeitraum vom fünften Jahrhundert vor Christus bis zum vierten (dritten) Jahrhundert vor Christus. Im Zentrum stand hier das Wirken von „Hippokrates von Kos“. Die dritte Phase umfasst den Zeitraum zwischen dreihundert vor Christus bis fünfzig vor Christus. Die Medizin verlagerte sich von Griechenland in das Wissenschaftszentrum nach Alexandria in Ägypten. Hier wirkten im dritten Jahrhundert vor Christus u.a. die Ärzte „Herophilos“ und „Erasistratos“, die führenden Anatomen der antiken alexandrinischen Schule. Die
Seite 16 durch unterschiedliche Bevölkerungsschichten* (thermen.at. Die Geschichte der Thermen – Teil 1: Die Anfänge – Kelten und Griechen). *Für medizinische Behandlungen in der Antike, welche sich auf das System von Asklepios beziehen, gibt es kaum historische Aufzeichnungen über Preise. Die Asklepieien waren eher Orte für Pilgerreisen und für Heilung durch göttliche Intervention, oft mit Spenden und Dankopfern verbunden. Eckart nimmt in seiner Publikation an, dass der Preis für medizinische Behandlungen von den finanziellen Möglichkeiten einer Person abhingen. Es gibt aber kaum historische Belege für (fixe) Preise oder eine „organisierte Preisstruktur“ in antiken Tempeln bzw. Thermalquellen. Die Kosten waren hier grundsätzlich nicht kommerzieller Natur (Eckart 2017). 2.1.5. Entwicklung der „hippokratisch-galenischen Heilkunde“ Bereits neben dem „Asklepios Kult“ entwickelte sich die „hippokratischgalenische Heilkunde“, die mit dem Asklepios Kult koexistierte und nicht dessen Nachfolgerin war. Die „hippokratisch-galenische Heilkunde“ beruhte auf den Lehren von Hippokrates (Arzt im antiken Griechenland) und Galen (ein griechischer Arzt, der in Rom tätig war). Diese Heilkunde basierte auf der sogenannten „Säftelehre“ (Humoralpathologie). Galen entwickelte und erweiterte dann die von Hippokrates begründeten Theorien, er baute auf den Lehren von Hippokrates auf und entwickelte daraus ein umfassendes „pharmako-therapeutisches System“ (Wade 2025, S 1 ff). Mit Personen wie „Hippokrates“ (um 460 vor Christus bis um 370 vor Christus) und „Galen“ (um 129 nach Christus bis um 216 nach Christus) entwickelte sich eine wissenschaftliche Medizin. Diese Medizin begann im antiken Griechenland im fünften Jahrhundert vor Christus. „Hippokrates“ und „Galen“ gehörten hier zu den bedeutendsten Vertretern, beide leisteten einen wesentlichen Beitrag. Sie führten Krankheiten auf natürliche Ursachen und nicht auf übernatürliche Kräfte zurück* (https://www.spektrum.de, S 1 ff). *Die „hippokratisch-galenische Heilkunde“ prägte das ärztliche Handeln bis in die Renaissance, also beinahe zweitausend Jahre lang. Sie wurde aber erst wirklich ersetzt, als die „Mikroskop-basierten Studien“ von „Louis Pasteur“, von „Robert Koch“ usw. nachwiesen, dass Krankheiten nicht durch ein Ungleichgewicht der vier Körpersäfte, sondern durch „Mikroorganismen“, wie etwa Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze verursacht werden (https://www.spektrum.de, S 1 ff).
Seite 17 2.2. Phase 2: „Hippokratische Medizin“ 2.2.1. Von magischen und religiösen Praktiken in Richtung einer rationalen, empirischen Heilkunst Nach Asklepios entwickelte sich die Medizin im antiken Griechenland von magischen und religiösen Praktiken/in Richtung einer rationalen, empirischen Heilkunst. Diese beruhte auf Beobachtung und Erfahrung. Die „Asklepiaden“, das waren Söhne und Schüler von Asklepios, begründeten diese neue wissenschaftliche Medizin. „Asklepiaden“ waren ursprünglich Personen, welche ihre Abstammung auf „Asklepios“ oder dessen Sohn „Podaleirios“ zurückführten, das war ein familiärer Kontext. Dadurch wurde auch versucht, ihre im weitesten Sinne medizinischen Tätigkeiten zu legitimieren* (Asklepios, Epidauros, Hippokrates und Heilkunde). *Das kann u.a. durch den sogenannten „Asklepiadeneid“ und den „Eid des Hippokrates“ belegt werden. Der Eid des Hippokrates verweist jedoch insgesamt in seinen Teilen auf sehr unterschiedliche Zusammenhänge, welche sich weder zu einem einheitlichen Entstehungsbild zusammenfassen lassen, noch einer einzigen Zeitstufe angehören. Untersuchungen deuten auf eine lange Entstehungsgeschichte hin, in der zu einem ursprünglich streng familiären Gruppenkontext im Laufe der Zeit durch geregelte Berufsordnungen und Ausdifferenzierung berufsständische Elemente hinzukamen. Der familiäre Kontext in seiner ausschließenden und abgrenzenden Konstruktion wird hier aber weiterhin aufrechterhalten (Schubert/Scholl 2005, S 16 f). Es gab „Asklepiaden“ und auch „Asklepiadenschulen“, beispielsweise in Trikka, in Epidauros, auf den Inseln Rhodos und in Knidos. In Knidos gab es auch eine Ärzteschule, welche mit jener von Kos konkurrierte (Diepgen/Goerke 1960, S 7). Diese Medizin befasste sich mit Ursachen von Krankheiten, Pathologie und dem menschlichen Körper, sie wurde auch durch Philosophen beeinflusst. Vertreter dieser Phase waren insbesondere Ärzte um „Hippokrates“. Das war eine Gruppe von Ärzten, welche seine Lehren verbreiteten, hier auch seine Söhne „Drakon“ und „Thessalos“ sowie sein Schwiegersohn „Polybos“. Darüber hinaus prägte das von Hippokrates begründete ärztliche Ethos die Haltung vieler nachfolgender Ärztegenerationen (https://www.geo.de, S 1 ff).
Seite 18 „Hippokrates“ war ein griechischer Arzt, Wissenschaftler und Lehrer, der als Begründer einer wissenschaftlich orientierten Medizin gilt. Seine Schule lehrte die Theorie von vier Körpersäften im Konzept der „Humoralpathologie“. Seine Grundlagen für die Medizin als Wissenschaft basierten insbesondere auf umfangreichen Beobachtungen und der Beschreibung von Krankheitssymptomen, es war eine Erfahrungswissenschaft. Hippokrates verfasste auch viele medizinische Schriften* (https://www.spektrum.de, S 1 ff). *Die in der Gegenwart als „Corpus Hippocraticum“ bezeichneten Schriften wurden ursprünglich alle anonym überliefert, sie wurden aber bereits in der Antike unter den Namen des großen Vorbilds „Hippocrates“ gestellt. Diese Schriften deckten zahlreiche Fächer ab wie die „Chirurgie“, die „Frauenheilkunde“, aber auch zeittypische Themenbereiche wie „Prognostik“ und „Semiotik“, also das Vorhersagen von Krankheitsverläufen und die Deutung von Zeichen (die moderne medizinische Prognose beruht aber auf statistischen Daten wie z.B. fünf Jahres Überlebensraten usw.). In der „hippokratischen Prognostik“ ging es um die Vorhersage des individuellen Verlaufs von Krankheiten. Einige Schriften von Hippocrates beschäftigten sich auch mit den Grenzen der Heilkunst, das waren auch bereits Vorstufen einer Medizinethik (https://www.spektrum.de, S 1 ff). Schriften von Hippokrates zur Theorie der vier Körpersäfte bzw. zum Thema „Humoralpathologie“ sind im Kontext seiner Schriften vorhanden. Beispielsweise im Werk „Die Natur des Menschen“, eine hippokratische Schrift aus dem vierten Jahrhundert vor Christus (Die Natur des Menschen, in: Hippokrates Schriften. Übersetzer und Herausgeber Diller 1962). Im Bereich der Wissenschaft wird dieses Werk aber „Polybos“, dem Schwiegersohn von Hippokrates, zugeschrieben, das wird aber kontrovers diskutiert. In dieser Schrift wird nach derzeitigem Stand der Forschung erstmals die „Humoralpathologie“ (Viersäftelehre) behandelt (Rowohlts Klassiker der Literatur und Wissenschaft. Griechische Literatur, Band 4, S 169 ff). Theorie der vier Körpersäfte: „Ausgleich der Körpersäfte“ - 1) Das Klima oder eine ungünstige Lebensführung – Hippokrates hielt natürliche Ursachen für Krankheitsauslöser. Religiöse Vorstellungen waren für seine „rationale“ Medizin von untergeordneter Bedeutung.
Seite 19 2) Eine wesentliche Rolle spielten für antike Ärzte die vier Körpersäfte. Das waren „Blut“, „Schleim“, „gelbe Galle“ und „schwarze Galle“. Deren Gleichgewicht sei bei Krankheiten gestört und muss therapeutisch wieder hergestellt werden. 3) Mehr als fünfhundert Jahre nach Hippokrates erweiterte und systematisierte dann Galen dieses Schema um die Qualitäten „warm-kalt“ und „trocken-feucht“. Daraus leiteten Ärzte bis in die Neuzeit Ernährungsempfehlungen, Medikamente und andere Maßnahmen ab* (https://www.spektrum.de, S 1 ff). - *Galen war ein bedeutender Arzt und Anatom, seine medizinischen Lehren prägten das westliche Denken bis in die Neuzeit. Galens umfassende Schriften fassten das medizinische Wissen seiner Zeit zusammen, sie wurden über Jahrhunderte zur Grundlage der medizinischen Lehre. Der Begriff „Galenik“ stammt von Galen selbst und bezeichnete die Lehre von der Zubereitung und Formgebung von Arzneimitteln, die aus Wirkund Hilfsstoffen erzeugt wurden* (https://www.paracelsus.de, S 1 ff). 2.2.2. Gesundheit: Ein Zustand von Gleichgewicht Im Unterschied zur Zeit Homers wurde nun Gesundheit als ein Zustand von Gleichgewicht gesehen. D.h. von Harmonie und von innerem Gleichgewicht bzw. innerer Stabilität. Die Lebensführung konnte aber diesen Zustand beeinflussen, was damals eine bedeutende neue Erkenntnis in der Heilkunde war. Die Griechen der Antike glaubten auch an eine allmächtige Naturmacht und legten großen Wert auf Harmonie. Das war die „Harmonie der vier Temperamente“ die sie den vier Elementen gleichsetzten und diese wiederum verschiedenen Körperteilen und Körpersäften zuordneten (http:// de. wikipedia.org/wiki/medizin_des_Altertums; siehe auch Deutsches Ärzteblatt, 2011, 108(44): A-2330/B-1966/C-1944). Für diese Lebensführung war die sogenannte „Diaita“ – die alle Aspekte der Lebensführung umfasste -. wesentlich. Dieses griechische Wort hatte aber ein wesentlich breiteres Bedeutungsspektrum als der moderne Begriff „Diät“. Das umfasste neben Trinken und Essen auch Arbeit, Baden, Erholung, Massage, Sport,
Seite 20 Schlafen, Sexualität, Wachsein, Körperpflege usw.* (Meyers Großes Konversations – Lexikon, 1907, S 752 ff; vgl. auch Deutsches Ärzteblatt, 2011, 108(44), A-2330/B1966/C-1944). *Die Bedeutung der Körperpflege und damit das hygienische Verständnis der Griechen zeigte sich auch in der Versorgung der Städte mit Wasser, in der Regelung der Wasserbenutzung usw., besonders aber in der Pflege und Ausbildung des Körpers. Hippokrates erklärte dann die Verhütung von Krankheiten nicht nur als möglich, sondern für das Wichtigste im Bereich der medizinischen Wissenschaft* (Meyers Großes Konversations – Lexikon, 1907, S 752 ff; vgl. auch Deutsches Ärzteblatt, 2011, 108(44), A-2330/B-1966/C-1944). Neben dem Begriff „Diaita“ war auch der griechische Begriff „Therapeia“ breiter zu verstehen als der heutige Therapiebegriff. Er umfasste nicht nur die Heilung, sondern auch die Versorgung. In der antiken Medizin bezeichnete dieser Begriff die Pflege, Heilung und Behandlung von Krankheiten, Verletzungen oder psychische Traumata. Der Begriff hatte dann später die Bedeutung der „heilenden Tätigkeit“. Beispielsweise verwendete Hippokrates den Begriff für „ärztliche Behandlungen“. Die hier inkludierten Konzepte der antiken Medizin hatten auch Einfluss auf spätere Entwicklungen von Therapieformen. Die „Therapeutik“ war die „Lehre von der Heilbehandlung“, die sich mit der wissenschaftlichen Medizin entwickelte. Nach hippokratischer Auffassung bestand die Behandlung darin, die im menschlichen Organismus vorhandene Naturheilkraft (Physis) zu unterstützen. Die Behandlungsmethoden und Behandlungsmittel im Bereich der hippokratischen Medizin waren relativ einfach, vor allem wurden diätetische und physikalische Maßnahmen verordnet* (Lexikon der Antike, S 569). *Die „medikamentöse Behandlung“ war erst in hellenistischer Zeit von größerer Bedeutung. Das kann insbesondere damit begründet werden, weil Arzneimittel durch die Kenntnis von Arzneistoffen des Orients eine zunehmende Bedeutung erlangten. Das Konzept der „Diaita“ war im Kontext der Heilbehandlung bzw. der Behandlungsmethoden und der Behandlungsmittel von besonderer Wichtigkeit in der hippokratischen Medizin (Lexikon der Antike, S 569).
