Augsburger und Nürnberger Kupferhandel 1500-1619
Abstract
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Full text
Hildeb and , Reinha d
A icle
Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500-1619
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Hildeb and , Reinha d (1972) : Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel
1500-1619, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783,
Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 92, Iss. 1, pp. 1-31,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.92.1.1
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 —1619*
P oduk ion, Ma k an eile und Finanzie ung im Ve gleich zweie
S äd e und ih e wi scha lichen Füh ungsschich *
Von Reinha d Hildeb and , Be lin
I.
Eine e gleichende Wi scha s- und Sozialgeschich e de beiden
süddeu schen Wi scha szen en Augsbu g und Nü nbe g ehl bishe
noch1. Audi nach eine mode nen zusammen assenden Monog aphie
zu Wi scha s- und Sozialgeschich e eine de beiden S äd e ü die
Zei o dem D eißigjäh igen K ieg such man e geblich. Wol gang
Zo ns o zügliche A bei 2 beginn zei lich e s 1648. Fü Nü nbe g is
man imme noch au Johann Fe dinand Ro h angewiesen, dessen Sam-
mel leiß abe mode nen Ansp üchen nich meh genügen kann3. Zwa
is o wenigen Jah en ein zweibändiges We k zu Wi scha sgeschich-
e Nü nbe gs e schienen4, das eine Reihe ausgezeichne e Bei äge en -
häl , abe insgesam konn en das eben nu „Bei äge" zu eine noch zu
sch eibenden mode nen Gesam da s ellung sein.
Dabei is de Gedanke eine e gleichenden Be ach ung de Wi -
scha s- und Sozialgeschich e beide S äd e nich neu. Richa d Eh en-
be g ha ihn be ei s gehab , abe nich nähe e olg , weil e sich ganz
au das in e na ionale Bank- und Finanzsys em des 16. Jah hunde s
konzen ie en woll e5. Auch bei Jakob S iede is de e gleichende
* E wei e e Fassung eines Vo ags, de im Rahmen des 3. Kölne Kolloquiums
zu In e na ionalen Wi scha s- und Sozialgeschich e gehal en wu de.
1 Hans Maue sbe g (Wi scha s- und Sozialgeschich e zen aleu opäische S äd e
in neue e Zei . Gö ingen, Zü ich 1960) behandel beide S äd e nu ku z und un-
e Aspek en, die im Zusammenhang mi diesem Thema kaum in Be ach kom-
men.
2 Wol gang Zo n: Handels- und Indus iegeschich e Baye isch-Schwabens 1648 bis
1870. Augsbu g 1961.
3 Johannes Fe dinand Ro h: Geschich e des Nü nbe gischen Handels — ein Ve -
such. Leipzig 1800/1801.
4 S ad biblio hek Nü nbe g (H sg.): Bei äge zu Wi scha sgeschich e Nü n-
be gs. 2 Bde. Nü nbe g 1967.
5 Richa d Eh enbe g: Das Zei al e de Fugge . 2 Bde. Jena 1896. Bes. Bd. 1,
S. 378 und S. 387.
1 Zei sch i ü Wi scha s- und SozialwisBenscha en 92,1
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2 Reinha d Hildeb and
Aspek in Andeu ungen nachweisba 6, wenn e auch nie in eine eigen-
s ändigen Un e suchung ealisie wu de.
Die Neigung, sich en wede mi de einen ode mi de ande en S ad
zu beschä igen, mag zum gu en Teil in de e schiedena igen Quel-
lenbasis beg ünde sein7. Da aus e gib sich als me hodische Konse-
quenz ü den o liegenden Bei ag: Wenn die Ausgangsbasis so e -
schieden is , kann man nich ü beide S äd e den gleichen Weg ein-
schlagen. Am Beginn soll dahe die allgemeine En wicklung au einem
beg enz en wi scha lichen Teilsek o (Kup e p oduk ion) s ehen. Die
beiden Ausgangs agen lau en dahe :
Wie g oß wa e wa die E zeugung de d ei wich igs en eu opäischen
Kup e p oduk ionszen en 1500 -1619?
Welche P oduk ionsan eil gelang e in die Hände de Augsbu ge
und de Nü nbe ge G oßkau leu e?
Die An wo en sollen dann nach zwei Rich ungen hin in e p e ie
we den: einmal im Hinblick au die einzelnen Fi men, zum ande en
un e dem Aspek de jeweiligen s äd ischen Wi scha s- und Sozial-
s uk u sowie allgemeine konjunk u elle En wicklungen und Ve -
ände ungen im behandel en Zei aum.
II.
Die Kup e p oduk ion 1500 -1619
Eine P oduk ionss a is ik ü den eu opäischen Kup e be gbau e wa
analog zu Soe bee s A bei übe die Edelme alle zeugung8 gib es bis-
he nich . Es dü e dahe sinn oll sein, wenigs ens ü die d ei wich-
igs en Kup e p oduk ionszen en Ve gleichszahlen zu bie en, die es
e möglichen, die ela i e Bedeu ung de einzelnen E zeugungsgebie e
ü den in e na ionalen Kup e ma k quan i a i zu e assen und da -
aus den möglichen Ein luß de Augsbu ge und Nü nbe ge G oßhänd-
le au die P oduk ion, Ma k o m und P eisbildung abzulei en.
6 Jakob S iede : Das eiche Augsbu g — ausgewähl e Au sä ze. H sg. . H. F.
Deininge . München 1938. S. 3.
7 Fü Augsbu g bilden z. B. die S eue büche eine besonde s wich ige wi scha s-
geschich liche Quelleng uppe. Die Nü nbe ge S eue büche haben demgegenübe
nu ge inge Aussagek a . Dagegen besi z Nü nbe g in den Tes amen sbüche n eine
ü die Gewe begeschich e seh we olle Quelleng uppe, de en sys ema isch-s a-
is ische Auswe ung wünschenswe wä e. Vgl. neue dings den in e essan en Ve -
such on Rudol End es (Zu Einwohne zahl und Be ölke ungss uk u Nü nbe gs
im 15./16. Jah hunde . Mi eilungen d. Ve . . Geschich e d. S ad Nü nbe g
[MVGN], Bd. 57 [1970], S. 242-271), aus dem Ve gleich mi Augsbu g neue E -
kenn nisse ü Nü nbe g zu gewinnen.
8 Adolph Soe bee : Edelme allp oduk ion und We e häl nisse zwischen Gold
und Silbe sei de En deckung Ame ikas. Go ha 1879. — Die Angaben bei J. H. L.
Vog (Die S a is ik des Kup e s. Zei sch i . p ak ische Geologie, 1896, S. 89 - 93)
beginnen e s mi dem Jah e 1625.
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 -1619 3
Me hodisch is da au hinzuweisen, daß die in Tab. 1 genann en P o-
duk ionszi e n au übe 2 000 Einzelda en basie en. Sie wu den e -
schiedenen Quelleng uppen und de eilweise ech um ang eichen lo-
kalgeschich lichen Li e a u en nommen und mi ande en, das P oduk-
ionse gebnis mögliche weise beein lussenden Fak o en (K iege, Seu-
chen, Beschä ig enzahlen, Ve ände ungen im E zgehal e c.) gegebe-
nen alls ko elie .
Bei de Auswe ung de Quellen e gab sich o allem eine Schwie-
igkei : Die P oduk ionszi e n, die im E zeugungsgebie selbs en -
s anden ode die G undlage ü en sp echende Zusammens ellungen
du ch die egalhe liche Ve wal ung bilde en, weichen manchmal e -
heblich on denjenigen Da en ab, die sich in den Geschä spapie en de
damals üh enden Kup e handels i men e hal en haben. Die E klä ung
ü diese Disk epanz dü e da in zu sehen sein, daß in den Fi men-
Tabelle 1
Regionale Kup e p oduklion 1500 - 1619a)
(in 1 000 me . Z .)
Zei
Obe un,
p. a.
ga n
°/o
Alpenlä
£ p. a.
nde
o/o
Mans
J2
p. a.
eld
o/o
Gesam -
p oduk-
ion
J2
p. a.
1 2a 2b 3a 3b 4a 4b 5
1500 1509 28 37 33 43 (15) (20) (76)
1510 1519 37 40 35 38 (20) (22) (92)
1520 1529 29 30 39 41 28 29 96
1530 1539 23 27 32 38 30 35 85
1540 1549 24 28 35 42 25 30 84
1550 1559 26 32 36 45 18 23 80
1560 1569 24 32 33 45 17 23 74
1570 1579 15 28 25 46 14 26 54
1580 1589 14 28 22 44 14 28 50
1590 1599 15 31 23 47 (11) (22) (49)
1600 1609 11 28 19 47 10 25 40
1610 1619 12 33 16 45 8 22 36
a) Die P oduk ionsda en geben die Jah ese zeugung im zehnjäh igen Du ch-
schni an. De An eil an de jeweils e aß en Gesam p oduk ion is in P ozen -
sä zen ausged ück . Die G undlage ü die hie zusammenge aß en Da en bilden
die in den Anme kungen zu Kapi el II genann en Quelleng uppen und Ve ö en -
lichungen, die sys ema isch ausgewe e wu den. Die eingeklamme en Da en ü den
Mans elde Be eich sind Schä zungen, da ü diese d ei Pe ioden nu einzelne An-
gaben e mi el we den konn en.
