Monetäre Voraussetzungen marktwirtschaftlicher Reformschritte in den Staaten Osteuropas
Abstract
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Full text
Filc, Wol gang; Winkle , Adalbe
A icle
Mone ä e Vo ausse zungen ma k wi scha liche
Re o msch i e in den S aa en Os eu opas
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Filc, Wol gang; Winkle , Adalbe (1991) : Mone ä e Vo ausse zungen
ma k wi scha liche Re o msch i e in den S aa en Os eu opas, K edi und Kapi al, ISSN
0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 24, Iss. 2, pp. 175-197,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.24.2.175
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Mone ä e Vo ausse zungen
ma k wi scha liche Re o msch i e
in den S aa en Os eu opas
Von Wol gang File und Adalbe Winkle , T ie 1
I. Ein üh ung
Die S aa en Os eu opas be inden sich im Umb uch. Die poli ische Plu ali-
sie ung geh mi eine ökonomischen Neuo ien ie ung einhe - weg on de
zen alisie en Planung und Hinwendung zu ma k wi scha lichen P inzi-
pien. Abe die e ho e asche Ve besse ung de Lebens e häl nisse läß in
RGW-S aa en, die schon sei einigen Jah en mi ma k wi scha lichen Ele-
men en expe imen ie en - o allem in Polen und Unga n, abe auch in
de Sowje union au sich wa en. Ta sächlich sink de Lebenss anda d
wei e , und Ve so gungsengpässe nehmen zu. Diese bishe en äuschenden
E ah ungen ge äh den die ma k wi scha liche Umges al ung sowie den
wei e en Re o mwillen.
Eine wesen liche U sache diese nega i en Zwischenbilanz ökonomische
Re o men is die ehlende Be ei scha zu e kennen, daß de Übe gang zu
eine unk ions ähigen Geldwi scha und die dami no wendige weise
e bundene adikale Umges al ung des mone ä en Sys ems no wendige
Vo ausse zungen ü e olg e sp echende gü e wi scha liche Fo sch i e
sind, die eine dezen ale Planung e sp ich . De olgende Bei ag konzen-
ie sich da au , die e o de liche Pa alleli ä eine um assenden mone ä-
en Re o m mi gü e wi scha lichen Re o msch i en da zulegen.
1 Die G undübe legungen diese A bei gehen au den Win e 1989/90 zu ück (Vgl.
W. File, Den inne deu schen Real ans e ges al en, De isenma k analyse ü das
zwei e Halbjah 1989, Ins i u ü Empi ische Wi scha s o schung, Be lin 1990,
sowie W. File, Aspek e wäh ungspoli ische Zusammena bei zwischen S aa en des
RGW und de EG, in: Geld- und Wäh ungsp obleme beim Übe gang zu Ma k wi -
scha , Wissenscha liche Tagungen de TU Ka l-Ma x-S ad , 8/1990, S. 30 - 52).
Eine e s e Fassung des Bei ags wu de im Mai 1990 o geleg . Im Janua 1991 e hiel-
en die Ve asse Anme kungen eines anonymen Re e ees, ü die sie he zlich danken.
Die Hinweise des Re e ee, sowie einige En wicklungen sei dem haben zu diese übe -
a bei e en Fassung ge üh .
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176 Wol gang File und Adalbe Winkle
II. Alloka ion, Akkumula ion und die Rolle des Geldes
in ma k wi scha lichen Sys emen
1. Die Neu ali ä des Geldes in neoklassische Sich weise
Re e enzmaßs ab ü die meis en wi scha lichen Re o mansä ze in
RGW-S aa en is die neoklassische Theo ie. Sie zeig , daß eie Tausch zu
lexiblen P eisen du ch nu zenmaximie ende Wi scha ssubjek e zu eine
bes möglichen Ve eilung knappe Ressou cen üh en muß2. Pa e o-E i-
zienz is das Maß de Dinge. Pa e o-E izienz bezeichne einen Zus and de
Ve eilung gegebene Bes ände,
d.
h. on An angsauss a ungen, in de A ,
daß die Ve mögensauss a ung eines Indi iduums nich e besse we den
kann, ohne die Auss a ung eines ande en zu e schlech e n. Ausgehend on
nich e izien en Lösungen kann du ch das eie Spiel de K ä e die Wohl-
ah sposi ion zumindes eines Indi iduums du ch Realloka ion de Aus-
s a ungen e besse we den, ohne die Auss a ung ande e Indi iduen zu
e schlech e n.
Es is nich e s aunlich, daß on diese Theo ie eine g oße Faszina ion
ge ade ü solche Lände ausgeh , die ih e planwi scha lichen Sys eme
ma k wi scha lich o ien ie en möch en. Die Theo ie zeig , daß allein
du ch eien und spon anen Tausch die gesellscha liche Wohl ah e bes-
se we den kann, ohne auch nu ein einziges Indi iduum schlech e zu s el-
len. Es gib nu Gewinne , es gib keine Ve lie e . Deshalb sugge ie die
allgemeine Gleichgewich s heo ie (AGT), eine Schnells aße zu wi scha -
lichem Wohls and und gesellscha liche Wohl ah zu sein. So sind die iel-
äl igen Vo schläge zu e s ehen, adikale ma k wi scha liche Re o men
anzupacken, buchs äblich jeden P eis p i a e Gü e eizugeben - ü Re -
iche ebenso wie ü Wohnungen und A bei sleis ungen3.
Dabei wi d übe sehen, daß in de wi klichen Wel de Übe gang on
einem nich pa e o-op imalen Zus and zu Pa e o-E izienz Zei e o de , in
de schme zha e S uk u anpassungen s a inden können, e bunden mi
eine Auslese on e we ba en und du chse zungs ähigen sowie we losen
ode minde we igen Bes änden, mi Be iebsschließungen und A bei slo-
sigkei . Ein Beispiel ü die Di e genz zwischen Theo ie und P axis is die
We bewe bs o s ellung, die eine Ma k wi scha in scha em Gegensa z
zu Planwi scha auszeichne . Im üblichen Sp achgeb auch wi d mi dem
2 Vgl. D. Du ie, H. Sonnenschein, A ow and Gene al Equilib ium Theo y, in:
Jou nal o Economic Li e a u e, Vol. 27, No. 2, June 1989, S. 574 .
3 Vgl. hie zu e wa H. Siebe , Ohne p i a es Eigen um ende de „d i e Weg" in de
Sackgasse, in: Handelsbla , 17.1.1990, S. 9.
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 177
Beg i „We bewe b" die Vo s ellung on Ri ali ä , Kamp und Auseinande -
se zung e bunden. In de AGT bleib on diesen Inhal en nich s meh üb ig:
"The e a e only indi iduals, i ms o consume s, acing gi en p ices, ixed condi-
ions, each i m o consume o con enience insigni ican ly small and ha ing no
in luence wha soe e upon he exis ing condi ions o he ma ke (...) and he e o e
solely conce ned wi h maximizing su e u iliy o p o i s - he la e hen being exac ly
ze o"4.
