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Monetäre Voraussetzungen marktwirtschaftlicher Reformschritte in den Staaten Osteuropas

Filc, Wolfgang,Winkler, Adalbert

Abstract

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Full text

Filc, Wol gang; Winkle , Adalbe A icle Mone ä e Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in den S aa en Os eu opas K edi und Kapi al P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Filc, Wol gang; Winkle , Adalbe (1991) : Mone ä e Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in den S aa en Os eu opas, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 24, Iss. 2, pp. 175-197, h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/293196 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Die poli ische Plu ali- sie ung geh mi eine ökonomischen Neuo ien ie ung einhe - weg on de zen alisie en Planung und Hinwendung zu ma k wi scha lichen P inzi- pien. Abe die e ho e asche Ve besse ung de Lebens e häl nisse läß in RGW-S aa en, die schon sei einigen Jah en mi ma k wi scha lichen Ele- men en expe imen ie en - o allem in Polen und Unga n, abe auch in de Sowje union au sich wa en. Ta sächlich sink de Lebenss anda d wei e , und Ve so gungsengpässe nehmen zu. Diese bishe en äuschenden E ah ungen ge äh den die ma k wi scha liche Umges al ung sowie den wei e en Re o mwillen. Eine wesen liche U sache diese nega i en Zwischenbilanz ökonomische Re o men is die ehlende Be ei scha zu e kennen, daß de Übe gang zu eine unk ions ähigen Geldwi scha und die dami no wendige weise e bundene adikale Umges al ung des mone ä en Sys ems no wendige Vo ausse zungen ü e olg e sp echende gü e wi scha liche Fo sch i e sind, die eine dezen ale Planung e sp ich . De olgende Bei ag konzen- ie sich da au , die e o de liche Pa alleli ä eine um assenden mone ä- en Re o m mi gü e wi scha lichen Re o msch i en da zulegen. 1 Die G undübe legungen diese A bei gehen au den Win e 1989/90 zu ück (Vgl. W. File, Den inne deu schen Real ans e ges al en, De isenma k analyse ü das zwei e Halbjah 1989, Ins i u ü Empi ische Wi scha s o schung, Be lin 1990, sowie W. File, Aspek e wäh ungspoli ische Zusammena bei zwischen S aa en des RGW und de EG, in: Geld- und Wäh ungsp obleme beim Übe gang zu Ma k wi - scha , Wissenscha liche Tagungen de TU Ka l-Ma x-S ad , 8/1990, S. 30 - 52). Eine e s e Fassung des Bei ags wu de im Mai 1990 o geleg . Im Janua 1991 e hiel- en die Ve asse Anme kungen eines anonymen Re e ees, ü die sie he zlich danken. Die Hinweise des Re e ee, sowie einige En wicklungen sei dem haben zu diese übe - a bei e en Fassung ge üh . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 176 Wol gang File und Adalbe Winkle II. Alloka ion, Akkumula ion und die Rolle des Geldes in ma k wi scha lichen Sys emen 1. Die Neu ali ä des Geldes in neoklassische Sich weise Re e enzmaßs ab ü die meis en wi scha lichen Re o mansä ze in RGW-S aa en is die neoklassische Theo ie. Sie zeig , daß eie Tausch zu lexiblen P eisen du ch nu zenmaximie ende Wi scha ssubjek e zu eine bes möglichen Ve eilung knappe Ressou cen üh en muß2. Pa e o-E i- zienz is das Maß de Dinge. Pa e o-E izienz bezeichne einen Zus and de Ve eilung gegebene Bes ände, d. h. on An angsauss a ungen, in de A , daß die Ve mögensauss a ung eines Indi iduums nich e besse we den kann, ohne die Auss a ung eines ande en zu e schlech e n. Ausgehend on nich e izien en Lösungen kann du ch das eie Spiel de K ä e die Wohl- ah sposi ion zumindes eines Indi iduums du ch Realloka ion de Aus- s a ungen e besse we den, ohne die Auss a ung ande e Indi iduen zu e schlech e n. Es is nich e s aunlich, daß on diese Theo ie eine g oße Faszina ion ge ade ü solche Lände ausgeh , die ih e planwi scha lichen Sys eme ma k wi scha lich o ien ie en möch en. Die Theo ie zeig , daß allein du ch eien und spon anen Tausch die gesellscha liche Wohl ah e bes- se we den kann, ohne auch nu ein einziges Indi iduum schlech e zu s el- len. Es gib nu Gewinne , es gib keine Ve lie e . Deshalb sugge ie die allgemeine Gleichgewich s heo ie (AGT), eine Schnells aße zu wi scha - lichem Wohls and und gesellscha liche Wohl ah zu sein. So sind die iel- äl igen Vo schläge zu e s ehen, adikale ma k wi scha liche Re o men anzupacken, buchs äblich jeden P eis p i a e Gü e eizugeben - ü Re - iche ebenso wie ü Wohnungen und A bei sleis ungen3. Dabei wi d übe sehen, daß in de wi klichen Wel de Übe gang on einem nich pa e o-op imalen Zus and zu Pa e o-E izienz Zei e o de , in de schme zha e S uk u anpassungen s a inden können, e bunden mi eine Auslese on e we ba en und du chse zungs ähigen sowie we losen ode minde we igen Bes änden, mi Be iebsschließungen und A bei slo- sigkei . Ein Beispiel ü die Di e genz zwischen Theo ie und P axis is die We bewe bs o s ellung, die eine Ma k wi scha in scha em Gegensa z zu Planwi scha auszeichne . Im üblichen Sp achgeb auch wi d mi dem 2 Vgl. D. Du ie, H. Sonnenschein, A ow and Gene al Equilib ium Theo y, in: Jou nal o Economic Li e a u e, Vol. 27, No. 2, June 1989, S. 574 . 3 Vgl. hie zu e wa H. Siebe , Ohne p i a es Eigen um ende de „d i e Weg" in de Sackgasse, in: Handelsbla , 17.1.1990, S. 9. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 177 Beg i „We bewe b" die Vo s ellung on Ri ali ä , Kamp und Auseinande - se zung e bunden. In de AGT bleib on diesen Inhal en nich s meh üb ig: "The e a e only indi iduals, i ms o consume s, acing gi en p ices, ixed condi- ions, each i m o consume o con enience insigni ican ly small and ha ing no in luence wha soe e upon he exis ing condi ions o he ma ke (...) and he e o e solely conce ned wi h maximizing su e u iliy o p o i s - he la e hen being exac ly ze o"4. De in de Reali ä unbekann e Zei p ad, de eine nich pa e o-op imale Si ua ion in de Gegenwa mi Pa e o-E izienz in de Zukun e binde , wi d in de AGT als bekann o ausgese z . Denn unk ions ähige Zukun smä k e in o mie en übe Gleichgewich szus ände de Zukun , ebenso wie P eise an Gegenwa smä k en einen pe ek en In o ma ions- agg ega o alle gegenwä igen Zus ände da s ellen. Zukun smä k e s ellen siche , daß de op imale Tausch in de Zukun analy isch gleichbehandel we den kann wie de Tausch in de Gegenwa , daß sich die Bildung on Sachkapi al und dami die Auswei ung des P oduk ionspo en ials nach denselben Op imali ä sk i e ien ollzieh wie die Alloka ion gegebene Auss a ungen. Das is die Vo s ellung de olls ändigen Zukun s o aus- sich . F eie P eisbildung is no wendige und hin eichende Bedingung da ü , daß ungleichgewich ige Wachs umsp ozesse nich en s ehen können, daß schme zha e S uk u e ände ungen ausbleiben und daß endogene Unsi- che hei en hinsich lich kün ige Ma k ähigkei on Wa en und Leis un- gen nich au e en können. P eise an Gegenwa smä k en und Zukun s- mä k en lenken die Alloka ion de Fak o en zu E zeugung on Gegen- wa s- und Zukun sgü e n5. Au de G undlage de angenommenen oll- s ändigen In o ma ion alle Ak eu e we den En scheidungen übe Alloka- ion, Dis ibu ion und Akkumula ion zu einem Rechenspiel mi G enznu - zen, G enzkos en und P eisen i ialisie . Geld, de mone ä e Sek o übe haup , Zen albanken und Geschä sban- ken spielen in de AGT keine Rolle, denn „ he desc ip ion o all economic ac i i y p oceeds in e ms o commodi ies .. ."6. Einmal gib es - wie ausge- üh - keine Ma k unsiche hei en. Zwei ens e en bei T ansak ionen keine 4 O. Mo gens e n, Thi een C i ical Poin s in Con empo a y Economic Theo y: An In e p e a ion, in: Jou nal o Economic Li e a u e, Vol.10, 1972, S. 1164. Vgl. dazu auch E. S eissle , K i ik des neoklassischen Gleichgewich sansa zes als Rech e i- gung ma k wi scha liche O dnungen, in: E. S eissle , C. Wa in (H sg.), Zu Theo- ie ma k wi scha liche O dnungen, Tübingen 1980, S. 38 . 5 Vgl. zu diese Konzep ion de AGT und eine K i ik da an K. J. A ow, Limi ed Knowledge and Economic Analysis, in: Ame ican Economic Re iew, Vol. 64, No. 1, Ma ch 1974, S. 3 . 6 E. Malin aud, Capi al Accumula ion and E icien Alloca ion o Resou ces, in: Econome ica, Vol. 21, No. 2, Ap il 1953, S. 235. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 178 Wol gang File und Adalbe Winkle In o ma ionskos en au , weil annahmegemäß au einem Uni e salma k ge ausch wi d7. Fü den gü e wi scha lichen Be eich, ü die ela i en P eise, ü den Zins - de als in e empo ale G öße ü die Au eilung de P oduk ion au Gegenwa skonsum und Zukun skonsum (In es i ion) en - scheidend is und deshalb die ealwi scha liche Akkumula ion bes imm - is Geld, is de mone ä e Be eich eine Ökonomie belanglos. Geld is we - los, und es is nu zlos. Es b ing keine übe ein ein aches Zählgu hinaus- gehenden Diens e, die nich auch on E bsen ode Aluminiumchips wah ge- nommen we den könn en. Das is die quan i a i e Dicho omie de AGT, bei de en s enge Anwendung F ages ellungen aus dem mone ä en Be eich nich hema isie we den können, wenn ealwi scha liche Vo gänge angesp ochen we den. Nach einem zwanzigjäh igen In e mezzo, gep äg on den A bei en Mil- on F iedmans und de da in behaup e en ku z is igen Nich -Neu ali ä des Geldes, is diese Sich weise - eine echnische Kombina ion aus Say- 'schem Theo em, Wal as'sche Iden i ä , Quan i ä s heo ie und nun a iona- le E wa ung ans elle zu jede Zei olls ändige In o mie hei alle Ak eu e - wiede zu he schenden Meinung inne halb de neoklassischen Theo ie gewo den8. Die Theo ie e izien e Mä k e, die Konzep ion a iona- le E wa ungen und in jüngs e Zei die Theo ie des „ eal business cycle"9 sind Ausd uck diese Renaissance de AGT. Wenn abe die AGT Re e enzschema ü ma k wi scha liche Re o men in RGW-S aa en is , so können mone ä e F ages ellungen e nachlässig we den. Die ausschließlich ealwi scha liche Sich de AGT gib Hinweise au die Ve besse ung ökonomische Bedingungen du ch Ein üh ung on P i a eigen um, dezen ale Planungen, s aa lichen Rückzug aus de P eis- ges al ung, E ich ung eie Mä k e und de gleichen. Geld und mone ä e Bedingungen sind dagegen ü den gü e wi scha lichen Be eich, ü Allo- 7 Vgl. zu Bedeu ungslosigkei des Geldes in de AGT aus üh lich H. Schä e , Wäh- ungsquali ä , asymme ische In o ma ion und T ansak ionskos en. In o ma ions- ökonomische Bei äge zu in e na ionalen Wi scha sbeziehungen, S udies in Con- empo a y Economics, Be lin u.a. 1988, S. 7 . 8 Vgl. dazu J. Niehans, Classical Mone a y Theo y, New and Old, in: Jou nal o Money, C edi and Banking, Vol. 19, No. 4, No embe 1987, S. 409 . 9 Zu eine zusammen assenden Da s ellung und K i ik diese Ansä ze gl. E. S eissle , Was kann die Geldpoli ik on de mode nen Geld heo ie le nen?, in: G. Bombach, B. Gahlen, A. E. O (H sg.), Geld heo ie und Geldpoli ik, Tübingen 1988, S. 3 ., sowie zu einem Übe blick übe neue e En wicklungen in de mone ä en Ökonomik M. Ge le , Financial S uc u e and Agg ega e Economic Ac i i y: An O e iew, in: Jou nal o Money, C edi and Banking, Vol. 20, No. 3, 1988, S. 559 . sowie W. Kös e s, Neue e En wicklungen in de mone ä en Mak oÖkonomik, in: RWI- Mi eilungen, Jg. 40, 1989, S. I . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 179 ka ion und Akkumula ion belanglos. Ma xis ische Ökonomie und AGT gehen bei diese Mißach ung de Rolle des Geldes eine Allianz ein. Sie e - wunde nich , wi d bedach , daß in beiden Theo ien ein gü e wi scha - lich a gumen ie , lediglich die We bes immung on Gü e n un e schied- lich o genommen wi d - in de neoklassischen Theo ie übe den Nu zen, in de ma xis ischen Theo ie übe die gesellscha lich no wendige A bei s- zei 10. Nu logisch, daß dann K edi geld, das du ch einen Buchungsak en - s eh , belanglos is , wede selbs We is , noch We e scha en kann. „No heo y o money is o e ed he e, and i is assumed ha he economy wo ks wi hou he help o a good se ing as a medium o exchange"11. 2. Nich -Neu ali ä des Geldes Die indi iduelle und soziale P oduk i i ä des Geldes e schließ sich e s , wenn Unsiche hei en und T ansak ionskos en be ücksich ig we den, also jene Elemen e, die in de AGT keine Rolle spielen12. Unsiche hei kenn- zeichne die Möglichkei , daß sich geplan e T ansak ionen en wede nich zu bes imm en P eisen ode ga nich ealisie en lassen. Ma k un ollkom- menhei en diese A sowie un olls ändige und nich kos enlose In o ma io- nen wecken bei den Wi scha ssubjek en den Wunsch, einen Bes and zu besi zen, de o den ökonomischen Wi kungen on Unsiche hei en schü z . 10 Vgl. R. L. Heilb onne , The P oblem o Value, in: R. L. Heilb onne , Behind he Veil o Economics, New Yo k 1988, S. lll . 11 G. Deb eu, The Theo y o Value: An Axioma ic Analysis o Economic Equili- b ium, New Yo k u.a. 1959, S. 28. Im Gegensa z zu neoklassischen Theo ie wi d in de ma xis ischen Geld heo ie zwischen Wa en- und Papie geld un e schieden. De We on Wa engeld wi d, wie de alle ande en Gü e , aus de gesellscha lich no wendi- gen A bei szei abgelei e : De We on Gold häng on de A bei sp oduk i i ä de Goldminena bei e ab. Dagegen is Papie geld nu ein Ausweis ü die o handene Menge an Wa engeld. Ände ungen de Rela ion dieses Ausweises zu ausgewiesenen Menge üh en zu Ände ungen des P eisni eaus, ausged ück in Papie geld. Im Ende gebnis bleiben abe alle Gelda en ü den gü e wi scha lichen P ozeß ebenso bedeu ungslos wie in de neoklassischen Theo ie: „The key a iables a e in he ield o p oduc ion. The key syn he ic esul an is in he ield o p o i . ..., in he las ana- lysis, he law o alue ules, and no he a bi a y decisions o he Cen al Bank, o any o he au ho i y con olling o emi ing pape money." E. Mandel, Ka l Hein ich Ma x, in: J. Ea well, M. Milga e, P. Newman (eds.), The New Palg a e: A Dic iona y in Economics, Vol. III, K-P, London 1987, S. 376. 12 Vgl. hie zu zusammen assend H. Schä e , Wäh ungsquali ä , asymme ische In o ma ion und T ansak ionskos en, a.a.O., S. 43 ., sowie k i isch R. H. Schmid , In o ma ionsökonomie und P eisen wicklung an Finanzmä k en: Abschied on neoklassischen Op imie ungs o s ellungen?, in: W. File, C. Köhle (H sg.), Au ono- mie, Koope a ion und De isenma k , Be lin 1990, S. 13 ., und H. Riese, Keynes als Kapi al heo e ike , in: K edi und Kapi al, Vol. 11, No. 2, 1987, insb. S. 169. 13 K edi und Kapi al 2/1991 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 180 Wol gang File und Adalbe Winkle In unk ionie enden Ma k wi scha en s ell Zen albankgeld diesen Bes and da 13. Es is dahe keine F age, daß bei Ma k unsiche hei en und T ansak ionskos en Geld und mone ä e Mä k e p oduk i sein müssen, Geld also ü sich genommen We e kö pe , auch dann, wenn die G enz- kos en seine P oduk ion nahe Null liegen. Geld muß in diesem Fall in den Übe schußnach age unk ionen de Ak eu e eine Rolle spielen, e wa als Budge besch änkung. Eine ealwi scha liche Funk ion des Geldes se z o aus, daß Geld einen meßba en ode zumindes zu echenba en We ha . Dies e lang , daß Geld Gegens and de Ve mögensdisposi ion sein muß14. Ve mögen sind Bes ands- g ößen, die kün ige E agss öme e wa en lassen. Sinken die e wa e en E äge ode s eig de Abzinsungs ak o - e wa wegen zunehmende Unsi- che hei en -, so sink de P eis des Ve mögens i els. Dagegen läß die ga an- ie e Nominalwe siche hei des Geldes unmi elba beobach ba e P eis- eak ionen als Folge e ände e Ve mögensdisposi ionen nich zu. Wi d abe Geld im Ve gleich zu Al e na i en de Ve mögensanlage gegenübe einem Ausgangszus and als ge ingwe ige eingeschä z , so s eig die Umlau ge- schwindigkei eines gegebenen Geldbes andes. Eine In la ion d ück aus, daß de implizi e E agssa z des Geldes sink . In eine Hype in la ion schließlich wi d Geld nich länge als Ve mögenswe akzep ie , und es wi d zunehmend auch als T ansak ionsmi el e se z . Die he ausgehobene Bedeu ung ealwe siche en Geldes im Spek um des Ve mögens, ü Akkumula ion und Wachs um des Einkommens wi d e kennba , wenn bedach wi d, daß in einem unk ionie enden Mischgeld- sys em und dem dabei gegebenen Nebeneinande on Zen albankgeld und Bankengeld Geld die einzige Ve mögensa da s ell , die nich allein du ch p i a wi scha liche Ak i i ä gescha en we den kann. Insowei is die Einziga igkei des Geldes mi de Einziga igkei on Gemälden Al e Mei- s e e gleichba . Ein Un e schied bes eh abe da in, daß Zen albanken die Möglichkei haben und sie nu zen müssen, du ch S eue ung de Zen al- bankgeld e so gung das gesam e Geldangebo in den G i zu bekommen. Wäh end de Ma k mechanismus bei de E s ellung on Konsumgü e n und on In es i ionsgü e n g ei - s eigende P eise sind Ausd uck e wa e e 13 De Niede gang de sozialis ischen Planwi scha kann nich da übe hinweg- äuschen, daß es Volkswi scha en gib , die im Gü e be eich ma k wi scha lich o ganisie sind und dennoch nich unk ionie en, un e ande em die de beiden g öß- en la einame ikanischen S aa en, B asilien und A gen inien. Bezeichnend is , daß diese Lände mi den RGW-S aa en de Mangel eines Bes andgu es e binde , das Unsiche hei en au angen kann, nämlich ( ela i ) we siche es Zen albankgeld. 