Das Ertragsgesetz
Abstract
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Full text
Eick, Jü gen
A icle
Das E agsgese z
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Eick, Jü gen (1949) : Das E agsgese z, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung,
Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 69, Iss. 1, pp.
45-87,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.69.1.45
This Ve sion is a ailable a :
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45] 45
Das E agsgese z
Von
Jü gen Eick, Mainz
Inhal s e zeichnis: I. S ellung des E agsgese zes in de Wi scha s heo ie und de
E agsbeg i S. 45 — II. Dogmengeschich liche Übe blick übe die Leh e om
E agsgese z S. 48 — III. Heu ige S and de Leh e om E agsgese z S. 59 —
IV, Bedeu ung des E agsgese zes S. 81 — V. K i ische Beleuch ung des E kenn nis-
we es des E agsgese zes S. 85.
I. S ellung des E agsgese zes in de Wi scha s heo ie
und de E agsbeg i
Die Meinungen übe die Bedeu ung des E agsgese zes ü die Wi -
scha s heo ie gingen on jehe s a k auseinande . Fü iele is es on
en scheidende Wich igkei , so z. B. ü J. S . Mill: „Dieses allgemeine
Gese z landwi scha lichen E we bslebens is de wich igs e Sa z de
Na ionalökonomie"1, ode ü Th. B inkmann: „... so kann man dieses
Gese z mi Rech als das Fundamen algese z de Landwi scha be-
zeichnen"2; ande e Na ionalökonomen übe gehen es s illschweigend,
so z. B. Gus a Cassel, ode lehnen es en üs e ab, wie Schumpe e :
„In de Ta , wi bedü en des Gese zes om abnehmenden E age...
nich meh . Nich länge bilde es einen Bes and eil unse es wissen-
scha lichen A senals. Fü uns is es ... lediglich eine echnische Ta -
sache, die ... ü die eine Theo ie de Ökonomie nich wei e in e -
essan is "3.
De G und ü die e schiedene Beu eilung des E agsgese zes is
—
neben den un e schiedlichen Au assungen übe Vo ausse zungen und
E kenn niswe des Gese zes selbs — in de e schiedena igen Be-
g enzung des Gegens andes de Wi scha s heo ie zu suchen, on wo
ja iele Meinungs e schiedenhei en übe Einzel agen schon ih en Aus-
gangspunk nehmen. „In ... de Na ionalökonomie is ", nach Somba ,
1 J. S . Mill, „G undsä ze de poli ischen Ökonomie", Jena 1924, S. 267.
2 Th. B inkmann, „Die Ökonomik des landwi scha lichen Be iebes", GdS.,
VIL Ab ig., 1922, S. 33.
3 Schumpe e , „Das Wesen und de Haup inhal de heo e ischen Na ional-
ökonomie", 1908, S. 379.
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46 Jü gen Eick [46
„alles, was bes imm sein soll e, unbes imm ; soga de Gegens and"1.
Beg enz man den Gegens and de Na ionalökonomie so eng wie Rica do
und alle diejenigen, die noch heu e in seinen Spu en wandeln, nämlich
nu au die Ve eilung, also, g ob gesp ochen, nu au den Ma k , so
ha na ü lich ein E agsgese z in diese Theo ie keinen Pla z, es s ö ;
denn es paß nich ins Sys em; dahe is wohl auch R. Lie mann de
Ansich , daß „eine P oduk ionsleh e ... in de Wi scha s heo ie übe -
haup keine S elle"2 ha . Faß man den Gegens and de Wi scha s-
heo ie wei e , wie e wa J. S . Mill, de ja die P oduk ion ausd ücklich
in die Theo ie einbezieh , ode wie ein g oße Teil de heu e üh enden
Männe de Wi scha swissenscha en, die eine genaue heo e ische
Du chleuch ung on Haushal und Be ieb als den beiden Polen des
Wi scha slebens o de n, so muß da in eine Leh e on de P oduk-
ion einbeg i en sein; denn eine wissenscha liche Du chd ingung des
Be iebes muß doch wohl zwangsläu ig zu eine Theo ie de P oduk ion
üh en; da in hä e dann das E agsgese z seinen Pla z.
He sch e schon da übe Uneinigkei , welche Bedeu ung man dem
E agsgese z beimessen solle, so sind die Ansich en, an welche S elle
das E agsgese z in die Theo ie einzubauen is , auch e schieden. Adol
Webe z. B. b ing das Bodengese z im Abschni „Die na ü liche
Umgebung" un e den Pa ag aphen „Klima und Boden"3; ähnlich
A. Hesse im Abschni „Die na ü lichen G undlagen", Un e abschni
„De Boden"4; Eucken wiede um eih es un e dem S ichwo
„E ah ungs egeln"5 in sein Buch ein. Auch in Monog aphien übe
das E agsgese z inde man o die Ansich , daß die E ags heo ie
ein besonde es Teilgebie de Wi scha s heo ie sei, das man ohne jede
Beziehung zu P oduk ionsleh e da s ellen könne; so z. B. Wal he
B euning6. Auch in dem neue en Buch on Ka l Dü 7 wi d eine Boden-
e ags heo ie isolie on eine allgemeinen P oduk ions heo ie au -
ges ell , wobei mi keinem Sa z da au hingewiesen wi d, daß die ge-
wonnenen E kenn nisse sich zu eine allgemeinen P oduk ions heo ie
e allgemeine n lassen bzw* als ein Spezial all eine solchen anzusehen
sind.
Es kann jedoch ga keinem Zwei el un e liegen, daß Un e suchungen
übe Zusammenhänge zwischen Au wand und E ag bei bes imm en
1 W. Somba , „Die d ei Na ionalökonomien", 1930, S. I.
2 R. Lie mann, „Zu Diskussion übe die Kos en- und E ags heo ie", Zei sch . .
Na ionalökonomie 1932, S. 373.
3 A. Webe , „Einlei ung ins S udium de Volkswi scha sleh e", 1933, S. 67 .
4 A. Hesse, „Volkswi scha sleh e", 1943, S. 23.
5 W. Eucken, „G undlagen de Na ionalökonomie", 1943, S. 162/163.
6 W. B euning, „Wesen und wi scha liche Bedeu ung des Gese zes Tom abneh-
menden Bodene ag", 1932.
7 Ka l Dü , „Bodene ags heo ie", 1943.
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47] Das E agsgese z 47
Fak o enkombina ionen
—
denn da um handel es sich ja beim E ags-
gese z — zu P oduk ions heo ie gehö en. So b ing E. Schneide das
E agsgese z als einen Spezial all in seine „Theo ie de P oduk ion",
und auch H. . S ackelbe g behandel das E agsgese z in seinem
G und iß un e dem Thema „Die P oduk ionswi scha ".
Wissenscha liche Analysen on Haushal und Be ieb gehö en wohl
schon zu den Randgebie en de Wi scha s heo ie, mindes ens abe zu
jenen Be eichen unse e Wissenscha , wo sie sich mi ande en zu übe -
schneiden beginn ; so ag die wissenscha liche E o schung des Ve -
hal ens de Haushal e schon wei in die Psychologie hinein, und die
Leh e on de P oduk ion is zum g öß en Teil schon Gegens and de
Technik bzw. de Na u wissenscha en. Auch Go Ps Fes s ellung
„Technik is um de Wi scha willen* da, abe Wi scha is nu du ch
Technik ollziehba "1 zeig die enge Ve lech ung on Wi scha und
Technik, die eine scha e T ennung beide Disziplinen ü bes imm e
P oblemk eise de P oduk ion kaum möglich mach . E. Schneide b ing
z. B. in seine „Theo ie de P oduk ion" die E ags unk ion un e de
Übe sch i „Die echnischen G undlagen de P oduk ion"; gleichwohl
behandel e sie in eine wi scha s heo e ischen Un e suchung. In de
neuen i alienischen Ausgabe desselben Buches sch eib e dazu: „Wi
wollen uns e s einmal mi eine ein echnischen F age be assen, das
heiß mi eine , die auße halb des A bei sgebie es des Wi scha le s
lieg ; jedoch is sie on solche Wich igkei , um die ökonomische'Sei e
de P obleme zu e s ehen, daß die Wi scha s heo ie au ih e Be-
handlung nich e zich en kann"2. An ande e S elle weis e soga
da au hin, daß die Lösung bes imm e P obleme nu in engs e Zu-
sammena bei mi den Ingenieu en du ch üh ba sei3. Die G enze
zwischen Wi scha und Technik läß sich also ü eine Leh e on de
P oduk ion ga nich öllig eindeu ig und unang ei ba es legen, so
daß de Schumpe e sche Vo wu , es handle sich nu um eine „ ech-
nische Ta sache", die den Wi scha le nich in e essie e, nich i ,
zumal wenn man bedenk , daß die Ein eilung de Wissenscha in e -
schiedene Spa en ja doch nu ein Gi e is , das on Menschenhand
aus G ünden de Zweckmäßigkei , A bei s eilung usw. au den an sich
einhei lichen und imme komplexen Ta bes and des Lebens geleg
wi d.
Dies soll eine Rech e igung da ü sein, daß im olgenden de E -
agsbeg i echnisch ge aß we den soll
—
wenn man nämlich de An-
sich huldig , daß sich die Technik mi Mengeneinhei en be asse, die
1 F. . Go -O lilien eld, „Wi scha und Technik", GdS., II. Ab ig., 1923, S. 26.
2 E. Schneide , „Teo ia della p oduzione", 194-2, S. 55 (übe se z ).
3 E. Schneide , a. a. O. S. 56 (übe se z ).
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48 Jü gen Eick [48
Wi scha abe mi We en, P eisen usw. —, indem un e E ag
das mengenmäßige sachliche E gebnis eine P oduk ion e s anden
we den soll.
Selbs e s ändlich is auch de E agsbeg i in de Na ional-
ökonomie ums i en. „De Beg i des E ages schille im Sp ach-
geb auch wie in de Wissenscha "1. Im All ag e s eh man wohl übe -
wiegend un e E ag einen Gelde ag, wobei man wiede zwischen
Rohe ag (= E lös) und Reine ag (= Gewinn) un e scheide . Im
Rahmen de Un e suchungen übe das E agsgese z e wende man
jedoch den E agsbeg i nich als Gelde ag, sonde n als physischen,
sachlichen E ag; z.B. de inie K. Diehl: „E ag is das sachliche
E gebnis eine wi scha lichen P oduk ion"2 ode kü ze nach Mölle :
„E ag is die Menge des e zeug en Gu es"3. Da auch den beiden im
Mi elpunk de Un e suchung s ehenden A bei en on E. Schneide
und H. . S ackelbe g de gleiche Beg i zug unde lieg , soll im ol-
genden eben alls un e E ag de sachliche, physische Rohe ag e -
s anden we den. De Beg i is jeden alls in diese Fassung am zweck-
mäßigs en gewähl ; a bei e man nämlich mi P eisen, so muß man
doch wiede de en Kons anz annehmen, um den E ags e lau zu
zeigen; auße dem e schwe de Geldschleie hie den Einblick in die
P obleme.