De in de Reali ä unbekann e Zei p ad, de eine nich pa e o-op imale
Si ua ion in de Gegenwa mi Pa e o-E izienz in de Zukun e binde ,
wi d in de AGT als bekann o ausgese z . Denn unk ions ähige
Zukun smä k e in o mie en übe Gleichgewich szus ände de Zukun ,
ebenso wie P eise an Gegenwa smä k en einen pe ek en In o ma ions-
agg ega o alle gegenwä igen Zus ände da s ellen. Zukun smä k e s ellen
siche , daß de op imale Tausch in de Zukun analy isch gleichbehandel
we den kann wie de Tausch in de Gegenwa , daß sich die Bildung on
Sachkapi al und dami die Auswei ung des P oduk ionspo en ials nach
denselben Op imali ä sk i e ien ollzieh wie die Alloka ion gegebene
Auss a ungen. Das is die Vo s ellung de olls ändigen Zukun s o aus-
sich . F eie P eisbildung is no wendige und hin eichende Bedingung da ü ,
daß ungleichgewich ige Wachs umsp ozesse nich en s ehen können, daß
schme zha e S uk u e ände ungen ausbleiben und daß endogene Unsi-
che hei en hinsich lich kün ige Ma k ähigkei on Wa en und Leis un-
gen nich au e en können. P eise an Gegenwa smä k en und Zukun s-
mä k en lenken die Alloka ion de Fak o en zu E zeugung on Gegen-
wa s- und Zukun sgü e n5. Au de G undlage de angenommenen oll-
s ändigen In o ma ion alle Ak eu e we den En scheidungen übe Alloka-
ion, Dis ibu ion und Akkumula ion zu einem Rechenspiel mi G enznu -
zen, G enzkos en und P eisen i ialisie .
Geld, de mone ä e Sek o übe haup , Zen albanken und Geschä sban-
ken spielen in de AGT keine Rolle, denn „ he desc ip ion o all economic
ac i i y p oceeds in e ms o commodi ies .. ."6. Einmal gib es - wie ausge-
üh - keine Ma k unsiche hei en. Zwei ens e en bei T ansak ionen keine
4 O. Mo gens e n, Thi een C i ical Poin s in Con empo a y Economic Theo y: An
In e p e a ion, in: Jou nal o Economic Li e a u e, Vol.10, 1972, S. 1164. Vgl. dazu
auch E. S eissle , K i ik des neoklassischen Gleichgewich sansa zes als Rech e i-
gung ma k wi scha liche O dnungen, in: E. S eissle , C. Wa in (H sg.), Zu Theo-
ie ma k wi scha liche O dnungen, Tübingen 1980, S. 38 .
5 Vgl. zu diese Konzep ion de AGT und eine K i ik da an K. J. A ow, Limi ed
Knowledge and Economic Analysis, in: Ame ican Economic Re iew, Vol. 64, No. 1,
Ma ch 1974, S.
3
.
6 E. Malin aud, Capi al Accumula ion and E icien Alloca ion o Resou ces, in:
Econome ica, Vol. 21, No. 2, Ap il 1953, S. 235.
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178 Wol gang File und Adalbe Winkle
In o ma ionskos en au , weil annahmegemäß au einem Uni e salma k
ge ausch wi d7. Fü den gü e wi scha lichen Be eich, ü die ela i en
P eise, ü den Zins - de als in e empo ale G öße ü die Au eilung de
P oduk ion au Gegenwa skonsum und Zukun skonsum (In es i ion) en -
scheidend is und deshalb die ealwi scha liche Akkumula ion bes imm -
is Geld, is de mone ä e Be eich eine Ökonomie belanglos. Geld is we -
los, und es is nu zlos. Es b ing keine übe ein ein aches Zählgu hinaus-
gehenden Diens e, die nich auch on E bsen ode Aluminiumchips wah ge-
nommen we den könn en. Das is die quan i a i e Dicho omie de AGT, bei
de en s enge Anwendung F ages ellungen aus dem mone ä en Be eich
nich hema isie we den können, wenn ealwi scha liche Vo gänge
angesp ochen we den.
Nach einem zwanzigjäh igen In e mezzo, gep äg on den A bei en Mil-
on F iedmans und de da in behaup e en ku z is igen Nich -Neu ali ä
des Geldes, is diese Sich weise - eine echnische Kombina ion aus Say-
'schem Theo em, Wal as'sche Iden i ä , Quan i ä s heo ie und nun a iona-
le E wa ung ans elle zu jede Zei olls ändige In o mie hei alle
Ak eu e - wiede zu he schenden Meinung inne halb de neoklassischen
Theo ie gewo den8. Die Theo ie e izien e Mä k e, die Konzep ion a iona-
le E wa ungen und in jüngs e Zei die Theo ie des „ eal business cycle"9
sind Ausd uck diese Renaissance de AGT.
Wenn abe die AGT Re e enzschema ü ma k wi scha liche Re o men
in RGW-S aa en is , so können mone ä e F ages ellungen e nachlässig
we den. Die ausschließlich ealwi scha liche Sich de AGT gib Hinweise
au die Ve besse ung ökonomische Bedingungen du ch Ein üh ung on
P i a eigen um, dezen ale Planungen, s aa lichen Rückzug aus de P eis-
ges al ung, E ich ung eie Mä k e und de gleichen. Geld und mone ä e
Bedingungen sind dagegen ü den gü e wi scha lichen Be eich, ü Allo-
7 Vgl. zu Bedeu ungslosigkei des Geldes in de AGT aus üh lich H. Schä e , Wäh-
ungsquali ä , asymme ische In o ma ion und T ansak ionskos en. In o ma ions-
ökonomische Bei äge zu in e na ionalen Wi scha sbeziehungen, S udies in Con-
empo a y Economics, Be lin u.a. 1988, S. 7 .
8 Vgl. dazu J. Niehans, Classical Mone a y Theo y, New and Old, in: Jou nal o
Money, C edi and Banking, Vol. 19, No. 4, No embe 1987, S. 409 .
9 Zu eine zusammen assenden Da s ellung und K i ik diese Ansä ze gl.
E. S eissle , Was kann die Geldpoli ik on de mode nen Geld heo ie le nen?, in:
G. Bombach, B. Gahlen, A. E. O (H sg.), Geld heo ie und Geldpoli ik, Tübingen
1988, S.
