Notwendigkeit und Freiheit im Marxismus
Abstract
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Full text
Schack, He be
A icle
No wendigkei und F eihei im Ma xismus
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Schack, He be (1954) : No wendigkei und F eihei im Ma xismus, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 74, Iss. 4, pp. 1-36,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.74.4.1
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385] 1
No wendigkei und F eihei im Ma xismus
Die ma xis ische Theo ie de Lebensp axis
Von
He be Schack - Be lin
Inhal s e zeichnis : De dialek ische Beg i de Lebensp axis S. 1 —
I. De dialek ische Beg i de Geschich e S. 6: 1. Die his o ische Gese zmäßig-
kei S. 10 — 2. Die Einsich in die No wendigkei S. 14 — II. De dialek ische Be-
g i de e olu ionä en P axis S. 18: 1. Das s a egische Ziel: Die p ole a ische
Dik a u S. 21 — 2. Das ak ische Ziel: P ole a isie e Mach posi ionen S. 27 —
Schluß: Die Unzulänglichkei de ma xis ischen Theo ie de Lebensp axis S. 32.
„Zu wissen, was man will, is schwe " (Hegel). Die Ma xis en
geben o , zu wissen, was sie wollen. Be uh ih Wissen au Wah -
hei , so sind sie denen übe legen, die sich übe sich und ih e Umwel
nich kla sind. We sein Ziel kenn und die Mi el, die zu E -
eichung dieses Zieles no wendig sind, weiß, was e will. Das Wissen
um Ziel und Zweck, um Mi el und Weg abe is Vo ausse zung ü
e olg eiches Handeln. Die im Ma xismus zu einem Sys em e -
bundenen philosophischen, soziologischen, ökonomischen und poli-
ischen Theo ien sollen die O ien ie ungsg undlage ü die P axis
bilden. E üllen sie diese Au gabe, so lieg da in ih e Bewäh ung,
ih e Bewah hei ung. „In de P axis muß de Mensch die Wah hei ,
d. h. die Wi klichkei und Mach , die Diessei igkei seines Denkens
bewäh en. De S ei übe die Wi klichkei ode Nich wi klichkei
eines Denkens, das sich on de P axis isolie , is eine ein scho-
las ische F age." Die Philosophen, sag Ma x wei e in seinen „Thesen
übe Feue bach" (1845), haben ih en Gegens and bishe zu wenig
in de „menschlichen sinnlichen Tä igkei " gesehen. Ih e P oblem-
s ellung is zu abs ak , auch da noch, wo sie sich g undsä zlich (wie
Feue bach) mi dem Menschen und nich mi seine Seele ode seinem
Geis ode seinen Ideen beschä igen. De Mensch muß als ein ä iges
Wesen in seine konk e en gesellscha lichen Si ua ion beg i en
we den. Die menschliche Lebenswi klichkei is gesellscha liche Le-
bensp axis. „Das gesellscha liche Lebe n is wesen lich p ak isch.
Schmolle s Jah budi LXXIV, 4 1
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2 He be Schack [386
Alle Mys e ien, welche die Theo ie zum Mys izismus e lei en, inden
ih e a ionelle Lösung in de menschlichen P axis und im Beg ei en
diese P axis."
Dami die Theo ie de P axis diesen wich igen Füh ungsdiens
e weisen kann, muß sie sich an de Wi klichkei o ien ie en. Theo ie
und Wi klichkei müssen einande en gegenkommen. Die Wi klichkei
u es, indem sie du ch die P axis und de en E o de nisse das Be-
dü nis zu eine ealis ischen Du chdemkung de Ta sachen weck ;
die Theo ie, indem sie de besonde en A de Wi klichkei , d. h. den
konk e en Ve häl nissen a sächliche Lebensp axis ge ech wi d.
„Ganz im Gegensa z zu deu schen Philosophie, welche om Himmel
au die E de he abs eig , wi d hie on de E de zum Himmel ge-
s iegen. D. h. es wi d nich ausgegangen on dem, was die Menschen
sagen, sich einbilden, sich o s ellen, auch nich on den gesag en,
gedach en, eingebilde en, o ges ell en Menschen, um on da aus bei
den leibha igen Menschen anzukommen; es wi d on den wi klich
ä igen Menschen ausgegangen" . . .l Die „wi kliche, posi i e Wissen-
scha " ha also die Bedingungen de p ak isch-gesellscha lichen Be-
ä igung bzw. des „p ak ischen En wicklungsp ozesses de Menschen"
au zuweisen. Dami gib sie de P axis die Möglichkei , sich objek i ,
d. h. an den Ve häl nissen und ih en E o de nissen o ien ie en zu
können. Is die Theo ie ich ig, so kann die ih olgende P axis nich
ehlgehen und sich ebensowenig in den zu E eichung de Ziele
und Zwecke no wendigen Mi eln e g ei en.