II. Dogmengeschich liche Übe blick übe die Leh e om E agsgese z
1. Das E agsgese z de Landwi scha
Daß die Ges al ung des E ages bes imm en Gese zmäßigkei en
un e lieg , is den p oduzie enden Menschen wohl alle Zei en kla ge-
wesen. Auch de ein achs e landbes ellende Baue wi d bald beme k
haben, daß es on eine G enze an nich zweckmäßig is , meh A bei
au dasselbe S ück Boden zu e wenden, sonde n daß es lohnende is ,
ein neues S ück Boden in Ang i zu nehmen.
Schon bei den al en Röme n gab es ein Sp ichwo , das diese Regel wiede gib :
„Nihil minus expedi e, quam ag um op ime cole e"4; auch de Kapi alau wand soll e
möglichs ge ing sein, de Acke 6oll e nu mi „malis bonis" e sehen we den.
An onio Se a üh e 1613 in seinem „B e e a a o" aus, daß de E ag de
Gewe be siche e sei als de de Landwi scha , weil e wenige on den Launen
1 Weddigen, „Theo ie des E ages", 1927, S. 53.
2 K. Diehl, A ikel „E ag, E agsgese z" im Wö e buch de Volkswi -
scha , 1931.
8 H. Mölle , „Kalkula ion, Absa zpoli ik und P eisbildung", 1941, S. 11.
4 W. Rosche , ..Na ionalökonomik de» Acke baues und e wand e U p oduk-
ionen", 13. Au l., 1903, S. 162.
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49] Das E agsgese z 49
de Na u abhänge; auch sei e g öße , weil e nich wie de des Bodens eine na ü -
liche G enze habe1.
Als e s e in unse e Wissenscha o mulie e Tu go ü die Landwi scha
ein kla es E agsgese z. E sch eib : „Die F uch ba kei des Bodens is siche lich
eine beg enz e, und wenn wi annehmeh, e sei bea bei e , gedüng , geme gel , be-
wässe , d änie und du chgeg aben, so gu man es kann, is es kla , daß jede
wei e e Au wand unnü z wä e und daß eine solche Ve meh ung selbs schädlich
we den könn e ... Angenommen, bei gu e Du chschni skul u e b inge ein jäh -
liche Au wand einen E ag on 250, dann is es meh als wah scheinlich, daß,
wenn man die Auslagen sch i weise on diesem Punk e bis zu demjenigen, wo sie
nich s meh einb ingen, e höh , jede einzelne S eige ung deB Au wandes imme
wenige e giebig is "2.
Auch die ela i e E agszunahme, die ein i , wenn man zunächs mi ge ingem
Au wand den Acke bes ell , ha Tu go be ei s gesehen: „Es is nich nu einleuch-
end, es is ganz siche , daß seh ge inge Au wendungen einen ela i iel ge in-
ge en E ag b ingen als seh g oße Au wendungen ... Wenn man den Samen au
Boden na ü liche F uch ba kei wi , abe ohne i gendwelche sons ige Vo be ei ung,
so wü de das eine as öllig, e lo ene Au wendung sein. Wenn man eine einzige
Beacke ung da an wende , wi d de E ag schon iel besse sein; eine zwei e, eine
d i e Bea bei ung e mag ihn nich nu zu e doppeln und zu e d ei achen, son-
de n sie e ie ach und e zehn ach das P oduk . Dies s eig in einem iel
s ä ke en Ve häl nis als die Au wendungen zunehmen, und zwa bis zu einem ge-
wissen Punk e, wo de E ag de g öß mögliche is im Ve häl nis zum Au wand.
Wi d diese Punk übe sch i en, so wi d bei eine wei e en S eige ung des Au -
wandes de E ag zwa auch noch s eigen, abe in ge inge em Maße ..
Wäh end die üb igen Ve e e « de physiok a ischen Schule dem Bodene ags-
gese z keine besonde e Bedeu ung beimaßen, mach en es die englischen Klassike
zum Bes and eil ih e Leh e, ohne alle dings — wenn man on J. S . Mill absieh —
es wei e auszubauen. Smi h se z das Gese z unausgesp ochen ü seine Leh e on
de G und en e o aus.
M a 11 h u s bau seine be ühm e Be ölke ungsleh e ganz au de E kenn nis des
abnehmenden Bodene ages au ; e se z dieses Gese z als e was so allgemein Be-
kann es o aus, daß e es in seinem „Essay on he P inciples o Popula ion" ni gends
mi Namen nenn 3. E sch eib on de Landwi scha : „Diese Quelle, s a eich-
liche zu ließen, muß e möge de Na u des Bodens meh und meh e siegen."
Auch aus seinen d ei Sch i en übe die Ge eidezölle geh he o , daß e das Boden-
gese z genau kann e. T o zdem komm Mal hus zu Ve eidigung de Ge eidezölle,
um die e näh ungsmäßige Unabhängigkei om Ausland zu siche n. Im Gegensa z
dazu s ehen die Ansich en on Wes , To ens und Rica do, die die Ge eidezölle
scha ablehn en und ih e Hal ung mi dem .Bodene agsgese z beg ünde en: Jede
un e dem Schu z on Zöllen e möglich e Meh p oduk ion on Ge eide, sei es du ch
In ensi ie ung au den bishe igen Böden ode du ch Ausdehnung au un uch ba e e
Böden, bedeu e eine imme une giebige e Ve wendung on Kapi al und A bei und
e minde e den na ionalen Reich um. De F eihandel dagegen bewi ke, daß die
P oduk ion sich au die bes en Böden besch änke und do nich zu in ensi be-
ieben we de.
1 H. Black, „Das Gese z des abn. Bodene ages bis J. S . Mill", Annalen d. d .
Reiches 1904, S. 146.
2 Tu go , „Obse a ions su le mémoi e .de M. de Pe a y", Pa is 1844, S. 420
bis 4(21; zi ie nach Weddigen, a. a. 0. S. 177.
8 H. Black, a. a. O. S. 160.
Schmolle s Jah buch LXIX, 1 4
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50 Jü gen Eick [50
Am eingehends en be aß sich J. S . M i 11 on den englischen Klassike n mi
dem E agsgese z, de ja die Leh e on de P oduk ion in einem ganzen Buch
seinen „P inciples o Poli ical Economy" o ans ell : „Da in, daß die Menge des
Bodens besch änk und daß zwei ens seine E ags ähigkei besch änk is , liegen die
wi klichen G enzen de P oduk ion ... Die Besch änkung de P oduk ion in olge
diese Eigenscha en des Bodens gleich nich dem du ch eine Wand gegebenen
Hinde nis, welche unbeweglich an einem bes imm en Punk e s eh und de Be-
wegung e s dann ein Hinde nis en gegens ell , wenn sie unmi elba o ih zum
S ills and komm . Wi können sie ehe mi einem seh elas ischen und dehnba en
Band e gleichen, das kaum jemals so s a angezogen wi d, daß es nich mögliche -
weise noch s a e angezogen we den könn e, dessen D uck man abe schon lange,
be o die äuße s e G enze e eich i6 , ühl und um so s ä ke ühl , je nähe diese
G enze he ankomm "1.
Insbesonde e nimm J. S . Mill be ei s o aus, was spä e un e dem S ichwo
„Suspensionen des E agsgese zes" eine Rolle spiel e, nämlich die Bedeu ung e -
besse e Anbau echnik, Wahl ande e P lanzen, zweckmäßige e Düngung usw.:
„Dieses Gese z kann jedoch hinausgeschoben ode zei weise behe sch we den du ch
alles das, was die allgemeine He scha des Menschen übe die Na u e meh , und
speziell du ch eine Ausdehnung seine Kenn nisse und seine hie aus en sp ingenden
Behe schung de Eigenscha en und K ä e de Na u mäch e"2. Aus diesem G unde
läß Mill — ganz übe eins immend mi dem heu igen S and de Fo schung — das
Gese z nu gel en bei einem gegebenen S and wi scha liche Geschicklichkei und
wi scha liche Kenn nisse. „Nach E eichen eines gewissen und nich seh be-
deu enden Fo sch i es in de Landwi scha i das Gese z de Bodenp oduk ion
ein, daß bei einem gegebenen S ande wi scha liche Geschicklichkei und wi -
scha liche Kenn nisse de E ag nich in dem gleichen Maße wie die A bei zu-
nimm ; daß Ve dopplung de A bei nich den E ag e doppel ode daß, um den
gleichen Sa z mi ande en Wo en auszud ücken, jede E höhung des E ages du ch
eine meh als p opo ionale S eige ung de au das Land e wand en A bei e -
eich wi d"8.
Mill häl dieses Gese z ü den wich igs en Sa z de Na ionalökonomie. „Lau e e
dieses Gese z ande s, wü den beinahe alle E scheinungen de P oduk ion ode de
Ve eilung ande s sein, als sie je z sind"8.
Im ollen Gegensa z dazu s ehen die Fes s ellungen on C a e y in seinen
„P inciples o Social Science"4. Ca ey behaup e nämlich, daß das Gese z de land-
wi scha lichen Tä igkei ge ade umgekeh sei, nämlich daß de E ag in einem
g öße en Ve häl nis als die A bei zunähme; e s ü z seine Behaup ung da au , daß
die Bodenkul i ie ung nich au den besse en Bodena en an ange und bei zuneh-
mendem Beda auch die schlech e en in Ang i nehme, sonde n daß sie ge ade bei
den schlech e en beginne und sich e s lange nachhe au die uch ba en ausdehne.
Die Ansiedle begännen bei Kolonisa ion un e schiedslos mi den hochgelegenen
und mage en Böden.
J. S . Mill weis mi ypischen A gumen en de Klassik Ca ey nach, daß e selbs
das bes e Zeugnis ü das Bes ehen des E agsgese zes gäbe, indem e annähme, daß
die Rohp oduk e eines Landes s ändig die Tendenz hä en, im P eise zu s eigen; da
die P oduk ionskos en abe den P eis bes immen, müß en diese also ges iegen sein
mi wachsende Nach age, dami hä e Ca ey selbs die Gül igkei des Bodene ags-
1 H. S . Mill, „G undsä ze d. poli ischen Ökonomie", 1. Bd., Jena 1924, S. 266/267.
* J. S . Mill, a. a. 0. S. 28S.
8 J. S . Mill, a. a. 0. S. 267.
4 H. C. Ca ey, „Sozialökonomie", Be lin 1866.
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51] Dag E agsgese z 51
gese zes zugegeben. Hie zeig sich ganz deu lich, daß Mill de nu halb ich igen An-
sich de Klassike huldig , daß die P oduk ionskos en den P eis bes immen; die
P eiss eige ung wä e ja auch du ch Ve ände ungen au de Nach agesei e denkba ;
dami is also de Ca eyschen These nich beizukommen. Man muß p inzipielle
agen, ob denn aus de Ta sache, welche Gebie e his o isch zue s bebau wu den,
übe haup die Gel ung des E agsgese zes ablei ba is ? Bei de Wahl de e s en
Anbaugebie e ha doch siche die E wägung mi gespiel , daß de sogenann e schlech e
Boden iel schnelle in Acke land zu e wandeln is als de gu e, de bes imm mi
üppige Vege a ion bes anden is und e s du ch mühsame A bei ge ode we den
muß. Daß dann, wenn beide Felde in Acke land e wandel sind, au dem besse en
Boden mi gleichem Au wand meh E äge e ziel we den als au dem schlech e en,
is na ü lich ich ig, ha abe mi de Gel ung des E agsgese zes nich s zu un;
denn dieses be ach e einen kons an gegebenen Boden bei wachsend au gewen-
de e A bei und nich zwei Bodenso en e schiedene Gü e; auch bei dem gu en
Boden i on eine G enze an das E agsgese z in K a .
