Grundfragen der Arbeitslosenhilfe
Abstract
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Full text
Mönch, He mann
A icle
G und agen de A bei slosenhil e
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Mönch, He mann (1950) : G und agen de A bei slosenhil e, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 70, Iss. 3, pp. 91-112,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.91
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290701
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347] 91
G und agen de A bei slosenhil e
Von
He mann Mönch, Be lin
Inhal s e zeichnis: Vo beme kung S. 91 — I. De allgemeine Cha ak e S. 93 —
II. Die wesen lichen Mo i e S. 98 — III. Die besonde en Ziele S. 99 — IV. Die wich-
igs en Bedingungen S. 104 — V. Die einzelnen A en S. 108 — Schlußbeme kung S. 111.
Vo beme kung
Die Hil smaßnahmen gegenübe A bei s- und E we bslosen ha en
in ühe en Zei en ein ande es Gep äge als in de mode nen Zei . Das
lag sowohl an de Eigena des ühe en Hil sgedankens selbs als auch
an den besonde en, ande sa igen U sachen und Äuße ungen de
A bei s- und E we bslosigkei .
Jene Maßnahmen wa en im eu opäischen Be eiche einen langen
Zei abschni hindu ch eine A de Hil e ü „A me", p i a ode
behö dlich ge ä ig . Wa en es zunächs — o nehmlich im mi elal e -
lichen Ch is en um — eligionse hische Bewegg ünde und Einzelschick-
sale, die haup sächlich solche Hil s ä igkei e anlaß en, so a en doch
im wei e en — o allem in den kame alis ischen A bei shäuse n —
in olge gesellscha liche Umschich ung bis zu einem gewissen G ade
sozialökonomische Beg ündungen und schon Massenschicksale in E -
scheinung.
Die Un e s ü zung A bei slose e hiel die mode ne e Wendung im
Zusammenhang mi de F anzösischen Re olu ion du ch die Fo de ung
des „Rech s au A bei 64 ( on dem be ei s auch Fich e sp ach) und du ch
den Plan de „O ganisa ion de A bei ". Da in wa en schon, obwohl
eilweise übe spi z , s ä ke e sozialpoli ische, wi scha spoli ische wie
auch pe sonalpoli ische Gedanken en hal en.
Mi de En al ung de mode nen Indus iewi scha anden diese
Gedanken, obwohl im einzelnen ungleichmäßig, ealis isch- a ionale e
Ausges al ung. In Ve knüp ung mi dem du ch das Indus iekapi al
beding en Au und Ab des neuzei lichen Wi scha s e lau s wu de
auch die A bei slosenhil e in ih e Haup o m eine hie du ch egel-
mäßig ak i ie e Hil eleis ung. Die Gemeinden und die Gewe kscha en
ha en an de Fö de ung und En al ung dieses Un e s ü zungswesens
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92 He mann Mönch [348
einen e heblichen An eil. Es wu de un e diese o ganisa o ischen
Fö de ung in seine ypischen Weise bekann . Dabei a en Tendenzen
wachsenden Um anges wie länge e Daue de A bei slosigkei und
dami de E we bslosigkei mi Ve schiebungen in de be u lichen
Zusammense zung au . Inzwischen wa en abe auch die ealen U sachen
de A bei slosigkei mi Anwendung a ionalis ische Me hoden besse
e kann . Indem diese zunehmend ein P oblem de neuzei lichen
Wissenscha wu de, e gaben sich auch zwingende e Me hoden ih e
Besei igung, o z ums i ene und ungelös e F agen.
Insbesonde e die En wicklung om o he schenden Fü so ge- zum
wei gehenden Ve siche ungsp inzip in de s aa lichen A bei slosenhil e
und zu g öße em Rech sansp uch, sowie on de o wiegend geldlichen
Un e s ü zung E we bslose zu dami e bundenen Gewäh ung on
A bei sgelegenhei im um ang eiche en Maße b ach e gleich alls neue
Ta sachen und Gesich spunk e.
Am ühes en ha e den Weg de ideellen und konk e en Beg ün-
dung wie Ausges al ung de a ionalen, um assenden Un e s ü zung
bei indus ielle A bei slosigkei du ch behö dliche O ganisa ionen
England besch i en. Die spä e e deu sche En wicklung wa in iele
Beziehung seh ähnlich e lau en. Und es haben als ich unggebende
G unde kenn nis ge ade heu e noch ü unse e deu schen Ve häl nisse
die 1909 e ö en lich en Hinweise on Sidney und Bea ice Webb
Gel ung, nach denen eine gu e behö dliche A bei sma k o ganisa ion
,,a equisi e o he social heal h o any indus ial Communi y" sei,
A bei slosigkei „g ea na ional was e o p oduc i e powe " sowie „a
as amoun o pe sonal su e ing and physical and men al degene a-
ion" bedeu e und zu Behebung de selben „a ne wo k o in elligence
as o he demand and supply o labou " sich e o de lich mache.
Dennoch is die mode ne A bei slosenhil e — die gegenwä ig
wiede einmal, wie nach dem e s en Wel k ieg, ein en scheidendes
ko igie endes und dynamisches Elemen de in olge des le z en
K ieges s a k deso ganisie en deu schen Lebensbasis und Gesell-
scha ss uk u gewo den is — noch nich aus eichend nach wissen-
scha lichen O dnungsg undsä zen e aß , und zwa das Inne e
wie das Äuße e ih es Sys ems. E s eine en sp echende Behandlung
ges a e abe ein ie e es Ve s ändnis ih e G undsä ze und Maß-
nahmen sowie eine e olg eiche e Anwendung de selben.
In de olgenden Da s ellung wi d deshalb anges eb , dieses E -
o de nis mi e üllen zu hel en, indem — un e Beach ung de ypisch-
unk ionalen Ve knüp ungen und om Gene ellen zum Speziellen o -
sch ei end — de allgemeine Cha ak e , die wesen lichen Mo i e, die
besonde en Ziele, die wich igs en Bedingungen und die einzelnen A en
de neuzei lichen A bei slosenhil e e ö e we den.