3
., sowie zu einem Übe blick übe neue e En wicklungen in de mone ä en
Ökonomik M. Ge le , Financial S uc u e and Agg ega e Economic Ac i i y: An
O e iew, in: Jou nal o Money, C edi and Banking, Vol. 20, No. 3, 1988, S. 559 .
sowie W. Kös e s, Neue e En wicklungen in de mone ä en Mak oÖkonomik, in: RWI-
Mi eilungen, Jg. 40, 1989, S. I .
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 179
ka ion und Akkumula ion belanglos. Ma xis ische Ökonomie und AGT
gehen bei diese Mißach ung de Rolle des Geldes eine Allianz ein. Sie e -
wunde nich , wi d bedach , daß in beiden Theo ien ein gü e wi scha -
lich a gumen ie , lediglich die We bes immung on Gü e n un e schied-
lich o genommen wi d - in de neoklassischen Theo ie übe den Nu zen, in
de ma xis ischen Theo ie übe die gesellscha lich no wendige A bei s-
zei 10. Nu logisch, daß dann K edi geld, das du ch einen Buchungsak en -
s eh , belanglos is , wede selbs We is , noch We e scha en kann. „No
heo y o money is o e ed he e, and i is assumed ha he economy wo ks
wi hou he help o a good se ing as a medium o exchange"11.
2. Nich -Neu ali ä des Geldes
Die indi iduelle und soziale P oduk i i ä des Geldes e schließ sich e s ,
wenn Unsiche hei en und T ansak ionskos en be ücksich ig we den, also
jene Elemen e, die in de AGT keine Rolle spielen12. Unsiche hei kenn-
zeichne die Möglichkei , daß sich geplan e T ansak ionen en wede nich
zu bes imm en P eisen ode ga nich ealisie en lassen. Ma k un ollkom-
menhei en diese A sowie un olls ändige und nich kos enlose In o ma io-
nen wecken bei den Wi scha ssubjek en den Wunsch, einen Bes and zu
besi zen, de o den ökonomischen Wi kungen on Unsiche hei en schü z .
10 Vgl. R. L. Heilb onne , The P oblem o Value, in: R. L. Heilb onne , Behind he
Veil o Economics, New Yo k 1988, S. lll .
11 G. Deb eu, The Theo y o Value: An Axioma ic Analysis o Economic Equili-
b ium, New Yo k u.a. 1959, S. 28. Im Gegensa z zu neoklassischen Theo ie wi d in de
ma xis ischen Geld heo ie zwischen Wa en- und Papie geld un e schieden. De We
on Wa engeld wi d, wie de alle ande en Gü e , aus de gesellscha lich no wendi-
gen A bei szei abgelei e : De We on Gold häng on de A bei sp oduk i i ä de
Goldminena bei e ab. Dagegen is Papie geld nu ein Ausweis ü die o handene
Menge an Wa engeld. Ände ungen de Rela ion dieses Ausweises zu ausgewiesenen
Menge üh en zu Ände ungen des P eisni eaus, ausged ück in Papie geld. Im
Ende gebnis bleiben abe alle Gelda en ü den gü e wi scha lichen P ozeß ebenso
bedeu ungslos wie in de neoklassischen Theo ie: „The key a iables a e in he ield
o p oduc ion. The key syn he ic esul an is in he ield o p o i . ..., in he las ana-
lysis, he law o alue ules, and no he a bi a y decisions o he Cen al Bank, o
any o he au ho i y con olling o emi ing pape money." E. Mandel, Ka l Hein ich
Ma x, in: J. Ea well, M. Milga e, P. Newman (eds.), The New Palg a e: A Dic iona y
in Economics, Vol. III, K-P, London 1987, S. 376.
12 Vgl. hie zu zusammen assend H. Schä e , Wäh ungsquali ä , asymme ische
In o ma ion und T ansak ionskos en, a.a.O., S. 43 ., sowie k i isch R. H. Schmid ,
In o ma ionsökonomie und P eisen wicklung an Finanzmä k en: Abschied on
neoklassischen Op imie ungs o s ellungen?, in: W. File, C. Köhle (H sg.), Au ono-
mie, Koope a ion und De isenma k , Be lin 1990, S.
13 .,
und H. Riese, Keynes als
Kapi al heo e ike , in: K edi und Kapi al, Vol. 11, No. 2, 1987, insb. S. 169.
13 K edi und Kapi al 2/1991
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180 Wol gang File und Adalbe Winkle
In unk ionie enden Ma k wi scha en s ell Zen albankgeld diesen
Bes and da 13. Es is dahe keine F age, daß bei Ma k unsiche hei en und
T ansak ionskos en Geld und mone ä e Mä k e p oduk i sein müssen,
Geld also ü sich genommen We e kö pe , auch dann, wenn die G enz-
kos en seine P oduk ion nahe Null liegen. Geld muß in diesem Fall in den
Übe schußnach age unk ionen de Ak eu e eine Rolle spielen, e wa als
Budge besch änkung.
Eine ealwi scha liche Funk ion des Geldes se z o aus, daß Geld einen
meßba en ode zumindes zu echenba en We ha . Dies e lang , daß Geld
Gegens and de Ve mögensdisposi ion sein muß14. Ve mögen sind Bes ands-
g ößen, die kün ige E agss öme e wa en lassen. Sinken die e wa e en
E äge ode s eig de Abzinsungs ak o - e wa wegen zunehmende Unsi-
che hei en -, so sink de P eis des Ve mögens i els. Dagegen läß die ga an-
ie e Nominalwe siche hei des Geldes unmi elba beobach ba e P eis-
eak ionen als Folge e ände e Ve mögensdisposi ionen nich zu. Wi d abe
Geld im Ve gleich zu Al e na i en de Ve mögensanlage gegenübe einem
Ausgangszus and als ge ingwe ige eingeschä z , so s eig die Umlau ge-
schwindigkei eines gegebenen Geldbes andes. Eine In la ion d ück aus,
daß de implizi e E agssa z des Geldes sink . In eine Hype in la ion
schließlich wi d Geld nich länge als Ve mögenswe akzep ie , und es
wi d zunehmend auch als T ansak ionsmi el e se z .
Die he ausgehobene Bedeu ung ealwe siche en Geldes im Spek um des
Ve mögens, ü Akkumula ion und Wachs um des Einkommens wi d
e kennba , wenn bedach wi d, daß in einem unk ionie enden Mischgeld-
sys em und dem dabei gegebenen Nebeneinande on Zen albankgeld und
Bankengeld Geld die einzige Ve mögensa da s ell , die nich allein du ch
p i a wi scha liche Ak i i ä gescha en we den kann. Insowei is die
Einziga igkei des Geldes mi de Einziga igkei on Gemälden Al e Mei-
s e e gleichba . Ein Un e schied bes eh abe da in, daß Zen albanken
die Möglichkei haben und sie nu zen müssen, du ch S eue ung de Zen al-
bankgeld e so gung das gesam e Geldangebo in den G i zu bekommen.