Schon o J. S . Mill be aß e sich in Deu schland J. H. . Th ü n e n
eingehend mi dem Bodene agsgese z, ohne zunächs die Fo schungs-
e gebnisse de klassischen Schule Englands auße denen Adam Smi hs
zu kennen1. Gingen die englischen Klassike deduk i bei ih en Un e -
suchungen o , so b ach e Thünen als e s e au ein empi isch induk-
i em Wege den wissenscha lichen Beweis de Gel ung des Gese zes,
indem e den Nachweis b ach e, wie die Kos en des einzelnen e ziel en
Zen ne s Ge eide seines Mus e gu es Tellow sich s ell en, je nachdem
meh ode wenige A bei und Kapi al au den Anbau e wende
wo den is . Thünen b ing ü das Ka o ellesen au einem Acke s ück
on 100 Quad a u en olgendes Beispiel2:
Wenn zum Au lesen
anges ell we den Gesam e ag
Alsdann is de Meh -
e ag du ch die zule z
anges ell e Pe son
4 Pe sonen 80 Sche el 6,6 Sche el
5 „ 86,6 „ 4 4
6 „ 91 „ 3,0
7 94 „ 2,0 „
8 96 „. usw.
Thünen a bei e als Meis e de Ma ginalanalyse hie schon mi dem
Meh e ag de zule z anges ell en Pe son, also jenem Beg i , den die
mode ne Theo ie als G enze ag ode E agszuwachs bezeichne .
Übe die Wi kungen de Düngung au den Bodene ag sch eib
Thünen:
1 H. Black, a. a. 0. S. 193.
2 J. H. . Thünen, „De isolie e S aa ", Jena 1930, 2. Teil, S. 570.
4*
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52 Jü gen Eick [52
„1. daß, wenn man Acke s ücke on gleiche Bodenbescha enhei
und gleichem Reich um mi 3, 4, 5, 6 und so o Fude Dung .. . be-
äh , jedes meh hinzuge üg e Fude Dung einen imme ge inge en
Zuwachs am E age lie e ;
2. daß beim o gese z en Anbau des Bodens mi aussaugenden Ge-
wächsen ohne Dunge sa z de E ag nich bis zu Null he anzub ingen
is , sonde n sich einem Beha ungspunk , e schieden nach de e -
schiedenen physischen Bescha enhei
des
Bodens, imme meh nähe "1.
An ande e S elle sch eib e dazu: „Mi de Dungk a des Acke s
s eig de Kö ne e ag bis zu eine gewissen Punk . Die S eige ung
des Ko ne ages kann abe nich ... unbeg enz sein; sie inde diese
G enze ielmeh in de Na u de P lanze, die auch beim g öß en Übe -
luß an Nah ung ein gewisses Maß on G öße und E ag nich übe -
sch ei en kann. Ha de Boden nun eine solche Düngk a , daß die
da au gesä en P lanzen zum Maxim n ih es E ages gelangen können,
so is jede e ne e Zusa z on Dung nu zlos, ja e wi d soga schädlich,
indem e das Lage n des Ge eides und dadu ch einen e minde en
E ag he o b ing "2.
Au diesen E kenn nissen basie wesen lich seine Theo ie de
In ensi ä sk eise; Thünen zeig , daß das Bodengese z nich nu zu
Inanbaunahme imme un uch ba e en Landes, sonde n auch zu Be-
bauung imme wei e om Ma k en e n en Landes zwinge, so daß die
G enze des isolie en S aa es du ch das E agsgese z bes imm "wi d,
und wie dadu ch neben de G und en e als Quali ä s en e des Bodens
eine Lage en e en s ehe. Je ungüns ige die Ma k lage sei und je ge-
inge die F uch ba kei sei, des o ex ensi e sei de Be ieb; dahe
lage n sich im isolie en S aa konzen ische K eise mi ganz bes imm-
en Wi scha ssys emen um die S ad 3.
. Von de Sei e de Na u wissenscha en he ging ein neue Impuls
on dem 1840 e schienenen Buche Jus us . Liebigs „Die o ganische
Chemie in ih e Anwendung au Ag ikul u und Physiologie" aus.
Liebig e kann e das E agsgese z ü die Bea bei ung des Bodens an;
jedoch soll en die E n ee äge im di ek en Ve häl nis zu den im Boden
o handenen Mengen an P lanzennäh s o en s ehen; deshalb glaub e e
an eine seh g oße S eige ungs ähigkei de landwi scha lichen P o-
duk ion, wenn dem Boden die en zogenen Näh s o e du ch na ü liche
ode küns liche Düngung zu ückgegeben wü den; und zwa soll en bis
zu eine gewissen G enze die E äge p opo ional zu den im Boden
angehäu en P lanzennäh s o en wachsen. Diese Behaup ung gab de
1 J. H. . Thünen, „De isolie e S aa 44, Jena 1930, 1. Teil, S. 73.
1 J. H. . Thünen a. a. O., 1. Teil, S. 133.
8 H. Black, a. a. 0. S. 192/193, 196,
209;
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59] Das E agsgese z 59
Nich also nu in de Landwi scha , wo de P oduk ions ak o
Boden kons an gegeben is , sonde n ganz allgemein do , wo ein Fak o
de P oduk ion kons an is , en s ehen on einem gewissen Punk an
sinkende E agszuwächse.
Im Anschluß an Vogels ein
—
alle dings e ie du ch eingehende
S udien de angelsächsischen Li e a u
—
s ell C. S i
1
b e sein einhei -
liches E agsgese z au : „Jede Meh au wand on P oduk ions ak-
o en, de eine Annähe ung an die du ch einen kons an en Fak o be-
ding e P opo ionali ä alle Fak o en bedeu e , e ziel zunehmende
E äge, jede Au wand, de on diese P opo ionali ä en e n , be-
deu e sinkende E äge"1. Silbe hä e besse an S elle on zunehmen-
den „E ägen" on „E agszuwächsen" ode „G enze ägen" sp echen
sollen, da ja de absolu e E ag noch lange zunehmen kann, wäh end
de E agszuwachs schon sink . Weddigen ha an de Silbeschen
Fassung auszuse zen, daß die P opo ionali ä alle Fak o en niemals
du ch einen, sonde n s e s du ch alle kons an en Fak o en beding wi d;
e o mulie sein E agsgese z olgende maßen: „Jede Au wand-
s eige ung, die die du ch sie ges eige e P oduk ionsbedingung de
P opo ionali ä alle P oduk ionselemen e annähe , e ziel ela i zu-
nehmende, jede Au wands eige ung, die übe dieses du ch diese P o-
po ionali ä alle P oduk ionselemen e beding e P oduk ionsop imum
hinausgeh , e ziel zunächs ela i und dann auch absolu sinkende
E äge"2.
Unabhängig hie on kam Ba onezu einem einhei lichen E ags-
gese z: „. .. so käme man zu dem e ah ungsmäßig o enba unsinnigen
E gebnis, daß man mi eine bes imm en Menge eines P oduk ions-
ak o s die Menge des P oduk es nach Belieben ins Unbeg enz e s ei-
ge n könne, so e n man nu ande e P oduk ions ak o en in unbeg enz-
em Maße hinzu üg . Diese Fes s ellung ... gil nich nu , wenn in de
be e enden Kombina ion de mengenmäßig beg enz e ügba e
Fak o G und und Boden ode ande e Na u k ä e sind, sonde n auch
ü jeden ande en Fak o . Es handel sich also um ein Gese z, das
nich nu ü die landwi scha liche, sonde n auch ü die indus ielle
P oduk ion gil "3.
III. Heu ige S and de Leh e om E agsgese z
1. Allgemeine Da s ellung
Wie schon beme k wu de, s ell das E agsgese z einen beson-
de en, alle dings seh häu igen Fall de P oduk ions heo ie da . In
1 C. Silbe, a. a. 0. S. 20.
2 W. Weddigen, a. a. 0. S. 222.
3 E. Ba one, „G undzüge de heo e ischen Na ionalökonomie16, 1935, S. 26.
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60 Jü gen Eick [60
eine solchen Theo ie in e essie den Wi scha e die quali a i e
Zusammense zung de P oduk ions ak o en zu E zeugung eines be-
s imm en Gu es nich ; sie is Sache des Technike s. Ob also zu E -
zeugung eines Lö els Weißblech ode Aluminium e wende we den
soll ode welche A en on Mine alien dem Acke boden zugese z
we den müssen, s eh auße halb unse es P oblemk eises. Was uns
hie bei in e essie , is de jeweilige quan i a i e Einsa z des ein-
zelnen P oduk ions ak o s im Ve häl nis zum mengenmäßigen Einsa z
de ande en P oduk ions ak o en in seinen Wi kungen au die E ags-
ges al ung. Wi wollen uns also einen Einblick in die mengenmäßige
Sei e de P oduk ion e scha en. „Wi e langen eine Auskun da -
übe , welche P oduk menge mi den e schiedenen quan i a i en Zu-
sammense zungen de quali a i en Fak o enkombina ion, ü die wi
uns en schieden haben, he ges ell we den kann ode , umgekeh ,
welche Fak o mengen zu He s ellung eine bes imm en P oduk menge
benö ig we den. Ku z: unse In e esse gil de A de unk ionalen
Beziehung zwischen Mengenkombina ionen de P oduk ions ak o en
bei gewähl e quali a i e Zusammense zung und P oduk menge"1.
Es sind zu E zeugung eines bes imm en Gu es bei gewähl e quali-
a i e Zusammense zung de P oduk ions ak o en olgende d ei Fälle
de Va ia ion de eingese z en Fak o mengen denkba :
(Fü den Fall de P oduk ionsauswei ung.)
1. Alle an de P oduk ion be eilig en Fak o en we den p opo ional
zu Ausgangskombina ion e meh eingese z .
2. Alle an de P oduk ion be eilig en Fak o en we den e meh
eingese z
—
kein Fak o bleib kons an —, abe nich p opo ional zu
Ausgangskombina ion.
3. Mindes ens ein Fak o ode auch meh e e Fak o en bleiben kon-
s an , die üb igen we den e meh eingese z ; handel es sich um meh
als zwei Fak o en, die a iablen in p opo ionalem Ve häl nis.
Diese d ei Möglichkei en wü den ü den ein achen Fall mi zwei
P oduk ions ak o en zum Beispiel olgende maßen aussehen:
Fall 1: Fak o A Fak o B
3 Einhei en 6 Einhei en
4 8
5 „ 10
6 „ 12 „ usw.
1 E. Schneide , „Theo ie de P oduk ion", 1934, S. 1.
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61] Das E agsgese z 61
Fall 2: Fak o A Fak o B,
3 Einhei en 6 Einhei en
4 ,, 12 „
5 „ 18 „ _
6 „ 24 „ usw.