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349] G und agen de A bei slosenhil e 93
I. De allgemeine Cha ak e
Die neuzei liche A bei slosenhil e is ein besonde e Ausd uck de
um assenden Sozial- und Wi scha spoli ik und inne halb diese eine
Fo m und ein Gehal de A bei spoli ik. Das sozialpoli ische S eben
dien in e s e Linie de sozial bes imm en „Humani ä " de Gesell-
scha so dnung als solche ; das wi scha spoli ische S eben is p imä
au die ma e iell bes imm e „P oduk i i ä " de Wi scha so dnung
an sich ge ich e . Beide begegnen sich lebensno wendig und müssen
aus diesem G unde, de Gesam au gabe gemäß, au einande abge-
s imm we den und zusammenwi ken. So gesehen, bezieh sich die
A bei spoli ik und dami die A bei slosenhil e in e s e Linie au die
A bei so dnung als Bes and eil de Sozial- und Wi scha so dnung.
Im Vo de g ünde de mode nen Sozialpoli ik s eh das allgemeine
A bei sleben un e dem Aspek seine gesellscha lichen ang- und
we mäßigen Eino dnung. Die soziale A bei spoli ik be on hin-
sich lich de gesellscha lichen Bedeu ung, E hal ung und En wicklung
de Menschenk a noch s ä ke den Fak o A bei als A bei (wie es
als Bes and eil de Wi scha spoli ik auch die ökonomische A bei s-
poli ik u ). Bei de mode nen Wi scha spoli ik ha e die ang- und
we mäßige Eino dnung das A bei sleben nich so allgemein e aß ,
Als ökonomische A bei spoli ik ha e sie bei de wi scha lichen
Ve we ung de menschlichen Ene gie meh die echnische als die
gesam wi scha liche Ra ionalisie ung des Fak o s A bei im Auge,
wenn auch das Konsumin e esse sowie um assende e Gesich spunk e
in de Konjunk u poli ik mi hinzu a en. Im quali izie e en Sinne
s ell die A bei spoli ik auch Be u spoli ik da .
Wäh end die um assende Sozial- und Wi scha spoli ik das A bei s-
leben meh on de Ges al ung des Gesellscha s- und Wi scha s-
p ozesses he sieh , beu eil die A bei spoli ik die Ges al ung dieses
P ozesses s ä ke om Spezi ikum A bei als solchem aus. So wi k
auch die A bei slosenhil e un e diese meh sei igen Sehweise. Und
es komm neben de gesam gesellscha lichen auch die besonde s pe -
sönliche Sei e dabei zu Gel ung:
De pe sonale Aspek im Gesellscha s- und Wi scha sleben is
hinsich lich de neuen deu schen Ve häl nisse nach dem zwei en Wel -
k ieg als menschene hische Rich punk besonde s in de Hessischen
Ve assung be on wo den. Es heiß do : „Die Sozial- und Wi scha s-
o dnung be uh au de Ane kennung de Wü de und Pe sönlichkei
des Menschen" (A . 27).
Die A bei , die im wi scha lidien Be eiche geleis e wi d, die
A bei sleis ung als Tä igkei und E gebnis is , schlech hin ausged ück ,
auße einem wi scha lichen auch ein gesellscha liches und mensch-
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liches „Gu ", en sp echend auch die A bei sk a . Quali izie e be-
zeichne , sind dieselben „soziale", „ökonomische" und „pe sonale"
Gü e . Und zwa Gü e , sowei sie im Rahmen des Allgemeinin e -
esses nü zlichen und dienlichen We besi zen: soziale Na u , sowei
dieselben dem menschlichen zweck ollen Zusammenwi ken dienen und
in de gesellscha lichen Rango dnung mi allen ande en Kul u gü e n
ge ech behandel we den; ökonomische Na u , sowei diese de
menschlichen planmäßigen Un e hal s o so ge dienen und im wi -
scha lichen Rang e häl nis de Bedü nisse und Gü e ich ig beu eil
we den; abe sie sind eben alls Gü e pe sonale Na u , so e n
sie Äuße ung on Menschenk a sind und, nü zlich und dienlich im
Rahmen des Ganzen, ein imme hin indi iduelles und pe sönliches Ge-
p äge agen. Die Besonde hei de menschlichen A bei bes eh e ne
da in, daß sie ein en scheidendes Elemen des wah ha schöp e isch-
kul u ellen Lebens bilde . Denn in ih wi k eine we e hal ende und
we scha ende Ene gie, eine p oduk i e G undk a . Deshalb beda
die menschliche A bei sk a als We gu in meh ache Hinsich so
seh des Schu zes, de Nu zung und de Fö de ung. De a ige Fes -
s ellungen sind e o de lich auch ü den Be eich de A bei slosenhil e,
um de en G undsä ze und Maßnahmen, wissenscha lich wie p ak isch,
wesensgemäß un e scheiden und kennzeichnen zu können.
Jene Einsich wu de ja im besonde en auch a bei s ech lich es zu-
legen e such . Bekann lich ha e die Weima e Reichs e assung die
A bei sk a „un e den besonde en Schu z des Reichs" ges ell , wo an
sich wei e e Folge ungen schlössen. Und gegenwä ig haben auch die
Lände e assungen, un e Be ücksich igung de dazwischenliegenden
E ah ungen, ähnliche G undsä ze au ges ell . Es is da in zum Teil
nachd ücklichs die Rede on de A bei als „Quelle des Volkswohl-
s andes", „we olls em wi scha lichen Gu eines Volkes" (Baye n),
„pe sönlichs e Leis ung und we olls em Wi scha sgu des Volkes"
(Rheinland-P alz) und on de A bei „als si lichem We " (Baye n,
B emen). In de Ano dnung de Sowje ischen Mili ä e wal ung zu
S eige ung de A bei sp oduk i i ä wi d de A bei e als „Haup -
k a " ü die „En wicklung de Wi scha " bezeichne .
Die neuzei liche A bei slosenhil e is , so be ach e , eine
auße gewöhnliche Ausp ägung de Sozial-, Wi scha s- und A bei s-
poli ik: eine auße gewöhnliche deshalb, weil sie haup sächlich bei einem
k isenha en ode einem ka as ophenähnlichen Zus and einse z . Sie
dien insbesonde e gesellscha lich wie pe sönlich de s a k no leiden-
den E hal ung, Ve wendung und En wicklung menschliche K ä e
und We e. Und sie se z ein angesich s de Ausschal ung a bei s ä ige
Menschen aus dem gesellscha lichen P oduk ionsp ozeß, was in de
Regel zugleich Ausschließung de selben aus dem gesellscha lichen Ve -
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351] G und agen de A bei slosenhil e 95
eilungsVo gang bedeu e . Da übe hinaus e üll die A bei slosenhil e
na ü lich auch in wenige k isenha en Ve häl nissen und meh in Ein-
zel ällen ih e Au gabe.
