Zur Theorie und Methode der Berufsklassifizierung
Abstract
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Full text
Spe ling, Hans
A icle
Zu Theo ie und Me hode de Be u sklassi izie ung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Spe ling, Hans (1961) : Zu Theo ie und Me hode de Be u sklassi izie ung,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 81, Iss. 6, pp. 65-80,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.81.6.65
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290982
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Zu Theo ie und Me hode de Be u sklassi izie ung
Von
Hans Spe ling - Wiesbaden
Mi dem „Sys ema ischen und Alphabe ischen Ve zeichnis de Be-
u sbenennungen" zu „Klassi izie ung de Be u e, Ausgabe 1961" is
eine Einhed sklassi izie ung he ausgegeben wo den1, die an die S elle
de 1949 bzw. 1950 einge üh en Ve zeichnisse ü den Be eich de
A bei s- und Sozial e wal ung und ü denjenigen de S a is ischen
Am e i . Diese Be u sbenennungs e zeichnisse wa en zwa in
ih em Gliede ungsschema koo dinie , gal en abe nebeneinande . Sie
ha en eine Re ision on Vo k iegs e zieichnissen abgeschlossen, die
un e manchen äuße en Schwie igkei en übe den K ieg hinweg zu
Ende ge üh wo den wa . Sei dem ha sich die S uk u des Be u s-
lebens e ände und Ve p lich ungen aus in e na ionale Zusammen-
a bei e o de en eine Übe p ü ung de inländischen O dnungs-
beg i e au diesem Gebie . Die sich hie aus he lei ende Au gabe eine
Übe a bei ung wu de An ang 1958 om Bundesminis e ium ü A bei
und Sozialo dnung, dem S a is ischen Bundesam und de Bundes-
ans al ü A bei s e mi lung und A bei slosen e siche ung in eine
gemeinsamen A bei sg uppe au genommen. Diese „A bei sg uppe ü
die Übe a bei ung de Be u sklassi izie ung", de en Geschä s üh ung
dem S a is ischen Bundesam oblag, wa die Au gabe übe agen wo -
den, die Klassi izie ung an die neuzei liche Ges al ung des Be u s-
lebens anzupassen, sie au in e na ionale Ve gleichba kei auszu-
ich en, Möglichkei en des Ve gleichs mi de bishe igen Gliede ung
zu wah en, Au bau und Inhal de Sys ema ik zu e einhei lichen
und zu e ein achen und Besch eibungen des Inhal s de sys ema-
ischen Einhei en auszua bei en. Wie die Lösung diese Au gabe ge-
s al e wu de, is an ande e S elle behandel wo den2. Im o liegen-
den Zusammenhang sollen die G undhal ungen e ö e we den, au
1 Klassi izie ung de Be u e; Sys ema isches und Alphabe isches Ve zeichnis de
Be u sbenennungen, Ausgabe 1961. H sg. om S a is ischen Bundesam im Ein e -
s ändnis mi dem Bundesminis e ium ü A bei und Sozialo dnung und de Bun-
desans al ü A bei s e mi lung und A bei slosen e siche ung. W. Kohlhamme
Ve lag, S u ga —Mainz 1961.
2 H. Spe ling, Die neue Klassi izie ung de Be u e; in: Wi scha und S a-
is ik 1961, S. 387—391.
5 Schmolle s Jah buch 81, 6
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denen die Übe a bei ung au bau e und die zunächs e a bei e we den
muß en.
Um iß und Inhal de ges ell en Au gabe konn en nich ohne eine
P agma ik bewäl ig we den, welche die Haup linien de A bei sweise
o zeichne e. Diese sind eilich nich im An ang zu eine ollende en
We kzeichnuing ausge o m , sonde n aus einem an änglich skizzen-
ha en Au iß mi de Du chd ingung des A bei spensums di e en-
zie und zu eine geschlossenen Da s ellung e olls ändig wo den.
Die so en s andene Kons uk ion ides heo e ischen Un e baues de
Klassi izie ungsa bei soll hie anschaulich gemach we den.
