Die kapitaltheoretische Kontroverse; Test zum Reswitching-Problem
Abstract
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Full text
K elle, Wilhelm
A icle
Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum
Reswi ching-P oblem
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: K elle, Wilhelm (1978) : Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes
zum Reswi ching-P oblem, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) -
Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü
Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 98, Iss. 1, pp. 1-31,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.98.1.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291396
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Die kapi al heo e ische Kon o e se;
Tes zum Reswi ching-P oblem
Von Wilhelm K elle*
I. Ein üh ung und P oblems ellung
Die Mak o heo ie in den Wi scha swissenscha en bedien sich ( e -
gleichba de Mak ophysik) Beg i en wie Kapi al, A bei , P eisni eau,
P oduk ionsni eau usw., die Du chschni sg ößen da s ellen, wobei die
Einzelg ößen, übe die ein Du chschni gebilde wi d, seh he e ogen
sein können. Eine de g undlegenden Vo s ellungen dabei is die Exi-
s enz eine mak oökonomischen P oduk ions unk ion, die das P oduk-
ionsni eau aus A bei , Kapi al und dem S and de Technologie e klä .
Gegen diesen Ansa z, insbesonde e gegen den hie benu z en Kapi al-
beg i , is in jünge e Zei S u m gelau en wo den. Diese sogenann e
kapi al heo e ische Kon o e se begann mi dem be ühm en A ikel
on Joan Robinson (1953/54). Einen Übe blick übe die Kon o e se gib
Ha cou (1969). Obwohl die Kon o e se sich in e schiedene Rich un-
gen hin aus äche e, können die Haup ang i spunk e gegen die neo-
klassische P oduk ions heo ie wohl in olgenden Punk en ausged ück
we den:
1. Die neoklassische P oduk ions heo ie üh zu Folge ungen, die
ein achen und plausiblen Vo s ellungen on p oduk i en Gese zmäßig-
kei en bei Einzel i men wide sp echen können. Dies is die sogenann e
Reswi ching-Kon o e se. Wäh end die neoklassische P oduk ions heo-
ie implizie , daß mi höhe em Lohn-Zins-Ve häl nis imme kapi al-
in ensi e e Ve ah en genu z we den, sag die Reswi ching-These, daß
bei s eigendem Lohn-Zins-Ve häl nis schließlich auch wiede dieselbe
Technologie op imal we den kann, die bei einem seh nied igen Lohn-
Zins-Ve häl nis angewand wu de. Wenn man das als ep äsen a i ü
die Mak o heo ie ansieh , muß alle dings die neoklassische P oduk-
ions heo ie allen gelassen we den.
2. De in de P oduk ions unk ion e scheinende Index ü das Real-
kapi al, d. h. das Maß ü den du chschni lichen Bei ag on Gebäuden,
* P o . D . W. K elle, Uni e si ä Bonn, Ins i u ü Gesellscha s- und
Wi scha swissenscha en, Adenaue allee 24 - 42, D-5300 Bonn.
1 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1970/1
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2 Wilhelm K elle
Maschinen, Ge ä en zu P oduk ion eines Endp oduk s, da nich auch
zugleich als Index ü den Kapi alwe , d. h. als Maß ü die in diesen
Gebäuden, Maschinen, Ge ä en usw. es geleg en und als Nominalkapi-
al zu e zinsenden In es i ionsbe äge benu z we den. Diese beiden
Kapi albeg i e allen auseinande .
3. Hie aus (ebenso abe auch aus dem Fehlen olls ändige Konku -
enz au den A bei s- und Kapi almä k en) olg , daß die G enzp oduk-
i i ä ssä ze ü A bei und Kapi al nich gel en können. Somi häng
auch die Ve eilung nich ausschließlich on de P oduk ions unk ion,
also on echnischen Gegebenhei en ab.
Wi wollen uns nu mi dem g undlegenden e s en Einwand be as-
sen. Unse P oblem is also: E klä de neoklassische Ansa z au de
Basis eine P oduk ions unk ion die Beobach ungen hin eichend genau?
Muß e allen gelassen we den, wenn man au mik oökonomische
Ebene Wide sp üche hie zu en deck ?
II. Vo beme kungen: Mak o heo ie und Mik o heo ie
Wie gesag , be aß sich die Mak o heo ie mi Du chschni sg ößen
ode E wa ungswe en, nich mi dem Ve hal en de die s a is ischen
Massen kons i uie enden Einhei en. Die olgende A gumen a ion is am
ein achs en zu e s ehen, wenn man sich das Beispiel eine bes imm en
P oduk ion o Augen häl , hie : die P oduk ion on T anspo leis un-
gen. Sei Y die Menge an F ach (ge echne in Tonnen), die p o Zei ein-
hei übe eine Ve keh slinie (z. B. eine Au obahn) anspo ie wi d.
Sie is eine Funk ion de Zahl K de in die Au obahn ein ah enden be-
ladenen Las wagen, de B ei e A de Au obahn und dem „S and de
Technologie" on Au obahnen und Las wagen. Man ha also:
(1) Y = (K, A, )
Die Du chschni sladung eines Las wagens (in Tonnen) sei a, die Du ch-
schni sgeschwindigkei eines Las wagens sei , die Zahl de Las wagen,
die p o Zei einhei an eine ausgewähl en Zähls elle o bei ah en, sei
n, de du chschni liche Abs and eines Las wagens om nächs en sei z.