Die Me hode, mi de Ma x und die Ma xis en an die Un e -
suchung de gesellscha lichen Lebensp axis he angehen, is die Dia-
lek ik. Wäh end Hegel abe die dialek ische Me hode zu Du ch-
o schung de Geis eswel und e s sekundä zu E o schung de
ealen gesellscha lichen Ve häl nisse anwand e, bedien e sich Ma x
ih e nu in ealwissenscha lichem Sinne. Ma x und Engels en -
wickel en die Dialek ik zu eine „Wissenscha on den allgemeinen
Bewegungs- und En wicklungsgese zen de Na u , de Menschen-
gesellscha und des Denkens". In de dialek ischen Be ach ung e -
scheinen die Dinge und Ve häl nisse, wie sie a sächlich sind: in ih e
inne en Gegensä zlichkei und de dadu ch beding en Ve ände ung
und En wicklung. De zu En wicklung eibende, in de En wicklung
au gehende und wiede au sp ingende Fak o is die (schon on Hegel
in ih e Bedeu ung e kann e) Nega ion. „Jede A on Dingen ha
also ih e eigen ümliche A , so negie zu we den, daß eine En -
wicklung dabei he auskomm , und ebenso jede A on Vo s ellungen
1 Ma x/Engels, Die deu sche Ideologie (1846), Be lin 1953, S. 22.
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387] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 3
und Beg i en2.66 Dialek isch haben die Menschen gedach , lange ehe
sie wuß en, was Dialek ik is . „Das Gese z de Nega ion de Nega-
ion, das sich in de Na u und Geschich e und, bis es einmal e kann
is , auch in unse en Köp en unbewuß ollzieh , is on Hegel zue s
scha o mulie wo den2.66
Die gesellscha liche Lebensp axis dialek isch beg ei en, heiß
also die in ih liegenden gegensä zlichen Momen e und die au die
Lösung diese Gegensä zlichkei zielenden Tendenzen au weisen. Alle
menschliche Tä igkei is Tä igkei eines sich in eine konk e en
Si ua ion be indenden Subjek s. Eine bes imm e Na u und einen
na ü lichen Selbs e hal ungs ieb dieses Subjek s o ausgese z , muß
dieses au die Umgebung und ih e Ve ände ung in eine seine Na u
en sp echenden Weise eagie en. Solches unmi elba eak i e Ve -
hal en is Eigen ümlichkei jedes Lebewesens. De Mensch ha da -
übe hinaus die Fähigkei , die objek i en Ve häl nisse bewuß au zu-
assen und sein Ve hal en nach seine Vo s ellung auszu ich en. In
de Na u geschieh nich s als gewoll e bewuß e Zweck. „Dagegen
in de Geschich e de Gesellscha sind die Handelnden lau e mi
Bewuß sein begab e, mi Übe legung ode Leidenscha handelnde,
au bes imm e Zwecke hina bei ende Menschen; nich s geschieh ohne
bewuß e Absich , ohne gewoll es Ziel3.66 In de menschlichen Lebens-
wi klichkei müssen dahe zwei an sich gegensä zliche Momen e
un e schieden we den: die objek i en Ve häl nisse und das subjek i e
Ve hal en de Menschen. Die Ve häl nisse ände n sich* nach eine
ihnen innewohnenden No wendigkei . Wi beobach en eine unun e -
b ochene Ve ände ung des We dens und Ve gehens, eine im ganzen
o z alle Zu älligkei en und Rückläu igkei ien „ o sch ei ende En -
wicklung46. Au de ande en Sei e abe beobach en wi , daß diese
En wicklung nich on selbs abläu , wie es in de bewuß losen Na u
geschieh . Es sind ja imme Menschen, die die Ve häl nisse so ode
so e s ehen und beg ei en und sie dadu ch in Bewegung b ingen.
Die gesellscha liche Lebensp axis g ünde sich also auch au einen
subjek i en Fak o . „Alles, was die Menschen in Bewegung se z ,
muß du ch ih en Kop hindu ch66 (Engels). In den Köp en de Han-
delnden b auchen sich die Dinge nich no wendig so zu spiegeln, wie
sie sind. Die Ve häl nisse können in ih e A und En wicklung e -
e schieden e s anden we den. Man kann die wi kliche Wel so
au assen, „wie sich selbs einem jeden gib , de ohne o ge aß e
2
F. Engels, He n Eugen Düh ings Umwälzung de Wissenscha („An i-
Düh ing"), Be lin 1953, S. 174/175.
3 Engels, Ludwig Feue bach und de Ausgang de klassischen deu schen
Philosophie, Be lin 1952, S. 46.
1*
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4 He be Schack [388
idealis ische Sch ullen an sie he an i " (Engels), man kann sie sub-
jek i ode objek i in e essie be ach en. Dadu ch jeden alls, daß
de Mensch bewuß seinbegab is , s eh e nich un e dem Zwang de
Ve häl nisse. E ha die Fähigkei , selbs ändig zu denken und zu
handeln. Diese Selbs ändigkei schließ mindes ens die F eihei in
de Wahl de Mi el ü die du ch die Si ua ion ge o de en Ziele
und Zwecke in sich. Da nun die objek i en Ve häl nisse im Bewuß -
sein des Menschen als no wendig e scheinen, begegnen sich in eben
diesem Bewuß sein No wendigkei und F eihei . Das p ak ische Le-
bensbewuß seins üg zusammen, was logisch un e einba e schein .
In de gesellscha lichen Lebensp axis sind No -
wendigkei und F eihei zu einem Ganzen e -
bunden.
Wenn wi die Dinge so ode so e s ehen können, müssen wi nach
Wah hei ode I um agen. Nach ma xis ische Au assung sind
Bewuß seinsinhal e wah , wenn sie den objek i en Ve häl nissen en -
sp echen. Demnach is auch das Handeln ich ig, das den so be-
g i enen No wendigkei en en sp ich . Lassen wi uns in unse en Vo -
s ellungen und Handlungen ausschließlich on subjek i en In e essen
lei en, so ehl uns de Blick ü das Sachliche. Subjek i e In e essen
sind na ü lich nie ganz auszuschal en. Ein objek i es Si ua ions e -
s ändnis is abe nu dann gegeben, wenn das subjek i e In e esse
mi dem In e esse an den si ua ionsbeding en Zielen und Zwecken
übe eins imm . Dies is nu dann de Fall, wenn die Menschen au
G und ih e gesellscha lichen Posi ion und Si ua ion no wendig ein
In e esse an de En wicklung und Ände ung de gesellscha lichen
Ve häl nisse haben. So is ! ein ich iges Si ua ions e s ändnis nu bei
den Gliede n und G uppen de Gesellscha zu suchen, die in olge
ih e bed äng en Exis enz den gesellscha lichen Ve häl nissen gegen-
übe k i isch einges ell sind und du ch ih e g undsä zlich nega i e
Hal ung de eibende Fak o de gesellscha lichen En wicklung
we den. Mi dem „In e esse" an den Ve häl nissen muß sich jedoch
die „E kenn nis" de Fo de ungen e binden, die sich aus den Ve -
häl nissen e geben. Welche En wicklungs endenzen bes ehen? Welche
allgemeinen Gese ze behe schen das Geschehen? In de Geschich e
schein meh ode wenige de Zu all zu wal en. Ve olg doch jede
Mensch seine eigenen Zwecke, „und die Resul an e diese ielen in
e schiedenen Rich ungen agie enden Willen und ih e mannig achen
Einwi kung au die Außenwel is eben Geschich e4". Unendlich
mannig al ig is , was die Indi iduen wollen. „De Wille wi d bes imm
4 F ied ich Engels, Ludwig Feue bach und de Ausgang de klassischen
deu schen Philosophie (1886), Be lin 1952, S. 47.
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389] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 5
du ch Leidenscha ode Übe legung. Abe die Hebel, die wiede die
Leidenscha ode die Übe legung unmi elba bes immen, sind seh
e schiedene A . Teils können es äuße e Gegens ände s-ein, eils
ideelle Bewegg ünde, Eh geiz, ,Begeis e ung ü Wah hei und
Rech 6, pe sönliche Haß ode auch ein indi iduelle Sch ullen alle
A ." Diese indi iduellen Bewegg ünde sind abe ü das Gesam -
e gebnis nu on un e geo dne e Bedeu ung. „Die Zwecke de
Handlungen sind gewoll , abe die Resul a e, die wi klich aus den
Handlungen olgen, sind nich gewoll , ode sowei sie dem gewoll en
Zweck zunächs doch zu en sp echen scheinen, haben sie schließlich
ganz ande e als die gewoll en Folgen." Man muß also agen: „Welche
eibenden K ä e" s ehen hin e den subjek i en Bewegg ünden,
„welche geschich lichen U sachen sind es, die sich in den Köp en
de Handelnden zu solchen Bewegg ünden um o men?5" Die eiben-
den K ä e, die bewuß ode unbewuß („seh häu ig unbewuß ")
hin e den Bewegg ünden de „geschich lich" handelnden Menschen
s ehen, sind wenige die Bewegg ünde Einzelne als die g oße
Massen. „Die eibenden U sachen zu e g ünden, die sich hie in den
Köp en de handelnden Massen und ih e Füh e — de sogenann en
g oßen Männe — als bewuß e Bewegg ünde kla ode unkla , un-
mi elba ode in ideologische , selbs in e himmel e Fo m wide -
spiegeln — das is de einzige Weg, de uns au die Spu de die
Geschich e im ganzen und g oßen wie in den einzelnen Pe ioden und
Lände n behe schenden Gese ze üh en kann6."