Die A bei sg uppe ha e sich zunächs dami auseinande zuse zen,
daß bei de S ellung ih e Au gabe on de Bezeichnung de bis-
he igen Gliede ungen als Sys ema iken zum Ausd uck de Klassi izie-
ung übe gegangein wo den wa . Da Klassi izie ung in eine Eino d-
nung bes eh , se z sie ein Sys em als G undlage des geo dne en Übe -
blicks übe eine Gesam hei on E scheinungen beg i smäßig o aus.
Die Wahl de Sys emanlage kann nach seh e schiedenen Gesich s-
punk en ge o en we den, ohne daß eine an ihnen als absolu
ich ig ode absolu alsch bezeichne we den kann. Da die beabsich-
ig e O dnung zweckabhängig is , müssen (die möglichen Fo men des
O dnungsplanes im Hinblick au den Zweck be ach e we den.
Im o liegenden Falle soll e ein meh ache Zweck e eich we den.
Es wa en die E o de nisse de S a is ik, ide A bei s e mi lung, de
Be u sbe a ung und de Be u skunde zu beach en. Faß man die An-
liegen jedes diese Be eiche als Ex eme au , so muß e ü die Anlage
des gesuch en Sys ems de G undsa z eine mi le en Lösung gel en,
die de absolu bes en Ges al ung un e jedem einzelnen diese Ge-
sich spunk e möglichs nahe kam.
Dies P inzip e schien .zunächs haup sächlich ü 'die P ädika -
bildung de le z en Einhei en bes immend, wäh end diejenige de Ein-
hei en höhe e S u e du ch die Fo mulie ung de Au gabe wei gehend
als o angeleg angesehen we den konn e. Die -doppel e Fo de ung,
eine angemessene Ve gleichha kei mi dem bishe igen na ionalen Glie-
de ungssys em zu wah en und 'die Abs immba kei im in e na ionalen
Ve gleich zu e eichen, se z e ü 'das G obschemia p imä die bis-
he igen deu schien Be u ssys ema iken und die In e na ional S anda d
Classi ica ion o Occupa ions (I.S.C.O.)3 gewisse maßen als die Pole,
zwischen denen die op imale Lösung ge unden we den muß e, ü
de en E eichung die be u skundlichen E kenn nisse übe die Ges al-
ungs o gänge im mode nen Be u sleben als ko ek i e Funk ion
3 In e na ional S anda d Classi ica ion o Occupa ions. In e na ional Labou
O ice, Gen 1958. Deu sch: In e na ionale S anda dklassi ika ion de Be u e. S a-
is isches Bundesam im Ein e nehmen mi dem In e na ionalen A bei sam .
W. Kohlhamme Ve lag, S u ga —Mainz 1960.
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denkba wa en. Da die o gegebenen Rich pole abe nich ech e Ex-
eme bilde en, weil sie nich kon ä e Aussagen lie e en, sonde n
einen gleichen Be eich on E scheinungen nu nach un e schiedlichen
Gesich spunk en beu eil en, lag die mögliche Lösung hinsich lich de
Haup gliede ung inso e n meh in de Rich ung eine Al e na i e als
in de jenigen eines Komp omisses.
Die Haup gliede ung de Be u ssys ema iken 1949 und 1950 wa
be ei s aus eine Abwägung de Bedü nisse on A bei s- und Sazial-
e wal ung eine sei s und s a is ischen Äm e n ande sei s en s anden,
wie sich diese Bedü nisse zu Zei 'de Vo be ei ung jene Sys ema-
iken ida ges ell ha en. De Au ag, den adi ionellen Ve gleich zu
beach en, ging on diese Ta sache aus und ließ die ge o de e An-
passung an das mode ne Be u sleben nich nu als eine Anwendung
de mode nen be u skundlichen E kenn nisse, sonde n auch als Be-
ücksich igung de Ve ände ungen e scheinen, die sich ü die E -
o de nisse on S a is ik und A bei s Ve wal ung aus de Sich de
Gegenwa e geben.