Als Sonde a de mode nen Sozial-, Wi scha s- und A bei s-
poli ik, die be iebliche und auße be iebliche Na u sind, e kö pe
die A bei slosenhil e o nehmlich einen auße be ieblichen Ak , ob-
wohl sie auße dem im besonde en Falle in Ve bindung mi be ieb-
lichen Maßnahmen au i . Als auße be iebliche A bei slosenhil e
äll sie haup sächlich un e die sogenann e A bei sma k -
poli ik, so e n sie o allem in de behö dlichen O ganisa ion wi ksam
is . Daneben exis ie en noch als auße be iebliche A bei slosenhil e e -
gänzend Un e s ü zungsmaßnahmen de gewe kscha lichen A bei s-
ma k o ganisa ion. Im Rahmen diese A bei sma k poli ik nimm die
A bei slosenhil e einen bes imm en Pla z ein.
An S elle on A bei slosenhil e wi d bekann lich auch on E -
we bslosenhil e gesp ochen; besonde s in de Ve gangenhei wu de die
Bezeichnung „E we bslosenhil e" geb auch . Ta sächlich und beg i -
lich beu eil , is die e s e e s ä ke an de P oduk ion, die zwei e
meh an de Konsum ion o ien ie . E we bslosigkei is ja na ü liche -
weise zudem e s eine gewisse Folge de sozialökonomisch beding en
A bei slosigkei , so e n keine ande en G ünde, wie e wa pe sönliche
Niede legung ode Nich au nahme de A bei ode K ankhei , In-
alidi ä und Al e , o liegen. Und da die g oße a bei s ähige Masse
de Be ölke ung no wendige weise du ch A bei s ä igkei E we b ha
und de a bei slose und dami e we bslose Teil de selben am Ende
und ech bald wiede in A bei ss ellen geb ach we den soll, soll e
eigen lich nu die Bezeichnung „A bei slosigkei " e wende we den.
Abe da übe hinaus auch deswegen, weil die A bei o allem auch
sozial, ökonomisch und pe sonal on g undlegende e und wei eichen-
de e Bedeu ung is als de E we b. Dazu is ja die A bei o sch ei-
end o nehmlich e hisch als en scheidendes Elemen zu Ach ung und
zu Eh en gekommen. Das Momen de E we bslosigkei kann schließ-
lich mi Su ogie ung des Einkommens allein gemilde ode im ge-
wissen Sinne besei ig we den, die F age de A bei slosigkei dagegen
nich nu mi dem E sa z des Geldbe ags ü Konsumzwecke, iel-
meh maßgeblich e s du ch die Bescha ung on i egulä e ode egu-
lä e A bei sgelegenhei . Hie du ch wi d ja auch die E we bslosigkei
au no male em wie öllig no malem Wege endgül ig behoben. Auch
sowei selbs ändige Be u e on den Hil smaßnahmen e aß we den,
ände sich, die A bei sleis ung im wei en Sinne genommen, nich s
wesen lich hie an. Es is bezeichnend, daß man übe die „Ve o dnung
übe E we bslosen ü so ge" om 13. No embe 1918 hinausgehen und
angesich s de inanziellen Ausgaben sch i weise zu „p oduk i en"
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96 He mann Mönch [352
E we bslosen ü so ge übe gehen muß e, bis das Gese z om 16. Juli
1927 en scheidend nu noch on „A bei slosen" sp ach. Das mach e
gleich alls deu lich, daß in e s e Linie A bei slosigkei , nich E we bs-
losigkei o lag. Es is aus den ange üh en G ünden in diese Abhand-
lung e minologisch im wesen lichen on den A bei slosen und de A -
bei slosenhil e die Rede, ohne gänzlich au den ande en Sp achgeb auch
zu e zich en, sowei die E we bslosigkei als solche gemein is .
Da nun die mode ne A bei slosenhil e eine Sonde a de Sozial-,
Wi scha s- und A bei s p o Ii ik is , is ih Wesen — wie das de
allgemeinen Poli ik — auch du ch o dnendes o cie es Mach s eben
bes imm , obgleich das nich imme deu lich wi d. Ih Bes eben geh
ja dahin, insbesonde e wenn ein g öße e Um ang on A bei slosigkei
o lieg , eine bes imm e meh ode wenige ge äh liche Lage sys e-
ma isch zu behe schen, um dieselbe en sp echend zu ände n, objek i
wie subjek i . Es wä e e was ungewohn , on A bei slosenpoli ik zu
sp echen, abe alsch wä e es eigen lich nich . Auch wenn die Maßnah-
men und Bes ebungen bei A bei s- und E we bslosigkei Cha ak e -
züge ca i a i e „Hil e" bis heu e nich ganz losgewo den sind, o z
Ve siche ungspoli ik und o z Konjunk u poli ik als neuzei lichen
Fo men ih e Beein lussung. Das is zum Teil his o isch und sachlich
beg ünde . Die A bei slosenhil e gehö jedoch in zunehmendem Maße
zu egulä en, wi klichen Poli ik, wie übe haup die Hil e de Fü -
so gepoli ik als um ang eiche e No ak ion zum allgemein-poli ischen
Vo gehen gewo den is . Das zeig sich in de neue en Zei im wesen -
lichen bei eine meh e e Jah e anhal enden, g oße Be ölke ungsk eise
e assenden Wi scha sk ise, o allem in den Jah en nach schwe en
ma e iellen K iegs e lus en. Das Poli ische an de A bei slosenhil e
äuße sich wei e da in, daß sie den a bei slosen Menschen auch in
seine sozialen, ökonomischen und pe sonalen Bedeu ung ü die
S aa so ganisa ion wü dig .
