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Keynes' "fundamentales psychologisches Gesetz" und dessen Vorwegnahme von Lujo Brentano

Zinn, Karl Georg

Abstract

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Full text

Zinn, Ka l Geo g A icle Keynes' " undamen ales psychologisches Gese z" und dessen Vo wegnahme on Lujo B en ano Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Zinn, Ka l Geo g (1993) : Keynes' " undamen ales psychologisches Gese z" und dessen Vo wegnahme on Lujo B en ano, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 113, Iss. 3, pp. 447-459, h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291803 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en (ZWS) 113 (1993), S. 447 - 459 Duncke & Humblo , Be lin Keynes' „ undamen ales psychologisches Gese z" und dessen Vo wegnahme on Lujo B en ano Von Ka l Geo g Zinn Das „ undamen ale psychologische Gese z" wu de on Keynes als eine wesen liche G undlage seine Allgemeinen Theo ie be ach e . Jedoch lie e e e keine sys ema i- sche heo e ische Beg ündung dieses Gese zes. Diese inde sich jedoch in eine Ve ö - en lichung Lujo B en anos on 1908. B en ano wi d kün ig auch die P io i ä de En deckung des „Keynesschen" Gese zes zu geben sein. B en anos Ansa z implizie eine um assende e an h opologische Deu ung des Spa e hal ens, wie hie nähe aus- ge üh we den soll. 1. Keynes* Ansa zpunk e De Ve such, die gedankliche En wicklung nachzu ollziehen, die Keynes bis zu Fo mulie ung seine Konsum unk ion du chlau en haben muß, üh zu zwei Ansa zpunk en: zu Sä igungs hese und de Un e scheidung zwi- schen absolu en und ela i en Bedü nissen eine sei s und zu E kenn nis, daß die Spa be ei scha eine A Bedü nis des Menschen da s ell , das e - wie ande e „gehobene" Bedü nisse - e s on eine bes imm en k i ischen Einkommensschwelle an be iedig . Die Sä igungs hese s ell e be ei s zu Keynes' Zei en eine al e na ional- ökonomische E kenn nis da . Sie wa ansa zweise be ei s im 18. Jah hunde (S a enhagen 1969, 227 .; Zinn 1968) bekann , wu de abe p äzise e s on He mann Hein ich Gossen o mulie (Gossen 1889). Das E s e Gossensche Gese z ode eben „Sä igungsgese z" gehö sei dem Siegeszug des We - subjek i ismus im le z en D i el des e gangenen Jah hunde s zum G undwissen de mik oökonomischen Theo ie. De Sä igungsgedanke auch bei Keynes in Ve bindung mi de Un e scheidung on absolu en und ela i en Bedü nissen au (Keynes 1972 a). Absolu e Bedü nisse be e en sozusagen den sozial isolie en Robinson. Alles, was e zum (Übe -)Leben benö ig , zähl dazu, und die absolu en Bedü nisse olgen dem E s en Gos- senschen Gese z, sind also absolu e Sä igung ähig. Dem s ehen die ela i- en Bedü nisse gegenübe , die da au ge ich e sind, sich seinen Mi men- schen gegenübe übe legen zeigen und ühlen zu können. Es geh also um P es ige- und Demons a ionskonsum. Keynes benu z den Beg i „ ela i e Bedü nisse" somi in eine ganz ande en Ve wendung als ühe e Au o en; ZWS 113 (1993) 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13 448 Ka l Geo g Zinn im 19. Jah hunde wu den ela i e Bedü nisse als die wenige wich igen, o allem die au Luxus ge ich e en, e s anden (He mann, 1870, 82)1. Absolu e Bedü nisse sind sä igungs ähig, und somi wi d im Zuge des echnischen Fo sch i s bzw. lang is ige P oduk i i ä ss eige ungen eine Gesellscha bei de Be iedigung ih e absolu en Bedü nisse p inzipiell die Sä igungsg enze e eichen können. Ganz ande s sieh es mi den ela i en Bedü