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Studiengang Gebärdensprachdolmetschen Bachelorarbeit Gehörlose Studierende in der Deutschen Schweiz Erwartungen an die Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Dozierenden und Gebärdensprachdolmetschenden Eingereicht von: Céline Greising Begleitperson: lic. phil. Heidi Stocker Zweite Fachperson: Irina Davatz, M.A. Datum der Abgabe: 28.03.2025
Abstract 2 Abstract Vielen gehörlosen Studierenden werden Unterrichtsinhalte in verdolmetschter Form präsentiert. Eine funktionierende Zusammenarbeit mit den Gebärdensprachdolmetschenden und Dozierenden ist daher für eine gelingende und gewinnbringende Kommunikation zentral. Die Perspektive gehörloser Studierenden auf diese Zusammenarbeit wurde in der Deutschen Schweiz bisher nicht erforscht. Diese Arbeit geht der Frage nach, wie gehörlose Studierende diese Zusammenarbeit einschätzen und was sie von ihr erwarten. Anhand von qualitativen Interviews wurden verschiedene Aspekte dieser Triade beleuchtet. Vier Personen haben an der Studie teilgenommen. Sie haben entweder eine Ausbildung im höheren Bildungsbereich abgeschlossen haben oder befinden sich noch in einer solchen. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die Zusammenarbeit in der Triade in verschiedenen Bereichen herausfordern ist. Dozierende reagieren auf gehörlose Studierende und die Anwesenheit von Gebärdensprachdolmetschenden oft mit Unsicherheit, Gebärdensprachdolmetschende verfügen oft nicht über die erforderliche Fachkompetenz in dem spezifischen Ausbildungsgebiet. Die Studierenden formulieren klare Erwartungen an die Zusammenarbeit in dieser Triade. Diese müssen mit gezielten Massnahmen umgesetzt werden können, damit die Barrieren für gehörlose Menschen in höheren Ausbildungen weiter abgebaut werden können.
Danksagungen 3 Danksagungen Diese Arbeit wäre ohne Unterstützung nicht möglich gewesen. Deshalb möchte ich folgenden Personen meinen gebührenden Dank aussprechen: • Heidi Stocker, meine Dozentin und Mentorin, die mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. • Meinen Interviewpartner*innen, ohne die diese Arbeit nicht möglich gewesen wäre. • Tamara Bangerter, für den grossartigen Grundstein zur Erforschung des Gebärdensprachdolmetschens im höheren Bildungsbereich. • Meinen Korrekturleserinnen Laura, Jana, Edina, Linda und meinen Mitstudierenden, die mir wertvolle Tipps und Hinweise gaben. • Last but not least meinem lieben Mann Max, der mir stets den Rücken freihielt und immer an mich glaubte.
Inhaltsverzeichnis 4 Inhaltsverzeichnis ABSTRACT 2 DANKSAGUNGEN 3 INHALTSVERZEICHNIS 4 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 5 1. EINLEITUNG 6 1.1 ÜBERBLICK UND MOTIVATION 6 DAS GEBÄRDENSPRACHDOLMETSCHEN IN DER HÖHEREN AUSBILDUNG IST EINE INTERESSANTE UND HERAUSFORDERNDE ARBEIT. DAS THEMA FASZINIERT MICH PERSÖNLICH AUS MEHREREN GRÜNDEN: ZUM EINEN WAR ICH DEN GROSSTEIL MEINES LEBENS SCHÜLERIN ODER STUDENTIN UND ZUM ANDEREN GING ICH IMMER GERNE ZUR SCHULE. DORT HÖRTE ICH DEN LEHRPERSONEN (MEHRHEITLICH) INTERESSIERT ZU UND WIRKTE IM UNTERRICHT GERNE MIT. DIES KONNTE ICH OHNE KOMMUNIKATIONSBARRIERE TUN. 6 1.2 AUFBAU DER ARBEIT 7 2. THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN UND FORSCHUNGSSTAND 8 2.1 ZAHLEN UND STATISTIKEN AUS DER SCHWEIZ 8 2.2 RECHT AUF BILDUNG 10 2.3 FORSCHUNGSSTAND GEBÄRDENSPRACHDOLMETSCHEN IN HÖHEREN AUSBILDUNGEN 11 2.4 AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN BEIM GEBÄRDENSPRACHDOLMETSCHEN IN HÖHEREN AUSBILDUNGEN 13 3. PRÄZISIERTE FRAGESTELLUNG 16 4. METHODENTEIL 17 4.1 FORSCHUNGSINSTRUMENT 17 4.2 AUFBAU DER UNTERSUCHUNG 17 4.2.1 AUSWAHL DER STUDIENTEILNEHMENDEN 17 4.2.2 FRAGEKATEGORIEN 18 4.2.3 DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS 18 4.2.4 ÜBERSETZUNG UND TRANSKRIPTION DER INTERVIEWS 19 4.2.5 AUSWERTUNG DER INTERVIEWS 19 4.3 METHODENKRITIK 19 5. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE 21 5.1 BESCHREIBUNG DER ANALYSE: DIE THEMATISCHE ANALYSE 21 5.2 AUSWERTUNG INTERVIEWS MIT GEHÖRLOSEN STUDIERENDEN 21 5.2.1 AUSWERTUNG DES FRAGEBLOCKS 1 21 5.2.2 AUSWERTUNG DES FRAGEBLOCKS 2 23 5.2.3 AUSWERTUNG DES FRAGEBLOCKS 3 26 5.2.4 AUSWERTUNG DES FRAGEBLOCKS 4 28 5.2.5 AUSWERTUNG DES FRAGEBLOCKS 5 30 6. DISKUSSION 34 7. FAZIT UND AUSBLICK 39
5 8. LITERATURVERZEICHNIS 40 9. ABBILDUNGENSVERZEICHNIS 43 10. ANHÄNGE 45 10.1 FRAGEBOGEN (VOR INTERVIEW AN TEILNEHMENDE ABGEGEBEN) 45 10.2 INTERVIEWFRAGEN 46 11. SELBSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG 48 Abkürzungsverzeichnis BFS: Bundesamt für Statistik DSGS: Deutschschweizerische Gebärdensprache GSD: Gebärdensprachdolmetscher*in GSDs: Gebärdensprachdolmetscher*innen Tn: Teilnehmer*in der Studie (mögliche Variationen: Tn A, Tn B, Tn C oder Tn D) UNO: Die Vereinten Nationen
1. Einleitung 6 1. Einleitung 1.1 Überblick und Motivation Das Gebärdensprachdolmetschen in der höheren Ausbildung ist eine interessante und herausfordernde Arbeit. Das Thema fasziniert mich persönlich aus mehreren Gründen: Zum einen war ich den Grossteil meines Lebens Schülerin oder Studentin und zum anderen ging ich immer gerne zur Schule. Dort hörte ich den Lehrpersonen (mehrheitlich) interessiert zu und wirkte im Unterricht gerne mit. Dies konnte ich ohne Kommunikationsbarriere tun. Als Studentin zur Gebärdensprachdolmetscherin habe ich erste Erfahrungen damit gemacht, Unterrichtsinhalte in verdolmetschter Form zu erhalten. Dieser kleine Einblick lässt sich wohl kaum mit der Erfahrung der gehörlosen Studierenden vergleichen: Zum einen, da ich mit stetig wachsenden Gebärdensprachkompetenzen meine gehörlosen Dozierenden nach und nach selbständig verstand, und zum anderen, weil es nur einen Teil meines Bildungswegs betrifft. Trotzdem prägte mich dieses Erlebnis, insbesondere da ich mich als zukünftige Gebärdensprachdolmetscherin gerne auf den Bereich der (höheren) Bildung fokussieren möchte. Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wird das Dolmetschen in höheren Ausbildungen vertieft. Der Rahmen dieser Arbeit bildet die Triade GSDs, gehörlose*r Studierende und Dozierende, wobei der Fokus auf der Perspektive der gehörlosen Studierenden liegt. Die GSDs sind dabei mehr als „nur“ „Übersetzer*innen“. Sie stehen mittendrin – und bleiben gleichzeitig Aussenstehende. Häufig merken sie am besten, wenn zum Beispiel eine Feedbackrunde zwischen den gehörlosen Studierenden, den Gebärdensprachdolmetschenden und den Dozierenden notwendig wäre. Aufgrund ihrer Rolle initiieren sie einen solchen Austausch allerdings selten bis nie. Somit bleiben Kommunikationsprobleme bestehen und es stellt sich die Frage, ob die mit einem Austausch lösbar wären. Auf der anderen Seite sind da die Dozierenden, die möglicherweise keine oder nur wenig Erfahrung im Umgang mit gehörlosen Studierenden und GSDs haben. Es stellt sich die Frage, inwiefern sie die Besonderheiten dieser Kommunikationsform verstehen und in ihre Lehre einbeziehen können – oder ob sie das Dolmetschen als Faktor sehen, der mit ihrem Unterricht nichts zu tun hat. Die gehörlosen Studierenden vervollständigen die Triade. Sie stehen im Zentrum des gesamten Kommunikationsprozesses, denn letztlich geht es darum, dass sie selbstbestimmt und barrierefrei studieren können. Dennoch wurde ihre Perspektive in der Schweizer Forschung bisher wenig berücksichtigt.