Seite 21 2.2.3. Das Konzept der „Diaita“ Die Vorstellung von „Diaita“ (altgriechisch: Lebensführung bzw. Lebensordnung) war im antiken Griechenland eng mit „Hippokrates“ verbunden, er ist der Begründer der „rational-empirischen Medizin“ und der Gesundheitslehre von der „Diaita“. Der Begriff wurde aber bereits schon früher im antiken Griechenland verwendet. Hippokrates war ein besonderer Verfechter der „Diaita“, er integrierte diese ganzheitliche Lebensordnung in seine medizinische Lehre im Kontext des griechischen medizinischen Denkens (Hofmeister 2006, S 84; siehe auch Eijk van der und Bonhoeffer). Die Anfänge des griechischen medizinischen Denkens waren insbesondere mit den Ärzten „Hippokrates“ und „Diokles“ verbunden, damit begann auch die systematische Beschäftigung mit dem Thema „Ernährung auf medizinischer Grundlage “* (Hofmeister 2006, S 84; siehe auch Eijk van der und Bonhoeffer). *Diokles lebte im vierten Jahrhundert vor Christus. Er war ein griechischer Arzt und Medizinschriftsteller aus Karystos auf Euböa der in Athen wirkte. Diokles verband Lehren der hippokratischen Medizin mit Elementen der von Aristoteles wesentlich beeinflussten „westgriechischen Heilkunde“ Unteritaliens und Siziliens. Diokles stand wahrscheinlich unter dem Einfluss der „aristotelischen Schule“, er vereinigte in seiner Lehre Gedankengut der Hippokratiker - wie etwa die Humorallehre – und der westgriechischen Heilkunde (https://cmg.bbaw.de, S 1. Quelle: Lexikon der Antike). „Diaita“ war eine ganzheitliche Lebensordnung, die weit über die Ernährung hinausging und die Gesundheit von Körper und Geist durch ein harmonisches Gleichgewicht erhalten sollte. Die vernünftige, naturgemäße Lebensweise basierte auf den sechs Grundsätzen der geregelten Lebensführung. Der ganzheitliche Ansatz war ein integraler Bestandteil der hippokratischen Medizin, die nicht nur Krankheiten behandelte, sondern auch die Gesundheit erhalten und fördern wollte (Hofmeister 2006, S 84; siehe auch Bonhoeffer). Neben der „Ernährung“ waren „körperlicher Bewegung“ und „Hygiene“ die Hauptkomponenten der „Diaita“. Hippokrates sagte seinerzeit „Die Erhaltung der Gesundheit beruht auf der Gleichstellung der Kräfte. Gesundheit dagegen beruht auf
Seite 22 der ausgewogenen Mischung der Qualitäten“* (Hofmeister 2006, S 84; siehe auch Eijk van der und Bonhoeffer). *Spätere Ärzte wie „Galen von Pergamon“ bauten auf diesem Konzept auf und verknüpften es mit der Viersäftelehre. „Diaita“ war mehr als die Diät der Gegenwart, sie war auch Ernährungslehre und umfasste zudem alle Aspekte der (körperlichen) Lebensführung (Weber 2022, S 11). Bestandteile der „Diaita“: Grundsätze der geregelten Lebensführung - Der Umgang mit Licht, Luft, Wasser, Wärme und Kälte - Die richtige Ernährung und Trinkmenge (der maßvolle Gebrauch von Speise und Trank) - Das Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhephasen (Erholung) bzw. der Rhythmus von Bewegung und Ruhe sowie Arbeit und Freizeit - Der Wechsel von Schlafen und Wachsein - Körperliche Ausscheidungen und Absonderungen - Die Beherrschung der Gemütsbewegungen und des geistigen Zustands* (Engelhart 2005, S 299 f; siehe auch Bonhoeffer). *Diese Regeln bzw. Bestandteile waren nicht starr, sie wurden individuell auf die einzelne Person angepasst. Berücksichtigt wurden Geschlecht, Alter, soziale Lage, Klima und Lebensumstände. Das heutige Verständnis von Diätetik (Diätologie) als Lehre von der gesunden Lebensweise und Ernährung hat seine Wurzeln in der hippokratischen „Diaita“ (Engelhart 2005, S 299 ff). Die sogenannte „Diaita“ war im antiken Griechenland eine Handlungsanleitung für die Menschen, um Gesundheit zu erhalten bzw. zu erreichen. Für die Gesundheit war eine ausgewogene Mischung der Körpersäfte die Voraussetzung. Die „Diaita“ umfasste Aspekte aus allen Lebensbereichen und entsprach deshalb dem umfassenden Gesundheitsverständnis der alten Griechen, hier waren Ernährung und Bewegung zentrale Begriffe die zu diesem Gesundheitskonzept gehörten. Für Menschen, die den Anweisungen der „Diaita“ folgten, war der gesamte Ablauf eines Tages auf die Erhaltung der eigenen Gesundheit ausgerichtet wobei die Selbstbeobachtung und die Selbstwahrnehmung sehr wesentlich waren (Hafen Martin, Die Geschichte von Prävention und Gesundheitsförderung – Teil 1: frühe Konzepte, Suchtmagazin, S 40).
Seite 23 Im antiken Griechenland war das Gesundheitskonzept der „Diaita“ u.a. auch eine „Gesundheitsbildung“ bzw. eine „Gesundheitserziehung“. Grundsätzlich wurde in der griechischen Antike Gesundheit gleichgesetzt mit einem Leben in Einklang mit der Natur. Dieses Gesundheitsverständnis bedeutete nicht nur leibliches Wohlbefinden, sondern schloss den Geist und die Seele mit ein. Dadurch wurde Gesundheit zu einem natürlichen normativen Begriff. In der griechischen Antike spielte hier auch die Mischung der Körpersäfte eine zentrale Rolle. Diese (Vier) Säftelehre - die „Humoralpathologie“ - ist eine medizinische Theorie, die in der griechischen Antike erstmals im „Corpus Hippocraticum“ festgeschrieben wurde. Die Humoralpathologie wurde zur Erklärung allgemeiner Körpervorgänge und auch als Krankheitskonzept entwickelt*. (Hafen Martin, Die Geschichte von Prävention und Gesundheitsförderung – Teil 1: frühe Konzepte, Suchtmagazin, S 40). *Gemäß dieser Theorie wurden als Lebensträger im Körper überwiegend gelbe Galle, schwarze Galle, Blut und Schleim angenommen. Als gesund galt man, wenn diese vier Säfte im Gleichgewicht standen. Auf die Harmonie der vier Temperamente wurde großer Wert gelegt, sie wurden auch mit den vier Elementen gleichgesetzt und verschiedenen Körperteilen und Körpersäften zugeordnet. Es wurde angenommen, dass diese Körpersäfte über das Blut und auch über die Nerven im menschlichen Körper verbreitet werden. Der Bereich der Verdauung wurde aber von der sogenannten „Digestionslehre“ behandelt (https://de.wikipedia.org/wiki/ Humoralpathologie) Beeinflusst von der Philosophie, angeregt durch die ionischen Naturphilosophen, beschäftigten sich die Ärzte im antiken Griechenland bereits mit den Ursachen und dem Wesen der Krankheiten, der Pathologie und mit dem Aufbau des menschlichen Körpers (Dieser Tätigkeitsbereich der griechischen Ärzte fand seinen Ausdruck auch in den Schriften von Hippokrates). Hippokrates betonte damals u. a. klar, dass Krankheit auch bei einer sehr ausgewogenen Ernährung und bei Gesundheitsfördernder Bewegung jederzeit auftreten kann* (Hafen Martin, Die Geschichte von Prävention und Gesundheitsförderung – Teil 1: frühe Konzepte, Suchtmagazin, S 41; siehe auch Irmscher, Lexikon der Antike, 1985, S 347). *Hippokrates hat Krankheiten nicht durch eine einzelne Krankheit, sondern durch sein revolutionäres Verständnis definiert. Seine Lehre betrachtete Krankheit als natürliches Phänomen mit natürlichen Ursachen und führte diese nicht auf übernatürliche Kräfte zurück* (https://www.spektrum.de, S 1).
Seite 24 Im vierten Jahrhundert vor Christus gewannen dann die „theoretischen Fächer der Medizin“, die „Anatomie“ und die „Physiologie“, unter dem Einfluss der „Philosophie Platons“, besonders aber durch die „Philosophie von Aristoteles“ mit ihrer Systematisierung und Spezialisierung der einzelnen Wissenschaften zunehmende Bedeutung. Bestimmte Forschungen im Bereich der Medizin waren aber überwiegend spekulativ, dazu gehörte jedenfalls die Ausbildung der Säftelehre zur Viersäftelehre usw.; (Irmscher, Lexikon der Antike, 1985, S 347). 2.2.4. Erste Ansätze einer Eigenverantwortung für Gesundheit Ausgewogene Ernährung und gesundheitsfördernde Bewegung tangierten bereits auch das Thema „Eigenverantwortung für die Gesundheit“. Die Griechen erkannten die Wichtigkeit von Eigenverantwortung für die Gesundheit durch Konzepte wie „körperliche Hygiene“, „ausgewogene Ernährung“ und „gesunde Lebensweise“. Diese Konzepte waren von Hippokrates und dessen Lehre geprägt. Medizinische Behandlungen und ärztliche Ratschläge waren vorhanden, ein Fokus lag aber auch darauf, dass jeder einzelne Mensch durch eigene Handlungen und seine Lebensweise seine Gesundheit fördern und erhalten kann* (Corpus Hippocraticum). *Hygienische Maßnahmen - und damit auch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung - gab es bereits bei den ältesten Völkern, bei denen die Priester zugleich Ärzte waren und hygienische Vorschriften in ein religiöses Gewand kleideten. Weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung waren von den Priestern erlassene Gesetze für die Auswahl und die Zubereitung von Nahrungsmitteln, Hygieneregeln in verschiedenen Lebensbereichen, besonders aber die Reinhaltung von Brunnen und von Wasserbehältern (Meyers Großes Konversations – Lexikon, Band 7, Leipzig, 1907, S. 752 ff). „Hygiene“, „Ernährung“ und „Lebensweise waren im antiken Griechenland eng mit der Vorstellung von Gesundheit bzw. Gesundheitsförderung verknüpft, welche auch als persönliche Verantwortung des Einzelnen galt* (Corpus Hippocraticum). *Der Begriff „Hygiene“ stammt aus dem Griechischen und bedeutete Gesundheit. Hygiene war dann sowohl in der Medizin im antiken Griechenland als auch jener im antiken Rom von erheblicher Bedeutung. Im antiken Griechenland war die Hygiene insbesondere von einer Badekultur geprägt. Öffentliche Bäder mit Duschen und beheizbaren Räumen waren auch wichtige soziale Orte (https:// www.baunetzwissen.de, S 1 f).