Zu diesen gehö en zwei ellos die aus de in e na ionalen Zu-
sammena bei e wachsenen Ve p lich ungen, die sich hie au Ab-
s immung mi de I.S.C.O. bezogen. Sie bilde en abe nu einen Teil
de E o de nisse on S a is ik, A bei s e mi lung, Be u sbe a ung
und Be u skunde, die je in ih e Gesam hei zu bedenken wa en. Die
Al e na i e s ell e sich dahe nich schlech hin im Sinne eine Wahl
zwischen he kömmlichem und in e na ioinalem Sys em. Vielmeh wa
ü jeden Teilbe eich de Meh zweckbeS immung de Sys ema ik das
inne s aa liche Bedü nis gegen die in e na ionale Ve p lich ung ab-
zuwägen und aus de Zusammen üh ung de E gebnisse diese Übe -
legungen die Lösung zu e mi eln. Zusammenge aß üh en diese
Übe legungen zu olgenden Schlüssen:
1. Die he kömmliche deu sche Gliede ung is an die be u s- und
wi scha sgeschich liche En wicklung angelehn ; das Schema de
I.S.C.O. üh in de g oßen Linie e wa on de geis ig zu kö -
pe lich be on en A bei und e binde sie daneben mi eine Glie-
de ung, die on den p oduzie enden zu den diens leis enden Tä ig-
kei en übe geh . Das Be u sleben be inde sich in eine En wick-
lung, de en Ve ände ungs o gänge sich un e dem s eigenden
Ein luß de mode nen Technik häu ige und asche ollziehen
als in de Ve gangenhei . Ein Gliede ungssys em, das om G und-
gedanken he au die Ta sache eine En wicklung angeleg is , e -
leich e die lau ende klassi ika o ische Anpassung an das leben-
dige Geschehen gegenübe einem on heo e ischen Beg i en aus-
gehenden Schema, de en de ini o ische Abg enzung selbs einem
Wandel ausgese z is .
5'
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2. Das langjäh ige Bes ehen de he kömmlichen Ein eilung ha nich
nu eine Fülle on S a is iken in diese Gliede ung an allen lassen,
sonde n auch zum Au bau on Ka eien, a chi alischen und ähn-
lichen Sammlungen nach (diesem Schema mi millionen achem Ka -
enbeis and bzw. in ausend ache Au lage ge üh . Eine Au gabe
de bishe igen sys ema ischen G undlage heb die Möglichkei des
s a is ischen Zei Ve gleichs au und beiding eine öllige Neuanlage
de bes ehenden Ka eien und Sammlungen. Eine Mode nisie ung
om he geb ach en G undschema aus e laub die E hal ung de
Kon inui ä in de s a is ischen Be ach ung des Be u slebens
unid is , e wal ungsmäßig gesehen, a ionelle als eine Voll-
ums ellung des Gliede ungssys ems.
3. Die in e na ionale Zusammena bei in G oß äumen gemeinsame
wi schla «- und soizialpoli ische P inzipien kann in meh ode
wenige beg enz em Rahmen eine Ve einhei lichung des s a is i-
schen und adminis a i en Ins umen a iums zu Folge haben. Das
E gebnis eine in e na ionalen Ve einba ung übe die Gliede ung
nach Be u en bilde die I.S.C.O. Die Elemen e diese Gliede ung
geben die G undlage ü eine in e na ionale Abs immung in de
Be u ss a is ik und au dem Gebie de A bei s e wal ung.
Die sys ema ische Au gabe s ell e sich dami in de Fo m eine
Anpassung an die neuzei liche En wicklung des Be u slebens au de
bishe igen G undlinie des Gliede ungsp inzips un e Be ücksich igung
de in de I.S.C.O. wi ksamen K i e ien bei de P ädika bildung de
un e en Einhei en. Diese En scheidung is on de Zweckse zung he
bes imm wo den sowie on den sachlichen Bedingungen, die ü eine
a ionale und ökonomische E eichung des Zweckes gegeben wa en.
Sie wä e un e ande e Zweckse zung und ande en Bedingungen, z. B.
im Falle de® Fehlens eine zu iedens ellenden na ionalen Sys ema ik,
ande s ausge allen und hä e dami ein ande es Ve ah en beg ünde .
