Kreditgenossenschaften, Managementsteuerung und der Markt für Unternehmenskontrolle
Abstract
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Full text
B eue , Wol gang
A icle
K edi genossenscha en, Managemen s eue ung und de
Ma k ü Un e nehmenskon olle
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: B eue , Wol gang (1997) : K edi genossenscha en, Managemen s eue ung und
de Ma k ü Un e nehmenskon olle, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 30, Iss. 2, pp. 219-249,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.30.2.219
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/293350
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung
und de Ma k ü Un e nehmenskon olle
Von Wol gang B eue , Bonn
I. P oblems ellung
Das deu sche Bankensys em gliede sich adi ionell in d ei Sek o en:
Genossenscha s- und Spa kassensek o s ehen gleichbe ech ig neben
dem Sek o de sogenann en p i a en Geschä sbanken. Obwohl ge ade
in den le z en Jah zehn en e hebliche Kon e genzp ozesse zu eine s ä -
ke en Annähe ung de ele an en Me kmale diese d ei Sek o en ge üh
haben,1 bes ehen doch nach wie o nich e nachlässigba e Un e -
schiede. Sei langem schon ha man sich in de Bankbe iebsleh e mi
de F age auseinande gese z , wo in die einzelnen S ä ken und
Schwächen de d ei Sek o en ebenso wie die U sachen ü ih kon inu-
ie liches Nebeneinande zu sehen sind.
Sei den siebzige Jah en e hiel die Fo schung dabei neue Impulse aus
dem Be eich de insbesonde e on Jensen/Meckling (1976) ü die
Be ach ung inanzwi scha liche F agen einge üh en P inzipal-Agen-
en-Theo ie. Insbesonde e se z en sie sich mi dem P oblem auseinande ,
daß das Managemen eine Un e nehmung eigennü zig seinen In e essen
bei de Geschä s üh ung olg , ohne au die P ä e enzen de An eilseig-
ne Rücksich zu nehmen, denen ypische weise an de Ve olgung on
Gewinn- ode Ma k we maximie ungszielen gelegen sein wi d. Manage
hingegen we den diesen Zielen wegen ih e e gleichsweise ge ingen
E olgsbe eiligung wei wenige Bedeu ung schenken und s a dessen
ehe au den Konsum sogenann e Pe quisi es abzielen. Hie un e e -
s eh man den im Rahmen on Geschä s üh e ä igkei en au e enden
Konsum nich -mone ä e Gü e . Zu nennen sind insbesonde e mangeln-
de A bei seinsa z, unnö ig hohe Ressou cen e b auch sowie die Reali-
sa ion on Mach - und Imagezielen.2 Je meh Spiel aum man Manage n
ι Vgl. z.B. Schie enbeck/Hölsche (1992), S. 79.
2 Vgl. z.B. Hax/Ha mann-Wendels/ υ. Hin en (1988). Speziell zum Wachs ums-
s eben on Manage n siehe Jensen (1986), (1989) sowie S ulz (1990).
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220 Wol gang B eue
bei de Ve olgung diese Fehlan eize läß , um so ungüns ige wi d sich
die E agslage de Un e nehmung da s ellen. Is de K eis de Gesell-
scha e eine Un e nehmung ge ing, so kann on ihnen eine e izien e
di ek e Kon olle de Geschä s üh e du chaus noch wah genommen
we den. Bei seh ielen „kleinen" Gesellscha e n wi d jedoch keine zu
Au wendung on Kon ollak i i ä en be ei sein und ielmeh jede au
die Kon ollmaßnahmen ande e Gesellscha e e auen. Es e gib sich
ein ypisches F ee- ide -P oblem, das in seine Konsequenz dazu üh ,
daß keine de Gesellscha e wi ksame Kon ollen du ch üh und das
Managemen wei gehend ungehinde seinen anges eb en Pe quisi es-
Konsum ealisie en kann.
Übe äg man die ge ade skizzie en Übe legungen au die einzelnen
Bankensek o en, so wi d man im e s en Ansa z zu dem Schluß kommen,
daß insbesonde e bei Genossenscha sbanken und Geschä sbanken in
de Fo m de Publikums-AG die Managemen -Fehlan eize e iden sein
soll en. Im Spa kassensek o lieg mi de übe wiegend gegebenen kom-
munalen T äge scha g undsä zlich kein g oße Gesellscha e k eis o .
Die skizzie en Managemen -Fehlan eize können demnach hie wie auch
bei P i a banken mi übe schauba em Gesellscha e k eis nich aku
we den. Bei Genossenscha sbanken gib es eine Vielzahl on Mi glie-
de n, die als le z e En scheidungsins anz de Genossenscha sbank un-
gie en und on denen jede i.d.R. nu übe eine S imme e üg , also
behe schende Mi gliede mi signi ikan e S immenzahl g undsä zlich
nich au e en können.3 Gleiches gil de ini ionsgemäß ü eine Publi-
kums-AG.
Somi schein bei K edi genossenscha en wie bei Publikums-AGs die
Ausnu zung de Möglichkei b ei ges eu e Risiko eilung in jeweils en -
sp echende Weise zu P oblemen de Managemen -An eizs eue ung zu
üh en. Ta sächlich gib es abe einen wesen lichen Un e schied zwi-
schen den beiden Sek o en. Bei Banken in de Rech s o m de AG
bes eh nämlich s e s wenigs ens die Möglichkei , daß ein In es o einen
g öße en An eil an de AG e wi b , eine solche Möglichkei bes eh bei
Genossenscha sbanken hingegen nich , da do jedes Mi glied i.d.R.
nu übe eine S imme e üg . Diese Möglichkei de Übe nahme de
Banken-AG du ch einen neuen G oßak ionä is nun ih e sei s geeigne ,
das Managemen -S eue ungsp oblem zu linde n: So e n de Vo s and de
Banken-AG in allzu exzessi e Weise seine eigenen Bedü nisse übe das
E agsziel de Ak ionä e s ell , we den die geminde en E agsaussich-
3 Vgl. z.B. Sch amm (1982), S. 26.
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 221
en zu sinkenden Ak ienku sen üh en, die wiede um den Au kau de
Ak ien ü einen G oßanlege a ak i e scheinen lassen. Nach dem
E we b de Ak ienmeh hei wi d de neue G oßak ionä das al e Ma-
nagemen gegen ein neues, e izien a bei endes aus auschen können. Au -
g und dieses d ohenden A bei spla z e lus es we den Manage deswegen
schon im o hinein dazu angehal en, den E agszielen de Ak ionä e
Rechnung zu agen. Im Ideal all soll en die An eizp obleme übe diesen
Mechanismus d ohende Übe nahme olls ändig gelös we den können.