Seite 25 Im Kontext „Hygiene“ und „gesunde Lebensweise“ wurde auch das Baden zu einem integralen Bestandteil der Lebenskultur und der Eigenverantwortung für Gesundheit. Baden hatte eine heilende und pflegende Wirkung, es diente der Reinigung des Körpers, aber auch zur Entspannung und zur Kommunikation. Die antiken Griechen entdeckten auch die Heilkraft des Wassers (https://www.baunetzwissen.de, S 1 f). Die Eigenverantwortung für die Gesundheit betreffend, zeigt u.a. auch der „Hippokratische Eid“, dass die individuelle Verantwortung für die Gesundheit, das Verständnis für die eigene Umwelt und die Notwendigkeit eines gesunden Lebensstils eine zentrale Rolle hatten* (Corpus Hippocraticum). *Ob der Hippokratische Eid tatsächlich Eigenverantwortung für die Gesundheit inkludiert, ist auch eine Frage der Interpretation, er verpflichtet Ärzt/innen in erster Linie, die Gesundheit ihr Patient/innen zu schützen und zu fördern. Ein Aspekt, der aus dem Hippokratischen Eid hervorgeht und dem Einzelnen zugeschrieben wird, ist die Betonung von Selbstfürsorge und einer gesunden Lebensweise. Der Eid enthält vor allem aber eine Verpflichtung für Ärzte, auf ihre eigene Gesundheit zu achten, damit sie eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten können (Corpus Hippocraticum). 2.3. Phase 3: Verlagerung der Medizin von Griechenland in das Wissenschaftszentrum nach Alexandria in Ägypten 2.3.1. Das „hellenistische Zentrum Alexandria“ Nach der „klassischen griechischen Ära der Heilkunde“ verlagerte sich der medizinische Fokus auf das „hellenistische Zentrum Alexandria“, einer bedeutenden Metropole, die von Alexander dem Großen gegründet wurde. Dieses Zentrum wurde durch seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung, die Bibliothek sowie das Museum bekannt. Die Bibliothek und das Museum dienten auch als Universitäten, die Bibliothek beherbergte eine große Sammlung von griechisch-sprachigen Werken (Clauss 2003, S 1 ff). Alexandria wurde im hellenistischen Zeitalter auch zu einem sehr bedeutenden medizinischen Zentrum. Hier wirkten u.a. die Ärzte „Herophilos von Chalkedon“ und „Erasistratos von Julis auf Keos“ (Irmscher, Lexikon der Antike, 1985, S 347).
Seite 32 Medizin für Jahrhunderte in griechischer Hand war, d.h. von griechischen Ärzten ausgeübt wurde* (http://de. wikipedia.org/wiki/ Medizin_des_Altertums, S 4). *Im antiken Rom waren griechische Ärzte sehr einflussreich, sie bildeten auch die Grundlage für die römische Medizin. Die griechischen Ärzte prägten sowohl die medizinische Fachsprache (vorerst war Altgriechisch die medizinische Fachsprache) als auch medizinische Disziplinen maßgeblich. Einer der bedeutendsten Ärzte war dann „Galen von Pergamon“ (Galenos), der Leibarzt von Kaiser Marcus Aurelius, der die Humoralpathologie systematisierte und dessen Lehren die Medizin viele Jahrhunderte beeinflussten. Galen gilt neben Hippokrates als bedeutendster Arzt der Antike (www. lernhelfer.de, S 1). 2. Von den Griechen gelangte die Medizin nach Rom Von den Griechen gelangte die „antike Medizin“ – abgesehen von vereinzelten griechischen Ärzten und der durch die Pest entstandenen Situation - etwa 50 vor Christus dann nach Rom. Vorher waren im antiken Rom meistens „Heiler“ tätig, die volksmedizinische Methoden anwandten. Diese „Heiler“ waren aber im Unterschied zu den Griechen grundsätzlich keine ausgebildeten Ärzte* (Diepgen/Goerke 1960, S 8 ff). *Für die „Etablierung“ der griechischen Medizin im „Römischen Reich“ waren auch Personen wie beispielsweise der Medizinschriftsteller „Aulus Cornelius Celsus“ wesentlich. Celsus verfasste auch eine achtbändige „medizinische Enzyklopädie“ (Diepgen/Goerke 1960, S 8 ff). Es gab vorerst also keine ausgebildeten römischen Ärzt/innen. Im antiken Rom waren die meisten freien Ärzt/innen Griechen, die das „hippokratische Medizinkonzept“ nach Rom mitnahmen. Von sehr großer Bedeutung waren hier beispielsweise „Pedanios Dioskurides“ (ein Pharmakologe) und „Galenos“ bzw. „Galen von Pergamon“ (einer der bedeutendsten Ärzte der Antike). Die medizinischen Theorien Galens – die er in vielen Schriften dokumentierte – wurden
Seite 33 eine wesentliche Basis der europäischen Medizin* (https:// www.hausarzt.digital> kultur> Antikes Rom/Medizinhistorische Schlaglichter, S 1). *„Dioskurides“ aus Kilikien in Kleinasien, lebte im ersten Jahrhundert nach Christus. Er war unter den römischen Kaisern Claudius und Nero Militärarzt, er interessierte sich für (Heil-) Pflanzen und untersuchte diese auf mögliche Wirkungen. Er beschrieb in seinem fünfbändigen Werk mit dem Titel „Materia Medica“ mehr als eintausend Heilbzw. Arzneimittel. Das waren insbesondere pflanzliche, zudem auch mineralische und tierische Heilmittel. Dioskurides beschrieb dazu auch mehr als 4.700 medizinische Anwendungen. Seine systematische Ordnung und Gliederung war beispielhaft, sein Werk blieb bis in das sechszehnte Jahrhundert auch ein wesentliches Nachschlagewerk. Dioskurides gilt mit seinem Werk „Über Arzneistoffe“ auch als Pionier der Pharmakologie (https:// de.m.wikipedia. org> wiki>Pedanios Dioskurides, S 1; vgl. auch Armstrong 2019, S 1 ff). Bevor die Medizin als eigene Disziplin nach Rom gelangte mussten sich die Römer/innen im Krankheitsfall selbst helfen. Man versuchte z.B. lange Zeit Krankheiten mit relativ einfacher „Hausmedizin“ (medicina domestica) zu heilen bzw. zu lindern. Zu dieser Hausmedizin gehörte besonders die Verwendung von Heilkräutern, von Wein usw. Der „Paterfamilias“, das Familienoberhaupt, behandelte damals auch die Angehörigen seiner Familie, aber auch seine Sklaven, seine Hörigen und sein Vieh. Die Götter wurden dabei immer wieder um ihren Beistand gebeten* (http://www.printzip.de/index.php/themen-mainmenu-35/vitalis-mainmenu106/1602-g..., S 4; vgl. auch Weeber 2011, S 28). *Im Laufe der römischen Entwicklung wandelte sich die Stellung, die der Mensch in der sozialen Gemeinschaft und demnach auch im Recht innehatte, erheblich. In der altrömischen Periode wurde der Mensch noch nicht als Einzelwesen gesehen, sondern als Glied der Verbände, in denen er stand. Im Rahmen der privatrechtlichen Stellung war die „Familie“ die kleinste Einheit neben dem großen Staat. Die „Familia“, die römische Kleinfamilie, bildete einen monokratisch aufgebauten Rechtsverband. Zu diesem zählten der „Paterfamilias“ als Oberhaupt und die Personen, welche seiner umfassenden Hausgewalt unterworfen waren. Das waren seine Ehefrau (sofern sie „Uxor in manu“ war: D.h. Ehefrau unter der (Ehe-)Gewalt) – eine veraltete Form der römischen Ehe – bei der die Frau mit der Heirat rechtlich aus ihrer Herkunftsfamilie in die Gewalt ihres Ehemannes oder dessen Vater überging), zudem auch seine Kinder (solange sie nicht ausaus seinerwalt ausgeschieden sind), seine Hörigen und Sklaven. Im bäuerlichen Zeitalter lebte dieser Hausverband, der durch den Kult der Hausgötter auch eine sakrale Einheit bildete, auf dem Einzelhof (Kaser 1981, S 60).
Seite 34 3. Die medizinischen Lehren des „Asklepiades von Bithynien“ (griechischer Arzt) Neben „Dioskurides“ und „Galen“ waren beispielsweise auch die „medizinischen Lehren des Asklepiades“ (120 vor Christus bis 40 vor Christus) sehr bedeutend in der antiken Medizin. Die Voraussetzungen für die „Lehren des Asklepiades“ aus dem ersten Jahrhundert vor Christus und der medizinischen Ärzteschule wurden damals durch die „Atomistik des Epikur“ geschaffen* (Lexikon der Antike, 7. unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S 347). *Die „Atomistik“ ist eine Anschauung, welche die Welt und die Vorgänge in ihr auf die Bewegung von Atomen zurückführt. Epikur war ein antiker Philosoph, der nicht nur lehrte, sondern mit seinen Anhängern auch eine Lebensgemeinschaft im Garten Kepos führte. Wesentliche Lehre des Epikur war die „Ökonomie des Wohlbefindens“, nicht die des allmächtigen Schöpfergottes oder die Unsterblichkeit der Seele (https:// www.deutschlandfunk.de, Epikur auf dem Weg in die Sanatoriumsgesellschaft, S 1). Die „medizinischen Lehren des Asklepiades“ von Bithynien gelangten allmählich nach Rom und damit die wissenschaftliche Medizin der Griechen. In Rom bestand die Medizin damals überwiegend noch aus „religiös – magischen Bräuchen“ und aus „volkstümlichen Heilmethoden“. Die medizinischen Anweisungen von „Cato“ geben beispielsweise darüber Aufschluss* (Lexikon der Antike, 7., unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S 347; siehe auch Cato. De agri cultura). *“Cato“ der Ältere empfahl in seinem Werk „De agri cultura“ (aus der republikanischen Zeit) die Verwendung von Hausmittel zur Erhaltung der Gesundheit. Dazu zählten z.B. Kohlsorten zur Förderung der Verdauung. Catos Anweisungen für die Gesundheit auf Gutshöfen basierte auf einer traditionellen, volkstümlichen Heilkunde, welche auf die praktische Nutzung von Pflanzen und die Aufrechterhaltung der Körperkräfte abzielte (Cato. De agri cultura). Die nun in Rom übernommene Medizin von „Asklepiades“ unterschied sich von den vorherrschenden religiös – magischen Bräuchen. „Asklepiades“ war der Ansicht, dass für Krankheiten die Einschränkung der Bewegung der Atome die Ursache ist und verordnete u.a. deshalb auch Wasserkuren (http://de.wikipedia.org/wiki/ Medizin_ des_ Altertums, 28.08.2012,S 4).