1. Einleitung 7 Diese Arbeit soll dazu beitragen, die Dynamiken und die Herausforderungen innerhalb der Triade besser zu verstehen. Diese Arbeit will herausfinden, wie diese Beziehungen in der Praxis gelebt und erlebt werden und wo möglicherweise ungenutztes Potenzial liegt. Gibt es unausgesprochene Erwartungen oder Missverständnisse? Und vor allem: Wie könnten die Bedingungen für gehörlose Studierende verbessert werden, damit sie gleichberechtigt und selbstbestimmt studieren können? Tamara Bangerter hat im Rahmen ihrer Masterarbeit (2019) bereits untersucht, wie in der Schweiz die Gebärdensprachdolmetschenden ihre Rolle in dieser Triade wahrnehmen. Dies war ein wichtiger, erster Schritt, um in der Schweiz die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben. Die Bedeutung ihrer Forschung wird in dieser Arbeit fortlaufend erläutert. Die Perspektiven der anderen beiden Teile der Triade, den Dozierenden und Studierenden, fehlen noch. Diese Arbeit legt den Fokus auf die Sicht der gehörlosen Studierenden in der Deutschen Schweiz. So soll ein weiterer Beitrag dazu geleistet werden, die aktuelle Forschungslücke ein Stück weiter zu schliessen. Das eigentliche Ziel der vorliegenden Arbeit besteht jedoch darin, die Rahmenbedingungen fürs Gebärdensprachdolmetschen in höheren Ausbildungen zu verbessern. Für gehörlose Personen ist ein Studium in der Schweiz mit Zusatzbelastungen verbunden. Dies zeigte sich einerseits in privaten Unterhaltungen und konnte andererseits in den Interviews, die für diese Arbeit geführt wurden, bestätigt werden. Die existierenden Barrieren sollen im Folgenden beleuchtet und aufgeführt werden, was wiederum zu ihrem Abbau – und ihrem letztendlichen Verschwinden – beitragen soll. 1.2 Aufbau der Arbeit Am Anfang der Arbeit steht eine ausführliche Literaturrecherche. Wie bereits erwähnt, ist die Forschungslage in der Schweiz zum Thema des Gebärdensprachdolmetschens in höheren Ausbildungen sehr dünn, weshalb auch Publikationen aus dem Ausland einbezogen werden. Nach der theoretischen Grundlage folgen die führ diese Arbeit geführten Interviews. Dabei wird zunächst beschrieben, wie die Interviews geführt worden sind. In einem weiteren Schritt soll der Prozess der Transkription aufgezeigt werden. Darauf folgt die Diskussion, in der die Forschungsfrage beantwortet wird und mögliche, weiterführende Fragen gestellt werden.
2. Theoretische Überlegungen und Forschungsstand 8 2. Theoretische Überlegungen und Forschungsstand 2.1 Zahlen und Statistiken aus der Schweiz Immer mehr Menschen in der Schweiz studieren. Das zeigen Auswertungen des Bundesamtes für Statistik BFS. Diese Statistik zeigt, dass in allen Hochschultypen, also bei Universitäten, Fachhochschulen oder auch Pädagogischen Hochschulen die Zahl der Studierenden in den letzten gut 24 Jahren stark zugenommen hat: Abbildung 1: Anzahl Studierende nach Hochschultyp (Bundesamt für Statistik, 2024) Wie die Bildungssituation bei Menschen mit einer Behinderung aussieht, lässt sich nicht genau feststellen. Einzig diese Statistik deutet an, dass diese Tendenz auch steigend sein könnte: Abbildung 2: Bildungsstand von Menschen mit und ohne Behinderungen: Sekundarstufe II oder höhere Stufe. (Bundesamt für Statistik, 2023)
2. Theoretische Überlegungen und Forschungsstand 9 Diese Statistik bezieht sich jedoch auf die Sekundarstufe II (darunter fallen etwa Fachmittelschulen) und höher – also nicht nur auf den höheren Bildungsbereich (höhere Fachschulen, Fachhochschulen, Universitäten etc.). Auch fehlen genauere Auswertungen über einen längeren Zeitraum zu diesem Thema (wie zum Beispiel in der 1. Statistik). Eine weitere Statistik, die einen ungefähren Einblick in die Situation gibt, hat das BFS im Jahr 2021 erfasst. Darin ist direkt ersichtlich, dass Menschen mit einer Behinderung, Ausbildungen auf tertiärem Niveau abschliessen – jedoch weniger häufig im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung: Abbildung 3: Bildungsstand von Menschen mit und ohne Behinderung (Bundesamt für Statistik, 2023) Um welche Arten von Behinderungen es sich genau handelt, ist jedoch nicht bekannt. Dementsprechend ist aus dieser Statistik nicht ersichtlich, wie viele davon gehörlos sind. Gemäss SZH, dem Schweizer Zentrum für Heilund Sonderpädagogik, werden keine einzelnen Daten zu den unterschiedlichen Behinderungen erhoben (R. Lanners, persönl. Mitteilung, 26.02.2025). Dagegen gibt eine Befragung der Hochschule Luzern, die im Auftrag des Schweizerischen Gehörlosenbundes durchgeführt worden ist, Auskunft darüber, wie viele gehörlose und hörbehinderte Menschen es mit einem höheren Bildungsabschluss gibt. (Hille, Roos, Seidel, Seiler Zimmermann, Wanzenried, 2020, S. 27) Aus dieser Studie geht hervor, dass 40% der Gehörlosen, beziehungsweise Menschen mit einer Hörbehinderung, einen Abschluss auf tertiärem Niveau haben. Die Studie ist in ihrer Repräsentativität jedoch eingeschränkt (Hille et al., 2020, S. 5) aufgrund der relativ kleinen Stichprobe. Auch ist in der Statistik nicht ersichtlich, ob diese Menschen in ihrer Ausbildung GSDs eingesetzt haben oder nicht.