1*
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4 Reinha d Hildeb and
un e lagen nich sel en die o be äch lichen Lage bes ände de Gesell-
scha en en hal en sind. Die le z e en Da en wu den dahe nu aus-
hil sweise und zu Ko ela ionszwecken benu z .
Die be gbaugeschich liche Li e a u en häl eine Fülle einzelne P o-
duk ionsda en, die abe nu sel en sys ema isch zusammenge aß sind.
Auße dem is das bishe ige Sch i um übe wiegend lokalgeschich lich
beg enz , so daß die quan i a i en Rela ionen zwischen den einzelnen
P oduk ionsgebie en unkla blieben. Nu so is es beispielsweise e -
klä ba , daß ein so gu e Kenne wie Wal e Möllenbe g on eine
„E obe ung des Wel ma k es du ch das mans eldische Kup e " sp e-
chen konn e9 ode die egionalgeschich liche Li e a u Ti ols eindeu ig
den Schwe punk au die do ige Silbe p oduk ion leg , als ob das
Kup e do meh ode wenige die Rolle eines Nebenp oduk s ge-
spiel habe10. Diese Übe bewe ung lokale Aspek e üh e dann leich
dazu, den in den einzelnen Regionen zei weise dominie enden Kup e -
händle n o schnell eine Monopols ellung au dem Wel ma k zuzu-
sch eiben, wozu die zei genössischen Quellen mi ih em unp äzisen und
o agi a o isch benu z en Monopolbeg i noch bei ugen11.
Die Be echnung zehnjäh ige Du chschni e e olg e sowohl aus p ak-
ischen E wägungen als auch mi Rücksich au die Zielse zung dieses
Bei ags. Eine de aillie e jäh liche P oduk ionss a is ik hä e den Um-
ang eine Monog aphie e o de . Zwa wä en au diese Weise die o
be äch lichen jäh lichen Schwankungen in de egionalen E zeugung
deu lich gewo den, gleichzei ig wä e abe de lang is ige in e egio-
nale Ve gleich wenige kla zum Ausd uck gekommen. Um einen sol-
chen Ve gleich zu e möglichen, wa es schließlich auch no wendig, alle
P oduk ionsda en au me ische Zen ne (=50 Kilog amm) umzu-
echnen.
Was e gib sich nun aus dem o liegenden Zahlenma e ial? Zunächs
einmal i in Tab. 1 die üh ende Rolle de alpenländischen Kup e -
p oduk ion deu lich he o . Ih An eil an de e aß en Gesam e zeu-
gung lag mi Ausnahme on zwei Pe ioden s e s übe 40%, im lang-
is igen Mi el bei e wa 43 % und wies o z de sei de zwei en
9 Wal e Möllenbe g: Die E obe ung des Wel ma k es du ch das mans eldische
Kup e . Go ha 1911. — De s.: U kundenbuch zu Geschich e des mans eldischen
Saige handeis im 16. Jah hunde . Halle 1915.
10 Selbs die sons wohl bes e neue e Da s ellung on E ich Egg (Das Wi scha s-
wunde im silbe nen Schwaz. Wien 1958), die sich gleiche maßen du ch Fak en-
eich um und kla e Gliede ung auszeichne , leg eindeu ig das Schwe gewich au
die Silbe p oduk ion.
11 Dazu neue dings F i z Blaich: Die Reichsmonopolgese zgebung im Zei al e
Ka ls V. S u ga 1967. Bes. S. 21-24 und S. 107-117. — Vgl. auch Reinha d
Hildeb and : Wi scha sen wicklung und Konzen a ion im 16. Jah hunde . Sc ip a
Me ca u ae, 1970, H. 1, S. 25 - 50.
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 - 1619 5
Häl e des 16. Jah hunde s ückläu igen Ausbeu e ehe eine s eigende
als allende Tendenz au . Die E klä ung ü dieses zunächs übe a-
schende Phänomen is o allem da in zu sehen, daß neue bedeu ende
Kup e unde den allgemeinen P oduk ions ückgang s a k e langsam-
en. Wäh end im Schwaze Re ie be ei s in den 30e Jah en die P o-
duk ion e s mals spü ba abnahm12, schu en An ang de 40e Jah e
g oße Neuschü e bei Ki zbühel mi dem be ühm en Röh e bühel als
Mi elpunk da ü einen gewissen Ausgleich13. Spä e wiede hol e sich
diese Vo gang in abgeschwäch e Fo m du ch den zei weisen Au -
schwung des Be gbaus in de S eie ma k14.
Diese En wicklungen üh en dazu, daß die habsbu gischen Alpen-
lände as wäh end de ganzen Zei den g öß en An eil an de e -
aß en Gesam p oduk ion au b ach en. Eine wei e e Folge wa , daß
de An eil de Alpenlände die ela i ge ings en Schwankungen au -
wies. Die E schließung neue Lage s ä en e langsam e den Rückgang
de Kup e e zeugung, de im gesam en Zei aum do „nu " e wa
59% be ug (Obe unga n — 68%; Mans eld soga — 73%).
Ganz ande s e lie die En wicklung im Mans elde Be eich. De
do ige Kup e be gbau e leb e in den 20e und zu Beginn de 30e
Jah e des 16. Jah hunde s seinen Höhepunk . Nu in diesem Zei aum
übe a die do ige P oduk ion diejenige Obe unga ns, ohne abe je-
mals die Höhe de alpenländischen E zeugung zu e eichen. In de
Folgezei wa de Mans elde Be gbau gekennzeichne du ch einen kon-
s an en P oduk ions ückgang15. Nu dem Ums and, daß sich die E zeu-
12 Max . Isse : Schwaze Be gwe ksgeschich e. Be g- u. Hü enmännisches Jah -
buch de K. K. mon anis . Hochschulen zu Leoben u. P ib am, Bd. 52 (1904), S. 407
bis 478, und Bd. 53 (1905), S. 39-83. — Max . Wol s igl-Wol sk on: Ti ole E z-
be gbaue 1301 - 1665. Innsb uck 1903. S. 35. — Vo allem Egg: a.a.O., S. 24.
13 Eine um assende Geschich e des do igen Be gbaus ehl noch. Vgl. o läu ig
Wol s igl-Wol sk on: a.a.O., S. 172 - 236. — Fe ne Max . Isse : Bei ag zu Ge-
schich e des Röh e bühele Be gbaus, ös e . Zei sch i . Be g- u. Hü enwesen,
Bd. 31 (1883), S. 75 - 79, S. 90 - 94, S. 106 - 108, S. 148 - 150, S. 163 - 166, S. 176 - 180.
— Joseph . Senge : Das e lassene Be gwe k am Röh e Bühel. Bei äge z. Ge-
schich e, S a is ik, Na u kunde u. Kuns . Ti ol u. Vo a lbe g, Bd. 1 (1825), S. 247
bis 280. — Neue dings au schluß eich Hein ich Kunne : Nü nbe ge Mon anun e -
nehme in de S eie ma k. MVGN, Bd. 53 (1965), S. 229-254 mi aus üh lichen
Li e a u angaben.
14 Ka l A. Redlich: De Kup e be gbau Radme an de Hasel. Be g- u. Hü en-
männ. Jah buch de K. K. mon anis . Hochschulen zu Loeben u. P ib am, Bd. 53
(1905), S. 1-38. — Hein ich Kunne : Bei äge zu Geschich e des Be gbaus im
Be gge ich sbezi k Schladming in den Jah en 1304-1616. Wiene Diss. 1927. — De s.:
De Nü nbe ge Ra she Paul (II.) Behaim als s ei ische Gewe ke. De An-
schni , Bd. 14 (1962), S. 20-27. — Ma ian Wenge : Ein Bei ag zu S a is ik und
Geschich e des Be gbaube iebes in den ös e eichischen Alpenlände n im XVI. Jah -
hunde . Mon anis . Rundschau, Bd. 23 (1931), S. 225 - 232 und S. 239-250.