Fall 3: Fak o A Fak o B
3 Einhei en 6 Einhei en
3 „ 8 „
3 „ 10
3 „ 12 „ usw.
Fü den Fall 3 gil das E agsgese z, das in de neues en Fo mu-
lie ung, bei S ackelbe g olgende maßen lau e : „... sind ü die E -
zeugung eines Gu es zwei ode meh e e P oduk ionsmi ela en e o -
de lich und wi d de Einsa z nu eine P oduk ionsmi ela ode eine
Teilg uppe on P oduk ionsmi ela en e höh , wäh end die es lichen
P oduk ionsmi el in un e ände em Um ang e wende we den, dann
muß on eine gewissen G enze an de G enze ag de e meh en
P oduk ionsmi el abnehmen"1. S ackelbe g beg enz das E agsgese z
also s eng au den Fall, wo eine Fak o g uppe kons an bleib , wo an
wi auch im olgenden es hal en wollen. Es is abe in e essan , es -
zus ellen, daß auch ü den Fall 2, dessen Analyse in bezug au das
E agsgese z in unse e Wissenscha noch nich o zuliegen schein
—
auch E. Schneide behandel nu Fall 1 und Fall 3, so daß man hie
wohl doch on eine Lücke in de E ags heo ie sp echen muß —, das
E agsgese z in E scheinüng e en kann. Man s elle sich Fall 2 ü
eine landwi scha liche P oduk ion o , Fak o A sei de Boden, Fak-
o B die A bei
—
wobei de Ein achhei halbe angenommen we den
soll, daß nu zwei P oduk ions ak o en an de _ P oduk ion be eilig
sind. We den nun die Bodeneinhei en imme nu um eine Einhei e -
meh eingese z , die A bei sk ä e abe imme e doppel , so bes eh
wohl kein Zwei el, daß de E agszuwachs, den de G enza bei e
lie e , sinken muß; das E agsgese z wi d also wi ksam, obwohl die
S ackelbe gsche Vo ausse zung, daß ein Fak o kons an bleib , ehl ,
indem in unse em Beispiel de eine Fak o nu seh wenig e meh
wi d, de ande e dagegen seh s a k.
Das E agsgese z ku sie in de Volkswi scha sleh e un e den
e schiedens en Namen; ü die Landwi scha wi d es meis als
Bodene agsgese z bezeichne , wogegen e schiedene Au o en (F. Ae e-
1 H. . S ackelbe g, „G undzüge de heo e ischen Volkswi scha sleh e", 1943,
S. 31.
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62 Jü gen Eick [62
boe, R. . S igl, H. . S ackelbe g) S ellung nehmen. Da die Ände ung
im E ag eine Funk ion des a iablen P oduk ions ak o s sei, müsse
de E ag auch au diesen Fak o bezogen we den; ü die Landwi -
scha müß e es dahe „Gese z om abnehmenden A bei se ag au
gleiche Boden läche" heißen, wo au Ae eboe schon Jah zehn e o
E scheinen seine „Ag a poli ik" in Fühlings Landwi scha liche Zei-
ung hingewiesen haben will1. Die exak es e Bezeichnung is zwei ellos
die on Theodo B inkmann in die Wissenscha einge üh e — sie
auch o he schon einmal in eine Disse a ion on Emil Lang2 au
—,
nämlich „Gese z des abnehmenden E agszuwachses443; ungenaue ,
abe wegen ih e Kü ze ech b auchba is die ein ache Bezeichnung
mi „E agsgese z".
An de S ackelbe gschen Fo mulie ung des Gese zes äll wei e hin
au , daß nu de Teil des E sags e lau es zum E agsgese z gehö ,
on dem an die E agszuwächse (= G enze äge) abnehmen, wäh end
man ühe , bei Vogels ein und Weddigen z. B., den gesam en E ags-
e lau in das Gese z einbezog.
Fü das E agsgese z is jedoch eine wich ige Einsch änkung zu
machen. „Das E agsgese z gil e ne nu bei un e ände em S and
des echnischen und o ganisa o ischen Wissens. Jede Fo sch i au
diesem Gebie e höh den E ag und kann deshalb die Wi kung des
E agsgese zes zunächs e schleie n"4. „Neue P oduk ionsme hoden
können eine Ve iel achung des E ages bedeu en"5. „Abe au dem
neuen echnischen Ni eau gil wiede das E agsgese z — gleichsam
au eine höhe en Ebene"6. Was schon üh J.H. . Thünen und J. S .
Mill e kann en, was spä e als „Suspensionen des E agsgese zes" be-
zeichne wu de, das nimm hie . S ackelbe g o die Klamme und
mach dami dem S ei , ob es einen zunehmenden ode abnehmenden
E ag in de Indus ie gib , ein Ende. Auch E. Schneide schal e ech-
nische Ve besse ungen usw. ü seine Un e suchungen aus, indem e
eine bes imm e quali a i e Zusammense zung on P oduk ions ak o en
als gegeben annimm . „Unse In e esse gil de A de unk ionalen
Beziehung zwischen Mengenkombina ionen de P oduk ions ak o en
bei gewähl e quali a i e Zusammense zung"7.
1 F. Ae eboe, „Ag a poli ik", 1928, S. 90.
2 Emil Lang, „Wesen und Bedeu ung des Gese zes om abnehmenden Boden-
e ag", Diss., Jena 1914.
8 Th. B inkmann, „Die Ökonomik des landwi scha lichen Be iebes", 1922,
GdS., VII. Ab ig., S. 32.
4 H. . S ackelbe g, a. a. 0. S. 32.
5 R. . S igl, „Ein üh ung in die G undlagen de Na ionalökonomie", 1937, S. 27.
8 H. . S ackelbe g, a. a. 0. S. 32.
7 E. Schneide , „Theo ie de P oduk ion", 1934, S. 1.
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63] Das E agsgese z 63
2. Ve lau des E agszuwachses
a) Die Abnahme des E agszuwachses
(Beweis de Gül igkei des E agsgese zes)
De Nachweis de Gül igkei des E agsgese zes au induk i em
Wege is auße o den lich schwie ig, wie die manche lei Auseinande -
se zungen in unse e Wissenscha zeigen. Dies e gab sich schon bei de
K i ik Mills an de Ca eyschen These, wonach das E agsgese z auße
K a gese z sein soll e, weil die schlech e en Böden zue s bebau
wü den. Ein noch ekla an e es Beispiel is eine Auseinande se zung
zwischen K. Wickseil und F. Wa e s ad , die im Thünen-A chi
1906/071 ausge agen wu de. Wa e s ad woll e nämlich aus eine
A bei on Howa d „Die P oduk ionskos en unse e wich igs en Feld-
üch e" nach geeigne e G uppie ung des Ma e ials nachgewiesen
haben, daß das Bodene agsgese z nich gel e. Du ch eine ande e An-
o dnung desselben Ma e ials on Howa d zeig e Wickseil, daß das an-
gegebene Ma e ial ge ade die Gel ung des E agsgese zes bes ä ige,
was ihn e anlaß e, sich g undsä zlich seh skep isch übe Beweise de
Gül igkei des E agsgese zes aus ealem E ah ungsma e ial zu
äuße n. Wie wi schon sahen, wa es J. H. . Thünen gelungen, diesen
Beweis au induk i em Wege zu üh en.
Von de Sei e de Na u wissenscha en is besonde s E. A. Mi sche -
lich e olg eich an das P oblem he ange e en; in ielen p lanzen-
physiologischen Ve suchen b ach e e den Nachweis de Gel ung des
Gese zes2.
Ein ache und wohl kaum wide legba is de Beweis de Rich igkei
des Gese zes au deduk i em Wege. Es läß sich nämlich ganz eindeu ig
o aussagen, daß bei gewähl e quali a i e Fak o enkombina ion on
beispielsweise zwei Fak o en, bei de de eine Fak o kons an bleib ,
de ande e wachsend e meh eingese z wi d, on eine gewissen
G enze an de E agszuwachs abnehmen muß. Wü den nämlich die
E agszuwächse nich abnehmen, „so wü de sich im Wide sp uch
zu E ah ung au einem kons an en Teilmengenkomplex on ...
Fak o en du ch s e ige Ve g öße ung des a iablen Mengenkomplexes
... jede noch so g oße P oduk ionsmenge e zeugen lassen"3. Ode
konk e gesp ochen: Wü de das E agsgese z nich gel en, dann müß e
man aus eine Maschine du ch ges eige en Au wand on A bei und
Rohs o en eine unbeg enz e P oduk menge he ausholen können; ode :
1 Ged uck als Thünen-A chi , 2. Band, Jena 1909.
2 E. A. Mi sche l^ch, „Die S eige ung unse e P lanzene äge", Sch i en d.
Königsbe ge Geleh en Gesellscha , He 1, 1939; besonde s eind inglich: Ta el IV,
3 E. Schneide . „Theo ie de P oduk ion", S. 12.
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64 Jü gen Eick [64
wü den au einem Hek a Boden bei zusä zlich au gewende e A bei
die G enze äge nich sinken, dann wü den 10 A bei e dami 10 dz
p oduzie en, 100 A bei e 100 dz usw., ja man könn e dann, wie das
iel ach sche zha o mulie wi d, au diesem einen Hek a die Wel -
e n e an Ge eide e zeugen, wenn nu die dazu nö ige A bei sk a au
diesen Hek a konzen ie wü de. Das wä e ein wah ha absu des
E gebnis, die G öße de E n e wä e dann nu on de eingese z en
A bei abhängig, die G öße de Boden läche wä e ü den Landwi
ohne Bedeu ung, womi bewiesen is , daß das E agsgese z gil 1.
Daneben gib es noch ande e deduk i e Beweise, z. B. den on
K. Wickseil: „Wä e es nämlich e wiesen, daß man au einem gegebenen
Boden mi doppel so iel A bei und Kapi al auch das doppel e P oduk
e zielen könn e, so wü de ja p o Einhei A bei und Kapi al ein noch
iel glänzende es Resul a sich e geben, alls man die schon o han-
denen A bei s- und Kapi alk ä e au die Häl e de ühe e wende en
Fläche konzen ie e und das üb ige Besi z um als na ü liche Weide,
Waldboden ode sons wie a bei slos e wende e, da es ja auch so imme
e was abwe en wü de"2.