3. Präzisierte Fragestellung 16 umgekehrt. Ausserdem verwenden Hörende mehr Text in ihren Präsentationen als Gehörlose, die den Fokus stärker auf bildliche Darstellungen legen (Werth, Sieprath, 2002, S. 364). Haug und Lechermann (2006) ergänzen, dass Hörende zudem Informationen gleichzeitig vom Projektor aufnehmen und zuhören können. Das bleibt ihren gehörlosen Mitstudierenden verwehrt, weil diese sich entscheiden müssen, wohin sie ihren Blick führen: Auf die Verdolmetschung der GSD oder auf das, was auf der Leinwand projiziert wird. Die Studie von Marschark, Sapere, Convertino, & Seewagen (2005) zeigt weiter, dass gehörlose oder schwerhörige Studierende nur 60-75% der Vorlesung verstehen (trotz Einsatz von GSDs). Zum Vergleich: Ihre hörenden Mitstudierenden haben in der Regel 8590% der Vorlesung verstanden. Dies zeigte ein Wissenstest, der nach der Vorlesung durchgeführt wurde. Alle genannten Studien verdeutlichen die Schwierigkeit, Inhalte in höheren Ausbildungen zu dolmetschen und diese wiederum in verdolmetschter Form zu verwerten: Denn auch wenn Inhalte in der Gebärdensprache wiedergegeben werden können, so bleiben die Struktur und der Aufbau angepasst an die Kultur sowie das Verständnis von hörenden Personen. Von gleichberechtigtem Zugang zu Informationen kann somit, trotz GSDs, nicht die Rede sein. 3. Präzisierte Fragestellung Die vorliegende Forschungsarbeit hat die Probleme beim Gebärdensprachdolmetschen im höheren Bildungsbereich umrissen, dank dem wertvollen Blick ins Ausland. Wie sieht es aber in der Schweiz aus? Das will diese Arbeit herausfinden. Konkret untersucht die Arbeit die Perspektive der gehörlosen Studierenden auf die Zusammenarbeit der Triade, welche von GSDs, Dozierenden und gehörlosen Studierenden gebildet wird. Diese Triade wurde als Grundlage für die Fragestellung genommen, um einen roten Faden zur Arbeit von Bangerter (2019) herzustellen. Die beiden Arbeiten zusammen sollen ein schlüssiges Bild ergeben, um die Situation in der Schweiz vertiefter zu verstehen. Die genaue Fragestellung lautet daher: Wie sieht die Zusammenarbeit in höheren Ausbildungen zwischen den gehörlosen Studierenden, den Gebärdensprachdolmetschenden und den Dozierenden, aus Sicht der gehörlosen Studierenden, aus? Was sind die Erwartungen der gehörlosen Studierenden an die Zusammenarbeit innerhalb dieser Triade? Wie diese Frage beantwortet wurde, ist im folgenden Kapitel beschrieben.
4. Methodenteil 17 4. Methodenteil 4.1 Forschungsinstrument Um die Fragestellung beantworten zu können wurden qualitative Interviews geführt. Interviewt wurden Personen, die eine Ausbildung im höheren Bildungsbereich machen oder gemacht haben und dafür GSDs eingesetzt haben. Zu Ausbildungen im höheren Bildungsbereich gehören Meisterprüfungen, das Branchenzertifikat, Ausbildungen in höheren Fachschulen, das Studium an Fachhochschulen sowie jenes an Universitäten. Die Interviews wurden auf Gebärdensprache (DSGS) geführt. Die Deutsche Schriftsprache wird von gehörlosen Personen als Fremdsprache gelernt. In der Gebärdensprache können sie sich daher freier ausdrücken, was für diese Arbeit zentral ist, da ihre Erlebnisse dokumentiert und ihre Perspektiven erforscht werden. Zu Beginn war eine Fokusgruppe, in der alle Studienteilnehmenden gemeinsam interviewt worden wären, angedacht. Da jedoch kein gemeinsamer Termin mit allen Teilnehmenden gefunden werden konnte, wurden die Interviews schliesslich einzeln geführt. Sie fanden via Zoom statt, was die Terminfindung vereinfachte. Die Zoom-Interviews wurden aufgezeichnet, lokal gespeichert und im Anschluss transkribiert. Dafür sind sie in die Deutsche Schriftsprache übersetzt worden. Weil die Studienautorin zum Zeitpunkt des Studiums keine Ausgebildete GSD war, wurde für die Verifizierung einzelner Sequenzen eine ausgebildete GSD herbeigezogen. Diese hat, unter Einhaltung des Ehrenkodexes, einzelne Sequenzen verifiziert und bei Sequenzen, die zuvor gar nicht verstanden wurden, übersetzt. Die Einhaltung des Ehrenkodexes ist zentral, um die Anonymität der Studienteilnehmenden zu gewährleisten. Die Interviews werden in anonymisierter Form wiedergegeben. Dadurch sollten sich die Teilnehmenden wohl und sicher fühlen, um auch von allfälligen Schwierigkeiten und Problemen zu berichten. Erzählungen, mit welchen Rückschlüsse auf der/die Teilnehmer*in hätten erfolgen können, wurden aus dem Interview gestrichen und mit […] gekennzeichnet. 4.2 Aufbau der Untersuchung 4.2.1 Auswahl der Studienteilnehmenden Zuerst haben sich sechs Personen bereit erklärt, an der Studie teilzunehmen. Sie haben sich entweder aufgrund eines Aufrufs auf der Plattform Instagram oder wegen eines Aufrufs via EMail an regionale Gehörlosenverbände gemeldet. Darüber hinaus hat die Autorin manche auch persönlich angeschrieben. Zwei Personen, die zuerst Interesse an der Teilnahme gezeigt
4. Methodenteil 18 haben, haben sich später zurückgezogen, weshalb schlussendlich vier Personen an der Studie teilgenommen haben. Alle Teilnehmenden haben eine höhere Ausbildung in der Schweiz absolviert haben oder besuchen eine solche zum Zeitpunkt der Studie noch. Genauere Angaben zu den Teilnehmenden (Geschlecht, Alter, Art der Ausbildung, Beruf, Abschlussjahr etc.) werden nicht gemacht, um die Anonymität der Teilnehmenden sicherzustellen. Die Gehörlosencommunity in der Schweiz ist klein und die Identifikation einer teilnehmenden Person daher rasch möglich. Mit jeder teilnehmenden Person wurde individuell ein Datum abgemacht für das Zoom Interview. Die Interviews fanden vom 14. Bis 25. Januar 2025 statt. Vorgängig haben die Teilnehmenden einen Fragebogen ausgefüllt (leerer Fragebogen siehe Anhang). Dieser diente dem Verständnis der Studienautorin, damit sie im Bilde ist, über welche Ausbildung gesprochen wird. So konnte sie auch beurteilen, ob die teilnehmende Person zur Studie passt. Das war bei allen vier Teilnehmenden der Fall. Die Teilnehmenden wurden vorgängig über die Art der Datenerhebung informiert. Sie haben dieser zugestimmt und dies mit dem Unterschreiben der Einverständniserklärung bezeugt. 4.2.2 Fragekategorien Die im Interview gestellten Fragen, wurden den Teilnehmenden nicht vorgängig bekannt gegeben. Jedoch wollte eine teilnehmende Person zur mentalen Vorbereitung wissen, was die ungefähren Fragen sein werden, um sich mental vorbereiten zu können. Diese Person wurde vorgängig kurz über die groben Fragestellungen informiert. Ansonsten hat die Studienautorin vom vorgängigen Bereitstellen der Fragen abgesehen, damit die Antworten spontan und authentisch bleiben. Die Fragen wurden in fünf Kategorien unterteilt: 1. Zusammenarbeit zwischen gehörlosen Studierenden und GSDs 2. Zusammenarbeit zwischen gehörlosen Studierenden und Dozierenden 3. Zusammenarbeit zwischen GSDs und Dozierenden 4. Wer trägt Verantwortung bei Verständnisschwierigkeiten? 5. Feedback und Kommunikation während der Ausbildung Der Komplette Fragebogen befindet sich im Anhang. 4.2.3 Durchführung der Interviews Für die Beantwortung der Fragen war kein fixes Zeitlimit gesetzt. Die Teilnehmenden wurden jedoch informiert, dass für das Interview circa eine Stunde vorgesehen ist. Letztendlich dauerten sie zwischen 33:37 Minuten und 1:02:29 Stunden. Insgesamt lagen rund 3,2 Stunden Interviewmaterial vor.