Das Bewuß sein objek i e No wendigkei im Gesellscha sleben
muß sich zu einem objek i en Wissen, zu eine sys ema ischen, exak-
en Wissenscha en wickeln. E s wissenscha liche E kenn nis e -
möglich einen um assenden Übe blick übe die Ta sachen und einen
Einblick in den no wendigen Zusammenhang de Dinge. Dadu ch ge-
winn die P axis iel: 1. die Kenn nis de du ch die Ve häl nisse
ge o de en Ziele und 2. die Kenn nis de zu E eichung diese
Ziele no wendigen Mi el und Me hoden. Das Wissen um die No -
wendigkei des Geschehens, um die inne e Logik de gesellscha -
lichen En wicklung üh p ak isch zu Wende alle No .
De Mensch ha die F eihei , die ich igen Ziele und Zwecke zu
suchen und sie zu e wi klichen; alle dings nu ,de 6 Mensch, dessen
In e essen mi den objek i en En wicklungs endenzen und sachlichen
No wendigkei en übe eins imm . F ei is , we sich nach dem No -
wendigen ich e . Somi bes eh zwischen No wendigkei und F eihei
p ak isch kein Gegensa z. „Indem sich de subjek i e Wille des
5 a.a.O.
6 a.a.O., S. 49.
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6 He be Schack [390
Menschen den Gese zen un e wi , e schwinde de Gegensa z F ei-
hei und No wendigkei " (Hegel). Genau in dem Sinne e s ehen
Ma x und Engels die F eihei . „Hegel wa de e s e, de das Ve -
häl nis on F eihei und No wendigkei ich ig da s ell e. Fü ihn is
die F eihei die Einsich in die No wendigkei . . . . Nich in de ge-
äum en Unabhängigkei on den Na u gese zen lieg die F eihei ,
sonde n in de E kenn nis diese Gese ze und in de dami gegebenen
Möglichkei , sie planmäßig zu bes imm en Zwecken wi ken zu lassen."
F eies Denken is danach objek i ich iges Denken, eies Handeln
sachlich ich iges Handeln. „Je eie also das U eil eines Men-
schen in Beziehung au einen bes imm en F agepunk is , mi des o
g öße e No wendigkei wi d de Inhal dieses U eils be-
s imm sein; wäh end die au Unkenn nis be uhende Unsiche hei , die
zwischen ielen e schiedenen und wide sp echenden En scheidungs-
möglichkei en scheinba willkü lich wähl , eben dadu ch ih e Un-
eihei beweis , ih Behe sch sein on dem Gegens ande, den sie
ge ade behe schen soll e7."
Was de Einzelne denk , ha noch keine g oße Bedeu ung. E s
„was iele Köp e ein , mach Masse, mach sich b ei und dami
Pla z in de Wel " (Ludwig Feue bach). „Die Theo ie wi d zu ma e-
iellen Gewal , sobald sie die Massen e g ei . Die Theo ie is ähig,
die Massen zu e g ei en, sobald sie ad hominem demons ie , und
sie demons ie ad hominem, sobald sie adikal wi d. Radikal sein
is die Sache an de Wu zel assen. Die Wu zel ü den Menschen
is abe de Mensch selbs 8." Die Theo ie de gesellscha lichen Le-
bensp axis muß sich dahe zu eine Theo ie de his o ischen Massen-
bewegung, de Massen üh ung und Massenak ion en wickeln. Die
wissenscha liche G undlage de Massen üh ung is die ealdialek-
ische Theo ie de Geschich e.
I. De dialek ische Beg i de Geschich e
„Vo ausse zung alle menschlichen Exis enz" und dami auch des
geschich lichen Lebens is die E zeugung on Gü e n zu Be iedigung
des Lebensbeda s. Die P oduk ion on Gü e n weck den Beda
nach P oduk ionsmi eln. „Diese E zeugung neue Bedü nisse is
die e s e geschich liche Ta 9." Die Menschen müssen, um de a p o-
duzie en zu können, gesellscha lich zusammena bei en. „In de P o-
duk ion wi ken die Menschen nich allein au die Na u , sonde n
7 Engels, „An i-Diih iiig", S. 138.
8 Ma x, Zu K i ik de Hegeischen Rech sphilosophie.
9 Ma x/Engels, Die deu sche Ideologie, S. 25.
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391] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 7
auch au einande . Sie p oduzie en nu , indem sie au eine bes imm e
Weise zusammenwi ken und ih e Tä igkei en gegeneinande aus-
auschen. Um zu p oduzie en, e en sie in bes imm e Beziehungen
und Ve häl nisse zueinande , und nu inne halb diese gesellscha -
lichen Beziehungen und Ve häl nisse inde ih e Einwi kung au die
Na u , inde die P oduk ion s a 10/6 Im o geschich lichen Na u -
zus ände leb e de Mensch noch an de „Nabelschnu des na ü lichen
Ga ungszusammenhanges". Wohl bes and auch schon eine gesell-
scha liche Zusammena bei au de G undlage de A bei sgemein-
scha und A bei s eilung. Allein diese gesellscha lichen Ve häl nisse
wa en u sp üngliche , na u wüchsige A . Die A bei s eilung wa
wesen lich beding du ch die e schiedenen na ü lichen Lebensau -
gaben on Mann und F au, Jede wa Eigen üme de on ihm allein
e e ig en und geb auch en We kzeuge. Was abe gemeinsam ge-
mach wu de, wa gemeinsames Eigen um. So wa en die Gü e mi
dem Menschen und seine A bei e bunden, wa en und blieben ihm
zugehö ig und bilde en ein Elemen seines Lebens.
Die „geschich liche" Gesellscha zeig ein wesen lich ande es Bild.
Die No wendigkei , die ma e ielle Exis enz zu siche n und zu e -
besse n, üh e zu einem neuen Ve häl nis de Menschen un e ein-
ande und zu Na u . Die gesellscha liche Ins i u ion, die diesen
g undlegenden Wandel e zwang, wa das P i a eigen um; dieses im
Sinne eines ausschließlichen Rech es au A bei sp oduk e. De Eigen-
üme b auch e seine Gü e nich meh selbs zu p oduzie en; e
konn e sie du ch Gewal ode A bei szwang ode du ch Tausch an
sich b ingen. A bei und Genuß, P oduk ion und Konsum ion ielen
nun e schiedenen Indi iduen zu; die P oduk ion spezialisie e sich.
Was übe den eigenen Beda p oduzie wu de, wu de ausge ausch .
Dami wu de die Möglichkei zu eine o sch ei enden En wicklung
de gesellscha lichen P oduk i k ä e und zu eine unau hö lichen
Ve meh ung de P oduk e gescha en. Die Menschen und ih e P o-
duk e ände en ih en Cha ak e . „Die e iel ach e P oduk ionsk a ,
die du ch das in de Teilung de A bei beding e Zusammenwi ken
de e schiedenen Indi iduen en s eh , e schein diesen Indi iduen . . .
nich als ih e eigene, e ein e Mach , sonde n als eine emde, auße
ihnen s ehende Gewal , on de sie nich wissen wohe und wohin,
die sie also nich meh behe schen können, die im Gegen eil nun
eine eigen ümliche, om Wollen und Lau en de Menschen unab-
hängige, ja dies Wollen und Lau en e s di igie ende Reihen olge on
Phasen und En wicklungss u en du chläu 11."