E. Schneide sch ieb in seine Theo ie de P oduk ion: „Zunächs
is zu sagen, daß es unmöglich is , den olls ändigen Ve lau de E -
ags unk ion abzulei en, ohne die E ah ung zu Hil e zu nehmen. Die
einzige Aussage, die a p io i mi Siche hei gemach we den kann, is
die, daß on eine gewissen S elle ab. ... die G enzp oduk i i ä des
a iablen Mengenkomplexes . .. abnehmen muß; denn wä e das nich
de Fall, so wü de sich im Wide sp uch zu de E ah ung au einem
kons an en Teilmengenkomplex on subs i u ionalen Fak o en du ch
s e ige Ve g öße ung des a iablen Mengenkomplexes ... jede noch so
g oße P oduk menge e zeugen lassen. Meh läß sich a p io i nic c*
sagen"3. Dieses „a p io i" is wohl on manchem nich ohne G und
angeg i en wo den; denn es handel sich um eine E ah ungs a sache,
ap io ische E kenn nisse gel en abe bei Kan z. B. ge ade unabhängig
on de E ah ung. Aus diesem G unde wohl e zich e e E. Schneide
in de i alienischen Ausgabe au das „a p io i" und sch ieb an en -
1 Me kwü dige weise will K. Menge diesen „klassischen41 Beweis — dessen
zwingende Logik auch on S ackelbe g bes ä ig wi d — in seinen „Beme kungen
zu den E agsgese zen44 (Zei sch . . Na ionalök., 1956, S. 45) nich ane kennen:
„Diese Beweis schließ aus de Un ich igkei des Sa zes om abnehmenden Boden-
e ag au die Unbesch änk hei des E ages des Boden9. Das is abe unzulässig.44
De Gedankengang is doch wohl olgende : Wä e das Gese z nich ich ig; so käme
man zu absu den Folge ungen; also is es ich ig: P inzip des Wide sp uches; diese
Beweis is doch wohl kaum ang ei ba .
2 K. Wicksell, Thünen-A chi , 1909, S. 354/355.
3 E. Schneide , „Theo ie de P oduk ion", S. 12.
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65] Das E agsgese z 65
sp echende S elle: „... zeig die E ah ung, daß on einem bes imm-
en Punk an ... die G enzp oduk i i ä des a iablen Mengen-
komplexes abnehmen muß"1.
b) Die an ängliche Zunahme des E agszuwachses
bis zum Kulmina ionspunk
H. . S ackelbe g besch änk die Gel ung des E agsgese zes au
den Teil des E ags e lau es, on dem an de E agszuwachs sink ,
wäh end ande e Wissenscha le , wie z. B. Vogels ein, Weddigen, Silbe
usw., den gesam en E ags e lau zum Gegens and des Gese zes
machen. Fü den E ags e lau wi d allgemein als ypisch angesehen,
daß de E agszuwachs zunächs s eig , kulminie und dann wiede
äll ; so auch z. B. die S ackelbe gsche Ku e de G enze äge2,
E. Schneide , de den gesam en E ags e lau in seine Un e -
suchungen einbezieh , häl nun nich nu diese eine Möglichkei ü ge-
geben, sonde n e häl eine zwei e Fo m des E ags e lau es (Fall b)
daneben ü ypisch, bei de de G enze ag on An ang an in seinem
Maximum e läu , also kons an is , bis e zu sinken an äng ; e be-
g ünde diesen Ve lau de G enze agsku e mi seinen Un e -
suchungen (zusammen mi Eh ke) übe die Zemen indus ie in den
Jah en on 1858 bis 1913. Au diese Schneide schen Fes s ellung be-
uh wohl auch die Ansich Mölle s: „De E agszuwachs (G enze ag)
kann bis zu de P oduk ionsmenge, on de e an sink , güns igs en-
alls imme im Maximum e lau en. Das wü de bedeu en, daß eine
p opo ionale Ve meh ung des Komplexes a iable Fak o mengen bei
Kons anz ande e Fak o mengen zunächs einen gleichbleibenden E -
agszugang bewi k "8. Ein solche Ve lau de G enze agsku e
wü de dem in de Be iebswi scha ü ypisch angesehenen Ve lau
de G enzkos enku e wide sp echen4, wonach bei kons an e Be iebs-
anlage und wachsendem Beschä igungsg ade die G enzkos en zunächs
sinken und dann s eigen, was dem Fall a, e s s eigende G enze ag,
dann sinkende G enze ag, en sp ich .
Schon ein deduk i is wohl de Schneide sche E ags e lau ü
Fall b wide legba , obwohl Schneide auch in de i alienischen Neu-
ausgabe da an es häl . De G enze ag muß doch wohl zunächs imme
zunehmen, ehe e an äng , kons an zu sein bzw. zu sinken; in as allen
Fällen sind doch Au wendungen in solchen kleinen Mengen denkba ,
daß übe haup noch kein E ag en s eh : de G enze ag wä e dann
1 E.Schneide , „Theo ia della p oduzione", 1942, S. 77/78 (übe se z ).
2 H. . S ackelbe g, a. a. 0. S. 30.
3 H. Mölle , a. a. 0. S. 11.
4 Ube die En sp echungen on E ags- und Kos enku en e gleiche un en.
Schmolle s Jah buch LXIX, 1 5
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66 Jü gen Eick [66
also Null. Von einem bes imm en Au wand an wi d abe ein E ag en -
s ehen, dami is de G enze ag zwei ellos g öße als Null, de G enz-
e ag is also zunächs ges iegen. Alle dings mag das in bes imm en
Fällen nu ü ein minimales An angss ück de G enze agsku e
gel en, das p ak isch nich ins Gewich äll ; o zdem is die Fes s el-
lung wich ig, weil es dann nämlich genüg , mi eine ypischen E ags-
unk ion zu a bei en wie bishe . Zu Rech e igung Schneide s ließe
sich jedoch sagen, daß in ielen Fällen solche kleinen Au wendungen,
die noch keinen ode nu einen minimalen E ag b ingen, echnisch
ga nich möglich sind; man kann z. B. eine Maschine on 1000 PS
nich nu 1 PS Ene gie e zeugen lassen, so daß dadu ch eben de an-
s eigende As nich zum Ausd uck komm . Edgewo h ha nachgewiesen,
daß die Wahl zu g oße Dosen zu Ungenauigkei en üh , so daß übe all
allende E äge en s ehen1. De ans eigende bzw. kons an e G enz-
e ag wi d eben bei zu g oßen Dosen gewisse maßen om sinkenden
G enze ag übe lage , so daß e ga nich meh sich ba is . Un e -
such man z. B. bei dem Zahlenbeispiel (Sei e 73 Tabelle 1) die G enz-
e äge an S elle on ie zu ie Tagen ü die Zei on ach zu ach
Tagen, so geh die an ängliche Zunahme des G enze ages öllig un e .
Das genaues e E gebnis en s eh doch zwei ellos da, wo man mi klein-
s en kon inuie lichen Mengen a bei en kann, wie z. B. mi de mensch-
lichen A bei sk a , und da muß au jeden Fall de G enze ag an-
änglich imme wachsen, wäh end in dem ande en Fall nu •aus
echnischen G ünden die an ängliche Zunahme nich he o e en kann.
Daß E. Schneide ü die Zemen indus ie einen solchen E ags e -
lau ge unden ha e, den e dann als Fall b in seine Theo ie de P o-
duk ion ein eih e, lieg wohl da an, daß in dem Buche2 das Zahlen-
ma e ial schon bei eine e häl nismäßig g oßen Ausb ingung beginn ,
also mi We en, bei denen man, be iebswi scha lich gesp ochen,
schon aus dem Be eich de Kos endeg ession he aus is . Die angegebe-
nen Zahlen liegen nämlich alle ech dich bei de mi ge eil en Ka-
pazi ä des Zemen we kes; ü 1910 z. B. schwanken die Ausb ingungs-
mengen nu ganz unbedeu end um die Kapazi ä , es handel sich um
40 503, 42 301 und 48 350 Faß P oduk ion bei eine Kapazi ä on
48 700 Faß. De Fall, wo die ge ings e E zeugungsmenge im Ve häl nis
zu Kapazi ä o lieg , is de ü Janua /Feb ua 1868, wo die P o-
duk ion 1063 Faß be ug bei eine Kapazi ä on 5700 Faß; auch hie
wa nach Eh ke de G enze ag kons an . Da aus nun abe a bzulei en,
daß es E ags unk ionen gäbe, bei denen de G enze ag übe haup
1
Edgewo h, „Pape s Rela ing o Poli ical Economy", 1925, S. 65; zi ie nach
0. Mo gens e n, a. a. O. S. 497.
2 R. Eh ke, „Die Übe zeugung in de Zemen ii>du6 ie on 1858 bis 1913", 1933.
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67} Das E agsgese z 67
nich s eige, is
—
besonde s wenn man wieE. Schneide bei E ags unk-
ionen die Menge on Null an s eigend un e such - ang ei ba . Es is
ja bei dem zule z genann en Beispiel du chaus denkba , daß die G enz-
e äge zwischen 400 und 1000 Faß wachsen. Schon deduk i wa ab-
gelei e wo den, daß die G enze äge mindes ens e s übe Null hinaus
wachsen müssen; bei einem Einsa z on 5 A bei seinhei en z. B. en s eh
—
so könn e man annehmen
—
noch kein E ag, ebenso ielleich bei
10 Einhei en; de G enze ag is dann Null; bei 15 A bei seinhei en
zeig sich ielleich ein E ag on 2 Faß; dami is de G enze ag on
Null ges iegen.
Es auchen hie dieselben Schwie igkei en au wie beim Nachweis
de Abnahme des G enze ages au induk i em Wege. Eh ke ha e
z. B. g oße Mühe, die Ku en, die zunächs dynamisch wa en, s a isch
zu machen. E muß e z. B. die P eisschwankungen de P oduk ions ak-
o en ausschal en; dami sind jedoch noch lange nich alle Fak o en,
die au die E agsges al ung Ein luß haben, s a isch gemach ; ielleich
se z e eine Käl ewelle die Be iebskos en hinau , minde e die A bei s-
leis ung de A bei e usw., so daß die empi ische E agsku e s a ken
Zu älligkei en alle A ausgese z is , die einen Ve gleich e schiedene
Beschä igungsg ade im his o ischen Ablau höchs p oblema isch
machen. „Ube haup muß wiede um gesag we den, daß ande e Kos en-
ein lüsse als solche des Beschä igungsg ades seh s a k die Ve gleich-
ba kei e schiedene Rechnungspe ioden s ö en können"1. Unse e Be-
ach ung is jedoch ein s a ische Na u , bei de alle Da en, auße den
ausd ücklich a iie en, kons an gehal en we den. „Wi agen also
nich nach de Beziehung zwischen P oduk menge und Gesam kos en,
wie sie sich his o isch im Zei ablau ges al e , sonde n nach de unk io-
nalen Beziehung, die in einem gegebenen Zei punk zwischen i uellen
P oduk mengen und i uellen Gesam kos en bes eh . Die s a ische Ge-
sam kos enku e en häl also Aussagen übe al e na i e, nich sukzes-
si e Kos enmengen ela ionen"2. Genau das gleiche gil ü alle E ags-
ku en.
3. Theo ie de Limi a ionali ä und Subs i u ionali ä
in ih e Anwendung au das E agsgese z
Eine wesen liche Be eiche ung de P oduk ions heo ie und dami
de Leh e om E agsgese z b ach e die Schneide sche Theo ie de
Limi a ionali ä und Subs i u ionali ä de P oduk ions ak o en.
E. Schneide e s eh un e limi a ionalen Fak o en solche, on denen
1 E. Schmalenbach, „G undlagen de Selbs kos en echnung und P eispoli ik",
1930, S. 38.