Dann gil nach De ini ion: Y = oc-n, = n
-
z/ mi = 1, und bei ge-
eigne e No mie ung de „Au obahnb ei e" gel e z = 1/K. Wi e hal en
im olgenden die „Au obahnb ei e" A und den echnischen Zus and
on Au obahn und Las wagen kons an . Die maximale Geschwindigkei
eines Las wagens sei . Zwischen de du chschni lichen Geschwindig-
kei und dem du chschni lichen Abs and z sei die Beziehung = g (z)
gemessen wo den, gemäß Figu 1. Dann lau e die P oduk ions unk ion:
(2) Y
—
a
-
g
(.z)lz
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Reswi ching-P oblem 3
Figu 1
Man p ü leich nach, daß zwischen zi und z2 in Fig. 1 (wobei z2 auch
unendlich sein kann) posi i e G enzp oduk e on K und abnehmende
G enze äge on K o liegen, also die P oduk ions unk ion / in (1)
bzgl. K neoklassische Eigenscha en ha . Wi e nachlässigen bei die-
sem Beispiel, wie gesag , de Ein achhei halbe die A gumen e A und .
Sie können abe einge üh we den, ohne die A gumen a ion zu beein-
äch igen.
O ensich lich is es je z möglich, die „P oduk ion" Y abzuschä zen,
wenn man die Zahl K de p o Zei einhei au die Au obahn geschick en
Las wagen kenn . Selbs e s ändlich gel en diese Beziehungen abe nu
als E wa ungsg öße, also im Du chschni . Das schließ nich aus, daß
einzelne Las wagen ah e on dem Du chschni s e hal en, wie es in
de Funk ion = g (z) in Figu 1 zum Ausd uck komm , e heblich ab-
weichen. Vielleich inde man einen Las wagen ah e , de im ele an-
en Be eich die Geschwindigkei genau p opo ional zum Abs and häl :
(2a) = Qi(z) = a-z , a>
0
. <
(Vgl. Figu l).Nich s is an diese Annahme speziell i a ional. Wenn
sich abe alle so e hal en, so lau e die P oduk ions unk ion je z an-
s elle on (2):
i1
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4 Wilhelm K elle
(2a') Y = a
•
a
d. h. die P oduk ion is übe haup unabhängig on de G öße K. Schick
man iele Las wagen au die S aße, so sink eben de en Du chschni s-
geschwindigkei de a , daß die T anspo leis ung doch nich höhe is ,
als wenn man wenige Las wagen do hin geschick hä e.
Vielleich inde man auch einen Las wagen ah e , de im ele an en
Be eich zwischen z und eine kons an e Geschwindigkei einhäl :
(2b) =
g2 (z)
= <
(Vgl. Figu 1). Wenn sich alle Las wagen ah e so e hal en wü den,
wü de die P oduk ions unk ion lau en:
(2b') Y =
ol - -
K ,
das heiß die P oduk ionsleis ung wä e genau p opo ional de G öße
K. Nun ha man abe im Du chschni eben die Rela ion = g (z) ge-
messen, was na ü lich nich ausschließ , daß einzelne Las wagen ah e
sich gemäß g (z) ode
<72
(z) e hal en. O ensich lich is es sinnlos, die
Beziehung = g (z) deswegen abzulehnen, weil nich s speziell I a io-
nales da in zu inden is , daß sich einzelne Las wagen ah e auch an-
de s e hal en. Deswegen kann man die Theo ie, die zu P oduk ions-
unk ion (2) üh , nich ablehnen. Ge ade so wi d abe on den Ve -
e e n de „Neuen Kapi al heo ie" a gumen ie . Sie zeigen, daß es ein
indi iduell du chaus mögliches p oduk i es Ve hal en gib , daß, wenn
sich alle so e hal en wü den, zu E scheinungen üh en wü de, die
nich mi de neoklassischen Theo ie e einba sind. Das is abe kein
akzep ables Gegena gumen . Es müß e ielmeh gezeig we den, daß
man Du chschni sbeobach ungen ha , die den Aussagen de neoklassi-
schen Theo ie wide sp echen, d. h. man muß es s ellen, ob die Beob-
ach ungen im mak oökonomischen Be eich den di ek en Aussagen ode
den Implika ionen de neoklassischen Theo ie wide sp echen ode nich .
Dies is das Thema de nächs en Abschni e.
III. Mak oökonomische Beobach ungen,
die du ch eine Kapi al heo ie e klä we den müssen
Wie im e s en Abschni ausge üh , wollen wi uns hie nich mi
dem Indexzahlenp oblem be assen. Wi se zen also o aus, daß es
sinn olle Maßzahlen ü Sozialp oduk , Realkapi al, We des Ka-
pi als, A bei , P eisni eau u. ä. gib . Na ü lich sind solche Meß o -
sch i en nich eindeu ig. Man kann Kapi al, P eisni eau und ande es
du chaus e schieden de inie en. Eine mak oökonomische Theo ie muß
abe so „ obus " sein, daß sie unabhängig on de jeweils speziellen
A de De ini ion diese G ößen gil .
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Reswi ching-P oblem 5
3oo Bundes epublik
Teu schland 71
2
8o
K/L
2o 25 3o 5o ' 55 6 o
Quellen: K eile (1973), S. 123 ., sowie: S a is isches Jah buch ü die Bundes epublik
Deu schland, e schiedene Jah gänge.