Bei K edi genossenscha en ehl es an diesem Ko ek u elemen in Fo m
eines Ma k es ü Un e nehmensübe nahmen (Ma ke o Co po a e
Con ol).
Im Rahmen de ge ade skizzie en heo e ischen Analyse wü de man
demnach zu dem Schluß gelangen, daß Banken in Fo m eine Publi-
kums-AG bei wenigs ens genauso gu e Möglichkei zu b ei ge äche -
en Risiko eilung gegenübe K edi genossenscha en einen deu lichen
E izienz o eil hinsich lich de Managemen s eue ung genießen. Hie aus
esul ie zwangsläu ig die F age, wieso es übe haup noch K edi genos-
senscha en gib . Ve schä wi d die F ages ellung noch dadu ch, daß
ge ade de Genossenscha ssek o sich in den le z en Jah zehn en du ch
ein besonde s s a kes Wachs um ausgezeichne ha .4 Dieses Expansions-
s eben ging einhe mi eine zunehmenden Konzen a ion: Imme weni-
ge Ins i u e mi imme höhe e du chschni liche Mi gliede zahl p ägen
zunehmend das E scheinungsbild des Genossenscha ssek o s,5 so daß
sich gemäß den einlei enden Aus üh ungen die P oblema ik de Manage-
men s eue ung noch zugespi z haben soll e. Kennzeichen des Wachs-
ums de K edi genossenscha en wa übe dies eine Ausdehnung des
sogenann en Nich -Mi gliede geschä s,6 d.h., es wu den zunehmend
T ansak ionen mi Kunden abgewickel , die nich zugleich Mi gliede
de jeweiligen K edi genossenscha sind. Da das Ziel eine Genossen-
scha in de „Fö de ung de Wi scha ih e Mi gliede " zu sehen is ,
is eine Ausdehnung des Nich -Mi gliede geschä s au den e s en Blick
als eine Abkeh on de adi ionellen Genossenscha sidee zu be ach-
en. Wie de Genossenscha ssek o o z all diese a p io i nach eilig
wi kenden Aspek e seine S ellung behaup en und z.T. soga ausbauen
konn e, is die F ages ellung des o liegenden Bei ags.
4 Vgl. z.B. Aschho /Henningsen (1985), S. 65 . Ak uelle Zahlen zu En wick-
lung des genossenscha lichen Bankensek o s inden sich z.B. in ο.
V.
(1996), S. 6.
5 Vgl. Wiedemann (1992), S. 84 ., Sch amm (1982), S. 29 ., Büschgen (1991),
S. 49.
6 Vgl. Wiedemann (1992), S.
81
.
15 K edi und Kapi al 2/1997
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222 Wol gang B eue
Im wei e en soll gezeig we den, daß ein ehlende Ma k ü Un e -
nehmenskon olle nich nu Nach eile ü die Mi gliede eine K edi ge-
nossenscha mi sich b ing , sonde n seh wohl auch on Vo eil sein
kann. Denn wenn das Managemen im Rahmen seines S ebens nach
Wachs um und Mach s a eine Gewinnmaximie ung eine Zielse zung
wie e wa die de E lösmaximie ung e olg , so is dami au den Mä k-
en c.p. ein agg essi e es Ve hal en e bunden, das zu höhe en Ma k an-
eilen als bei eine Gewinnmaximie ung üh .7 Diese E ek kann im
Rahmen eine oligopol heo e ischen Be ach ung dazu üh en, daß eine
Genossenscha sbank pe Saldo höhe e Gewinne als eine Banken-AG
e wi scha e , obwohl nich nu das Managemen de Banken-AG sich
im Gegensa z zum Vo s and de K edi genossenscha ein gewinnmaxi-
mie end e häl , sonde n auße dem au g und de Managemen ehlan-
eize die K edi genossenscha übe eine ungüns ige e Kos ens uk u
e üg als die Banken-AG. Dies is Gegens and des olgenden
Abschni s II. Hie bei wi d e ne nachgewiesen, daß auch die e eich-
ba e Wohl ah de Banken-Ak ionä e un e de de Mi gliede de K e-
di genossenscha liegen kann. Vo ausse zung ü dieses E gebnis is
jedoch, daß die K edi genossenscha in hin eichendem Um ang Nich -
Mi gliede geschä be eib . Nich -Mi gliede sind nämlich nich am
Gewinn de Genossenscha be eilig und agen demnach le z en Endes
zu eine güns ige en E agssi ua ion de Genossenscha le bei.
Man könn e e mu en, daß die gleichzei ige Exis enz on Geschä s-
und Genossenscha sbanken im be ach e en Modellkon ex g undsä z-
lich ausgeschlossen is , weil je nach konk e e Modellsi ua ion die eine
ode die ande e Rech s o m zu eine höhe en Wohl ah ü ih e T äge
üh . Abschni III jedoch beleg , daß das Gegen eil de Fall is . Denn
s a des Ve gleichs zweie simul an am Ma k agie ende Un e neh-
mens o men (Banken-AG und Genossenscha sbank) geh es hie bei um
die F age, ob man mi els eine Banken-AG ode abe mi els eine K e-
di genossenscha in einen Ma k ein i , au dem auch noch ande e
Un e nehmen agie en. Hie bei kann es sich un e Wohl ah saspek en
seh wohl e wa lohnen, die Rech s o m de Genossenscha zu wählen,
um au diese Weise ein agg essi e es Absa z e hal en des Managemen s
zu e eichen, auch wenn im esul ie enden Gleichgewich die Banken-
7 Die Möglichkei , daß ein Abweichen des Managemen s on eine Gewinnma-
ximie ung hin zu einem agg essi e en Absa z e hal en nich nu Nach-, sonde n
auch Vo eile mi sich b ingen kann, wu de wohl zum e s en Mal in einem Bei ag
on Fe sh man/ Judd (1987) angesp ochen. Konk e wu de dabei on den Au o en
das Ziel de Umsa zmaximie ung als Al e na i e bzw. E gänzung zum Ziel de
Gewinnmaximie ung disku ie .
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 223
Ak ionä e ein höhe es Wohl ah sni eau ealisie en. In en sp echende
Weise is abe auch de gegen eilige Fall denkba : Man wähl die kos en-
güns ige e Rech s o m de Banken-AG, obwohl im Gleichgewich die
Mi gliede de konku ie enden K edi genossenscha zu einem höhe en
Wohl ah sni eau gelangen.
In Abschni IV schließlich wi d de F age nachgegangen, inwie e n
man bei den Geschä sbanken übe haup on eine e izien en Funk-
ionsweise des Ma k es ü Un e nehmensübe nahmen ausgehen kann.