2 E. Schneide , „Theo ie de P oduk ion", 1934, S. 29.
5*
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68 Jü gen Eick [68
eine echnisch eindeu ig bes imm e Menge zu E zeugung eine be-
s imm en Gu smenge unumgänglich nö ig is , ode ande s ausged ück :
ein Fak o is limi a ional, wenn jede gegebenen P oduk menge ech-
nisch eindeu ig bes imm e Mengen dieses Fak o s en sp echen. „Is
z. B. das he zus ellende P oduk Wasse , so sind o enba die P oduk-
ions ak o en Wasse s o und Saue s o limi a ional"1.
Läß sich jedoch eine bes imm e P oduk menge mi e schiedenen
Mengenkombina ionen de Fak o en he s ellen, so nenn Schneide diese
Fak o en subs i u ional. „Die zu He s elluüg eine bes imm en P o-
duk menge geeigne e Mengenkombina ion de Fak o en is dann ech-
nisch nich eindeu ig bes imm . Vielmeh sind meh e e echnisch gleich-
we ige Mengenkombina ionen de Fak o en o handen, so daß eine
Mengenkombina ion ohne Ände ung des P oduk ions esul a es du ch
ande e Mengenkombina ionen subs i uie we den kann"2. So sind z. B.
A bei und Boden subs i u ionale Fak o en; man kann z. B. 10 dz Ge-
eide en wede mi 10 Einhei en A bei und 10 Einhei en Boden he -
s ellen, man kann abe eben alls 10 dz Ge eide mi 12 Einhei en A bei
und 8 Einhei en Boden e zeugen ode mi 5 Einhei en A bei und
14 Einhei en Boden usw.
Den Zusammenhang zwischen P oduk menge und eingese z en Fak-
o en s ell E. Schneide in einem Isoquan ensys em da , das e im An-
schluß an Ragna F isch als solches bezeichne . Es handel sich um eine
ein ache Besch eibung des Zusammenhanges zwischen P oduk menge
und den Mengen de subs i u ionalen Fak o en. „Geben wi de P o-
duk menge den bes imm en We x0, so exis ie eine Anzahl e schie-
dene Mengenkombina ionen . .. de subs i u ionalen Fak o en, die alle
die He s ellung de P oduk menge xO •.. ges a en. Die Gesam hei
diese Mengenkombina ionen, die ü die He s ellung de P oduk -
menge xO echnisch indi e en sind, wollen wi ... als die Isoquan e
ü xO bezeichnen."1 Die g aphische Da s ellung (Abb. 3, S. 71) mach
das ü den Fall de uni e salen Subs i u ionali ä , bei dem die Koo di-
na en du ch die Fak o en i und 2 gebilde we den, noch deu liche .
Wä en säm liche an de P oduk ion be eilig e Fak o en limi a ional,
so läge übe haup kein wi scha liches P oblem o , „weil die ech-
nischen Bedingungen de P oduk ion bei bes imm e quali a i e Zu-
sammense zung de Fak o en keine Wahl in de quan i a i en Zusam-
mense zung de Fak o en bei gegebene P oduk menge zulassen. Jede
P oduk ion wä e ein echnisch eindeu ig bes imm e P ozeß"3.
1 E. Schneide , „Theo ie de P oduk ion", S. 4.
2 E. Schneide , „Theo ie de P oduk ion44, S. 3.
3 E. Schneide , „Theo ie de P oduk ion*', S. 3.
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75] Das E agsgese z 75
ku e und G enzkos enku e an, die gewisse Zusammenhänge zwischen
E ags e lau und Kos en e lau e mu en ließen. Man kann in unse e
Wissenscha abe leich den Eind uck e hal en, daß solche Zusammen-
hänge nich bes ehen, sonde n daß die Leh e om E agsgese z in de
Na ionalökonomie mi den be iebswi scha lichen Analysen des
Kos en e lau es bei wechselndem Beschä igungsg ade nich s zu un
haben, daß es sich um zwei g und e schiedene P oblemk eise handel .
Das häng wohl mi de in Deu schland üblichen A bei s eilung in
Volkswi scha sleh e und Be iebswi scha sleh e zusammen, die ja
in den no dischen und angelsächsischen Lände n, wo die Theo ie des
Einzelbe iebes und die Kos en heo ie sei langem zu Na ionalökono-
mie gehö en, nich üblich is und do auch nich zu solchen Spal ungen
üh e. In Deu schland wi d nämlich im allgemeinen das E agsgese z
in de Volkswi scha sleh e abgehandel , ohne au die Kos en heo ie
einzugehen, wäh end die Be iebswi scha sleh e die Kos en heo ie
da s ell , ohne das E agsgese z einzubeziehen. E s in neues e Zei
und auch nu bei einigen Ve asse n wi d die Kos en heo ie und das
E agsgese z zusammenge aß da ges ell , z. B. bei E. Schneide , H. .
S ackelbe g, K. Melle owicz und H. Mölle .
Die E ags unk ion s ell e sich in dem g aphischen Beispiel als eine
Funk ion zwischen au gewende en A bei s agen und E ag da ; dabei
wu de die Wi kung eine Ände ung de eingese z en A bei smenge au
den E ag un e such . Die Funk ion soll e au die F age an wo en:
Wie e läu de E ag, wenn eine bes imm e Menge A bei au gewende
wi d? De E ag wu de
—
wie es in g aphischen Da s ellungen üblich
is
—
in de O dina e abge agen, weil sein Ve lau gezeig we den soll e
Mi de selben Funk ion soll je z gezeig we den: Wie ände n sich
die einzuse zenden A bei s age, also die Kos en, wenn eine bes imm e
Menge e zeug wi d? Dahe agen wi je z die Kos en in de O dina e
ab, um ih en Ve lau zu zeigen. Ausgehend on dem Zahlenbeispiel
(S. 73) agen wi nun die We e, die wi bei Da s ellung des E ags-
e lau es in de Abszisse ab ugen, je z in de O dina e ab. Wi e -
auschen also lediglich die Abszisse mi de O dina e und machen da-
du ch aus de Gesam e agsku e eine Gesam kos enku e; da die
We e demselben Beispiel en nommen sind, is die Gesam kos enku e
das genaue Spiegelbild de Gesam e agsku e ( gl. Abb. 5, ges ichel e
Ku e). Aus dem Ve lau diese Gesam kos enku e läß sich geome-
isch de Ve lau de S ückkos en- und de G enzkos enku e es -
legen, wie S ackelbe g in seinen „G undlagen eine einen Kos en-
heo ie"1 gezeig ha .
Algeb aisch können aus denselben Zahlenwe en, die dem E ags-
gese z zug unde lagen, in de selben Weise wie ü die G enz- und
1 H. . S ackelbe g, „G undlagen eine einen Kos en heo ie", 1932, S. 24 .
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76 Jü gen Eick [76
Du chschni se äge auch die We e ü die G enz- und Du chschni s-
kos en e echne we den.
Tabelle 2. Kos enwe e.
Gesam e ag
in dz
Gesam kos en
in A bei s agen
G enzkos en
in A bei s agen
Du chschni scos en
in A bei s agen
4,8 , 8 — 1.7
7,5 12 1,5 1,6
10,5 16 1,3 1,5
12,5 20 2,0 1,6
13,75
24
3,2 1,7
Dieses Ma e ial läß sich eben alls g aphisch da s ellen. Bezieh man
G enzkos en, G enze äge, Du chschni skos en und Du chschni s-
e äge au die e zeug e Menge, so e geben sich in e essan e En sp e-
chungen zwischen Kos en- und E ags e lau .
Zunächs en sp echen die beiden G enzku en einande : Bei de -
selben P oduk ionsmenge, bei de die G enzkos en ih Minimum e -
Z.5
2
1.5
1
05
-x 2, P/
; G enzpos en in Tagen
]L chschni shos en
in Tagen
Du chschn/ se ag
*
n oiz
* ^xQ enze ag in o/z
I ! I I I I I I l I L
4 5 6 7 6 9 10 11 12 15 1k 15 C/Z.
Abb. 7.
eichen (Abb. 7, Punk 1), e läu die G enze agsku e in ih em
Maximum (Punk 2). Bis zu diese Ausb ingung sinken die G enz-
kos en und s eigen die G enze äge; wi d meh als diese Menge p odu-
zie , so s eigen die G enzkos en, und es sinken die G enze äge. Zu-
nehmende G enzkos en en sp echen also sinkenden G enze ägen.
„Sowei das E agsgese z gil , wachsen die G enzkos en mi zunehmen-
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77] Das E agsgese z 77
de Ausb ingung. Das E agsgese z kann also auch als das Gese z de
zunehmenden G enzkos en bezeichne we den"1.
Auch die Du chschni sku en en sp echen einande . Au demselben
Abschni de Abszisse lieg das Minimum de Du chschni skos en und
das Maximum des Du chschni se ages; o diesem Punk e en -
sp echen allende Du chschni skos en s eigenden Du chschni se ä-
gen und nach diesem Punk s eigende Du chschni skos en sinkenden
Du chschni se ägen. Nach dem S ackelbe gschen Gese z des Du ch-
schni smaximums2 is bei allen zusammenhängenden Du chschni s-
und G enzg ößen die G enzg öße dem Maximum de Du chschni sg öße
gleich. Da hie nun die Maxima de Du chschni sku en au demselben
Abschni de Abszisse liegen, müssen auch die Schni punk e de
G enz- und Du chschni sku en bei de selben P oduk ionsmenge lie-
gen; es sind das die Punk e P3 und P4, also de Schni punk zwischen
de G enze agsku e und de Du chschni se agsku e und de
Schni punk zwischen de G enzkos enku e und de Du chschni s-
kos enku e. Punk 3 is jene Punk , den man mi Melle owicz ak
op imalen Kos enpunk , Kos enwendepunk ode als Be iebsop imum
bezeichne und de ü das Ve hal en de Be iebe au dem Ma k on
g öß e Wich igkei is 3.
In de Be iebswi scha bezeichne man den Be eich, in dem die
^jG enzkos en kleine sind als die Du chschni skos en, also die Du ch-
schni skos en noch allen, als Deg essionszone; diese Kos end eg ession
en sp ich die E agsp og ession. We den die G enzkos en g öße als
die Du chschni skos en, s eigen also die Du chschni skos en, so be-
inde sich de Be ieb in Kos enp og ession ode E agsdeg ession.