15 Vgl. die be ei s in Anm. 9 genann en Ve ö en lichungen on Möllenbe g so-
wie Wal e Mück: De Mans elde Kup e schie e be gbau in seine ech sgeschich -
lichen Bedeu ung. 2 Bde. Eisleben 1910, wobei besonde s Bd. 2 we olle Quellen
auch ü die K isenzei des do igen Be gbaus en häl . — Fe ne dazu auch Wal e
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6 Reinha d Hildeb and
gung auch in den ande en beiden Regionen e inge e, is es zuzu-
sch eiben, daß sich de An eil des Mans elde Kup e s o z de ela i
am s ä ks en ückläu igen Ausbeu e im lang is igen Du chschni au
e wa 25% de e aß en Gesam p oduk ion s abilisie e. Dami abe
nahm de Mans elde Be eich nu den d i en und le z en Pla z un e
den behandel en Regionen ein, on eine „E obe ung des Wel ma k-
es" kann also wohl kaum die Rede sein.
In e essan is die En wicklung in Obe unga n. Hie lassen sich die
s ä ks en Schwankungen beobach en, ü die sowohl wi scha sexo-
gene E eignisse als auch wi scha spoli ische En scheidungen maßgeb-
lich wa en16. Zu den e s genann en G ünden sind o allem die la en e
Tü kenge ah und die na ional-s ändepoli isch mo i ie en inne unga-
ischen Un uhen im behandel en Zei aum zu zählen. Sie beein luß en
zwa die wi scha spoli ischen En scheidungen de do dominie en-
den Augsbu ge Kau leu e, bilde en abe keineswegs de en einzige
G undlage. Mindes ens ebenso seh muß en die Handelsgesellscha en
die jeweilige P eis- und Absa zsi ua ion au dem in e na ionalen Kup-
e ma k , die En wicklung au dem Geld- und Kapi alma k und nich
zule z die eigene Kapi albasis s ändig be ücksich igen und danach ih e
Geschä spoli ik aus ich en.
So endie e beispielsweise An on Fugge im Gegensa z zu seinem
Onkel bis 1546 zu eine P oduk ionsd osselung in Obe unga n. Sei
dem Tode Jakob Fugge s wu de die Augsbu ge Fi ma in imme s ä -
ke em Maße selbs Gewe ke in Ti ol. Sie muß e also eine wachsende
Eigenp oduk ion au dem Ma k un e b ingen. Das ges al e e sich nun
Möllenbe g: K isis des Mans elde Kup e handels im 16. Jah hunde . Thü ing.-
sächs. Zei sch i . Geschich e, Bd. 6 (1916), S. 1-32. — Zum Ein luß de o aus
Nü nbe g s ammenden, abe zei weise in Leipzig seßha en Kup e händle au den
Mans elde Be gbau inden sich um ang eiche Angaben bei Ge ha d Fische : Aus zwei
Jah hunde en Leipzige Handelsgeschich e 1470 - 1650. Leipzig 1929. Bes. S. 33 - 42,
S. 135 - 159, S. 192 - 211 und S. 377 - 483. — Wesen liche neue E gebnisse, die sidi
mi de hie o geleg en Un e suchung wei gehend decken, b ing Ekkeha d Wes e -
mann: Das Eislebene Ga kup e und seine Bedeu ung ü den eu opäischen Kup e -
ma k on 1460 bis 1560. Köln, Wien 1971.
16 G undlegend ü die En wicklung des Kup e be gbaus in Obe unga n Joseph
Vlacho ic (Slo enskä med 16. a 17. s o oci. B a isla a 1964) mi we ollem s a-
is ischem Ma e ial, wenn auch die Geschä spoli ik de Augsbu ge Fi men nu am
Rande be ücksich ig we den konn e. — Von de äl e en Li e a u sind noch zu e -
wähnen F ied ich Dobel: De Fugge Be gbau und Handel in Unga n. Zei sch . d.
His . Ve . . Schwaben u. Neubu g, Bd. 6 (1879), S. 33-50. — Max Jansen: Jakob
Fugge de Reiche. Leipzig 1910. Bes. S. 156 - 158. — E ns Koch: Das Hü en- und
Hamme we k de Fugge zu Hohenki chen bei Geo gen hal in Thü ingen. Zei sch .
d. Thü ing. Ve . . Geschich e, Bd. 26 (1926), S. 285 -327 und Bd. 27 (1927), S. 1
bis 131. — Gö z . Pölni z: Jakob Fugge . 2 Bde. Tübingen 1949/1951. — Gün he
P obsz : De Neusohle „Kup e kau ". Vie eljah sch . . Sozial- u. Wi scha s-
gesch. (VSWG), Bd. 40 (1953), S. 289-326. Zu den Monog aphien übe einzelne
Augsbu ge Fi men gl. die olgenden Anme kungen.
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 - 1619 7
ge ade in den Jah en nach 1530 zunehmend schwie ige , weil de
Boom in Mans eld au die Wel ma k p eise d ück e. Die Folge wa en
auße o den lich hohe Lage bes ände de Fugge , o übe Jah e hin-
aus. Allein die An we pene Fugge ak o ei wies in ih e Ab echnung
pe 31. 8.1540 ca. 32 000 Zen ne Kup e als Lage bes and aus17. Daß
es sich dabei keineswegs um eine momen ane Absa zs ockung handel e,
beweisen die zähen Ve handlungen zwischen An on Fugge und seinem
schä s en Konku en en und Nach olge in Obe unga n, Ma häus I.
Manlich, die 1548 zu einem P eis- und Gebie ska ell üh en18.
Wie seh sich die In e essen diese beiden Ve handlungspa ne
(auch in ande en Be eichen) wide sp achen, zeig die wei e e En wick-
lung de obe unga ischen P oduk ion deu lich. Im Gegensa z zu seinem
Vo gänge bemüh e sich de wenige kapi als a ke Manlich um eine
E höhung de P oduk ion und dami um eine schnelle Ve g öße ung
seines Ma k an eils. Man da ihm soga mi ziemliche Siche hei Mo-
nopolisie ungspläne ü den Kup e ma k un e s ellen, wenn man sein
gleichzei iges e olg eiches Engagemen im Ti ole Be gbau19 und sein
alle dings im Ende ek am Wide s and Nü nbe ge In e essen en ge-
schei e es Eind ingen in den Mans elde Be eich im zei lichen Zusam-
menhang sieh 20.
Auch die Nach olge on Ma häus Manlich in Obe unga n, die Augs-
bu ge Gesellscha en Haug-Langnaue -Link (1560 -1563) und ab 1563
Melchio I. Manlich & Ab aham Ka zbeck, se z en diese Geschä spoli-
ik o 21.
17 S ad a chi (S A.) Augsbu g: Handelsbüche und Handelsak en No. 28, ol.
23 - 24.
18 Jakob S iede : S udien zu Geschich e kapi alis ische O ganisa ions o men.
2. Au l. München, Leipzig 1925. S. 489 - 502. — Gö z . Pölni z: An on Fugge .
Bd. 2/II. Tübingen 1967. S. 565 - 569.
19 1552/54 übe nahm Ma häus I. Manlich as die gesam en Be gwe ksan eile
de bekann en Ti ole Gewe ken amilie Tän zl. Sein Ve e Ch is oph Manlich e -
wa b gleichzei ig zusammen mi Hans D eiling die be äch lichen Be gbaube eili-
gungen de Familie S öckl (Egg: a.a.O., S. 24-25). — E was ungenau auch Senge :
a.a.O., S. 256 - 257.
20 Allein ü das Mans elde P ojek ha e e an seine do igen Vo gänge
300 000 Gulden ( l.) als Ablösungssumme zu zahlen. Fe ne muß e e Be iebsmi -
el ü die o de o ischen 3/5 in Höhe on 10 - 12 000 l. p. a. o s ecken. Da ü
soll e e knapp 50°/o de gesam en Mans elde P oduk ion 30 Jah e lang zu es en
P eisen gelie e bekommen. Daß dieses spekula i e Vo haben nu knapp d ei
Jah e lang e wi klich wu de, is p imä dem geheimen Zusammenspiel de g ä -
lichen Rä e Ma in Oben o und Wol Ro mi den Nü nbe ge Kau leu en F anz
S aub und Ma in P inzing zuzusch eiben ( gl. S A. Augsbu g: Handelsbüche und
Handelsak en No. 17-19 und No. 28, ol. 23-28. — Möllenbe g: U kundenbuch:
a.a.O., S. 422 -434, S. 457-459, S. 515 ., S. 534-536. — Ch is el Wa nemünde:
Augsbu ge Handel in den le z en Jah zehn en des 16. Jah hunde s und dem be-
ginnenden 17. Jah hunde . F eibu ge Diss. 1956. S. 118 - 126, S. 130 - 133).