4. Methodenteil 19 Allen Teilnehmenden wurden jeweils alle Fragen gestellt – auch wenn diese zum Teil schon in vorgängigen Antworten beantwortet worden waren. So wurde sichergestellt, dass alle die gleiche Plattform erhalten haben, um Erlebnisse zu schildern, Schwierigkeiten und Probleme darzustellen und Wünsche zu äussern. Der Fragekatalog musste teilweise mit individuellen Verständnisfragen der Studienautorin erweitert werden. Diese sind teilweise der Tatsache geschuldet, dass die hörende Studienautorin die Gebärdensprache als Fremdsprache gelernt hat, wodurch eine Sprachbarriere bestanden hat. Weiter gab es manchmal ein paar Sachverhalte genauer zu untersuchen. Allen Teilnehmenden wurde zum Schluss des Interviews angeboten, sich per E-Mail zu melden, falls sie noch eine Ergänzung machen wollten. Keine der Teilnehmenden hat dieses Angebot wahrgenommen. Deshalb stützt sich diese Arbeit alleinig auf die Aussagen, die im Interview gemacht worden sind. 4.2.4 Übersetzung und Transkription der Interviews Die Transkription erfolgte hauptsächlich durch die Studienautorin. Dafür wurden die Videos angeschaut, zum Teil in die Lautsprache übersetzt und danach verschriftlicht. Es ist wichtig anzumerken, dass das Erstellen der Transkriptionen einen Übersetzungsprozess beinhaltet. Um Fehler weitestgehend zu vermeiden und allfällige Lücken zu schliessen wurde eine ausgebildete GSD herbeigezogen. Diese hat, unter Einhaltung des Ehrenkodexes (Schweigepflicht, Neutralität) einzelne Sequenzen in Lautsprache übersetzt. Oder, wenn eine Sequenz bereits übersetzt worden ist, aber noch Unsicherheiten bestanden, hat die GSD diese verifiziert und gegebenenfalls korrigiert. 4.2.5 Auswertung der Interviews Nach der Transkription wurden die Interviews ausgewertet anhand der deduktiven, thematischen Analyse nach Braun und Clarke (2006). Diese Analyse hat ihren Ursprung in der Psychologie, kann aber auch in anderen Gebieten angewendet werden. Die Transkriptionen wurden zuerst mehrfach durchgelesen, um sich mit den Daten vertraut zu machen. Die Kategorien wurden schon vor den Interviews definiert. Somit waren diese bereits gegeben. In einem nächsten Schritt wurden die Interviews kategorienweise miteinander verglichen, um relevante Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede der Aussagen zu finden und zu dokumentieren. Die wichtigsten Ergebnisse werden im 5. Teil aufgezeigt und im 6. Teil kritisch reflektiert. 4.3 Methodenkritik An der Studie haben vier Personen teilgenommen. Für eine detailliertere Analyse wäre eine grössere Zahl von Teilnehmenden aus verschiedenen höheren Bildungsbereichen (höhere
4. Methodenteil 20 Fachschule, Fachhochschule, etc.) wünschenswert. Insbesondere da sich der Unterricht an einer Schule für die Meisterprüfung unter Umständen stark vom Unterricht an der Fachhochschule unterscheidet. Die Transkriptionen wurden zwar teilweise mit Hilfe einer ausgebildeten GSD erstellt, sowie stichprobenweise verifiziert, dennoch handelt es sich bei den Transkriptionen um eine Übersetzung und bergen daher immer ein gewisses Potenzial für Fehler.
5. Darstellung der Ergebnisse 21 5. Darstellung der Ergebnisse 5.1 Beschreibung der Analyse: Die thematische Analyse Die Arbeit wiederspiegelt die Perspektiven der interviewten Personen. Dabei handelte es sich um gehörlose Personen, die eine Ausbildung im höheren Bildungsbereich abgeschlossen haben (oder eine solche zum Zeitpunkt der Studie besuchen). Die Interviewfragen wurden in fünf Gruppen unterteilt, um verschiedene Aspekte der Perspektive der gehörlosen Studierenden strukturiert zu erfragen. Dementsprechend werden diese Kategorien einzeln ausgewertet. In der Diskussion werden sie anschliessend reflektiert. 5.2 Auswertung Interviews mit gehörlosen Studierenden 5.2.1 Auswertung des Frageblocks 1 Im ersten Frageblock geht es um die Sicht der gehörlosen Studierenden auf die Zusammenarbeit zwischen ihnen und den GSDs. Abbildung 6: Die Zusammenarbeit zwischen gehörlosen Studierenden und GSDs im Fokus (eigene Darstellung) Es zeichnen sich einige Präferenzen ab, die sich zu überschneiden schienen. Eine Gebärde, die in diesem Zusammenhang häufig verwendet wurde, ist die „mentale Verbindung“. Eine Gebärde, mit der Handform des Buchstabens „F“ vom Kopf schräg nach vorne weg und zurück in einer schwingenden Bewegung. Übersetzt auf Deutsch bedeutet die Gebärde in etwa „auf der gleichen Wellenlänge sein“. Wenn das nicht passte, diese „mentale
5. Darstellung der Ergebnisse 22 Verbindung“, oder man eben nicht auf der gleichen Wellenlänge war, dann wurde die Zusammenarbeit auch schon abgebrochen: Tn D: „Einmal hatte ich das Gefühl, der/die GSD und ich, das passt nicht, und auch die Qualität der Gebärden stimmt für mich nicht. Das habe ich der/dem GSD direkt so mitgeteilt. Der/die GSD hat das so akzeptiert. Ich habe dann eine*n andere*n GSD eingesetzt. Das hat gut funktioniert!“ (11:39-11:58) Tn A: Im ersten Jahr hatte ich einige GSDs als „Probe“. Mit einigen habe ich dann die Zusammenarbeit auch wieder aufgelöst und dann neue eingestellt. Dann habe ich irgendwann entschieden: Dieses Team, das bleibt. Das bedeutet auch, im ersten Jahr musste ich auch ein bisschen beobachten passt es, oder passt es nicht […]“ (03:38-04:08) Die Teilnehmenden haben übereinstimmend berichtet, dass sie und die GSDs eine enge, aber stets professionelle Zusammenarbeit hatten: Tn D: „Diese Situation, dass das für mich sehr viel ist, das habe ich mit den GSDs dann direkt besprochen… Dann haben wir zusammen diskutiert und abgemacht, dass wir die GSDs [zeitlich] neu aufteilen.“ (05:28-05:40) Tn A: „Es ist schon passiert, dass ein*e GSD Berufliches und Privates nicht getrennt hatte. Das hat das GSD-Team beeinflusst, und auch mich.“ (08:35-08:55) Widersprüche zwischen den Teilnehmenden gab es etwa zum Thema, wie diese Zusammenarbeit denn genau aussehen sollte. Tn C etwa bevorzugte eine fast schon freundschaftliche Zusammenarbeit: Tn C: „[…] für mich wäre es jedenfalls wichtig, dass wir in Kontakt sind. […] uns zum Beispiel auch schon privat einmal gesehen und geplaudert haben, damit sie auch weiss, wer ich bin und meinen Gebärdenstil kennt. […] wenn man sich schon ein bisschen kennt, den Stil kennt, dann läuft es auch besser bei der Übersetzung!“ (10:51-11:17) Auch Tn A war eine freundliche, kollegiale Zusammenarbeit wichtig: Tn A: „Das heisst auch, dass wenn der Einsatz fertig ist, man nicht einfach aufsteht und flugs nach Hause geht – sondern dass man sich verabschiedet, sagt „bis morgen“, und sich dann auch wieder begrüsst. Eine kollegiale Arbeitsbeziehung ist mir wichtig, wenn man so lange zusammenarbeitet!“ (06:26-06:55)