Wie e ne die Sozial- und Wi scha spoli ik in die Ve wal-
ung übe geh , in Sozial- und Wi scha s e wal ung umgese z wi d,
so selbs e s ändlich auch die A bei spoli ik und A bei slosenhil e. Das
i in de O ganisa ion de be ieblichen wie auße be ieblichen A -
bei spoli ik, besonde s auch in de O ganisa ion de behö dlichen
A bei sma k poli ik in E scheinung. Ve wal ung bedeu e die konk e e
o ganisa o ische Du ch üh ung de Poli ik. Mi ih soll o nehmlich
die p legliche, so gsame Behandlung de be e enden F agen, eine
lebens e bundene Wü digung menschliche We e e olgen. Es wi k
ge ade in ih im gewissen Sinne eine A on a ionale Hil e mi . Das
i ebenso au die A bei s e wal ung zu, im besonde en au die
A bei slosenhil e als Bes and eil diese Ve wal ung. Ge ade au dem
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353] G und agen de A bei slosenhil e 97
Gebie e de A bei slosenhil e ha das P inzip de Ve wal ung seinen
idealen Sinn zu beweisen. Denn die e wal ungsmäßige Du ch üh ung
poli ische Rich linien e mag e ah ungsgemäß eine sei s bes imm e
Hä en de selben zu milde n, ande e sei s gu e Absich en de selben zu
e de ben. Bei de A bei slosenhil e ha das ganz e hebliches Gewich .
Als Ve wal ungsmaßnahme ha sie manchmal zu „unsozialem", „un-
wi scha lichem" und „unpe sönlichem" Vo gehen ge üh . Die
A bei s e wal ung soll abe die a bei spoli isch gese z en Au gaben
noch sachgemäße und in g öße e Lebensnähe als die Poli ik du ch-
üh en. Sie da deshalb bei alle Bü ok a isie ung nich menschen-
und au gaben emd we den ode ga e s a en.
A bei spoli ik und A bei s e wal ung de Neuzei haben, in g oßen
Zügen gesehen, die konk e e Gesam au gabe: 1. A bei sk ä e zu
e assen, einzuse zen und zu be euen, 2. A bei ss ellen zu bese zen, zu
schü zen und zu scha en, 3. A bei sen gel e zu egeln, zu siche n und
zu e se zen. Sie sind in diese Beziehung au Ve wendung, E hal ung
und Fö de ung menschliche wie ma e ielle We e und Gü e abge-
s ell . Au die A bei slosenhil e en allen in diesem Rahmen haup säch-
lich an Teilau gaben: on den un e 1. genann en säm liche, die E as-
sung, de Einsa z und die Be euung de menschlichen A bei sk ä e,
on den un e 2. genann en die Bese zung und Scha ung on A bei s-
s ellen und on denen un e 3. de E sa z des A bei sen gel es. Auße -
dem e mögen e gänzend, bei Ausschal ung de Konku enz de „F ei-
gese z en", ge ade du ch die konsum i -geldliche Un e s ü zung die
A bei ss elle und das A bei sen gel de „Beschä ig en" geschü z und
gesiche zu we den. Dami , du ch die — besonde s no ha beding e
— Wü digung seine A bei sk a , wi d auch dem A bei slosen ein
gewisses Maß an soziale , ökonomische und pe sönliche Mach e hal-
en ode gegeben.
Aus diesen gene ellen Cha ak e zügen und Zusammenhängen e -
geben sich die wesen lichen Mo i e, die besonde en Ziele, die wich ig-
s en Bedingungen und die einzelnen A en de mode nen A bei slosen-
hil e. Es is his o isch-sachlich beg ünde , daß diese Mo i e, Ziele, Be-
dingungen und A en de neuzei lichen A bei slosenhil e zunächs wei -
gehend sozial o ien ie sind; daneben en wickel e sich s ä ke auch
ih e wi scha liche O ien ie ung. Abe auch ih e a bei sp oblema ische
und pe songebundene Na u a nach und nach deu liche he o . Das
Poli ische und Ve wal ungsmäßige e lieh zunehmend de A bei slosen-
hil e ein uni e sales, sys ema isches Gep äge und mach e diese o »
sch ei end zu eine maßgeblichen Teil age de p oduk i en Gesell-
scha so dnung und des kul u ellen Lebensp ozesses.
Schmollen Jah buch LXX, 8 7
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98 He mann Mönch [354
IL Die wesen lichen Mo i e
Das wesen liche soziale Mo i de mode nen A bei slosenhil e is
die Einsich , daß de Zus and gesellscha liche Deklassie ung
de a bei slosen Menschen, nämlich hinsich lich ih e ang- und au -
gabenmäßigen S ellung im wi scha lichen A bei sbe ieb, au den
e schiedenen Mä k en sowie im üb igen Leben e hü e we den
muß. Es e weis sich als e o de lich, einen b achgeleg en Teil de
menschlichen A bei sk ä e du ch eine besonde e A de A bei s-
ma k o ganisa ion gewisse maßen au zu angen und ihm Hal zu geben.
Deshalb wi d das Schwe gewich de sozialen S ellung de A bei s-
losen eine Zei lang als in diese O ganisa ion liegend gesehen; es lieg
ja o läu ig nich in de egulä en O ganisa ion des P oduk ions-
be iebes. Es kann sich in diesem Zusammenhange auße dem o übe -
gehend no wendig machen, den A bei slosen im Rahmen auße gewöhn-
liche A bei sbescha ung eine soziale S ellung in de besonde en O -
ganisa ion ö en lichen P oduk ionsbe iebes einzu äumen.
Das wesen liche ökonomische Mo i de Hil smaßnahmen bei A -
bei slosigkei is die Fes s ellung, daß de ma e ielle, o allem die
physische K a bed ohende No s and, on dem die A bei lsosen im
wi scha lichen E we bsp ozeß be o en we den, abges ell we den
muß. Bei de ökonomischen Hil sak ion wi d de konsum i e Ve ei-
lungsgesich spunk als o d inglich angesehen, wenn da übe hinaus
auch e kann wu de, daß es e o de lich sei, den a bei slosen Menschen
und b achliegenden K ä en o nehmlich wiede p oduk i e Beschä i-
gung zu e möglichen. Als zu behebendes Übel e schein zunächs die
wi scha liche De al a ion eine im üblichen P oduk ionsbe ieb
unbeschä ig en G uppe menschliche A bei sk ä e au dem Konsum-
gü e ma k . Denn auch in dem Aus all de wi scha lichen Ak i i ä
in de allgemeinen Konsumsphä e, nich nu in de E zeugungssphä e,
e blick man eine g oße Ge ah , de en Abwendung gleich alls de
A bei sma k o ganisa ion au gegeben wu de.