10 Ma x, Lohna bei und Kapi al.
11 Ma x/Engels, Die deu sche Ideologie, S. 31.
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8 He be Schack [392
Du ch das P i a eigen um en s anden einande ausschließende
In e essen, eils nach de A des Eigen ums (He deneigen um, G und-
eigen um, Geldeigen um), eils nach Eigen um ode Nich -Eigen um
bzw. Besi z ode Besi zlosigkei . Mi dem P i a eigen um inden wi
dahe auch den In e essengegensa z, den In e essenkon lik , den
Klassenkamp . Klassen sind du ch „Rech sp i ilegien ode auch En -
ech ungen" gekennzeichne e gesellscha liche G uppen. Folge ech
heiß es dahe im Kommunis ischen Mani es : „Die Geschich e alle
bishe igen Gesellscha is die Geschich e on Klassenkämp en."
Ein na ü liche Ausgleich de gegensä zlichen Klassenin e essen
is nich möglich. Ein o ene Kamp de Klassen gegeneinande kann
eilich e mieden we den. E is e mieden wo den „un e de He -
scha eine d i en Mach , die, scheinba übe den wide s ei enden
Klassen s ehend, ih en o enen Kon lik niede d ück e und dem
Klassenkamp höchs ens au ökonomischem Gebie , in sogenann e ge-
se zliche Fo m, sich aus ech en ließ12." Diese d i e, du ch die ge-
sellscha lichen Ve häl nisse no wendig gewo dene Mach is de
S aa . „E is das Einges ändnis, daß diese Gesellscha sich in einen
unlösba en Wide sp uch mi sich selbs e wickel , sich in un e -
söhnliche Gegensä ze gespal en ha , die zu bannen sie ohnmäch ig
is 13." Scheinba s eh de S aa also übe de Gesellscha . Da e
abe „mi en im Kon lik de Klassen" en s eh , is e „in de Regel
S aa de mäch igs en ökonomisch he schenden Klasse, die e -
mi els seine auch poli isch he schende Klasse wi d und so neue
Mi el e wi b zu Niede hal ung und Ausbeu ung de un e d ück en
Klasse14".
Klassen und Klassens aa sind die soziologische E scheinung de
ü die Geschich e cha ak e is ischen wechselsei igen En emdung
de Menschen. Diese begegnen einande nu noch indi ek , du ch
Sachen e mi el , als Eigen üme emde E zeugnisse, als Wa en-
besi ze , Geldbesi ze ode auch als Eigen üme de Wa e A bei s-
k a . Die gesellscha liche A bei s eilung zwing dem Einzelnen eine
bes imm e Tä igkei au . „Dieses Sich es se zen de sozialen Tä igkei ,
diese Konsolida ion unse es eigenen P oduk s zu eine sachlichen
Gewal übe uns, die unse e Kon olle en wächs , unse e E wa un-
gen du chk euz , unse e Be echnungen zunich e mach , is eines de
Haup momen e in de bishe igen geschich lichen En wicklung15."
12 F ied ich Engels, De U sp ung de Familie, des P i a eigen ums und
des S aa s, Be lin 1946, S. 142.
13 a.a.O., S. 143.
14 a.a.O., S. 144/145.
15 Ma x/Engels, Die deu sche Ideologie, S. 30.
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399] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 15
das „mäch ige Mi el de E kenn nis" e hal en, mi Hil e dessen sie
ih e his o ische Au gabe e üllen kann. „Die Leh e on Ma x is
allmäch ig, weil sie ich ig is . Sie is in sich abgeschlossen und ha -
monisch, sie gib den Menschen eine einhei liche Wel anschauung, die
sich mi keine lei Abe glauben, keine lei Reak ion, keine lei Ve eidi-
gung bü ge liche Knech ung e einba en läß . Sie is die ech -
mäßige E bin des Bes en, was die Menschhei im 19. Jah hunde in
Ges al de deu schen Philosophie, de englischen poli ischen Ökono-
mie und des anzösischen Sozialismus gescha en ha 6627.
Wenn heu e dem P ole a ia in E kenn nis und Ta eine „wel -
geschich liche Rolle" zugesch ieben wi d, so geschieh dies keineswegs,
weil die P ole a ie ü Gö e gehal en" we den. „Vielmeh umge-
keh . Weil die Abs ak ion on alle Menschlichkei , selbs on
dem Scheine de Menschlichkei , im ausgebilde en P ole a ia p ak-
isch ollende is , weil in den Lebensbedingungen des P ole a ia s
alle Lebensbedingungen de heu igen Gesellscha in ih e unmensch-
lichs en Spi ze zusammenge aß sind, weil de Mensch in ihm sich
selbs e lo en ha ", is im P ole a ia das „Bewuß sein dieses Ve -
lus es" da und die Möglichkei gegeben, „dies Bewuß sein zu oll-
s ändigen Kla hei he auszubilden"28. Da das P ole a ia dieses Be-
wuß sein de geschich lichen No wendigkei und de du ch die Si u-
a ion beding en Au gaben besi z , is es be ähig , den his o ischen
No wendigkei en en sp echend, objek i ich ig zu handeln. So is es
gleichsam de Agen ode Geschä s üh e des Geschich sp ozesses,
de Beg ünde allgemeinmenschliche F eihei . Indem es die be-
s ehende P i a eigen umso dnung au heb , scha es die ganze bis-
he ige Aneignungsweise ab. „Das P ole a ia ollzieh das U eil,
welches das P i a eigen um du ch die E zeugung des P ole a ia s übe
sich selbs e häng ." „Wenn das P ole a ia sieg , so is es dadu ch
keineswegs zu absolu en Sei e de Gesellscha gewo den, denn es
sieg nu , indem es sich selbs und sein Gegen eil au heb . Alsdann
is ebensowohl das P ole a ia wie sein bedingende Gegensa z, das
P i a eigen um, e schwunden"29.
Kein denkende und p ak isch-poli isch in e essie e Mensch kann
sich dem mäch igen Eind uck de Ma x'schen Geschich skonzep ion
en ziehen. Denn hie inden nich bloß einige his o ische, poli ische
und ökonomische F agen ih e Bean wo ung, hie wi d de Mensch
angesp ochen. Sein Schicksal s eh in F age, zunächs jeden alls das
27 Lenin, „D ei Quellen und d ei Bes and eile des Ma xismus44. Ausgewähl e
We ke, Bd. I, S. 63/64.
28 Ma x/Engels, Die heilige Familie, S. 138.
29 a.a.O., S. 137.
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16 He be Schack [400
Lebensschicksal in de nunmeh zu Ende kommenden Geschich e. Da
is eine de ie s en Gedanken on Ma x die Leh e on de nich
meh zu übe bie enden menschlichen Selbs en emdung, die Leh e
on de He scha de A e ak e, de menschlichen E zeugnisse übe
den Menschen. O o Rühle ha in seine Ma x-Biog aphie den on
Ma x geschilde en „Fe ischcha ak e " de Tauschobjek e in de
kapi alis ischen Wi scha seh anschaulich nachgezeichne : „Die
Wa e eih sich, abgelös om Wollen de Menschen, in eine geheim-
nis olle Rango dnung ein, en wickel ode e weige Aus ausch-
ähigkei , agie nach eigenen Gese zen als Schauspiele au eine
schemenha en Bühne. In den Bö senbe ich en ,s eig 6 Baumwolle,
,s ü z Kup e 6, is Mais ,beleb 6, B aunkohle , lau6, Weizen ,zieh
an6 und Pe oleum ,en wickel Tendenz6. Die Dinge haben sich e -
selbs ändig , nehmen menschliches Geba en an. Und die Menschen
o dnen sich den Dingen un e , lassen sich ih Ve hal en dik ie en,
we den zu Diene n de Wa enwel . Die Wa e ha sich in einen
Gö zen e wandel , de , obwohl E zeugnis menschliche Hand, übe
den Menschen gebie e .66
Kein Zwei el, de Mensch de mode nen Wel ha sich in zuneh-
mendem Maße und G ade in das Ne z seine Objek e e s ick , mögen
dies nun echnische Mi el ode ökonomische und poli ische O gani-
sa ionen und Ins i u ionen sein. Diese En wicklung is ich ig gesehen.