21 Joseph Hä ung (Aus dem Geheimbuche eines deu schen Handelshauses im
16. Jah hunde . Zei sch . . Social- u. Wi scha sgesch., Bd. 6 (1898), S. 39 u.
S. 63) zeig das Eind ingen de Haug & Co. 1553 - 1555 in Ti ol und 1560 -1562 in
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8 Reinha d Hildeb and
Eine g undsä zliche Ände ung in diese Hinsich e olg e e s in den
70e Jah en im Zusammenhang mi de allgemeinen K ise au dem
Geld- und Kapi alma k . Wäh end iele Augsbu ge Gesellscha en in
diesen Jah en ih e Zahlungen eins ellen muß en22, die spanische K one
zum zwei en Male Bank o mach e und dennoch ü den K ieg in den
Niede landen den Geldma k gleichzei ig s a k beansp uch e23, e -
such e die Augsbu ge Gesellscha Wol I. Pale & Leonha d Weiß sei.
E ben, die obe unga ische Kup e p oduk ion meh schlech als ech in
Gang zu hal en. Da die landeshe liche Ve wal ung die no wendigen
Be iebsmi el nich au zub ingen e moch e, e p lich e e sich diese
Fi ma zu mona lichen Ve lagszahlungen, de en jäh liche Höhe e wa
doppel so hoch wa wie das Gesam e mögen Wol Pale s24. Gleich-
zei ig wa e abe auch Haup abnehme des landeshe lichen Kup e s
in Ti ol25, wobei die diesbezüglichen Lie e ungen seh wah scheinlich
nu gegen e hebliche Vo schußzahlungen e olg en. Wenn dazu noch
um ang eiche Da lehen an Maximilian II. kamen26, muß e die sowieso
ü de a ig wei eichende Un e nehmungen iel zu knappe Kapi al-
basis de Pale & Weiß e sagen, zumal de o enba o he eichlich
besch i ene Weg de F emd inanzie ung angesich s de K ise au dem
Geld- und Kapi alma k e schlossen wa .
Obe unga n deu lich. Melchio I. Manlich, bis 1563 selbs Teilhabe diese Fi ma,
übe nahm dann bis 1569 zusammen mi seinem Ne en Ab aham Ka zbeck den un-
ga ischen „Kup e kau ", wand e sich dann abe e s ä k dem Le an ehandel zu,
bis e 1574 allie e (Joseph Hagl: Die En wicklung des Augsbu ee G oßkapi als
on de Mi e des 16. Jah hunde s bis zum Beginn des D eißigjäh igen K ieges
1540 - 1618. Münchene Diss. 1924. S. 83 - 92 u. S. 146 - 152. — F ied ich Haßle : De
Ausgang de Augsbu ge Handelsgesellscha Da id Haug, Hans Langnaue und
Mi e wand e 1574 - 1606. Augsbu g 1928. — Wa nemünde: a.a.O., S. 71 - 88 und
S. 118-133).
22 Jakob S iede (De Zusammenb uch des süddeu schen und mi eleu opäischen
F ühkapi alismus. In: S iede : Das eiche Augsbu g, a.a.O., S. 46) zähl in Augsbu g
ü die Zei on 1556 bis 1584 insgesam 70 Fallimen e.
23 Vgl. die a ge Bed ängnis de Fugge in diese Zei , die eine sei s um ih e
spanischen Fo de ungen bang en, ande e sei s mi hohen Wechselk edi en de spa-
nischen K one hel en muß en (Kon ad Häble : Geschich e de Fugge schen Hand-
lung in Spanien. Weima 1897. S. 163 . — De s.: Die Finanzdek e e Philipps II.
und die Fugge . Deu sche Zei sch . . Geschich swiss., Bd. 11 (1894), S. 276-300. —
Eh enbe g: a.a.O., Bd. 2, S. 197-221).
2* F h . . Rehlingen-A chi München No. 241 (Nachlaß Wol Pale s). — Hagl:
a.a.O., S. 111.
25 Joseph M. Me zle : Zu Geschich e de Kup e hü e B ixlegg. In: 500 Jah e
B ixlegg 1463 - 1963. Innsb uck, B ixlegg 1963. S. 31. — Ludwig Scheue mann: Die
Fugge als Mon anindus ielle in Ti ol und Kä n en. München, Leipzig 1929. S. 181
u. S. 203.
26 So wa z. B. Wol Pale 1566 zusammen mi den Augsbu ge Meu ing an einem
Da lehen in Höhe on 60 000 l. be eilig , das 1574 nodi nich ge ilg wa (O o
Tho sch: Ma e ialien zu eine Geschich e de ös e eichischen S aa sschulden o dem
18. Jah hunde . G ei swald 1891. S. 49). Wol Pale ha e pe sönlich aus e schie-
denen Da lehensgeschä en 1569 on Maximilian II. as 280 000 l. zu o de n
(P obsz : a.a.O., S. 310-311).
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 - 1619 15
en, sonde n sich on de Wi scha ss uk u ih e S ad he o al-
lem au den Baumwollimpo zu konzen ie en ha en39.
Ge ade diese un e schiedliche Wi scha ss uk u b ach e abe ü
Augsbu g eine spü ba e O ien ie ung nach Süden mi sich40. Diese
Tendenz a nun im 15. Jah hunde mi dem wachsenden Geld-
beda de Habsbu ge He sche zusammen, de en we olls e Geld-
quelle de ge ade damals au blühende Be gbau wu de.
Die Nü nbe ge konzen ie en sich in de An angsphase da au , die
E zeugung de einzelnen P oduzen en, de Hü enmeis e in de G a -
scha Mans eld, zu e we ben, zum Teil un e K edi ie ung de no -
wendigen Be iebsmi el, um dann au eigenen Saige hü en die End-
s u e des P oduk ionsp ozesses o zunehmen. G undlage ü das Ein-
d ingen de Nü nbe ge Kau leu e in den Kup e be gbau bilde e also
jeweils ein p i a ech liche Lie e ungskon ak 41.
Die Augsbu ge gingen o enba on An ang an einen ande en Weg.
Es is siche nich zu ällig, daß die e s en Nach ich en om Eind ingen
Augsbu ge Kau leu e in den Ti ole Be gbau im Zusammenhang mi
Anleihen an den Landeshe n s ehen. 1456 gab die Gesellscha Lud-
wig Meu ing & Co. eine Anleihe in Höhe on 35 000 l. an He zog Si-
gismund on Ti ol. Zu Tilgung wu den die Kau leu e au die Ti ole
Silbe ausbeu e e wiesen. In e essan is in diesem Zusammenhang die
F age, au welche Weise die Gesellscha dieses Geschä inanzie e.
Das P i a e mögen alle Teilhabe dü e damals e wa 57 000 l. be-
agen haben. Ve anschlag man nun, daß da on 15% — was siche -
lich ehe zu nied ig als zu hoch geschä z is — aus Immobilienbesi z
bes and, und be ücksich ig man wei e , daß die Meu ing & Co. gleich-
zei ig noch um ang eiche ande e Geschä e be ieben und die genann e
Anleihe in meh jäh igen Ra en ge ilg we den soll e, so da ange-
nommen we den, daß dieses Handelshaus schon damals mi F emd-
39 S A. Augsbu g, S ad besch eibung 1619: 56% de gewe blich Tä igen (ohne
Diens leis ungsbe u e) wa en damals im Sek o Tex ilhe s ellung und -Ve a bei ung
einschließlich de abhängigen Hil sbe u e beschä ig . Nu 5 °/o wa en in de Me-
all e a bei ung ä ig. — Fü Nü nbe g gl. die ma e ial eiche S udie on Ingoma
Bog: Wachs umsp obleme de obe deu schen Wi scha 1540-1618. In: Lü ge (H sg.):
Wi scha liche u. soziale P obleme, a.a.O., bes. S. 66-89. — Ekkeha d Wies : Die En -
wicklung des Nü nbe ge Gewe bes zwischen 1648 und 1806. S u ga 1968. S. 16.
40 Zu Bedeu ung des Baumwollimpo s gl. Benedic G ei (H sg.): Das Tage-
buch des Lukas Rem. Augsbu g 1861. S. 1-3. — O o Reu he : Die En wicklung
de Augsbu ge Tex ilindus ie. Diessen, München 1915. S. 17. — Im Hanse aum
spiel en dagegen die Augsbu ge keine Rolle ( gl. Claus No dmann: Obe deu sch-
land und die deu sche Hanse. Weima 1939).
41 De a ige Lie e e äge beispielsweise bei Möllenbe g: U kundenbuch, a.a.O.,
S. 13 - 16 und S. 65 - 66. — Vgl. neue dings auch Joachim Ahlbo n: Die Familie
Landaue . Vom Male zum Mon anhe n. Nü nbe g 1969. Bes. S. 77 .