5. Darstellung der Ergebnisse 23 Doch nicht alle wünschen viel persönlichen Kontakt. Tn B erzählte, dass er/sie den GSDs während des Studiums nicht zu nahe sein will: Tn B: „[…] während der Ausbildung da wäre ich sehr froh, dass nur wenn ich mich aktiv melde, sie offen sind und sich mit mir austauschen, sich sonst aber wirklich voll zurücknehmen.Das ist mir sehr wichtig. So habe ich das Gefühl, ich bin unabhängig.“ (07:07-07:22) Die Rolle der GSD war für alle Teilnehmenden klar: Sie dolmetschen – nicht mehr und nicht weniger. Weitere Formen von Unterstützung, sind weder gewünscht noch bestehe Bedarf: Tn C: „Die GSDs haben einfach gedolmetscht. Sie haben mich nicht noch unterstützt, sie waren neutral. […] Ich bin gleichgestellt mit anderen Studierenden. Wenn ich noch Unterstützung bekäme, dann hätte ich das Gefühl, ich wäre nicht auf gleicher Augenhöhe. So bin ich gleichgestellt.“ (02:52-03:05) Welche Kompetenzen soll ein*e GSD haben, um aus Sicht der gehörlosen Studierenden gut – oder gar perfekt – zu sein? Für die Teilnehmenden ist klar: Die Kompetenzen, die müssen hoch sein. Die Rede ist von den Gebärdensprachkompetenzen, aber wenn möglich auch Fachwissen: Tn D: „Dann hätte [die perfekte] GSD auch Fachwissen, also vertiefte Kompetenzen. Dann – wenn ich gebärde, müsste ich mich nicht mehr der GSD anpassen – sondern ich kann frei gebärden.“ (16:40-16:59) Tn A: „[Meine Beurteilung, ob sie gute GSDs sind oder nicht] war stark an die Gebärdensprachkompetenzen der GSD geknüpft, wie gut sie übersetzen können… denn ich brauchte ein hohes Niveau!“ (09:37-09:53) Nicht ausreichendes Fachwissen hatte teilweise sogar für Probleme gesorgt: Tn C: „Ich bin angestanden, weil die GSDs keine Fachpersonen sind [in meinem Bereich]. Wenn ich etwas erzählen wollte, hat das einfach nicht ganz geklappt.“ (0758-08:08) Die Ansprüche an die GSDs im Bildungsbereich sind folglich hoch. 5.2.2 Auswertung des Frageblocks 2 In diesem Block wurde die Perspektive der Teilnehmenden auf die Zusammenarbeit zwischen den gehörlosen Studierenden und den Dozierenden untersucht.
5. Darstellung der Ergebnisse 24 Abbildung 7: Die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Dozierenden im Fokus (eigene Darstellung) Interessant ist, dass obwohl es hier nicht um die GSDs ging, sie doch sehr oft erwähnt wurden – häufiger als umgekehrt (die Dozierenden wurden im ersten Frageblock vergleichsweise weniger häufig erwähnt). Zwei Teilnehmende berichteten von Situationen, in denen die Dozierenden die GSDs nicht oder nur schwer akzeptieren konnten: Tn A: „[Die Dozierenden waren es sich] nicht gewohnt und sie wollten [zum Teil] auch nicht! Es ist mal ein*e Dozierende zu mir gekommen und hat zu mir gesagt: ‚Du liest jetzt von meinen Lippen ab. Du musst es üben, schau mich an. Weg mit dem/der GSD, du brauchst ihn/sie nicht – so jetzt nur wir zwei!’ Aber für mich war klar, ich will eine*n GSD, weil ich schon wusste, dass das Mundbild schlecht ist!“ (13:14-13:30) Tn D: „Es gab auch einen Vorfall, im Zusammenhang mit der Stehposition. Der/die Dozierende sagte [zum/zur GSD]: ‚Können Sie ein Stück weggehen?‘ Es war eine grosse Aula und vorne in der Mitte stand das Rednerpult. Und ganz links, an der Wand, da waren der/die GSD und ich platziert. Ich hatte nur den/die GSD im Blick – nicht auch den/die Dozierende. […] das habe ich so [dem/der Dozierenden] gemeldet, dass das für mich NICHT geht. Wenn sich das nicht gebessert hätte [nach dem Gespräch], dann hätte ich das eine Stufe höher gemeldet.“ (14:16-15:48) Die Teilnehmenden berichteten übereinstimmend immer wieder von Dozierenden, die ihre Bedürfnisse vergessen haben:
5. Darstellung der Ergebnisse 25 Tn D: „[…] ich hatte das Gefühl, dass sie mich manchmal vergessen haben. Zum Beispiel haben sie einmal das Licht gelöscht. Der/die GSD hat sich dann gemeldet und gesagt, dass ich Licht brauche.“ (23:38-23:50) Tn B: „Klar könnte man [die Lernvideos] mit Dolmetscher kompensieren aber das ist ja ein riesen Aufwand, es ist viel entspannter, wenn ich diese [Lernvideos] einfach schauen könnte mit den Untertiteln. […] Ich habe es dann Mal diskutiert mit einem/einer Dozierenden und es war schon ein Verständnis da, aber die Antwort war gleichzeitig auch, dass es viel Aufwand sei, dass man keine Ressourcen habe, keine Kompetenzen habe [um die Untertitel zu machen]… und bei solchen kleinen Dingen habe ich dann schon das Gefühl, sie haben nicht wirklich verstanden, wieso das wichtig ist.“ (14:0014:27) Neben Ablehnung spürten einige Teilnehmende auch immer wieder, dass die Situation für die Dozierenden neu und ungewohnt war: Tn B: „Der/die Dozierende soll sich nicht verstellen. Nicht so ‚oooh, da hat es GSDs’ – nein. Wie gewohnt einfach unterrichten. Nicht sich komplett verstellen.“ (16:46-16:56) Doch nicht nur eine Ungewohntheit, häufig wurde sogar von einer Unsicherheit seitens der Dozierenden die Rede: Tn C: „[…] Die Dozierenden haben manchmal direkt gedacht, ich [gehörlose Person] hätte es falsch gemacht. Und der/die GSD hat dann das manchmal auch auf sich genommen und gesagt, dass er/sie den Fehler gemacht habe, und gesagt, dass es schwierig zu übersetzen sei. Und der/die Dozierende war dann verwirrt und unsicher, wer was falsch gemacht hat. Das ist mühsam.“ (10:06-10:10:31) Der/die perfekte Dozierende ist laut den Teilnehmenden offen für eine gute Zusammenarbeit mit den gehörlosen Studierenden und den GSDs – und denkt vor allem auch mit: Tn C: „Der/die perfekte Dozierende würde sich gut vorbereiten. Er/Sie würde für die gehörlose Person mitdenken. Er/Sie würde eine Präsentation zeigen und danebenstehen. Er/sie würde saubere Sätze formulieren, die man gut übersetzen kann.“ (17:28-17:54) Tn D: „[…] für mich, der/die perfekte Dozierende wäre… wenn ich selber eigentlich nichts überlegen müsste. Wenn ich einfach eine Frage in Gebärdensprache stellen könnte. Und auch, wenn der/die GSD schon dort wäre. Wenn ich nicht ihm/ihr sagen muss ‚Komm, gehen wir, ich möchte eine Frage stellen’. Sondern ich könnte einfach [zum/ zur Dozierenden] hingehen und fragen, das wäre perfekt. Die GSD ist quasi unsichtbar. […] Im Zentrum stünden nur ich und der/die Dozierende.“ (26:22-27:20)