Allein die F age is , ob sie zu gänzlichen Selbs en emdung üh en
„muß66. Muß de Mensch sich e s öllig e lie en, muß e e s Ob-
jek un e Objek en gewo den sein, ehe e on diesem Objek sein
loskomm ? Muß die Geschich e den Weg nehmen, den Ma x gesehen
und o aussehen zu können gemein ha ? Gib die En wicklung de
kapi alis ischen Wi scha den eindeu igen Beweis ü eine „his o-
ische Gese zmäßigkei 66?
De Aussp uch on Engels: „Es komm übe all nich meh da au
an, Zusammenhänge im Kop auszudenken, sonde n sie in den Ta -
sachen zu en decken66, gil na ü lich auch ü die Ma x'sche Ge-
schich sau assung. Sp echen die Ta sachen ü eine de Geschich e
innewohnende Gese zmäßigkei ? Keines alls! Die kapi alis ische
Wi scha z. B. ha in den hunde Jah en, sei Ma x zu seine Ge-
schich sau assung gekommen is , eine so g ündliche Me amo phose
du chgemach , daß wi es ablehnen müssen, die gegenwä ige Fo m
de Ma k wi scha kapi alis isch zu nennen.
Zweck eine p i a kapi alis ischen Un e nehmung is die maximale
Nu zung und Ve we ung des in es ie en Kapi als. Das P i a eigen-
um gib dem P oduzen en das ausschließliche Rech de Ve we ung
seine P oduk ionsmi el. De S aa ha wesen lich die Au gabe,
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401] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 17
dieses Rech zu siche n, im üb igen abe die P lich , sich aus de
Wi scha zu hal en. Diese wi d ih e Funk ion übe lassen. Nach
de Au assung de klassischen libe alen Ökonomen und Poli ike
(mi Ausnahme on Mal hus) muß dann, au lange Sich gesehen, alles
in O dnung kommen. In Wi klichkei kam es wede zu eine Ha -
monie de In e essen noch zu eine Gleichgewich igkei des Ma k es.
Ma x e kann e die Fehle ha igkei des Sys ems. E sah, daß es un e
den gegebenen Vo ausse zungen nich unk ionie en kann. E kenn nis
und P ognose wa en ich ig. Allein die K i ik wa nu sowei ich-
ig, als sie die Ma k wi scha bei eie kapi alis ische Ausnu zung
de P oduk ionsmi el, bei gänzliche Abhängigkei de a omisie en
A bei sk ä e om Kapi al und bei gänzliche En hal ung des S aa es
on sozial- und wi scha spoli ische Ein lußnahme be a . Solche
Ma k wi scha is in de Ta au die Daue nich unk ions ähig. Die
sie agende kapi alis ische Klasse gleich wi klich dem „Hexen-
meis e , de die un e i dischen Gewal en nich meh zu behe schen
e mag, die e he au beschwo en" ha . Pe iodisch sich wiede holende,
imme schwe e e K isen e schü e n die wi scha lichen und poli i-
schen Ve häl nisse. Das alles is im Kommunis ischen Mani es e -
end geschilde . „Wodu ch übe winde die Bou geosie die K isen?
Eine sei s du ch die e zwungene Ve nich ung eine Masse on P o-
duk i k ä en, ande e sei s du ch die E obe ung neue Mä k e und die
g ündliche e Ausbeu ung alle Mä k e. Wodu ch also? Dadu ch, daß
sie allsei ige e und gewal ige e K isen o be ei e und die Mi el,
den K isen o zeubeugen, e minde ."
Wie komm es, daß die ma k wi scha liche En wicklung ande s
e lau en is , als Ma x o ausgesehen und o ausgesag ha ? Die po-
li isch und wi scha lich mach losen A bei nehme haben sich zu
mach ollen Pa eien und Gewe kscha en zusammengeschlossen.
Kleinbaue n, Handwe ke und Händle , die mi dem G oßbe ieb
nich konku ie en können, haben sich du ch genossenscha liche Eini-
gung die Vo eile g oßbe iebliche P oduk ions-, Bezugs- und Absa z-
weise zu e scha en gewuß . Die Wi scha ha sich selbs aus Nö en
und Schwie igkei en gehol en. Auch das Ve häl nis des S aa es zu
Wi scha ha sich wesen lich geände . Geschich e und E ah ung
haben geleh , daß die Ma k wi scha nu au de G undlage eine
zweckmäßigen poli ischen und wi scha spoli ischen O dnung exis ie-
en kann. Ohne s aa liche o dnungspoli ische Maßnahmen, no alls
auch kon ollie ende und egulie ende In e en ionen können die in
de Ma k wi scha au Ausgleich d ängenden Tendenzen (die die
Klassike beobach e ha en) nich zum Zuge kommen. Weil abe
Geschich e und E ah ung dieses leh en und die P axis die en sp e-
Schmolle e Jah budi LXXIV, 4 2
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18 He be Schack [402
chenden Folge ungen gezogen ha , is die wi scha liche En wicklung
on de du ch Ma x bes imm en Linie wesen lich abgewichen. Die
Klassengegensä ze haben »ich nich e ein ach , auch nich e -
schä , die indus ielle Rese ea mee is nich ungemessen gewachsen,
die b ei en Massen sind nich e a m und e elende , die Wi scha
is nich on K ise zu K ise ges ü z , die Bou geosie ha nich ih en
eigenen To eng äbe p oduzie . In allen Indus ies aa en ha de
Wohls and de b ei en Massen zugenommen. Ein P ole a ia im
Sinne eine on allen ma e iellen Mi eln und poli ischen Mach mi eln
en blöß en, un e söhnlichen, un e nehmungs eindlichen, s aa s eind-
lichen, e olu ionä en Klasse gib es hie nich meh . Die A bei e -
scha will keinen Klassenkamp , geschweige denn eine Re olu ion.
Sie will soziale Mißs ände au dem Wege wi scha liche und soziale
Re o men besei igen. Eine zwangsläu ige En wicklung in de Rich-
ung au den gewal samen S u z de „Bou geoisie" und die E ich ung
eine „Dik a u des P ole a ia s" is nich zu e kennen. Ma x und
Engels haben sich au Ta sachen be u en können. Heu e abe sp echen
die Ta sachen gegen sie.