14 Vgl. D. Pa inkin, Money, In e es and P ices. An In eg a ion o Money and Value Theo y, 2nd ed. New Yo k 1965, S. 28 , S. 481 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 181 zunehmende kün ige E agss öme -, so en äll e , wenn und weil mone ä e Ins i u ionen - Zen albanken und Bankenau sich - den ins i u- ionellen und o ganisa o ischen Rahmen mone ä e Mä k e und die Knapp- hei des Geldes ges al en. Realwe siche es Geld is den ande en Ve mögensbes änden übe legen, We übe die Zei hinweg zu e hal en. Denn Zen albanken können die Knapphei des Geldes s eue n, wäh end das Angebo ande e Ak i a keine ex e n gese z en Budge besch änkung un e lieg , sonde n allein om ma k wi scha lichen Ra ionalkalkül p i a e Wi scha ssubjek e be- s imm wi d. Zen albanken haben also die Möglichkei und die P lich , das Knapphei s e häl nis zwischen Geld und allen ande en Ak i a zu s eu- e n, sowohl gegenübe ande en Ve mögensbes änden als auch gegenübe S omg ößen, e wa Konsum, P oduk ion und In es i ion. Realwe siche es Geld is das Ak i um mi höchs e We kons anz, weil es in ge inge em Maße ma k endogenen Unsiche hei en ausgese z is , solange mone ä e Ins i u ionen das Ma k geschehen ges al en und s eue n. Geling es eine Zen albank, den gegenwä igen und ü die Zukun e wa e en Realwe des Geldes zu siche n, so se z die Jagd nach diesem Ak i um höchs e Qua- li ä ein, P oduk ion, In es i ion und dami Akkumula ion we den ange eg . Eine in de AGT e nachlässig e, abe in de Wi klichkei no wendige Vo - ausse zung ü die En al ung de P oduk i k ä e is deshalb eine unk- ions ähige Geldwi scha mi Geld als besonde e Ve mögenska ego ie, denn „money is he leas unce ain link be ween he p esen and he u u- e"15. III. Elemen e eine mone ä en Re o m in den RGW-S aa en 1. Die An o de ungen Geld s ell in RGW-Lände n keine Ve mögenska ego ie mi he ausgeho- bene Quali ä da . Ganz im Gegen eil wi d wegen seine e mein lichen We losigkei de mone ä e Sek o in RGW-S aa en mißach e , und die Akzep anz des Geldes basie allein au dem gese zlichen Annahmezwang sowie ehlenden Al e na i en. Das Vo d ingen on Pa allelwäh ungen in ielen RGW-Lände n beleg , daß das Ve auen de Be ölke ung in die Ve - mögenseigenscha de jeweiligen Landeswäh ung de a ausgehöhl wo - den is , daß ih e Akzep anz nich einmal meh mi s aa lichen Zwangsmi - eln gesiche we den kann. Diese ehlende We eigenscha on Geld is 15 J. A. K egel, Ma ke s and ins i u ions as a ea u e o a capi alis ic p oduc ion sys em, in: Jou nal o Pos Keynesian Economics, Vol. Ill, No. 1, 1980, S. 45. 13 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 182 Wol gang File und Adalbe Winkle eine wesen liche U sache ü die S agna ion de P oduk ion in einigen S aa- en Os eu opas, ü die Ve schlech e ung de Ve so gungslage de Be ölke- ung in ande en. Es lohn sich nich , Leis ungsangebo e zu en al en, wenn Geld als Gegenwe keinen We o eil gegenübe de eigenen Leis ungs- e s ellung au weis . Mi dem Ze all de Plan- und Zwangswi scha , d.h. dem Au o i ä s e lus on Planbehö den, we den die außenwi scha lich sei Jah en ehlenden Geld unk ionen de Wäh ungen on RGW-S aa en auch binnenwi scha lich unübe sehba 16. Ohne mone ä e Re o men de o - mie en die Ökonomien de RGW-Lände on Geldwi scha en zu Na u al- auschwi scha en. Die Besei igung eines Mangels an Gü e n o z be ei - s ehende P oduk ions ak o en se z ebenso wie die Auswei ung des P oduk- ionspo en ials o aus, daß de E we b on Geld we olle eingeschä z wi d als die Abgabe on Leis ungen zu E s ellung on Wa en und Diens - leis ungen. In den Wo en on Keynes: „We lea e sa ing o he p i a e in es o , and we encou age him o place his sa ings mainly in i les o money. We lea e he esponsibili y o se ing p oduc ion in mo ion o he business man, who is mainly in luenced by he p o i s which he expec s o acc ue o himsel in e ms o money. Those who a e no in a ou o d as ic changes in he exis ing o ganisa ion o socie y belie e ha hese a angemen s, being in acco d wi h human na u e, ha e g ea ad an ages. Bu hey canno wo k p ope ly i he money, which hey assume as a s able measu ing- od, is undependable. Unemploy- men , he p eca ious li e o he wo ke , he disappoin men o expec a ion, he sudden loss o sa ings, he excessi e wind alls o indi iduals, he specula o , he p o i ee - all p oceed, in la ge measu e, om he ins abili y o he s anda d o alue"17. Da aus olg : Ohne einschneidende mone ä e Re o men - eine Wäh ungs- e o m, die we siche es Geld beg ünde 18 - wi d es den RGW-S aa en nich gelingen können, den wi scha lichen Niede gang au zuhal en, den Eigen- nu z on de Alloka ion de An angsauss a ungen au die Akkumula ion neuen Sachkapi als zu lenken, an de in e na ionalen A bei s eilung zu pa - izipie en, die Wäh ungen de RGW-Lände sch i weise an das in e na io- nale Wäh ungssys em anzukoppeln. Gü e wi scha liche Re o men, die zu eine e izien en Alloka ion on Gü e n und Ressou cen üh en, sind unum- gänglich. Abe sie we den nich zu den e ho en E gebnissen üh en, wenn 16 Fü den außenwi scha lichen Be eich gil : Wäh end es sich ü die Wi scha s- subjek e de Bundes epublik o ensich lich lohn , Leis ungsangebo e gegen US-Dol- la zu e s ellen, is dies ü Rubel ode Zlo y nich de Fall. 17 J. M. Keynes, A T ac on Mone a y Re o m, P e ace, zi ie nach F. Vica elli, Keynes: The Ins abili y o Capi alism, Philadelphia 1984, S. 35. 