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16 Reinha d Hildeb and
mi ein ( es e zinslichen Deposi en, ku z is igen Wechselk edi en e c.)
a bei e e42.
Es kann nich Au gabe dieses Bei ags sein, Ku zbiog aphien de
einzelnen Fi men aneinande zu eihen. S a dessen sollen einige s uk-
u elle Un e schiede zwischen den Handelsgesellscha en beide S äd e
nähe un e such we den. Dabei is o allem die inanzielle Übe -
legenhei de Augsbu ge Kau leu e augen ällig. Wie indes diese Fi -
men die o e s aunlich hohen Summen au b ach en, die sie dann ü
Da lehensgeschä e und Be gbauin es i ionen nu z en, is bishe kaum
analysie wo den. Jakob S iede 43 und meh e e seine Schüle haben
zwa die o apide Ve mögensen wicklung de üh enden Augsbu ge
Kau leu e da ges ell und sie aus de Rein es i ion und Akkumula ion
on Gewinnen zu e klä en e such , abe diese These kann nich öl-
lig übe zeugen.
Zum einen haben auch die Augsbu ge Fe nhändle mindes ens
einen Teil ih e Gewinne nich ein es ie , sonde n in Immobilien-
besi z angeleg ; zum ande en gib es keine Anzeichen da ü , daß die
Nü nbe ge Kau leu e wenige geschä se ah en gewesen wä en ode
sich g undsä zlich mi bescheidene en Gewinnspannen begnüg hä en.
Vo allem abe e klä en S iede s E gebnisse nich die au ällige
Disk epanz zwischen dem Ve mögen de Augsbu ge Kau leu e und
dem Um ang ih e Geschä e. Die Ve mu ung lieg dahe nahe, daß die
Augsbu ge Gesellscha en ih e g oßen Geschä s o haben in e heb-
lichem Um ang du ch F emdmi el inanzie en, wobei de summen-
mäßige Gewinn o z de Sollzinsen g öße wa als de jenige, den die
Nü nbe ge Konku en en mi de bei ihnen o he schenden Eigen-
inanzie ung bei einem wesen lich kleine en Geschä sum ang e ziel-
en. Au diese Weise könn e dann auch die on Hä ung44 und S iede
da ges ell e Ve mögensakkumula ion in Augsbu g e klä we den,
doch gil es zunächs , diese Hypo hese am Beispiel einige üh ende
Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handels i men zu un e suchen.
42 Eh enbe g: a.a.O., Bd. 1, S. 187 . — Jakob S iede : Zu Genesis des mode -
nen Kapi alismus. 2. Au l. München, Leipzig 1935. S. 11 - 16, S. 94 -100, S. 181 .,
S. 220 . — Bei Wol s igl-Wol sk on (a.a.O., S. 32) dü e ein D uck ehle o -
liegen, wenn e diese Anleihe mi dem Jah 1465 da ie . Die sachlichen Zusam-
menhänge diese „E zkäu e" sind ihm o enba ech unkla geblieben.
43 Vo allem in seinem We k Jakob S iede : Zu Genesis des mode nen Kapi a-
lismus. Fo schungen zu En s ehung de g oßen bü ge lichen Kapi al e mögen am
Ausgang des Mi elal e s und zu Beginn de Neuzei , zunächs in Augsbu g. 2. Au l.
München, Leipzig 1935.
44 Joseph Hä ung: Die Augsbu ge Ve mögenss eue und die En wicklung de
Besi z e häl nisse im 16. Jah hunde . Schm. Jb. 19. Jg. (1895), S. 867 -883. —
De s.: Die di ek en S eue n und die Ve mögensen wicklung in Augsbu g on de
Mi e des 16. Jah hunde s bis zum 18. Jah hunde . Schm. Jb., 22. Jg. (1898),
S. 1255 -1297.
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 -1619 17
Fü die Fugge lieg ein um ang eiches Sch i um o 45. Alle dings
ehl den meis en Ve ö en lichungen eine nüch e ne wi scha liche
Analyse, die sich nich du ch noch so imposan e Buchgewinne blenden
läß . Wenn 1510 die Rückzahlung de Deposi en des Ka dinals Mel-
chio . B ixen dem Jakob Fugge so e hebliche Schwie igkei en be-
ei e e, so wi diese Ums and ein bezeichnendes Schlaglich sowohl
au die Bedeu ung solche F emdmi el ü die Gesellscha als auch
au de en Kapi als uk u 46. Die o genug zi ie en e s aunlichen Ge-
winne de e s en Jah zehn e dü en mindes ens eilweise da aus zu
e klä en sein, daß in diese Pe iode p ak isch keine Absch eibungen
in nennenswe em Um ang e olg en47. Das geschah eigen lich e s sei
1546 und dann in wachsendem Maße. Da abe du ch den on An ang
an gegebenen engen Kon ak zwischen dem Hause Habsbu g und den
Augsbu ge Fi men ein g oße Teil de Ak i a diese Gesellscha en
eben aus Fo de ungen an Kaise und Könige bes and, wä en üh-
zei ige e We be ich igungen bzw. Absch eibungen ealis ische ge-
wesen48. Wenn man mi Absch eibungen wa e e, bis die Haup schuld-
ne de Fi men in Mißk edi ge ie en, konn e leich jene Ke e on
Zahlungseins ellungen sei 1557 die Folge sein, die bezeichnende weise
in Nü nbe g keine Pa allele inde .
Ein eilweise noch wesen lich höhe e An eil de F emd inanzie ung
läß sich auch bei ande en Augsbu ge Fi men beobach en. Bei de
Haug-Langnaue -Link-Gesellscha , die ge ade im Kup e geschä jah -
zehn elang eine üh ende Rolle spiel e und in den Jah en 1560 -1562
soga übe 30
Vo
de hie e aß en Gesam p oduk ion in den Händen
ha e, nahm das „ emde Kapi al ... on de Beg ündung des Hauses
an in e heblichem Um ang an seinen Un e nehmungen eil". Die Fi -
menlei ung e inge e soga bei güns ige Lage au dem Geld- und
Kapi alma k das gewinnbe ech ig e S ammkapi al, um au diese Weise
au das Res kapi al besonde s hohe Gewinne ausschü en zu können49.
« Vo allem Gö z . Pölni z (Jakob Fugge . 2 Bde. Tübingen 1949/1951. — An-
on Fugge . Bd. 1, Bd. 2/1 u. II. Tübingen 1958/1963/1967) ha in jah zehn elan-
ge A bei nich nu ein um assendes Quellenma e ial e schlossen, sonde n auch
as die gesam e Fugge -Li e a u in den Anme kungen ausgewe e , so daß in die-
se Hinsich au diese beiden We ke e wiesen we den kann.
46 Wich ig in diesem Zusammenhang is o allem de Hinweis, daß diese Da -
lehen wesen lich das Eind ingen de Fugge in den obe unga ischen Be gbau e s
e möglich en (Gö z . Pölni z: Jakob Fugge und de S ei um den Nachlaß des
Ka dinals Melchio . B ixen. Quellen u. Fo schungen aus i alienischen A chi en,
Bd. 30 (1940), S. 223-294).
47 Vgl. Jakob S iede : Die In en u de Fi ma Fugge aus dem Jah e 1527. Tü-
bingen 1905. — Gö z . Pölni z: Die Fugge sche Gene al echnung on 1563. Kyklos,
Bd. 20 (1967), S. 355-370.
48 Zu diese P oblema ik Reinha d Hildeb and : Die „Geo g Fugge ischen E -
ben" — Kau männische Tä igkei und soziale S a us 1555 - 1600. Be lin 1966.
S. 51 - 57.
49 Hä ung: a.a.O., S. 70 - 77.
2 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 92,1
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18 Reinha d Hildeb and
Neben de jeweiligen Si ua ion au dem Geld- und Kapi alma k be-
ein luß e selbs e s ändlich auch de Um ang de ans ehenden Ge-
schä s o haben das Ve häl nis zwischen Eigen- und F emdmi eln.
„De Beda an emdem Kapi al s ieg und sank im allgemeinen, je
nachdem die Gesellscha Finanz- und Be gwe ksun e nehmungen in
wei e em ode enge em Um ange be ieb50." Ge ade in den 50e Jah-
en, in denen sich die Fi ma besonde s s a k am Kup e geschä be-
eilig e, mach e das gewinnbe ech ig e S ammkapi al du chschni lich
knapp 22% de gesam en Be iebsmi el aus. Gleichzei ig wu de ein
Ne ogewinn on du chschni lich 18% p.a. e ziel 51.