Seite 35 4. Die „pneumatische Ärzteschule“: Ein Aufschwung der Medizin in Rom Im ersten Jahrhundert nach Christus gelangte die Medizin in Rom zu einem weiteren bedeutenden Aufschwung wozu die Gründung der „pneumatischen Ärzteschule“ - die damals eine scharfe Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Schulen bewirkte - einen erheblichen Beitrag leistete* (Lexikon der Antike, 7., unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S 347 f). *Die sogenannte „pneumatische Ärzteschule“ bzw. die „Pneumatiker“ waren Personen einer Ärzteschule, welche im ersten Jahrhundert nach Christus von „Athenaios von Attaleia“ gegründet wurde. In ihrer „Physiologie und Krankheitslehre“ waren sie nahe an der „stoischen Philosophie“. Im Bereich der „Therapie“ setzten sie vor allem auf eine qualitativ der Krankheit gegensteuernde Diät (Wellmann 2011, S 1 ff). Im zweiten Jahrhundert nach Christus fand die „pneumatische Ärzteschule“ in Rom ihren Höhepunkt und ihren Abschluss durch das Werk von „Galen von Pergamon“ mit dem Titel: “Abhandlung über die Gesundheit“. Es wurden nun alle medizinischen Lehren der vergangenen Jahrhunderte zu einem einheitlichen medizinischen Werk zusammengefasst. „Galens“ umfangreiches Werk wurde folgend für weitere Jahrhunderte maßgeblich. „Galen“ gab auch der Humoralpathologie ihre abschließende Gestalt, die sie als grundlegendes Krankheitskonzept dann viele Jahrhunderte behielt* (Lexikon der Weltgeschichte, 7., unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S 348). *Durch dieses bedeutende Werk von Galen erfolgte auch ein wesentlicher Impuls in Richtung Gesundheitslehre und Gesundheitsförderung in der Antike. Galen entwickelte eine Theorie zum gesunden Leben und schuf ein Idealbild für den „besten Zustand des Körpers“ (Deutsches Ärzteblatt 2011, 108(44): A-2330/B-1966/C-1944). 5. Römische Medizin 5.1. Galen von Pergamon Neben „Asklepiades“ war dann im zweiten Jahrhundert nach Christus “Galenos“ (129 nach Christus bis 199 nach Christus) einer der bedeutendsten griechischen Ärzte der in Rom tätig war. Er war auch Autor einer medizinischen Zusammen-fassung, aus
Seite 36 der ein guter Überblick über das medizinische Wissen der Antike gewonnen werden kann. Zu seinen Entdeckungen gehörte die Rolle des Blutes bei der Ernährung von Gewebe, sowie die Funktionsweise der Nerven. Er sah auch eine große Bedeutung in der griechischen Lehre von den vier Temperamenten und überarbeitete die Theorie über die vier Flüssigkeiten* (http:// de. wikipedia.org/ wiki/ Medizin_ des_ Altertums, 28.08.2012, S 4f). *Galenos war einer der späteren Vertreter der „Diaita“ und erweiterte dieses Konzept auf die Lebensphasen der Menschen. Er vertrat die Ansicht, dass die unterschiedlichen Gesundheitszustände der Menschen auch unterschiedliche (medizinische) Maßnahmen erfordern (Hafen Martin, Die Geschichte von Prävention und Gesundheitsförderung – Teil 1: frühe Konzepte, Suchtmagazin, S 41). „Galen von Pergamon“ war der bedeutendste Arzt, der die antike Medizin durch die Verbindung seiner Lehren bzw. seiner Forschungen in Anatomie und Physiologie mit den Lehren von „Hippokrates“ maßgeblich prägte. Nach „Hippokrates“ gilt „Galen“ (Claudius Galenus) von Pergamon ebenso als einer die bedeutendsten Ärzte der Antike. Er schuf durch seine Beobachtungen der Körperfunktionen des Menschen, insbesondere auch durch seine anatomischen Untersuchungen an Tieren, ein umfassendes System der Medizin (Galenismus)* (https://www.paracelsus.de, S 1 ff). *„Galenismus“ war ein medizinisches System, das auf den 84 erhaltenen technischen bzw. medizinischen Abhandlungen von Galen basiert, einschließlich der Theorie der vier Körpersäfte (https://www.paracelsus.de, S 1 ff). „Galen“ orientierte sich vor allem an den bereits sechshundert Jahre vorher aufgestellten Grundsätzen von „Hippokrates“ und von „Diokles“, in denen das Gleichgewicht und die besonderen, individuellen Umstände des konkreten Menschen von erheblicher Bedeutung waren. „Hippokrates“ betreffend folgte „Galen“ dessen Vorstellungen bzw. jenen der „Hippokratiker“ und schrieb die
Seite 37 „Lehre der Humoralpathologie“ systematisch nieder* (Deutsches Ärzteblatt 2011, 108(44): A-2330/B-1966/C-1944) vgl. auch (http//de.wikipedia. org/wiki/ Humoralpathologie, S 2). *Die vier Körpersäfte Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleimverband. Galen mit den vier Lebensphasen und den vier Elementen. Die Ausgewogenheit der Säfte wurde als „Eukrasie“ bezeichnet und war gleichbedeutend mit der menschlichen „Gesundheit“. Nach Galens Humoralpathologie entstanden Krankheiten durch Störungen der Ausgewogenheit, das war die „Dyskrasie“. Der Arzt sollte hier durch gezielte Therapien wie Diät, Arzneimittel oder chirurgische Eingriffe das Gleichgewicht wieder herstellen* (Deutsches Ärzteblatt 2011, 108(44): A-2330/B-1966/C1944) vgl. auch (http//de.wikipedia. org/wiki/Humoralpathologie, S 2). Er verband die vier Körpersäfte Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleim auch mit den vier Lebensphasen und den vier (empedokleischen) Elementen „Luft“, „Feuer“, „Erde“ und „Wasser“. Die Ausgewogenheit der Säfte (Eukrasie) war nach Ansicht von „Galen“ gleichbedeutend mit der Gesundheit des Menschen. Krankheiten entstanden „Galens Humoralpathologie“ zufolge durch Störungen (Dyskrasie) dieser Ausgewogenheit* (Keil 2005, S 1 ff; S 642). *Nach Ansicht Galens entstand eine „Dyskrasie“ durch ein Fehlen, ein Zuviel eines oder mehrerer Säfte oder einer Verschlechterung. Behandelt wurde die Dyskrasie durch Zufuhr des Gegen-elements. Beispielsweise löscht Wasser Feuer aus, Erde stoppt Wind (Luft). Galen sah die Aufgabe eines Arztes ein Ungleichgewicht der Säfte durch Diätetik und Verabreichung von Arzneimitteln, aber auch durch chirurgische Maßnahmen wieder herzustellen (http://de.wikipedia. org/wiki/ Humoralpathologie, S 2. Die „Lehre von Galen“ ordnete den vier Körpersäften (Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle) auch „vier Grundqualitäten“ zu, das waren „warm-kalt“ sowie „feucht-trocken“. Blut ist warm und feucht, gelbe Galle ist warm und trocken, schwarze Galle ist kalt und trocken, Schleim ist kalt und feucht. „Galen“ verstand Gesundheit als ein Gleichgewicht dieser vier Säfte und dieser Qualitäten. Er fasste das gesamte medizinische Wissen seiner Zeit zusammen und folgte den Vorstellungen der „Hippokratiker“ und jenen von „Aristoteles“, welcher ebenfalls den
Seite 38 Elementen je ein „Primärqualitätenpaar“ zugeordnet hatte* (Keil 2005, S 1 ff; S 642). *Aristoteles ordnete den vier Elementen „Feuer“, „Luft“, „Wasser“ und „Erde“ vier Paare von Primärqualitäten zu, welche die Elemente bilden: Heiß und Trocken (Feuer), Heiß und Feucht (Luft), Kalt und Feucht (Wasser) sowie Kalt und Trocken (Erde). Nach Ansicht von Aristoteles „informieren“ diese Qualitätenpaare das immanente, ungestaltete Grundmaterial - das prima materia – aus dem die Welt aufgebaut ist (Kovacic 2008, S 1 ff). Neben diesem Ziel die Gesundheit wieder herzustellen, sah „Galen“ in der Gesundheitslehre und Gesundheitsförderung auch die Fragestellung inkludiert, wie es überhaupt Krankheit geben kann. Dieser Diskurs, vielfach auch Gegenstand religiöser und weltanschaulicher Erörterungen, wurde also bereits in der griechisch– römischen Kultur diskutiert. „Galen“ hatte eine „teleologische oder funktionale Betrachtungsweise“ des menschlichen Körpers im Unterschied zu den Vertretern einer „mechanischen Sichtweise“ des Körpers (Deutsches Ärzteblatt (Deutsches Ärzteblatt 2011, 108(44): A-2330/B-1966/C-1944). Die Frage, wie Krankheit zu erklären und zu akkomodieren ist, gliederte „Galen“ in drei Komponenten. Erstens behauptete er, dass die Anzahl von Fällen natürlicher Krankheit im Verhältnis zur Anzahl von Fällen von Gesundheit zu vernachlässigen sei. Er sah in Gesundheit die Norm, in Krankheit die Abweichung von dieser Norm. Zweitens war er der Ansicht, dass die menschliche Natur selbst ein heilendes Vermögen habe. Drittens schrieb er viele vorhandene Krankheiten nicht der Natur zu, sondern sah deren Ursache in fassbaren menschlichen Faktoren begründet. Diese Faktoren waren in Summe der ungesunde Lebensstil. Nach „Galen“ war Gesundheit ein Gut, auf das auch Einfluss genommen werden kann, d.h., dass die Menschen dazu selbst in einem bestimmten Ausmaß beitragen können. Das war bereits Eigenverantwortung für die Gesundheit* (Deutsches Ärzteblatt 2011, 108(44): A2330/B-1966/C-1944). *Neben „Galen von Pergamon“ war auch „Aulus Cornelius Celsus“ für die Etablierung der griechischen Medizin im Römischen Reich von Bedeutung. Celsus verfasste ein medizinisches Lehrbuch mit dem Titel: „De medicina“, das bis in die Neuzeit als Standardwerk der Medizin in Verwendung war (http:// www.printzip.de/index.php/themen-mainmenu-35/vitalis-mainmenu-106/1602g..., S 4).