Wäh end de Ma k mechanismus bei de E s ellung on Konsumgü e n und
on In es i ionsgü e n g ei - s eigende P eise sind Ausd uck e wa e e
13 De Niede gang de sozialis ischen Planwi scha kann nich da übe hinweg-
äuschen, daß es Volkswi scha en gib , die im Gü e be eich ma k wi scha lich
o ganisie sind und dennoch nich unk ionie en, un e ande em die de beiden g öß-
en la einame ikanischen S aa en, B asilien und A gen inien. Bezeichnend is , daß
diese Lände mi den RGW-S aa en de Mangel eines Bes andgu es e binde , das
Unsiche hei en au angen kann, nämlich ( ela i ) we siche es Zen albankgeld.
14 Vgl. D. Pa inkin, Money, In e es and P ices. An In eg a ion o Money and Value
Theo y, 2nd ed. New Yo k 1965, S. 28 , S.
481
.
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 181
zunehmende kün ige E agss öme -, so en äll e , wenn und weil
mone ä e Ins i u ionen - Zen albanken und Bankenau sich - den ins i u-
ionellen und o ganisa o ischen Rahmen mone ä e Mä k e und die Knapp-
hei des Geldes ges al en.
Realwe siche es Geld is den ande en Ve mögensbes änden übe legen,
We übe die Zei hinweg zu e hal en. Denn Zen albanken können die
Knapphei des Geldes s eue n, wäh end das Angebo ande e Ak i a keine
ex e n gese z en Budge besch änkung un e lieg , sonde n allein om
ma k wi scha lichen Ra ionalkalkül p i a e Wi scha ssubjek e be-
s imm wi d. Zen albanken haben also die Möglichkei und die P lich ,
das Knapphei s e häl nis zwischen Geld und allen ande en Ak i a zu s eu-
e n, sowohl gegenübe ande en Ve mögensbes änden als auch gegenübe
S omg ößen, e wa Konsum, P oduk ion und In es i ion. Realwe siche es
Geld is das Ak i um mi höchs e We kons anz, weil es in ge inge em
Maße ma k endogenen Unsiche hei en ausgese z is , solange mone ä e
Ins i u ionen das Ma k geschehen ges al en und s eue n. Geling es eine
Zen albank, den gegenwä igen und ü die Zukun e wa e en Realwe
des Geldes zu siche n, so se z die Jagd nach diesem Ak i um höchs e Qua-
li ä ein, P oduk ion, In es i ion und dami Akkumula ion we den ange eg .
Eine in de AGT e nachlässig e, abe in de Wi klichkei no wendige Vo -
ausse zung ü die En al ung de P oduk i k ä e is deshalb eine unk-
ions ähige Geldwi scha mi Geld als besonde e Ve mögenska ego ie,
denn „money is he leas unce ain link be ween he p esen and he u u-
e"15.
III. Elemen e eine mone ä en Re o m in den RGW-S aa en
1. Die An o de ungen
Geld s ell in RGW-Lände n keine Ve mögenska ego ie mi he ausgeho-
bene Quali ä da . Ganz im Gegen eil wi d wegen seine e mein lichen
We losigkei de mone ä e Sek o in RGW-S aa en mißach e , und die
Akzep anz des Geldes basie allein au dem gese zlichen Annahmezwang
sowie ehlenden Al e na i en. Das Vo d ingen on Pa allelwäh ungen in
ielen RGW-Lände n beleg , daß das Ve auen de Be ölke ung in die Ve -
mögenseigenscha de jeweiligen Landeswäh ung de a ausgehöhl wo -
den is , daß ih e Akzep anz nich einmal meh mi s aa lichen Zwangsmi -
eln gesiche we den kann. Diese ehlende We eigenscha on Geld is
15
J. A. K egel, Ma ke s and ins i u ions as a ea u e o a capi alis ic p oduc ion
sys em, in: Jou nal o Pos Keynesian Economics, Vol. Ill, No. 1, 1980, S. 45.
13
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182 Wol gang File und Adalbe Winkle
eine wesen liche U sache ü die S agna ion de P oduk ion in einigen S aa-
en Os eu opas, ü die Ve schlech e ung de Ve so gungslage de Be ölke-
ung in ande en. Es lohn sich nich , Leis ungsangebo e zu en al en, wenn
Geld als Gegenwe keinen We o eil gegenübe de eigenen Leis ungs-
e s ellung au weis . Mi dem Ze all de Plan- und Zwangswi scha , d.h.
dem Au o i ä s e lus on Planbehö den, we den die außenwi scha lich
sei Jah en ehlenden Geld unk ionen de Wäh ungen on RGW-S aa en
auch binnenwi scha lich unübe sehba 16. Ohne mone ä e Re o men de o -
mie en die Ökonomien de RGW-Lände on Geldwi scha en zu Na u al-
auschwi scha en. Die Besei igung eines Mangels an Gü e n o z be ei -
s ehende P oduk ions ak o en se z ebenso wie die Auswei ung des P oduk-
ionspo en ials o aus, daß de E we b on Geld we olle eingeschä z
wi d als die Abgabe on Leis ungen zu E s ellung on Wa en und Diens -
leis ungen. In den Wo en on Keynes:
„We lea e sa ing o he p i a e in es o , and we encou age him o place his sa ings
mainly in i les o money. We lea e he esponsibili y o se ing p oduc ion in mo ion
o he business man, who is mainly in luenced by he p o i s which he expec s o
acc ue o himsel in e ms o money. Those who a e no in a ou o d as ic changes in
he exis ing o ganisa ion o socie y belie e ha hese a angemen s, being in acco d
wi h human na u e, ha e g ea ad an ages. Bu hey canno wo k p ope ly i he
money, which hey assume as a s able measu ing- od, is undependable. Unemploy-
men , he p eca ious li e o he wo ke , he disappoin men o expec a ion, he sudden
loss o sa ings, he excessi e wind alls o indi iduals, he specula o , he p o i ee -
all p oceed, in la ge measu e, om he ins abili y o he s anda d o alue"17.
Da aus olg : Ohne einschneidende mone ä e Re o men - eine Wäh ungs-
e o m, die we siche es Geld beg ünde 18 - wi d es den RGW-S aa en nich
gelingen können, den wi scha lichen Niede gang au zuhal en, den Eigen-
nu z on de Alloka ion de An angsauss a ungen au die Akkumula ion
neuen Sachkapi als zu lenken, an de in e na ionalen A bei s eilung zu pa -
izipie en, die Wäh ungen de RGW-Lände sch i weise an das in e na io-
nale Wäh ungssys em anzukoppeln. Gü e wi scha liche Re o men, die zu
eine e izien en Alloka ion on Gü e n und Ressou cen üh en, sind unum-
gänglich. Abe sie we den nich zu den e ho en E gebnissen üh en, wenn
16 Fü den außenwi scha lichen Be eich gil : Wäh end es sich ü die Wi scha s-
subjek e de Bundes epublik o ensich lich lohn , Leis ungsangebo e gegen US-Dol-
la zu e s ellen, is dies ü Rubel ode Zlo y nich de Fall.