5. Darstellung der Ergebnisse 32 Tn B: „Wir haben auch zusammen überlegt, wie die Modulleitung informiert werden soll, was vorbereitet werden muss. Ich wurde informiert, wie die anderen Studierenden informiert werden. Es gibt also einfach eine Person, die mich mit sämtlichen Informationen beliefert. Das ist für mich positiv, ein grosser Vorteil.“ (27:06-27:27) Einen Austausch zu dritt hat Tn C in der Ausbildung erlebt. Dieser wurde sogar von dem/der GSD initiiert. Tn C: „Manchmal habe ich gesagt, ich hätte gerne einen Austausch, manchmal die GSD. Die Dozierenden eigentlich nie. Die Dozierenden haben aber manchmal gefragt, ob es gut laufe.“ (28:46-28:59) Tn C hat diesen Austausch als gut empfunden, weil die Kommunikation danach besser gelaufen sei. Die eher passive Rolle der Dozierenden wird auch in diesem Block nochmals spürbar. Tn A berichtet: Tn A: „Einmal hätte ich das als nötig empfunden – aber diese*r Dozierende sagte, dass das nicht sein/ihr Problem sei.“ (50:56-51:05) Tn A hat zu diesem Thema bereits am Anfang des Interviews von einem Erlebnis erzählt, welches Probleme im Zusammenhang mit dem Austausch darstellt: Tn A: „Die Fachstelle für Menschen mit Behinderung, wollte sich wie… profilieren, dass ich [als gehörlose Person] das Studium schaffe und gut integriert bin. Doch selbst an diesem Austausch war es für mich schwierig, Probleme anzusprechen und geeignete Unterstützung einzufordern! Ich musste einen eigenen Umgang finden. Erst zu Hause fasste ich den Mut, um dann nachträglich noch zu melden, dass das, was an der Sitzung gesagt wurde, gar nicht alles stimmte.“ (14:12-14:52) Immer wieder wurde der Wunsch geäussert, dass (meist Dozierende) proaktiv informiert werden: Tn A: „Wenn ich sehe, dass eine Person nicht informiert wurde, heisst das auch, dass diese Person dann mehr unsicher ist, und das möchte ich nicht.“ (59:45-59:53) Die Ergebnisse zeigen, dass positive wie auch negative Erlebnisse meist keine Einzelfälle sind.
5. Darstellung der Ergebnisse 33
6. Diskussion 34 6. Diskussion Die Interviews liefern wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf die Perspektiven von gehörlosen Personen, die eine verdolmetschte Ausbildung im höheren Bildungsbereich besucht haben. Die Daten liefern die zentrale Erkenntnis, dass die Zusammenarbeit zwischen den gehörlosen Studierenden und den GSDs eine sehr lebendige Beziehung ist, die aktiv gepflegt wird: Sie stehen im Austausch, bringen sich aktiv gegenseitig auf den gleichen Stand (zum Beispiel wie etwas gebärdet werden soll, was am heutigen Tag ansteht), scheinen auch offen Probleme anzusprechen und diese gemeinsam zu lösen. Die gehörlosen Studierenden legen viel Wert darauf, ein gutes Team von GSDs zu bilden. Es scheint allgemein üblich zu sein, die Zusammenarbeit mit einem/einer GSD aufzulösen, wenn es nicht passte. Die Studie zeigt auch, dass bei den Befragten grundsätzlich genügend GSDs zur Verfügung standen, um die Einsätze abzudecken. Im Kontrast dazu wirkt die Zusammenarbeit der gehörlosen Studierenden mit den Dozierenden häufig kalt, distanziert, je nachdem sogar geprägt von Unverständnis. Verschiedene Teilnehmende berichten, dass Dozierende mit der neuen Kommunikationssituation (via GSD) Mühe hatten. Sie hätten die Teilnehmenden etwa beim Sprechen nicht direkt angeschaut, immer wieder die Sicht auf die Folien versperrt oder sich während des Sprechens viel bewegt, sodass das Ablesen von den Lippen nicht möglich war. Die Teilnehmenden hätten sich immer wieder „vergessen“ gefühlt, etwa wenn das Licht gelöscht (und somit die GSD nicht mehr sichtbar war) oder Videos (im Unterricht oder im Selbststudium) in der Regel ohne Untertitel gezeigt wurden. Bei der Zusammenarbeit zwischen den Dozierenden und den GSDs gab es aus Sicht der Teilnehmenden wenig Probleme – sie räumten jedoch teilweise ein, dass sie nicht genau beurteilen können, wie viel und wie oft sie sich ausgetauscht haben. Die Zusammenarbeit der GSDs und Dozierenden macht aus Sicht der Teilnehmenden einen grundsätzlich zurückhaltenden aber stets professionellen Eindruck. Interessant wäre hier zu wissen, wie es die Dozierenden empfinden. Wünschten sie sich gar mehr Austausch oder Informationen von den GSDs oder Studierenden? Die Erkenntnisse decken sich in vielen Bereichen mit den bestehenden, erwähnten Studien. So wurde von den Teilnehmenden auch immer wieder der Wunsch nach mehr Fachwissen geäussert. Aus der Masterarbeit von Bangerter (2019) ging bereits hervor, dass sich die GSDs dieser Herausforderung (fehlendes Fachwissen seitens GSDs) bewusst sind. Es stellt sich die Frage: Wie liesse sich das lösen? Gibt es überhaupt eine umsetzbare Lösung? Würden mehr GSDs das Problem beheben? Oder wäre zum Beispiel ein Tutoriat oder eine
6. Diskussion 35 weitere Ausbildung für GSDs eine mögliche Lösung? Jedoch sind dies Fragen, die diese Studie nicht zu beantworten vermag. Die Studie aus Australien von Napier und Barker aus dem Jahr 2004 zeigte bereits, dass gehörlose Studierende aus verschiedenen Gründen unterschiedliche Dolmetschstile bevorzugen. Das wurde in dieser Arbeit insoweit bestätigt, als dass diese „mentale Verbindung“ immer wieder als wichtiges Kriterium genannt wurde. Der Charakter, der Dolmetschstil und etwas, das sich nicht genauer beschreiben liesse, musste für die Teilnehmenden grundsätzlich passen für eine gute, langfristige Zusammenarbeit im höheren Bildungssetting. Und ob es passt und wie es passt, das ist von Person zu Person selbstredend sehr individuell. Einige Teilnehmende berichteten über den zusätzlichen Einsatz von Schriftdolmetschenden. Also von Personen, die alles, was gesagt wird, verschriftlichen. Wie ergänzen sich die GSDs und die Schriftdolmetschenden? Wie häufig werden die Dienstleistungen parallel genutzt? Wäre dies ein weiterer Schritt in Richtung Barrierefreiheit, würden diese beiden Dienstleistungen pauschal parallel angeboten? Weitere interessante Fragen, welche in weiterführenden Forschungen erkundet werden könnten. Wie Dozierende auf die Situation (gehörlose Studierende mit GSDs) reagieren, darüber gab es in der Schweiz bisher noch keine schriftlichen Berichte. Mit den geführten Interviews wurden vier