Figu 2
Bei de empi ischen Un e suchung de Wi scha iele Lände
haben sich au dem Mak o-Ni eau übe eins immend gewisse cha ak-
e is ische Züge e geben, die on jede Kapi al heo ie au dem mak o-
ökonomischen Ni eau e klä we den müssen1. Diese g undlegenden
Ta sachen sind:
XD
a) Hohe Lohn-P o i a en — sind in de Regel mi hohen Kapi al-
K.
A bei s ela ionen — e bunden. Diese TATSACHE 1 bezieh sich so-
L
wohl au Zei eihenanalysen (d. h. ü ein bes imm es Land im P ozeß
des Wi scha swachs ums, gl. Figu 2) als auch au eine Que schni s-
analyse, d. h. au den Ve gleich e schiedene Lände ü die gleiche
Pe iode ( gl. Figu 3). Hie bei sind die üblichen Bezeichnungen benu z :
Y = Ne osozialp oduk zu Fak o kos en zu kons an en P eisen,
L = E we bspe sonen (Beschä ig e und Selbs ändige),
K = B u oanlagekapi al on Un e nehmen zu kons an en P eisen.
Die wenigen Que schni sanalysen, die au indi iduellen Fi menda en
be uhen und ü diesen Zweck ausgenu z we den können, kommen zu
i Vgl. zum olgenden auch K elle (1977).
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w/
Uoo •
35 o
3oo .
25o .
2oo •
15o
loo "
Jah 1971
F ank eich-
linea e F ei
hand-T end
Bundes epublik
Deu schland
G oßb i annien
"Japan
i 1 1 1 i 1 1 1 1 1—
lo 2o 3o 4o 5o 60 7o 80 9o loo
K/L
Figu 3
w/
o,ll
o,l
c,o0
0,08
o,o7
0,06
c,o6
o,o4
o,o3
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G e' ie i i/ iind K/L i'ii e-
p aje i a i, e Auc ahlen o .
Fi men eine E anch.e in den .
G oiìenklas5en I, II bzw. Ili
j lede .
TA.e
E anche is mi a abi
sche
Zi e i bezeiclme : gl. A i-
.e kung zu Fig. Mik o-
Que sci 111 i 11sdd en u 1969,
G iechenland
cK/L
8 lo 12 14 16 18 2o 22 24 26
Quelle: Nikolaou (1976), S. 64 - 66 (iu2/ 2 bzw. Kg/L2, hie als wi bzw. K/L bezeichne ).
Es handel sich um eine Auswe ung eine om g iechischen Cen e o Planning and
Economic Resea ch (KE. P. E.) im Jah e 1970 du chge üh en Speziale hebung bei übe
6 000 Indus iebe ieben e schiedene G ößenklassen, B anchen und S ando e. Es we -
den hie die G ößenklassen I (3 - 9 Beschä ig e), II (10 - 49 Beschä ig e) und III (50 - 499
Beschä ig e) un e schieden Die G ößen w (= Reallohnsa z), (= Kapi al endi e), K
(= Kapi alleis ung), L (= A bei sleis ung in S unden), VA (= alue added) wu den ü
jede Fi ma aus den o iginä e hobenen Da en be echne und das geome ische Mi el
de G ößen w, , K/L und VA/L ü jede G ößenklasse jede B anche gebilde . Einige
cha ak e is ische E gebnisse sind in Fig. 4 wiede gegeben.
Die B anchen sind wie olg bezeichne : 1. Molke eip oduk e — 2. Konse enindus ie
— 3. öle und Fe e — 4. Ge eidemühlen — 5. Bäcke eien — 6. Ande e Nah ungsmi el-
indus ien — 7. Ge änke — 8. Tex ilien — 9. Bekleidung — 10. Lede und Schuhe —
11. Holz und Ko k —12. Möbel —13. Papie p oduk e —14. D ucke ei —15. Ande e chemi-
sche P oduk e — 16. Gummi- und Kuns s o e — 17. Nich -Eisen-Be gbaup oduk e —
18. Gieße eien, Me allp oduk ion — 19. Maschinenbau — 20. T anspo - und Ve keh s-
aus üs ung — 21. Ande e Indus ien.
Figu 4
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Reswi ching-P oblem 7
ähnlichen E gebnissen. Figu 4 gib das E gebnis de a ige Un e su-
chungen ü G iechenland wiede . Dabei zeig sich, daß diese posi i e
Ko ela ion zwischen Lohn-Zins-Ve häl nis und Kapi al-A bei s e häl -
nis um so ehe gil , je s ä ke agg egie wi d. Bei einzelnen B anchen
inden sich auch gegenläu ige Beziehungen ( gl. Figu 5)2.
b) TATSACHE 2 is , daß in alle Regel ein hohes Sozialp oduk p o
Kop Y/L ode ein hohe Konsum p o Kop CIL mi einem hohen Real-
kapi al p o Kop K/L e bunden is und umgekeh . Dies gil wiede um
sowohl ü die Zei eihenanalyse (d. h. ü ein Land im Wi scha s-
wachs um, gl. Figu 6 ü die Bundes epublik) als auch ü die Que -
schni sanalyse (d. h. ü e schiedene Lände ü dieselbe Pe iode,
Figu 7).
Auch dies E gebnis gil bei Ve wendung indi iduelle Fi menda en
( gl. Figu 8), jeden alls ü die Volkswi scha als Ganzes und ü die
Meh zahl alle B anchen. Dagegen inden sich auch hie Ausnahmen
( gl. Figu 9).
c) Im Zei e lau bleib die unk ionelle Einkommens e eilung,
wenn man sie mi Bezug au die Ände ungen de Zahl de Selbs ändi-
gen ko igie , kons an , jeden alls in de mi le en F is ( gl. Figu 10).
