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8 WZE-Ergebnisse für alle Baumarten Mittlere Kronenverlichtung in % Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Seit 2023 ist die Fichte im WZE-Kollektiv so stark dezimiert, dass keine statistisch gesicherte Aussage zum Kronenzustand möglich ist (vgl. Seite 6/7, Standardfehler > 5). Das gilt gleichermaßen für jüngere und ältere Fichten und auch für das Gesamtkollektiv aller Alter. Nach der aktuell noch sehr stark geschädigten Fichte haben die Eichen die zweithöchsten Verlichtungswerte, gefolgt von der Buche. Die geringsten Kronenverlichtungen weisen mit Mittelwerten von 16 % die Baumarten der anderen Nadelbäume auf. Anteil starker Schäden Als stark geschädigt werden den Erhebungen 2025 zufolge insgesamt 9,8 % aller bonitierten Bäume eingestuft. Dieser Wert liegt mit 0,1 Prozentpunkten minimal unter dem Vorjahreswert und damit weiterhin auf einem stark erhöhten Niveau. Das langjährige Mittel beträgt mit 4,2 % weniger als die Hälfte des diesjährigen Wertes. Von den stark geschädigten Bäumen sind 28 % Eichen, 24 % Buchen, 9 % Fichten, Eschen mit 6 % sowie Kiefern mit ebenfalls 6 %. Anteile unter 5 % und über 1 % haben Pappeln, Robinien, Ahorne, Hainbuchen und Birken. Caroline Klinck und Uwe Paar https://doi.org/10.5281/zenodo.17542742 Auch 2025 sind die Schäden der Trockenjahre nach 2018 in den Wäldern Sachsen-Anhalts noch deutlich zu erkennen. Die feuchte Witterung des vergangenen Jahres wurde durch eine Trockenperiode von März bis Juni beendet und führte regional wieder zu ersten Trockenstresssituationen für die Wälder. Gemäß der aktuellen Waldzustandserhebung 2025 hat sich der Zustand der Wälder Sachsen-Anhalts im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Vor allem Fichte, Eiche und Buche haben hohe Anteile stark geschädigter Bäume. Die deutlichste Veränderung gab es bei der Absterberate: Sie ging stark zurück und liegt nun bei 0,42 %. Mittlere Kronenverlichtung Die im Sommer 2025 durchgeführte Waldzustandserhebung weist als Gesamtergebnis für die Wälder Sachsen-Anhalts (alle Baumarten, alle Alter) eine mittlere Kronenverlichtung von 25 % aus. Sie liegt damit weiterhin auf erhöhtem Niveau und stieg mit einem Prozentpunkt minimal gegenüber dem Vorjahr an. Foto: J. Evers Foto: C. Klinck
9 WZE-Ergebnisse für alle Baumarten Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Alter in % Anteil an den Vergilbungsstufen, alle Baumarten, alle Alter in % Absterberate Bäume, die erstmalig eine Kronenverlichtung von 100 % aufweisen, gehen in die Absterberate ein. Diese Rate sank im Vergleich zum Vorjahr weiter auf 0,42 %, was einer absoluten Anzahl neu abgestorbener Bäume von 15 entspricht. Damit liegt die Rate erstmalig seit 2018 wieder unter dem langjährigen Mittel. Mit jeweils 4 Bäumen starben gleich viele Eichen wie Kiefern und sonstige Laubhölzer ab. Von den sonstigen Nadelbäume, Buchen und Fichten starb jeweils 1 Baum neu ab. Bezogen auf alle Baumarten und das Hauptraster sind im Jahr 2025 1,2 % der angesprochenen Bäume ausgefallen. Der Wert sank damit im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 Prozentpunkte und liegt genau auf Höhe des langjährigen Mittelwertes. Absolut gesehen fielen am meisten Kiefern aus, gefolgt von Eichen, sonstigen Laubhölzern, Buchen und Fichten. Vergilbung Das Phänomen der Vergilbung spielt aktuell durch die erfolgreiche Eindämmung des Säureeintrages kaum noch eine Rolle. In den 1980er und 1990er Jahren traten Vergilbungen häufig infolge sauren Regens auf, durch den i. d. R. ein Magnesiummangel bei den Waldbäumen verursacht wird. Seit den frühen 2000er Jahren ist der Anteil betroffener Bäume kontinuierlich gesunken und liegt seitdem unter 1 %. Für 2025 wurde ein Wert von 0,1 % ermittelt. Fazit Die Vitalität der Waldbäume ist 2025 mit dem Vorjahr vergleichbar. Die Kronenverlichtung befindet sich weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Bei einigen Baumarten wie Eiche, Buche und Fichte ist der Anteil stark geschädigter Bäume sehr hoch. Als positiv zu bewerten ist das Absinken der Absterberate. Die Fichte ist nach wie vor von allen Baumarten am meisten geschädigt. Sie hat hinsichtlich ihres Flächenanteils an Bedeutung verloren. Ausfallrate Als Ausfallrate wird der Anteil an Bäumen des WZE-Kollektivs bezeichnet, der durch Sturmwurf, Trockenheit oder Insektenbzw. Pilzbefall entnommen wird oder sich noch liegend vor Ort befindet. Die Zeitreihe bildet die Folgen extremer Witterungsbedingungen wie Stürme oder Dürreperioden auf den Wald ab. Foto: C. Klinck Foto: M. Spielmann
10 Kiefer Mittlere Kronenverlichtung in % Auch die gegen Trockenstress sehr tolerante Kiefer reagierte auf die Niederschlagsdefizite seit 2018 mit einem Anstieg der Kronenverlichtung, der allerdings im Vergleich zu den anderen Baumarten nur gering ausfiel und sich ab 2022 wieder umkehrte. 2025 erhöhte sich der Wert gegenüber dem Vorjahr minimal um einen Prozentpunkt auf 18 % (ohne Abb.). An mittlerweile 9 % der Kiefern wurden Misteln festgestellt; damit erhöhte sich der Anteil mistelbefallener Kiefern um einen Prozentpunkt. Bei 4,9 % der Kiefern ist der Mistelbefall stärker als 10 %. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Mistelbefall gilt als Zeichen von Vitalitätsschwäche und hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Bei 5 % der Kiefern wurde während der Erhebungen geringer Befall durch die Kiefernhauptschädlinge Forleule, Nonne oder Kiefernbuschhornblattwespe festgestellt, der jedoch maximal ein Ausmaß von 15 % erreichte. Damit ist der Befall hier etwa so hoch wie im Vorjahr. Foto: J. Evers Foto: J. Evers Ältere Kiefer Seit 2017 stieg vor allem bei der älteren Kiefer die mittlere Kronenverlichtung zwar langsam, aber stetig an. 2023 und 2024 sanken die Werte etwas und erhöhten sich 2025 wieder geringfügig auf 20 %. Sie liegt damit vier Prozentpunkte über dem langjährigen Mittel. Jüngere Kiefer Bei der jüngeren Kiefer fand in den vergangenen Jahren eine ähnliche Entwicklung der Kronenverlichtung wie bei der älteren Kiefer statt. Insgesamt kann von einem guten Kronenzustand der jüngeren Kiefer gesprochen werden. Die Verlichtung ist weiterhin niedrig, auch wenn sie um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr anstieg und damit auch einen Prozentpunkt über dem langjährigen Mittel liegt. Mit nur zehn Prozentpunkten Unterschied liegen die Verlichtungswerte zwischen den beiden Altersklassen nicht so weit auseinander wie bei anderen Baumarten. Foto: M. Spielmann
11 Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Alter in % Starke Schäden Die Waldzustandserhebung 2025 wies 1,7 % der Kiefern als stark geschädigt aus. Der Wert sank damit um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr, ist im Vergleich zum langjährigen Mittelwert zwar noch leicht erhöht, jedoch deutlich niedriger als der Gesamtwert für alle Baumarten. Foto: J. Evers Foto: J. Evers Kiefer Absterberate Seit Beginn der Erfassung des Waldzustandes in Sachsen-Anhalt im Jahr 1991 sterben jährlich im Mittel 0,4 % der Kiefern ab. Wie bei den anderen Baumarten auch ist die Absterberate der Kiefer seit 2018 erhöht und erreichte 2021 mit 1,7 % das bisherige Maximum der Zeitreihe. 2025 starben mit 0,27 % nur sehr wenige der Kiefern ab. Ausfallrate Die Zahl der Kiefern, die außerplanmäßig genutzt werden bzw. wegen Windwurfes ausfallen, ist in der langen Zeitreihe der WZE-Aufnahmen meist geringer als der Wert für alle Baumarten. Das langjährige Mittel der Ausfallrate liegt für Kiefer bei 0,9 %, maximal wurden im Jahr 2022 4,5 % erreicht. 2025 fielen mit 1,3 % der in der WZE-Stichprobe vorkommenden Kiefern geringfügig weniger als im Vorjahr außerplanmäßig aus, jedoch auch etwas mehr als im Vergleich zum Gesamtwert für alle Baumarten.