Perspektiven auf die Dozierenden in diesen Situationen dargelegt. Es sei hier betont, dass die gehörlosen Studierenden ihre persönliche Sicht auf die Situationen schildern. Somit sind diese Berichte einseitig. Trotzdem sind diese wertvoll und geben wichtige Einblicke in einen möglichen Studienalltag. Es war überraschend, dass die Teilnehmenden seitens der Dozierenden immer wieder viel Unsicherheit, in einzelnen Fällen sogar Ablehnung, wahrgenommen haben. Woher kommt diese Unsicherheit? Wie kann diese abgebaut werden? Welche Verantwortung tragen die Bildungsinstitutionen, etwa im Falle einer Ablehnung? Und: werden diese Verantwortungen wahrgenommen? Es ist wichtig, in einem weiteren Schritt die Hochschulen oder allenfalls die Dozierenden selbst miteinzubeziehen. Viele Hochschulen und Universitäten haben eine Fachstelle eingerichtet, um die Gleichstellung von Studierenden mit Behinderung zu fördern. Wie viel wissen diese in Bezug auf die Gehörlosigkeit? Wären externe, beratende Gruppen wünschenswert? In diesem Kontext hat Tn D von der GATiG (Gehörlose in Ausbildung und Tätigkeit im Gehörlosenwesen) erzählt:
6. Diskussion 36 Tn D: „Früher, da gab es die Organisation GATiG. […] Ihr Ziel war es, bei Ausbildungen im höheren Bildungsbereich die GSDs zu organisieren und sie haben im Vorfeld diverse Abklärungen gemacht. Das war damals, heute gibt es diese nicht mehr, was schade ist.“ (20:59-21:31) Wie Tn D bereits erwähnt hat, hat die GATiG früher diverse organisatorische Aufgaben übernommen und stand unterstützend zur Seite. Aus der Chronik „Gehörlos in Zürich“, welches zum 25 Jahr Jubiläum des Treffpunkts der Gehörlosen veröffentlich wurde, geht hervor, dass in den frühen 2000er Jahre 160 Fachpersonen der GATiG angeschlossen waren, die selbst gehörlos sind oder eine Hörbehinderung haben. (Zdrawkow, Z., 2006, S. 24) Wäre eine Wiedereinführung eines Projektes wie GATiG nötig? Dass eine externe Gruppe als Anlaufstelle fungiert, wo sich die Fachstellen der Bildungsinstitutionen hinwenden könnten? Auch das wären wichtige Fragen, die in einem nächsten Schritt beantwortet werden könnten. Die GATiG hat weiter auch, zusammen mit dem Schweizerischen Gehörlosenbund SGB, eng mit der Beratungsstelle für Schwerhörige und Gehörlose BFSUG Zürich zusammengearbeitet. Aus dem Geschäftsbericht des Jahres 2015 der BFSUG Zürich geht hervor: «Von der Anlaufstelle GATIG/SGB-FSS werden uns Schwerhörige und Gehörlose vermittelt, die sich ausoder weiterbilden möchten. Wir stehen ihnen bei Anträgen an die IV, für die behinderungsbedingten Mehrkosten wie Schriftund Gebärdensprachdolmetscherinnen sowie Tutoratskosten zur Seite und regeln im Auftrag der IV-Stellen die vertraglichen Formalitäten.“ (Weber, D., Eggel, D., Thümena, C., Müller, S., Hanselmann, H. & Guidi, 2016, S. 19). Es wäre spannend zu wissen, wie der SGB oder die BFSUG auf eine Wiederaufnahme eines Projektes wie GATiG blicken würde. Die Notwendigkeit, hörende Personen in Bildungssituationen mit gehörlosen Menschen zu sensibilisieren, hat die Stiftung Procom erkannt. Procom hat deshalb auf ihrer Webseite ein Informationsblatt zusammengestellt, das sich in erster Linie an hörende Personen richtet, die im Rahmen einer Ausoder Weiterbildung auf eine gehörlose Person treffen (Procom, 2025). Dieses Informationsblatt will helfen, eine Brücke zwischen den gehörlosen oder schwerhörigen Anwesenden sowie den hörenden Personen zu schlagen. Interessant wäre zu wissen, wie aktiv und wie häufig dieses Dokument verschickt sowie gelesen wird, und ob es hilft, Unsicherheiten abzubauen. Die Erwartungen der gehörlosen Studierenden an die Zusammenarbeit der Triade waren sehr individuell, ein roter Faden liess sich dennoch erkennen. Im Grunde genommen
6. Diskussion 37 wünschten sich die Teilnehmenden barrierefreien Zugang. Das heisst für sie unter anderem, wenn der Einsatz einer GSD eine Selbstverständlichkeit wäre, die Dozierenden von entsprechenden Fachstellen bereits informiert und die gehörlosen Studierenden nicht als „spezielle Studierende“ dargestellt werden würden, dann könnten sie einfach Teil haben. Von den GSDs wurden übereinstimmend gute Gebärdensprachkompetenzen gewünscht, vereinzelt wurde auch mehr Fachwissen gewünscht, jemand fügte noch den Wunsch nach reflektiertem Verhalten an. Seitens der Dozierenden wünschen sich die Teilnehmenden immer wieder Offenheit für diese Situation. Auch eine proaktive Haltung sei wünschenswert, das würde entlasten und die Barrieren für sie abbauen. Sind Dozierende nicht proaktiv, zerrt das zusätzlich an den Kräften der gehörlosen Studierenden. Etwa das Einfordern von Unterrichtsmaterial, welches sie meist für die GSDs anforderten, um sie zu informieren, ist nur ein Beispiel von zahlreichen Zusatzhürden, welche gehörlose Studierende in ihrer Ausbildung nehmen müssen. Die Teilnehmenden waren während ihres Studiums meist nicht einfach «nur" Studierende. Sie haben auch das GSD-Team gemanagt und «Personalentscheide» gefällt, für die GSDs viel mitgedacht, Material eingefordert, Befindlichkeiten erfragt, sich ausgetauscht und verschiedenen Personen in ihrer Ausbildung Feedback gegeben (und somit auch Sensibilisierungsarbeit geleistet). Obwohl durch den Einsatz von GSDs die Barrieren für das Studium für gehörlose Menschen reduziert werden, bleiben sie doch bestehen. Eine höhere Ausbildung als gehörlose Person absolvieren – das ist in der Schweiz mit enormem Zusatzaufwand verbunden. Solange diese Barrieren bestehen bleiben, haben gehörlose Personen in der Schweiz keinen gleichberechtigten Zugang zu höherer Bildung. Weitere Forschung auf dem Gebiet ist nötig, um Wege um zu finden, wie höhere Bildungsinstitutionen ihren Wünschen und Erwartungen gerecht werden kann, damit Barrieren weiter abgebaut werden können. Es ist zudem eine Überlegung wert, bei zukünftigen Forschungen auf dem Gebiet gehörlose Personen aktiv miteinzubeziehen, wie das Napier und Wurm schon beschrieben haben (2017). Sie plädieren dafür, dass gehörlose Personen in Studien über das Gebärdensprachdolmetschen eine aktivere Rolle spielen, und nicht nur passiv miteinbezogen werden (zum Beispiel als Befragte). Das ist natürlich mit weiteren Herausforderungen verbunden. Es könnte sich jedoch lohnen, da sie so während des gesamten Prozesses der Studie die Weichen stellen und wertvolle Inputs liefern könnten.