18 Eine Wäh ungs e o m kann ins i u ionell un e schiedlich ausges al e we den. In ih em Ke n geh es abe s e s da um, das Knapphei s e häl nis zwischen Geld und Gü e n umzud ehen. Vgl. dazu J. G. Gu ley, Excess Liquidi y and Eu opean Mone- a y Re o ms, 1944 - 1952, in: Ame ican Economic Re iew, Vol. 43, 1953, S. 76 - 100. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 189 Un e diesen Bedingungen e o de n Un e nehmensin es i ionen Mi el- zuweisungen du ch die S aa sbank, weil P eisanpassungen ausgeschlossen, eigengebilde e Mi el nich o handen und Di ek k edi beziehungen zum Haushal ssek o un e bunden sind. Folglich en s eh bei jede In es i ion eine gleichwe ige Fo de ung de S aa sbank an den Un e nehmenssek o . We den In es i ionen gegenübe de o he gehenden Planpe iode ausge- wei e , ohne die P oduk ion on Konsumgü e n zu ückzu üh en, en s ehen beim In es i ionsgü e p oduzie enden Sek o zusä zliche Einkommen, die en wede an A bei sk ä e wei e gegeben (E höhung on w) ode an den S aa abge üh we den (Auswei ung on T). Weil die P oduk ionsmenge on Konsumgü e n sowie die Konsumgü e p eise ixie sind, en s eh Geld e mögen in Fo m on Fo de ungen en wede des S aa shaushal s ode p i a e Haushal e gegenübe de S aa sbank. Bei Vollauslas ung de P oduk ionskapazi ä en e o de n zusä zliche eale In es i ionen einen Rückgang de P oduk ion on Konsumgü e n bzw. e meh e Impo e29. Die Geld e mögensbildung äll in diesem Fall bei p i- a en Haushal en im Zuge eingesch änk e Ve so gung mi Konsumgü e n (Zwangsspa en) ode im Ausland an. In beiden Fällen en s eh abe eine „Sho age-Economy"30, wenn In es i ionen nich dazu bei agen, Konsum- möglichkei en zu e höhen. Wachsenden Geld e mögensbes änden s eh ein gleichhohes ode ga sinkendes Konsumgü e angebo gegenübe . Das Geld- e mögen is p ak isch we los, weil es bei s ändigem Mangel an Konsum- gü e n keine Möglichkei gib , hie aus gü e wi scha liche E äge zu e zielen. Wäh end im Zuge planwi scha lich angeo dne e Auswei ung de In e- s i ionen Geld e mögensbes ände angehäu we den, ohne daß sich hie aus ein gü e wi scha lich e we ba e Ansp uch e gib , en s ehen bei Un e - nehmen, die weisungsgemäß In es i ionen o nehmen, Ve bindlichkei en gegenübe de S aa sbank, die - müssen sie mi Zinsen bedien we den - Sub en ionen ode wei e e Mi elzuweisungen du ch die S aa sbank e o - de n. So e zeug jede K edi ehlalloka ion de Ve gangenhei einen zusä z- lichen K edi beda in de Zukun : "In his case, abo e-plan c edi s a ise om he accomoda ion o he liquidi y needs o en e p ises ha a e associa ed wi h a planning "e o " - an "inco ec " ou pu mix o consump ion goods gi en exis ing consume p e e ences and he adminis e ed ela- i e p ice"31. 29 Winiecki sp ich in diesem Zusammenhang on eine „Ven il unk ion" wes - liche Impo gü e ; gl. J. Winiecki, So ie -Type Economies: Conside a ions o he Fu u e, in: So ie -S udies, Vol. XXXVIII, No. 4, Oc obe 1986, S. 545. 30 Zum Beg i gl. J. Ko nai, Economics o Sho age, Ams e dam 1980. 31 T. A. Wol , Economic S abiliza ion in Planned Economies, a.a.O., S. 106. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 190 Wol gang File und Adalbe Winkle Hinzu komm , daß de zunehmende Geld e mögensübe hang eine Dyna- mik en al e , die dieses Miß e häl nis wei e e s ä k . Zunehmende Knapp- hei en im Konsumgü e be eich e höhen den D uck, die In es i ionen zu s eige n - gleichgül ig, ob ausgewei e e P oduk ionsmöglichkei en den Gü e p ä e enzen de Konsumen en en sp echen ode nich . Bei ausgelas e- en Kapazi ä en des In es i ionsgü e p oduzie enden Sek o s e gib sich auch hie ein wei e e In es i ionsbeda . Folglich s eigen un e den Bedin- gungen planwi scha liche Ökonomien sozialis ischen Typs die Ve bind- lichkei en on Un e nehmen, und p i a e Haushal e akkumulie en zwangs- weise wei e es Geld e mögen, sowei dem Einkommensans ieg keine en - sp echende Auswei ung des Konsumgü e angebo s en gegens eh , das ih en P ä e enzen en sp ich . In unk ionie enden ma k wi scha lichen Sys emen is es ausgeschlos- sen, daß sich Geld e mögen bei p i a en Haushal en im Zuge eine daue - ha en Fehlalloka ion on K edi en an den Un e nehmenssek o anhäu en. Einmal bes a de Ma k Fehlin es i ionen. Zum ande en eagie die Zen- albank au einen In es i ionsboom, de die P oduk ionskapazi ä en zu übe s eigen d oh und In la ionsge ah en he au beschwö , mi Zinss eige- ungen, die In es i ionen un en abel we den lassen32. Die Zen albank s eue das Knapphei s e häl nis zwischen Geld und allen ande en Ak i a mi dem Ziel, die Realwe siche hei des Geldes zu e hal en. Dagegen is in den planwi scha lich o ganisie en Ökonomien Os eu o- pas, in denen die Geld- und K edi poli ik allgemein-poli ischen P io i ä en un e geo dne wa , ein Geld e mögensübe hang als