12 Ältere Eiche Zum ersten Mal seit 9 Jahren ging die Kronenverlichtung der älteren Eiche im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Wert sank um zwei Prozentpunkte von 48 % auf 46 %. Damit fehlt den Eichen der WZE-Stichprobe im Mittel knapp die Hälfte des Laubes, das sie im gesunden Zustand hätten. Damit sind sie anfälliger gegenüber Schadfaktoren wie Insekten, Pilze oder Trockenheit. Jüngere Eiche Der für die ältere Eiche dokumentierte Anstieg der Kronenverlichtung seit 2017 ließ sich auch bei den jüngeren Eichen erkennen. Er vollzog sich jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau und schwächte sich in den letzten Jahren langsam ab. 2025 wurde erstmals seit 9 Jahren ein leichter Rückgang festgestellt: Der Wert sank von 18 % im Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 17 %. Eiche Mittlere Kronenverlichtung in % Durch den großflächigen Ausfall der Fichte in Sachsen-Anhalt ist mittlerweile die Eiche im WZE-Kollektiv nach der Kiefer die zweithäufigste Hauptbaumart. Bei der Eiche wurde seit 2016 ein Trend zu langsam steigenden Kronenverlichtungen dokumentiert. Auffällig ist der kontinuierliche, in den Jahren nahezu gleiche Anstieg über diesen langen Zeitraum, der sich von den sprunghaften Reaktionen anderer Baumarten wie z. B. Buche oder Fichte nach 2018 unterscheidet. In der aktuellen Erhebung 2025 wurde erstmalig ein Absinken gegenüber dem Vorjahr festgestellt: Der Wert sank für Eichen aller Alter von 40 % auf 39 % (ohne Abb.) und liegt damit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die hohe Kronenverlichtung deutet auf eine deutlich eingeschränkte Vitalität vieler Eichen hin. Bestätigt wird das durch den relativ hohen Anteil von Eichen mit Schleimfluss. Dieses Stresssymptom wird auf komplexe Wechselwirkungen zwischen Trockenheit, Hitze oder Frost sowie Pilzen und Insekten zurückgeführt. Geschätzt wird in der WZE, wieviel Prozent des Stammumfanges Schleimflussflecken aufweist. Von den aktuell 778 Eichen der WZE-Stichprobe haben 37 diesen Befund; im vergangenen Jahr waren es 48 Eichen. Bei 24 der Eichen ist das Ausmaß mit maximal 10 % eher gering. 9 Eichen haben Werte von 15 % bis einschließlich 30 % und 3 eine Ausprägung von 50 % bis 90 %. Der verbreitete Mehltaubefall aus dem letzten Jahr wurde 2025 nicht wieder in dem Maße festgestellt. 2025 waren 14 der 778 Eichen befallen, im Vorjahr waren es noch 200 Eichen. Foto: C. Klinck Foto: J. Evers
13 Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Alter in % Anteil mittlerer und starker Fraßschäden an älteren Eichen in % Eiche Starke Schäden Phasen erhöhter Anteile stark geschädigter Eichen traten lange Zeit vor allem im Zusammenhang mit mittlerem bis starkem Insektenfraß auf. Seit 2018 wurden jedoch keine gravierenden Fraßschäden während der WZE dokumentiert (vgl. Abb. unten rechts), und dennoch stieg der Anteil stark geschädigter Bäume kontinuierlich. Erstmalig seit 9 Jahren sank nun 2025 dieser Anteil leicht um einen Prozentpunkt von 18 % auf 17 %. Er liegt weiterhin deutlich über dem Wert für alle Baumarten von 9,8 % (vgl. Seite 8) und auch weit über dem langjährigen Mittelwert für die Eichen von 7,7 % (ohne Abb.). Absterberate Im Hinblick auf die starke Schädigung der Eichen und ihre hohen Kronenverlichtungswerte ist die durchschnittliche Absterberate der Eiche von 0,72 % als sehr niedrig einzustufen. Nach dem vorübergehenden Anstieg