Ta sächlich we den hie wohl in de Regel F ik ionen wi ksam, de en
Konsequenzen ü den Vo eilha igkei s e gleich on K edi genossen-
scha und Banken-AG jedoch ambi alen sind. Abschni V schließ den
Bei ag mi einem Fazi .
II. Oligopol-We bewe b zwischen Genossenscha sbank
und Banken-AG
1. Die Modellannahmen
Im olgenden sollen einige E ek e he gelei e we den, die im Rahmen
he kömmliche Be ach ungen no male weise ausgeklamme we den. Da
es o allem um Exis enznachweise ü die in e essie enden Phänomene
geh , is es ge ech e ig , einen möglichs ein achen Modell ahmen zu
de inie en. Konk e we den eine Banken-AG und eine K edi genossen-
scha im Rahmen eines Zwei-Zei punk e-Modells bei Siche hei
be ach e .8 Au dem Einlagenma k konku ie en beide Banken simul-
an um die knappen Mi el po en ielle Einlege . Bezeichne man mi E
die insgesam den beiden Banken in = 0 angebo enen Einlagen und
mi H = 1 + iH die je e hal ene Geldeinhei (GE) Einlage in = 1 zu
gewäh ende Rückzahlung - im wei e en ku z und ungenau „Einlagen-
e zinsung" genann -, so sei olgende Zusammenhang un e s ell :
(1) H = a+ + b+
·
Ε (α+, b+ > 0),
d.h., zu Ve ein achung we de eine linea e Einlagen-Angebo s-Funk ion
o ausgese z . Mi Ε ι als die on de Banken-AG und E2 als die on de
K edi genossenscha in = 0 nachge ag en Einlagen gil na ü lich im
Gleichgewich Ε = Ει + E2. Im Rahmen on (1) bezeichne a+ die min-
8 So e n man Risikoneu ali ä annimm und dami au E wa ungsg ößen
abs ell , läß sich die ganze Analyse unmi elba auch au den Fall bei Risiko
beziehen.
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224 Wol gang B eue
des ens zu übe sch ei ende Einlagen e zinsung, dami Einlagen E > 0
on den Einlege n angebo en we den. b+ gib an, welche Zins eak ion
du ch die E höhung des insgesam on den Banken nachge ag en Einla-
gen olumens um 1 GE im Gleichgewich ausgelös wi d. Je g öße b+ is ,
des o s ä ke eagie die Einlagen e zinsung im Gleichgewich au
Nach ageände ungen.
Ebenso wie au dem Einlagenma k e en die beiden Banken auch au
dem K edi ma k simul an au . Seien die jeweils angebo enen K edi -
olumina mi Κ ι bzw. Κ2 bezeichne , so we den insgesam on beiden
Banken zusammen K edi e im Um ang on Κ = Κι + K2 in = 0 ange-
bo en. Mi s = 1 - is als gegebene Rückzahlung je in = 0 au genom-
me GE K edi - ku z und ungenau als „K edi Ve zinsung" bezeichne -
soll on olgende K edi -Nach age-Funk ion ausgegangen we den:
(2) s = a~ - b~ • Κ (α" , b~ > 0).
Ebenso wie die Pa ame e a+ und b+ aus (1) lassen sich auch die Pa a-
me e a~ und b~ aus (2) in e p e ie en. a~ bezeichne die P ohibi i e -
zinsung, ab de keine lei K edi e on den Subjek en meh nachge ag
we den. b~ gib an, wie s a k sich eine E höhung des on den Banken
insgesam angebo enen K edi olumens um 1 GE au die gleichgewich-
ige K edi e zinsung auswi k . Wäh end die Pa ame e b+ und b~
g undsä zlich in keine di ek en Beziehung zueinande s ehen, e o de
eine sinn olle ökonomische Be ach ung im wei e en a~ > a+. Ande n-
alls nämlich s ellen po en ielle Einlege ih e Mi el den Banken nu zu
Zinssä zen zu Ve ügung, die on den po en iellen K edi nehme n in
keinem Falle bezahl we den. Es wä e somi ü eine Bank unmöglich,
posi i e Ne oe löse aus dem K edi - und Einlagengeschä zu ealisie-
en.
Schließlich sind noch die Eigenmi el M*(i = 1,2) de beiden Banken
zu be ücksich igen. Fü beide Banken gil dami in = 0 eine Liquidi-
ä s es ik ion de Fo m K{ < Mi + Ei(i = 1,2). Da annahmegemäß die
einzige Ve wendung de e hal enen Einlagen in de K edi e gabe zu
sehen is , kann hie bei soga on Κι = Mi + Ei(i = 1,2) ausgegangen
we den. Es e ein ach die Da s ellung, wenn man on Mi = 0 ausgeh .
Dies kann so in e p e ie we den, daß die Eigenmi el de beiden
Banken in = 0 nich (meh ) in liquide Fo m o liegen, sonde n e wa
be ei s in es i ü die Anscha ung on e o de lichen Be iebsmi eln
e wende wu den und somi K edi e gabe allein aus Einlagen zu inan-
zie en is . Da den Eigenmi eln on Banken a sächlich nu eine nach-
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 225
geo dne e Bedeu ung zukomm , is diese Ve ein achung in de Modellie-
ung du chaus nich öllig unsachge ech . Ta sächlich wü den exogen
o gegebene Bes ände Mi > 0 auch inhal lich nich s an den He lei ungen
ände n, wohl abe die Da s ellung deu lich komplizie en, da man ü
Μι > 0 mi de Ne o-Einlagen-Nach age Ei = Ki - Mi(i = 1,2) de
beiden Banken s a Ei = Ki a bei en müß e. Mi M* = 0 hingegen s im-
men Ei und Ki unmi elba übe ein, so daß die wei e e Be ach ung on
o nhe ein au die E mi lung op imale K edi olumina besch änk
we den kann.