17
J. M. Keynes, A T ac on Mone a y Re o m, P e ace, zi ie nach F. Vica elli,
Keynes: The Ins abili y o Capi alism, Philadelphia 1984, S. 35.
18 Eine Wäh ungs e o m kann ins i u ionell un e schiedlich ausges al e we den.
In ih em Ke n geh es abe s e s da um, das Knapphei s e häl nis zwischen Geld und
Gü e n umzud ehen. Vgl. dazu J. G. Gu ley, Excess Liquidi y and Eu opean Mone-
a y Re o ms, 1944 - 1952, in: Ame ican Economic Re iew, Vol. 43, 1953, S. 76 - 100.
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 189
Un e diesen Bedingungen e o de n Un e nehmensin es i ionen Mi el-
zuweisungen du ch die S aa sbank, weil P eisanpassungen ausgeschlossen,
eigengebilde e Mi el nich o handen und Di ek k edi beziehungen zum
Haushal ssek o un e bunden sind. Folglich en s eh bei jede In es i ion
eine gleichwe ige Fo de ung de S aa sbank an den Un e nehmenssek o .
We den In es i ionen gegenübe de o he gehenden Planpe iode ausge-
wei e , ohne die P oduk ion on Konsumgü e n zu ückzu üh en, en s ehen
beim In es i ionsgü e p oduzie enden Sek o zusä zliche Einkommen, die
en wede an A bei sk ä e wei e gegeben (E höhung on w) ode an den
S aa abge üh we den (Auswei ung on T). Weil die P oduk ionsmenge
on Konsumgü e n sowie die Konsumgü e p eise ixie sind, en s eh
Geld e mögen in Fo m on Fo de ungen en wede des S aa shaushal s ode
p i a e Haushal e gegenübe de S aa sbank.
Bei Vollauslas ung de P oduk ionskapazi ä en e o de n zusä zliche
eale In es i ionen einen Rückgang de P oduk ion on Konsumgü e n bzw.
e meh e Impo e29. Die Geld e mögensbildung äll in diesem Fall bei p i-
a en Haushal en im Zuge eingesch änk e Ve so gung mi Konsumgü e n
(Zwangsspa en) ode im Ausland an. In beiden Fällen en s eh abe eine
„Sho age-Economy"30, wenn In es i ionen nich dazu bei agen, Konsum-
möglichkei en zu e höhen. Wachsenden Geld e mögensbes änden s eh ein
gleichhohes ode ga sinkendes Konsumgü e angebo gegenübe . Das Geld-
e mögen is p ak isch we los, weil es bei s ändigem Mangel an Konsum-
gü e n keine Möglichkei gib , hie aus gü e wi scha liche E äge zu
e zielen.
Wäh end im Zuge planwi scha lich angeo dne e Auswei ung de In e-
s i ionen Geld e mögensbes ände angehäu we den, ohne daß sich hie aus
ein gü e wi scha lich e we ba e Ansp uch e gib , en s ehen bei Un e -
nehmen, die weisungsgemäß In es i ionen o nehmen, Ve bindlichkei en
gegenübe de S aa sbank, die - müssen sie mi Zinsen bedien we den -
Sub en ionen ode wei e e Mi elzuweisungen du ch die S aa sbank e o -
de n. So e zeug jede K edi ehlalloka ion de Ve gangenhei einen zusä z-
lichen K edi beda in de Zukun :
"In his case, abo e-plan c edi s a ise om he accomoda ion o he liquidi y needs
o en e p ises ha a e associa ed wi h a planning "e o " - an "inco ec " ou pu mix
o consump ion goods gi en exis ing consume p e e ences and he adminis e ed ela-
i e p ice"31.
29 Winiecki sp ich in diesem Zusammenhang on eine „Ven il unk ion" wes -
liche Impo gü e ; gl. J. Winiecki, So ie -Type Economies: Conside a ions o he
Fu u e, in: So ie -S udies, Vol. XXXVIII, No. 4, Oc obe 1986, S. 545.
30 Zum Beg i gl. J. Ko nai, Economics o Sho age, Ams e dam 1980.
31 T. A. Wol , Economic S abiliza ion in Planned Economies, a.a.O., S. 106.
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190 Wol gang File und Adalbe Winkle
Hinzu komm , daß de zunehmende Geld e mögensübe hang eine Dyna-
mik en al e , die dieses Miß e häl nis wei e e s ä k . Zunehmende Knapp-
hei en im Konsumgü e be eich e höhen den D uck, die In es i ionen zu
s eige n - gleichgül ig, ob ausgewei e e P oduk ionsmöglichkei en den
Gü e p ä e enzen de Konsumen en en sp echen ode nich . Bei ausgelas e-
en Kapazi ä en des In es i ionsgü e p oduzie enden Sek o s e gib sich
auch hie ein wei e e In es i ionsbeda . Folglich s eigen un e den Bedin-
gungen planwi scha liche Ökonomien sozialis ischen Typs die Ve bind-
lichkei en on Un e nehmen, und p i a e Haushal e akkumulie en zwangs-
weise wei e es Geld e mögen, sowei dem Einkommensans ieg keine en -
sp echende Auswei ung des Konsumgü e angebo s en gegens eh , das ih en
P ä e enzen en sp ich .
In unk ionie enden ma k wi scha lichen Sys emen is es ausgeschlos-
sen, daß sich Geld e mögen bei p i a en Haushal en im Zuge eine daue -
ha en Fehlalloka ion on K edi en an den Un e nehmenssek o anhäu en.
Einmal bes a de Ma k Fehlin es i ionen. Zum ande en eagie die Zen-
albank au einen In es i ionsboom, de die P oduk ionskapazi ä en zu
übe s eigen d oh und In la ionsge ah en he au beschwö , mi Zinss eige-
ungen, die In es i ionen un en abel we den lassen32. Die Zen albank
s eue das Knapphei s e häl nis zwischen Geld und allen ande en Ak i a
mi dem Ziel, die Realwe siche hei des Geldes zu e hal en.