Seite 39 5.2. Griechische Wertschätzung der Reinheit In der römischen Medizin war besonders auch die „griechische Wertschätzung der Reinheit“ – insbesondere durch die hippokratische Lehre und die Viersäftelehre - sichtbar. Die antike griechische Wertschätzung der Reinheit umfasste sowohl „körperliche und rituelle“ als auch „moralische und philosophische“ Aspekte. Es wurde auf eine gute allgemeine Gesundheit, auf Gesundheitsförderung, vor allem auch auf „Hygiene“ großer Wert gelegt (http://de. wikipedia. org/wiki/ Medizin_ des_ Altertums, S 4). Ob eine gute allgemeine Gesundheit und ein hoher Hygienestandard in Rom grundsätzlich vorhanden waren wird kontrovers diskutiert, es war hier jedenfalls auch der soziale Stand wesentlich. Sowohl die Griechen als auch die Römer hatten eine Wertschätzung für Reinheit, welche sich in verschiedenen Bereichen manifestierte. „Rituelle Reinheit“ war für den Umgang mit Göttern und in Tempeln entscheidend, „Körperliche Reinheit“ war durch Hygiene und Körperpflege gekennzeichnet. Die Römer übertrafen dann diesbezüglich sogar die Griechen, das betraf vor allem die Wasserversorgung der Städte und die Ausbildung des Badewesens. Das Badewesen betreffend führte dieses aber im Laufe der Zeit durch Überhäufung mit Luxus auch zur Verweichlichung und beeinflusste auch die Gymnastik negativ. Besonders gut waren damals aber die römischen Rechtsnormen im Bereich der „Hygiene“* (Meyers Großes Konversations – Lexikon, Band 7., Leipzig 1907, S 752 ff). *Diese Rechtsnormen bzw. die ältesten Gesetze Roms regelten auch die Beaufsichtigung der Lebensmittel und die Beaufsichtigung in Sanitätsbereichen. Unter „Kaiser Augustus“ wurden besonders auch in Bauordnungen hygienische Grundsätze mitberücksichtigt (Meyers Großes Konversations – Lexikon, Band 7., Leipzig 1907, S 752 ff). 5.3. Hygiene, Diäten und Nahrungsmittel „Hygiene“ - deren Bedeutung man erkannt hatte - wurde für alle Stände in Rom propagiert. Ab der späten Republik spielte sie eine große Rolle. (http://www. printzip.de/index.php/themen-mainmenu-35/vitalis-mainmenu-106/1602-g..., S 5). In der römischen Medizin umfasste „Hygiene“ und auch die „Diätetik“ die öffentlichen
Seite 40 Badehäuser, die Kanalisation, die Versorgung mit Frischwasser sowie die Körperpflege mit Öl und Schabern. Hygienische Bedingungen waren im antiken Rom aber oft auch mangelhaft, das betraf insbesondere private hygienische Bedingungen. „Hygiene“ war im antiken Rom eine Mischung aus hochentwickelten Praktiken und unhygienischen Bedingungen, diese betrafen insbesondere auch Bäder und Toiletten, welche oft überfüllt waren und Krankheitserreger aufwiesen, die auch zu Krankheiten führten* (nationalgeographic.de, S 1f). *Krankheitserreger waren im antiken Rom aber vielfach „namentlich“ bzw. in „medizinischer Diktion“ nicht bekannt. Es gab aber zahlreiche Krankheiten und Epidemien, welche durch verschiedene Erreger verursacht wurden, hier vor allem „Malaria“ und die „Antoninische Pest“ (https:// voices.skd. museum, S 1f). Besonders die Malaria war im antiken Rom ein wiederkehrendes Phänomen des Sommers, das auch eine Flucht der „Elite“ aufs Land auslöste. Der Ausbruch der „Antoninischen Pest“ – die im Jahr 165 nach Christus durch zurückkehrende Soldaten aus dem Partherkrieg eingeschleppt wurde – markierte auch einen Wendepunkt, da es sich bis dato um eine noch unbekannte Krankheit handelte. Vor allem waren aber „Darmkrankheiten“ aufgrund der (grundsätzlich) mangelnden Hygiene weit verbreitet, was die Übertragung von Krankheiten durch Bakterien usw. begünstigte* (https:// voices.skd. museum, S 1f). *Forschungen zum Thema „Hygiene im Römischen Reich“ begannen erst vor wenigen Jahrzehnten. Das lag nicht an einem Mangel an Quellen, sondern an deren Umfang bzw. Vielfalt. Neben Texten und künstlerischen Darstellungen sind Ruinen, Kleinfunde, Abfälle und Bodenbefunde grundsätzlich aufschlussreiche historische Quellen. Die Ruinen der Thermen und Aquädukte führten zum Klischee vom „sauberen Römer“. Untersuchungen von Lebensverhältnissen der sogenannten „kleinen Leute“ brachten aber andere Ergebnisse, welche diesem Klischee widersprechen (Thüry 2001, S 59, siehe auch Interview mit Thüry). Neben der „Hygiene“ wurden auch „Diäten“ und eine „ausgeglichene Lebensweise“ propagiert. Das war nach heutiger Diktion eine Art „Work Life Balance“. Damit wurde
Seite 41 jedenfalls auch ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsförderung in der Antike geleistet* (http://www. printzip.de/index.php/ themen-mainmenu-35/vitalis-mainmenu106/1602-g..., S 5). *Neben der „Hygiene“ waren in Rom u.a. auch die Anwendung von „Diäten“ und die Verwendung bestimmter „Nahrungsmittel“ wesentlich. Die Ernährung im antiken Rom war - so wie die Ernährung in der Antike grundsätzlich – vielfältig, vom sozialen Stand abhängig und regional verschieden. Die Ernährung in Rom war etwa vom Jahr eintausend vor Christus bis etwa zur Spätantike relativ stabil, sie wurde aber grundsätzlich auch von neuen Einflüssen, wie etwa exotischen Gewürzen (Fernhandel), sowie durch sich ändernde, religiös motivierte Einstellungen zum Thema Ernährung beeinflusst. Ein historisches Dokument ist hier beispielsweise jenes des Arztes „Anthimus“, von dem ein „lateinischer Brief“ (De observatione ciborum) über gesunde Ernährung erhalten ist. Anthimus verfasste damals diesen Brief für den Frankenkönig Theoderich I (Lexikon der Antike, 7., unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1985, S 348; siehe auch Hen 2006, S 108f). „Diäten“ waren in der Medizin des antiken Roms Teil einer umfassenden Gesundheitsstrategie, die insbesondere die Verwendung von Kräutern, aber auch körperliche Betätigung (Körpertraining), Bäder und Schlaf umfasste. „Ernährungsmaßnahmen“ basierten auf der Humoralpathologie und variierten nach individuellen Umständen und der Jahreszeit. Das Gleichgewicht der Körpersäfte zu erhalten war hier wesentlich. Ärzte sahen „Diätetik“ nicht isoliert, sondern als wesentliches Element eines gesunden Lebensstils der auch Bewegung, Bäder und Schlaf inkludierte (Engelhardt 2005, S 299ff). „Diätetische Maßnahmen“ – im Kontext medizinischer Behandlungen und insbesondere der Mittelmeerdiät betreffend - wurde u.a. Fasten als therapeutische Maßnahme in der antiken Gesundheitslehre betrachtet, um den Körper zu entlasten und „kranke Säfte“ auszuscheiden. Es gibt Hinweise bzw. Studien, dass die sogenannte „Mittelmeerdiät“ oder die „mediterrane Ernährung“ von antiken (griechischen) Ärzten als eine Möglichkeit im Kontext der medizinischen Behandlung
Seite 48 6.6. Exkurs: Atropin im Kontext Sport der Gegenwart „Atropine, a medication primarly used to treat certain types of heart disease and eye conditions, can have effects on the body that might influence sports performance. It has been found to encrease heart rate and reduce sweating, which could potentially affect endurance and thermoregulation during physical activity. However, it’s important to note that these effects may not always be beneficial and could potentially lead to overheating during exercise. Furthermore, atropine does not directly enhance athletic performance or muscle strength. It*s also worth noting that the use of certain medications in sports may be regulated or prohibited by sports governing bodies. Always consult with a healthcare provider before starting any new meication“* (https://medisearch.io, S 1). *Atropin – das aus der Tollkirsche gewonnen wird - ist im Sport der Gegenwart nicht erlaubt, es stand und steht auch auf Dopinglisten. Es gilt als Doping, weil es die Leistung potenziell steigern kann, indem es die Herzfrequenz erhöht, die Pupillen erweitert und die Hemmung des Parasympathikus bewirkt. Es wird auch im Pferdesport als Doping eingestuft. Atropin ist ein giftiges „Tropan-Alkaloid“. es wird aber insbesondere zur Behandlung von „Bradykardie“ (zu niedrige Herzfrequenz) verwendet (WADA-Verbotsliste; siehe auch Deakin et al. 2010, S 1305ff). 7. Der Beruf des Arztes im antiken Griechenland und im antiken Rom 7.1. Keine fix vorgeschriebene Ausbildung für den Arztberuf Der Beruf des Arztes (altgriechisch: iatros, lateinisch: medicus) war im antiken Griechenland eine anerkannte Tätigkeit mit unterschiedlichem Status. Der Arztberuf war aber nicht gesetzlich geregelt. Es gab für den Arztberuf keine fix vorgeschriebene bzw. keine staatlich geregelte Ausbildung. Die medizinische Kunst wurde meistens innerhalb von Familien (z.B. Asklepios) oder in Ärzteschulen (z.B. in Kos) weitervermittelt, das galt auch für „Hippokrates“. „Hippokrates von Kos“ und seine Schule – „Hippokrates“ gründete etwa vierhundert vor Christus eine medizinische Schule auf der Insel Kos - begründeten eine Heilkunde, die auf Beobachtung, Erfahrung und Erforschung natürlicher Ursachen für Krankheiten basierte. „Hippokrates“ machte die Medizin von anderen Wissensbereichen, wie etwa
Seite 49 der Philosophie, unterscheidbar und eigenständig* (https://www.paracelsus.de, S 1f; siehe auch https:// www.dafato.com>biografien>Hippokrates von Kos/Dafato-es ist eine Tatsache, S 1). *Seine Söhne Drakon und Thessalos sowie auch sein Schwiegersohn Polybos führten dann diese Tradition weiter (https://www.paracelsus.de, S 1f; siehe auch https:// www.dafato.com> biografien>Hippokrates von Kos/Dafato-es ist eine Tatsache, S 1). Es entwickelte sich in Griechenland allmählich eine freie ärztliche Tätigkeit durch Vertreter von Arztfamilien, die ihren Stammbaum manchmal bis zu „Asklepios“ (Mythologie: Heilgott) zurückführen konnten. Die antike griechische Medizin wurde mit Ausnahme der Frauenheilkunde, welche sich mit Frauenkrankheiten und Geburtshilfe befasste, von Männern praktiziert. Vereinzelt gab es in den griechischen Poleis (ebenso dann im Römischen Reich) aber auch Ärztinnen, die von der Allgemeinheit entlohnt wurden oder auch gratis praktizierten. Das wird aber kontrovers diskutiert. Für den Großteil der Bevölkerung waren medizinische Behandlungen eher eine Ausnahme, weil diese grundsätzlich sehr teuer waren* (Alles Geschichte! 5, Schulbuch, S 33). *Die „Medizin im antiken Griechenland“ war sehr wesentlich für die Medizin im antiken Rom, sie kann auch als Vorläuferin der gesamten europäischen Medizin bzw. der europäischen Heilkunde bezeichnet werden. Es gab hier viele bedeutende Ärzte wie beispielsweise „Hippokrates von Kos“. Dieser gründete die „hippokratische Schule“, welche die Medizin im antiken Griechenland intellektuell revolutionierte. Die Medizin entwickelte sich dann auch zu einem eigenen Beruf bzw. zum Beruf der Ärzt/innen (https://www.dafato.com>biografien>Hippokrates von Kos/Dafato-es ist eine Tatsache, S 1). 7.2. Arten von Ärzt/innen bzw. Spezialisierungen Die in Rom tätigen Ärzt/innen können auf Grund ihrer Tätigkeiten in drei Gruppen eingeteilt werde. Das waren erstens „Mediziner/innen, die freie unabhängige private Praxen hatten“, zweitens die „Familienärzt/innen im Dienste reicher Familien oder in den Diensten des Kaisers“ und drittens „die von der Stadt Rom angestellten Ärzt/innen“. Die antike Medizin erbrachte ihre Leistungen grundsätzlich nicht nur für Eliten bzw. für die Oberschicht, sie war für alle Stände - wenn auch in (sehr) unterschiedlichem Ausmaß - vorhanden. Es gab beispielsweise auch Ärzt/innen im