Das K edi - und das Einlagengeschä e u sachen bei den Banken
schließlich auch noch „ eale" P oduk ionskos en, die sich zum Beispiel
aus de In o ma ionssammlung und -Ve a bei ung im Rahmen de K e-
di e gabe und -Ve wal ung ebenso e geben wie aus de Füh ung de
Einlagenkon en und de Be ei s ellung dami e bundene Diens leis un-
gen wie e wa de des Zahlungs e keh s.9 Konk e seien diese Kos en
du ch zwei Kos en unk ionen Ci(Ki,Ei) und C2(K 2iE2) e aß , die
beide be ei s au den Zei punk = 1 bezogen seien. Da sich Ki und Ei
au g und on Mi = 0 en sp echen, können beide Funk ionen auch in e -
ein ach e Fo m Ci(Ki) und C2(K 2) da ges ell we den. De Funk ions-
e lau we de übe dies du ch die Annahme quad a ische Kos en unk-
ionen noch wei e konk e isie : Ci(Ki) = Ci · K und C2(K 2) =
c2 · Kl (ci, c2 eJR+, c2 > ci). Die hie du ch zum Ausd uck geb ach e
Annahme p og essi s eigende Kos en im „Real"-Be eich de Banken
dü e ähnlich plausibel sein wie die en sp echende Annahme ü die
P oduk ionskos en on Indus ieun e nehmungen. Ta sächlich könn e
man jedoch auch ohne g öße e P obleme s a p og essi s eigende
Kos en Ve läu e linea e Kos en unk ionen un e s ellen, ohne daß dies
subs an iell an den noch he zulei enden E gebnissen e was ände n
wü de. Insbesonde e lassen sich zu jedem Modell mi quad a ischen
Kos en unk ionen Ci(Ki) = Ci · K und C2(K 2) = c2 · K beliebig iele
e wand e mi linea en Kos en unk ionen CJ" = cj" · Ki und C2 =
· K2 sowie Ξ 2 · Ci - K und cj > cj" o mulie en, wobei (üC^Kg)
das Gleichgewich im Modell mi quad a ischen Kos en unk ionen
besch eib . In solchen neuen Modellen wi d das Gleichgewich eben alls
übe (Kl, Kl) besch ieben und lassen sich g undsä zlich die gleichen
quali a i en E gebnisse wie im Ausgangsmodell bei quad a ischen
Kos en unk ionen he lei en.
9 Vgl. zu den G undlagen eine bankbe ieblichen P oduk ions- und Kos en-
heo ie e wa υ. Hin en (1973). Siehe auch Β ens on / Smi h (1976), Bal enspe ge /
Milde (1987).
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226 Wol gang B eue
Zu e läu e n is auße dem die Annahme c2 >
Ci :
Als Konsequenz eines
unk ions ähigen Ma k es ü Un e nehmensübe nahmen könne das
Managemen eine Banken-AG dem Fehlan eiz zu exzessi em Ressou -
cen e b auch und ge inge em A bei seinsa z nich in de gleichen Weise
wie bei eine K edi genossenscha nachgeben. Die Kos ensi ua ion de
K edi genossenscha ges al e sich demen sp echend g undsä zlich un-
güns ige als die de Banken-AG.
Schließlich sei noch angenommen, daß das Managemen de Banken-
AG wegen de Ge ah eine e waigen Un e nehmensübe nahme du ch
einen G oßanlege s ik au das Ziel de Gewinnmaximie ung hinsich -
lich des Zei punk es = 1 e p lich e sei, wäh end das Managemen
de K edi genossenscha seinem einen Wachs umss eben nachgehen
könne. Dieses Wachs umss eben kann man au un e schiedliche A und
Weise modellmäßig ope a ionalisie en. Insbesonde e wä e da an zu
denken, daß das Managemen de K edi genossenscha den K edi ück-
zahlungsbe ag s · K2 des Zei punk es = 1 maximie , da diese
Be ag als Ausd uck de G öße und de Mach de Bank in e p e ie
we den kann. Ande e sei s ha die K edi genossenscha jedoch Ve -
p lich ungen au de Einlagensei e zu e üllen, und ein du chaus e e -
ba e Ansa z wä e demen sp echend, die Ne oe löse ( s - H) · Κ2 aus
dem K edi - und Einlagengeschä als Zielg öße des (eigennü zig han-
delnden) Managemen s de K edi genossenscha au zu assen. Diese
Ansa z wü de auch gu mi de Annahme c2 > Ci ko espondie en, da
lediglich de (gewinn eduzie ende) eale Ressou cen e b auch dami aus
de Managemen -Ziel unk ion ausgeblende wi d und ge ade diese ja
ohnehin annahmegemäß exzessi om Managemen ausgeleb wi d. Des-
wegen wi d im wei e en angenommen, daß das Managemen de K edi -
genossenscha als Zielg öße ( s - H) · K2 wähl . Auch hie hä e
jedoch ein Übe gang zu de al e na i en Ziel unk ion s · K2 keine
ma e iellen Auswi kungen au die zu zeigenden E gebnisse.
Beide Un e nehmen en scheiden simul an übe ih e anges eb en
K edi - und dami implizi auch übe ih e Einlagen olumina. G undsä z-
lich könn e man die We bewe bssi ua ion zwischen den beiden Banken
in zweie lei Weise modellie en: Bei Be and-We bewe b wü de jedes
Managemen seine Ziel unk ion un e de Annahme gegebene gebo ene
bzw. e lang e Zinssä ze sei ens de ande en Un e nehmung maximie-
en. Bei Cou no -We bewe b wü de jedes Un e nehmen hingegen das
angebo ene K edi - und nachge ag e Einlagen olumen des jeweiligen
We bewe be s als gegeben un e s ellen. Au g und de Homogeni ä de
on den beiden Banken nachge ag en bzw. angebo enen Gü e is eine
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 233
als die eine Banken-AG sein kann und das e klä e Ziel de K edi -
genossenscha in de Fö de ung de Wi scha und des E we bs ih e
Mi gliede bes eh , e häl man hie doch s e s, daß die Banken-AG ein
höhe es Wohl ah sni eau ih e Ak ionä e gewäh leis en kann als die
K edi genossenscha gegenübe ih en Mi gliede n. Ta sächlich is dieses
E gebnis soga auße o den lich obus : Im wesen lichen sind ün P ä-
missen hin eichend, um es ü as beliebige Modellkon ex e zu ep odu-
zie en:
(1) Ci(Ki) und C2(K 2) seien linea ode p og essi s eigende Kos en-
unk ionen mi Ci{K) < C2{K) ü alle Κ > 0 und Ci(0) = C2(0)
= 0.
(2) Im Gleichgewich gel e G > 0.
(3) Im Gleichgewich gel e: K < K2.
(4) Alle Einlege ä igen gleich hohe Einlagen e, alle K edi nehme
agen gleich hohe K edi e k nach. Das gesam e K edi olumen eine
Bank en sp ich ih em Einlagen olumen.
(5) Zwischen den Kunden und den Mi gliede n eine K edi genossen-
scha bes eh Pe soneniden i ä , die Banken-AG e üg nich übe
meh Ak ionä e als Kunden.
Unabhängig da on, au g und welche Mechanismen sich ü einen den
obigen ün Annahmen genügenden Modellkon ex Gleichgewich slösun-
gen * Hl * Si
Κ*λ
und K* 2 he lei en lassen, kann doch imme olgende Übe -
legung anges ell we den:
TH + ne
2
+ nk
H + 1
<*2 *s - H - Kl -
TH + 1 s -
* H
- Ci(K Y
Kl .