Die aus dem Beispiel zum E agsgese z en wickel en Ku en üh -
en also zu den gleichen Kos enku en, de en Analyse on den Be iebs-
wi scha le n du chge üh wi d. Alle dings we den dabei ande e Be-
zeichnungen angewende . So bezeichne e Schmalenbach die G enz-
kos en an änglich als „p opo ionalen Sa z", üh e abe spä e da ü
den Beg i „G enzkos en" ein4. Melle owicz bezeichne unse e G enz-
kos en als Di e en ialkos en im Gegensa z zu den Di e enzkos en, die
bei ihm den Gesam kos enun e schied zweie Beschä igungsschich en
ausmachen5. En scheidend is jedoch, daß alle diese Kos enun e suchun-
gen sich ebenso als E agsanalysen da s ellen lassen. Melle owicz
konn e also öllig zu Rech sagen: „E agsgese ze sind demnach Kos en-
gese ze. De E ags e lau olg dem Kos en e lau ... S a om zu-
1 H. y. S ackelbe g, „G undzüge de heo e ischen Volkswi scha sleh e", S. 53.
2 H. y. S ackelbe g, „G undzüge de heo e ischen Volkswi scha sleh e", S. 33/34.
8 K. Melle owicz, „Kos en und Kos en echnung", 1933, S. 345.
4 E. Schmalenbach, a. a. 0. S. 52; e s malig in de 5. Au lage on 1930,
5 K. Melle owicz, a. a. 0. S. 332.
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78 Jü gen Eick [78
nehmenden E ag müssen wi on abnehmenden Kos en, s a om ab-
nehmenden E ag on zunehmenden Kos en sp echen"1. Dami is wohl
aus eichend kla ges ell , daß E agsgese z und Kos en e lau au s
engs e mi einande e knüp sind, ja daß Kos en- und E agsanalysen
nu die zwei e schiedenen Sei en ein und de selben Sache sind.
b) Beziehungen des E agsgese zes
zum E s en Gossenschen Gese z
Das E agsgese z läß sich auch in einem bekann en olkswi -
scha lichen Gese z es s ellen, nämlich dem E s en Gossenschen Gese z,
dem Ma shall soga die P io i ä o dem E agsgese z zue kenn 2.
Dieses Gese z, on dem Gossen selbs glaub e, daß es an Bedeu ung de
En deckung des heliozen ischen Wel sys ems du ch Kope nikus gleich-
komme, lau e wie olg : „Die G öße eines und desselben Genusses
nimm , wenn wi mi de Be ei ung des Genusses unun e b ochen o -
ah en, o wäh end ab, bis zule z Sä igung ein i "3. Danach wü de
also de G enznu zen s ändig abnehmen, was mi de E ah ung im
Wide sp uch s eh . Beginn man nämlich mi de Be ach ung genügend
kleine Mengen, so e gib sich zwei ellos e s eine Zunahme des G enz-
nu zens und dann eine Abnahme. Man kann sich s e s ein Gü e quan um
o s ellen, dessen Konsum noch keine lei Nu zen s i e ; so wi d z. B.
ein K ümel B o beim Konsumen en ga keinen Nu zen he o b ingen,
100 K ümel jedoch, gleich eine Scheibe B o , s i en einen seh ühl-
ba en Nu zen; dami kann abe de Nu zen, den jede einzelne K ümel
s i e , nich Null geblieben sein, sonde n e muß gewachsen sein. Ähn-
liche Fes s ellungen mach en um 1900 G aziadei und Ricci. Auch
A. Ma shall wies schon nach, daß de G enznu zen an änglich du chaus
s eigen kann. „T o z ih e ge ingen p ak ischen Bedeu ung mag hie
die Ta sache e wähn we den, daß ein kleines Quan um eines Gu es
de Be iedigung eines speziellen Bedü nisses so wenig genügen kann,
daß de Konsumen du ch E langung eine hin eichenden Menge zu
Be iedigung des begeh en Zweckes einen e häl nismäßig iel g öße en
Zuwachs seines Genusses e häl . 10 S ück Tape en geben z. B. einen
e häl nismäßig ge inge en Genuß als 12 S ück, wenn le z e e Anzahl
e o de lich is , um die Wände eines Zimme s ganz zu bedecken. Ein
seh ku zes Konze ode ein Feie ag kann den Zweck de E holung
e ehlen, wäh end die doppel e Daue bei beiden meh als den doppel-
1 K. Melle owicz, a. a. O. S. 344.
2 A. Ma shall, „Handbuch de Volkswi scha sleh e", 1905, S. 139: „Dieses Ge-
se z (das GosBensche) geh sachlich dem Gese z om abnehmenden E ag on G und
und Boden o aus ..
8 H. Gossen, „En wicklung de Gese ze des menschlichen Ve keh s", 1927, S. 4/5.
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79] Da6 E agsgese z 79
en Genuß gewäh "1. Ma shall mach hie den Zusammenhang zwi-
schen dem E s en Gossenschen Gese z und dem E agsgese z ganz
deu lich, indem e sch eib : „En sp echende Ve häl nisse we den wi
beim S udium des Gese zes om abnehmenden E age inden: Kapi al
und A bei , welche au ein S ück Land be ei s e wende wo den sind,
können ü die olle En wicklung seine K ä e so unzulänglich sein, daß
ein wei e e Au wand ... eiáen meh als e häl nismäßigen E ag
geben wü de". Mi as denselben A gumen en, die uns zum Beweis de
an änglichen Zunahme de G enze äge üh en, is somi de Nach-
weis de an ängliche^ Zunahme de G enznu zeng ößen e b ach ; de
G enznu zen s eig also und äll dann wiede und en sp ich dami
öllig de G enze agsku e; bei beiden Ku en
—
besonde s abe bei
de G enznu zenku e
—
wi d de au s eigende As seh ku z sein.
Au diese Fes s ellungen wu de on den Ve e e n de G enz-
nu zenschule en gegne , daß es sich hie bei nu um solche winzigen
Mengen handeln könne, die ga nich ins Gewich allen können. Wiede
analog de Beweis üh ung übe die an ängliche Zunahme des G enz-
e ages können wi au Edgewo h e weisen, de nachgewiesen ha ,
daß mi de Wahl zu g oße Dosen de Willkü Tü und To geö ne
is . Wähle man nämlich beim E agsgese z zu g oße Dosen, so we de
man übe all allende E äge bekommen2.
So e gib sich also eine wei gehende En sp echung zwischen dem
Ve lau des G enznu zens und des G enze ages, so daß es eiz , zu
un e suchen, ob hie nich de selbe Ta bes and o lieg . Man kann den
Konsum ions o gang auch als P oduk ions o gang on A bei sk a ,
F eude usw. ode allgemein on Nu zen deu en; de Nu zen wä e dann
de E ag dieses P oduk ions o ganges. Auch H. . S ackelbe g is
de Ansich , daß das E s e Gossensche Gese z „inne halb unse e
Deu ung olls ändig dem Gese z des abnehmenden E ages en sp ich .
Seine unmi elba e Beg ündung is an sich du chaus einleuch end. Je
meh ein Mensch on einem Gu e besi z , des o wenige is e au eine
E höhung diese Gu smenge bedach , des o ge inge is also de zusä z-
liche Nu zen"3. Mi diese Beg ündung en sp ich doch wohl das E s e
Gossensche Gese z dem E agsgese z nu da in, daß de Nu zen eben
auch abnimm , genau wie de E ag; die U sachen de Abnahme sind
abe bei S ackelbe g g und e schieden. Füh man jedoch die Um-
deu ung des Konsum ions o ganges in den P oduk ions o gang wei e ,
so komm man eine En sp echung zum E agsgese z seh iel nähe .
Zu P oduk ion des Nu zens beim Genuß on B o z. B. sind zwei
P oduk ions ak o en nö ig, das B o und de menschliche Kö pe . So-
1 A. Ma shall, a. a. 0. S. 139.
2 Edgewo h, a. a. 0. S. 65.
8 H. . S ackelbe g, „G undzüge de heo e ischen Volkswi scha sleh e", S. 77.
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80 Jü gen Eick [80
o e kenn man, daß dem E s en Gossenschen Gese z dieselbe E schei-
nung wie dem E agsgese z zug unde lieg , nämlich daß de eine P o-
duk ions ak o kons an bleib , de ode die ande en a iabel sind; in
unse em Beispiel is die Kapazi ä des menschlichen Kö pe s de kon-
s an e, die B o menge de a iable Fak o ; das E agsgese z muß wi k-
sam we den: de E ag —hie de Nu zen
—
muß on eine bes imm en
S elle an sinken.
Die Ta sache, daß das E s e Gossensche Gese z nich gil , wenn de
„Cha ak e " des Konsumen en nich kons an bleib , ollende die
Pa allele zum E agsgese z. Genau so wie nämlich das E agsgese z
nu gil , wenn ein Fak o kons an gehal en wi d, genau so gil das
E s e Gossensche Gese z nu , wenn Cha ak e , Geschmack und Bedü -
nisse des Konsumen en als un e ände lich angesehen we den. „Wi
dü en nich annehmen, daß inzwischen i gendeine Ände ung im Cha-
ak e ode im Geschmack des be e enden Menschen einge e en sei. Je
meh gu e Musik man hö , des o g öße en Geschmack wi d man da an
inden; Habsuch und Eh geiz sind o une sä lich; die Tugend de
Saube kei und das Las e des T unkes nehmen beide zu, solange man
sie p leg . Es handel sich hie nich um Ausnahmen on diesen Ge-
se zen, denn bei diesen e s eck sich unse e Beobach ung übe eine
gewisse Zei pe iode, an de en Ende de Mensch ein ande e is als am
An ang"1.
c) Beziehungen des E agsgese zes zu ande en
Gebie en de Wi scha swissenscha en
De allgemeine Cha ak e des E agsgese zes, de seine S ä ke und
Schwäche gleichzei ig is , beding , daß dieses Gese z auße Beziehungen
zu Kos en heo ie und zum E s en Gossenschen Gese z noch manche lei
Ve bindungen zu ande en Gebie en de Wi scha swissenscha en au -
weis , die hie nu am Rande ges ei we den können. So is das E -
agsgese z schon sei de englischen Klassik eng e bunden mi den
Leh en on de G und en e; die Thünensche Theo ie de In ensi ä s-
k eise basie
—
wie gezeig wu de
—
au dem E agsgese z; auße dem
lassen sich Beziehungen zu Angebo ssei e de P eisbildung es s ellen;
auch das P oblem de op imalen Be iebsg öße häng eng mi dem
E agsgese z zusammen, wie Theodo Bes e nachweis 2. Soga in de
Finanzwissenscha lassen sich Beispiele zum E agsgese z inden, so
z. B. in de E kenn nis, daß die E hebungskos en de S eue n wachsen,
wenn die S eue sch aube angezogen wi d.
1 A. Ma shall, a. a. 0. S. 139.
2 Th. Bes e, „Die op imale Be iebsg öße als be iebswi scha liches P oblem",
1933, S. 29: „... denn wenn die op imale Be iebsg öße übe haup einen Sinn haben
soll, so kann es nu de sein, daß de E ag am höchs en is , wenn die op imale
Be iebsg öße e eich is ."