Die He anziehung so bedeu ende F emdmi el bo also du chaus die
Möglichkei eine schnellen Ve mögensakkumula ion, da mindes ens
bei diese Fi ma die Rein es i ion de Gewinne nich die Regel, son-
de n ehe die Ausnahme gewesen zu sein schein 52. Gleichzei ig b ach e
eine F emd inanzie ung in einem de a igen Ausmaß abe auch e heb-
liche Risiken mi sich, so o allem eine s a ke Abhängigkei on de
wechselha en Lage au dem Geld- und Kapi alma k , die on de ein-
zelnen Fi ma nu in ge ingem Um ang beein luß we den konn e.
Auch die B üde Hans Paul He wa und Hans Hein ich He wa ,
die eben alls ü länge e Zei am Kup e handel eilnahmen, dü en in
e heblichem Um ang mi F emdmi eln gea bei e haben. Sie e -
s eue en 1548 zusammen ein Ve mögen, das zwischen 96 000 und
48 000 l. lag. Dennoch konn en sie Fe dinand I. 1547 ein Da lehen
on 100 000 l. zu 8% gewäh en, gleichzei ig die Übe nahme de
Quecksilbe p oduk ion on Id ia ü die Jah e 1548 -1555 im Ge-
sam we on 140 000 l. zusiche n, Hans Paul He wa ü sich allein
noch mi eine Un e be eiligung bei Ma häus I. Manlich 1548 am
obe unga ischen „Kup e kau " pa izipie en und 1547 die e wa 10%
de P oduk ion am Ti ole Falkens ein um assenden Be gwe ksan eile
seines Ve e s Ch is oph He wa und dessen Pa ne Hans Pimmel
übe nehmen. Bezeichnende weise muß e e diese An eile in de K e-
di k ise on 1557 e kau en. Sie bilde en den G unds ein ü den lan-
deshe lichen Be g- und Schmelzwe kshandel („Fak o handel") in
Ti ol53.
50 Hä ung: a.a.O., S. 79.
51 Hä ung: a.a.O., S. 67 (Tab. V) und S. 76 (Tab. VI): Lang is ig e ziel e die
Gesellscha in den Jah en 1531 - 1533/1541 - 1561 einen Ne ogewinn on knapp
18% p.a. au das jeweils oll gewinnbe ech ig e S ammkapi al.
52 Hä ung: a.a.O., S. 55 .: Teilweise nahmen die Teilhabe soga An izipa ionen
au die zu e wa enden Gewinne o , da eine „Gene al echnung" meis ens nu alle
zwei Jah e e olg e.
53 Hagl: a.a.O., S. 59 - 62 und S. 149. — Tho sch: a.a.O., S. 28 und S. 59. — Egg:
a.a.O., S. 24 - 25. — E ns Geis: Die En wicklung de kapi alis ischen O ganisa ions-
o men im deu schen E zbe gbau im Ausgang des Mi elal e s und zu Beginn de
Neuzei . München 1925. S. 30. — Scheue mann: a.a.O., S. 133. — S iede : Kapi a-
lis ische O ganisa ions o men, a.a.O., S. 317 .
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 -1619 19
Und ein le z es Beispiel mag — weil es ü den Kup e handel wich-
ig is — noch olgen: Wol I. Pale und sein gleichnamige Sohn. Übe
die Geschä s ä igkei diese beiden Kau leu e sind bishe nu B uch-
s ücke bekann gewo den54. Und doch gehö en sie in de zwei en
Häl e des 16. Jah hunde s und zu Beginn des 17. Jah hunde s zu
den bedeu ends en Kup e händle n de damaligen Zei .
1569 übe nahm Wol I. Pale zusammen mi den E ben des Augs-
bu ge Kau manns Leonha d Weiß ( 1547) den Neusohle „Kup e -
kau ", wobei 120 000 l. p.a. als Be iebsmi el o zuschießen wa en.
Gleichzei ig ha e e pe sönlich om Kaise aus ühe en Da lehens-
geschä en as 280 000 l. zu o de n. Gemeinsam mi den E ben on
Leonha d Weiß s anden wei e e 167 543 l. bei Maximilian II. o en55.
Be ücksich ig man e ne , daß e wa 18 Mona e e gingen, ehe de
e s e Zen ne Kup e zu Geld gemach we den konn e, so e höh sich
de Be iebsmi el o schuß um wei e e 60 000 l. Insgesam ha en die
Geschä spa ne also inanziell Leis ungen in Höhe on 627 543 l. e -
b ach , ehe sie au die e s en E löse aus dem Kup e e kau ho en
konn en56. Diese Summe s and ein echne isches Maximal e mögen
alle Teilhabe on und 390 000 l. gegenübe , das in Wi klichkei
abe kaum halb so g oß gewesen sein dü e57.
Un e diesen Ums änden is es nich e wunde lich, daß die Gesell-
scha Pale & Weiß in den k isen eichen 70e Jah en des 16. Jah -
hunde s die no wendigen Be iebsmi el o schüsse nu seh un egel-
mäßig leis en konn e und dadu ch de obe unga ische Be gbau zei -
weilig as zum E liegen kam58.
54 1549 gewäh e e zusammen mi Kon ad He bs an Fe dinand I. ein Da lehen
on 48 000 l. (Geis: a.a.O., S. 30. — Hagl: a.a.O., S. 112). Ob die aus den olgen-
den Jah en übe lie e en Fo de ungen als Zwischenab echnungen übe dieses Da -
lehen anzusehen sind, muß o en bleiben ( gl. Tho sch: a.a.O., S. 41 ., S. 44 und
S. 49, au den sich Hagl: a.a.O., S. 112, s ü z ). — 1561 nahm Wol Pale bei den
E ben on Geo g Hö mann 2 200 l. zu 7
%>
au (S A. Augsbu g: Hö mann-A ch.
XVI/3 ol. 20).
55 P obsz : a.a.O., S. 308 - 309. — Vlacho ic: a.a.O., S. 117.
56 Nich sel en e olg en Kup e e käu e au dem Wel ma k mi sechsmona igen
Zahlungs is en. Hinzu kamen noch die Wi e ungsein lüsse, die einen Ve sand de
P oduk ion nu zu bes imm en Jah eszei en e laub en ( gl. Pölni z: An on Fugge ,
Bd. 2/II, a.a.O., S. 239, S. 300 und S. 313).
57 Wol I. Pale s eue e 1568: 510 l.; Da id Weiß 1570: 100 l. und sein B ude
Leonha d Weiß d. J: 140 l. Selbs wenn man annimm , daß das Ve mögen de Mu -
e de Geb . Weiß, die 1568 noch selbs ändig s eue e (224 l.) und 1569 s a b, noch
nich e eil wa , sonde n in de Fi ma, die ja eine E bengemeinscha wa , ange-
leg wa , so e gib sich eine Gesam s eue summe on 974 l. Nimm man nun an, daß
nu 10°/o om Gesam e mögen alle Teilhabe aus „liegende Habe" bes and (die
mi 0,25% e s eue wu de gegenübe 0,5 °/o ü Ba e mögen), so e gib sich ü
alle Teilhabe ein Immobilienbesi z on e wa 18 500 l. und ein Ba e mögen on
und 185 000 l., siche lich eine ehe zu hohe als zu nied ige Schä zung ( gl. Hagl:
a.a.O., S. 111 und 142).
58 Zu K ise au dem damaligen Geld- und Kapi alma k gl. die in Anm. 20 ge-
nann e Li e a u . Die Auswi kungen au den obe unga ischen Be gbau schilde ein-
2*
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20 Reinha d Hildeb and
Daß Wol Pale in jene Zei e hebliche Ve lus e hinnehmen muß e,
e gib sich aus de En wicklung seine Ve mögenss eue , die on 1568
bis 1575 um 41 % sank und dann bis zu seinem Tode (1582) kons an
blieb59.
Um un e den gegebenen Ums änden de a ige Ve lus e übe haup
übe s ehen zu können, wa eine g undsä zliche Ände ung de bishe-
igen Geschä spoli ik no wendig: Du ch Un e be eiligungen e such e
Wol I. Pale , seine Kapi alschwäche auszugleichen, muß e da ü abe
auch einen en sp echend ge inge en Gewinnan eil in Kau nehmen,
wodu ch es ihm wiede um nich möglich wa , die en s andenen Ve -
mögens e lus e auszugleichen60. Die gleichen G ünde üh en dann
spä e 1587 zu Be eiligung on Ba holomäus Cas ell am Neusohle
„Kup e kau "61.
Gleichzei ig bemüh e sich Wol Pale um eine Risiko e eilung. Nach-
dem e ü seine Be eiligung am unga ischen Kup e be gbau du ch die
e wähn en Un e be eiligungen neue Kapi alquellen e schlossen ha e,
gelang es ihm, mi einem Teil seines es lichen P i a e mögens spä-
es ens sei 1581 „eine A Monopol au den Bezug des landeshe -
lichen Kup e s" in Ti ol bis ins 17. Jah hunde hinein zu e ingen62.
