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Digitales Entwicklungsland Deutschland?

Barenkamp, Marco

Abstract

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Full text

Barenkamp, Marco Article — Published Version Digitales Entwicklungsland Deutschland? Wirtschaftsinformatik & Management Provided in Cooperation with: Springer Nature Suggested Citation: Barenkamp, Marco (2025) : Digitales Entwicklungsland Deutschland?, Wirtschaftsinformatik & Management, ISSN 1867-5913, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden, Vol. 17, Iss. 1-2, pp. 34-36, https://doi.org/10.1365/s35764-025-00556-3 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/330784 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. 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MarcoBarenkamp Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik & Management 2025 • 17 (1–2): 34–36 https:// doi.org/ 10.1365/ s3576402500556-3 Angenommen: 9. April 2025 Online publiziert: 23. Juni 2025 © The Author(s) 2025 35Wirtschaftsinformatik & Management 1–2 | 2025 Die aktuelle Studie „Reimagining the future of public sector productivity“ von SAS zeigt, dass deutsche Behörden im internationalen Vergleich das Schlusslicht bei der Einführung und Nutzung künstlicher Intelligenz sind [1]. Andere Länder wie Estland, Dänemark oder Kanada setzen mit ihrer digitalen Transformation neue Maßstäbe, während Deutschland in alten Strukturen verharrt. Als Professor für Künstliche Intelligenz und Wertschöpfung sowie Unternehmer kann ich nur betonen: Diese Zurückhaltung ist nicht nur ineffizient, sondern gefährdet langfristig unsere Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Paradoxerweise gibt es in unserem Land, das einst als technologische Hochburg galt, inzwischen mehr Bedenken als Begeisterung für digitale Innovationen. Die Zahlen sind eindeutig: 95 % der internationalen Verwaltungsexperten erkennen die Vorteile digitaler Technologien an, während nur 29 % der deutschen Institutionen moderne KI-Lösungen wie Machine Learning oder Generative KI einsetzen. Diese Zahlen betonen die verpassten Chancen und den dringenden Reformbedarf. Die größte Hürde ist nicht die Technologie selbst– sie ist vorhanden und einsatzbereit –, sondern die Angst vor Veränderung und das Festhalten an traditionellen Arbeitsweisen. Laut Studie betrachten 65 % der Befragten interne Skepsis als Hauptproblem. Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielfältig. In Deutschland neigt man dazu, Innovationen bis ins kleinste Detail zu prüfen, bevor sie überhaupt getestet werden. In den USA hingegen wird nach dem Motto „einfach machen“ agiert. Wir warten auf regulatorische Klarheit, auf erprobte Best Practices, auf ein „grünes Licht“ von allen Seiten. Es fehlt der Mut, der für Fortschritt unabdinglich ist. Ein immer wiederkehrender Vorschlag ist die Einrichtung eines Digitalministeriums, doch statt eines Verwaltungsapparats, der lediglich „Digitales“ verwaltet, wäre ein Innovationsministerium ein zukunftsgerichtetes Vorhaben. Ein weiteres Beispiel für unsere manchmal eher rückwärtsgewandte Digitalpolitik ist unser Datenschutzverständnis. Die Bezeichnung „Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit“ ist nicht nur ein Zungenbrecher, sondern verdeutlicht doch eigentlich unser Kernproblem: Fokus auf Schutz statt auf Nutzung. Dabei wäre es doch sinnvoll, eine Bundesbeauftragte für DatenNUTZUNG einzusetzen, die aktiv an Lösungen arbeitet, um Daten für Fortschritt, Forschung und Wirtschaft intelligent einzusetzen. Regulierungen sind notwendig, keine Frage, aber sie sollten kein Korsett sein, das Innovationen erstickt, denn mehr Regulierung bedeutet nicht automatisch besseren Schutz– Im Gegenteil: Oft bedeutet sie schlicht mehr Bürokratie. Statt starrer Vorgaben brauchen wir intelligente, adaptive Regeln, die sich der Entwicklung anpassen und retrospektiv evaluiert werden. Kurz gesagt: einen Rahmen, der Innovation nicht verhindert, sondern begleitet. Schwerpunkt MarcoBarenkamp1,2() [email protected] 1Strategic Advisory, Wallenhorst, Deutschland 2Hochschule Osnabrück, Osnabrück, Deutschland Wirtschaftsinformatik & Management 1–2 | 202536 Deutschland hat alle Voraussetzungen, um im globalen Wettbewerb eine führende Rolle in der KI-gestützten Verwaltung zu spielen. Doch dafür müssen wir unser Mindset ändern. Anstatt die Risiken von Innovationen zu fürchten, sollten wir die Chancen ergreifen. Hinweis des Verlags Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral. Funding. Open Access funding enabled and organized by Projekt DEAL. Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. 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Reimagining the future of public sector productivity. SAS. https://www.sas.com/content/dam/SAS/documents/analyst-reports-papers/ en/reimagining-the-future-of-public-sector-productivity-114310.pdf. Zugegriffen: 5. Juni 2025 Schwerpunkt