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Forschungsmonitoring "Arbeit der Zukunft" Ausgabe 27 - Juli bis September 2024 (Berichtszeitraum)

Cömert, Bilge

Abstract

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Full text

Cömert, Bilge Working Paper Forschungsmonitoring "Arbeit der Zukunft" Ausgabe 27 - Juli bis September 2024 (Berichtszeitraum) Working Paper Forschungsförderung, No. 358 Provided in Cooperation with: The Hans Böckler Foundation Suggested Citation: Cömert, Bilge (2024) : Forschungsmonitoring "Arbeit der Zukunft" Ausgabe 27 - Juli bis September 2024 (Berichtszeitraum), Working Paper Forschungsförderung, No. 358, HansBöckler-Stiftung, Düsseldorf This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/308038 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. 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Bilge Cömert studierte Sozialwissenschaften in Berlin und Frankfurt am Main. Derzeit arbeitet sie am „Horizon Europe“-Forschungsprojekt „RESIST – Fostering Queer Feminist Intersectional Resistances against Transnational Anti-Gender Politics“ an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). © 2024 by Hans-Böckler-Stiftung Georg-Glock-Straße 18, 40474 Düsseldorf www.boeckler.de „Forschungsmonitoring ‚Arbeit der Zukunft‘ Ausgabe 27“ von der Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“ ist lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (BY). Diese Lizenz erlaubt unter Voraussetzung der Namensnennung des Urhebers die Bearbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung des Materials in jedem Format oder Medium für beliebige Zwecke, auch kommerziell. (Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/de/legalcode) Die Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz gelten nur für Originalmaterial. Die Wiederverwendung von Material aus anderen Quellen (gekennzeichnet mit Quellenangabe) wie z. B. von Schaubildern, Abbildungen, Fotos und Textauszügen erfordert ggf. weitere Nutzungsgenehmigungen durch den jeweiligen Rechteinhaber. ISSN 2509-2359 FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 3 Inhalt Über das Forschungsmonitoring............................................................. 5 1. Überblick über aktuelle Publikationen und Studien ............................ 7 1.1 Digitalisierung ............................................................................. 7 Gesellschaftspolitische Studien und Beschäftigungsprognosen ........................................................... 7 Betrieblich orientierte Studien ..................................................... 8 International vergleichende Studien ............................................ 8 Digitalisierung im Dienstleistungssektor ...................................... 9 1.2 Standards für digitale Arbeitsformen ......................................... 10 Plattformarbeit .......................................................................... 10 Agile Arbeit ............................................................................... 13 Wandel von Mitbestimmung ...................................................... 14 1.3 Beschäftigung im Wandel ......................................................... 15 Veränderung von Tätigkeiten und Berufen ................................ 15 Geschlechterverhältnisse und Beschäftigung ............................ 18 Diversity am Arbeitsmarkt – Ältere, Menschen mit Behinderung, Migrant*innen, LGBTQI ....................................... 22 Qualifizierung ............................................................................ 28 1.4 Arbeit aufwerten ........................................................................ 30 Faire Entlohnung....................................................................... 30 Bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit ....................................... 32 1.5 Humanisierung der Arbeit 4.0.................................................... 35 Digitale Transformation der Arbeit am Menschen ausrichten ................................................................................. 35 Gesundheit & Vorbeugung psychischer Risiken ........................ 36 1.6 Atmende Arbeitszeiten und Zeitarrangements .......................... 37 Arbeitszeit ................................................................................. 37 Arbeitszufriedenheit .................................................................. 38 Flexibilisierung .......................................................................... 39 1.7 Innovationsbegriff weiten .......................................................... 40 Soziale Innovation und alternative Wirtschaftsformen ............... 40 1.8 Künstliche Intelligenz (KI) .......................................................... 42 Einsatz von KI ........................................................................... 42 1.9 Sozial-ökologische Transformation ........................................... 45 FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 4 2. A Closer Look: Zusammenfassung ausgewählter Studien des Monitorings ............................................................................... 48 3. Keep in Mind: Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld ................................................................. 52 3.1 Auswahl neuer Forschungsprojekte der HBS ............................ 52 3.2 Auswahl weiterer Forschungsprojekte ....................................... 54 3.3 Termine, Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld .......................................................... 57 Aktuelle Veranstaltungen .......................................................... 57 Podcasts ................................................................................... 59 Veranstaltungsdokumentationen ............................................... 62 FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 5 Über das Forschungsmonitoring Das Forschungsmonitoring gibt einen Überblick über aktuelle Studien und Publikationen zur Arbeitswelt der Zukunft. Es orientiert sich an den Schwerpunkten, die unter dem Dach „Arbeit der Zukunft“ im Nachgang zum Kommissionsbericht „Arbeit transformieren!“ bearbeitet werden. Schwerpunkte sind die Bereiche Digitalisierung und Arbeit der Zukunft, Standards für digitale Arbeitsformen, Beschäftigung im Wandel, Arbeit aufwerten, Humanisierung der Arbeit 4.0, Atmende Arbeitszeiten und Zeitarrangements, Innovationsbegrifflichkeiten, Künstliche Intelligenz und Sozial-ökologische Transformation. Das Forschungsmonitoring erscheint als exklusiver Informationsservice für unsere Stakeholder bereits seit 2018. Es wird seit Ausgabe 17 auf www.boeckler.de und auf der Microsite der Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“ veröffentlicht. Das Monitoring ist in drei Teile gegliedert. Es beginnt mit einem „Überblick über aktuelle Publikationen und Studien“. Teil 2 („A Closer Look: Zusammenfassung ausgewählter Studien des Monitorings“) hebt einzelne Publikationen hervor und fasst diese hinsichtlich ihrer Relevanz für Gewerkschaften und Betriebsräte zusammen. In dieser Ausgabe des Forschungsmonitorings werden zwei aktuelle Publikationen im Detail vorgestellt. Zunächst geht es um die Studie von Alexander Burstedde und Jurek Tiedemann, deren IW-Arbeitsmarktfortschreibung aufzeigt, wie sich Beschäftigung und Fachkräftelücke in den fünf Jahren bis 2027 entwickeln würden, wenn sich die empirischen Trends der letzten sieben Jahre weiter fortsetzen würden. Bei der zweiten Publikation handelt es sich um die Untersuchung von Veronique Helwing-Hentschel et al., die die Sorgfaltspflicht in der Branche der deutschen Transportlogistik fokussiert. Die Autor*innen verdeutlichen anhand einer Fallanalyse, wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Arbeitsund Menschenrechtsverletzungen entgegenwirken kann, sehen in der Einführung der EU-Lieferkettenrichtlinie allerdings das Potenzial, die Sorgfaltspflicht noch wirksamer durchzusetzen. Im dritten Teil („Keep in Mind: Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld“) wird auf eine Auswahl