Folge jah zehn elange mangelha e Ve so gung mi Konsumgü e n en s anden. Das zen ale mone ä e P oblem beim Übe gang zu ma k wi scha lichen Re o men is dahe ein ealwi scha lich we loses Geld e mögen p i a e Haushal e, das seine Gegenposi ion in Ve bindlichkei en des Un e nehmenssek o gegen- übe de jeweiligen S aa s- bzw. Na ionalbank inde . Eine unumgängliche, um assende Banken e o m ha dami zu beginnen, mone ä e Lücken aus- zu äumen, d.h. Di e genzen zwischen Spa gu haben de Be ölke ung und we hal igen Ak i a des Bankensys ems, undie in e ag eichen Real- ak i a on P oduk ionsun e nehmen, zu besei igen. b) Die An o de ungen Die E ah ungen aus dem Übe gang zu einem zweis u igen Bankensys em im Ap il 1990 in de damaligen DDR kündigen an, wie schwe es in Lände n 32 Vgl. J. M. Keynes, A T ea ise on Money, Vol. I, a.a.O., S. 142. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 191 Os eu opas allen wi d, die mone ä en Vo ausse zungen eine um assenden ma k wi scha lichen Re o m zu scha en. Denn die halbhe zige Au spal- ung de e schiedenen Funk ionen de S aa sbank de DDR is ein Leh - s ück, wie eine Banken e o m ge ade nich ollzogen we den soll e. Fo de- ungen de S aa sbank an den Un e nehmenssek o wu den zu Gänze lin- ke Hand in die Bilanz de geg ünde en Deu schen K edi bank einges ell , obgleich ein e hebliche , abe nich zu bezi e nde Teil diese Ve schul- dung on Un e nehmen eine Folge on Zuweisungen de Regie ung wa . So wu den aus Sub en ionen Bankk edi e, aus S aa s e schuldung Ve bind- lichkei en on Un e nehmen. Diese Ve schuldung kann on Un e nehmen nich mi Zinszahlungen bedien we den, weil den Ve bindlichkei en keine e ag eichen Ak i a gegenübe s ehen. Eine de a ige En schuldungs echnung des S aa es belas e die Zukun , und sie ge äh de ma k wi scha liche Re o mp ozesse. Mi de Wäh ungs- union beide deu sche S aa en zum 1.7.1990 wu den die Ve bindlichkei en de Un e nehmen halbie . Dennoch sind die Un e nehmen in den neuen Bundeslände n mi eine mone ä en Al las be ach e , die ih e P i a isie- ung behinde . Denn e agloses Sachkapi al wi d nich du ch eine Ban- ken e o m ode eine Wäh ungsums ellung übe Nach e ag eich. Die sich e o mie enden Lände Os eu opas soll en diese E ah ungen aus de Banken e o m in de damaligen DDR be ücksich igen. Ve auen in die We bes ändigkei eine Wäh ung als Vo ausse zung eine ma k wi - scha lichen Umges al ung kann nich e eich we den, wenn nich da ü So ge ge agen wi d, daß Bankpassi a aus o den lichen E ägen on Bank- ak i a e zins we den können. Is diese Vo ausse zung nich e üll , so sind Bankbilanzen zu kü zen. Nich nu sind we lose Bankk edi e he auszu- schneiden, sonde n es müssen dann auch Bankeinlagen als we los e klä we den. Al e na i käme ein Zinsmo a o ium in Be ach . Hie bei wä en ü einen beg enz en Zei aum Un e nehmen on Zinszahlungen ü Al schul- den zu be eien, und im Gegenzug wä e au Zinse äge on Spa gu haben zu e zich en. Mi dem Fo sch ei en ma k wi scha liche Re o mp ozesse wü de sich zeigen, welche Teile on Fo de ungen de Geschä sbanken an die Un e nehmenswi scha Ve mögenseigenscha au weisen und welche ande en Teile als we los abzusch eiben sind. Es gib eben keinen „ ee lunch", e s ech nich bei einem Übe gang zu ma k wi scha lichen P inzipien im mone ä en Be eich. Die Bü ge und die Regie ungen de sich e o mie enden Lände Os eu opas haben zu en - scheiden, au welche Weise mone ä e Al las en abzubauen sind. Denn ohne Be ei scha , e aglose mone ä e Lücken zu be einigen, kann es nich gelin- gen, Ve auen in die We s abili ä eine Wäh ung zu beg ünden, Geld als OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 192 Wol gang File und Adalbe Winkle he ausgehobene Ve mögenska ego ie zu implemen ie en. Hie zu is es unabdingba , mone ä e Bes ände mi den om Sachkapi al gezogenen G en- zen de P oduk ionsmöglichkei en in Übe eins immung zu b ingen. Wegen de Pa i-Kon e ibili ä on Einlagen bei Geschä sbanken mi Zen al- bankgeld wä e eine Zen albank bei Übe gang zu einem zweis u igen Ban- kensys em on o nhe ein übe o de , die Knapphei sVe häl nisse zwi- schen Geld, Gü e n und ande en Ve mögenswe en mi dem Ziel de Geld- we s abili ä zu ges al en, wenn sie gezwungen we den könn e, die Zen- albankgeld e so gung ausschließlich de Nach age anzupassen. Knapp- hei s e häl nisse zwischen Zen albankgeld und ande en Ak i a können on Zen albanken nich e an wo e we den, wenn die mone ä e Budge - besch änkung nich on de Zen albank gese z wi d, sonde n on Nich - banken ode on K edi ins i u en. Hie zu käme es unausweichlich, wü de au eine Reduzie ung on Fo de ungen bzw. Ve bindlichkei en p i a e Haushal e bzw. des Un e nehmenssek o s als Vo bedingung ma k wi - scha liche Re o men e zich e . Denn um eine Liquidi ä sk ise des inan- ziellen Sek o s zu e meiden, müß e die No enbank Zen albankgeld nach- schießen. Dadu ch wü de die passi e Rolle de K edi alloka ion, kennzeich- nend ü die planwi scha liche Ve gangenhei , konse ie . Zum ande en wä e eine In la ionie ung nich zu e meiden, die We bes ändigkei de Wäh ung als Vo ausse zung ü die Akkumula ion on Sachkapi al wä e ze s ö : "As he in la ion p oceeds and he eal alue o he cu ency luc ua es om mon h o mon h, all pe manen ela ions be ween deb o s and c edi o s, which o m he ul i- ma e ounda ion o capi alism, become so u e ly diso de ed as o be almos meaning- less; and he p ocess o weal h-ge ing degene a es in o a gamble and a lo e y"33. Die mone ä e Ve gangenhei de Lände Os eu opas belas e ih e ökono- mischen Pe spek i en, wenn Fo de ungen und Ve bindlichkei en, obgleich ökonomisch we los, in ollem Ausmaß übe nommen we den34. De ökono- 33 J. M. Keynes, The Economic Consequences o he Peace, zi ie aus: F. Vica elli, Keynes: The Ins abili y o Capi alism, a.a.O., S. 27 . Genau diese Eind uck e - es ig sich beim „no malen Wi scha ssubjek " in den sich e o mie enden S aa en Os eu opas, ü das die Spekula ion häu ig die e s e Begegnung mi dem Kapi alis- mus da s ell ; gl. z.B. N. N., Kon ek om F iedho - Die Ve so gungsk ise wi d zu Ka as ophe, de sowje ische All ag dolla isie , in: DER SPIEGEL, N . 