Seite 50 Römischen Reich, die ihre Sprechstunden für alle Stände abhielten* (http://de. wikipedia.org/wiki/medizin_des_Altertums, S 4). *Der Beruf des Arztes in der Antike war ein Grundstein für die moderne, wissenschaftliche Medizin. Arzttypen waren „Militärärzte“, „Stadtärzte“ und „Wanderärzte“. Es war ein breites Ärztespektrum vom „Heiler“ bis zum „Spezialarzt“ vorhanden (http://www. printzip.de/index.php/themen-mainmenu35/vitalis-mainmenu-106/1602-g..., S 5; siehe auch www.imperium-romanum.com, S 1). Im sozialen Kontext kann eine Unterteilung in „Gemeindeärzte“ (Archiatros), „Kaiserliche Leibärzte“ sowie „Militärärzte“ getroffen werden. „Militärärzte“ betreffend errichtete - nachdem die Bürgerkriege, die das Ende der Republik brachten, beendet waren - Kaiser „Augustus“ (Regierungszeit 27 vor Christus bis 14 nach Christus) eine ihm unterstellte Berufsarmee. Jeder Einheit dieser Berufsarmee wurden Ärzte zugeteilt* (Schubert 2019, S 103). *Zudem gründeten die Römer das „Lazarett“ („Valetudinarium), dessen Grundkonzept der Bau eines einstöckigen Gebäudes war, welches um einen Innenhof herum errichtet wurde und als Sammelplatz für Verwundete und der notwendigen medizinischen Ausrüstung diente. Verwundete und kranke Soldaten wurden hier über einen durch das gesamte Gebäude laufenden Hauptkorridor auf die Stationen bzw. Krankenzimmer verteilt. Im Lazarett waren vor allem griechische Ärzte als Militärärzte tätig (Schubert 2019, S 103). Im antiken Rom war der Arztberuf (medicus) eine Tätigkeit, welche von vielen Griechen - die das medizinische Wissen nach Rom brachten - ausgeübt wurde. Diese Personen kamen als Sklaven oder Freie nach Rom. Es gab hier unter den Ärzten Spezialisierungen wie etwa „Wundärzte“ (vulnerarii), „Chirurgen“, „Augenärzte“ sowie „Zahnärzte“. Ärzte waren im antiken Rom oft auch als Apotheker Tätig und stellten Medikamente selbst her. Es etablierten sich dann in Rom allmählich neben dem „medicus“ (Allgemeinarzt) auch „Fachärzte“, hier insbesondere Chirurgen („medici chirurgi“), Zahnärzte („medici dentalis“), Augenärzte („medici ocularius“) usw. „Archagathos von Peloponnes“ war in diesem Kontext wahrscheinlich einer der ersten Ärzte von Profession in Rom (https:// imperiumromanum.info, S 1). „Archagathos von Peloponnes“ – ein griechischer Arzt - wirkte um 219 vor Christus in Rom als „vulnerarius“ (Wundarzt). Seine durchgeführten chirurgischen Eingriffe verhalfen ihm zu hohem Ansehen und zur Verleihung des Bürgerrechts. Historisch
Seite 51 überliefert ist von ihm vor allem auch ein Pflaster das aus gekochtem gelben Altramentstein, gebranntem Kupfer, gekochtem Bleiweiß, Terpentinharz und Silberglätte bestand* (Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Band II, I 1895, Sp. 3432; vgl. auch Cels. V 19, 27). *Nach „Archagathos von Peloponnes“ dauerte es viele Jahrzehnte, bis ein weiterer griechischer Arzt in der Literatur erwähnt wurde. In der römischen Antike gab es aber kaum etwas griechischeres als die Medizin. Beispielsweise waren nur auf etwa 5 % aller Grabsteine von „Medici“ nicht-griechische Namen zu finden (http://de. wikipedia.org/wiki/Medizin_des_Altertums, 28.08.2012, S 4). Die griechischen Ärzte wurden im Römischen Reich oft nicht nur als „Wundärzte“, „Militärärzte“ usw. eingesetzt, sie wurden auch zu „Leibärzten des Kaisers“ bestellt. Beispielsweise begann „Galen von Pergamon“ seine medizinische Karriere als Arzt in einer Gladiatorenschule und wurde dann Arzt von Kaiser Marc Aurel* (Richter 2005, S 895 f; vgl. auch Levey 1963, S 130 ff). *„Galen“ befasste sich auch mit der Theorie der Pflanzenheilkunde und unterteilte die Pflanzen in verschiedene medizinische Kategorien, die unter der Bezeichnung „galenisch“ bekannt wurden. „Galen“ war auch Erfinder der sogenannten „kalten Creme“, aus der dann alle gebräuchlichen Salben entstanden (Richter 2005, S 895 f; vgl. auch Levey 1963, S 130 ff). Vor „Galen“ war schon „Dioskurides“ unter Kaiser Nero Arzt in der römischen Armee. „Dioskurides“ beschäftigte sich ebenfalls mit Heilpflanzen. Etwa um 78 nach Christus veröffentlichte er sein gesamtes medizinisches Wissen in fünf Bänden mit dem Titel „Mater Medica“* (Richter 2005, S 895 f; vgl. auch Levey 1963, S 130 ff). *“Mater medica“ (heilende Substanz) war bzw. ist eine historische Bezeichnung für Textsammlungen bezüglich der Wirkung von Substanzen für Heilzwecke. Diese Substanzen stammten aus den drei Bereichen (Pflanzen, Tiere, Mineralien), sie wurden sehr genau geordnet. Der Begriff „Mater medica“ wurde später durch „Pharmakologie“ bzw. „Arzneimittellehre“ ersetzt (Richter 2005, S 895 f; vgl. auch Levey 1963, S 130 ff). Neben „Galen“ und „Dioskurides“ waren relativ viele Ärzte als Militärärzte und Leibärzte von Römischen Kaisern tätig. Ein interessantes Beispiel ist hier auch „Antonius Musa“, der Kaiser Augustus von einer schweren Krankheit heilen konnte. Dieser Arzt erhielt dann auch viele Privilegien, zu denen auch die „immunitas“ – das
Seite 52 Privileg der Steuerbefreiung – gehörte* (Cassius Dio, Historiarum Romanarum 53,30,3.; vgl. auch Below K.-H München 1953, S 22). *Ob die „immunitas“ grundsätzlich allen eingebürgerten Ärzten gewährt wurde, wird aber im Bereich der Wissenschaft kontrovers diskutiert* (Cassius Dio, Historiarum Romanarum 53,30,3.; vgl. auch Below K.-H München 1953, S 22). „Antonius Musa“ – Leibarzt von Kaiser Augustus - war ein aus Griechenland stammender Arzt. Er war in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts vor Christus als Arzt tätig. „Musa“ war, so wie auch sein Bruder „Euphorbos“, Schüler des auch in Rom tätigen Arztes „Asklepiades von Bithynien“* (Cassius Dio). *Spätestens ab dem dritten Jahrhundert nach Christus wurden die „kaiserlichen Leibärzte“ bzw. „Hofärzte“ als „archiatri Palatini“ bezeichnet. Diese Leibärzte im römischen Reich sind überwiegend der Oberschicht zuzuordnen, sie hatten auch gute Verdienstmöglichkeiten (https://de. m.wikipedia. org>wiki>Archiater, S 1). „Asklepiades von Bithynien“ war ein griechischer Arzt und Philosoph zur Zeit des späten Hellenismus. „Asklepiades“ wirkte in Rom und machte im Imperium Romanum die griechische Medizin populär (Meyer-Steineg/Sudhoff 2006, S 69 f). Sowohl die Mediziner/innen in Griechenland als auch in Rom arbeiteten nach den Grundsätzen, welche von Hippokrates im „Corpus Hippocraticum“ festgelegt waren. 8. Quellen zur antiken griechischen und römischen Medizin (Auswahl) Ärzte im Kontext der antiken Medizin verfassten auch bedeutende Schriften. Zu den bedeutendsten Quellen zur antiken griechischen und römischen Medizin zählen: 8.1. Die Epen „Homers“ Die ersten schriftlichen Mitteilungen über die Medizin der Griechen im Altertum sind in den „Epen Homers“ aus dem achten Jahrhundert vor Christus zu finden. Die homerischen Epen sind die ältesten schriftlichen Quellen, die medizinische Praktiken beschreiben. Sie bieten medizinische Einblicke, weil sie u.a. detaillierte Darstellungen bzw. Beschreibungen von Verletzungen enthalten, die in militärischen Kämpfen
Seite 53 geschildert werden und als eine der ältesten literarischen Quellen zur Medizin gelten. Seit sich die Wissenschaft mit „Homer“ beschäftigte, war auch ein starkes medizinhistorisches Interesse an den homerischen Epen vorhanden (Illias, Odyssee) vorhanden (Epen Homers; http://www.rhm.uni-koeln.de, S 1 ff). 8.2. Die Werke bzw. Schriften des Arztes „Hippokrates von Kos“ Die „hippokratischen Schriften“ – überwiegend von Schülern und Nachfolgern von „Hippokrates“ verfasst – waren fundamental für die weitere medizinische Entwicklung sowohl in der Antike als auch im (islamischen) Mittelalter und noch darüber hinaus. Die hippokratischen Schriften sind im „Corpus Hippocraticum“ – eine Sammlung medizinischer Texte – zusammengefasst und inkludieren viele Themen, wie Diätetik, Ethik, Prognostik, Krankheitslehre, Chirurgie usw. Die bekanntesten Werke sind der „Hippokratische Eid“ und „Aphorismen“ (www.studysmarter.de, S 1ff; siehe auch https://www.swisseduc.ch). Die „Aphorismen“ in lateinischer Sprache später dann auch „Sententiae“ genannt, sind eine Textsammlung innerhalb des „Corpus Hippocraticum“. Sie zählen zu den weitest verbreiteten Teilen der hippokratischen Schriften, sie sind seit der Antike oft kommentiert und verlegt worden. In insgesamt sieben Kapiteln, welche der koischen Ärzteschule zugerechnet werden, sind Aussagen über unterschiedliche medizinische Gebiete und Themen überliefert. Die bekannteste Sentenz der Aphorismen lautet: „Vita brevis, ars longa“ (Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang)* (Kollesch 1989, S 176). *Von den Hippokrates zugeschriebenen Schriften bzw. Texten sind insbesondere die „Aphorismen“ (Corpus Hippocraticum) verbreitet (Frühinsfeld 1991, S 9 f; siehe auch Pohlenz 1938). Den „hippokratischen Eid“ betreffend war und ist dieser eine wesentliche Grundlage für ärztliche Ethik. Die Sammlung umfasst etwa sechzig Schriften und wurde wahrscheinlich von mehreren Autoren über einen längeren Zeitabschnitt verfasst.