H + 1
α ι *s - -
ci(Ki
-
= Φι,.·
Au die gleiche Weise läß sich allgemeingül ig Φ^ k < Φ*2 k nachwei-
sen. Die U sache ü diese Resul a e lieg le z en Endes da in, daß bei
eine K edi genossenscha im Falle ausschließlichen Mi gliede geschä s
die Gewinnbe eiligung de Genossen maßgeblich on de (ungüns igen)
Kos ensei e bes imm wi d. Schon die Kos en liegen jedoch übe denen
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234 Wol gang B eue
bei de Banken-AG, die übe dies ih en Gewinn nich an alle Kunden,
sonde n nu an die zahlenmäßig ge inge e G uppe de Ak ionä e aus-
schü e .
Es e gib sich im o liegenden Modellkon ex demnach zwingend, daß
ohne Nich -Mi gliede geschä die K edi genossenscha un e Wohl-
ah saspek en de Banken-AG selbs dann un e legen is , wenn de on
de K edi genossenscha e wi scha e e Gesam gewinn übe dem de
Banken-AG lieg . Zu einem ande en E gebnis kann man alle dings dann
gelangen, wenn die be ach e e K edi genossenscha auch Nich -Mi -
gliede geschä be eib .
Im Ex em all e üg die K edi genossenscha übe die gleiche
Anzahl η on (G ündungs-) Gesellscha e n wie auch die Banken-AG,
ohne daß wei e e Kunden als Mi gliede zugelassen we den. Un e diese
Vo ausse zung sind Φ2β = e · * H + G*2/η und Φ^ = k · * s - G*2/n, und
ü den Ve gleich de Wohl ah sposi ion eines Genossenscha le s mi
de eines Banken-Ak ionä s komm es lediglich au das Ve häl nis on
G2 zu G an. Wie oben da geleg , kann sich hie nun a sächlich die
Übe legenhei de K edi genossenscha gegenübe de Banken-AG in
bezug au die „Fö de ung de Wi scha ih e Mi gliede " e geben. Das
agg essi e e Absa z e hal en is demnach allein nich hin eichend, um
die De izi e aus de ehlenden Managemen kon olle zu kompensie en.
E s ein aus eichend hohes Maß an Nich -Mi gliede geschä zu „Sub-
en ionie ung" de Genossenscha le e möglich es le z e en, güns ige e
Wohl ah sposi ionen als Banken-Ak ionä e zu e eichen.
Na ü lich is die ge ade he gelei e e Bedeu ung des Nich -Mi gliede -
geschä s abzuschwächen, wenn man eine Be ach ung bei Risiko und
allgemeine Risikoscheu un e s ell . Dann we den nämlich zusä zlich zu
den ge ade o ges ell en Übe legungen Risiko eilungsaspek e ele an ,
die eine allzu ge ingen Mi gliede zahl en gegens ehen. Abe auch un e
Be ücksich igung on Risiko eilungsaspek en behal en die obigen He lei-
ungen ih e Rele anz inso e n, als ein alleiniges Abs ellen au die Maxi-
mie ung des An eils de Mi gliede an de Gesam zahl de Kunden de
E eichung eines hohen Nu zenni eaus ü die Mi gliede keineswegs
ö de lich sein muß.
III. Wohl ah s e gleich ü e schiedene Ma k s uk u en
In de Regel we den im Modellkon ex des Abschni s II en wede die
Banken-Ak ionä e ode die Genossenscha le ein höhe es Wohl ah s-
ni eau ealisie en. Da aus läß sich jedoch nich he lei en, daß die eine
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 235
ode die ande e Rech s o m lang is ig aus dem Ma k ged äng wi d.
Um diese F age nachzugehen, is es nämlich nich angemessen, ein ach
nu ü das obige Cou no -Duopol die Wohl ah sni eaus on Ak ionä en
und Genossenscha le n zu e gleichen. Vielmeh muß man die Rech s-
o mwahl als solche endogenisie en. Eine ypische angeb ach e schei-
nende F ages ellung is e wa die olgende: Be ach e we den zwei G up-
pen on η ι bzw. n2 En scheidungssubjek en, die simul an jeweils eine
Bank g ünden. Als Rech s o men s ehen ihnen die de AG sowie die
Genossenscha s o m zu Ve ügung. Nach de Wahl de Rech s o m
schließ sich die simul ane E mi lung de jeweiligen K edi - und Einla-
gen olumina im Rahmen eines Cou no -Duopols in de in Abschni II
besch iebenen Weise an. K edi genossenscha en e hal en sich dabei
(ne o-)e lös-, Banken-AGs hingegen gewinnmaximie end (Abbildung 1).
In Anbe ach de E gebnisse aus Abschni II sei e ne angenommen,
daß die K edi genossenscha übe die G ündungsmi gliede hinaus
keine wei e en Kunden als Mi gliede au nimm .
S u e
1
S u e 2
Zei
Fü beide Banken Gleichgewich im
wi d Rech s o m Cou no -Duopol
es geleg wi d ealisie
Abbildung 1
Die F age is nun, ob un e Beach ung de in Abschni II da geleg en
Zusammenhänge die Wahl de Genossenscha s o m du ch die eine
G uppe on Subjek en und die Wahl de AG als Rech s o m du ch die
ande e G uppe übe haup ein iVash-Gleichgewich kons i uie en kann.
Da die Analyse hie bei noch um einiges schwie ige als im Abschni II
wi d, dü e es zu Wah ung eines Mindes maßes an Übe sich lichkei
ge ech e ig sein, die Da s ellung einmal meh zu e ein achen.
In Abschni II wu den zwei Wohl ah smaßs äbe Φίιβ und (i = 1, 2)
einge üh , je nachdem, ob das be ach e e Subjek als Einlege ode
abe als K edi nehme au zu e en beabsich ig e. Man könn e sich hie -
bei alle dings auch o s ellen, daß im Zei punk de En scheidung übe
die Rech s o m noch ga nich kla is , ob ein Subjek konk e als Einle-
ge ode abe als K edi nehme in E scheinung i . Nimm man an, daß
jedes Subjek mi eine A-p io i-Wah scheinlichkei on je 50 % dami
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236 Wol gang B eue
echne , au de zwei en Spiels u e als Einlege ode als K edi nehme
on jeweils genau k = e = 1 Geldeinhei au zu e en, und un e s ell
man e ne Risikoneu ali ä de Be eilig en, dann e gib sich als Ansa z-
punk ü einen neuen einhei lichen Wohl ah smaßs ab de E wa ungs-
we übe die beiden in Abschni II genu z en Wohl ah smaßs äbe:14
Da eine Mul iplika ion de Di e enz aus (12) mi 2 ohne Bedeu ung
ü Wohl ah s e gleiche is , bie e sich die De ini ion des olgenden ein-
hei lichen Wohl ah smaßs abes an:
Je kleine
Φ *
(i = 1, 2) is , um so besse is es ü die T äge de Bank i.