nach 2018 bis zu einem Maximalwert von 2,6 % im Jahr 2021 sank die Rate kontinuierlich und beträgt 2025 0,54 %. Sie liegt damit nur leicht über dem Wert für den Gesamtwald von 0,42 % (vgl. Seite 9). Ausfallrate Die Eichen haben – wie auch die Buchen – vergleichsweise niedrige Ausfallraten. Sie war bisher vor allem nach intensivem Insektenfraß oder auch nach starken Stürmen etwas erhöht. Im langjährigen Mittel wurden 0,64 % der Eichen außerplanmäßig genutzt (ohne Abb.), maximal fielen im Jahr 1998 3,5 % der Eichen des WZE-Kollektivs aus. Der aktuelle Wert für 2025 liegt mit 1,4 % etwa doppelt so hoch wie das langjährige Mittel und auch leicht über dem Wert von 1,2 % für alle Baumarten. Fraßschäden Die periodische Vermehrung von Insekten der sogenannten Eichenfraßgesellschaft trägt maßgeblich zu den Schwankungen der Belaubungsdichte der älteren Eichen bei. Sehr starker Fraß an Knospen und Blättern durch die Eichenfraßgesellschaft wurde besonders in den Jahren 1991–1997, 2004–2007 und 2010–2012 dokumentiert. Seit 2013 sind die während der Waldzustandserhebung im Juli und August aufgenommenen Fraßschäden gering; 2025 betrug der Wert 8 %. Da sich der Vitalitätszustand der Eichen jedoch immer mehr verschlechtert und auch aus dem Waldschutzmeldeportal größere Schadausmaße durch Insektenfraß bekannt sind, ist zunehmend in Frage gestellt, ob die bei der WZE ermittelten Schadausmaße noch realistisch sind. Möglicherweise findet der Insektenfraß infolge des immer früheren Blattaustriebes der Eiche und der höheren Frühjahrstemperaturen mittlerweile so früh im Jahr statt, dass die Schäden im Sommer zu den immer gleich bleibenden Aufnahmeterminen nicht mehr zu erkennen sind und sich die Johannistriebe, an deren Vorhandensein in früheren Jahren starker Fraß erkennbar war, bereits vollständig entfaltet und entwickelt haben. An der Prüfung dieser These wird derzeit gearbeitet.
14 Buche Mittlere Kronenverlichtung in % Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Jüngere Buche Die Kronenverlichtung der jüngeren Buchen sank im Vergleich zum Vorjahr nochmals und beträgt 2025 9,3 %. Dieser Wert ist als niedrig einzustufen und liegt erstmalig seit 2017 wieder unter dem langjährigen Mittelwert von aktuell 10 %. Starke Schäden Die hohen Kronenverlichtungswerte spiegeln sich auch im hohen Anteil stark geschädigter Buchen wider. Das langjährige Mittel, das aktuell bei 6,9 % liegt, wird seit 2018 deutlich überschritten. 2025 werden 21 % und damit ein gutes Fünftel der Buchen als stark geschädigt eingestuft. Die Buche reagierte auf die Trockenjahre ab 2018 mit einem deutlichen Anstieg der Kronenverlichtung. Die Buchen-Vitalitätsschwäche ist mittlerweile ein verbreitetes Phänomen in Sachsen-Anhalt. 2025 liegt die mittlere Kronenverlichtung für Buchen aller Alter wie im Vorjahr bei 36 % (ohne Abb.). Ältere Buche Im WZE-Kollektiv gibt es etwa viermal so viele Buchen über 60 Jahre wie jüngere Buchen unter 60 Jahre. Ihre Kronenverlichtung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert und ist mit 47 % sehr hoch. Sie liegt 20 Prozentpunkte über dem langjährigen Mittelwert. Foto: M. Spielmann