40, 1990, S. 190- 191, sowie N.N., Polen: „Ve such , eich zu we den", in: DER SPIEGEL, N . 42,1990, S. 207 - 216. 34 Dies gil auch, wo au Lip on und Sachs eind inglich hinweisen, ü die Fo de- ungen de wes lichen Indus ies aa en an die sich e o mie enden S aa en Os eu o- pas. Am Beispiel Polens üh en sie aus: „..., a deep and pe manen educ ion in he ex e nal deb bu den is indispensable o Poland's economic long- e m eco e y. The success ul ans o ma ion o he economy will equi e a clima e in which la ge and OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 193 mische Neubeginn und die hie zu e o de liche Banken e o m dü en keine e gangenhei sbezogenen Ansp üche au Zen albankgeld beg ünden, die No enbanken zwingen, die Zen albankgeldmenge s abili ä swid ig auszu- wei en ode s a dessen eine allgemeine Liquidi ä sk ise zu iskie en. De mone ä e Übe hang muß sowei abgebau we den, daß die e bleibenden Ansp üche an das Sozialp oduk om P oduk ionspo en ial e üll we den können. Bei de Wäh ungs e o m de d ei Wes zonen Deu schlands on 1948 wu - den diese G undsä ze be olg 35. Du ch einen scha en Schni wu de das Geld e mögen dem Sachkapi albes and ebenso angepaß wie Al schulden ges ichen wu den: „Du ch die on den Alliie en angeo dne e Wäh ungs e o m am 21. 6.1948 wu den die au ges au en Einkommen, d. h. die Gu haben de Wi scha und de P i a en ein- schließlich de Spa einlagen, scha , zumeis 10:1, zusammengeleg . So bi e diese Maßnahme ü den Einzelnen wa , so wu de dadu ch doch die Nach age dem o - handenen Gü e angebo und dem gegebenen Expansionspo en ial angepaß und dami eine güns ige Ausgangslage ü den Au schwung gescha en36." Die Wäh ungs e o m schu die Vo ausse zung, daß die Zen albank Knapphei s e häl nisse zwischen Geld und Gü e n bes immen konn e. So wu de we s abiles Geld zu eine T iebk a ü den wi scha lichen Au - schwung. Auch in Lände n Os eu opas muß es das Ziel mone ä e Re o men sein, Fo de ungen und Ve bindlichkei en, Geld e mögen und Geldschulden so auszu a ie en, daß Zinse äge und Zinszahlungen mi ealwi scha lichen E ägen des Sachkapi als in Einklang s ehen. Wi d diese Balance im mone- sus ained lows o p i a e in es men can be amassed. Poland's economy clea ly holds he po en ial o highly a o able a es o e u n on new in es men , especially o expo s o Wes e n Eu ope. None heless, Poland's deb o e hang makes he e u ns on hese in es men s unce ain and us a es he needed ans o ma ion." D. Lip on, J. Sachs, C ea ing a Ma ke Economy in Eas e n Eu opa: The Case o Poland, in: B ook- ings Pape s on Economic Ac i i y, 1: 1990, S. 131. In eine Fußno e e weisen sie au das Beispiel de Bundes epublik Deu schland: „An impo an p eceden o Poland, in ligh o he ac ha Wes Ge many is Poland's la ges c edi o , is he London Ag ee- men o 1953, in which he Uni ed S a es and o he c edi o go e nmen s g an ed a o able epaymen e ms on Ge man deb ha subs an ially educed he bu den o ha deb ." 35 Vgl. H. Moelle , Die wes deu sche Wäh ungs e o m on 1948, in: Deu sche Bun- desbank, Wäh ung und Wi scha in Deu schland 1876 - 1975, F ank u 1976, S. 433 . 36 C. Köhle , Geldwi scha , E s e Band, Be lin 1977, S. 385. Vgl. dazu auch die Äuße ungen on Do nbusch au einem Semina des IMF om 13.12.1990, wiede gege- ben on V. Khana, New Cu ency is he Cu e o So ie Mone a y O e hang, in: IMF Su ey, Janua y 21, 1990, S. 21 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 194 Wol gang File und Adalbe Winkle ä en Be eich, abe auch zwischen P oduk ionsmöglichkei en und Gesam - nach age he ges ell , wi d dadu ch ealwe siche es Geld beg ünde , so is die Geld e mögensbildung dem E we b on Gü e n gleichwe ig, E spa nis bzw. K edi inanzie ung on Ausgaben dem in e empo alen Tausch on Gü e n. In es i ionen und dami die Auswei ung des P oduk ionspo en ials als Vo ausse zung eines wi scha lichen Au schwungs we den ange eg . Die s ik e T ennung zwischen Zen albank und Geschä sbanken, die im Zuge de Banken e o m in den Lände n Os eu opas o zunehmen is , ziel auch da au ab, die mik o- und mak oökonomischen Dimensionen on Geldwi scha en zu sepa ie en. Jede K edi be ei s ellung eine Geschä s- bank wei e die mone ä e Budge besch änkung on In es o en im Vo g i aus, e möglich so eine am p i a wi scha lichen Op imie ungskalkül lind übe den Zins ges eue e selek i e Auswei ung de ealwi scha lichen Budge besch änkung, des P oduk ionspo en ials. Geschä sbanken we den diese Au gabe in den Lände n Os eu opas abe nu dann übe nehmen kön- nen, wenn sie zu o om mone ä en Ballas de Ve gangenhei in Fo m we lose Ak i a abe zu e zinsende Ve bindlichkei en be ei we den. Zen albanken haben die Realwe siche hei des Geldes zu e hal en. Unab- dingba hie