nissen aus. Wenn de Wunsch nach soziale Abhebung ausschließlich, zumindes o wiegend du ch Konsum be iedig wi d, so wi d auch bei allgemeinem Einkommensans ieg keine Sä igungsg enze de ela i en Bedü nisse e eich . Denn jede allgemeine Einkommens- bzw. Konsums ei- ge ung läß einen zei weiligen ela i en Konsumabs and zwischen den Men- schen schwinden, so daß An eiz bes eh , ihn du ch e neu e Einkommens- und Konsume höhung wiede he zus ellen. Mi de Un e scheidung zwischen absolu en und ela i en Bedü nissen wi d den beiden kon ligie enden Au assungen, nämlich daß de Konsum eine Sä igungsg enze zus ebe eine sei s und daß die menschlichen Bedü nisse unbeg enz wä en ande e sei s, du chaus Rechnung ge agen. Keynes endie e alle dings dazu, die Bedeu ung de ela i en Bedü nisse zu un e schä zen. E se z e sich mi diesem Aspek dann auch spä e nich meh eingehende auseinande . Ande en alls hä e e wohl einige Ein- sch änkungen an seine S agna ions hese o nehmen müssen. Es läß sich zudem un e s ellen, daß Keynes auch gewisse no ma i beg ünde e A e sio- nen gegen die ela i en Bedü nisse ha e. Jeden alls inden sich in dem e wähn en Au sa z on 1930 auch eindeu ig abwe ende Beu eilungen bes imm en Konsum e hal ens. De Deu lichkei halbe seien einige Passa- gen aus dem O iginal ku z wiede gegeben: Now i is ue ha he needs o human beings may seem o be insa iable. Bu hey all in o wo classes - hose needs which a e absolu e in he sense ha we eel hem wha e e he si ua ion o ou ellow human beings may be, and hose which a e el- a i e in he sense ha we eel hem only i hei sa is ac ion li s us abo e, makes us eel supe io o, ou ellows. Needs o he second class, hose which sa is y he desi e o supe io i y, may indeed be insa iable; o he highe he gene al le el, he highe s ill a e hey. Bu his is no ue o he absolu e needs - a poin may soon be eached, much soone pe haps han we all o us a e awa e o , when hese needs a e sa is ied in he sense ha we p e e o de o e ou u he ene gies o non-economic pu poses (Keynes 1972 a, 326)2. 1 Das Keynessche Ve s ändnis on absolu en und ela i en Bedü nissen en sp ich de al en on Epiku e e enen Au assung, daß Bedü nisse in na ü liche, diese wiede um in no wendige und nich no wendige, und in quasi eingebilde e, d. h. übe unse Vo s ellungs e mögen e zeug e, zu un e scheiden sind. „Von den Begie den sind die einen na ü liche und no wendige, die ande en na ü liche, abe nich no wen- dige, die d i en wede na ü liche noch no wendige, sonde n au g und lee en Meinens en s ehend". Siehe Epiku 1983, 63. 2 Keynes un e leg e seine Un e scheidung on absolu en und ela i en Bedü nis- sen auch eine we ende Beu eilung. Die absolu en Bedü nisse hiel e ü ge ech e - ZWS 113 (1993) 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13 Das Keynessche Gese z und Lujo B en ano 449 Die Bedeu ung des P es igemo i s ü das Konsum e hal en s eh heu e abe auße Zwei el. Von F ed Hi sch (Hi sch 1980, 46 .) wu de mi de Ein- üh ung des Beg i s de „Posi ionsgü e ", die e als nich - e meh ba e (Sel enhei s-)Gü e den p inzipiell e meh ba en gegenübe s ell , eine neue Deu ung de sä igungsbeding en Wachs umsg enzen o geleg : Zwa sind wegen de ela i en Bedü nisse i.S. Keynes' Sä igungsg enzen eigen lich nich zu e wa en, abe da im Zuge des allgemeinen Einkommensans iegs alle Konsumen en sich bis zu Sä igung mi e meh ba en Gü e n e sehen können, konzen ie sich das P es igebedü nis au die un e meh ba en Posi ionsgü e . Wenn sich P es ige