Dagegen is in den planwi scha lich o ganisie en Ökonomien Os eu o-
pas, in denen die Geld- und K edi poli ik allgemein-poli ischen P io i ä en
un e geo dne wa , ein Geld e mögensübe hang als Folge jah zehn elange
mangelha e Ve so gung mi Konsumgü e n en s anden. Das zen ale
mone ä e P oblem beim Übe gang zu ma k wi scha lichen Re o men is
dahe ein ealwi scha lich we loses Geld e mögen p i a e Haushal e,
das seine Gegenposi ion in Ve bindlichkei en des Un e nehmenssek o gegen-
übe de jeweiligen S aa s- bzw. Na ionalbank inde . Eine unumgängliche,
um assende Banken e o m ha dami zu beginnen, mone ä e Lücken aus-
zu äumen, d.h. Di e genzen zwischen Spa gu haben de Be ölke ung und
we hal igen Ak i a des Bankensys ems, undie in e ag eichen Real-
ak i a on P oduk ionsun e nehmen, zu besei igen.
b) Die An o de ungen
Die E ah ungen aus dem Übe gang zu einem zweis u igen Bankensys em
im Ap il 1990 in de damaligen DDR kündigen an, wie schwe es in Lände n
32 Vgl. J. M. Keynes, A T ea ise on Money, Vol. I, a.a.O., S. 142.
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 191
Os eu opas allen wi d, die mone ä en Vo ausse zungen eine um assenden
ma k wi scha lichen Re o m zu scha en. Denn die halbhe zige Au spal-
ung de e schiedenen Funk ionen de S aa sbank de DDR is ein Leh -
s ück, wie eine Banken e o m ge ade nich ollzogen we den soll e. Fo de-
ungen de S aa sbank an den Un e nehmenssek o wu den zu Gänze lin-
ke Hand in die Bilanz de geg ünde en Deu schen K edi bank einges ell ,
obgleich ein e hebliche , abe nich zu bezi e nde Teil diese Ve schul-
dung on Un e nehmen eine Folge on Zuweisungen de Regie ung wa . So
wu den aus Sub en ionen Bankk edi e, aus S aa s e schuldung Ve bind-
lichkei en on Un e nehmen. Diese Ve schuldung kann on Un e nehmen
nich mi Zinszahlungen bedien we den, weil den Ve bindlichkei en keine
e ag eichen Ak i a gegenübe s ehen.
Eine de a ige En schuldungs echnung des S aa es belas e die Zukun ,
und sie ge äh de ma k wi scha liche Re o mp ozesse. Mi de Wäh ungs-
union beide deu sche S aa en zum 1.7.1990 wu den die Ve bindlichkei en
de Un e nehmen halbie . Dennoch sind die Un e nehmen in den neuen
Bundeslände n mi eine mone ä en Al las be ach e , die ih e P i a isie-
ung behinde . Denn e agloses Sachkapi al wi d nich du ch eine Ban-
ken e o m ode eine Wäh ungsums ellung übe Nach e ag eich.
Die sich e o mie enden Lände Os eu opas soll en diese E ah ungen aus
de Banken e o m in de damaligen DDR be ücksich igen. Ve auen in die
We bes ändigkei eine Wäh ung als Vo ausse zung eine ma k wi -
scha lichen Umges al ung kann nich e eich we den, wenn nich da ü
So ge ge agen wi d, daß Bankpassi a aus o den lichen E ägen on Bank-
ak i a e zins we den können. Is diese Vo ausse zung nich e üll , so sind
Bankbilanzen zu kü zen. Nich nu sind we lose Bankk edi e he auszu-
schneiden, sonde n es müssen dann auch Bankeinlagen als we los e klä
we den. Al e na i käme ein Zinsmo a o ium in Be ach . Hie bei wä en ü
einen beg enz en Zei aum Un e nehmen on Zinszahlungen ü Al schul-
den zu be eien, und im Gegenzug wä e au Zinse äge on Spa gu haben
zu e zich en. Mi dem Fo sch ei en ma k wi scha liche Re o mp ozesse
wü de sich zeigen, welche Teile on Fo de ungen de Geschä sbanken an
die Un e nehmenswi scha Ve mögenseigenscha au weisen und welche
ande en Teile als we los abzusch eiben sind.
Es gib eben keinen „ ee lunch", e s ech nich bei einem Übe gang zu
ma k wi scha lichen P inzipien im mone ä en Be eich. Die Bü ge und
die Regie ungen de sich e o mie enden Lände Os eu opas haben zu en -
scheiden, au welche Weise mone ä e Al las en abzubauen sind. Denn ohne
Be ei scha , e aglose mone ä e Lücken zu be einigen, kann es nich gelin-
gen, Ve auen in die We s abili ä eine Wäh ung zu beg ünden, Geld als
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he ausgehobene Ve mögenska ego ie zu implemen ie en. Hie zu is es
unabdingba , mone ä e Bes ände mi den om Sachkapi al gezogenen G en-
zen de P oduk ionsmöglichkei en in Übe eins immung zu b ingen. Wegen
de Pa i-Kon e ibili ä on Einlagen bei Geschä sbanken mi Zen al-
bankgeld wä e eine Zen albank bei Übe gang zu einem zweis u igen Ban-
kensys em on o nhe ein übe o de , die Knapphei sVe häl nisse zwi-
schen Geld, Gü e n und ande en Ve mögenswe en mi dem Ziel de Geld-
we s abili ä zu ges al en, wenn sie gezwungen we den könn e, die Zen-
albankgeld e so gung ausschließlich de Nach age anzupassen. Knapp-
hei s e häl nisse zwischen Zen albankgeld und ande en Ak i a können
on Zen albanken nich e an wo e we den, wenn die mone ä e Budge -
besch änkung nich on de Zen albank gese z wi d, sonde n on Nich -
banken ode on K edi ins i u en. Hie zu käme es unausweichlich, wü de
au eine Reduzie ung on Fo de ungen bzw. Ve bindlichkei en p i a e
Haushal e bzw. des Un e nehmenssek o s als Vo bedingung ma k wi -
scha liche Re o men e zich e . Denn um eine Liquidi ä sk ise des inan-
ziellen Sek o s zu e meiden, müß e die No enbank Zen albankgeld nach-
schießen. Dadu ch wü de die passi e Rolle de K edi alloka ion, kennzeich-
nend ü die planwi scha liche Ve gangenhei , konse ie . Zum ande en
wä e eine In la ionie ung nich zu e meiden, die We bes ändigkei de
Wäh ung als Vo ausse zung ü die Akkumula ion on Sachkapi al wä e
ze s ö :
"As he in la ion p oceeds and he eal alue o he cu ency luc ua es om mon h
o mon h, all pe manen ela ions be ween deb o s and c edi o s, which o m he ul i-
ma e ounda ion o capi alism, become so u e ly diso de ed as o be almos meaning-
less; and he p ocess o weal h-ge ing degene a es in o a gamble and a lo e y"33.