Au diese Weise is die A bei slosenhil e als A bei spoli ik eine
besonde e A de Ve eilungs- und E zeugungspoli ik (in soziale ,
wi scha liche wie auch pe sönliche Hinsich ) und egel demen -
sp echend au a eigenem Wege die Ve eilungs- und E zeugungso d-
nung, dami selbs ein S üde gedankliche und a sächliche O dnung
e kö pe nd. Sie e schein dabei abe insbesonde e als p legliche und
so gsame Ve wal ung menschliche We e. Es inde mi de beson-
de en E assung du ch die behö dliche A bei sma k o ganisa ion und
den anges eb en Einsa z in den A bei sp ozeß auch eine Ve eilung
de A bei sk ä e s a , wie ande e sei s die Gewäh ung des Un e hal s
mi els de Un e s ü zung die E zeugung kö pe liche und geis ige
K a e möglich .
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361] G und agen de A bei slosenhil e 105
Äuße ungen bleiben hie g öß en eils unbe ücksich ig . (In olge de
Au eilung des gegenwä igen s aa lichen und geis igen Lebens au
deu schem Gebie e is die Beach ung de neuen Regelung zudem e was
e schwe .)
Die gene ells e Bedingung de mode nen A bei slosenhil e is , daß
sie au G und eine spezi isch gea e en No lage on Mi gliede n eine
bes imm en gesellscha lichen G uppe einse z , wie im Vo he gehen-
den ausge üh wo den is . Das is die bedingende, meh äl ige G und-
u sache, an die Hil sgedanke und Hil smaßnahme wesensno wendig an-
knüp en.
In ühe en Zei en wa en die Be ach ungen übe solche und ähn-
liche A bei s- und Exis enzno Bes and eil jensei s wie diessei s ge ich-
e e Religion ode i a ionale wie a ionale Sozialphilosophie ode
beginnende a ionale S aa spoli ik. Dami soll keineswegs ein nega-
i es U eil übe jene geis igen S ömungen ge äll sein. Ohne sie is ,
om S andpunk des his o ischen Empi ismus, die gedankliche und kon-
k e e En wicklung zu mode nen A bei slosenhil e schwe lich o -
s ellba . Ihnen komm o nehmlich das Ve diens zu, wäh end des ge-
schich lichen Ve lau s den Blick au die E scheinung de A bei s- und
E we bslosenno übe haup gelenk zu haben. Und auch damals be-
s anden be ei s gewisse Un e s ü zungs o sch i en.
Es sei nu e inne an die Un e scheidung on a bei s ähigen und
a bei sun ähigen Un e s ü zungsbedü igen in den mi elal e lichen
A meno dnungen sowie an die meh ode wenige un e Zwang ge o -
de e Beschä igung No leidende in den s aa lichen We kshäuse n.
Auch Fich e ha e zu Vo ausse zung ü die Inansp uchnahme des
Rech s au A bei und Exis enz das e olglose eigene Bemühen um
Bes ei ung des Lebensun e hal s gemach . Und nach dem P eußischen
Land ech ha e de S aa nu an diejenigen Un e s ü zung zu leis en,
denen es „an Mi eln und Gelegenhei " zu üblichen Ve so gung
mangel e. Ähnlich ha e sich auch Bisma ck geäuße .
De e s e Wel k ieg o allem b ach e ü Deu schland neue Ge-
gebenhei en. Wu de ku z nach dem K iege bei de Rech e igung de
Un e s ü zungsmaßnahmen ausgegangen on de E we bslosigkei
speziell als „K iegs olge" (so in § 6 de Ve o dnung om 13. No embe
1918), so im wei e en Ve lau e meh und meh on de A bei slosig-
kei als „Ta bes and des sozialen Lebens" im um assende en Sinne.
De E we bslosen ü so ge soll e nunmeh ausd ücklich nich meh de
„Rech scha ak e de A menp lege" beigeleg we den. Es wu de dann
in diesem Zusammenhange auch ausd ücklich als Ausgangspunk die
„un eiwillige" A bei slosigkei he o gehoben (so im Gese z on 1927,
§ 87, Zi . 1). Diese is sinngemäß auch in den heu igen ech lichen Be-
s immungen o ausgese z .
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106 He mann Mönch [362
Es wa on jenem Zei punk an nach und nach e kann wo den, daß
— abgesehen on de Beschä igungslosigkei du ch pe sönliches Ve -
schulden, K ankhei usw. — die A bei slosigkei als gesellscha swi -
scha liche E scheinung sich imme meh als Folge o nehmlich saison-,
konjunk u - und s uk u beding e A o enba e, wobei zu dem pa -
iellen Au e en de beiden le z en A en s ä ks e Tendenzen zu
To ali ä hinzu a en — wie wi es gegenwä ig wiede e leben. Da in
is e ne die Möglichkei de wei g öße en Ra ionali ä ih e me ho-
dischen E assung und Behandlung gegeben, als es o he de Fall wa ,
obgleich auch wei e hin i a ionale T iebk ä e mi hin e den U -
sachen wie de Besei igung de A bei slosigkei s ehen.
Au solche G undlage ha e sich damals ech lich, um das Wesen -
liche zu nennen, im ganzen die A bei slosenhil e nich nu on eine
E we bslosen ü so ge wei gehend zu eine A bei slosen Ve siche-
ung hin en wickel , sonde n wa en im einzelnen als Hil s o men auch
die „Haup un e s ü zung" (ohne Bedü igkei sp ü ung) und die
„K isenun e s ü zung" (mi Bedü igkei sp ü ung) es geleg wo den.
Dami wu den Au b ingung und Beansp uchung de inanziellen Mi el
sowie die Gewäh ung de selben hinsich lich Zei daue und Pe sonen-
k eis neu ge egel . Die Regelung de Un e s ü zung de Saisona bei e
und de Ku za bei e wa , obwohl seh beach enswe , nich on die-
sem g undsä zlichen Gewich , ebenso die Un e s ü zung in besonde en
Fällen du ch die ö en liche Wohl ah sp lege — solange diese keinen
e heblichen Um ang annahmen.