abe nu noch du ch Konsum on Sel en- hei sgü e n be iedigen läß , dann e gib sich eine Wachs umsg enze wegen de en p inzipielle Un e meh ba kei . Hä e Keynes seine Zwei eilung de Bedü nisa en konsequen beibehal- en und ü seine spä e e Konsum heo ie genu z , hä e e wohl die p inzi- pielle Möglichkei e kennen müssen, daß un e bes imm en sozialen Bedin- gungen die ela i en Bedü nisse de a s a k we den können, daß sie om Spa en abhal en, so e n de P es igewunsch o wiegend übe Konsum und nich übe ande e Möglichkei en, soziale Ane kennung zu gewinnen, be ie- dig wi d. Obgleich u.W. noch keine einschlägigen Un e suchungen übe Spa e hal en und die A , P es igewünsche zu be iedigen, o liegen, läß sich e mu en, daß - e wa in den USA - ein Übe gewich des Konsums in den Sozialbeziehungen auch zu eine ela i nied igen Spa quo e de Haus- hal e üh . Unbeach e de kul u abhängigen Un e schiede im Spa e hal en und de mo alischen und ideologischen Ein lüsse au Konsum und E spa nisbil- dung (e inne sei e wa an Max Webe s eligionssoziologische E klä ung gewinnwi scha lichen Ve hal ens) en deck e Keynes jedoch, daß zumin- des in den en wickel en Ma k gesellscha en s eigende Einkommen mi s eigenden eiwilligen E spa nissen einhe gehen, und zwa de a , daß die Spa quo e ce e is pa ibus mi dem Einkommen s eig . Dieses Phänomen üh e e au eine A psychologische Gese zmäßigkei zu ück, gab ihm also den Ans ich eine an h opologischen Disposi ion, so daß die Bezeichnung als „ undamen ales psychologisches Gese z" du chaus angemessen gewähl wu de. Die Einsich Keynes' in die Bedeu ung des undamen alen psychologischen Gese zes ha sich den Quellen nach zu u eilen nich in einem ab up en E kenn nise lebnis einges ell , sonde n is allmählich gewachsen. Keynes ig und e nün ig, ande e hingegen nich . Einschlägige Quali izie ungen inden sich imme wiede in Keynes' A bei en. Beispielha sei eine solche zi ie : „A e y ew mo e quinquennia o equal ac i i y migh , indeed, ha e b ough us nea o he economic Eldo ado whe e all ou easonable economic needs (He o h. . V.) would be sa is ied." Siehe Keynes 1973a, 348. ZWS 113 (1993) 3 29 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13 450 Ka l Geo g Zinn gewann wohl au g und de empi ischen Beobach ung den Eind uck, daß die E spa nisbildung bei s eigendem Einkommen ein de a allgemeines Phäno- men bilde , daß in einem Induk ionsschluß bzw. in eine in ui i en Ein- gebung eine e allgemeine nde Aussage, eben jene Gese zes o mulie ung, zus ande kam. In de zi ie en A bei on 1930 he sch e noch die Vo s el- lung, daß die indi iduelle Zei alloka ion au d ei Ve wendungszwecke ge ich e wä e: Konsum zu Be iedigung on absolu en Bedü nissen, Kon- sum zwecks Bedienung de ela i en Bedü nisse und F eizei . Spa en als besonde e Einkommens Ve wendung wu de ehe als eine pa hologische Liebe zum Geld be ach e , wie Keynes ja auch zum g undsä zlichen K i i- ke des Spa ens in Wohls andsgesellscha en gewo den is 3, nachdem e die Möglichkei des Ungleichgewich s zwischen eiwillige E spa nis und ei- willige In es i ion e kann ha e. Gossens Sä igungsgese z s ell zwa eine no wendige, abe keine hin ei- chende Vo ausse zung ü Keynes' undamen ales psychologisches Gese z da . Denn wenn die üblichen Konsumbedü nisse (absolu e Bedü nisse) und e en uell auch die ela i en Bedü nisse bis zu einem gewissen G ad gesä ig sind, so könn e das Wi scha ssubjek sein konsumie es Einkom- men s abil hal en und seine F eizei auszudehnen