Dami kann nun im Wege de Rückwä sinduk ion e mi el we den,
welche Wohl ah sposi ionen die beiden G uppen on Indi iduen je nach
gewähl en Rech s o men im Rahmen des Cou no -Duopols e eichen
können.
1. Gleichgewich e im Cou no -Duopol
Haben sich beide G uppen ü die Wahl de Rech s o m eine AG en -
schieden, e ügen beide Banken übe eine quad a ische Kos en unk ion
mi gleichem Kos enpa ame e ci, d.h. Ci(Ki) = C · Kl,c 2(K 2) =
cι · K . Die Managemen s beide Un e nehmen e hal en sich gewinn-
maximie end. Die Gleichgewich salloka ionen können dami g undsä z-
lich genauso wie in Abschni II bes imm we den. Als e s es sind die
Reak ions unk ionen de beiden Un e nehmen zu e mi eln. In olge sym-
me ische Annahmen sind die Reak ions unk ionen bei beiden Banken
s uk u gleich. Man e häl konk e :
Kl{K2) = 2 · (b Cl) - 2 . (b Cl) '
(14) b
Kl{Kl) = 2 .(b + d) " 2 · (b + Ci) ' Kl'
14 Weil ge inge We e ü Φ^ und hohe We e ü Φί β be o zug we den, muß
man bei de E wa ungswe bildung on -Φ^ und Φί)β bzw. on Φ^ und -Φί)β
ausgehen, um ü beide Wohl ah smaßs äbe Gleichge ich e hei de Höhenp ä e-
enzen zu gewäh leis en.
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 237
Simul ane Lösung des du ch (14) besch iebenen Gleichungssys ems
lie e
η
K = K* 2
K* = K + K* 2 =
3 · ò + 2 · Ci '
2 • α
(15) * s - * H = a - b · Κ* = a
3 · ò + 2 · ci '
b + 2 · ci
3 · b + 2 · ci '
g; = G;=P* - κ; - Cl · κ 2 = α2 • o k ( o .,
*2 _ „2 6 + C1
(3 · b + 2 · ci)a
b + 2 ' ci 2 2 b + ci /· -, ox
= a 3 · ò + 2 · Ci a (3 · b 4- 2 · Ci)2 (ΐ = 1'2)"
Au die gleiche A und Weise können die Gleichgewich salloka ionen
ü den Fall zweie K edi genossenscha en he gelei e we den. Hie gil
Ci(Ki) = c2 · Ki,C2(K2) = c2 · K . Man e häl ü das esul ie ende
Gleichgewich
* * α
= K2 =
Κ* = K + K*2 =
3 b'
2 · a
3b'
(16) * s - * H = a - b • K* = j
•
a,
G[ = Gl = ( * - * H) - K - c2 · K? = a2 ·
•.-ï—ï····^-·«·
Die esul ie ende Gleichgewich salloka ion ü den Fall eine Banken-
AG und eine K edi genossenscha schließlich wu de be ei s in Ab-
schni II g undsä zlich besch ieben.
2. Gleichgewich ige Rech s o men scheidungen
Je nachdem, wie die e eichba en Wohl ah sni eaus ü eine Banken-
AG und eine K edi genossenscha je nach be ach e e Ma k s uk u
di e ie en, we den sich un e schiedliche (Nash-) Gleichgewich e ü die
Rech s o mwahl eins ellen können. Genaugenommen bedeu e die
Rech s o mwahl hie nich s ande es als die Auswahl eine on zwei
denkba en Reak ions unk ionen und dami e bundenen Kos ens uk u-
en. No wendig und hin eichend da ü , daß ein Ma k mi je eine
16 K edi und Kapi al 2/1997
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238 Wol gang B eue
Banken-AG und eine K edi genossenscha ein Gleichgewich kons i-
uie , is die E üllung de olgenden beiden Ungleichungen:15
1 2 9 b - c2 ò + 2 · Ci 2 .
&
+ Ci
— a
—
— · a · > a
·
— — · a • τ,
3 ii 9 b2 3 0 + 4 -Ci m (3 · b 4- 4
·
Ci)2 '
b + 2
·
Ci _2_ 2 b + Ci
(17) α ' 3 · b 4- 2
·
ci ~Vj'a ' (3
·
b + 2 · Cl)2
b + 2 · ci _ _2_ 2 (b + 2
·
Ci)2 · (b - c2)
>a" 3-04-4· Ci" Wj'a b2 · (3 · b + 4 · Ci)2 '
mi z,je{l,2},z ^ j. Die e s e Ungleichung s ell siche , daß ü die eine
G uppe on Πι Subjek en die Wahl de Rech s o m eine AG die bes e
Reak ion au eine angenommene Wahl de Rech s o m K edi genossen-
scha du ch die konku ie ende G uppe da s ell . Analog wi d du ch die
zwei e Ungleichung siche ges ell , daß ü die ande e G uppe on
Subjek en die G ündung eine K edi genossenscha die bes e Reak ion
au die angenommene E ablie ung eine Banken-AG du ch die Konku -
enz da s ell . In en sp echende Fo m ließen sich Gleichgewich sbedin-
gungen ü das Au e en zweie Banken-AGs ode zweie K edi genos-
senscha en o mulie en.
Die Au lösung de beiden Ungleichungen aus (17) nach c2 lie e nach
einigen elemen a en Um o mungen
c2 > b Cl ·
5" ·
(15
·
α
·
b + 16
·
α
·
Ci + 9
·
b2
·
η* + 12
·
b
·
Ci
·
nj,
α (3
·
b + 4
·
ci)
b
·
ci 1
(18) C2< α ' (b + 2-Ci)2.(3.b + 2-Ci)2
•
(15
·
a
·
b3 + 48
·
a
·
b2
·
cx + 48
·
a
•
b
·
c + 16
·
a
•
c + 9
·
b4
·
ij
+ 36
·
b3
·
Ci
· ij
+ 44
·
b2
· ij •
c + 16
·
b
·
c3
·
η,).