II. De dialek ische Beg i de e olu ionä en P axis
Ma x glaub e, wie Hegel, an die Ve nun in de Geschich e. Die
dialek ische, gegensä zliche, wide sp uchs eiche En wicklung we de
am Ende die Lösung alle Kon lik e und die E üllung des Sinnes
b ingen, au den die menschliche Geschich e angeleg is . Die Wellen
des his o ischen P ozesses agen und eißen die Menschen mi sich
o , bis sie o neuen U e n zu Ruhe kommen. Obwohl de Mensch
die Geschich e mach , e schein e on diese Be ach ung aus doch
nu als ein meh ode wenige sinnen sp echend ungie endes Ele-
men . Wi d die Geschich e als ein beg enz e , ganzhei liche P ozeß
e s anden, so müssen alle p ozessualen Elemen e, die his o ischen
Indi iduen, ganzhei lich de e minie sein, auch wenn sie kein Be-
wuß sein diese De e mina ion haben. Nu wenn die Geschich e im
Ganzen Möglichkei en o en läß , is Raum ü pe sönliche En schei-
dungs eihei . S ehen wi abe nich in jedem Augenblick des Han-
delns, ganz gleich ob es eine his o ische De e mina ion gib ode nich ,
o de F age, wie wi uns en scheiden sollen? Vielleich en decken
wi dahe im ma xis ischen Beg i de e olu ionä en P axis einen
ande en F eihei sbeg i , als wi ihn bishe kennen gele n haben.
We zwischen e schiedenen Möglichkei en zu wählen ha , mag sich
nach Belieben ode Willkü en scheiden. Allein Willkü äch sich
du ch die ih olgende Ve wi ung. F eihei is jeden alls nu in
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403] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 19
O dnung, Maß und Beg enzung möglich. Wohe abe dies Maß neh-
men? Auch hie e weis Ma x au die Geschich e. Die Geschich e
leh , was jeweils ge an we den muß. Sie s ell die Au gaben, in und
mi de en E üllung de Mensch seine F eihei ha ode gewinn . Die
his o ische Ve p lich ung zu solche Au gabene üllung e s eck sich
au jeden Augenblick, in dem de Mensch o Wahl und En scheidung
ges ell wi d. In diesem Augenblick das No wendige nich un, hieße
ja die ganze Reihe de his o isch au gegebenen Ziele und Zwecke e -
ehlen. So is ge ade auch die e olu ionä e P axis de P ü s ein ü
die F eihei , die dem Menschen im Ganzen de Geschich e nu bleib .
Ih Sinn bes eh g undsä zlich da in, das No wendige zu e kennen
und das No wendige zu un.
De Sinn de Geschich e e üll sich nach Ma x e s in eine neuen
O dnung de gesellscha lichen Ve häl nisse. Diese Sinn komm dem
denkenden Menschen jedoch nich als eine ihn e p lich ende Idee
zum Bewuß sein. Die neue menschliche O dnung is ielmeh ein aus
den geschich lichen Ve häl nissen e wachsende Zus and de Gesell-
scha . „De Kommunismus is ü uns nich ein Zus and, de he -
ges ell we den soll, ein Ideal, wonach die Wi klichkei sich zu ich-
en haben wi d. Wi nennen Kommunismus die wi kliche Bewegung,
welche den je zigen Zus and au heb . Die Bedingungen diese Bewe-
gung e geben sich aus de je z bes ehenden Vo ausse zung"30.
Das eigen liche „Reich de F eihei " beginn „e s da, wo das
A bei en, das du ch No und äuße e Zweckmäßigkei bes imm is ,
au hö ". G undsä zlich wi d de Mensch imme mi sachlichen No -
wendigkei en zu un haben. „Wie de Wilde mi de Na u ingen
muß, um seine Bedü nisse zu be iedigen, um sein Leben zu e hal en
und zu ep oduzie en, so muß es de Zi ilisie e, und e muß es in
allen Gesellscha s o men und un e allen möglichen P oduk ions-
weisen. Mi seine En wicklung e wei e sich dieses Reich de Na u -
no wendigkei , weil die Bedü nisse; abe zugleich e wei e n sich die
P oduk i k ä e, die diese be iedigen. Die F eihei in diesem Ge-
bie kann nu da in bes ehen, daß de e gesellscha e e Mensch, die
assoziie en P oduzen en, diesen ih en S o wechsel mi de Na u
a ionell egeln, un e ih e gemeinscha liche Kon olle b ingen, s a
on ihm als on eine blinden Mach behe sch zu we den; ihn mi
dem ge ings en K a au wand und un e den, ih e menschlichen Na u
wü digs en und adäqua es en Bedingungen ollziehen. Abe es bleib
dies imme ein Reich de No wendigkei ." Das „wah e Reich de
F eihei ", wo die menschliche K a en wicklung „sich als Selbs zweck
80 Ma x/Engels, Die deu sche Ideologie, S. 32.
2*
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20 He be Schack [404
gil ", kann „ nu au jenem Reich de No wendigkei als seine Basis
au blühen"31.
Die wi scha liche F eihei in de kün igen „Assozia ion eie
Indi iduen" bes eh also in de He scha und Kon olle übe die
gesellscha lichen Beziehungen und Ve häl nisse. Die Menschen we -
den „He en ih e eigenen Ve gesellscha ung". „Die Gese ze ih es
eigenen gesellscha lichen Tuns, die ihnen bishe als emde, sie be-
he schende Na u gese ze gegenübe s anden, we den dann on den
Menschen mi olle Sachkenn nis angewand und dami behe sch .
Die eigene Ve gesellscha ung de Menschen, die ihnen bishe als on
Na u und Geschich e ok oyie gegenübe s and, wi d je z ih e
eigene eie Ta . Die objek i en, emden Mäch e, die bishe die Ge-
schich e behe sch en, e en un e die Kon olle de Menschen selbs .
E s on da an we den die Menschen ih e Geschich e mi ollem Be-
wuß sein selbs machen, e s on da an we den die on ihnen in Be-
wegung gese z en gesellscha lichen U sachen o wiegend und in s e s
s eigendem Maße auch die on ihnen gewoll en Wi kungen haben. Es
is de Sp ung de Menschhei aus dem Reiche de No wendigkei in
das Reich de F eihei "32.
Nach Hegel o enba die Wel geschich e, „wie de Geis allmäh-
lich zum Bewuß sein komm , es dämme in ihm, e inde Haup -
punk e, am Ende gelang e zum ollen Bewuß sein". Nach Ma x ha
die Geschich e einen ganz menschlichen Sinn. Nach eine im Zuge de
Geschich e e olgenden wachsenden und schließlich une äglich ge-
wo denen Selbs en emdung gewinn de Mensch sich zu ück und
dami die Möglichkei , sich selbs leben zu können. Die Ma x'sche Ge-
schich sau assung äg also zwei ellos humani ä e Züge. De Ma -
xismus is „humani ä e Sozialismus". Man da jedoch nich übe -
sehen, daß diesem „Humanismus" das e hische Momen olls ändig
ehl . F eie Menschlichkei is kein poli ische We gesich spunk ,
kein ideale Rich punk , sonde n ein aus neuen gesellscha lichen Ve -
häl nissen au wachsendes Phänomen33. Diese Sach e hal is p ak-
isch-poli isch höchs bedeu sam. Kann doch das „humanuni", die
eie Menschlichkei , nun nich zu eine ich ungweisenden, no ma-
i en Idee we den. Rich ungweisendes, p ak isch-poli isches maß-
gebendes Ziel is das, was au G und de his o isch gegebenen Ve -
31 M a X, Das Kapi al, Bd. III, S. 874.
32 Engels, „An i-Düh ing", S. 351.
33 Übe die e hische P oblema ik bei Ma x gl. die g ündliche S udie on Rol
Dah endo , Ma x in Pe spek i e, Hanno e 1953. Siehe auch „Ma xismuss udien16
(Bei äge on Bollnow, Fe sche , Wendland u. a.), Sch i en de S udiengemeinscha
de e angel. Akademien, Tübingen 1954.