Mi Nachd uck wa , was o allem übe die Regelung on 1918 hin-
ausging, in dem Gese z übe A bei s e mi lung und A bei slosen e -
siche ung om 16. Juli 1927 die eine a b e i s poli ische Absich be-
on , daß die Mi elgewäh ung du ch die A bei slosen e siche ung, ein-
schließlich de sogenann en K isenun e s ü zung, „keine Leis ungen
de ö en lichen Fü so ge" seien (§ 203). Diese Bes immung gil ü die
G undun e s ü zung je z noch in den Wes zonen (wie übe haup dieses
Gese z do , mi einigen Abwandlungen und Übe holungen in olge de
En wicklung, wei e in seinen g undlegenden Teilen Gel ung ü den
Bezug on Un e s ü zung ha ). Das ging auch aus de Vo ausse zung,
nach de A bei s ähigkei und -Willigkei o liegen muß e, he o .
Diese O dnung de A bei slosenhil e wa ja zudem ein Bes and eil des
in de damaligen Deu schen Reichs e assung o gesehenen einhei -
lichen A bei s ech s. Jene Absich schloß jedoch die be ei s au gezeig e
na u gemäße Hinneigung zum Fü so gecha ak e diese A bei slosen-
hil e nich aus. Die Bezeichnung „K isenun e s ü zung" und die Fo m
ih e Du ch üh ung zeug en abe nich bloß on dem p inzipiellen Ge-
üge des Gese zes, ielmeh zugleich on dem komplizie en F agen-
k eis.
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363] G und agen de A bei slosenhil e 107
Die gegenwä igen Nachk iegs e häl nisse haben da in einige
Ände ung geb ach . In den Wes zonen exis ie nun nich unmi el-
ba zusammenhängend neben de sogenann en Haup un e s ii zung die
sogenann e K isenun e s ü zung, ielmeh e was gesonde on de
„A bei slosenun e s ü zung" die „A bei slosen ü so ge". Le z e e wi d
im Anhang de Ve o dnung de B i ischen Mili ä egie ung om
22. Dezembe 1947 als „A bei slosen ü so geun e s ü zung" bezeich-
ne . (Daneben könn e man auch on eine A bei slosen e siche ungs-
un e s ü zung sp echen.) Mi diese Neu egelung is de Fü so ge-
cha ak e s ä ke als bishe be on . In de sowje ischen Zone is nach
de Ve o dnung de Deu schen Ve wal ung ü A bei und Sozial ü -
so ge om 28. Janua und 1. Feb ua 1947 die Ein ich ung de A bei s-
losenhil e allgemein als „P lich e siche ung" einge üh (§ 1).
Au de G undlage on 1927 kam auch die ausgesp ochen
a bei sma k poli ische Absich zu Gel ung in jene Bes immung,
daß A bei slosigkei in e s e Linie „du ch Ve mi lung on A bei
e hü e und beende " we de (AVAVG § 131). In olge de En wick-
lung de sozialökonomischen Wi klichkei e hiel dieselbe hinsich lich
de Beendigung de A bei slosigkei , wie schon gesag , in hohem Maße
die Bedeu ung eines idealen, zunächs o malen Zieles, das, abgesehen
on de Beschä igung in ö en lichen A bei ss ellen im Sinne de Ve -
hü ung de A bei slosigkei , wei hinausgeschoben we den muß e. (Es
is üb igens im Hinblick da au bezeichnend, daß man be ei s in bezug
au die Ve o dnung übe E we bslosen ü so ge om 23. No embe
1918 i ümliche weise geglaub ha e, daß diese sich du ch eine gün-
s ige Ges al ung de Ve häl nisse nach einem Jah e übe lüssig machen
we de.)
De e wähn e G undsa z gil selbs e s ändlich auch in de je zigen
Nachk iegszei . Seine p ak isch zunächs schwie ige Ve wi klichung
ha abe e neu in de ange üh en Sonde egelung de A bei slosen-
ü so ge in den Wes zonen (genann e VO. . 22. Dezembe 1947) seine
Bes ä igung mi ge unden. Jene Gedanke is in de Os zone bes im-
mungsgemäß noch schä e o mulie , indem gesag wi d, „als wich-
igs e Maßnahme" de A bei slosenhil e sei die „Bescha ung eines
A bei spla zes" anzusehen (genann e VO. om 28. Janua und 1. Fe-
b ua 1947, § 8,1). Und die besonde e A de neuen Wi scha so gani-
sa ion und -planung ha diese Maßnahme wei gehend e wi klichen
lassen.
Nach dem e s en Wel k ieg wu den gleichzei ig auße den Geld-
leis ungen die Hil smaßnahmen in Ges al i egulä e Beschä igung
de A bei slosen zunehmend einge üh . Wa in den e s en Jah en die
Ein üh ung de „P lich a bei " und „No s andsa bei en" ü E we bs-
lose e olg , so schloß sich da an, o allem sei 1926, die „A bei sbe-
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108 He mann Mönch. [364
Scha ung" g öße e Vo haben. Die en sp echenden Bes immungen
dien en alle meh ode minde de Idee de „p oduk i en E we bs-
losen ü so ge". Hie mi wa also die g undsä zliche Bedingung ges ell ,
nach Möglichkei — angesich s nich nu de speziell pe sönlichen, son-
de n auch de gesam en gesellscha lichen, wi scha lichen und inan-
ziellen No lage — die Geldun e s ü zung p lich mäßig mi eine
A bei sleis ung zu e binden. Es wu de so in de A bei slosen-
hil e dem Ve häl nis on We und Gegenwe nich bloß menschlich-
si lich, ielmeh auch sachlich-ökonomisch ein e hebliches Gewich e -
liehen. Im Vo de g und s and sei 1927 dabei die inanzielle En las ung
de Reichsans al ü A bei s e mi lung und A bei slosen e siche-
ung. Sie wu de o nehmlich im Hinblick au lang is ige Dep essions-
zei en zu eine une läßlichen Bedingung. Diese Hil smaßnahmen u-
gen schlech hin den Namen „we scha ende A bei slosen ü so ge" (Ge-
se z, § 139, 1). Nach den gel enden Fo mulie ungen s eh auch heu e
die A bei slosenhil e in neue Fes legung un e de Bedingung des
Rech s des Bü ge s au A bei und de si lichen P lich zu A bei .