Seite 54 Der „Hippokratische Eid“ wurde aber nach dem Hauptautor (Hippokrates) benannt* (www.studysmarter.de, S 1ff; siehe auch https://www.swisseduc.ch). *Das „Corpus Hippocraticum“ gehörte zur antiken griechischen Tradition, es wurde in der antiken Bibliothek von Alexandria aufbewahrt. Diese große Bibliothek war Teil eines Forschungsinstituts namens „Museum“, hier lagerte auch das „Corpus Hippocraticum“, eine Sammlung wichtiger medizinischer Werke. Die Bibliothek wurde 48 vor Christus durch einen Brand zerstört (das wird aber kontrovers diskutiert), das „Corpus Hippocraticum“ blieb aber erhalten. Die Quellenlage ist diesbezüglich, aber sehr schlecht, die wenigen antiken Quellen berichten oft auch Widersprüchliches (Keil 2005, S 274f). 8.3. Die Werke bzw. Schriften von „Galen von Pergamon“ Der griechische Arzt und Philosoph „Galen“ verfasste über vierhundert Schriften zu Medizin, Philosophie und Ethik. „Galen“, der überwiegend in Rom lebte und dort als Arzt tätig war, formulierte in der „Hygieia“: „Bei der Bewahrung der Gesundheit muss die körperliche Anstrengung den Anfang machen, dann folgen Speis und Trank, dann der Reihe nach Schlaf und endlich die Liebe, für die die Liebe genießen wollen“* (Aus: Hygieia, Galenos von Pergamon (129-199 nach Christus); siehe auch https:// www. lernhelfer.de, S 1). *Die Leistung der Ärzt/innen in Rom in den folgenden Jahrhunderten nach Galen bestand u.a. auch im Errichten von medizinischen Handbüchern aus älteren Werken, besonders aber aus jenen von Galen. Die Therapie bzw. die praktischen Anwendungen im Bereich der Medizin waren die wichtigsten Inhalte. Auf die wissenschaftliche Medizin wurde nicht mehr so viel Augenmerk gerichtet (Lexikon der Antike, 7., unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S 348). Zu den bedeutendsten Werken von Galen zählen „Die anatomischen Untersuchungen“, „Über den Nutzen der Körperteile“, „Die Methode der Therapie“, „Die kranken Körperteile“, „Die Lehrmeinungen von Hippokrates und Platon“, „Über Gegenmittel“ (De antidotis), „Über die Unverdrossenheit“ (De indolentia) sowie „Die ärztliche Kunst“. Galens Werke fassten das gesamte antike medizinische Wissen zusammen, sie prägten die Medizin mehr als eintausendvierhundert Jahre lang (merke.ch).
Seite 55 „Galen von Pergamon“ prägte die medizinische Wissenschaft von der Antike über das europäische und das arabische Mittelalter bis weit in die Neuzeit hinein. Das Akademievorhaben „Galen als Vermittler, Interpret und Vollender der antiken Medizin“ ediert, übersetzt und kommentiert seit dem Jahr 2009 die maßgeblichen Schriften von Galen (https://www.akademienunion.de, S 1). 8.4. Die Werke bzw. Schriften von „Pedanios Dioskurides“ „Pedanios Dioskurides“ war ein griechischer Arzt im Römischen Reich, er ist einer der bekanntesten Ärzte der Antike und gilt mit seinem drogenkundlichen Werk über Arzneistoffe als einer der Pioniere der Pharmakologie. Über sein Leben ist wenig bekannt, er lebte zur Zeit von Kaiser Nero im ersten Jahrhundert nach Christus (Scarborough/Nutton 1982, S 187 ff). Das Hauptwerk von „Dioskurides“ ist jenes mit dem Titel „De materia medica“ (über die Heilmittel). Es ist ein fünfbändiges Werk, welches mehr als eintausendsechshundert Jahre lang als Grundlage für botanische und pharmakologische Studien diente. Dieses Werk umfasst etwa eintausend Arzneimittel und bietet mehr als viertausend medizinische Anwendungen. Weitere bedeutende Werke sind das zweibändige Werk über einfache Arzneimittel „De simplicibus“, eine Sammlung von Traktaten wie „Curae herbarum“ sowie „Ex herbis femininis“* (De materia medica; Stoll 2005, S 309 ff). *“De materia medica“ wurde im ersten Jahrhundert nach Christus verfasst, es beschreibt den Arzneischatz des östlichen Mittelmeerraumes. Dieses Werk gilt als eine der bedeutendsten Schriften zur Pharmakologie und Botanik bis ins achtzehnte Jahrhundert (Dioskurides, De materia medica). 8.5. Die „Gynaikia“ des „Soranos von Ephesos“ Eine bedeutende (erhaltene) Schrift eines in Rom praktizierenden Arztes ist beispielsweise die „Gynaikia“ des „Soranos von Ephesos“. Sein Lehrbuch für Hebammen ist in einer Bearbeitung überliefert. „Soranos von Ephesos“ zählte zu den
Seite 56 bekanntesten männlichen Medizinern* (Kiechle 2006, S 2). *“Hebammen“ waren im antiken Rom vielfach zugleich auch Frauenärztinnen. Hebamme war damals ein anerkannter Frauenberuf. In der Kaiserzeit beschäftigten beispielsweise reiche Frauen persönliche Hebammen in ihrem Haushalt. Das ist u.a. auch durch Grabinschriften belegt (Museum in den Diokletiansthermen: Inschrift für Helena Lucretiae orstetrix – Helena, die Hebamme der Lucretia). Die „Gynäkologie“ war in der Medizin der Antike bereits ein eigener Fachbereich. Beispielsweise enthielt das „Corpus Hippocraticum“ auch Inhalte über Frauenkrankheiten. Hier z.B. „De mulierum affectibus I-III“ und „De virginum morbis“. Zudem gab es auch noch einige Inhalte über Embriologie sowie Frühund Neugeborene (Golder 2007, S 27 ff). 8.6. Votivgaben aus Heiligtümern Kenntnisse im Bereich antiker Medizin können auch aus „Votivgaben aus Heiligtümern“ gewonnen werden. Hier können medizinische Erkenntnisse durch ihre symbolischen Darstellungen von Erkrankungen oder erkrankten Körperteilen gewonnen werden. Durch die differenzierte Darstellungsweise von Votivtafeln können Erkenntnisse über die (möglichen) Krankheiten von Personen erreicht werden. Zum „Aufbau-Schema“ von Votivtafeln liefert z.B. die Freie Universität Berlin wesentliche Beiträge (https://userpage.fu-berlin.de, S 1ff). 8.7. Sammlungen von „pharmazeutischen und medizinischen Erfahrungen“ Pharmazeutische und medizinische Erfahrungen basierten in der Antike vor allem auf der Verwendung natürlicher Heilmittel, welche vielfach aus Pflanzen, Mineralien und tierischen Produkten gewonnen wurden. Ein Einfluss durch religiöse Überzeugungen war aber grundsätzlich vorhanden. Wichtige Entwicklungen umfassen u.a. die Sammlung von Wissen in frühen „Arzneibüchern“ sowie die „Werke und Sammlungen bedeutender Ärzte“. Sammlungen von „pharmazeutischen und medizinischen Erfahrungen“ bzw. über „Heilmittel und Medizin“ im antiken Griechenland und im antiken Rom sind relativ zahlreich vorhanden. Beispielsweise von „Dioskurides“ (Pharmakologe und Botaniker), „Soranos“ (Gynäkologe) und
Seite 57 „Rufus“ (Anatomie, Medizintheorie, praktische Anwendungen). Den Höhepunkt erreichte die ärztliche Kunst bei den Römern unter „Galenos“ bzw. „Galen von Pergamon“ im zweiten Jahrhundert nach Christus. Das medizinische Wissen wurde immer wieder erweitert, zusammengefasst und auch in Schriften dokumentiert (https://www. forumtraiani.de>Römische medizin: die Entwicklung, S 1 f). Die Schriften antiker griechischer und römischer Ärzte sind von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung, sie bilden auch vielfach eine Grundlage für die wissenschaftsund kulturgeschichtliche Forschung und sind Zeugnisse der antiken griechischen und römischen Literatur. Diese Schriften, vor allem das „Corpus Hippocraticum“, waren die ältesten medizinischen Texte im Abendland* (Corpus Hippocraticum). *Medizinische Lehren bzw. griechisch – medizinische Schriften wurden nur in geringem Ausmaß ins Lateinische übersetzt und in die frühmittelalterliche Medizin in Westeuropa übernommen. Viele Schriften griechischer Ärzte gelangten aber dann über Alexandria in den Besitz der Araber (Lexikon der Antike, 7., unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S 348). Literarische Aufzeichnungen waren für die Tradierung von medizinischem und pharmazeutischem Wissen usw. sehr wesentlich. Insbesondere wurden bereits in der Antike pharmazeutische Erfahrungen literarisch festgehalten. Das wirkte sich auf den Austausch von Wissen und die Weiterentwicklung der Medizin grundsätzlich positiv aus. Die Entwicklung medizinischer Fächer bzw. Spezialisierungen sowie die Trennung von Berufen, hier u.a. die medizinische Kunst von der Apothekerkunst (z.B. erstellten Ärzte Rezepte, die dann von Apothekern hergestellt wurden), waren wesentliche Schritte wozu auch literarische Aufzeichnungen vorhanden sind (Zeilner F., 2025).
Seite 64 - Diller Hans (Hrsg.) (1962). Die Natur des Menschen. Rowohlts Klassiker der Literatur und Wissenschaft. Griechische Literatur, Band 4. Hamburg. - Dioskurides, De materia medica. - Eckart Wolfgang (2017). Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. 8. Auflage. Springer, Berlin. - Doping. Informationsbroschüre für Athleten und Betreuer (1987). Köln, 1987. - Edelstein Ludwig/Edelstein Emma (1945). Asclepius. Collection and Interpretation oft the Testimonies. - Eijk van der Philip. Ernährung und Gesundheit in der Antike. Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Ernährung, Gesundheit, Prävention. Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (https://ernaehrung.bbaw.de). - Engelhardt Dietrich von (2005). Diätetik, in: Werner E. Gerabek/Bernhard D. Haage/ Gundolf Keil/Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York. - Eijk van der Philip (2021). Aristoteles, die Wissenschaft des Lebendigen und die aktuelle Frage der medizinischen Translation. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. - Engelhart Dietrich (2005). Diätetik, in: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner ((Hrsg.). Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York. - Epen Homers (http://www.rhm.uni-koeln.de). - Ferngren Gary B. (2015). Galen and the Christians of Rome, in: Istoriya meditsiniy (History of Medicine). Band 2. 2015. - Frühinsfeld Magdalena (1991). Anton Müller. Erster Irrenarzt am Juliusspital zu Würzburg. Leben und Werk. Kurzer Abriß der Geschichte der Psychiatrie bis Anton Müller. Medizinische Dissertation Würzburg. - Galenos von Pergamon (Galen). Hygieia. - Galenos von Pergamon (Galen). Leben der Gladiatoren. - German Journal of Sports Medicine, Jahrgang 63, Nr. 1 (2012). - Golder Werner (2007). Hippokrates und das Corpus Hippocraticum. Königshausen & Neumann, Würzburg. - Gradmann Christoph: Ruffer, Marc Armand, in: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/Nerw York 2005).
Seite 65 - Graf Fritz (1998). Der neue Pauli (DNP4). - Hafen Martin, Die Geschichte von Prävention und Gesundheitsförderung – Teil 1: frühe Konzepte, Suchtmagazin (https://www.fen.ch>Die Geschichte von Prävention und Gesundheitsförderung – Teil 1: …). (https://www.fen.ch, PDF). - Hen Yitzhak (2006). Food and drink in Merovingian Gaul, in: Brigitte Kasten (Hrsg): Tätigkeitsfelder und Erfahrungshorizonte des ländlichen Menschen in der frühmittelAlterlichen Gesellschaft. Brill, Leiden/New York/Köln. - Hofmeister Martin (2006). Hippokrates gibt Präventionstipps mit zeitloser Gültigkeit. Die BG 2006; 121(2), S 84-89. Article February 2006. Consumer Centre of the German Federal State of Bavaria, German, Munich. - Hygieia, Galenos von Pergamon (129-199 nach Christus). - Irmscher Johannes (Hrsg.) (1985). Lexikon der Antike. Gondrom Bayreuth. - Inschriftlicher Kurbericht des Apellas, Epidauros, 2. Jahrhundert nach Christus. - Jüthner Julius (1909). Philostratos über Gymnastik. Teubner Verlag, Leipzig/Berlin. - Kapotsis George/Steiropoulos Paschalis/Rovina Nikoletta/Vagiakis Emmanouil/Trakada Georgia (2025). Sleep incubation (enkoimesis) in medical practice at Asclepieia of ancient Greece – The ancient Greek sleep medicine. Sleep Medicine, Volume 130, June 2025, Pages 31-35. - Kaser Max (1981). Römisches Privatrecht. C.H.Beck, München. - Keil Gundolf (2005). „Corpus hippocraticum“, in: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York. - Kiechle Marion (2006). Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München. - Kollesch Jutta (1989). Diethard Nickel. Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. - Kovacic Franjo (2008). Intensität der Elementarqualitäten nach Galen. Traditio Fordham University Press. Volume 63, 2008, pp. 1-45. 10.1353/trd.2008.0007. - Leven Karl-Heinz (2019). Auf den Schultern von Hippokrates und Galen. Spektrum.de. Medizingeschichte. - Levey Martin (1963). Some aspects of the nomenclature of Arabic materia medica, in: Bulletin of the History of Medicine. Band 37. - Lexikon der Antike, 7. unveränderte Auflage, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985.