neuer laufender Forschungsprojekte der HBS und auf weitere aktuelle Initiativen und Projekte hingewiesen. Die Recherche erfolgt online, wobei neben allgemeiner Stichwortsuche auch auf den Webseiten wichtiger Akteure (Gewerkschaften, Stiftungen, Institute, Organisationen, Parteien, Ministerien) systematisch nach neuen Publikationen und Initiativen gesucht wird. Sofern vorhanden, basieren FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 6 die Kurzerläuterungen auf online auffindbaren Abstracts oder Zusammenfassungen, die leicht überarbeitet werden. Das Monitoring erscheint in der Regel alle drei Monate. Über die Webdatenbank „zukunftarbeit“ (BibSonomy) kann auf die gesammelten Studien und Publikationen online zugegriffen werden. Verschlagwortung und Stichwortsuche vereinfachen die Recherche. Der Link zur digitalen Publikationssammlung lautet: www.bibsonomy.org/user/ zukunftarbeit. Anregungen und Hinweise auf Publikationen und Projekte können gerne geschickt werden an: arbeit-der-[email protected] Viel Spaß beim Lesen des Monitorings wünscht die Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“ November 2024 FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 7 1. Überblick über aktuelle Publikationen und Studien 1.1 Digitalisierung Gesellschaftspolitische Studien und Beschäftigungsprognosen Burkert, Carola; Röhrig, Annette; Jahn, Daniel Digitalisierung der Arbeitswelt: Mögliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Hessen – Aktualisierung 2022 IAB-Regional Hessen 2/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 14. August 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=2272490 In dieser Publikation werden die neuen Werte des Substituierbarkeitspotenzials 2022 für Hessen nach Anforderungsniveaus und Berufssegmenten dargestellt und die Entwicklung von 2013 bis 2022 aufgezeigt. Darüber hinaus wird die Betroffenheit von den Auswirkungen des Einsatzes neuer Technologien in Hessen untersucht, indem die Anteile der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen mit niedrigem, mittlerem und hohem Substituierbarkeitspotenzial analysiert und der Zusammenhang zwischen Substituierbarkeitspotenzial und Beschäftigungsentwicklung untersucht werden. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 8 Betrieblich orientierte Studien Heinze, Daniil; Weber, Anja Digital Office Index 2024. Studie zur Digitalisierung von Geschäftsund Verwaltungsprozessen in deutschen Unternehmen Bitkom, Berlin September 2024 www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Digital-Office-Index Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Digitalisierung von Büround Verwaltungsprozessen in deutschen Unternehmen. Basierend auf einer repräsentativen Befragung von 1.103 Unternehmen untersucht die Studie, inwieweit digitale Lösungen sowie unterschiedliche Technologien bereits im Einsatz sind und welche Fortschritte bei der digitalen Transformation erzielt wurden. International vergleichende Studien Mind the AI Divide: Shaping a Global Perspective on the Future of Work United Nations, Office of the Secretary-General’s Envoy on Technology, New York; International Labour Organization, Genf 26. Juli 2024 www.ilo.org/publications/major-publications/mind-ai-divide-shapingglobal-perspective-future-work Der Bericht befasst sich mit der kritischen Frage des ungleichen Zugangs zu Künstlicher Intelligenz (KI), digitaler Infrastruktur, fortschrittlicher Technologie, hochwertiger Bildung und Ausbildung und dessen Auswirkungen auf die globale Gleichheit, Fairness und soziale Gerechtigkeit. Der Bericht ruft zu weiteren gemeinsamen Anstrengungen auf, um die globale KIGovernance zu gestalten, die Menschenwürde und Arbeitsnormen zu wahren und die wirtschaftlichen Möglichkeiten für alle zu erweitern. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 15 1.3 Beschäftigung im Wandel Veränderung von Tätigkeiten und Berufen Pongratz, Hans J.; Graf, Sebastian; Schulze Buschoff, Karin Arbeit in ihrer Vielfalt: Der Arbeitsbegriff der Arbeitenden WSI Study 39 Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf Juli 2024 www.wsi.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008916 Geldverdienen im Job, den Haushalt versorgen, sich ehrenamtlich engagieren, Angehörige betreuen oder an bezahlten Umfragen teilnehmen – all diese verschiedenen Tätigkeiten lassen sich auch als Arbeit verstehen. Angesichts derartiger Vielfalt bleibt die Definition von Arbeit in der Forschung umstritten. Vermittels einer qualitativen Befragung haben die Autor*innen untersucht, welche Kriterien die Arbeitenden selbst verwenden, wenn sie ihr Tun als Arbeit bezeichnen. Die Studie zeigt, warum manche Tätigkeiten eher als Arbeit begriffen werden als andere. Als implizite Alltagstheorie wird ein kulturelles Deutungsschema von Arbeit erkennbar, dass zu einer Neujustierung des Arbeitsbegriffs anregt. Risius, Paula In diesen Berufen wird besonders viel ausgebildet IW-Kurzbericht 48/2024 Institut der deutschen Wirtschaft, Köln 27. Juli 2024 www.iwkoeln.de/studien/paula-risius-in-diesen-berufen-wird-besondersviel-ausgebildet.html Ein zentraler Pfeiler der Fachkräftesicherung ist die duale Ausbildung. In einigen Berufen wird, gemessen am Beschäftigtenbestand, besonders intensiv ausgebildet. Mehr als eine halbe Million offene Stellen ließen sich im letzten Jahr bundesweit nicht besetzen – 317.000 davon entfielen auf Stellen, für die in der Regel eine Berufsausbildung erforderlich ist. Viele FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 16 Firmen versuchen mit der Erschließung spezifischer Zielgruppen, wie Frauen, Älteren oder internationalen Fachkräften, mehr Stellen zu besetzen oder nutzen flexible Arbeitszeitmodelle, um Fachkräfte mit weiteren Verpflichtungen zu entlasten. Die größten Potenziale zur Fachkräftesicherung messen Unternehmen jedoch der betrieblichen Ausbildung bei. Kunath, Gero; Malin, Lydia; Werner, Dirk Fachkräfteengpässe in Westund Ostdeutschland – ähnliche Probleme, unterschiedliche Lösungsansätze KOFA Kompakt 6/2024 Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, Berlin/Köln 5. Juli 2024 www.iwkoeln.de/studien/gero-kunath-lydia-malin-dirk-wernerfachkraefteengpaesse-in-west-und-ostdeutschland-aehnliche-problemeunterschiedliche-loesungsansaetze.html Sowohl in Ostals auch in Westdeutschland stellt der Fachkräftemangel eine Herausforderung dar. Der Anstieg des Fachkräftemangels seit 2010 verlief in beiden Landesteilen weitestgehend parallel. Auch die Berufe, in denen die Stellenbesetzung besonders schwierig ist, überschneiden sich. Trotz der vergleichbaren Herausforderungen ergeben sich unterschiedliche Lösungsansätze: In Ostdeutschland ist der demografische Wandel präsenter und die Einbindung älterer Beschäftigter sowie das Potenzial internationaler Fachkräfte sollten für die Minderung von Fachkräfteengpässen stärker genutzt werden. Im Westen bietet insbesondere eine Anhebung des Arbeitsvolumens von Frauen noch Potenzial. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 17 Holtrup, André Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft – arbeitspolitische Baustellen WSI-Mitteilungen 4/2024, S. 243–351 Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf August 2024 www.wsi.de/de/wsi-mitteilungen-fachkraeftesicherung-in-derbauwirtschaft-62251.htm Der Bauwirtschaft kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, Infrastrukturen für die Digitalisierung und Energiewende bereitzustellen, genügend Wohnraum zu schaffen und den Gebäudebestand energetisch zu sanieren. Bisher wird kaum diskutiert, wie Arbeitsund Beschäftigungsbedingungen ausgestaltet sein müssen, um mehr Menschen für Tätigkeiten in der Branche zu gewinnen und langfristig zu halten. Der Beitrag will diese Leerstelle in der arbeitssoziologischen Diskussion füllen. Als zentrale Elemente einer Fachkräftestrategie werden sicherere Beschäftigungsperspektiven, höhere Einkommen, eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung sowie vielfältigere Einstiegsund Entwicklungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Thode, Eric; Wink, Roman Entwicklung und Zukunft des ostdeutschen Arbeitsmarkts Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 7. August 2024 www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/ entwicklung-und-zukunft-des-ostdeutschen-arbeitsmarkts-1 Der Arbeitsmarkt in den ostdeutschen Bundesländern hat kräftig aufgeholt. Die Arbeitslosenquote ist seit der Wende deutlich gesunken, die Erwerbstätigkeit erheblich gestiegen. Auch der Anteil der Arbeitnehmer*innen im Niedriglohn geht zurück. Die großen Baustellen im Osten bleiben die zu niedrige Produktivität, das geringere Lohnniveau – und das in der Nachwendezeit entstandene hartnäckige Gefühl, benachteiligt zu sein. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 18 Panahian Fard, Dina; Schmucker, Alexandra; Seth, Stefan; Umkehrer, Matthias; Zimmermann, Florian Linked-Employer-Employee-Daten des IAB: LIAB-Längsschnittmodell (LIAB LM) 1975–2021 FDZ-Datenreport 4/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 8. August 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14167505 Das LIAB-Längsschnittmodell 7521 ist einer der Linked-Employer-Employee-Datensätze des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB), die über das Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit für wissenschaftliche Auswertungen zur Verfügung stehen. Es verknüpft Informationen zu Betrieben aus dem IAB-Betriebspanel mit Information zu deren Beschäftigten aus den Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit. Das IAB-Betriebspanel ist eine jährliche repräsentative Arbeitgeberbefragung zu betrieblichen Determinanten der Beschäftigung. Geschlechterverhältnisse und Beschäftigung Collischon, Matthias; Zimmermann, Florian Gender Pay Gap variiert stark zwischen den Branchen IAB-Forum – Grafik aktuell Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 3. Juli 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14041964 Die unbereinigte Lücke in den Stundenlöhnen zwischen Männern und Frauen in Deutschland liegt bei 18 Prozent; die bereinigte Lohnlücke, also zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Tätigkeiten, Qualifikationen und Erwerbsbiografien, ist mit 7 Prozent deutlich niedriger. Für die Debatte um Geschlechterungleichheit am Arbeitsmarkt ist es jenseits dieser Durchschnittsbetrachtung wichtig, branchenspezifische Unterschiede zu berücksichtigen. Detaillierte Daten des IAB für das Jahr 2021 belegen, dass der Gender Pay Gap zwischen den Branchen stark variiert. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 19 Ehab, Maye; Goßner, Laura; Kosyakova, Yuliya; Schreyer, Franziska Geflüchtete Frauen in unterschiedlichen Haushaltskonstellationen: Frauen ohne Partner und ohne Kinder nehmen am häufigsten am Erwerbssystem teil IAB-Kurzbericht 14/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg Juli 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14136652 Frauen, die nach Deutschland geflüchtet sind, leben hier in unterschiedlichen Haushaltskonstellationen: Viele wohnen mit Partner und mit Kindern zusammen, etliche ohne diese oder sie sind alleinerziehend. Ergebnisse der IAB-BAMF-SOEPBefragung von Geflüchteten für die Jahre 2016 bis 2021 ermöglichen einen differenzierten Blick auf die Situation geflüchteter Frauen und damit auch auf jene ohne Partner und ohne Kinder – Frauen, die bisher eher im Schatten der Aufmerksamkeit stehen. Gambaro, Ludovica; Huebener, Mathias; Schmitz, Sophia; Spieß, C. Katharina Unlocking Potential: Childcare Services and Refugees’ Integration, Employment and Well-Being IZA Discussion Paper 17181 Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Bonn Juli 2024 www.iza.org/publications/dp/17181/unlocking-potential-childcareservices-and-refugees-integration-employment-and-well-being Während geflüchtete Frauen bei der Betreuung von Kindern in den Aufnahmeländern vor besonderen Herausforderungen stehen, gibt es nur wenige Erkenntnisse über die Auswirkungen von Kinderbetreuungsdiensten auf ihre Integration. In diesem Beitrag untersuchen die Autor*innen die Rolle von Kinderbetreuungsdiensten für die Integration, die Beschäftigung und das Wohlbefinden von nach Deutschland geflüchteten ukrainischen Müttern. Sie finden eine starke Korrelation zwischen dem Besuch von Kinderbetreuungseinrichtungen und der Teilnahme von geflüchteten Müttern an Sprachkursen, Arbeitsmarktaktivitäten und sozialer Interaktion. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 20 Harris, Jorgen M.; Patacchini, Eleonora Closing the Gender Gap: Promoting Labour Market Participation IZA Discussion Paper 17219 Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Bonn August 2024 www.iza.org/publications/dp/17219/closing-the-gender-gap-promotinglabour-market-participation In vielen Ländern ist ein erheblicher Teil des geschlechtsspezifischen Verdienstgefälles auch auf eine geringere Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen. Nichterwerbstätigkeit im Alter der Mutterschaft ist häufig, auch in Industrieländern, und kann dauerhafte Folgen für die Chancen auf eine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt und Beförderungen haben. In diesem Papier erörtern die Autor*innen die wichtigsten Hindernisse für die Erwerbsbeteiligung von Frauen und untersuchen die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen zur Überwindung dieser Hindernisse: Elternzeit, spezifische Elternzeit für Väter, staatlich finanzierte Kinderbetreuung, verlängerte Unterrichtszeiten und individuelle Besteuerung. Baranska, Paulina; Picard, Séverine Safe at work, safe at home, safe online: Tackling gender-based violence and harassment in a changing world of work European Trade Union Confederation, Brüssel 27. September 2024 https://etuc.org/en/publication/safe-work-safe-home-safe-online-tacklinggender-based-violence-and-harassment-changing Die Studie befasst sich mit der aktuellen Entwicklung von geschlechtsspezifischer Gewalt am Arbeitsplatz. Ein Bericht der European Trade Union Confederation (ETUC) aus dem Jahr 2017 verdeutlichte die Notwendigkeit von rechtlichen und gewerkschaftlichen Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung in Europa und führte zu Empfehlungen wie Tarifverhandlungen zur Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt, Gender Mainstreaming, besseren rechtlichen Rahmenbedingungen und Sensibilisierungsmaßnahmen. Die Autorinnen zeigen weiterhin auf, wie der Übergang zu digitaler Arbeit spezielle Risiken für Frauen am Arbeitsplatz birgt. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 21 Sandner, Malte; Yükselen, Ipek Unraveling the Gender Wage Gap: Exploring Early Career Patterns among University Graduates IZA Discussion Paper 17293 Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Bonn September 2024 www.iza.org/publications/dp/17293/unraveling-the-gender-wage-gapexploring-early-career-patterns-among-university-graduates Unter Verwendung eines Datensatzes, der 5.000 Hochschulabsolvent*innen mit Masteroder gleichwertigen Abschlüssen einer großen deutschen Universität mit detaillierten Beschäftigungsdaten aus dem deutschen Sozialversicherungsregister verknüpft, analysieren die Autor*innen speziell den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied bei der ersten Anstellung und dessen Dynamik während der ersten Jahre ihrer beruflichen Laufbahn nach dem Abschluss. Sie stellen fest, dass bereits bei der ersten Beschäftigung nach dem Hochschulabschluss ein erheblicher geschlechtsspezifischer Lohnunterschied besteht, noch bevor die meisten jungen Menschen familienplanerische Entscheidungen treffen. Damelang, Andreas; Rückel, Ann-Katrin; Stops, Michael Gender Stereotyping in the Labor Market: A Descriptive Analysis of Almost One Million Job Ads across 710 Occupations and Occupational Positions IAB-Discussion Paper 13/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 30. September 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14214903 Die Autor*innen analysieren Muster stereotypisierter Darstellungen von Geschlechtern (gender stereotyping) in Stellenanzeigen und vergleichen diese Muster. Die Ergebnisse zeigen zunächst, dass in der Stichprobe Berufe eher weiblich als männlich stereotypisiert sind. Sie untersuchen im Weiteren zwei Berufsgruppen näher, die sich deutlich hinsichtlich ihrer Anforderungen und Tätigkeitsinhalte unterscheiden, und hohe Relevanz bezüglich wichtiger Megatrends wie der Digitalisierung und dem demografischen Wandel haben: einerseits Mathematik, Informatik, Naturund Ingenieurwissenschaft und Technik (MINT), andererseits Berufe im Gesundheitsund Sozialwesen. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 22 Diversity am Arbeitsmarkt – Ältere, Menschen mit Behinderung, Migrant*innen, LGBTQI Söhn, Janina Berufliche Neuanfänge in der zweiten Lebenshälfte. Alter und berufliche Mobilität: Aufwärts, abwärts oder nur anders? Working Paper Forschungsförderung 342 Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf Juli 2024 www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008915 Wie beeinflusst das Alter die berufliche Mobilität? Gibt es altersspezifische Wirkungsweisen anderer Einflüsse auf Berufswechsel? Dies beantwortet die Autorin in diesem Forschungsbericht auf Basis repräsentativer Daten zu Jobübergängen im Alter von 30 bis 69 Jahren. Ältere Erwerbstätige, teils schon ab Mitte 40, nehmen eher als Jüngere in Kauf, einen abwärts gerichteten Berufswechsel zu vollziehen bzw. keinen aufwärts gerichteten zu realisieren, um etwa auf Teilzeit zu reduzieren, von einer befristeten in eine unbefristete Stelle zu wechseln oder um keine Überstunden mehr leisten zu müssen. Walwei, Ulrich Ältere Arbeitskräfte im demografischen Wandel: Beschäftigungspotenziale im internationalen Vergleich IAB-Forschungsbericht 14/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 10. Juli 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14111978 Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Rentenfinanzierung rückt die Erwerbsbeteiligung älterer Personen verstärkt in den Fokus. Der Bericht startet mit einer Übersicht der Erwerbsarbeit von Älteren in einem breiteren internationalen Vergleich. Dem folgt eine Situationsbeschreibung für Deutschland. Im Anschluss soll ein genauerer Blick auf die Länder gerichtet werden, die bei der Erwerbstätigkeit Älterer ganz vorne stehen. Es geht darum, Anhaltspunkte für diejenigen Faktoren zu erhalten, die das hohe Beschäftigungsniveau der Älteren in diesen Ländern begünstigt haben könnten. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 23 Büttner, Thomas; Schewe, Torben; Stephan, Gesine Die Förderung von älteren Arbeitslosen verbessert deren Beschäftigungschancen IAB-Forum Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 15. Juli 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14126336 Gemessen an den Zugängen in Arbeitslosigkeit erhalten ältere Arbeitslose anteilig seltener eine Förderung als jüngere Arbeitslose. Die Förderung mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten im Rechtskreis SGB III kann jedoch dazu beitragen, ihre Beschäftigungschancen deutlich zu verbessern. Eine Wirkungsanalyse zeigt, dass der Anteil der älteren Geförderten, die sich anderthalb Jahre nach Förderbeginn in ungeförderter Beschäftigung befinden, deutlich höher ausfällt als für vergleichbare ungeförderte Arbeitslose. Verbreitete Unsicherheit. Atypische und prekäre Beschäftigungsmerkmale bei Menschen mit Migrationshintergrund DGB Kompakt 2/2024 Institut DGB-Index Gute Arbeit, Berlin Juli 2024 https://innovation-gute-arbeit.verdi.de/veroeffentlichungen/ ++co++695ba00e-49d9-11ef-b0d4-91c6675fa62f Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland besonders häufig von atypischen und prekären Beschäftigungsmerkmalen betroffen. Vor allem Arbeitnehmer*innen mit eigener Zuwanderungserfahren arbeiten häufig mit befristeten Verträgen, geringen Einkommen und in sogenannter Einfacharbeit. Das zeigt eine Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 24 Lange, Martin; McNamara, Sarah; Schmidt, Philipp; Barreto, César; Sommerfeld, Katrin; Streng, Martin Migration and Integration in European Labour Markets Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim 27. Juli 2024 www.zew.de/publikationen/migration-and-integration-in-europeanlabour-markets In diesem Gutachten untersuchen die Autor*innen zunächst die Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen in der EU anhand einer Vielzahl von Dimensionen; im Anschluss analysieren sie die Auswirkungen der Einwanderung auf die Löhne der einheimischen Arbeitnehmer*innen, wobei sie sich auf deutsche individuelle Mikrodaten stützen. Brücker, Herbert; Ehab, Maye: Jaschke, Philipp; Kosyakova, Yuliya Labor market integration of refugees: Improved institutional settings promote employment IAB-Kurzbericht 10/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg Juli 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14121401 Die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten wird insbesondere zu Beginn ihres Aufenthalts durch verschiedene institutionelle Hürden wie Asylverfahren, Beschäftigungsverbote und Wohnsitzauflagen beeinträchtigt, die im Zeitverlauf abgebaut werden. Das zeigen Analysen auf Basis der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten. Sprachund andere Integrationsprogramme erleichtern zudem schrittweise die Integration in den Arbeitsmarkt. Dies spiegelt sich in dem Anstieg der Erwerbstätigenquote der 2015 zugezogenen Geflüchteten auf knapp zwei Drittel im Jahr 2022 wider. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 31 des russischen Überfalls auf die Ukraine verbunden waren. Für die Lohnpolitik ergibt sich weiterhin Aufholbedarf, um zu einer gerechteren Lastenverteilung zwischen Arbeit und Kapital beizutragen. Helwing-Hentschel, Veronique; Franz, Martin; Verfürth, Philip Sorgfaltspflicht in Transportlieferketten: Gesamte Lieferkette in den Blick nehmen Working Paper Forschungsförderung 343 Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf Juli 2024 www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008904 Spätestens seit den wochenlangen Streiks von LKW-Fahrenden aus osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern an der Raststätte in Gräfenhausen im Jahr 2023 ist klar, dass kriminelle Ausbeutung und Verstöße gegen Menschenrechte entlang der Lieferkette nicht nur in fernen Ländern stattfinden, sondern auch in Deutschland. Am Fall Gräfenhausen zeigt sich, wie sich die Branche der Transportlogistik in den vergangenen Jahren verändert hat, wie das deutsche Lieferkettengesetz hier gegriffen hat und warum gerade für diese Branche das EU-Lieferkettengesetz ein Gamechanger sein wird. Lesch, Hagen; Eckle, Lennart Tarifpolitischer Bericht 1. Halbjahr 2024: Nachschlagdebatten belasten Tarifverhandlungen IW-Report 32/2024 Institut der deutschen Wirtschaft, Köln 6. August 2024 www.iwkoeln.de/studien/hagen-lesch-nachschlagdebatten-belastentarifverhandlungen.html Im ersten Halbjahr 2024 fanden in 20 näher untersuchten Branchen des IW-Tarifmonitorings insgesamt 23 Tarifverhandlungen statt. Eine Analyse zeigt, dass es in vielen dieser Verhandlungen sehr konfliktreich zuging. Die maximale Eskalationsstufe – sie gibt auf einer siebenstufigen Skala an, bis zu welcher Stufe ein Konflikt eskaliert – lag im Durchschnitt bei 3,0. Das ist einer der höchsten Werte, die seit dem Beginn des Untersuchungszeitraums im Jahr 2000 gemessen wurden. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 32 Bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit Gambaro, Ludovica; Gehlen, Annica; Spieß, C. Katharina; Wrohlich, Katharina; Ziege, Elena Aufteilung von Erwerbsund Sorgearbeit bei Eltern: Wunsch und Wirklichkeit liegen teils weit auseinander DIW Wochenbericht 29/2024, S. 459–466 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin 17. Juli 2024 www.diw.de/de/diw_01.c.908180.de/publikationen/wochenberichte/ 2024_29_1/aufteilung_von_erwerbs-_und_sorgearbeit_bei_eltern__ wunsch_und_wirklichkeit_liegen_teils_weit_auseinander.html Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der geschlechtsspezifischen Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt liegt in der Erwerbsund Sorgearbeit: Nach der Geburt des ersten Kindes teilen sich Paare diese deutlich ungleicher auf. Auch wenn der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen, in den letzten 15 Jahren nicht zuletzt dank des im Jahr 2007 eingeführten Elterngeldes stark zugenommen hat, nimmt die Mehrheit der Väter nach wie vor keine Elternzeit. Väter, die dies doch tun, pausieren deutlich kürzer als Mütter von ihrem Job. Nach der Elternzeit kehren Mütter selbst nach vorheriger Vollzeiterwerbstätigkeit überwiegend in Teilzeit auf den Arbeitsmarkt zurück, was bei Vätern so gut wie gar nicht der Fall ist. Huebener, Mathias; Jessen, Jonas; Kühnle, Daniel; Oberfichtner, Michael Längere Elternzeiten haben langfristig keine negativen Auswirkungen auf die Betriebe IAB-Forum Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 18. Juli 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14112988 Die Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 führte bei vielen Müttern zu längeren Auszeiten. In den betroffenen Betrieben entstanden dadurch größere Beschäftigungslücken, die sie nur teilweise ausgeglichen haben. Auf längere Sicht sind jedoch keine nachteiligen Folgen auf die Beschäf- FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 33 tigung, die Lohnsumme oder gar den Fortbestand der betroffenen Betriebe festzustellen. Blesch, Maximilian; Gehlen, Annica; Geyer, Johannes; Haan, Peter; Klotz Stefan Abschaffung der Mütterrente würde Altersarmut erhöhen DIW Wochenbericht 31–32/2024, S. 495–502 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin 31. Juli 2024 www.diw.de/de/diw_01.c.909964.de/publikationen/wochenberichte/ 2024_31_1/abschaffung_der_muetterrente_wuerde_altersarmut_ erhoehen.html Seit der Einführung der Mütterrente im Jahr 2014 steht diese aufgrund ihrer überwiegenden Finanzierung aus Beitragsmitteln in Kritik, da der Bund keine den zusätzlichen Ausgaben entsprechenden Steuerzuschüsse vorgesehen hatte, und die Tatsache, dass sie die Ausgaben der Rentenversicherung über einen längeren Zeitraum erheblich belasten würde. Die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung sorgt dafür, dass (insbesondere) Frauen nach der Geburt eines Kindes aufgrund der dann häufig eingeschränkten Erwerbstätigkeit weiterhin Rentenansprüche sammeln, die zu einer Absicherung im Alter beitragen. Geyer, Johannes; Haan, Peter; Teschner, Mia The Impact of Macroeconomic Conditions on Long-Term Care: Evidence on Prices DIW Discussion Papers 2096 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin 3. August 2024 www.diw.de/de/diw_01.c.910900.de/publikationen/diskussionspapiere/ 2024_2096/the_impact_of_macroeconomic_conditions_on_longterm_care__evidence_on_prices.html Der Preis für institutionelle Langzeitpflege wird maßgeblich von makroökonomischen Bedingungen beeinflusst. Es zeigt sich, dass eine höhere Arbeitslosenquote die Preise sowohl für Dauerpflege als auch für Unterkunft und Verpflegung in Pflegeheimen erhöht. Diese Preiseffekte werden FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 34 durch eine Verschiebung der Zusammensetzung der Patient*innen erklärt. Bei einer höheren Arbeitslosenquote wechseln mehr Pflegebedürftige mit einem hohen Bedarf an arbeitsintensiver Pflege in Pflegeheime, während Pflegebedürftige mit geringer Beeinträchtigung vermehrt auf ambulante oder informelle häusliche Pflege umsteigen. Lott, Yvonne Alles beim Alten: Der Gender Care Gap in der Erwerbsbevölkerung WSI Policy Brief 83 Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf September 2024 www.wsi.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008938 Beim Gender Care Gap, also der Verteilung von unbezahlter Arbeit zwischen erwerbstätigen Frauen und Männern, ist alles beim Alten: Erwerbstätige Frauen stemmen nach wie vor den Löwenanteil an Kinderbetreuung, Pflege, Hausarbeit und Co. Insgesamt arbeiten sie durchschnittlich eine Stunde länger in der Woche als erwerbstätige Männer. Dies zeigt eine Sonderauswertung auf Basis der Zeitverwendungserhebung 2022 für die Erwerbstätigen in Deutschland. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 35 1.5 Humanisierung der Arbeit 4.0 Digitale Transformation der Arbeit am Menschen ausrichten Dragano, Nico Gesundheitsrisiken und Prävention in der digitalen Arbeitswelt. Technostress, Ergonomie und Unfallsicherheit In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 36–37/2024, S. 30–35 Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 29. August 2024 www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/gesundheit-und-digitalisierung2024/551703/gesundheitsrisiken-und-praevention-in-der-digitalenarbeitswelt/ Der Einsatz digitaler Technologien im Arbeitskontext soll Arbeit besser organisieren, sie effizienter und sicherer machen. Gleichzeitig wachsen damit auch die Potenziale für psychische und physische Belastungen, die eine Diskussion über Technikfolgenabschätzung erfordern. Jede Arbeit mit Werkzeugen, digitalen wie analogen, bringt gesundheitliche Risiken mit sich, die von relativ harmlos bis tödlich reichen. Technologie im Arbeitskontext kann aber auch gesundheitsförderlich sein, etwa wenn sie den Beschäftigten gefährliche Tätigkeiten abnimmt. Für die betriebliche Praxis bedeutet das, dass der Einsatz von Werkzeugen hinsichtlich seines Gefährdungsund Präventionspotenzials abgeschätzt werden muss. Zwysen, Wouter Labour shortages, job quality and workers’ bargaining power. A European quantitative analysis ETUI Working Paper 11/2024 European Trade Union Institute, Brüssel September 2024 www.etui.org/publications/labour-shortages-job-quality-and-workersbargaining-power Der Autor unterstreicht die komplexe Beziehung zwischen Arbeitskräftemangel, Arbeitsbedingungen und der Verhandlungsmacht von Arbeitneh- FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 36 mer*innen. Der Arbeitskräftemangel nimmt stetig zu, was auf die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen ist. Betrachtet man die Arbeitsplatzqualität, so gibt es Anzeichen dafür, dass die Vereinbarkeit von Berufsund Privatleben sowie die Aussichten auf Weiterbildung, Qualifizierung und berufliche Entwicklung durch den Arbeitskräftemangel beeinträchtigt werden. Eine stärkere Arbeitnehmer*innen-Vertretung kann die Arbeitnehmer*innen jedoch zu einem gewissen Grad schützen. Gesundheit & Vorbeugung psychischer Risiken Akko, Davin P. Krankenstand in Berufen der Kinderbetreuung und -erziehung. Eine Auswertung von Krankenkassendaten Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 20. August 2024 www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/ krankenstand-in-berufen-der-kindertagesbetreuung-und-erziehung Die Arbeitsunfähigkeitstage für alle Berufsgruppen sind bundesweit angestiegen. Bei Personen, die in der Kinderbetreuung und -erziehung arbeiten, sind die Fehlzeiten dabei höher als im Durchschnitt aller Berufsgruppen. Im Feld der Kindertagesbetreuung ist vor allem aufgrund des anhaltenden Personalmangels eine erhöhte Arbeitsbelastung zu beobachten, die zu einer Überlastung der Fachkräfte führt. Beim Kita-Personal äußert sich dies in besonders hohen Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen. Aufgrund dieser Entwicklungen führt der Autor Berechnungen zu den Ausfallzeiten von pädagogischem Personal sowie dem Personalbedarf und den Personalkosten für Vertretung durch. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 37 1.6 Atmende Arbeitszeiten und Zeitarrangements Arbeitszeit Hennrich, Jonas; Schaller, Daria Unternehmensperspektiven zur 4-Tage-Woche ifo Schnelldienst 7/2024, S. 41–45 ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München 17. Juli 2024 www.ifo.de/publikationen/2024/aufsatz-zeitschrift/ unternehmensperspektiven-zur-4-tage-woche Der Aufsatz befasst sich mit der möglichen Einführung sowie den Auswirkungen einer Viertagewoche und damit verbundenen Vorteilen sowie Bedenken aus Sicht der Unternehmen. Auch mögliche gegenseitige Wechselwirkungen mit dem Arbeitsund Fachkräftemangel werden abgefragt. Eng verknüpft sind diese Themen auch deshalb, weil eine Viertagewoche dafür sorgen kann, dass Unternehmen wettbewerbsfähiger werden und ihre Attraktivität für Fachkräfte erhöhen. Ruf, Kevin; Bächmann, Ann-Christin; Abendroth-Sohl, Anja; Mellies, Alexandra Tarifliches Wahlrecht: Warum die Mehrheit der Beschäftigten lieber mehr Zeit hätte als mehr Geld IAB-Forum Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 21. Juli 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14138440 Einige Tarifverträge sehen mittlerweile für bestimmte Beschäftigtengruppen eine Wahlmöglichkeit zwischen „mehr Zeit“ oder „mehr Geld“ vor. Eine Befragung von über 3.000 Beschäftigten aus über 150 betroffenen Betrieben zeigt, dass die meisten Beschäftigten unter diesen Umständen bereit sind, zugunsten von mehr Freizeit auf Lohnerhöhungen oder Sonderzahlungen zu verzichten. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 38 Jansen, Andreas; Kümmerling, Angelika; Zink, Lina Spannungsfeld Vereinbarkeit: Arbeitszeitund Jobpräferenzen von Menschen mit Sorgeverantwortung Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh 5. September 2024 www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/ spannungsfeld-vereinbarkeit-arbeitszeit-und-jobpraeferenzen-vonmenschen-mit-sorgeverantwortung-1 Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass starre Teilzeitoder Vollzeitstellen nicht mehr zeitgemäß sind. Selbstbestimmte Arbeitszeitmodelle und familienfreundliche Angebote sind für Beschäftigte bei der Stellenauswahl besonders attraktiv. Die Möglichkeit, Erwerbstätigkeit an unterschiedliche Lebensphasen anzupassen, hilft Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Erwerbsund Sorgearbeit. Unternehmen haben hier die Chance, durch mitarbeiterorientierte flexible Arbeitszeitmodelle und unterstützende Maßnahmen die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Arbeitszufriedenheit Cnossen, Femke; Nikolova, Milena Work Meaningfulness and Effort IZA Discussion Paper 17182 Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Bonn Juli 2024 www.iza.org/publications/dp/17182/work-meaningfulness-and-effort Die Selbstbestimmungstheorie besagt, dass Menschen bei der Arbeit motiviert sind, wenn ihre inhärenten psychologischen Bedürfnisse nach Kompetenz, Autonomie und Verbundenheit erfüllt sind. Auf der Grundlage dieser Theorie wird in diesem Beitrag ein neues konzeptionelles Modell vorgestellt, das erklärt, wie die berufliche Bedeutsamkeit die Arbeitsleistung beeinflusst. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Erfüllung der psychologischen Bedürfnisse von Arbeitnehmer*innen bei der Arbeit die Sinnhaftigkeit der Arbeit, die Motivation und die Anstrengung erhöht, was wiederum wertvolle Erkenntnisse für ökonomische Modelle von Arbeitseinsatz und Produktivität liefert. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 39 Buchinger, Laura; Entringer, Theresa; Graeber, Daniel Zufriedenheit mit Einkommen, Arbeit und Gesundheit unterscheidet sich nach Haushaltseinkommen, Alter und Elternschaft DIW Wochenbericht 34/2024, S. 523–531 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin 21. August 2024 www.diw.de/de/diw_01.c.911745.de/publikationen/wochenberichte/ 2024_34_1/zufriedenheit_mit_einkommen__arbeit_und_gesundheit_ unterscheidet_sich_nach_haushaltseinkommen__alter_und_ elternschaft.html Das subjektive Wohlbefinden prägt maßgeblich die Lebensqualität einer Gesellschaft. Erkenntnisse über das subjektive Wohlbefinden der Bevölkerung sind für Wissenschaft und politische Entscheidungsträger*innen folglich äußerst relevant. Im vorliegenden Bericht werden Ungleichheiten in der Zufriedenheit mit drei verschiedenen Lebensbereichen analysiert: persönliches Einkommen, Arbeit und Gesundheit. Die Erkenntnisse dieser Analyse können Politiker*innen darüber informieren, in welchen Lebensbereichen und für welche Bevölkerungsgruppen Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens besonders relevant sind. Flexibilisierung Boockmann, Bernhard; Kirchmann, Andrea; Mittelstät, Kathrin; Eichhorst Werner Evaluation des Gesetzes zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts – Einführung einer Brückenteilzeit Forschungsbericht 642 Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Bonn; Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung, Tübingen September 2024 www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/fb-642evaluation-gesetz-weiterentwicklung-teilzeitrecht-brueckenteilzeit.html Mit diesem Forschungsbericht wurden die Neuregelungen im Teilzeitund Befristungsgesetzes (TzBfG) evaluiert. Diese Neuregelungen umfassen die Einführung der Brückenteilzeit, die Änderungen bei der Arbeit auf Ab- FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 40 ruf und der Darlegungsund Erörterungspflicht. Insbesondere wird überprüft, ob und inwieweit beabsichtigte Wirkungen der Neuregelungen erreicht werden – vor allem im Hinblick auf die Realisierung von Arbeitszeitpräferenzen sowie auf die Planungsund Einkommenssicherheit von Arbeitnehmer*innen. 1.7 Innovationsbegriff weiten Soziale Innovation und alternative Wirtschaftsformen Lindner, Fabian; Tiefensee, Anita Nachhaltigkeit der Wirtschaftspolitik in Zeiten der Polykrise. Lehren aus dem Neuen Magischen Viereck IMK Study 94 Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf Juli 2024 www.imk-boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008913 Die aktuelle Analyse des Neuen Magischen Vierecks der Wirtschaftspolitik für den Zeitraum 2019 bis 2023 zeigt, dass Deutschland eine Vielzahl von Nachhaltigkeitszielen noch nicht erreicht hat. Die Studie thematisiert die Herausforderungen im Bereich der ökonomischen Stabilität, z. B. materieller Wohlstand, Beschäftigungsquote, Schuldenstandsquote, der sozialen Nachhaltigkeit, z. B. Armutsrisikoquote, Einkommensungleichheit, Gender Pay Gap, Jugendliche ohne Schulabschluss sowie der ökologischen Nachhaltigkeit, z. B. Reduktion der Treibhausgasemissionen und Biodiversitätsziele. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 47 Bachmann, Ronald; Janser, Markus; Lehmer, Florian; Vonnahme, Christina Disentangling the Greening of the Labour Market: The Role of Changing Occupations and Worker Flows IAB-Discussion Paper 12/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung, Nürnberg 27. September 2024 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=14212223 In diesem Papier untersuchen die Autor*innen die Entwicklung der ökologischen Transformation auf dem deutschen Arbeitsmarkt zwischen 2012 und 2022. Sie zeigen zunächst, dass diese sowohl durch eine Zunahme umweltbzw. klimaschutzbezogener beruflicher Tätigkeiten als auch durch einen Rückgang von umwelt-/klimaschädlichen Tätigkeiten erfolgte. Sie stellen zudem fest, dass die Beschäftigungsaussichten von Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und gering qualifizierten Beschäftigten am stärksten durch die ökologische Transformation gefährdet sind, was wiederum bestehende Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt verstärken kann. Hoßbach, Christian; Bollwein, Thomas Regionale Gestaltung der Transformation. Ergebnisse einer bundesweiten Online-Befragung und darauf aufbauender themenfokussierter Expert*innen-Interviews Working Paper Forschungsförderung 352 Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf September 2024 www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008943 Digitalisierung und Dekarbonisierung bewirken grundlegende Veränderungen. Diese Transformation muss nachvollziehbar und gerecht gestaltet werden, wenn das Vertrauen in die Demokratie gesichert werden soll – das ist durch Forschung vielfach belegt. Notwendig sind Mitgestaltungsrechte und -formate für die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen, vor allem regional, näher an den konkreten Prozessen. Die Studie schafft auf Basis einer Online-Befragung und vertiefenden Gruppeninterviews mit gewerkschaftlichen Expert*innen aus den Regionen einen Überblick. Eine Vielfalt von Ansätzen ist feststellbar, allerdings mit großen regionalen Lücken und einem erkennbarem West-Ost-Gefälle. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 48 2. A Closer Look: Zusammenfassung ausgewählter Studien des Monitorings Burstedde, Alexander; Tiedemann, Jurek IW-Arbeitsmarktfortschreibung 2027: Zuwanderung kann Alterung ausgleichen IW-Report 33 Institut der deutschen Wirtschaft, Köln 9. August 2024 www.iwkoeln.de/studien/alexander-burstedde-jurek-tiedemannzuwanderung-kann-alterung-ausgleichen.html Die Aktualisierung der IW-Arbeitsmarktfortschreibung mit den neuesten verfügbaren Daten bis zum Jahr 2022 versucht einen Blick in die Zukunft zu ermöglichen. Die Fortschreibung zeigt auf, wie sich Beschäftigung und Fachkräftelücke in den fünf Jahren bis 2027 entwickeln würden, wenn sich die empirischen Trends der letzten sieben Jahre weiter fortsetzen würden. Damit handelt es sich nicht um eine Prognose. Die Erwerbsbeteiligung bleibt laut den Autoren die größte Stellschraube, um das Arbeitsangebot zu erhöhen. Demnach hängt die künftige Entwicklung primär davon ab, ob die Erwerbsbeteiligung weiterhin auf breiter Front steigen wird, insbesondere bei Älteren ab Alter 60 sowie zugewanderten Personen. Beschäftigungsentwicklungen nach Berufsgruppen Von den größeren Berufshauptgruppen ist laut den Autoren der relative Anstieg der Beschäftigung am stärksten in IT-Berufen ausgeprägt (+27 Prozent von 2022 bis 2027). Den stärksten Rückgang verzeichnen sie bei Metallberufen (−13 Prozent). Burstedde und Tiedemann sehen sie als ein Beispiel für die Auswirkungen des demografischen Wandels. In Industrieberufen insgesamt stagniere die Beschäftigung annähernd (0,5 Prozent). Auf Ebene einzelner Berufe gebe es den größten Beschäftigungsaufbau bei Erzieher*innen (−167.000). Der größte Beschäftigungsabbau werde bei Helfer*innen in der Metallbearbeitung erwartet (−63.000 bzw. −26 Prozent). Entscheidend ist die Erwerbsbeteiligung bei Menschen im Alter ab 60 Jahren Die Fortschreibung ergibt laut den Autoren für die Jahre von 2022 bis 2027 ein durchschnittliches jährliches Beschäftigtenwachstum von 537.000 Personen oder 1,6 Prozent jährlich. Ob es tatsächlich zu diesem FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 49 Beschäftigtenwachstum kommt, hänge im Wesentlichen davon ab, ob sich die zuletzt sehr positive Entwicklung der Erwerbsbeteiligung weiter fortsetze, insbesondere bei Menschen im Alter ab 60 Jahren. Daher sind laut den Autoren politische Weichenstellungen wichtig, um die Anreize für eine längere Erwerbstätigkeit weiter zu erhöhen und jene für eine frühere Verrentung zu verringern. Erwerbsbeteiligung von zugewanderten Fachkräften und Eingliederung von Geflüchteten ist besonders wichtig Der demografische Wandel könne durch Nettozuwanderung ausgeglichen werden, wenn diese auf dem bisherigen Niveau bleibe. Um mehr qualifizierte Zuwanderung zu ermöglichen, plädieren Burstedde und Tiedemann für die Nutzung der Möglichkeiten des novellierten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. In der Praxis müssen die Visavergabe und berufliche Anerkennung schneller werden. Für eine bessere Integration und den dauerhaften Verbleib der in Deutschland lebenden Zuwanderer*innen betonen sie die Notwendigkeit einer von der Breite der Gesellschaft gelebten Willkommenskultur. Beschäftigungsaufbau und Fachkräftemangel in Ostund Westdeutschland im Vergleich Die detaillierte Modellierung der Altersstruktur zeigt laut den Autoren, dass der demografische Wandel in den nächsten Jahren insbesondere Westdeutschland treffen und die Beschäftigungsentwicklung zunehmend bremsen wird. In Ostdeutschland bleibe dieser bremsende Effekt auf hohem Niveau konstant, jedoch habe der Arbeitsmarkt mehr Reserven. Laut Burstedde und Tiedemann sollten mehr Menschen für eine Ausbildung und ihre Chancen begeistert werden. Dazu plädieren sie insbesondere dafür, die Berufsorientierung an Schulen sowie die Berufslaufbahnberatung von jungen Menschen zu intensivieren und die Berufsvorbereitung möglichst eng mit der Praxis in Unternehmen zu verzahnen. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 50 Helwing-Hentschel, Veronique; Franz, Martin; Verfürth, Philip Sorgfaltspflicht in Transportlieferketten: Gesamte Lieferkette in den Blick nehmen Working Paper Forschungsförderung 343 Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf Juli 2024 www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008904 Spätestens seit den wochenlangen Streiks von LKW-Fahrenden aus osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern an der Raststätte in Gräfenhausen im Jahr 2023 ist klar, dass kriminelle Ausbeutung und Verstöße gegen Menschenrechte entlang der Lieferkette nicht nur in fernen Ländern stattfinden, sondern auch in Deutschland. Die Autor*innen zeigen am Fall Gräfenhausen auf, wie sich die Branche der Transportlogistik in den vergangenen Jahren verändert hat, wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) hier gegriffen hat und warum gerade für diese Branche die bevorstehende EU-Lieferkettenrichtlinie (Corporate Social Due Diligence Directive, CSDDD) ein Gamechanger sein kann. Internationalisierung und Digitalisierung des Arbeitsmarktes erhöht Druck auf Beschäftigte der Transportlogistik Laut den Autor*innen haben die Anforderungen an die Transportlogistik in den letzten Jahren zu einem hohen Wettbewerbsund Kostendruck unter Transportunternehmen geführt. Für die Beschäftigten habe diese Entwicklung weitreichende Folgen: Das zunehmende Outsourcing von Transportdienstleistungen an weitere Unternehmen wird auch durch den enormen Fahrer*innen-Mangel in Deutschland begünstigt. Im Falle der LKW-Fahrer*innen zeige sich dies in einer erhöhten Arbeitsbelastung und -verdichtung bei gleichzeitig niedrigem Lohnniveau, aber auch in der Missachtung von Arbeitsund Sozialstandards bis hin zu Menschenrechtsverletzungen. Aus den Protesten in Gräfenhausen lernen In Gräfenhausen protestierten über 100 LKW-Fahrer*innen gegen eine polnische Spedition, die im Auftrag deutscher Unternehmen Transporte durchführte. Sie versuchten so Druck auf ihren Arbeitgeber auszuüben. Nach mehrwöchigem Ausharren gelang es den Protestierenden, ihre Forderungen durchzusetzen. Einige Wochen später kam es zu einem zweiten Protest. Wieder wurden ausstehende Löhne eingefordert. Die Autor*innen legen dar, wie der Fall Gräfenhausen als einer der ersten Anwendungsfälle des LkSG in der Logistik verstanden werden kann. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 51 Maßnahmen zur konsequenten Umsetzung der Sorgfaltspflicht In der bevorstehenden Einführung der EU-Lieferkettenrichtlinie sehen die Autor*innen das Potenzial, die Sorgfaltspflicht in Transportlieferketten noch wirksamer umzusetzen. Sie empfehlen zudem drei Maßnahmen, die zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Transportlogistik ergriffen werden sollten: Erstens plädieren sie für eine Erhöhung der Transparenz in den oft undurchsichtigen Transportlieferketten. Zweitens sprechen sie sich für eine Verschlankung der behördlichen Verfahren zur Feststellung von Regelverstößen im internationalen Straßengütertransport aus. Drittens unterstreichen sie die Notwendigkeit politischer Maßnahmen, um die Arbeitsbedingungen in den Transportlieferketten zu verbessern. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 52 3. Keep in Mind: Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld 3.1 Auswahl neuer Forschungsprojekte der HBS von Kardorff, Ernst Inklusion am Arbeitsplatz gestalten 1. Juli 2024 bis 31. Dezember 2026 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2023-574-4 Untersucht wird die Rolle von Kolleg*innen („Co-Worker“) bei der Eingliederung von Menschen mit einer Behinderung sowie beim Return to Work nach chronischer Erkrankung. Damit zielt die Studie auf verbesserte Inklusion am Arbeitsplatz. Betriebsfallstudien, Interviews und Fokusgruppen bei verschiedenen Branchen und Betriebsgrößen dienen der Entwicklung praxisnaher Empfehlungen und Fallvignetten. Brunner, Detlev Notlösung oder aktive Arbeitsmarktund Strukturpolitik? 1. Juli 2024 bis 30. November 2025 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-78-5 Die „Gesellschaften zur Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung“ (ABS) waren eine Form der aktiven Mitgestaltung der Transformation. Meist von Gewerkschaften initiiert, zielten sie darauf, Beschäftigte nicht ohne Perspektive in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Sie waren auch ein Instrument der Strukturpolitik, gerade auf der regionalen Ebene. Im Zentrum des Projektes stehen die betrieblichen und gewerkschaftlichen Aktivitäten zur Errichtung von ABS-Gesellschaften und deren Entwicklung. Auch für Schlussfolgerungen für die aktuellen und künftigen Transformationen ist die Erforschung der ABS-Gesellschaften von Interesse. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 53 Becke, Guido Hybride Arbeit als Herausforderung betrieblicher Sozialität 1. August.2024 bis 15. Dezember 2026 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-846-2 Seit der Coronapandemie haben in vielen Bereichen der Angestelltenarbeit digital gerahmte hybride Arbeitskonzepte an Bedeutung gewonnen, die einen mehr oder weniger regulierten Wechsel zwischen dem Arbeiten im Büro/Betrieb und dem Arbeiten von zuhause/unterwegs beinhalten. Unklar ist, inwiefern sich durch hybride Arbeit die betrieblichen Arbeitsund Sozialbeziehungen verändern. Das Vorhaben widmet sich der zentralen Fragestellung: „Wie verändern sich betriebliche Sozialordnungen (BSO) durch digital gerahmte hybride Arbeitskonzepte?“ Weimann-Sandig, Nina Beschäftigungspotenziale für die Kindertagesbetreuung 1. August 2024 bis 30. Juli 2026 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-294-4 Die Untersuchung der Beschäftigungsverhältnisse in der Kindertagesbetreuung gewinnt im gesellschaftspolitischen Kontext zunehmend an Bedeutung. Die Betreuung und Bildung von Kindern in frühem Alter ist von großer Relevanz für ihre individuelle Entwicklung und für die Gesellschaft als Ganzes. Allerdings hängt die Qualität der Betreuung auch maßgeblich von den Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte ab. Das Hauptziel dieser Studie ist es, die Beschäftigungsverhältnisse in der Kindertagesbetreuung zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf Vollzeitund Teilzeitbeschäftigungen, Vertragsausgestaltungen und Leiharbeit. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 54 Gold, Stefan; Hanelt, André Aufdeckung moderner Sklaverei in erweiterten Lieferketten 1. September 2024 bis 28. Februar 2027 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2023-339-1 Moderne Sklaverei stellt ein gravierendes Problem dar, welches immer schwieriger zu erkennen ist, da Unternehmen zunehmend in komplexen, digital vernetzten Geschäftsökosystemen agieren. Das Projekt entwickelt eine Falldatenbank sowie einen innovativen Machine-Learning-Ansatz zur Identifizierung und Klassifizierung von Risiken moderner Sklaverei sowie zur Mustererkennung bei Einflussfaktoren. 3.2 Auswahl weiterer Forschungsprojekte Heckelmann, Martin Betriebsrätebefragung Gute Arbeit (BeGutA) 1. August 2024 bis 31. März 2025 www.htw-berlin.de/forschung/online-forschungskatalog/projekte/projekt/ ?eid=3615 Das Projekt BeGutA untersucht in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht Faktoren, die gute Arbeit aus Sicht der Arbeitnehmenden in einem großstädtischen Milieu ausmachen. In Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg werden dazu Betriebsräte und Personalvertretungen aus der Region befragt und die Ergebnisse unter arbeitswissenschaftlichen, betriebsverfassungsrechtlichen und personalvertretungsrechtlichen Gesichtspunkten ausgewertet. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 55 Heining, Jörg Skill Shortage, Information Frictions, and Equitable Access to Job Opportunities 1. September 2024 bis 30. September 2027 https://iab.de/projekt/?id=1841670 Wie begegnen sich Arbeitnehmer*innen und Unternehmen auf dem heutigen Arbeitsmarkt? Welche Herausforderungen bestehen bei der Einstellung und Bindung qualifizierter Arbeitskräfte? Und wer sind die Gewinner und Verlierer der sich schnell verändernden Dynamik des Arbeitsmarktes, der weiterhin von seismischen Veränderungen wie anhaltendem Fachkräftemangel und Digitalisierung geprägt ist? Ziel des Projektes ist es die Wirkung unterschiedlicher Rekrutierungsund Einstellungsstrategien auf Löhne und Beschäftigung zu untersuchen. Kunaschk, Max; Lang, Julia Fairness Aspekte bei der Vorhersage von Langzeitarbeitslosigkeit durch Vermittlungsfachkräfte und Machine Learning 1. August 2024 bis 31. Dezember 2028 https://iab.de/projekt/?id=14106786 Fairness von KI Algorithmen wird stark diskutiert. In diesem Projekt werden administrative Daten und Machine-Learning(ML)-Methoden genutzt, um einen Vergleich zwischen KI und menschlichen Entscheidungen bezüglich der Fairness dieser Entscheidungen anzustellen. Auf der einen Seite werden Daten zum Profiling von Arbeitsvermittler*innen genutzt, bei den arbeitslosen Personen zu Beginn der Arbeitslosigkeit entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit, langzeitarbeitslos zu werden, eingeteilt werden. Auf der anderen Seite werden Vorhersagen dieser Wahrscheinlichkeit mit ML-Methoden genutzt. Beide Vorhersagen werden in Bezug auf Fairnessaspekte verglichen, z. B. bezüglich Geschlechts oder Nationalität. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 56 Brixy, Udo; Dauth; Wolfgang Entwicklung der Pendeldistanzen vor und nach dem Digitalisierungsschub, den die Covid-19 Pandemie ausgelöst hat 1. August 2024 bis 31. Dezember 2025 https://iab.de/projekt/?id=14165439 Die Pendeldistanzen nehmen bereits seit Jahren tendenziell zu. Die Covid-19-Pandemie zwang viele Unternehmen dazu, das Arbeiten im Homeoffice erheblich auszuweiten oder auch erstmals zu ermöglichen. Insbesondere für Tätigkeiten, die nur wenig Präsenz an der Arbeitsstelle verlangen, ist dies nun auch nach Ende der Pandemie üblich geblieben. Diese Entwicklung hat zum einen das Potenzial Großstädte zu entlasten und Pendelkosten durch die Nutzung von Homeoffice zu senken. Zum anderen können auch Firmen an periphereren Standorten profitieren, wenn es ihnen gelingt durch ein entsprechendes Homeofficeangebot Arbeitskräfte zu attrahieren, die weiter entfernt wohnen. Büser, Till; Heimstädt, Maximilian; Kox, Thomas Digital Dashboards Juli 2024 bis Juni 2025 www.weizenbaum-institut.de/projekte/digital-dashboards/ Digitale Dashboards sind wichtige Werkzeuge, um komplexe Themen für Expert*innen und die Allgemeinheit verständlich zu machen und werden auch in vielen öffentlichen Bereichen genutzt. Die behördliche Risikound Krisenkommunikation sowie die zivile Sicherheit stehen vor der Herausforderung, dass Dashboard-basierte Informationen als Entscheidungsgrundlage dienen, ohne dass Bürger*innen ihre Herkunft und Intention kennen. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, das Nutzungsund Rezeptionsverhalten der Bevölkerung gegenüber öffentlichen digitalen Dashboards zu untersuchen. FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 27 | 63 Labor.A 2024 – Plattform „Arbeit der Zukunft“ Hans-Böckler-Stiftung Cafe Moskau, Berlin 19. September 2024 https://labora.digital/mediathek/#2024 Wie können wir mit gesamtgesellschaftlichen Spannungen in Kombination mit einer veränderten Sicherheitslage umgehen? Wie stehen Tariflücken, aber auch Investitionslücken mit dem Zulauf zu rechtsextremen Parteien und Meinungen in Verbindung? Zukunft oder Backlash – wie gestalten wir die sozial-ökologische Transformation unter diesen Vorzeichen? Unter dem Motto „fill_the_gap“ wurden diese Fragen mit spannenden Speaker*innen auf sechs Bühnen diskutiert. Die Videos aller Panels, Sessions und Impulse finden sich in der Mediathek. What future for the green transition? The role of work-place democracy in the search for solidaristic alternatives European Trade Union Institute; Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-Böckler-Stiftung Residence Palace, Brüssel 10. September 2024 www.etui.org/events/what-future-green-transition Kann der Kapitalismus „grün“ sein und ist er in der Lage, die ökologischen und sozialen Krisen zu lösen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigen sich die Sozialwissenschaftler Ulrich Brand und Markus Wissen in ihrem neuen Buch, das vorgestellt wurde. Bettina Kohlrausch, Direktorin des WSI, stellte zudem die Ergebnisse einer neuen Studie vor, die zeigt, dass Arbeitsbedingungen einen Einfluss darauf haben, wie Arbeitnehmer*innen über Demokratie denken. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung und die Präsentationen der Vortragenden finden sich unter dem Link. ISSN 2509-2359