Beide Ungleichungen können ohne Wide sp üche simul an e üll sein,
z.B. ü a = 31550,b = 0,627, cx = 0,342 und c2 = 0,35 bei < 9712
und
ij
= 19420.16 Au g und de Komplexi ä diese beiden Ungleichun-
15 Implizi un e s ell is hie bei, daß die insgesam η ι + n2 Subjek e unabhän-
gig on de o liegenden Ma k o m auch a sächlich alle als Einlege ode K e-
di nehme au e en können, also kein Gleichgewich ealisie wi d, in dem ein
Teil de Ak ionä e bzw. Genossen ga nich am Ma k in E scheinung i .
Ande n alls wä e ü manche Subjek e de übe (17) de inie e Wohl ah smaßs ab
keine adäqua e Zielg öße.
16 So e n man o ausse z , daß jeweils die eine Häl e de i bzw. ij Subjek e
als Einlege au i und die ande e Häl e als K edi nehme , is ü diese We e
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 239
gen dü e es jedoch kaum ealisie ba sein, allgemeine Aussagen zu
Auswi kung on Pa ame e a ia ionen au die Möglichkei eines Gleich-
gewich s mi je eine AG und eine K edi genossenscha he zulei en.
Einzig hinsich lich de Bedeu ung on n^ und ij sind g undsä zliche
Anme kungen möglich. Da die Pa ame e α, b und C nu posi i e We e
annehmen können, sind die beiden Ungleichungen aus (18) um so ehe
e üll , je kleine die Anzahl Ui on Gesellscha e n de po en iellen
Banken-AG und je g öße die Anzahl on Gesellscha e n de po en-
iellen K edi genossenscha is . Kleine G uppen on Subjek en we den
nämlich ehe an hohen Gewinnen als an nied igen Zinsspannen in e es-
sie sein und deswegen endenziell die Rech s o m de AG be o zugen.
Fü g öße e G uppen on Subjek en e häl es sich ge ade ande s
he um, so daß ü diese de Tendenz nach die Rech s o m de K edi ge-
nossenscha besonde s a ak i is .
Wich ige als diese Zusammenhang dü e jedoch die E kenn nis sein,
daß a sächlich un e den ge o enen Annahmen Gleichgewich e denk-
ba sind, in denen K edi genossenscha en und Banken-AGs gleichzei ig
am Ma k au e en.
IV. Banken-AGs und de Ma k ü Un e nehmenskon olle
Bislang wu de s e s o ausgese z , daß das Managemen eine Banken-
AG sich in olge de Ge ah eindliche Übe nahmen s eng gewinnmaxi-
mie end e häl . Ungeklä blieb alle dings de konk e e Mechanismus,
de zu diese Ve hal ensweise üh en soll e. Ta sächlich dü e eine
de a igide Fo m de Managemen -Disziplinie ung in alle Regel selbs
dann nich gewäh leis e we den können, wenn po en ielle G oßin es o-
en zu Übe nahme „ine izien " ge üh e Un e nehmen be ei s ehen.
Zu Ve anschaulichung de P oblema ik soll die We bewe bssi ua ion
zwischen eine K edi genossenscha und eine Banken-AG aus
Abschni II nochmals au geg i en we den. Konk e s elle man sich ol-
genden Ablau de Geschehnisse o (siehe Abbildung 2): Au de e s en
S u e bes immen die Manage de beiden Banken übe ih en jeweiligen
Kos enpa ame e sowie ih e anges eb en K edi - und Einlagen olumina.
Diese En scheidungen seien du ch die o handenen Manage im wei e en
nich meh zu ände n, da die „En scheidungen" ande n alls bedeu ungs-
los wä en. Au de zwei en S u e bes ehe nun jedoch die Möglichkei ,
auch siche ges ell , daß jede Ak ionä bzw. Genösse en sp echend seinen Wün-
schen am Ma k au e en kann.
16:
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240 Wol gang B eue
daß ein G oßin es o ein Angebo zu Übe nahme de Gesam hei de
Ak ien de Banken-AG un e b ei e . Die Ak ionä e seien zum Ve kau
ih e An eile be ei , so e n de (zweckmäßige weise au den Zei punk
de Gewinn ealisa ion bezogene) gebo ene Kau p eis ihnen eine ma gi-
nale Ve besse ung ih es Wohl ah sni eaus e möglich . Dami muß ihnen
zum einen ih om bishe igen Managemen in Aussich ges ell e Gewinn
je Ak ie e gü e we den. Zum ande en üh e ein Eigen üme wechsel
ypische weise zu eine Reduk ion des anges eb en K edi - und Einla-
gen olumens, wodu ch die K edi zinssä ze s eigen und die Einlagenzins-
sä ze allen wü den. Auch diese Sekundä e ek müß e on den Ak ionä-
en und dem übe nahmewilligen G oßin es o bei de Beu eilung bzw.
de Fes legung des Übe nahmegebo s beach e we den. Zunächs sei on
diese Komplika ion jedoch abgesehen. S enggenommen is diese Ve -
ein achung nu ge ech e ig , wenn die Banken-Ak ionä e selbs nich
als K edi nehme ode Einlege au e en ode abe de Gewinn je Ak io-
nä so s a k übe den denkba en Gleichgewich s e zinsungen * s und * H
lieg , daß die e waigen Zinse ek e nahezu e nachlässigba e Auswi kun-
gen ü die Wohl ah sposi ion de Ak ionä e haben. In jedem Fall is die
Ve nachlässigung dieses Aspek s abe inso e n e e ba , als ohne sie
die olle Funk ions ähigkei des Ma ke o Co po a e Con ol zwei els-
ei nich gegeben is : Schon de in F age s ehende Sekundä e ek e -
ö ne dem Managemen de Banken-AG nämlich Möglichkei en zu Ab-
weichung om gewinnmaximie enden Ve hal en. Im olgenden wi d zu
zeigen sein, daß abe auch bei diese eine Übe nahme e leich e nden
Modellie ung keineswegs das in Abschni II besch iebene Cou no -
Gleichgewich esul ie .
So e n eine Übe nahme geling , kann de neue G oßak ionä eine
um assende Res uk u ie ung du ch üh en, die sowohl die Kos ensei e
S u e 1 S u e 2 S u e 3
Zei
Manage legen
geplan e Kos en-
pa ame e sowie
K edi - und Einlagen-
olumina es
G oßin es o
kann Übe nahme
de Banken-AG
anbie en
Gleichgewich
im
Cou no -Duopol
wi d ealisie
Abbildung 2
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K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 241
als auch das anges eb e K edi - und Einlagen olumen be i . Das
u sp üngliche Managemen wi d im Falle eines Eigen üme wechsels
abgelös . Falls mi diesen Reo ganisa ionsmaßnahmen zusä zliche Res-
sou cen e b äuche e bunden sind, esul ie augenscheinlich eine wei-
e e Quelle de Ine izienz des Übe nahmema k es. Deswegen sei auch
hie on abs ahie .