Dies is die TATSACHE 3.
d) Fü die Volkswi scha als Ganzes sind die Skalene äge e wa
kons an , d. h. die Skalenelas izi ä weich nich wesen lich on 1 ab.
En sp echende E gebnisse e häl man au e schiedene Weise, auch bei
Ve wendung on Que schni sda en (z. B. e hal en G iliches und Ring-
s ad (1971, S. 63) ü No wegen e wa 1,06. Mai esse (1974, S. 212) e -
häl ü F ank eich 0,98. Nikolaou (1976, S. 136) e häl ü G iechenland
e wa 1,08).
Diese Fes s ellungen gel en na ü lich nu ü eine einige maßen
gleichbleibende soziale und poli ische Umgebung. Niemand, de e was
on Wi scha s heo ie und -geschich e e s eh , wi d abs ei en wol-
len, daß e wa die Monopolisie ung on Mä k en, Ände ungen in de
Wi scha so dnung, abe auch wesen liche echnische Ände ungen den
Zus and de Wi scha beein lussen.
Es is nun ein e nün ige Ansa z, die T enden wicklungen, wie sie
in den Figu en 2-4 und 6-8 und Figu 10 wiede gegeben sind, als
Gleichgewich szus ände zu besch eiben. Na ü lich gib es dann, wie
aus den obigen Figu en zu e sehen is , auch e hebliche Abweichungen
2 Que schni sanalysen mi Fi menda en sind sel en. Die bekann es en
A bei en au diesem Gebie sind die on G iliches and Rings ad (1971) sowie
Mai esse (1974).
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8
Wilhelm K elle
0,11
o,l
c,9
o,l -
K/L
4—• « « 1 1 •—i . 1 . .
4 6 8 lo 12 14 16 18 2o 22 24 25 28 3o 32 34 36 38
Figu
5
3o 35 4o 45 5o " 55 Go
Figu
6
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Reswi ching-P oblem 15
de man bei Bu meis e und Dobell (1970), S. 229 . Die olgenden p ak-
ischen Be echnungen de Lohn-Zins Ku e ü die Bundes epublik be-
uhen au einem Ansa z ü n Sek o en, alle dings au einem ande en
Ansa z als dem on Bu meis e und Dobell. Fü die g undsä zlichen
Übe legungen in diesem Kapi el genüg es, den Zwei-Sek o en-Fall zu
behandeln. Wi benu zen hie bei die S anda dbezeichnungen in de
Reswi ching-Deba e, gl. e wa Ha is (1973) und Thomas (1975). Die zwei
Sek o en sind die Konsumgü e - und Kapi algü e indus ie. De Index
C soll e s e e, de Index K le z e e bezeichnen, a, ß bzw. a, b sind die
kons an en Inpu koe izien en in de Konsumgü e - bzw. in de Kapi-
algü e indus ie, d die Absch eibungs a e. De Vek o q = {a,ß,a,b,d),
o > 0 wi d als Technik bezeichne . Das Zwei-Sek o en-Modell kann
dann wie olg gesch ieben we den:
(10) xc = p
ol
xc (d + ) + ß >xc
(11) pxK = paxK (d + ) + bwxK
Hie aus kann man das P eisni eau p, die Reallohn a e w, die Realzins-
a e wie olg be echnen:
1 + ßw (m - 1)
d2) p = = £
(13) w
—
a (R
—
) / ( ) , wobei
1 <xb
(14) ( ) = m - a (m - 1) (R - ) , R = - - d , m = —
aap
Wei e hin gil :
(15a) xK = K (d + i ) , g = Wachs ums a e de P oduk ion
(iden isch in beiden Indus ien)
(15b) K = (xxc + axK
(15c) L = ß xc + bxK .
Da aus wiede um läß sich e echnen:
(15d) K/L = o /ß* (g) ,
und ü den Konsum p o Kop :
(15e) yc' = xc!L = a (R
—
g) / ߣ (g) .
Fü eine klassische Spa hypo hese (s = Spa a e, kein Spa en aus dem
Lohneinkommen) gil
(15 ) g = s .
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16 Wilhelm K elle
Auße dem ha man noch na ü liche Besch änkungen ü die au e en-
den G ößen:
(16) m > 0 , R- > 0 , ( ) > 0 , £ (g) > 0 , wß<l , a (R - ) < 1
Aus (13) und (14) läß sich ablei en:
(17a) dw/d < 0
Die Lohn-P o i Ku e sink also s e s, ebenso wie bei de neoklassi-
schen Theo ie.
(17b) i > 0 ü m > 1 (die Lohn-Zins-Ku e is kon ex)
d-
w/d % ^
(17c) I < 0 ü m < 1 (die Lohn-Zins-Ku e is konka )
Eine konka e Lohn-Zins Ku e nach (17c) wide sp ich de Neoklassik,
gl. (8b). Es exis ie keine neoklassische P oduk ions unk ion.
De Fall m<l, de zu konka en Lohn-Zins-Ku en üh , üh abe
auch zu Folge ungen, die den oben da ges ell en Ta sachen 1-3 wide -
sp echen. Man ha nämlich
, ( > 0 , alls m > 1 (= Ta sache 2)
( <0, alls m< 1 (= im Wide sp uch zu
Ta sache 2)
, ( > 0 , alls m > 1 (= Ta sache 1)
(19) dyc/d
(.K/L)
< ' „ „ ^ 1 . T17.,
° ( < 0 , alls m < 1 (= im Wide sp uch zu
Ta sache 1)
1 wh (R- )£ (g)
(20) : -- -
—
1 = -- = = cons . ü = cons .