V. Die einzelnen A en
Au einen einzigen, gene ellen Nenne geb ach , lieg de mode -
nen A bei slosenhil e die maßgebliche, p ak ische Idee zug unde, in be-
s imm beg ünde e und geo dne e Weise eine spezi ischen A de
Beda sdeckung und Lebens e so gung zu dienen. In diesem Sinne be-
deu e sie Zu e ügungs ellung on Mi eln. Im Vo de g und de
Hil e s eh also hie eine um assende O ganisa ion- und Ve eilungs-
age, die o allem un e dem Gesich spunk de We e hal ung und
-Scha ung sozial, ökonomisch und pe sonal ausge ich e is . Die zu e -
eilenden Mi el müssen, wie au den ande en Gebie en des Lebens-
beda s, auch möglichs a ionell bescha und e wal e we den. Die
einzelnen A en unse e A bei slosenhil e sind mi ih em allgemeinen
Cha ak e , ih en wesen lichen Mo i en, besonde en Zielen und wich-
igs en Bedingungen eng e knüp . Von da he be ach e , sind sie ein
besonde e , wi ksame Ausd uck de selben.
Die Mi elgewäh ung de neuzei lichen A bei slosenhil e is eine
o ganisa o ische, eine ma e ielle und eine ideelle.
Die allgemeine o ganisa o ische Hil eleis ung is on Anbeginn de
A bei slosenhil e die G und o ausse zung. Sie gewäh den A bei s-
losen inne halb des gesellscha lichen, wi scha lichen und hinsich lich
des pe sönlichen Lebens die g undlegende soziale S ellung.
Die o ganisa o ischen Mi el e möglichen e s die Zu e ügung-
s ellung de ande en Mi el: de ma e iellen und ideellen. Ande e -
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365] G und agen de A bei slosenhil e 109
sei s wi ken die le z e en auch au die e s e en zu ück. Mi Hil e de
behö dlichen A bei sma k o ganisa ion we den die a bei slos Gewo -
denen in ih em gesam gesellscha lichen Sein wie in ih e gesam gesell-
scha lichen Funk ion en scheidend e aß und be eu . Diese O -
ganisa ion gewäh den A bei slosen ü eine gewisse Zei eine Sonde -
s ellung.
Indem die A bei slosen du ch die A bei säm e als behö dliche
A bei sma k o ganisa ion besonde s e aß und be eu we den, wi d
denselben — nach ih e Ausschal ung aus dem bishe igen P oduk ions-
und Konsum ionsp ozeß — bis au wei e es eine neue Lebensbasis ge-
bo en. Je z wi d speziell on hie aus ü sie die Ve eilung und auch
die E zeugung neu ge egel , und zwa nich nu in ma e ielle , sonde n
auch in geis ige Beziehung. Es we den ü sie ihnen zukommende, bis-
he uhende Rech e und P lich en ak i ie . Sie e hal en dami eine
meh ö en liche S ellung, was um so gewich ige is , je meh sie an de
Ve wal ung diese O ganisa ion e e ungsweise mi be eilig sind.
Hie bei wi d auch die F age de sozialen sowie wi scha lichen Selbs -
e wal ung ak uell. Es is ihnen so wei e hin g undsä zlich gesell-
scha liche We und gesellscha liche Mach gegeben. Die o ganisa o i-
schen Maßnahmen an sich sind gene ell um assende A .
Du ch diese o ganisa o ische E assung und Be euung we den die
A bei slosen o übe gehend als Sonde schich in das Leben de Ge-
sellscha und Wi scha eingeo dne . Es wi d ihnen hie mi eine o -
läu ige Rang S ellung e liehen.
P ak isch lag na ü lich länge e Zei hindu ch au de Gewäh ung
ma e ielle Mi el das Haup gewich . Im Rahmen gesellscha liche ,
wi scha liche und menschliche Blick ich ung wu de dabei de
ökonomische Aspek on zen alem In e esse.
Die gewäh en ma e iellen Mi el wiede um sind inanzielle
und p oduk ionell e. Hie bei wi d selbs e s ändlich o aus-
gese z , daß die inanzielle Hil e nich bloß konsum i en Zwecken de
A bei slosen dien , ielmeh auch, besonde s in neue e Zei , du ch
en sp echende Finanzie ung de i egulä en wie egulä en P oduk ion
ma e ielle Gü e zugu ekomm , abgesehen on gewissen indi ek en
Wi kungen au den P oduk ionsp ozeß du ch die o d ingliche geld-
liche E möglichung des A bei slosenkonsums.
Im besonde en als Ve siche ungsleis ung is die o ganische Bezie-
hung zu üblichen ma e iellen Gü e e zeugung inso e n gewah , als
die Bei äge des G und onds aus diese Be iebs- und A bei sleis ung
s ammen. Sie s ell übe dies auße einem S ück Gemeinscha s- auch
ein S ück Selbs hil e da . Die Gewäh ung on Geldleis ungen an die
A bei slosen is zwa in e s e Linie we e hal end hinsich lich de
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110 He mann Mönch [366
Menschenk a , sie wi k in diese Beziehung gleichsam ese ebildend;
abe au dem Wege des du ch diese Leis ungen e möglich en Absa zes
on Konsumgü e n e hal en sie auch We e de noch e zeugenden Be-
iebe. Es bedeu e das zwa eine un olls ändige wi scha liche Ak i-
i ä , denn diese Geldun e s ii zung ehl ja die olle we scha ende
und p oduk i e Funk ion des üblichen En gel es ü A bei sleis ungen;
diese is jedoch meh und meh e eich wo den mi de um assende en
ökonomischen Planung de no beding en A bei sbescha ung.
De no ha e Einsa z bei Gewäh ung ö en liche A bei sgelegen-
hei , de eine de üblichen A bei s e mi lung ähnliche Fo m is und
die geldliche Un e s ü zung in ein lohna iges En gel ode übe haup
in Lohn e wandel , ha o sch ei end p oduk i e e Fo men ange-
nommen. Alle dings wu de hie bei manches als p oduk i e A bei s-
bescha ung benann , was es, genau genommen, nich wa . Denn an die
We scha ung schlech hin muß de quali izie e Maßs ab de P oduk-
i i ä angeleg we den. Beides deck sich nich ohne wei e es. Die Ve -
koppelung de ö en lichen Wi scha so ganisa ion mi de p i a en
sowie mi de g öße planenden Volkswi scha s- und Konjunk u -
poli ik ha da in beach lichen Wandel gescha en. De A bei slose ge-
lang bei den ö en lichen A bei en sozusagen au einem P oduk ions-
umweg in den gesellscha lichen E zeugungsp ozeß.