Die mone ä e Ve gangenhei de Lände Os eu opas belas e ih e ökono-
mischen Pe spek i en, wenn Fo de ungen und Ve bindlichkei en, obgleich
ökonomisch we los, in ollem Ausmaß übe nommen we den34. De ökono-
33 J. M. Keynes, The Economic Consequences o he Peace, zi ie aus: F. Vica elli,
Keynes: The Ins abili y o Capi alism, a.a.O., S. 27 . Genau diese Eind uck e -
es ig sich beim „no malen Wi scha ssubjek " in den sich e o mie enden S aa en
Os eu opas, ü das die Spekula ion häu ig die e s e Begegnung mi dem Kapi alis-
mus da s ell ; gl. z.B. N. N., Kon ek om F iedho - Die Ve so gungsk ise wi d zu
Ka as ophe, de sowje ische All ag dolla isie , in: DER SPIEGEL, N . 40, 1990,
S. 190- 191, sowie N.N., Polen: „Ve such , eich zu we den", in: DER SPIEGEL,
N . 42,1990, S. 207 - 216.
34 Dies gil auch, wo au Lip on und Sachs eind inglich hinweisen, ü die Fo de-
ungen de wes lichen Indus ies aa en an die sich e o mie enden S aa en Os eu o-
pas. Am Beispiel Polens üh en sie aus: „..., a deep and pe manen educ ion in he
ex e nal deb bu den is indispensable o Poland's economic long- e m eco e y. The
success ul ans o ma ion o he economy will equi e a clima e in which la ge and
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 193
mische Neubeginn und die hie zu e o de liche Banken e o m dü en keine
e gangenhei sbezogenen Ansp üche au Zen albankgeld beg ünden, die
No enbanken zwingen, die Zen albankgeldmenge s abili ä swid ig auszu-
wei en ode s a dessen eine allgemeine Liquidi ä sk ise zu iskie en. De
mone ä e Übe hang muß sowei abgebau we den, daß die e bleibenden
Ansp üche an das Sozialp oduk om P oduk ionspo en ial e üll we den
können.
Bei de Wäh ungs e o m de d ei Wes zonen Deu schlands on 1948 wu -
den diese G undsä ze be olg 35. Du ch einen scha en Schni wu de das
Geld e mögen dem Sachkapi albes and ebenso angepaß wie Al schulden
ges ichen wu den:
„Du ch die on den Alliie en angeo dne e Wäh ungs e o m am 21. 6.1948 wu den
die au ges au en Einkommen,
d. h.
die Gu haben de Wi scha und de P i a en ein-
schließlich de Spa einlagen, scha , zumeis 10:1, zusammengeleg . So bi e diese
Maßnahme ü den Einzelnen wa , so wu de dadu ch doch die Nach age dem o -
handenen Gü e angebo und dem gegebenen Expansionspo en ial angepaß und
dami eine güns ige Ausgangslage ü den Au schwung gescha en36."
Die Wäh ungs e o m schu die Vo ausse zung, daß die Zen albank
Knapphei s e häl nisse zwischen Geld und Gü e n bes immen konn e. So
wu de we s abiles Geld zu eine T iebk a ü den wi scha lichen Au -
schwung.
Auch in Lände n Os eu opas muß es das Ziel mone ä e Re o men sein,
Fo de ungen und Ve bindlichkei en, Geld e mögen und Geldschulden so
auszu a ie en, daß Zinse äge und Zinszahlungen mi ealwi scha lichen
E ägen des Sachkapi als in Einklang s ehen. Wi d diese Balance im mone-
sus ained lows o p i a e in es men can be amassed. Poland's economy clea ly holds
he po en ial o highly a o able a es o e u n on new in es men , especially o
expo s o Wes e n Eu ope. None heless, Poland's deb o e hang makes he e u ns on
hese in es men s unce ain and us a es he needed ans o ma ion." D. Lip on, J.
Sachs, C ea ing a Ma ke Economy in Eas e n Eu opa: The Case o Poland, in: B ook-
ings Pape s on Economic Ac i i y, 1: 1990, S. 131. In eine Fußno e e weisen sie au
das Beispiel de Bundes epublik Deu schland: „An impo an p eceden o Poland, in
ligh o he ac ha Wes Ge many is Poland's la ges c edi o , is he London Ag ee-
men o 1953, in which he Uni ed S a es and o he c edi o go e nmen s g an ed
a o able epaymen e ms on Ge man deb ha subs an ially educed he bu den o
ha deb ."
35 Vgl. H. Moelle , Die wes deu sche Wäh ungs e o m on 1948, in: Deu sche Bun-
desbank, Wäh ung und Wi scha in Deu schland 1876 - 1975, F ank u 1976,
S. 433 .
36 C. Köhle , Geldwi scha , E s e Band, Be lin 1977, S. 385. Vgl. dazu auch die
Äuße ungen on Do nbusch au einem Semina des IMF om 13.12.1990, wiede gege-
ben on V. Khana, New Cu ency is he Cu e o So ie Mone a y O e hang, in: IMF
Su ey, Janua y 21, 1990, S.
21
.
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ä en Be eich, abe auch zwischen P oduk ionsmöglichkei en und Gesam -
nach age he ges ell , wi d dadu ch ealwe siche es Geld beg ünde , so is
die Geld e mögensbildung dem E we b on Gü e n gleichwe ig, E spa nis
bzw. K edi inanzie ung on Ausgaben dem in e empo alen Tausch on
Gü e n. In es i ionen und dami die Auswei ung des P oduk ionspo en ials
als Vo ausse zung eines wi scha lichen Au schwungs we den ange eg .
Die s ik e T ennung zwischen Zen albank und Geschä sbanken, die im
Zuge de Banken e o m in den Lände n Os eu opas o zunehmen is , ziel
auch da au ab, die mik o- und mak oökonomischen Dimensionen on
Geldwi scha en zu sepa ie en. Jede K edi be ei s ellung eine Geschä s-
bank wei e die mone ä e Budge besch änkung on In es o en im Vo g i
aus, e möglich so eine am p i a wi scha lichen Op imie ungskalkül lind
übe den Zins ges eue e selek i e Auswei ung de ealwi scha lichen
Budge besch änkung, des P oduk ionspo en ials. Geschä sbanken we den
diese Au gabe in den Lände n Os eu opas abe nu dann übe nehmen kön-
nen, wenn sie zu o om mone ä en Ballas de Ve gangenhei in Fo m
we lose Ak i a abe zu e zinsende Ve bindlichkei en be ei we den.
Zen albanken haben die Realwe siche hei des Geldes zu e hal en. Unab-
dingba hie ü is es, daß No enbanken die Knapphei s ela ion zwischen
Zen albankgeld und ande en Ak i a bes immen können. Das abe mach es
e o de lich, an den Beginn ma k wi scha liche Re o men im mone ä en
Be eich de Lände Os eu opas den Abbau des ealwi scha lich we losen
Geld e mögensübe hangs zu s ellen.