V pK m
(20) ga an ie nu die Kons anz de Einkommens e eilung ü eine
Technik, nich im echnischen Fo sch i , en gegen den Beobach ungen,
gl. Fig. 10.
Das sogenann e Reswi ching-Phänomen kann au e en, wenn es
meh e e Techniken gib , selbs im Falle m > 1 (kon exe Lohn-Zins-
Ku e), gl. Fig. 12. „Reswi ching" bedeu e , daß in eine Volkswi -
scha dieselbe Technologie bei seh nied igem Reallohn und hohem
Realzins und bei seh hohem Reallohn und nied igem Realzins benu z
wi d, wäh end dazwischen eine ande e Technologie op imal is . Hie bei
wi d o ausgese z , daß die Un e nehme bei einem gegebenen Real-
lohn diejenige Technik ealisie en, die ih en Realzins maximie .
Wenn das Reswi ching Phänomen au i , so kann es „Sp ünge" in
de Kapi al-A bei s-Rela ion an den Umschal punk en geben. Fig. 13
is ein Beispiel da ü : Du ch „Umschal en" on de Technik 2 au Tech-
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Res wi ching-P oblem 17
nik 1 am Punk P2 in Fig. 13 is je z eine höhe e Lohn-Zins-Rela ion
mi eine nied igen Kapi al-A bei s-Rela ion e bunden, en gegen de
neoklassisschen Theo ie und en gegen den Beobach ungen4.
Die „Neue Kapi al heo ie" läß also Phänomene zu, die on de neo-
klassischen Theo ie aus „ e bo en" sind und die auch bishe in de
Mak o heo ie, d. h. bei genügende Agg egie ung, nich beobach e
wu den. Inso e n is sie allgemeine . Von ih aus gesehen e schein die
Neoklassik als ein ehe unwah scheinliche Spezial all.
VI. Kann eine konka e Lohn-Zins-Ku e angenommen we den?
Is „Reswi ching" eine sinn olle Hypo hese?
Eine konka e Lohn-Zins-Ku e (m < 1) kann an sich, wenn man die
De ini ion on m in Gleichung (14) ansieh , nich ausgeschlossen we -
den, jeden alls wenn man eine beliebige indi iduelle Fi ma be ach e .
Fü die ep äsen a i e Fi ma, die die „Du chschni sVe häl nisse" in
eine Volkswi scha wiede spiegel , muß sie abe ausgeschlossen we -
den, und zwa aus zwei G ünden: Einmal aus S abili ä sg ünden, zum
zwei en deswegen, weil die Annahme eine konka en Lohn-Zins-Ku e
zu Folge ungen üh , die bishe mak oökonomisch nich beobach e
4 Fig. 13 is gezeichne ü den Fall, bei dem das Kapi algu bei den
beiden Techniken iden isch is . Ande n alls muß man 2 Abszissen zeichnen,
und die Ve gleichba kei is e lo en. Man kann sie abe wiede he s ellen,
wenn man die A bei smenge, die in den e schiedenen Kapi algü e n „ge-
onnen" is , als gemeinsamen Maßs ab benu z . Hie au kann in diesem Zu-
sammenhang nich eingegangen we den.
Figu 12 Figu 13
2 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1978/1
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18 Wilhelm K elle
we den konn en ( gl. Gleichungen (18) - (20)). Le z e es is o ensich -
lich,wenn man z. B. Fig. 7 und 8 be ach e . Wi beschä igen uns hie
mi dem S abili ä sp oblem und we den zeigen, daß die Kon exi ä de
Lohn-Zins-Ku e (m > 1) Teil eine hin eichenden S abili ä sbedingung
ü ein mak oökonomisches Modell de A , wie es die neue Kapi al-
heo ie zug undeleg , da s ell . Uns abile Modelle üh en einmal nach
dem „Ko espondenzp inzip" on Samuelson zu E gebnissen, die den
üblichen E gebnissen de s a ischen Theo ie wide sp echen ( gl.
Samuelson 1948 S. 258, 284, 350 und passim). Die s a ische Theo ie is
abe ge ade so au gebau , daß sie die Du chschni sphänomene ich ig
besch eib . Somi wide sp echen uns abile Modelle auch den Beobach-
ungen im Du chschni .
Fü S abili ä sübe legungen muß das u sp ünglich s a ische Modell (10)
und (11) dynamisie we den:
(21) XC =
P <* XC,
(d +
TC,
)+ßw
XC,
bw
(22) xKi = axK> (d + K} ) + - xK .
P
Da aus e häl man die Zinssä ze:
Nun is das P eisni eau p abe nich kons an . Das neue P eisni eau
P +
i weich om o he gehenden p ab en sp echend de Abweichung
de Löhne de Vo pe iode on de o he gehenden Pe iode (w — w ~i)
und en sp echend de Abweichung de Zins a en ( c, ~ y , ).
Im ein achs en Fall ha man also die P eisbes immungsgleichung:
(25) P +1 = P - n (w - w -1) +
y-1 <Tc,
- K
)
,
Man sieh so o aus (25), daß p nach dem Gleichgewich sni eau p ge-
mäß (12) kon e gie , alls es kon e gie . Kon e genz i abe nu
ein, alls
(23)
(24)
n ^ 0 .