Inso e n ha sie p agma ischen Cha ak e . Die Auseinande se zung mi
de F age des anzuwendenden Sys ems s eh abe am An ang jede
sys ema ischen Au gabe, ob es sich nun um die Gliede ung on Be-
u en, on wi scha lichen Einhei en, um den Au bau eine Näh we -
abelle ode um die Ein eilung on P lanzen handel . Inso e n is sie
als ein P inzip de Sys ema ik an sich g undsä zliche Na u .
Von einem P inzip de Sys ema ik zu sp echen bedeu e , diesen
Beg i im Sinne eine Ve ah ensleh e au zu assen. Siche bezeichne
e p imä eine Technik, nämlich diejenige, eine Viel al on E schei-
nungen planmäßig zu o dnen. De Plan leg ein bes imm es Sys em
es , dessen Wahl zwa on de Sache he gelei e wi d, das abe ü
den zu o dnenden Be eich als ein Gebilde zu- und übe einande -
geo dne e Einhei en nich ypisch is . Die logische ode o male Kon-
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s uk ion im Sinne de Fes legung on (Einhei en ü Vo ausse zung
und mögliche Folgen, ü ein Allgemeinbild on E scheinungen und
ih e Sonde o men ode im Sinne eine dekadischen Gliede ung is
neu al. E s die Anwendung diese O dnungsmi el au einen be-
s imm en O dnungsbe eich üh zu eine sachlichen O dnung, also die
Umse zung des Sys ems in die Beg i e eines Sachbe eichs. Dami
wi d die heo e ische Sys ema ik in die P axis übe ge üh , so daß
sich jede Sacho dnung als angewand e Sys ema ik da s ell . Eine
O dnung om Lei beg i en eines Sachbe eichs is dahe meh als ein
Sys em. Die planmäßige Zuisammen ügung on Ka ego ien des Be u s-
lebens zu einem Gesam bau wu de 1949/50 dahe mi Rech als Sys e-
ma ik bezeichne . Im gleichen Sinne kann man on eine Sys ema ik
de Wi scha szweige, de sozialen S ellungen, de Nah ungsmi el
usw. sp echen. De A bei sg uppe wa abe nich eine „Sys ema ik",
sonde n in deu liche Abse zung on diese ü die bishe igen Glie-
de ungen de Be u e e wende en Bezeichnung eine „Klassi izie ung"
au ge agen wo den. Sie ha e sich dahe mi dem Un e schied diese
beiden Beg i e auseinande zuse zen.
Die Bildung eine Sys ema ik ollzieh sich in de Weise, daß Ka-
ego ien au ges ell und einande zugeo dne we den, die den zu o d-
nenden Gesam be eich beg i lich in Teilbe eiche au lösen. Die Ge-
schlossenhei jede Ka ego ie ü sich und alle Ka ego ien als Ge-
sam hei muß also ans de Logik eines inne en Zusammenhanges he -
o gehen. Da es sich nich um ein abs ak es Gedankengebäude han-
del , sonde n um E scheinungen des Lebens, müssen die Zusammen-
hänge empi isch e schlossen we den. Wieinn de Obe beg i e s ge-
wonnen we den soll, eine allgemeine Vo s ellung also noch nich o -
lieg , kann die e o de liche E kenn nis nich allein deduk i gieWon-
nen we den, sonde n die allgemeine e Vo s ellung muß auch on de
Beobach ung de Einzele scheinungen he au gebau we den. Daß die
A bei sg uppe bei de Du ch üh ung ih e Au gabe nich in de ollen
B ei e des O dnungsbe eichs om De ail auszugehen b auch e, weil die
gegebene G undlinie des sys ema ischen Au baues eine Ausgangslage
mindes ens im Sinne eines i uellen iBildes schu und weil in ge-
wissem Um ang gesiche e Vo s ellungen übe die E scheinungs o men
des Be u slebens o handen wa en, ände nich s an de heo e ischen
G undsä zlichkei de Bedeu ung des induk i en Ve ah ens. Geh
man nämlich on diese aus und s ell gegenübe , daß de Bes im-
mungs o gang de Klassi izie ung ebenso oim einzelnen ausgehen
muß, so is zu olge n, daß hie in jeden alls nich de Un e schied
zwischen Klassi izie ung und Sys ema ik lieg .