Die F age is , ob wenigs ens beim ge ade o ges ell en Ablau de
Geschehnisse siche ges ell is , daß sich de Vo s and de Banken-AG so
e häl , wie es in Abschni II besch ieben wu de. Um diese F age zu
bean wo en, is das ges ell e P oblem mi els Rückwä sinduk ion zu
lösen. Zunächs is demnach da zulegen, wie sich de neue G oßak ionä
im Rahmen de Un e nehmens es uk u ie ung e hal en wi d.
De G oßak ionä wi d in jedem Fall eine e izien e Kos ens uk u
ealisie en, also ü die Implemen ie ung des Kos enpa ame e s Ci s a
c2 > Ci so gen. Da die K edi e gabeen scheidung de konku ie enden
K edi genossenscha be ei s es lieg , ha de G oßak ionä seinen
Gewinn un e de P ämisse des bekann en K edi angebo s de K edi ge-
nossenscha zu maximie en. Be ach e man dami den G oßak ionä ü
den Fall eine gelungenen Übe nahme im Ve häl nis zu K edi genossen-
scha , so be inde e sich augenscheinlich in de Rolle eines S ackel-
be g-Folge s, da zunächs die K edi genossenscha und dann e s die
Banken-AG ih K edi - und Einlagen olumen e bindlich ixie .
Will das Managemen de Banken-AG die eindliche Übe nahme e -
hinde n, so muß es du ch sein Ve hal en ü die Realisa ion eines
Gewinns so gen, de wenigs ens dem maximal du ch den G oßak ionä
nach Übe nahme e eichba en Gewinn en sp ich . Denn dann kann de
G oßin es o du ch die Un e nehmensübe nahme keine posi i en
Gewinne e zielen. De Vo s and de Banken-AG wi d demen sp echend
die Kos ens uk u Ci implemen ie en müssen. Beim K edi angebo
bleib dem Managemen eben alls nich s ande es üb ig, als ü gegebene
E wa ung übe das K edi olumen K2 den Gewinn de Banken-AG zu
maximie en. Nu so kann nämlich die d ohende Übe nahme e mieden
we den. Ein en scheidende Un e schied be i nun alle dings das Ve -
hal en de K edi genossenscha . Das Managemen de K edi genossen-
scha is sich de d ohenden Übe nahme bei de Banken-AG seh wohl
bewuß und kann diesen Ums and ü seine Zwecke nu zen. S a näm-
lich ein ach ü gegebene E wa ungen übe das K edi olumen Κ ι de
Banken-AG das ne oe lösmaximie ende K edi olumen zu ealisie en,
kann das Managemen de K edi genossenscha be ücksich igen, daß
spä es ens nach e olg eiche Übe nahme da ü So ge ge agen wi d, daß
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242 Wol gang B eue
das K edi angebo de Banken-AG ü gegebenes K edi olumen de
K edi genossenscha gewinnmaximie end is . Die K edi genossenscha
kann sich demnach wie ein S ackelbe g-Füh e e hal en. Das heiß , sie
wi d die in Abschni II e mi el e Reak ions unk ion Κχ(Κ2) de
Banken-AG bei de E mi lung ih e e lösmaximie enden Ve hal ens-
weise an izipie end be ücksich igen. Dem Managemen de Banken-AG
bleib demen sp echend im Gleichgewich nich s ande es üb ig, als die
Rolle des S ackelb e g -Folge s anzunehmen.
Diese Kons ella ion is eine unmi elba e Implika ion de Annahme,
daß die Manage de beiden Un e nehmungen au S u e 1 de Gescheh-
nisse ih e Handlungen endgül ig ixie en. Um zu einem Cou no -Duopol
de A wie in Abschni II zu gelangen, müß e man annehmen, daß nu
de Vo s and de Banken-AG sich au de S u e 1 be ei s glaubwü dig
binden kann, nich abe das Managemen de K edi genossenscha . Mi
ande en Wo en müß e man ü den Fall ohne Übe nahmege ah die
S ackelbe g-Füh e scha de Banken-AG o ausse zen. Diese Annahme
dü e deu lich unplausible sein als die de zei lichen Symme ie in den
Bindungsmöglichkei en beide Managemen s. Auch on p ak ische Sei e
dü e die Rolle de S ackelbe g-Folge scha übe nahmebed oh e
Un e nehmen nich ganz so abwegig sein, wie es zunächs e scheinen
mag. Denn jede Übe nahme und dami e bundene Reo ganisa ion kos e
Zei und üh zum pa iellen Hin e hinken hin e de Konku enz.
Genau diese Zusammenhang, wenngleich übe spi z , komm auch im
hie be ach e en meh s u igen Oligopolspiel zum Ausd uck.
De En scheidungskalkül de K edi genossenscha zu E mi lung on
Κ2 lau e dami :
[ s{K l + K2) - H(K l + K2)} · K2 - max.!
(19) q b
mi Kl = 2.(b + Cl) " 2 - (b + Cl) K2·
Als no wendige Bedingung e s e O dnung e gib sich hie aus:
(20) K* 2 = 2b'
Du ch Einse zen in die Reak ions unk ion Ki(K2) aus (3) e häl man
als Gleichgewich swe ü K
(21) K*l 4 · (b + Ci)
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.30.2.219 | Gene a ed on 2023-01-16 13:09:08
K edi genossenscha en, Managemen s eue ung 249
Résumé
Coopé a i es de c édi , ges ion de managemen e le ma ché
du con ôle d'en ep ises
Le choix de la o me ju idique d'une en ep ise, ici conc è emen d'une banque,
peu ê e in e p é é comme un moyen pou jus i ie de maniè e c édible l'in e en-
ion ou la non-in e en ion en ue d'in luence le managemen . En choisissan la
o me ju idique de la coopé a i e, on enonce à u ilise de ma ché du con ôle
d'en ep ises pou discipline le managemen ; ce qui peu ê e pou les associés
plus a an ageux que la o me ju idique de la socié é anonyme. En e e , u l'ab-
sence de menace de ep ise, le managemen d'une coopé a i e de c édi peu
mieux pou sui e des objec i s els que ceux de pou oi e de c oissance que ne
peu le ai e une banque SA. Le déplacemen de pa s de ma ché en e les ins i u-
ions de c édi considé ées dans le cas de s uc u es de ma ché oligopolis iques
peu aussi appo e des a an ages ex pos aux associés de la coopé a i e. Pou
qu'un el e e posi i se p oduise, il au cependan que la coopé a i e ai su i-
sammen d'opé a ions a ec des non-memb es.
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