suchen; eine Konsum- quo e on eins bzw. 100% is also du chaus mi dem Sä igungsgese z e - einba . E s wenn neben de konsum i en Einkommens e wendung auch noch ein Teil des Einkommens ü E spa nisbildung o gesehen wi d, e gib sich das on Keynes be on e Phänomene s eigende E spa nisse. Die indi- iduelle (Lebens-)Zei alloka ion um aß dann A bei szei ü Konsum, A bei szei ü E spa nis und F eizei . Die beiden on Gossen und Keynes en deck en bzw. o mulie en Gese zmäßigkei en lassen sich mi de Ku z- o mel „Gossen-Keynessche-Regel" bezeichnen (Zinn 1986, 80 .). Keynes okussie e seine Au me ksamkei schon ech üh au den Zusammenhang on E spa nis und (Nich -)Beschä igung: We spa , p o- duzie meh als e konsumie , und dahe gib es ein Beschä igungsp o- blem4. Diese schon o de Wel wi scha sk ise de d eißige Jah e o mu- lie e Sich e dich e e sich spä e zu de Übe zeugung, daß de D eh- und Angelpunk des gesam wi scha lichen Beschä igungsni eaus im Spa e - 3 In diesem Sinn cha ak e isie e die Übe e spa nis, die e ü die U sache on A bei slosigkei häl , als „ äube isch". „Those who speak o , o ced sa ing' ha e no , I hink, in en ed a co esponding e m o he excess o » olun a y sa ing' ... o e in es men . Pe haps we migh call i ,p eda o y sa ing' o ,exploi a y sa ing' o indi- ca e ha i is made wholly a he expense o o he people and wi hou bene i o he agg ega e weal h o he communi y." Siehe Keynes 1979b, 109. 4 „Indi idual sa ing means ha some indi iduals a e p oducing mo e han hey a e comsuming. This su plus may, and should be, used o inc ease capi al equipmen . Bu , un o una ely, his is no he only way in which i can be used... This is wha happens when he e is unemploymen . We a e using ou sa ings o pay o unemploymen , ins ead o using hem o equip he coun y." Siehe Keynes 1972b, 116 . ZWS 113 (1993) 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13 Das Keynessche Gese z und Lujo B en ano 451 hal en zu inden wä e. In gewissem Sinn is also die Keynessche Theo ie ga nich als nach ageo ien ie e Theo ie de Beschä igung zu cha ak e isie- en, sonde n Beschä igung wi d ce e is pa ibus (d. h. bei gegebene In es i- ions unk ion) zu eine om Spa en abhängigen G öße. Daß mi de Spa - en scheidung zugleich die En scheidung übe die Konsumquo e und ice e sa ge o en wi d, gib jene Quali izie ung de Keynesschen Theo ie als „nach ageo ien ie " zwa du chaus Sinn, abe wie auch die Fo mulie ung „ undamen ales psychologisches Gese z" he o heb , die sich di ek au die E spa nis, nich au den Konsum, de as als eine „Res g öße" e scheinen könn e, bezieh , k eis die (Un)Gleichgewich sanalyse um das Spa e hal- en. I an inc eamen o sa ing by an indi idual is no accompanied by an inc emen o new in es men - and, in he absence o delibe a e managemen by he cen al bank o he go e nmen , i will be no hing bu a lucky acciden i i is - i necessa ily causes diminished eceip s, disappoin men and losses o some o he pa y, and he ou le o he sa ings o A will be ound in inancing he losses o B (Keynes 1979a, 14). Keynes hob in de 1937 publizie en S ellungnahme zu einigen K i ik- punk en, die gegen seine „Allgemeine Theo ie" o geb ach wo den wa en, die Bedeu ung des undamen alen psychologischen Gese zes ü die in de „Allgemeinen Theo ie" niede geleg en Einsich en e neu he o und wa den K i ike n o , ge ade diesen Punk übe sehen zu haben: Now wha go e ns he amoun o consump ion expendi u e? I depends mainly on he le el o income. People's p opensi y o spend (as I call i ) is in luenced by many ac o s such as he dis ibu ion o income, hei no mal a i ude o he u u e and - hough p obably in a mino deg ee - by he a e o in e es . Bu in he main he p e- ailing psychological law seems o be ha when agg ega e income inc eases, con- sump ion expendi u e will also inc ease bu o a somewha lesse ex en . This is a e y ob ious conclusion. I simply amoun s o saying ha an inc ease in income will be di ided in some p opo ion o ano he be ween spending and sa ing, and ha when ou income is inc eased i is ex emely unlikely ha his will ha e he e ec o making us ei he spend less o sa e less han be o e. The psychological law was o he u mos impo ance in he de elopmen o my own hough , and i is, I hink, absolu ely undamen al o he heo y o e ec i e demand as se o h in my book. Bu ew c i ics o commen a o s so a ha e paid pa icula a en ion o i (Keynes 1973 d, 119 .). Keynes ha e in de „Allgemeinen Theo ie" sein undamen ales psycholo- gisches Gese z alle dings auch nich mi dem Au me ksamkei swe e se- hen, den dieses Gese z seine eigenen Einschä zung nach e dien . Es han- del e die ü das undamen ale psychologische Gese z ele an en A gumen e im Rahmen de Analyse de „Konsumneigung" (Keynes 1973c, 107 .) ab. Zudem zähl e Keynes lediglich ach ungewich e nebeneinande ges ell e Spa mo i e au , ohne eine heo e ische ode an h opologische Beg ündung des Spa e hal ens anzubie en. Auch ü den au me ksamen Lese konn en Keynes' Aus üh ungen zum Spa e hal en du chaus als bloße E gänzung ZWS 113 (1993) 3 29* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13 452 Ka l Geo g Zinn de Konsumanalyse gel en, d.h. es lag nahe, die E spa nis sozusagen als eine Res g öße zu deu en, die nach Be iedigung de Konsumbedü nisse üb ig- bleib . Dami wi d abe die „ undamen ale" an h opologische Bedeu ung des Spa ens baga ellisie . Keynes leg e alle dings ga nich so iel We au eine ie e gehende Beg ündung seines psychologischen Spa -Gese zes, son- de n es kam ihm da au an, die mak oökonomischen Folgen, insbesonde e ü die Beschä igung, s eigende E spa nis aus üh lich zu e deu lichen. Dies is ihm ja auch bes ens gelungen. 2. Die bedü nis heo e ische E klä ung des Spa e hal ens du ch Lujo B en ano Un e dem Ti el „Ve such eine Theo ie de Bedü nisse" (B en ano 1908) leg e Lujo B en ano 1908 eine Abhandlung o , in de sich äuße s konzen- ie nich nu de wesen liche Ke ngedanke on Keynes' undamen alem psychologischem Gese z inde , sonde n auch eine konsis en e an h opolo- gische bzw. bedü nis heo e ische Beg ündung jenes Gese zes. De ökono- mischen Theo iegeschich ssch eibung is B en anos P io i ä bei de En - deckung und Fo mulie ung des undamen alen psychologischen Gese zes bishe en gangen, so daß die einschlägige Passage hie wiede gegeben sei, ehe B en anos bedü nis heo e ische In e p e a ion kommen ie wi d. Kapi al sammeln is ein mi elba es, abe kein zukün iges Bedü nis. Kapi al anzusammeln wi d in de Gegenwa als Bedü nis emp unden um eines Vo eils willen, de alle dings e s in de Zukun zu Rei e gelang , dessen Siche ung ü die Zukun abe in de Gegenwa be ei s Lus be ei e ... Angenommen, jemand habe ein Einkommen on 3000 M; e emp inde das Bedü nis nach Nah ung, Klei- dung, Wohnung, E holung, E hei e ung, auße dem wi d e on de So ge um seine Zukun gequäl . E e wende das No wendigs e au die e s genann en Bedü - nisse; e könn e noch meh da au e wenden, allein de Genuß, den die Meh e - wendung, nachdem ü das No wendigs e geso g is , b