Als sys ema ologische Vo gang is die Un e scheidung des zu o d-
nenden Be eichs in Klassen on E scheinungen gleiche Aussage nu
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70 Hans Spe ling 710
eine e ikale Au eilung de Gesam hei . Die ho izon ale Schich ung
wi d e s du ch die Bildung on Obe beg i en und gegebenen alls
auch Un e beg i en aus den Klassen gewonnen. Die Klassen b audien
somi nich du chaus die kleins en Einhei en de Sys ema ik zu bilden.
Sie sind abe die G undeinhei en, on denen iaus sich die Bildung
de Ka ego ien ollzieh . Inso e n bilde die Klassi izie ung: die Vo -
ausse zung eine Sys ema ik als Sacho dnung und die G undlage des
syllogis ischen Zusammenhanges ih e S u enaussagen. Die de A -
bei sg uppe ges ell e Au gabe konn e hie nach nich au den Beg i
de Klassi izie ung als Elemen de Du ch üh ung eines O dnungs-
planes bezogen we den, weil nich die Absich bes and, au die ge-
schich e e Gliede ung zuguns en eine nu e ikalen Pa allelau ei-
lung zu e zich en.
Die beabsich ig e beg i liche Un e scheidung muß e ielmeh in de
Da s ellung gesehen we den. Eine Sys ema ik is ein S u engebäude
on Beg i en; du ch Klassi izie ung we den Zuo dnungen ollzogen.
Diese Zuo dnungen kommen im Wege des ka ego ischen Schlusses zu-
s ande: Die Klasse Ai is beg i lieh du ch den E scheinungskomplex a
bes imm ; die E scheinungs o men ai, a2 ... an bilden zusammen den
E scheinungskomplex a; also se z sich die Klasse Ai aus den E -
scheinungs o men ai, a2 .. . an zusammen. Demen sp echend gil abe
auch, daß sich die übe geo dne e Einhei A' aus den Klassen Ai, A2
... An bilde usw. Das bedeu e , daß die Sys ema ik als Da s ellung
eine O dnungss uk u on P ädikamen en die Beg i e s a uie , die
Klassi izie ung abe die P ädika e kons i uie und de inie . Diese
Sich üh wiede zu ück zum sys ema ologischen Vo gang. Da die
Un e scheidung in Klassen die Vo ausse zung des syllogis ischen Zu-
sammenhanges de beg i lichen Aussage au jede O dnungss u e
bilde , is die Klassi izie ung Wesensbes and eil jede Sys ema ik.
In de Da s ellung als eines Beg i ssy em i dies jedoch nich in
E scheinung. Die Da s ellungs o m de Sys ema ik e schöp sich ge-
wisse maßen in de Aussage Klasse Ai = E scheinungskomplex a. E s
die Aussage a = ai, a2 ... an üh die Da s ellung übe die ka ego-
ische Fes s ellung hinaus zu de inie en Fo m und mach dami den
Ve ah ens o gang in de Da s ellung sich ba .