Du ch die Siche ung de konsum i en K a mi els inanzielle
Maßnahmen soll auch die A bei s k a o nehmlich als physisches
We gu e hal en we den. Und mi de Fo se zung de ma e iellen
E zeugung du ch Beschä igung on a bei slosen K ä en au G und
p oduk ionelle Maßnahmen e olg zugleich eine gewisse Übung de
we ollen be u lichen A bei s ähigkei .
Die besonde e En al ung de Gewäh ung ideelle Mi el in de
A bei slosenhil e is e s spä e hin p ak isch einge e en. Au de
G undlage soziale , ökonomische und pe sonale Beu eilung a da-
bei de Gedanke de Pe sönlichkei in den Mi elpunk . Wohl
ha auch die ma e ielle Hil eleis ung beim a bei slosen Menschen ge-
wisse güns ige psychische Folgen, o allem in soziale Hinsich . Abe
es sind zu dessen Schu z und Fö de ung zunehmend spezielle Mi el
geis ige A zusä zlich zu Anwendung gelang . Die Hil smaßnahmen
gegenübe A bei slosen s ehen an sich un e dem G undsa z de
Humani ä . Doch es e olg auße dem o sch ei end eine besonde e
pädagogische Einwi kung au dieselben. Auch eine anhal ende
A bei slosigkei e o de eine s ä ke e Be ücksich igung des pe sön-
lichen Momen s beim A bei s ak o .
Die di ek e ideelle Hil eleis ung, die o e s noch in de En al ung
s eh , e mag die ö de lichen psychischen Auswi kungen de Geld-
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367] G und agen de A bei slosenhil e III
leis ung du chaus zu un e s ü zen, besonde s auch, weil dem a bei s-
losen Menschen unen gel lich geis ige und kul u elle Gü e e mi el
we den. Die wei e e P lege des A bei swillens de Beschä igungslosen,
wie sie e wa auch mi de ühe en P lich a bei und A bei slosenkon-
olle anges eb wu de, is eine no wendige, abe schwie ige Au gabe,
insbesonde e bei lang is ige Beschä igungslosigkei . In Ve bindung
hie mi ha eine ausgedehn e e be u liche Umschulung und Fo bildung
eingese z , die du ch sons ige Bildungsmaßnahmen allgemeine e gänz
wi d, o allem ü die Jugendlichen. Hie bei wi d die Teilnahme als
Beschä igung im Sinne we olle A bei au ge aß . Bei diesen Lei-
s ungen i besonde s die be u spoli ische No e de A bei slosenhil e
in E scheinung.
Die bewuß e Du ch üh ung human-pädagogische Maßnahmen ha
am Ende wesen lich kul u elle We bedeu ung. Mi els ih e Hil e wi d
im Ke n sowohl die Siche ung des achlichen Wissens als auch die
E hal ung des Be u s sinnes e ziel .
Die einzelnen A en de Mi elgewäh ung sind, wie an diese S elle
da ge an wu de, geeigne , einen uni e salen wie indi idualen E olg
he beizu üh en. Es komm dabei au ein en sp echendes Zusammen-
wi ken de G undsä ze und Maßnahmen an, um die bes mögliche
Hil eleis ung zu e eichen. Da in lieg ja die bedeu same, wesen liche
Gesam au gabe de A bei slosenhil e als besonde e Äuße ung de
mode nen A bei spoli ik und -Ve wal ung, die, wie e sich lich gewo den
is , inne halb de O dnung des Gesellscha s- und Wi scha slebens
einen eigenen, wich igen Pla z einnimm .
Schlußbeme kung
Diese Abhandlung ha in sys ema isch-in eg ale Sehweise an den
E scheinungen und Vo gängen de mode nen A bei slosenhil e im all-
gemeinen wie im besonde en das Wesenseigene und Wesensbeding e
au gezeig . Sie ha hie bei in meh heo e ische Da s ellungsweise o -
nehmlich die sinnha en Beziehungen de Hil sgedanken und -maß-
nahmen he o e en lassen. Denn da in bes eh ja schließlich die
G undau gabe des sozial- und wi scha swissenscha lichen Vo gehens
als Teil des menschenwissenscha lichen Vo gehens, die G und-
agen des be e enden K eises empi ischen Lebens zu e assen und
da zus ellen.
Die P axis ge ade de A bei slosenhil e s eh ü uns Deu sche
heu e abe mals o g oßen und schwie igen Au gaben. Wiede um is
die A bei slosigkei geeigne , wei gehend des uk i e Ve häl nisse ü
die Gesam gesellscha zu e u sachen. Gegenmaßnahmen sind be ei s
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112 He mann Mönch [368
e g i en und wei e e Hil spläne liegen o . Abe das analy ische und
syn he ische Denken da o zdem nich uhen. Denn das P oblem de
A bei slosigkei is e neu auch zum P ü ungsexempel de eu opäischen
Poli ik gewo den. Aus diesen G ünden e schein es nich müßig, die
he kömmliche A bei slosenhil e imme wiede in ih em Sein und
Wi ken in das achmännische Blick eld zu ücken. Sie bleib insbeson-
de e auch deshalb in hohem Maße ak uell, weil das neua ige P oblem
de „Vollbeschä igung" noch nich allsei ig geklä is und weil das-
selbe im Zusammenhang mi jene e ollkommne en Hil e gelös
we den muß. Die A bei slosenhil e als „Un e s ü zungswesen64 is es
also we , mi s ändig gemäßen Me hoden be ach e und be ieben
zu we den.
Es muß gewisse und bewiesene als bishe sein, daß dieses Un e -
s ü zungswesen gesam menschliche wie einzelmenschliche F agen on
höch e Bedeu ung en häl , die selbs denjenigen angehen, de die
A bei slosen egis ie . Solche Einsich will auch diese Ve such de
E ö e ung mi e s eben. Aus ih e gib sich schließlich ü die
mode ne A bei slosenhil e auch jene gül ige Fes s ellung, die eins
Lo enz . S ein ü das P inzip de Hil e übe haup mach e: daß es
da au ankomm , „dem ande n zu geben, was e b auch ", und die
Möglichkei zu bie en, „sich selbs zu e we ben, was ihm ehl ".
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