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81] Das E agsgese z 81
IV, Bedeu ung des E agsgese zes
1. Fü Landwi scha und Be gbau
Die Bedeu ung, die das E agsgese z im ä igen Wi scha sleben
ha , is in den einzelnen Wi scha szweigen ech un e schiedlich. Ohne
Zwei el wi k sich das Gese z au die landwi scha liche P oduk ion
am s ä ks en aus, da hie nach Lage de Dinge de Boden egelmäßig
als kons an e Fak o au i und so das E agsgese z asch wi ksam
wi d. Th. B inkmann u eil : „Da alle Ren abili ä s agen de Land-
wi scha abe im G unde genommen nu In ensi ä s agen sind, so
kann man dieses Gese z mi Rech als das Fundamen algese z de Land-
wi scha bezeichnen"1. Die In ensi ä sg enze lieg nach Th. B ink-
mann do , wo G enze ag und G enzau wand sich decken; diese höchs
mode ne Fassung, die be ei s o 22 Jah en e ö en lich wu de, deck
sich ganz mi den be iebswi scha lichen Kalkula ions a schlägen, wo-
nach de Be ieb bei eie Konku enz die Menge zu e zeugen habe,
bei de die G enzkos en gleich dem P eis sind. Auch die Möglichkei en,
das E agsgese z du ch echnische Ve besse ungen und E indungen
au eine höhe e Basis zu schieben, iß in de Landwi scha nu schwe
gegeben. Diese is du ch eine gewisse S a hei de P oduk ions-
bed,ingungen ausgezeichne . Die T adi ion spiel hie eine g oße Rolle;
noch heu e neig de einzelne Baue dazu, seine Felde so zu bes ellen,
wie es schon Va e und G oß a e a en, und nu unge n nimm e
Beleh ungen an, die ihn zu Ve ände ungen seine P oduk ionsweise
üh en sollen. So sind in diesem Be eich de Wi scha beide Vo aus-
se zungen zu Gel ung des E agsgese zes in besonde em Maße ge-
geben, nämlich Kons anz des wesen lichs en P oduk ions ak o s, des
Bodens, und un e ände e P oduk ionsweise.
Diese Behaup ung de g oßen Bedeu ung des E agsgese zes ü
die Landwi scha könn e man ielleich das empi ische Zahlenma e ial
en gegenhal en, wie es in jedem Handbuch zu inden is .
Es wu den e ziel je Hek a dz:
Jah Roggen Weizen Ka o eln
1878 12 14 86
1880 8 13 71
1890 14 80
1900 14 19 126
1913 19 24 157
1924 14 17 132
1928 ' 18 22 145
1932 19 22 163
1935 17 22 152
1936 16 21 168
1939 19,8 23,6 182,2
1 Th. B inkmann, a. a. 0. S. 33.
Schmolle s Jah buch LXIX, 1 6
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82 Jü gen Eick [82
Schein dieses Ma e ial nich unse en E klä ungen zu wide sp echen?
Bei de Ka o el s ellen wi eine unun e b ochene Hek a e agszu-
nahme es on E hebungsjah zu E hebungsjah , und auch bei Roggen
und Weizen nehmen au lange Sich die Hek a e äge s ändig zu. Es
da jedoch nich übe sehen we den, daß es sich hie um eine S eige ung
des Gesam e ages handel ; das E agsgese z s ell abe lediglich
es , daß de E agszuwachs, de G enze ag, on eine gewissen
G enze an abnimm . Daß de absolu e E ag, also de Gesam e ag,
noch s eig , wäh end man sich be ei s im Be eich de E agsdeg ession
be inde , wi d ja ge adezu als ypisch angesehen. Das Zahlenma e ial
gib eben keine Auskun da übe , wie iel Kapi al und A bei au ge-
wende we den muß e, um diese E äge zu e zielen, so daß man hie aus
keine Folge ungen ü das E agsgese z ziehen kann. Auße dem is die
Zunahme de absolu en Hek a e äge neben ges eige e Bebaüungs-
in ensi ä siche auch e besse e P oduk ions echnik, e ag eiche-
en P lanzen, e besse e Düngung usw. zu danken, da de E hebungs-
zei aum ja imme hin 60 Jah e be äg . Ges eige e Hek a e äge aus
solchen G ünden ha en wi abe als eine Vo ausse zung, un e de das
E agsgese z nich gil , ausgeklamme .
Auch ü den Be gbau spiel das E agsgese z eine g oße Rolle,
abe mi dem Un e schied, daß bei de Landwi scha sich die P o-
duk e imme wiede e neue n, beim Be gbau dagegen die P oduk ion
au den Abbau on Gü e n besch änk is , die in Quali ä und Menge
gegeben sind.
Schon J. S . Mill mach e hie zu e ende Aus üh ungen. „Da ein
Be gwe k die aus ihm gewonnene Kohle ode das aus ihm ge ö de e
E z nich e neue , so we den nich nu alle Be gwe ke zule z e -
schöp , sonde n, auch wenn sie noch keine Zeichen on E schöp ung
zeigen, müssen sie doch mi s ändig s eigenden Kos en be ieben we -
den. Schäch e müssen ie e gesenk , Gale ien wei e ge ieben, g öße e
K ä e angewende we den, um sie ei on Wasse zu hal en; das P o-
duk muß aus eine g öße en Tie e he ausgehol ode aus g öße e En -
e nung he beigescha we den. Das Gese z des abnehmenden E ages
inde dahe in einem noch unbesch änk e en Sinne als au die Land-
wi scha Anwendung: abe die en gegens ei ende K a , die de P o-
duk ions e besse ungen, wi k in noch s ä ke em G ade. Be gwe ks-
a bei en sind mechanische Ve besse ungen noch zugängliche als
die Landwi scha "1. Auch Bosenick ha in seinen Un e suchungen
übe den p eußischen S einkohlenbe gbau2 gezeig , daß die Gewin-
nungskos en ce e is pa ibus mi de Schach ie e ode mi de Abnahme
1 J. S . Mill, a. a. 0. S. 284/285.
2 Bosenick, „De S einkohlenbe gbau in P eußen und das Gese z om abnehmen-
den Bodene ag", Zei sch . . d. ges. S aa swissenscha en, E g.-H. 19, 1906.
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83] Das E agsgese z 83
de Mäch igkei de Flöze s eigen; ebenso bes ä ig e die Ta sache de
Kos ensenkung du ch echnische Ve besse ungen.
Daß das E agsgese z im Be gbau s a k wi ksam is , lieg also da an,
daß ein P oduk ions ak o , nämlich de Vo a an Gü e n im Boden,
übliche weise kons an is . Daß bei sich de E schöp ung nähe nden
G uben e s ech sinkende E äge en s ehen, is leich einzusehen, da
dann nämlich de Fak o „Vo a an Gü e n im Boden" nich nu kon-
s an is , sonde n sich s ändig e inge .
2. Bedeu ung des E agsgese zes ü das Gewe be
(Indus ie)
In de Indus ie komm wohl das E agsgese z am wenigs en s a k
zum Zuge, weil es hie am ehes en möglich is , alle eingese z en Fak-
o en gleichmäßig zu e wei e n. Kein P oduk ions ak o is hie so
scha beg enz wie e wa in de Landwi scha de Boden. Auch ü die
Indus ie is zwa de Boden nich unbeg enz e ügba , abe In-
dus iea bei e olg im d eidimensionalen Raum, wäh end die Land-
wi scha au die Boden läche angewiesen is . De Un e nehme kann
bei gegebenem Boden seinen A bei s aum e iel achen, indem e seine
We kanlagen au s ock . Auch die Fak o en Kapi al und A bei s ehen
as imme
—
on K iegszei en de Übe beschä igung abgesehen — in
a iable Menge zu Ve ügung. Jedoch is auch in de Indus ie eine
p opo ionale Ände ung alle Fak o en e ah ungsgemäß seh sel en;
Gebäude, Boden und bes imm e Anlagen sind au ku ze Sich un e -
ände lich. Au länge e Sich hin bes eh jedoch die Möglichkei , alle
Fak o en p opo ional e meh einzuse zen. „Abe auch die Be iebs-
e g öße ung kann nich unbesch änk o gese z we den. Die Unübe -
sich lichkei des Be iebes wü de die Be iebs üh ung schließlich o
Au gaben s ellen, die kaum lösba e scheinen"1. Das E agsgese z
wü de dann wi ksam we den, weil ein P oduk ions ak o , nämlich die
Un e nehme leis ung, kons an bleib . Auch H. Mölle is de Ansich ,
daß „de Fak o Un e nehme leis ung, de du ch die Pe son des Be-
iebslei e s e b ach wi d, nahezu kons an "2 is . Doch soga diese
Fak o is wohl in de Indus ie s eige ungs ähig; man denke an die
A bei s eilung im Vo s and eine Ak iengesellscha , wodu ch zwei el-
los eine Ve meh ung des Fak o s Be iebs üh e leis ung o genommen
wi d.
Das E agsgese z läß sich bekann lich mi jede echnischen ode
o ganisa o ischen E indung hinausschieben und gil dann gleichsam
au eine höhe en Ebene; diese Möglichkei is in de Indus ie in g öß-
1 H. . S ackelbe g, „G undzüge de heo e ischen Volkswi scha sleh e44, S. 32.
35 H. Mölle , a. a. 0. S. 11.
6*
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84 Jü gen Eick [84
em Maße gegeben, weshalb hie das E agsgese z auch nich diese Be-
deu ung gewinnen kann. Wa die Landwi scha adi ionell beding ,
so is die Indus ie du ch die unau hal sam o sch ei ende Technik
bes imm , die ih ein e olu ionä es Gep äge im Sinne Somba s e -
leih . Maschinen, die heu e noch o bildlich sind, gel en mo gen schon
als übe hol und e al e ; P oduk ions e besse ungen sind hie ge adezu
ypisch und Gegens and besonde e Au me ksamkei des Un e nehme s.
3. Bedeu ung des E agsgese zes ü die gesam e
Volkswi scha
Da das E agsgese z am s ä ks en in de Landwi scha he o -
i , geh auch on hie sein Ein luß au die Ges al ung de gesam en
Volkswi scha in besonde em Maße aus. Neben de Menge und de
F uch ba kei des e ügba en Bodens selbs is die Ta sache, daß bei
gegebenem Boden zunächs sinkende E agszuschüsse und schließlich
auch absolu sinkende E äge ein e en, ü den Nah ungsmi elspiel-
aum eine Volkswi scha on g öß e Wich igkei . Wenn sich auch
das Ve häl nis on Be ölke ungszunahme und E agss eige ung nich
in einem so ungüns igen Ve häl nis en wickel ha , wie Mal hus es an-
nahm, so se z das E agsgese z de einzelnen Volkswi scha doch
bes imm e G enzen ü die E zeugung landwi scha liche Gü e und
bes imm das Maß de Abhängigkei on Zu uh en aus ande en Län-
de n und dami die S ellung de be e enden Volkswi scha au dem
Wel ma k e.
Be ach e man eine Gegenübe s ellung de Hek a e äge Deu sch-
lands mi den g oßen Ge eidee zeuge n de Wel wi scha , so äll
au , wie iel meh Doppelzen ne p o Hek a de deu sche Baue dem
Boden ab ing .
E äge p o Hek a ü das Jah 19 3 7 ^
Weizen dz Roggen dz Ka o eln dz Zucke üben dz
Deu schland 22,6 16,6 191,5 344,8
Kanada 4,8 4,1 89,8 201,5
8,1 4,3 — —
Rußland (1936) 8,3 9,1 94,6 185
(De Volls ändigkei wegen sei e wähn , daß die Hek a e äge Dänema ks, de
Niede lande und Belgiens eilweise noch übe denen Deu schlands liegen.)
Man kann es dahe e s ehen, wenn in Ve ö en lichungen alle A
mi einem gewissen S olz au die Leis ungen de deu schen Landwi -
scha hingewiesen wi d; on^ ein ökonomische Sei e jedoch sind gegen
solche Spi zene äge e ns ha e Bedenken zu e heben, denn die Op e ,
1
Hühne s Wel s a is ik, 73. Ausgabe, 1939, S. 196—198.
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