In den Be u ssys ema iken 1949/1950 wa en die Inhal e de un e -
s en sys ema ischen Einhei en, 'die als „Be u e" bezeichne wu den,
du ch Ka aloige on Be u sbenennungen au gezeig . Dami wa die
Ka ego ie de „Be u e" wiede du ch Beg i e cha ak e isie . Diese
Fo m de Da s ellung üh e somi nich übe ein eines Beg i s-
sys em hinaus und bedeu e nich eine De ini ion de P ädika e. Sie
iden i izie nich «die E scheinungs o men und übe sie den E schei-
nungskomplex, sonde n se z ü sie Bezeichnungen, die nu Un e -
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711 Zu Theo ie und Me hode de Be u sklassi izie ung 71
beg i e eine übe geo dne en Ka ego ie bilden, die diese in alpha-
be ische s a in sys ema ische Gliede ung zugeo dne sind. Ebenso
wie die Obe beg i e bedü en sie eine E läu e ung, welche die E -
8cheinun gs o men, au die sie sich beziehen, anhand de die E schei-
nungs o m als solche bes immenden Me kmale de inie . Die Aussage
a = ai, a2 ... an bedeu e dahe nich eine Au eihung zugehö ige
Beg i e, sonde n eine Da s ellung on Me kmalen, welche die Be-
g i sinhal e bes immen. Füh abe e s die Angabe de wesen lichen
Eigenscha en übe die ka ego ische Fes s ellung hinaus und e mag
nu diese die P ädika bildung deu lich zu machen, so muß in ih die
Un e scheidung ¡zwischen de Da s ellung eine Gliede ung als Sys e-
ma ik und als Klassi izie ung gesehen we den. Da die Kons i uie ung
und De ini ion de P ädika e als sys ema ologische Vo gang eine we-
sen liche Vo ausse zung «eine Sys ema ik bilden, e binde die de i-
nie ende Da s ellung das G undelemen de Beg i sbildung mi de
O dnung de Beg i sse zung. Die besch eibende De ini ion de sys e-
ma ischen Beg i e s ell sich somi als Wesenselemen eine Klassi-
izie ung da .
Die E kenn nis, „daß es no wendig is , ... Besch eibungen des In-
hal s de be u ssys ema ischen Posi ionen zu besi zen", g ünde sich
somi logisch au den Bedeu ungsinhal des Beg i s „Klassi izie ung",
wie e auch mi de I.S.C.O. ü den in e na ionalen Rahmen e wi k-
lich wo den is . Die Fo de ung, das geplan e Klassi izie ungswe k
soll e „einen sys ema ischen Teil en hal en, ü den Inhal sbesch ei-
bungen nach de A de I.S.C.O. o zusehen sind", wa olge ich ig
nich als eine den Bedü nissen de Anpassung an die Be u sen wick-
lung, de Aus ich ung au den in e na ionalen Ve gleich usw. gleich-
geo dne e, sonde n un e de Sich eines Klassi izie ungswe kes als
übe geo dne e Au gabe anzusehen.
Demen sp echend is die Au gabe de Inhal sbesch eibungen in de
„Ein üh ung" zum „Sys ema ischen und Alphabe ischen Ve zeichnis
de Be u sbenennungen" de „Klassi izie ung de Be u e, Ausgabe
1961" auch on den eigen lichen Re isionsau gaben abgese z wo den.
Dieses Ve zeichnis, das ebenso wie die Be u ssys ema iken 1949/1950
eine sys ema ische Sammlung on Beg i en da s ell , is also nich ,
wie es ielleich au den e s en Blick scheinen möch e, als die Klassi-
izie ung de Be u e zu e s ehen. Dami , daß die ie s ellige Einhei
de Sys ema ik nich meh als „Be u ", sonde n als „Be u sklasse"
bezeichne wo den is , wu de gewiß noch keine „Klassi izie ung" ge-
scha en. Daß eine Sys ema ik in de e s en Phase ih e En wicklung
aus eine e ikalen Gliede ung »des zu o dnenden Be eichs en s eh
und die so en s ehenden Klassen nu on de De ini ion he ge-
scha en we den können, wu de schoin gezeig . Ob diese Einhei en als
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72 Hans Spe ling 712
Klasse, Ga ung ode , wie im angegebenen Falle, als „ Be u " be-
zeichne we den, is ü den sys ema ologischen Vo gang une heblich.