72
> 0 •
(26a)
Aus (25), (23 und 24) e häl man da ü :
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Res wi ching-P oblem 19
(27a)
dP -1
dp = 1 -2— [1 +ßw(m- 1)]
«P i
wobei w die neue, in Pe iode + 1 gel ende Lohn a e is . Da ya/a p2
ul
> 0, sind die olgenden beiden Bedingungen zusammen no wendig und
hin eichend ü die Kon e genz:
(27c) l+ßw(m-l)>0 ,
und
(27d) [1 + w (m - 1)] <
1
,
d. h. yo muß genügend klein sein.
Eine hin eichende Bedingung da ü , daß (27c) gil , is :
(27e) m > 1 ,
d. h. die Lohn-Zins-Ku e muß kon ex sein, m > 1 heiß auße dem, daß
die Konsumgü e indus ie kapi alin ensi e is als die Kapi algü e -
indus ie. Die S abili ä sbedingung (27e) ü dies Zwei-Sek o en-Wal-
as-Leon ie -Wachs umsmodell is also iden isch mi de S abili ä s-
und Eindeu igkei sbedingung ü gewisse neoklassische Zwei-Sek o en
Wachs umsmodelle ( gl. Uzawa 1961/62, 1963 und Inada 1963).
Eine konka e Lohn-Zins-Ku e is also aus S abili ä sg ünden mi
Miß auen zu be ach en. Sie is da übe hinaus wegen de Konsequen-
zen, die nich mi den Beobach ungen übe eins immen, jeden alls ü
gesam wi scha liche Ve häl nisse schon aus heo e ischen G ünden
abzulehnen. De eigen liche Tes is na ü lich die Kon on a ion mi de
Wi klichkei . Dies geschieh im olgenden Abschni .
Abe selbs bei kon exen Lohn-Zins-Ku en is ja das Reswi ching
Phänomen nich ausgeschlossen, jeden alls wenn man die Neue Kapi al-
heo ie zug undeleg . Vom S andpunk de neoklassischen Theo ie aus
is Reswi ching hie unmöglich. Soll e eine Theo ie, die zu Wiede gabe
on mak oökonomischen Ve häl nissen kons uie is , das Reswi ching
Phänomen zulassen? Wenn ja, muß die neoklassische Theo ie de Neuen
Kapi al heo ie weichen.
Nun ha sich au dem gesam wi scha lichen Ni eau bishe noch
niemals ein Phänomen au zeigen lassen, das dem Reswi ching en sp e-
chen wü de. Es e wa e auch niemand im E ns , so e was jemals zu
e leben. Soll en die Ve einig en S aa en als wi scha lich o sch i -
lichs es Land bei wei e e S eige ung des Reallohnes nun plö zlich au
die Technologien on A ghanis an wiede übe gehen? Das is doch öllig
2'
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20 Wilhelm K elle
unmöglich. Na ü lich wi d niemand e s aun sein, wenn e einen
Sa le in den Ve einig en S aa en dieselbe Technik anwenden sieh
wie ein Sa le in A ghanis an. Dies is abe nich das P oblem au
Mak oni eau. Ebenso wie in dem zu An ang genann en Beispiel des
Gü e anspo s au Las wagen ein spezielle Las wagen ah e eine
Geschwindigkei wählen kann, die in i gendwelche Rela ion zu dem
Abs and zu seinem Vo de ah e s eh , wäh end ü du chschni liche
Beobach ungen seh wohl eine Abhängigkei on Abs and und Ge-
schwindigkei zu beobach en is , so kann man auch in diesem allgemei-
ne en Fall nich aus de Möglichkei , daß sich bei eine speziellen Fi ma
ande e Ve häl nisse als im Du chschni alle Fi men zeigen, schließen,
daß die Theo ie, die das Du chschni s e hal en ich ig wiede gib ,
deswegen weggewo en we den muß. Man kann nich ein ach Technolo-
gien küns lich e inden und au G und solche E indungen die Reali ä
und Theo ien, die diese Reali ä (nich s ande es) e klä en wollen, ab-
lehnen. Die E gebnisse de neoklassischen Theo ie sind also nich ein
so unwah scheinliche Spezial all wie z. B. Ha is (1973, S. 100) und
Jäge (1974, S. 364) meinen.
Dies sind na ü lich meh heu is ische A gumen e. Auch hie müssen
Behaup ungen an de Reali ä übe p ü we den. Wi we den dahe
im olgenden Abschni die Lohn-Zins-Ku en ü die Bundes epublik
Deu schland au de G undlage de o handenen Inpu -Ou pu - und
In es i ions abellen ü e schiedene Jah e a sächlich e echnen und
sehen, ob diese Lohn-Zins-Ku en kon ex sind und ob sie sich doppel
schneiden. Einmal dü en sie sich uhig schneiden, dies is kein Wide -
sp uch zu Neoklassik, wenn man e schiedene Technologien annimm
(und bei diese Un e suchung wi d ja angenommen, daß die Inpu -
Ou pu - und In es i ionskoe izien en eines Jah ganges jeweils die
Technologie dieses Jah ganges wiede spiegeln, so daß die Koe izien en
e schiedene Jah gänge e schiedene Technologien ep äsen ie en).