Diese aus eine No lage gebo ene Geschä spoli ik behiel Wol Pa-
le s gleichnamige Sohn auch bei, als sich die Lage au dem Geld- und
Kapi alma k wiede no malisie ha e und die s eigende Nach age
nach Kup e an egend au die P oduk ion in Obe unga n wi k e. E -
hebliche P eiss eige ungen au dem in e na ionalen Kup e ma k e -
möglich en Wol II. Pale und seinen Geschä spa ne n übe du ch-
schni lich hohe Gewinne, weil die in de Dep ession e einba en
Ve echnungsp eise ab P oduk ionsgebie bis 1603 un e ände blie-
d inglich
Vlacho ic:
a.a.O., S. 116 . — Vgl. auch Jose
Kallb unne :
Hans S ein-
be ge . VSWG., Bd. 27 (1934), bes. S. 17 .
59 Bei gleichbleibendem Hebesa z zahl e e 1568: 510 l. Ve mögenss eue , 1575
abe nu noch 300 l.
(Hagl:
a.a.O., S. III). Die le z e e Summe en sp ich auch sei-
nem Nachlaß, de 1582 aus 18 000 l. liegende und knapp 51 000 l. ah ende Habe
bes and (Rehlingen-A chi No. 241). Ve lus e dü e die Fi ma Pale & Weiß 1574
auch du ch den Bank o on Melchio Manlich e li en haben, on dem die Fi ma
in Lyon 27 892 l. „umb kup e " zu o de n ha e (S A Augsbu g: Falli enak en;
S A. Kons anz Fase. 50/11/24).
60 Rehlingen-A chi No. 241: Spä es ens sei 1578 ha e e seinen Ve e F anz
Wagne mi 33V3°/o und ab 1581 soga mi 50
"Vo
als Un e be eilig en au genommen.
Übe die Wagne , die in Augsbu g zunächs de Kau leu es ube angehö en, is bis-
he kaum e was bekann (IHK Augsbu g No. 53 ol. 44).
01
Vlacho ic:
a.a.O., S. 147. —
P obsz :
a.a.O., S. 318.
62 Scheue mann:
a.a.O., S. 255 -259 und S. 310 .; o he wa en die Geb . Mel-
chio und Ma häus Hainho e (Augsbu g) in diesem Be eich üh end gewesen. Die-
ses Geschä dü e besonde s lohnend gewesen sein, weil es sich um eine Lie e -
e äge handel e und die be e enden Kau leu e dahe mi de isiko eichen und
in es i ionsin ensi en P oduk ion unmi elba nich s zu un ha en
(Scheue mann:
a.a.O., S. 181 und S. 201 -203. —
Me zle :
a.a.O., S. 31).
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 -1619 21
ben63. T o z diese güns igen En wicklung blieb Wol II. Pale dabei,
seine Un e nehmungen zum g oßen Teil du ch ku z- und mi el is ige
K edi e zu inanzie en. Die dabei e ziel en Gewinne en zog e g öß en-
eils de Gesellscha und leg e das Geld o allem in G undbesi z an.
Tabelle 3
Da lehensau nahmen on Wol II. Pale 1600 -1608*)
(in l.)
Jah Ges. Summe 4 % 5 °/o
Zinssa z
6 °/o 7
%>
8
°/o
1600 21 400 17 100 300 4 000
1601 37 832 13 732 3 000 8 000 13 500
1602 19 600 5100 1000 2 500 11000
1603 36 930 28 330 4 000 4 600
1604 29 449 14 000 11849 3 600
1605 54 469 46 469 8 000
1606 5 000 5 000
1607 14 000 14 000
1608 31 900 10 000 8 300 3 600 10 000
Sa. 250 580 10 000 152 031 31 749 28100 28 700
a) Zusammenges ell aus Rehlingen-A chi No. 323 und No. 352. Ob die Übe lie-
e ung olls ändig is , muß o en bleiben. Alle Da lehen wu den in Augsbu g bzw.
bei Augsbu ge Kau leu en au genommen.
Wie Tab. 3 zeig , nahm Wol II. Pale in ach Jah en und 250 000 l.
als Da lehen au , de en Kündigungs is o mal übe wiegend sechs Mo-
na e be ug, die abe zu übe 80% als mi el is ige K edi e anzu-
sehen sind, da sie imme wiede p olongie wu den und ih e Rück-
zahlung a sächlich e s nach ün bis zehn Jah en e olg e, wie die
Tilgungs e me ke au de Rücksei e de Schuld i el zeigen. Abe auch
ku z is ige Wechselk edi e nahm de junge Wol Pale in ausgedehn-
em Maße in Ansp uch, wenn es die Si ua ion au dem Geld- und Ka-
pi alma k e o de e, wie beispielsweise in den Jah en 1609 -161164.
«3 Vlacho ic: a.a.O., S. 159 . — P obsz : a.a.O., S. 322 . — Kallb unne : a.a.O.,
S. 20
-
22.
64 Schon im Somme 1607 klag e Wol Pale wiede hol , daß mi el is ige K edi e
knapp und übe du chschni lich eue seien (Rehlingen-A chi No. 342: B ie e an
Ma x Kon ad .Rehlingen 15. 6./23. 6./11. 7./20. 7.1607).
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22 Reinha d Hildeb and
Tabelle 4
Wechsclk edi e on Wol II. Pale 1609 - 1611a)
Jah Summe ( l.) Remi en Zahl
de Wechsel
1609 10 000 Elias Bai d. Ä. 1
1610 3 000 Ma in Ba ne h d. Ä. 1
17 500 H. Ös e eiche sei. E ben 7
7 000 Elias Bai d. Ä. 1
1611 27 500 H. Ös e eiche sei. E ben 11
10 083 Elias Bai d. Ä. 3
1000 Hie onymus Ha e 1
76 083 25
a) Rehlingen-A chi No. 342: F aglich is auch hie die Volls ändigkei de Übe -
lie e ung. In allen Fällen wa Laza us Henckel de Wechselauss elle und Wol
Pale de Bezogene. Die Wechsel wa en meis ens zwei bis sechs Mona e nach Sich
ällig und wu den nich p olongie . Indossie ungs e me ke ehlen.
Die sachliche G undlage diese Wechselgeschä e bes and da in, daß
Wol Pale in diese Zei Schwie igkei en ha e, die benö ig en Gelde
als mi el is ige K edi e zu güns igem Zins uß au zub ingen. Da e
abe den Ve ieb de obe unga ischen P oduk ion beso g e, gingen
bei ihm auch die dabei e ziel en E löse ein, alle dings in un egelmäßi-
gen Abs änden. Die ü die Be gwe ke bes imm en Be iebsmi el o -
schüsse wa en abe in es en mona lichen Ra en zu en ich en. Um die
au diese Weise au e ende zei lich beg enz e Finanzie ungslücke zu
übe b ücken, nahm Laza us Henckel . Donne sma ck65, sei 1603 an-
s elle de Familie Weiß Pa ne on Wol Pale im Neusohle „Kup-
e kau ", in Wien Wechselk edi e au , um ü Wol Pale im Rahmen
des Kup e handels die e einba en Zahlungen pünk lich leis en zu
können. Du ch die Einlösung de Wechsel e s a e e Wol Pale dann
die ü ihn e auslag en Be äge.
Hinsich lich de Wechsel emi en en is die ege Be eiligung de
Augsbu ge Fi ma „Hans Oes e eiche sei. E ben" beme kenswe ,
weil diese Gesellscha in e heblichem Um ang den Viehimpo aus
Os eu opa nach Augsbu g inanzie e und auch Wol Pale sich da-
65 Zu diesem bedeu enden Kau mann und Bankie gl. Jose Kallb unne : Laza-
us Henckel . Donne sma ck. VSWG, Bd. 24 (1931), S. 142 -156.
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 -1619 23
mals am Viehhandel o enba be eilig e66. De ande e wich ige Wech-
selpa ne , Elias Bai d. Ä., leb e als kaise liche und königliche „Die-
ne " und Ra she zu Wien, e wa b 1614 das Augsbu ge Bü ge ech ,
nachdem e do schon sei einem Jah zehn die „geding e S eue " en -
ich e und sein gleichnamige Sohn eine Augsbu ge in gehei a e
ha e67.
Zusammen assend läß sich sagen, daß Wol II. Pale die Geschä s-
poli ik aus den le z en Lebensjah en seines Va e s konsequen o -
se z e. Ih e Me kmale wa en Risiko e eilung und eine hohe und kon-
inuie liche F emd inanzie ung68. Wäh end abe de Va e diese Ge-
schä spoli ik in eine K isensi ua ion einschlug, um geschä lich zu
übe leben, benu z e sein Sohn die F emd inanzie ung zu eine Ände-
ung seine Ve mögenszusammense zung und zu Ve mögenssiche ung.