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405] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 21
häl nisse e olg und ealisie we den muß: die Dik a u des P o-
le a ia s.
1. Das s a egische Ziel: Die p ole a ische
Dik a u
Das his o isch no wendige Ziel des P ole a ia s is , die Mach zu
e ingen. Denn nu un e diese Bedingung können die bes ehenden
Eigen ums e häl nisse adikal besei ig we den. Nu un e diese
Vo ausse zung komm de Klassenkamp zu Ende. Ma x und Engels
wa en in jünge en Jah en übe zeug , daß das P ole a ia nu du ch
eine „o ene Re olu ion", du ch einen „gewal samen S u z de Bou -
geoisie" zu He scha kommen kann. Spä e dis anzie en sie sich
meh und meh on diese Ums u z hese. Die englische, anzösische
und deu sche A bei e bewegung zeig e zu deu lich die En wicklung
zu eine Demok a isie ung de poli ischen Ve häl nisse. F ühe ode
spä e muß en die Massen die Möglichkei e hal en, au legalem Wege
zu Mach zu kommen. Engels emp ahl dahe de A bei e scha (in
seinem le z en Lebensjah , 1895), sich de ihnen gebo enen gese zlichen
Kamp mi el zu bedienen. „Die Geschich e ha . . . uns un ech gegeben,
ha unse e damalige Ansich als eine Illusion en hüll .. . Die Kamp weise
on 1848 is heu e in jede Beziehung e al e ." „Bou geoisie und
Regie ung" „ ü ch en sich heu e wei meh . . . o den E olgen de
Wahl als o denen de Rebellion". Es is eine „I onie de Wel -
geschich e, daß „wi Re olu ionä e", „wi Ums ü zle " „heu e wei
besse mi den gese zlichen Mi eln des Klassenkamp es gedeihen" als
mi gewal samen Ak ionen.
Die sowje ischen Ma xis en keh en zu de u sp ünglichen Au -
assung zu ück, um, zu He scha gelang , (nach de Anweisung des
Kommunis ischen Mani es es) „despo ische Eing i e in das Eigen-
ums ech und in die bü ge lichen P oduk ions e häl nisse" o zuneh-
men und die bü ge liche Gesellscha so dnung „gewal sam au -
zuheben".
Ob nun au legalem ode illegalem Wege e eichba , das Ziel s eh
es . Sollen abe mögliche Zu älligkei en de Bewegung ausgeschlos-
sen we den, so muß die klassenpoli ische Ak ion lang is ig o be-
ei e , übe dach , du chdach , geplan und zielbewuß du chge üh
we den. In de K iegswissenscha bezeichne man die Planung, Vo -
be ei ung und Du ch üh ung de mili ä ischen Ope a ionen au wei e
Sich als S a egie. In gleichem Sinne sp echen wi on eine
klassenpoli ischen S a egie. Sie is de Inbeg i de
Mi el und Maßnahmen zu Planung, Vo be ei ung und Du ch üh ung
de p ole a ischen Mach e g ei ung. Was is zu un, um das ge-
schich lich au gegebene Ziel zu e eichen? Ma x und Engels haben
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22 He be Schack [406
sich mi diese F age jah zehn elang beschä ig . Sie haben ih e K ä e
da an gese z , die A bei e scha poli isch und gewe kscha lich zu
o ganisie en.
Die wich igs e Vo ausse zung ü eine Massenak ion is eine
ak ions ähige G uppe, die Bildung eine Pa ei, die die p ole a ischen
Massen in ih em Kamp zu üh en e s eh . Wa um kann nu die
Pa ei de Kommunis en die Füh e scha übe nehmen? „E s ens,
weil die Pa ei das Sammelbecken de bes en Elemen e de A bei e -
klasse is , die mi den pa eilosen O ganisa ionen des P ole a ia s
unmi elba e bunden sind und diese seh o lei en; zwei ens, weil
die Pa ei, als Sammelbecken de Bes en de A bei e klasse, die bes e
Schule zu He anbildung on Füh e n de A bei e klasse is , die
ähig sind, die O ganisa ionen ih e Klasse in allen ih en Fo men zu
lei en; d i ens, weil die Pa ei, als die bes e Schule on Füh e n de
A bei e klasse, dank ih e E ah ung und Au o i ä die einzige O ga-
nisa ion bilde , die ähig is , die Lei ung des Kamp es des P ole a ia s
zu zen alisie en und au diese Weise alle wie imme gea e en pa -
eilosen O ganisa ionen de A bei e klasse in Hil so gane und T ans-
missions iemen zu e wandeln, die sie mi de Klasse e binden. Die
Pa ei is die höchs e Fo m de Klasseno ganisa ion des P ole ia s"34.
Die e olu ionä e Pa ei muß o allem dahin s eben, „die Meh -
hei in den Vo upps de e olu ionä en Klassen und im Lande" zu
gewinnen. „Mi de A an ga de allein kann man nich siegen. Die
A an ga de allein in den en scheidenden Kamp we en, solange die
ganze Klasse, solange die b ei en Massen nich eine Posi ion einge-
nommen haben, wo sie die A an ga de en wede di ek un e s ü zen
ode wenigs ens wohlwollende Neu ali ä ih gegenübe üben und
eine öllige Un eihei , ih en Gegne zu un e s ü zen, an den Tag
geleg haben, wä e nich nu eine Dummhei , sonde n auch ein Ve -
b echen. Dami abe wi klich die ganze Klasse, dami wi klich die
b ei en Massen de We k ä igen und om Kapi al un e d ück en zu
diese Posi ion gelangen, dazu is P opaganda allein, Agi a ion allein
zu wenig. Dazu beda es de eigenen poli ischen E ah ung diese
Massen"35.
Seh beg ei lich, daß ge ade Lenin und S alin die p ak isch-
poli ischen P obleme de Massen üh ung g ündlich un e such haben.
Lenin ha be ei s in seinem 1902 e schienenen Buch „Was un?" die
F agen de klassenpoli ischen S a egie und Tak ik um assende e -
ö e , als es bis daliin geschehen wa . Damals wand e e sich o
34 J. W. S alin, Übe die G undlagen des Leninismus (in Band 6 de deu -
schen Ausgabe, Be lin 1952, S. 157).
35 Lenin, Ausgewähl e We ke, Bd. II, S. 737.
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407] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 23
allem gegen die pseudo-ma xis ische Leh e on de Klassen-Mechanik
bzw. de „Spon anei ä de A bei e bewegung". Wu de doch du ch
solche mechanis ische Denkweise ein a alis isches Momen in die p o-
le a ische Bewegung ge agen. De „Ökonomismus" un e schä z die
ak i e Rolle des bewuß ä igen, handelnden Menschen in de Ge-
schich e. Dami e binde sich eine Un e schä zung des ideologischen
Übe baues, insbesonde e dei Wissenscha . E s die Kenn nis de
g oßen Linie de geschich lichen En wicklung und das Wissen um die
geschich lich no wendigen Au gaben bie e die G undlage ü einen
me hodisch, zielbewuß , planmäßig ge üh en Kamp .