ingen wü de, wä e ge inge als de Genuß, den ihm die Siche hei b ingen wü de, gegen einen in de Zukun ihm d ohenden Mangel geschü z zu sein. In olgedessen b ich e mi de Ve wen- dung seines Einkommens au die e s genann en Bedü nisse, sagen wi , bei 2900 M ab und e wende seine le z en 100 M au die Siche ung gegen den Mangel in de Zukun ... Ebenso wie in diesem angenommenen Fall is es allgemein. Je g öße das Einkommen, in um so g öße em Maße wi d kapi alisie und ausgeliehen, weil die Ve ügung übe ein Kapi al in de Zukun schon in de Gegenwa g öße en Genuß e leih als seine Ve wendung au unmi elba e Bedü nisse (B en ano 1908, 10). De le z e Sa z des Zi a s en sp ich genau de Aussage des undamen alen psychologischen Gese zes on Keynes: mi s eigendem Einkommen wächs die E spa nis übe p opo ional. B en ano un e s ell nich nu einen Ans ieg de E spa nis mi dem Einkommen, sonde n die E spa nis bzw. die Kapi albildung wächs „in um so g öße em Maße"; die Spa quo e nimm zu. ZWS 113 (1993) 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13 Das Keynessche Gese z und Lujo B en ano 453 B en anos P io i ä bei de Fo mulie ung des undamen alen psychologi- schen Gese zes dü e du ch das o s ehende Zi a hin eichend beleg sein. Bedü nis heo e isch wei aus bedeu same is abe seine Beg ündung. B en- ano e wi den Beg i Zukun sbedü nis, weil e die dami e mein lich bezeichne e Sache ü Unsinn häl . Es gäbe kein „Zukun sbedü nis", son- de n nu gegenwä ige Bedü nisse, die sich als Emp indungen dem Subjek bzw. seinem Bewuß sein sozusagen mi eilen. Möglich sind nu Vo s ellun- gen übe kün ige Zus ände, also auch übe einen Zus and, de du ch (unbe- iedig e) Bedü nisse cha ak e isie sein wi d. Da aus esul ie die So ge um die Zukun . So ge wi d abe , wie wohl leich nachzu ollziehen is , gegenwä ig ge ühl - ode ga nich . So ge s ell quasi selbs ein Bedü nis da . Diese Besonde hei des So ge-Bedü nisses be i abe nich das E o de nis, es zu be iedigen. Wie die Be iedigung ande e , unmi elba e Konsumbedü nisse e olg die Be iedigung du ch Einkommen(s e wen- dung). In gewisse Weise läß sich also de zu Be uhigung on So ge au ge- wand e Einkomms eil bzw. die da au en allende A bei (szei ) eben alls als „Konsum" im psychologischen Sinn deu en. Die Gossenschen Gese ze sind en sp echend anwendba , d.h. es läß sich auch au das Bedü nis „So ge" eine G enznu zen unk ion beziehen; alle Gü e bzw. Ak i a, die geeigne sind, die So ge zu minde n, sind g enznu zen heo e isch den Konsumgü e n, die unmi elba e Bedü nisse be iedigen, gleichzus ellen. Wenn die Be iedigung de So ge - du ch E spa nisbildung bzw. „Kapi a- lisie en" - sozusagen einen Selbs zweck da s ell , en äll auch die No wen- digkei , das Spa en mi els Zins ode ande e An eize zu s imulie en. Es is dahe nu logisch, wenn B en ano gegen zins heo e ische Deu ungen im S il de Abs inenz heo ie, d. h. des Zinses als P ämie ü Konsum e zich scha polemisie 5 (B en ano 1908, 9 .). Wenn on ande en möglichen U sachen de E spa nis abs ahie wi d (beispielsweise de Geld e mögensbildung wegen eine ano malen „Liebe zum Gelde" ode Geiz), so e gib sich aus B en anos bedü nis heo e ische Beg ündung des Spa e hal ens die pa a- doxe Konsequenz, daß s eigende Zinsen zu eine sinkenden Spa neigung üh en, und zwa nich au dem Umweg des Keynesschen Zinspa adoxons6, sonde n wegen des s eigenden kün igen Kapi alwe es eine bes imm en Summe. Wenn beispielsweise ein Haushal aus Vo so geg ünden jäh lich 10 000 Ma k spa , um in ün , zehn ode x Jah en eine bes imm e ange- spa e Summe e ügba zu haben, so wi d dieses Spa ziel bei s eigenden 5 Spa en als spezielle Fo m de Einkommens e wendung, nämlich Be iedigung de So ge, müß e bei konsequen e Anwendung des P inzips, die Einkommens e - wendung zu bes eue n, eben alls s eue lich belas e we den; ein Gedanke, de sich leich „keynesianisch" deu en läß . 