Die e wähn en übe du chschni lich hohen Gewinne aus dem Kup e -
handel, besonde s im le z en Jah zehn des 16. Jah hunde s, ließen
o z de du ch die F emdmi el e u sach en Zinsbelas ungen noch
eine be äch liche Ve mögensakkumula ion zu, wobei Wol II. Pale
seine Gewinne nich ein es ie e, sonde n übe wiegend in Immo-
bilienbesi z anleg e.
Die E bscha seines Va e s bes and zu 26% aus „liegende " und zu
74% aus „ ah ende Habe"69. 1597 lau e e die Ve mögenszusammen-
se zung seines Sohnes be ei s 45,3 % Immobilien und 54,7% mobile
Besi z70. 1604 ha e sich dieses Ve häl nis be ei s umgekeh , und die
„liegende Habe" belie sich mi 90 000 l. au 56% des Ve mögens,
wäh end de An eil des mobilen Besi zes mi 71000 l. au 44% zu-
ückgegangen wa 71.
66 Robe Poppe: Die Augsbu ge Handelsgesellscha Oes e eiche (1590-1618).
Augsbu g 1928. S. 59 - 61. — Die mindes ens o übe gehende Teilnahme Wol Pa-
le s am Viehhandel e gib sich aus seine Weisung . 9. 9. 1609 (Rehlingen-A chi
No. 342) an seinen Schwiege sohn Ma x Kon ad . Rehlingen, den „Ochseneinkau "
o zuse zen.
67 Elias Bai d. Ä., e en uell aus Obe deu schland gebü ig, wa mi Laza us
Henckel . Donne sma ck e wand und e wa b am 2.12. 1614 das Augsbu ge Bü -
ge ech . (Rehlingen-A chi No. 402/24.12.1608). 1604-1611 zahl e e jeweils 20 l.
„geding e S eue ", 1618 als Bü ge abe 60 l. Ve mögenss eue , was einem Ve mö-
gen zwischen 12 000 - 24 000 l. en sp ach (S A. Augsbu g: Bü ge buch Bd. 2, ol. 27;
S eue büche 1604 ol. 99 d; 1611 ol. 102 a; 1618 ol. 100 a). Sein Sohn hei a e e
1602 Rosina K euze (Albe Haemme le: Die Hochzei sbüche de Augsbu ge Bü -
ge s ube und Kau leu es ube bis zum Ende de Reichs eihei . München 1936. S. 135).
68 Wol II. Pale behiel sowohl die Ti ole Kup e käu e als auch seine Be eili-
gung am sächsischen Zinnbe gbau bis ins 17. Jah hunde bei ( gl. Anm. 28 und 62).
Rehlingen-A chi No. 241.
70 Wäh end Wol Pale d. Ä. 1582 nu 300 l. s eue e, bezahl e sein Sohn 1590
be ei s 398 l.; 1597 un e s eue eiem Abzug on 22 800 l. agliche Fo de ungen
soga 452 l. und 1604 einschließlich eine E bscha 580 l. (S A. Augsbu g, S eue -
buch 1597 ol. 90 c. — Hagl: a.a.O., S. 111 und S. 114.)
71 S A. Augsbu g, S eue buch 1604 ol. 89 a.
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24 Reinha d Hildeb and
Aus den genann en Beispielen läß sich dahe de Schluß ziehen, daß
die Augsbu ge Kau leu e wäh end des ganzen Zei aumes die Mög-
lichkei en des damals en s ehenden Geld- und Kapi alma k es ex ensi
nu z en, und zwa aus un e schiedlichen Mo i en. Ge ade deshalb kann
de hohe An eil de F emd inanzie ung wohl als ein S uk u me kmal
de üh enden Augsbu ge Gesellscha en bezeichne we den. Zugleich
e gib sich da aus auch eine E klä ung ü die schon on Zei genossen
bewunde nd und neid oll es ges ell e, abe kaum sachlich zu e end
in e p e ie e Finanzk a diese Fi men.
Was läß sich nun in diesem Zusammenhang übe die üh enden
Nü nbe ge Kup e händle sagen? Hie i das ein, was eingangs
be ei s hinsich lich de un e schiedlichen Quellenlage angedeu e
wu de: Es is kaum möglich, die Ve mögen ode das Kapi al de Nü n-
be ge Kau leu e in diese Zei summenmäßig einige maßen exak zu
e assen. Auße dem wi d jede Be ach ung de Nü nbe ge Si ua ion
noch dadu ch e schwe , daß es do im Gegensa z zu Augsbu g ein be-
deu endes Pla zgeschä gab, wodu ch sich de K eis de Nü nbe ge
Kup e händle wesen lich e wei e e, ohne daß eine adäqua e Quellen-
basis zu Ve ügung s ände und eine kla e Abg enzung gegenübe den
am Pla zgeschä zahl eich be eilig en Zwischenhändle n imme mög-
lich wä e72. Die Besch änkung au einige besonde s bedeu ende Nü n-
be ge Kup e händle e schein dahe no wendig.
Den geog aphischen Schwe punk ih e Tä igkei bilde e zwei els-
ohne die G a scha Mans eld. In den e s en d ei Jah zehn en des
16. Jah hunde s dominie en die Nü nbe ge Kau leu e do eindeu-
ig. Fün de sechs Saige hü en- und Handelsgesellscha en s anden
un e ih e Vo he scha . Nu die Lude s äd e Gesellscha schein
damals du ch Leipzige Kapi al inanzie wo den zu sein.
Be ach e man die dabei on Nü nbe ge Sei e au geb ach en und
in es ie en Be äge, so da ü diese e s e Pe iode gene ell gesag
we den: Die Summen wa en nich so hoch, daß sie das Ve mögen de
Be eilig en übe sch i en hä en. Ma häus Landaue hin e ließ 1515
mindes ens eine Ne oe bscha on 31 514 l.; da on ha e e nu e -
was meh als die Häl e im Be gbau angeleg , den Res abe zum
g oßen Teil in Haus- und G undbesi z ode zinsb ingenden „Ewig-
gelde n"73. Ähnliches dü e auch ü die B üde Sigmund und Ch i-
s oph Fü e gel en, die 1502 mi zusammen 7 000 l. die g öß en Teil-
habe de A ns äd e Gesellscha wa en, ohne daß diese Summe je-
doch das Maximum ih es Ve mögens da ges ell haben dü e, selbs
wenn man be ücksich ig , daß Sigmund Fü e ü sich allein noch an
72 Eine Lis e on Kunden de g oßen Nü nbe ge Kup e händle bei Möllenbe g:
U kundenbuch, a.a.O., S. 445 - 446.
73 Ahlho n: a.a.O., S. 93 .
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Augsbu ge und Nü nbe ge Kup e handel 1500 -1610 31
iele Kau leu e, die dann als Augsbu ge Bü ge au s iegen und un-
e gingen, die g oße Anziehungsk a de S ad in jene Zei . Das
Schicksal iele diese Zuwande e beweis , daß es ge ade die Ta k ä -
igs en und Wagemu igs en wa en, die besonde s aus Gebie en, de en
Wi scha s agnie e, nach Augsbu g kamen und sich in de neuen Um-
gebung empo a bei en muß en. Be ücksich ig man e ne noch, daß
diese Pe soneng uppe die Wi scha s- und Sozials uk u de S ad
wesen lich mi p äg e, so wi d die insgesam hohe Risikobe ei scha de
Augsbu ge Kau mannscha e s ändlich. Die konk e e Bedeu ung die-
ses Zus oms an „human capi al" ü die wi scha liche En wicklung
de S ad läß sich o e s kaum einige maßen exak beu eilen, kann
abe wohl kaum hoch genug bewe e we den.
Summa y
Coppe T ade in Augsbu g and Nü nbe g 1500 -1619
The pape deals wi h he Eu opean coppe ma ke in he 16 h and 17 h cen u y.
The au ho s a s wi h a p esen a ion o p oduc ion da a on a 10 yea s a e age o
he h ee main mining cen e s Aus ia, Hunga y, and Thu ingia. The supe io i y
o he me chan s in Augsbu g was mainly based on ad anced inancing me hods
including he ex ensi e use o sho - e m ou side capi al o long- e m in es men s.
This haza dous business policy called o la ge u no e a es and o e ed a good
chance o a quick o ma ion o p i a e weal h, bu o en led o bank up cy. The
esul was a pe manen and compa a i ely high a e o social mobili y in he ci y
o Augsbu g.
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