Die G ünde ü den Bezeichnungswechsel lagen, wie in de ge-
nann en Ein üh ung nähe da ges ell is , da in, daß die gegenwä ige
G undeinhei nich schlech hin dem be u s ündlichen Beg i „Be u "
en sp ich , sonde n diesem gegenübe eine Zusammen assung zu bilden
p leg . Um ihm nähe zu kommen, bedü e es eine Au gliede ung
de Be u skia ssem in „Un e klassen". Daß diese Sch i nich ge an
wu de, wa eils zweck-, eils ma e ialbeding . Ihn o anzulegen, wie
es auch 1949/1950 (mi den Be u sbenennungska a 1 oigen ge an wu de,
gehö e abe zu sys ema ischen Au gabe, de inso e n — gleichzei ig
p ak ischen Bedü nissen olgend — in Fo m alphabe ische Au zäh-
lung en sp ochen wu de. Diese alphabe ischen Beg i ssammlungen bei
den Be u sklassen üh en die Da s ellung also nich mi nich im Sinne
on E läu e ungen übe ein eines Beg i ssys em hinaus, sonde n
können ge adezu in eg ie ende Bes and eil nu eine Sys ema ik
sein. Als solche demons ie en sie abe eine sei s den Cha ak e de
Klasse als G undeinhei in de au bauenden wie in de di e enzie-
enden Gliede ung, ande sei s ih e De ini ionsbedü igkei als p ag-
ma ische und logische G undlage diese Gliede ung. Dadu ch e häl
die ausd ückliche Hinwendung zum Beg i de „Klasse" mi elba
eilich auch einen e minologischen Sinn als B ücke zu eben jenem
„sys ema ischen Teil, ü den Inhal sbesch eibungen . . . o zusehen
sind". Dami wi d deu lich, daß de Besch eibungs eil nich einen
akzesso ischen Bes and eil des Klasisi izie ungswe kes bilde , sonde n
diesen Beg i in Ve bindung mi dem be ei s e ö en lich en Teil
e s e üll umd ech e ig .
Diese Besch eibungen »sind ebenso G undlage de kons uk i en wie
de anwendenden Klassi izie ung. In ih e e s en Funk ion lie e n sie
die Vo ausse zung da ü , die E scheinungs o men oneinande abzu-
g enzen, also ih e Un e schiede mi Hil e des kennzeichnenden Me k-
mals zu bes immen. Da in lag zunächs die No wendigkei , das P o-
p ium de sozialen E scheinung es zus ellen, die de Beg i be-
zeichne , de ü den zu o dnenden Be eich s eh . Gewiß wa be ei s
den Sys ema iken 1949/1950 ein de inie e Be u sbeg i zug unde
geleg wo den. De Au ag zu Anpassung an die neuzei liche En -
wicklung des Be u slebens schloß abe auch eine Übe p ü ung dieses
Beg i s ein, welche die Wlei e üh ung de beg i lichen E kenn nis
au dem Gebie des E we bslebens be ücksich ig e. Die E gebnisse
diese Übe legungen sind in de „Ein üh ung" des in Anme kung 1
genann en Bandes aus üh lich es gehal en wo den. Hie möge die
Fes s ellung genügen, daß de Be u als ausgeüb e Tä igkei de inie
wu de.
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719 Zu Theo ie und Me hode de Be u sklassi izie ung 79
eine Beobach ung de Zus ands- und Bewegungse scheinungen (z. B.
Nachwuchs Si ua ion, Be u swechsel o gänge, soziale Lage in den Be-
u en) des Be u slebens und dami dem In e esse eine ausgewogenen
Sozialo dnung de Zukun dienen. Dami wü den «sich Vo ausse zun-
gen ü einen sys ema ischen Ansa z spezielle Fo schungsau gaben
im sazial-ökonomischen Be eich e geben, wie sie bishe nich beis ehen.
Gewiß kann es nich Au gabe eine be u skundlichen Klassi izie ung
und Dokumen a ion sein, im Sinne de Sozialanalyse Be u s o scbung
zu un e nehmen. Sie kann nu wissenscha liche G undlagen ü eine
sys ema ische Anlage, Koo dinie ung und Dokumen a ion diese Fo -
schung scha en.