ü is es, daß No enbanken die Knapphei s ela ion zwischen Zen albankgeld und ande en Ak i a bes immen können. Das abe mach es e o de lich, an den Beginn ma k wi scha liche Re o men im mone ä en Be eich de Lände Os eu opas den Abbau des ealwi scha lich we losen Geld e mögensübe hangs zu s ellen. IV. Abschließende Beme kungen Die mone ä en Bedingungen de sich e o mie enden Lände Os eu opas sind in das Blick eld zu ücken. Bishe ige ma k wi scha liche Re o man- sä ze klamme n den mone ä en Be eich wei gehend aus. Eine Bedingung ü p i a e In es i ionen und eiwillige E spa nis, ü die Auswei ung des P o- duk ionspo en ials und den in e empo alen Gü e ausch abe is es, Ve - auen in die We bes ändigkei des Geldes zu e zeugen. Das e o de eine um assende Banken e o m. Sie ha die s ik e T ennung zwischen p i a - wi scha lich o ganisie en Un e nehmen und dem s aa lichen Sek o zu ollziehen, so auch zwischen Zen albank und K edi ins i u en. Unabding- ba is es e ne , einen mone ä en Übe hang abzubauen, Geld e mögen und Ve bindlichkei en allein insowei zu übe nehmen, wie beides mi gü e wi - scha lichen E ägen zu bedienen is . F aglos is das s a ke Medizin ü Gläubige . Ande e sei s is zu bedenken, daß ein Teil des Geld e mögens gegenwä ig gü e wi scha lich we los is , abe die ökonomische Zukun OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 195 belas e . Denn ohne das Aus äumen e aglose mone ä e Lücken wi d es nich gelingen können, we s abiles Geld zu implemen ie en. So s ehen Bü - ge und Regie ungen de sich e o mie enden Lände Os eu opas o de Wahl, Geld e mögensbes ände du ch In la ionie ung en we en zu lassen und den gü e wi scha lichen E olg ma k wi scha liche Re o men zu ge äh den ode sich mone ä e Al las en de planwi scha lichen Ve gan- genhei zu en ledigen und da ü die gü e wi scha lichen Fo sch i e ma k wi scha liche Re o men ehe zu e ah en. Li e a u A ow, K. 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Diese Einengung e gib sich aus speziellen Annahmen, die nich imme eine hinlängliche Besch eibung de Wi klichkei da s ellen. We den im Gegensa z zu neoklassischen Theo ie Unsiche hei en und un olls ändige In o ma ionen on Ma k eilnehme n be ücksich ig , so is die indi iduelle und soziale P oduk i i ä des Geldes nich zu bes ei en. Das se z o aus, daß die Realwe siche hei des Geldes on de Zen al- bank siche ges ell wi d. Hie ü is es unabdingba , daß Geld e mögensbes ände ebenso wie Ve bindlichkei en du ch gü e wi scha liche E äge on P oduk ions- un e nehmen undie sind. Diese Vo ausse zungen ü eine unk ions ähige Geld- wi scha is in den sich e o mie enden Lände n Os eu opas gegenwä ig nich e üll . Folglich e o de eine Banken e o m nich allein eine T ennung zwischen s aa lichen Ins i u ionen und dem p i a en Sek o , sonde n auch die Reduk ion on Geld Ve mögensbes änden und Ve bindlichkei en au we hal ige Ak i a und Passi a. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45 Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 197 Summa y Mone a y P e equisi es o Ma ke -Based Re o m Models in he Coun ies o Eas e n Eu ope The neoclassical heo y does no pay any special a en ion o mone a y ela ions inso a as eal economic p ocesses a e conce ned. This is he esul o special assump- ions ha do no in all cases uly and adequa ely e lec eal condi ions. Whe e - con- a y o he neoclassical heo y - unce ain ies and incomple e in o ma ion o ma ke pa icipan s a e aken in o accoun , he e canno be any dispu e abou indi idual and social mone a y p oduc i i y. This p esupposes he eal alue o money o be gua an- eed by he cen al bank. To his end, i is indispensable o he o al amoun o mon- e a y asse s and liabili ies o be ma ched by he eal alue o en e p ises' non-mone- a y p oduc i e asse s. A p esen , he e o m coun ies in Eas e n Eu ope do no sa is y hese condi ions which a e basic o any success ul mone a y managemen . I ollows he e om ha e o m o he banking sec o no only equi es s a e-owned banking ins i u ions o be sepa a ed om he p i a e sec o , bu also ha he o al amoun o mone a y asse s and liabili ies be educed o he o al eal alue o non- mone a y p oduc i e asse s and liabili ies. Résumé P éables moné ai es des é apes de é o me de l'économie de ma ché dans les pays d'Eu ope de l'Es Dans la héo ie néoclassique, les ela ions moné ai es ne son pas p ises en comp e lo sque des p ocessus d'économie éelle son abo dés. Ce e es ic ion ésul e d'hypo- hèses spéciales qui ne déc i en pas oujou s la éali é de açon su isan e. Si l'on considè e, au con ai e de la héo ie néoclassique, des ince i udes e des in o ma ions incomplè es des usage s du ma ché, on ne peu pas con es e la p oduc i i é indi idu- elle e sociale de l'a gen . Cela p ésuppose que la banque cen ale ga an isse une aleu éelle sû e de la monnaie. Il au pou cela que le capi al moné ai e ainsi que les obliga ions soien consolidées pa les ésul a s économiques des en ep ises des biens de p oduc ion. Ces condi ions nécessai es pou qu'une économie moné ai e onc ionne, ne son pas emplis ac uellemen dans les pays de l'Eu ope de l'Es . C'es pou quoi, une é o me bancai e ne nécessi e pas seulemen une sépa a ion en e les ins i u ions é a iques e le sec eu p i é mais elle implique aussi la éduc ion du capi- al moné ai e e des obliga ions à des ac i s e passi s qui on de la aleu . 14! OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:45