6 Keynes a gumen ie , daß s eigende Zinsen ce e is pa ibus zu sinkenden In es i- ionen, dami sinkendem Einkommen und dami wiede um zu sinkende E spa nis und - wegen des e minde en Einkommensni eaus - auch eduzie e Spa quo e bzw. ges iegene Konsumquo e üh en. Vgl. Keynes 1973c, 110 . ZWS 113 (1993) 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13 454 Ka l Geo g Zinn Zinsen asche e eich bzw. läß sich mi eine ge inge en gegenwä igen E spa nis ealisie en. Dahe könn e bei s eigendem Zins die En scheidung, 10 000 Ma k zu spa en, zuguns en eine e minde en E spa nishöhe e i- die we den. Selbs e s ändlich gil die Übe legung un e ce e is pa ibus- Bedingung, und die is in de Reali ä übliche weise nich gegeben. S ei- gende Zinsen dü en nämlich be ech ig e In la ionse wa ungen p o ozie- en, was wiede um eine Ve ände ung des Vo so ge e hal ens bzw. de E spa nisbildung bewi ken kann. 3. Die an h opologische Dimension des „B en ano-Theo ems" B en ano gehö zu den G ündungsmi gliede n des „Ve eins ü Social- poli ik" und wi d dogmengeschich lich de angeblich heo e isch s e ilen His o ischen Schule zuge echne (Sche old 1987, 275 .). Die heo e ische T agwei e seine En deckung de an h opologischen G undlage des Spa - e hal ens dü e jedoch kaum zu übe schä zen sein, denn mi dem heo e- isch undie en Beg i de So ge wi d eine äuße s uch ba e Ve bindung zwischen Wi scha s heo ie und (philosophische ) An h opologie he ge- s ell . Dies sei hie mi einigen abschließenden Beme kungen nähe e läu- e . Im e s en Haup kapi el de „K i ik de einen Ve nun " behandel Kan die „ anszenden ale Äs he ik". Do beg ünde e , wa um die menschliche Fähigkei , Raum und Zei zu e kennen, a p io i gegeben is , womi e die Humesche E klä ung, daß jenes Wah nehmungs e mögen au induk i e E ah ung be uhe, zu ückweis (Kan 1966). Denn um übe haup Zei , d.h. E eignisab olgen zu e ah en, muß be ei s a p io i die Fähigkei , solche E ah ung machen zu können, gegeben sein. Daß de Mensch zwischen Ve - gangenhei , Gegenwa und Zukun zu un e scheiden e mag, also kün ige E eignisse in de Vo s ellung e gegenwä igen kann, is Vo ausse zung ü So ge. So ge mach sich in einem Ge ühl de Angs bzw. de Fu ch , wenn au ein bes imm es e wa e es E eignis bezogen, gel end. Psychologisch un e scheiden sich Angs und Fu ch hingegen nich , sonde n diese seman i- sche Di e enzie ung be i nu die jeweilige U sache des Angs ge ühls. Im Un e schied e wa zum Hunge - ode Du s ge ühl, die ganz spezi ische Bedü nisse e kennen lassen, is Angs sozusagen ein Pauschal-Indika o ; sie kann als Ge ühl e schiedene U sachen (Bedü nisse) haben. Angs i auch beim Tie au , abe nu de Mensch e mag, sich übe die Zukun zu ängs igen, eben So ge zu haben. Da jedoch die Zukun nu in unse e Vo s ellung exis ie , können auch alle ü die Zukun ü möglich gehal enen Bedü nisse bzw. Mangellagen nu übe unse e Vo s ellung ak ualisie we den. Dahe lös de Gedanke an kün igen Hunge kaum aku en Hunge , sonde n So ge bzw. Angs aus. ZWS 113 (1993) 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.447 | Gene a ed on 2023-04-04 12:18:13