In diesem Fall kann man jeden alls, was die ealisie en Technologien
angeh , einen En scheid e en. Mi Hil e on geschä z en Funk ionen
diese Inpu -Koe izien en (wobei P eissubs i u ion zugelassen wi d)
kann man dann auch bei Vo gabe ande e P eise sozusagen nich -
ealisie e Technologien e zeugen und dann eben alls nachp ü en, ob
ü diese das Reswi ching Theo em au i . Übe Expe imen e diese
A wi d auch im olgenden Abschni be ich e .
VII. Die Lohn-Zins-Ku en de Wi scha de Bundes epublik
Nachdem du ch mik oökonomische Be ach ungen nich ausgeschlos-
sen we den kann, daß die Lohn-Zins-Ku en konka sind ode daß sie,
selbs wenn sie kon ex sind, sich zweimal schneiden (so daß Reswi ching
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Res i ching-P oblem 21
möglich is ), muß man die mak oökonomischen Beobach ungen he an-
ziehen, um hie einen En scheid zu e en. Zum Glück gib es je z
ü die Bundes epublik Deu schland, dank de A bei en des Deu schen
Ins i u s ü Wi scha s o schung (DIW) und ande e Ins i u e eine
Reihe on konsis en e echne en Inpu -Ou pu -Tabellen ü die
Jah e 1954 - 1967 mi de zugehö igen Ma ix de In es i ionsko-
e izien en und de zugehö igen Impo ma ix. Dami is es möglich,
eine ganze Reihe on Lohn-P o i -Ku en ü die Bundes epublik wi k-
lich zu e echnen und dami es zus ellen, ob sie konka ode kon ex
e lau en und ob sie sich ga nich ode einmal ode zweimal schnei-
den. Wie ühe gesag , is ein einmaliges Schneiden mi dem neoklas-
sischen Ansa z e äglich, dagegen nich ein zweimaliges Schneiden.
Nun is das heo e ische Konzep de Lohn-Zins-Ku e, wie es im
o he gehenden Abschni en wickel wu de, iel zu p imi i , als daß
es unmi elba au eine eale Volkswi scha übe agen we den
könn e. Das S eue sys em is nich en hal en, de Ta sache is nich Rech-
nung ge agen, daß es aus den e schiedens en G ünden un e schied-
liche Lohn- und Zins a en in den e schiedenen B anchen gib , lang-
lebige Gü e sind nich be ücksich ig (d. h. die Maschinen gehen mi
ih en Maschinenleis ungen in die Be echnung ein, nich mi ih en Be-
s änden) usw. Wenn man also die Theo ie übe p ü en will, muß man
e schiedene Ansä ze zug undelegen, weil es ja möglich sein könn e,
daß man bei e schiedene Lösung de oben genann en p ak ischen
P obleme zu un e schiedlichen E gebnissen komm . Im olgenden wi d
nu ein Ansa z o ge agen, de zu eindeu igen E gebnissen üh . In
de Zwischenzei sind zahl eiche ähnliche Be echnungen un e Va ia-
ion de un en im einzelnen da geleg en Annahmen gemach wo den,
die alle zu analogen E gebnissen üh en. Das E gebnis häng also nich
on de speziellen A ab, wie man im einzelnen p ak isch o geh , um
den iel zu e ein ach en heo e ischen Konzep en des o he gehenden
Abschni s einige maßen ge ech zu we den.
In dem hie un e such en Spezial all is das E gebnis eindeu ig wie
olg zu besch eiben:
1. Die e schiedenen Lohn-Zins-Ku en schneiden sich en wede übe -
haup nich ode nu einmal.
2. Die Lohn-Zins-Ku en sind kon ex.
3. Im echnischen Fo sch i wi d die Neigung de Lohn-Zins-Ku en
absolu genommen imme g öße .
Dies bes ä ig ollau die „neoklassische Pa abel". Nach diesen E -
gebnissen kann man mi gu em Gewissen den neoklassischen Ansa z
wei e e wenden: Man kann die p oduk i en Gese zmäßigkei en de
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22 Wilhelm K elle
Volkswi scha de Bundes epublik Deu schland bei geeigne e Be-
echnung on Indizes ü A bei und Kapi al und bei Ein üh ung eines
Te ms ü den echnischen Fo sch i du ch eine neoklassische P oduk-
ions unk ion besch eiben. Dabei is de echnische Fo sch i , jeden-
alls wenn man nich zu wei on den ealisie en We en ü die Ka-
pi al e zinsung abgeh , als annähe nd Ha od-neu al zu be ach en.
Die e echne en Lohn-Zins-Ku en sind in Fig. 14 eilweise wiede -
gegeben.
Die Lohn-Zins-Ku en wu den un e olgenden Annahmen e echne :
1. Das Sozialp oduk wi d zu Fak o kos en bewe e , d.h. die Wi -
kung de indi ek en S eue n is aus den P eisen he ausgenommen. Dies
is geschehen, um möglichs nah an dem u sp ünglichen Ansa z de
„Neuen Kapi al heo ie" zu bleiben und S eue einwi kungen auszu-
schal en.
2. Als Reallohn wu de de Geldlohn gewogen mi dem P eisindex
ü landwi scha liche P oduk e (Sek o 1) genommen. Dies is siche
eine Ve ein achung, sie e leich e abe das Rechen e ah en und kann
dahe als e s e Annähe ung gel en.