Seite 66 - Liste UNESCO-Weltkulturerbe, UNESCO. - Meyer-Steineg Karl/Sudhoff Theodor (2006). Illustrierte Geschichte der Medizin. Fünfte Auflage. Voltmedia, Paderborn. - Meyers Großes Konversations – Lexikon, Band 7, Leipzig, 1907. - Moog Ferdinand Peter (2005). Etruskische Medizin, in: Werner E. Gerabek, Bernhard D.Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.). Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York. - Museum in den Diokletiansthermen: Inschrift für Helena Lucretiae orstetrix – Helena, die Hebamme der Lucretia. - Pahl Hendrik (2024). Medizin der Antike: Von Hippokrates bis Galen (www.battlemerchant.com). - Paläopathologie – Lexikon der Biologie – Spektrum der Wissenschaft. - Paulys Real-encyclopädie der classischen Altertums-wissenschaft, Band II,I 1895, Sp. 3432. - Pohlenz Max (1938). Hippokrates und die Begründung der wissenschaftlichen Medizin. Berlin. - Prokop Ludwig (1983). Einführung in die Sportmedizin, 3. Auflage. Fischer, Stuttgart/New York. - „Quintus von Smyrna. Epos. - Reed Henry (1976). Dream Incubation: a Reconstruction of a Ritual in Contemporary Form, in: Journal of Humanistic Psychology 16. (Doi: 10.1177/ 002216787601600405). - Richter Thomas (2005/2007). Materia medica, in: Werner E. Gerabek/Bernhard D. Haage/Gundolf Keil/Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte (2005), Band 2, H-N. De Gruyter, Berlin. - Scarborough John/Nutton Vivian (1982). The preface of Dioscorides, De materia Medica: Introduction, translation, commentary, in: Transactions and studies of the College of Physicians of Philadelphia. Band 4, Nr. 3. - Schubert Charlotte/Scholl Reinhold (2005). Der Hippokratische Eid: Wie viele Verträge und wie viele Eide? Originalveröffentlichung, in: Medizinhistorisches Journal 40, 2005, S 247-273. - Schubert Alexander (2019). Medicus die Macht des Wissens. Herausgegeben von Alexander Schubert für die Stiftung Historisches Museum der Pfalz Speyer zusammen mit Wolfgang Leitmeyer und Sebastian Zanke. WBG Theiss, historisches
Seite 67 Museum der Pfalz Speyer. - Seewald Berthold (2020). Antike Medizin. Gott Asklepios befahl ihm, sich den Bauch aufzuschneiden. - Smith Papyrus; Papyrus Ebers; Aufzeichnungen Imhotep. - Stoll Ulrich (2005). Dioskurides Pedanios, 1. Jahrhundert nach Christus. De materia medica – Inhalt und Aufbau. - Thüry Günther (2001). Müll und Marmorsäulen. Siedlungshygiene in der römischen Antike. (vgl. Interview mit Thüry: Memento vom 13. Oktober 2007 im Internet Archive). - WADA-Verbotsliste. WADA Lausanne (Schweiz) und Montreal (Kanada). - Wade Zoe/Smith Natasha (aktualisiert am 6. Januar 2025). Die Bedeutung von Galen und Hippokrates im mittelalterlichen England – Zeitleiste und Zusammenfassung. Hippokrates & Galen (AQAGCSE Geschichte). - Weber Moritz (2022). Von Salben und Skalpellen: Heilkunst in der römischen Antike. Eine thematische Lektüre für den Lateinunterricht der Oberstufe. Universitätsverlag Potsdam. - Weeber Karl Wilhelm (2011). Alltag im alten Rom. Das Leben in der Stadt. Albatros Verlag, Mannheim. - Wellmann Max (2011). Die pneumatische Schule bis auf Archigenes. Servus Verlag. 1: Nachdruck der Originalausgabe von 1895 (edition 2011). - Website des Welterbezentrums der UNESCO. Weltkulturerbe Epidauros. Studien Studie: Universität Exeter (Wilkins John. Good food and bad: Nutritional and pleasurable eating in ancient Greece. Journal of Ethnopharmacology, Volume 167, 5. June 2015, Pages 7-10). Internetquellen - - http://de.wikipedia.org/wiki/medizin_des_Altertums, abgerufen am: 31.08.2013/ 8.08.2025. - http://www.printzip.de/index.php/themenmainmenu-35/vitalis-mainmenu-106/1602g, abgerufen am: 31.08.2013/8.08.2025.
Seite 68 - https://de.wikipedia.org>Humoralpathologie, abgerufen am: 31.08.2013/8.08.2025. - Internet: www.schlafapnoe-selbsthilfe.ch von Selbsthilfe-Gruppe Schlafapnoe, abgerufen am: 31.08. 2013/8.08.2025. - https://www.paracelsus.de>Galen (Claudius Galenus) – Paracelsus, die …, abgerufen am: 9.09.2025. - https://www.tk.de>Ayurveda – indische Heilkunst – Die Techniker, abgerufen am:9.09.2025. - https://www.lernhelfer.de>Galen von Pergamon in Schülerlexikon, abgerufen am:9.09.2025. - https://www.spektrum.de>Hippokrates: Eine Irrlehre begründete die Medizin, abgerufen am: 16.10.2025. - https://www.spektrum.de>Medizingeschichte: Auf den Schultern von Hippokrates und Galen, abgerufen am: 16.10.2025. - https://www.ewigeweisheit.de>Heikraft des Tempelschlafs, abgerufen am: 16.10.2025. - https://www.griechenland.net>Antike Medizin: von Epidauros in die ganze Welt Tagesthema, abgerufen am: 16.10.2025. - https://simpleclub.com>Götter und Heiligtümer im antiken Griechenland einfach erklärt, abgerufen am: 16.10.2025. - https://www.mosapedia.de>Titanen, abgerufen am: 16.10.2025. - https://www.baunetzwissen.de>Die Badekultur in der Antike. Bad und Sanitär. Geschichte des Bads, abgerufen am: .16.10.2025. - https://thermen.at>Die Geschichte der Thermen – Teil 1: Die Anfänge – Kelten und Griechen, abgerufen am: 16.10.2025. - www.dasgehirn.info>Herophil und Erasistratos – Entdecker der Nerven, abgerufen am: 16.10.2025. - https://www.uni-siegen.de/phil/kaththeo/antiketexte/wunder/21.html?lang=de, abgerufen am: 20.10.2025. - https://jurclass.de>Das Asklepios-Heiligtum von Epidauros, abgerufen am: 20.10.2025. - https://www.tagesspiegel.de>Medizin im alten Rom: Die Ärzte von Pompeji, abgerufen am: 20.10.2025. - https:// www.argolisculture.gr, abgerufen am: 20.10.2025. - https://www.dasgehirn info, abgerufen am: 20.10.2025.
Seite 69 - https://www.thieme-connect.com>Epidauros, eine heilige Stätte in Griechenland …, abgerufen am: 21.10.2025. - https://www.dafato.com>biografien>Hippokrates von Kos/Dafato-es ist eine Tatsache, abgerufen am: 21.10.2025. - https://www.Hausärztlichepraxis.digital. Medizinhistorische Schlaglichter. Antikes Griechenland, abgerufen am: 22.10.2025. - https://imperium-romanum.info>Arzt – Theoria Romana – imperium-romanum.info, abgerufen am: 22.10.2025. - https:// www.hausarzt.digital> kultur> Antikes Rom/Medizinhistorische Schlaglichter, abgerufen am: 22.10.2025. -.https://www.forumtraiani.de>Römischer Gott Asklepios, abgerufen am: 22.10.2025. - https:// www.forumtraiani.de>Römische Medizin: die Entwicklung, abgerufen am: 22.10.2025. - https://www.geo.de>Hippokrates: Erfinder der Viersäftelehre – (GEOLINO), abgerufen am: 22.10.2025. - https://cmg.bbaw.de>Diokles von Karystos – Galen als Vermittler, Interpret und Vollender der antiken Medizin, abgerufen am: 27.10.2025. - https://pdfs. semanticscholar.org>Gesundheit, Lebensstil und Verantwortung: Historische Wurzeln und gegenwärtige perspektiven, abgerufen am: 27.10.2025. - https://caroli.com>Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen III, abgerufen am; 27.10.2025. - https:// de.m.wikipedia.org>wiki>Pedanios Dioskurides, abgerufen am: 27.10.2025. - www.studysmarter.de>Hippokrates, abgerufen am: 5.11.2025. - https:// www.deutschlandfunk.de, Epikur auf dem Weg in die Sanatoriumsgesellschaft, abgerufen am: 5.11.2025. - https://www.paracelsus.de, abgerufen am: 5.11.2025. - https://www.swisseduc.ch>hippocrates.pdf, abgerufen am: 5.11.2025. - https://www.akademienunion.de>August/Mit Leib und Seele: Die Edition der Werke von Galen von Pergamon, abgerufen am: 5.11.2025. - https://www.swisseduc.ch, abgerufen am: 5.11.2025. - merke.ch>Claudius Galenus (129 – 199 n.Ch), abgerufen am: 5.11.2025. - http://www.rhm.uni-koeln.de>Innere Medizin bei Homer?, abgerufen am: 5.11.2025.
Seite 70 - https://de.m.wikipedia. org>wiki>Archiater, abgerufen am: 5.11.2025. - https://voices.skd.museum>Epidemien in der Antike 24.Mai 2023, abgerufen am: 5.11.2025. - https://www.vfed.de>Ernährung im römischen Reich, abgerufen am: 5.11.2025. - https://icetheclock.wordpress.com>The Sport History Project, abgerufen am: 6.11.2025. - https://nationalgeographic.de>Bohnen und Asche: Die Ernährung der Gladiatoren, abgerufen am: 6.11.2025. (NationalGeographic.com). - www.imperiumromanum.com>Medizin – imperium.com – Kultur, abgerufen am: 6.11.2025. - www. geschichtsforum.de>Griechische Ärzte in Rom, abgerufen am: 6.11.2025. - www.lernhelfer.de>Galen von Pergamon, abgerufen am: 6.11.2025. - www.walksinsiderome.com>Das Leben eines .Gladiators, abgerufen am: 20.11.2025. - https://medisearch.io>Can atropine help me in sports?, abgerufen am: 2.12.2025. - https://userpage.fu-berlin.de>Zum Aufbau-Schema von Votivtafeln, abgerufen am: 3.12.2025. - https://www.paracelsus.de>Hippokrates – Paracelsus, die Heilpraktikerschulen, abgerufen am 3.12.2025. Dr.Franz Zeilner (Historiker) (5.12.2025)