6. Diskussion 38
7. Fazit und Ausblick 39 7. Fazit und Ausblick Die Studie hat gezeigt, dass gehörlose Studierende aufgrund ihrer Hörbehinderung mit diversen Herausforderungen konfrontiert sind. Übereinstimmend wurde etwa immer wieder erwähnt, dass für das GSD-Team verschiedene GSDs angestellt wurden, mit denen später die Zusammenarbeit wieder aufgelöst wurde. In Bezug auf die Dozierende wurden Unsicherheiten immer wieder erwähnt, welche immer wieder herausfordernde Situationen mit sich zogen. Die gehörlosen Studierenden haben den starken Wunsch nach einer proaktiven Arbeitsweise, seitens GSDs aber auch von den Dozierenden. Dass beide mitdenken und sich gegenseitig unterstützen. Tun sie es nicht, bleibt der ganze Aufwand an den Studierenden hängen. Dafür nehmen die Teilnehmenden auch die Bildungsinstitutionen selbst in die Pflicht: Sie wünschen sich, dass diese die Dozierenden vorinformiert und über die Situation aufklärt. Die Studie verdeutlicht die Wichtigkeit nach weiterer, tiefergehender Forschung, um dann daraus gezielte Massnahmen abzuleiten. So sollen Barrieren für gehörlose und schwerhörige Menschen im höheren Bildungsbereich weiter abgebaut oder gar aufgelöst werden. Zukünftige Forschungen könnten untersuchen, wie die Bildungsinstitutionen aufgestellt sind in Bezug auf gehörlose Studierende, oder auf die Beratungsstellen, wo diese die gehörlosen Studierenden unterstützen, und wo es allenfalls noch mangelt. Auch die Perspektive der Dozierenden wäre interessant zu erforschen, um die Triade umfassender zu verstehen, obwohl dies vermutlich schwer zu untersuchen ist, weil die Dozierenden vermutlich nur schwer ausfindig zu machen sind. Bei weiteren Forschungsarbeiten könnte es sich ausserdem lohnen, gehörlose Personen in aktiveren Rollen miteinzubinden. Kurz: Viele Erwartungen seitens der Studierenden bleiben offen und mit ihnen bleiben die Schranken der Barrieren bestehen. Es gibt noch viel zu tun, bis von einer gleichgestellten Bildung für gehörlose Menschen die Rede sein kann.
8. Literaturverzeichnis 40 8. Literaturverzeichnis Bangerter, T. (2019). Exploring the practice of collaboration between participants through the lens of educational settings – A study on Swiss German sign language interpreters working in higher education. Masterarbeit: Hochschule Magdeburg-Stendal. Braun, V. & Clarke, V. (2006). Using thematic analysis in psychology. Qualitative Research in Psychology. Bristol: University of the West of England. Brown Kurz, K. & Caldwell Langer, E. (2004). Student Perspectives on Educational Interpreting: Twenty Deaf and Hard of Hearing Students Offer Insights and Suggestions. In E. Winston (Hrsg.). Educational interpreting: how it can succeed (S. 9-47). Washington, D.C.: Gallaudet University Press. Bundesrat (2016). Erster Bericht der Schweizer Regierung über die Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte der Menschen mit Behinderungen. Verfügbar unter: https://www.edi.admin.ch/edi/de/home/fachstellen/ebgb/recht/international0/uebereinko mmen-der-uno-ueber-die-rechte-von-menschen-mit-behinde/staatenbericht.html Haug, T. & Vega Lechermann, E. (2006). Dolmetschen für hörgeschädigte Menschen - (Bildungs-)Teilhabe voIl ermöglicht? In M. Hintermair (Hrsg.). Ethik und Hörschädigung: Reflexionen über das Gelingen von Leben unter erschwerten Bedingungen in unsicheren Zeiten (S. 190-210). Heidelberg: Median-Verlag. Hess-Klein, C. & Scheibler, E. (2022). Aktualisierter Schattenbericht. Bericht der Zivilgesellschaft anlässlich des ersten Staatenberichtsverfahrens vor dem UNAusschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Verfügbar unter: https://www.inclusionhandicap.ch/admin/data/files/asset/file_de/699/schattenbericht_de_mit-barrierefreiheit- (1).pdf?lm=1646212633 Hille, A., Roos, B., Seidel F., Seiler Zimmermann, Y. & Wanzenried, G. (2020). Studie zur
8. Literaturverzeichnis 41 Arbeitsmarktsituation von gehörlosen und hörbehinderten Personen in der Schweiz. Verfügbar unter: https://www.sgb-fss.ch/content/uploads/2023/05/studiearbeitsmarktsituation-von-gehoerlosen-menschen-in-der-schweiz.pdf Humanrights.ch (2014). Schweiz ratifiziert die UNO-Behindertenrechtskonvention. Verfügbar unter: https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/behinderungen/behindertenkonventi on-uno-vernehmlassung Marschark, M., Sapere, P., Convertino, C. & Seewagen, R. (2005). Access to postsecondary education through sign language interpreting. Journal of Deaf Studies and Education, 10, S. 38-50. Napier, J. & Barker, R. (2004). Accessing university education: Perceptions, preferences, and expectations for interpreting by deaf students. Journal of Deaf Studies and Deaf Education. Vol. 9 No. 2. Oxford: Oxford University Press. Schweizerische Eidgenossenschaft (2025). Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Verfügbar unter: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2014/245/de Sieprath, H. & Werth, I. (2002). Interkulturelle Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen. Das Zeichen, 61, S. 360-364. Stiftung Procom (2025). Wissenswertes „Ausund Weiterbildungen“. Verfügbar unter: https://procom.ch/wp-content/uploads/de-wissenswertes-ausbildung.pdf Weber, D., Eggel, D., Thümena, C., Müller, S., Hanselmann, H. & Guidi, S. (2016). Beratung für Schwerhörige und Gehörlose Zürich: Geschäftsbericht 2015. Verfügbar unter: https://bfsug.ch/wp-content/uploads/2023/11/Geschaeftsbericht-2015-1.pdf Wurm, S., Napier, J. (2017). Rebalancing power: Participatory research methods in interpreting studies. The International Journal for Translation & Interpreting Research.