15 Foto: J. Evers Jährliche Absterberate (stehende Bäume), alle Alter in % Absterberate Bis 2019 war die Buche die Baumart mit der geringsten Absterberate in Sachsen-Anhalt. Sie lag maximal bei 0,4 % im Jahr 2007, und in vielen Jahren starb gar keine Buche ab. Infolge der extremen Trockenheit in den Jahren 2018–2022 stieg die Absterberate der Buche stark an und lag 2020 mit 2 % über der der Kiefer. Seitdem gingen die Werte zurück und liegen mit 0,19 % 2025 sowohl unter dem Wert der Kiefer (vgl. Seite 11) als auch unter dem für alle Baumarten von 0,42 % (vgl. Seite 9). Anteil mittel und stark fruktifizierender älterer Buchen in % Ausfallrate Mit einem Wert von 0,3 % im langjährigen Mittel ist die Ausfallrate für Buche im Vergleich zu den anderen Baumarten niedrig. Der Höchstwert betrug im Jahr 2022 1,5 %. 2025 sank die Rate von 1,3 % im Vorjahr auf 1,1 %. Jährliche Ausfallrate (als Schadholz entnommene Bäume), alle Alter in % Buche Foto: J. Evers Fruchtbildung Die im Rahmen der Waldzustandserhebung durchgeführten Erhebungen zur Fruchtbildung bei Buche zeigen in den letzten Jahren häufigere und vielfach intensivere Fruktifikation. Dies steht im Zusammenhang mit einer Häufung strahlungsreicher Jahre bei gleichzeitig erhöhter Stickstoffversorgung der Bäume. In der Waldzustandserhebung wird als starke Mast bezeichnet, wenn ein Drittel der älteren Buchen mittel oder stark fruktifiziert. Rechnerisch ergibt sich für den Beobachtungszeitraum der Waldzustandserhebung 1991–2025 in Sachsen-Anhalt alle 2,4 Jahre eine starke Mast der Buche. Literaturrecherchen hingegen ergaben für den Zeitraum 1839– 1987 Abstände zwischen zwei starken Masten für 20-Jahresintervalle zwischen 3,3 und 7,1 Jahren, also deutlich seltener als das die Ergebnisse der WZE für die letzten drei Jahrzehnte belegen. Der Anteil mittelstark bis stark fruktifizierender älterer Buchen lag 2025 bei 17 %.
16 Anteil starker Schäden (inkl. abgestorbener Bäume), alle Alter in % Fichte Mittlere Kronenverlichtung in % Die Fichte reagierte in Sachsen-Anhalt am stärksten auf die Trockenjahre ab 2018. Das Zusammenspiel von Sturmschäden, Trockenstress und einer extremen Borkenkäfervermehrung führte zum großflächigen Absterben von Fichtenbeständen. Diese Entwicklung führte dazu, dass der Fichtenanteil in Sachsen-Anhalts Wäldern und demzufolge auch im WZEStichprobenkollektiv drastisch zurückging. Es sind so viele Fichten ausgefallen, dass nunmehr das dritte Jahr in Folge für keine Altersklasse ein gesicherter Kronenverlichtungswert ausgegeben werden kann, da die statistischen Unsicherheiten zu groß sind (vgl. Tab. Seite 7). Dies betrifft ebenfalls die starken Schäden, da sie vom Kronenverlichtungswert der Klasse „alle Alter“ abgeleitet werden. Ältere Fichte Die Anzahl der älteren Fichten in der WZE-Stichprobe Sachsen-Anhalts ist von 611 Bäumen im Jahr 2018 auf mittlerweile 36 Bäume 2025 gesunken. Für die mittlere Kronenverlichtung wird ein Wert von 90 % berechnet, der jedoch in einem so weiten Rahmen streut, dass er nicht in der Grafik dargestellt wird (vgl. Tab. Seite 7). Jüngere Fichte Bei der Erhebung 2025 befanden sich insgesamt nur 71 jüngere Fichten in der WZE-Stichprobe. Die Kronenverlichtungswerte streuen so stark um den Mittelwert von 28 %, dass der Wert in der Abbildung nicht dargestellt wird. Starke Schäden Die starken Auswirkungen der extremen Witterung seit 2018 auf die Vitalität vieler Fichten lässt von einem hohen Anteil stark geschädigter Fichten ausgehen. Aus den Erhebungen lässt sich ein Anteil von 47 % berechnen, der jedoch aufgrund des sehr weiten Konfidenzintervalls als nicht belastbar zu bewerten ist. Foto: C. Klinck Foto: M. Spielmann