Allein hie mi geh die Klassi izie ung übe die Möglichkei en eine
denkba en P i a ini ia i e hinaus. In Abwägung alle Einzelhei en
e schein sie ollends als eine Hohei sau gabe, obwohl es ih nich
obliegen kann, im eigen lichen Sinne No men zu se zen. Aus den
Behö den, de en Ini ia i e die A bei sg uppe ü die Übe a bei ung
de Be u sklassi izie ung gebilde ha und die als Ve asse des
Klassi izie ungswe kes zeichnen, is e kennba , wo die Zus ändig-
kei en ü eine solche Au gabe gesehen we den. Es wi d on den
Folge ungen abhängen, die au« dem Vo handensein eines Klassi-
izie ungswe kes gezogen we den, in welchen Zei abs änden dieses Ge-
bie bea bei e we den soll und in welchem Um ang die A bei sau -
gabe gesehen wi d. Die lau ende E gänzung und Be ich igung de
Sys ema ik und Nomenkla u is be ei s in Be ach gezogen wo den,
nachdem schon die No wendigkei de Au s ellung meh e e Nach-
äge zu den Be u ssys ema iken 1949/1950 du ch eine ähnlich de
je zigen A bei sg uppe zusammengese z gewesene A bei sgemein-
scha da on übe zeug ha , daß an de ühe en, e wa den Volks-
zählungen olgenden Pe iodizi ä on unge äh 10 Jah en nich meh
es gehal en we den kann. Schon das lau ende Bedü nis on A bei s-
e wal ung und S a is ik e laub dies heu e nich meh , so daß ga
nich e wogen zu we den b auch , daß die Neuau nahme eine Übe -
a bei ung in so g oßem Zei abs and om Ma e ial und on den sach-
e s ändigen Pe sonen he einen iel höhe en Au wand bedeu e als
eine lau ende Bea bei ung de Ma e ie. Eine solche Bea bei ung, au
die Re ision de Nomenkla u besch änk , wä e wie auch o de
je z e olg en G undiübe a bei ung du ch eine A bei sg uppe zu be-
wäl igen, wenn ih die au ge e enen „Neu älle" en sp echend o -
be ei e zugeb ach we den. Wi d das Klassi izie ungswe k abe
wei e gehend als ein g undlegendes O dnungshil smi el be ach e
ode sein olle Eimsa z als A bei sbasis ü die E assung des sozial-
ökonomischen Geschehens im Be u sbe eich o gesehen, so we den
die Möglichkei en eine solchen A bei sg uppe nich aus eichen. Die
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Bezeichnung de gegenwä igen Be u sklassi izie ung als „Ausgabe
1961" läß eine Lösung de F age, ih e Wei e en wicklung e wa en.
Die soziale F age, die zu Beginn des Indus iezei al e s en s and,
exis ie heu e nich meh in de damaligen Fo m. Sie ha abe ge-
leh , wie wich ig es is , die echnische und soziale En wicklung au -
einande abzus immen. De Fo sch i wi k sich nich allein in de
Ges al ung de A bei smaschinen und -appa a u en und in de O gani-
sa ion de A bei s e ah en aus, sonde n be üh o allem den
Menschen in de pe sönlichen Fo m seine ak i en Be eiligung am
Wi scha sleben, im Be u . Dadu ch gewinn de Be u eine Schlüssel-
s ellung im sozialen Leben, welche die Bie u s o schung ebenso wich ig
e scheinen läß wie die echnische Fo schung. Wie ü die echnische
Fo schung die Kenn nis, P lege und Ve ollkommnung ih es Ins u-
men a iums G undlage ih e A bei und ih e E olge is , so is auch
die Be u skunde au ih angemessene echnische A bei smi el an-
gewiesen. Abschließend zeig sich das Klassi izie ungwe k dahe un e
de Sich seine Ve wendung als Ins umen de E o schung des Be-
u slebens, die Klassi izie ung als Teil de Ins umen alkunde diese
Fo schung. Anläßlich de Du ch üh ung eine be u sklassi ika o ischen
A bei übe Theo ie und Me hode de Be u sklassi izie ung zu
sp echen, dien somi nich nu eine Da legung de logischen und
sachkundigen G undlagen eine ü diese Au gabe en wickel en
P agma ik und de e schiedenen Aspek e des Klassi izie ungsbeg i s,
sonde n auch ih e Da s ellung und de E ö e ung ih e En wicklung
als Ins umen alkunde.
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