3. Die Inpu - und In es i ionskoe izien en wu den kons an gehal-
en, d. h. es wu de angenommen, daß bei Ände ung des Reallohnes und
des Realzinses, also bei Ve schiebung au de Lohn-Zins-Ku e, die In-
pu koe izien en und In es i ionskoe izien en un e ände bleiben. Mi
ande en Wo en: Die a sächlich ealisie en und beobach e en Tech-
nologien wu den als die einzig möglichen angesehen.
4. Es wu de angenommen, daß die Vo leis ung (also de lau ende
Fak o einsa z an ep oduzie ba en P oduk ionsmi eln) unabhängig is
on de A de Zusammense zung de Bes ände an Anlagekapi al, so
daß de Vo leis ungsinpu auch bei Ände ung de Zusammense zung
des Realkapi als un e ände bleiben wi d. Dies is siche eine An-
nahme, die die Wi klichkei nu seh g ob wiede gib : In Wi klichkei
wi d de lau ende Fak o einsa z auch on den Bes änden an Realkapi al
abhängen Da abe keine Un e eilung des Vo leis ungsinpu s s a is isch
e ügba is , die diesen Inpu danach un e eil , mi welchen Anlagen
e dann wei e e a bei e bzw. sons wie e bunden is , is diese An-
nahme unumgänglich, wenn man übe haup den Ansa z de „Neuen
Kapi al heo ie" mi dem je z o handenen s a is ischen Ma e ial übe -
p ü en will.
5. Als Technologie eines bes imm en Jah es is jeweils die neues e
Technologie, wie sie in den In es i ionskoe izien en dieses Jah es zum
Ausd uck komm , e s anden, wobei de lau ende Fak o einsa z abe
gleich dem a sächlichen Fak o einsa z genommen wu de. Mi ande en
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Figu 14
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Wo en: Das „Kapi al" se z sich zusammen aus den Kapi alleis ungen,
die nach den In es i ionen des be e enden Jah ganges be echne
wu den, und aus dem lau enden Fak o eneinsa z ü Vo leis ungen und
A bei , de den Inpu -Ou pu -Tabellen en nommen wu de.
In de Li e a u inden sich Ansä ze, die nu den lau enden Fak o -
einsa z be ach en, die In es i ionsma ix abe e nachlässigen (z. B.
Bu meis e und Dobell 1970, S. 229 und Ab aham-F ois und Be ebi
1976). Ein solche Ansa z e nachlässig abe alle Kapi alleis ungen
on ixen Anlagen, jeden alls bei de je z üblichen De ini ion on In-
pu -Ou pu -Ma izen. Diese Ve nachlässigung kann auch nich du ch
die Ein üh ung globale Absch eibungen besei ig we den: In einem
disagg egie en Modell müssen die Leis ungen on Maschinen e schie-
dene A un e schieden we den. Diese können nich (wie in oll agg e-
gie en Modellen) mi eine „Globalsumme Absch eibungen" be ück-
sich ig we den.
F e ichs und Küble (1976) haben in ähnlichen Rechnungen in de Zwi-
schenzei die indi ek en S eue n be ücksich ig (also mi Ma k p eisen
ge echne ), mi dem Konsumen en-P eisindex de ia ionie s a mii;
dem P eisindex ü landwi scha liche P oduk e, und o allem mi
p eisabhängigen Inpu - und In es i ionskoe izien en ge echne . Im
Rahmen on A bei en an einem disagg egie en P ognosemodell ü
die Bundes epublik wu den Funk ionen ü die Inpu - und die Kapi al-
koe izien en e echne , die diese on P eis ela ionen, de Kapi al-
A bei s ela ion, de Kapazi ä sausnu zung und ande em abhängig
mach en. Dami wi d es möglich, die Ein lüsse eine e ände en Lohn-
Zins-Rela ion au die P eise und die Rückwi kungen de P eisände un-
gen au die Inpu - und In es i ionskoe izien en selbs in Be ach zu
ziehen. Dann we den nich beobach e e Technologien, die abe nach den
ökonome ischen Schä zungen z. B. bei ande en P eis ela ionen in E -
scheinung e en wü den, mi be ücksich ig und nich nu , wie in
Fig. 14, nu die a sächlich ealisie en Technologien (wenn man als
„ a sächlich ealisie " die Übe agung de neues en Technologien au
die ganze Volkswi scha e s eh ). Das E gebnis is p ak isch das
gleiche: Die Lohn-Zins-Ku en sind s e s kon ex, sie schneiden sich
höchs ens einmal, und sie we den imme s eile , wenn de echnische
Fo sch i zunimm , jeden alls in eine Umgebung de a sächlich
ealisie en Zinssä ze. Na ü lich e lau en die Ku en im einzelnen
e was ande s, abe im Gesam bild eben nich seh e schieden.
Die Lohn-Zins-Ku en de Fig. 14 wu den wie olg e echne . Be-
kann lich olg aus dem Leon ie schen Ansa z ü die P eisbes immung
alle Gü e bei o gegebenen P oduk ionskoe izien en:
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Die kapi al heo e ische Kon o e se; Tes zum Reswi ching-P oblem 31
on Weizäcke , C. Ch. (1971), S eady S a e Capi al Theo y, Heidelbe g.
— and P. A. Samuelson (1971), A New Labo Theo y o Value o
Ra ional Plannung h ough Use o Bou geois P o i Ra e, P oceedings o
he Na ional Academy o Sciences; Deu sche Ube se zung in: Nu zinge ,
H. G. und E. Wol s e e (H sg.), Die Ma xsche Theo ie und ih e K i ik,
II, F ank u 1974.
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