IV. Abschließende Beme kungen
Die mone ä en Bedingungen de sich e o mie enden Lände Os eu opas
sind in das Blick eld zu ücken. Bishe ige ma k wi scha liche Re o man-
sä ze klamme n den mone ä en Be eich wei gehend aus. Eine Bedingung ü
p i a e In es i ionen und eiwillige E spa nis, ü die Auswei ung des P o-
duk ionspo en ials und den in e empo alen Gü e ausch abe is es, Ve -
auen in die We bes ändigkei des Geldes zu e zeugen. Das e o de eine
um assende Banken e o m. Sie ha die s ik e T ennung zwischen p i a -
wi scha lich o ganisie en Un e nehmen und dem s aa lichen Sek o zu
ollziehen, so auch zwischen Zen albank und K edi ins i u en. Unabding-
ba is es e ne , einen mone ä en Übe hang abzubauen, Geld e mögen und
Ve bindlichkei en allein insowei zu übe nehmen, wie beides mi gü e wi -
scha lichen E ägen zu bedienen is . F aglos is das s a ke Medizin ü
Gläubige . Ande e sei s is zu bedenken, daß ein Teil des Geld e mögens
gegenwä ig gü e wi scha lich we los is , abe die ökonomische Zukun
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 195
belas e . Denn ohne das Aus äumen e aglose mone ä e Lücken wi d es
nich gelingen können, we s abiles Geld zu implemen ie en. So s ehen Bü -
ge und Regie ungen de sich e o mie enden Lände Os eu opas o de
Wahl, Geld e mögensbes ände du ch In la ionie ung en we en zu lassen
und den gü e wi scha lichen E olg ma k wi scha liche Re o men zu
ge äh den ode sich mone ä e Al las en de planwi scha lichen Ve gan-
genhei zu en ledigen und da ü die gü e wi scha lichen Fo sch i e
ma k wi scha liche Re o men ehe zu e ah en.
Li e a u
A ow, K. J., Limi ed Knowledge and Economic Analysis, in: The Ame ican
Economic Re iew, Vol. 64, No. 1, Ma ch 1974, S.
1
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Equilib ium, New Yo k u.a. 1959. - Die Haup endenzen de En wicklung des Geld-
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Du ie, D., Sonnenschein, H., A ow and Gene al Equilib ium Theo y, in: Jou nal o
Economic Li e a u e, Vol. 27, No. 2, June 1989, S. 565 - 598. - File, W., Aspek e wäh-
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Banking, Vol. 20, No. 3,1988, S. 559 . - Gu ley, J. G., Excess Liquidi y and Eu opean
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Zusammen assung
Mone ä e Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e
in den S aa en Os eu opas
In de neoklassischen Theo ie we den mone ä e Beziehungen nich wei e beach-
e , sowei ealwi scha liche Vo gänge angesp ochen sind. Diese Einengung e gib
sich aus speziellen Annahmen, die nich imme eine hinlängliche Besch eibung
de Wi klichkei da s ellen. We den im Gegensa z zu neoklassischen Theo ie
Unsiche hei en und un olls ändige In o ma ionen on Ma k eilnehme n
be ücksich ig , so is die indi iduelle und soziale P oduk i i ä des Geldes nich zu
bes ei en. Das se z o aus, daß die Realwe siche hei des Geldes on de Zen al-
bank siche ges ell wi d. Hie ü is es unabdingba , daß Geld e mögensbes ände
ebenso wie Ve bindlichkei en du ch gü e wi scha liche E äge on P oduk ions-
un e nehmen undie sind. Diese Vo ausse zungen ü eine unk ions ähige Geld-
wi scha is in den sich e o mie enden Lände n Os eu opas gegenwä ig nich
e üll . Folglich e o de eine Banken e o m nich allein eine T ennung zwischen
s aa lichen Ins i u ionen und dem p i a en Sek o , sonde n auch die Reduk ion on
Geld Ve mögensbes änden und Ve bindlichkei en au we hal ige Ak i a und Passi a.
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Vo ausse zungen ma k wi scha liche Re o msch i e in Os eu opa 197
Summa y
Mone a y P e equisi es o Ma ke -Based Re o m Models
in he Coun ies o Eas e n Eu ope
The neoclassical heo y does no pay any special a en ion o mone a y ela ions
inso a as eal economic p ocesses a e conce ned. This is he esul o special assump-
ions ha do no in all cases uly and adequa ely e lec eal condi ions. Whe e - con-
a y o he neoclassical heo y - unce ain ies and incomple e in o ma ion o ma ke
pa icipan s a e aken in o accoun , he e canno be any dispu e abou indi idual and
social mone a y p oduc i i y. This p esupposes he eal alue o money o be gua an-
eed by he cen al bank. To his end, i is indispensable o he o al amoun o mon-
e a y asse s and liabili ies o be ma ched by he eal alue o en e p ises' non-mone-
a y p oduc i e asse s. A p esen , he e o m coun ies in Eas e n Eu ope do no
sa is y hese condi ions which a e basic o any success ul mone a y managemen . I
ollows he e om ha e o m o he banking sec o no only equi es s a e-owned
banking ins i u ions o be sepa a ed om he p i a e sec o , bu also ha he o al
amoun o mone a y asse s and liabili ies be educed o he o al eal alue o non-
mone a y p oduc i e asse s and liabili ies.
Résumé
P éables moné ai es des é apes de é o me
de l'économie de ma ché dans les pays d'Eu ope de l'Es
Dans la héo ie néoclassique, les ela ions moné ai es ne son pas p ises en comp e
lo sque des p ocessus d'économie éelle son abo dés. Ce e es ic ion ésul e d'hypo-
hèses spéciales qui ne déc i en pas oujou s la éali é de açon su isan e. Si l'on
considè e, au con ai e de la héo ie néoclassique, des ince i udes e des in o ma ions
incomplè es des usage s du ma ché, on ne peu pas con es e la p oduc i i é indi idu-
elle e sociale de l'a gen . Cela p ésuppose que la banque cen ale ga an isse une
aleu éelle sû e de la monnaie. Il au pou cela que le capi al moné ai e ainsi que
les obliga ions soien consolidées pa les ésul a s économiques des en ep ises des
biens de p oduc ion. Ces condi ions nécessai es pou qu'une économie moné ai e
onc ionne, ne son pas emplis ac uellemen dans les pays de l'Eu ope de l'Es . C'es
pou quoi, une é o me bancai e ne nécessi e pas seulemen une sépa a ion en e les
ins i u ions é a iques e le sec eu p i é mais elle implique aussi la éduc ion du capi-
al moné ai e e des obliga ions à des ac i s e passi s qui on de la aleu .
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