Die „E ziehung zu e olu ionä en Ak i i ä de Massen" e olg
mi den Mi eln de P opaganda und de Agi a ion. Im Vo de g und
diese Au gabe s eh die „O ganisie ung allsei ige poli ische En -
hüllungen". „Ande s als du ch diese En hüllungen kann das poli ische
Bewuß sein und die e olu ionä e Ak i i ä de Massen nich ge-
schul we den." „Das Bewuß sein de A bei e massen kann kein
wah ha es Klassenbewuß sein sein, wenn die A bei e nich an kon-
k e en und auße dem unbeding b ennenden (ak uellen) poli ischen
Ta sachen und E eignissen le nen, jede de üb igen Klassen de Ge-
sellscha in allen E scheinungen des in ellek uellen, mo alischen und
poli ischen Lebens diese Klassen zu beobach en; wenn sie es nich
le nen, die ma e ialis ische Analyse und ma e ialis ische Beu eilung
alle Sei en de Tä igkei und des Lebens alle Klassen, Schich en und
G uppen de Be ölke ung in de P axis anzuwenden." De o gani-
sie e A bei e „muß die Schlagwo e und alle Sophis e eien kennen,
un e denen jede Klasse und jede Schich ih e egois ischen Neigungen
und ih wah es ,Inne e6 zu e be gen such , muß sich da in ausken-
nen, welche Ins i u ionen und welche Gese ze diese ode jene In e -
essen zum Ausd uck b ingen und in welche Weise sie es un"36.
Die Ma x'sche Ideologienleh e wi d so zu eine scha en Wa e
im Kamp um die p ole a ische Dik a u . Um abe dem Gegne ein
e älsch es Bewuß sein ode e keh es Denken bzw. alsche Be-
wuß seinsinhal e nachweisen zu können, muß man selbs den ich-
igen S andpunk einnehmen. Dazu is es nach Lenin nich e o de -
lich, de Klasse des P ole a ia s on Gebu anzugehö en. Geschich e
und E ah ung leh en, daß sich das poli ische Klassenbewuß sein de
A bei e nich on innen he aus en wickel . „Das poli ische Klassen-
bewuß sein kann in den A bei e nu on außen hineinge agen we -
den, d. h. aus einem Be eich auße halb des ökonomischen Kamp es,
auße halb de Sphä e de Beziehungen zwischen A bei e n und Un e -
88 L e n i n, „Was un?", Be lin 1951, S. 106/107.
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24 He be Schack [408
nehme n. Das Gebie , aus dem allein dieses Wissen geschöp we den
kann, is das Gebie de Beziehungen alle Klassen und Schich en zum
S aa und zu Regie ung, das Gebie de Wechselbeziehungen zwi-
schen säm lichen Klassen"37. Ganz im Sinne on Ma x bleib das
ich ige Denken an eine bes imm e Exis enzweise gebunden. Allein
es is nach leninis ische Au assung nich die p ole a ische Exis enz,
die die Basis objek i ich igen U eilens bilde , sonde n eine Exis enz-
weise, in de die Beziehungen alle Klassen in ih em Wide s ei
e leb we den.
Weil nu die E kenn nis de his o isch no wendigen Au gaben eine
zielbewuß e Poli ik e möglich , muß heo e ische Ze ah enhei sowie
jede Minde ung des heo e ischen Ni eaus en gegengea bei e we -
den. „Es wi d namen lich die P lich de Füh e sein, sich übe alle
heo e ischen F agen meh und meh au zuklä en, sich meh und
meh on dem Ein luß übe kommene , de al en Wel anschauung an-
gehö ige Ph asen zu be eien und s e s im Auge zu behal en, daß
de Sozialismus, sei dem e eine Wissenscha gewo den, auch wie
eine Wissenscha be ieben, d. h. s udie we den will. Es wi d da -
au ankommen, die so gewonnene, imme meh geklä e Einsich
un e den A bei e massen mi ges eige em Ei e zu e b ei en, die
O ganisa ion de Pa ei wie de Gewe ksgenossenscha en imme
es e zusammenzuschließen"38.
Nächs Lenin ha auch S alin, ielleich in noch s ä ke em
G ade, die Bedeu ung de Wissenscha bzw. des wissenscha lichen
Sozialismus ü Poli ik und P axis be on . Die p ak isch-poli ische
Rolle de Ideen und Theo ien, die den o sch i lichen K ä en de
Gesellscha geis igen Ausd uck geben, bes eh da in, „daß sie die
En wicklung de Gesellscha , ih e Vo wä sbewegung e leich e n".
„Neue gesellscha liche Ideen und Theo ien en s ehen e s , nachdem
die En wicklung des ma e iellen Lebens de Gesellscha diese o
neue Au gaben ges ell ha . Abe nachdem sie en s anden sind, we -
den sie zu eine höchs bedeu enden K a " . . . „En s anden au de
Basis de neuen Au gaben, welche die En wicklung des ma e iellen
Lebens de Gesellscha s ell , bahnen sich die neuen gesellscha lichen
Ideen und Theo ien den Weg, we den sie zum Gemeingu de Volks-
massen, mobilisie en diese, o ganisie en sie gegen die ablebenden
K ä e de Gesellscha und e leich e n au diese Weise den S u z de
ablebenden K ä e de Gesellscha , die die En wicklung des ma e-
iellen Lebens de Gesellscha hemmen"39.
37 Lenin, a.a.O., S. 117.
38 a.a.O., S. 62.
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415] No wendigkei un>d F eihei im Ma xismus 31
s ell e Au gabe in diese ode jene Weise zu e üllen. Läß e es
alle dings an d«e no wendigen So g al ehlen, so kann de Be ieb
nich unk ionie en. „Es is kla , daß bei dem Fehlen pe sönliche
Ve an wo lichkei keine Rede sein kann on eine einige maßen be-
deu enden S eige ung de A bei sp oduk i i ä ., on eine Ve besse-
ung de Quali ä de E zeugnisse, on eine behu samen Behandlung
de Maschinen, de We kbänke und We kzeuge"55. „Bei den heu igen
Riesenausmaßen de P oduk ion und dem Bes ehen on Riesenbe ie-
ben is das Fehlen pe sönliche Ve an wo lichkei ü die Indus ie
eine Geißel, die alle unse e P oduk ions- und O ganisa ionse ungen-
scha en in den Be ieben ge äh de "56. Man wü de sich abe seh
i en, wenn Pa ei üh e e wa glaub en, das Fehlen pe sönliche Ve -
an wo lichkei ließe sich du ch Reden und Beschwö ungen aus de
P axis aus eiben. „Nein, on selbs : wi d diese Zus and nie e -
schwinden. Nu wi allein können und müssen mi ihm Schluß machen,
denn wi allesam s ehen an de Mach , und wi allesam sind e an -
wo lich ü alles, auch ü das Fehlen pe sönliche Ve an wo lich-
kei ." „Um dieses Übel loszuwe den, muß man die A bei au neue
A o ganisie en, muß man die K ä e so e eilen, daß jede A bei e -
g uppe ü ih e A bei , ü die Maschinen, ü die We kbänke, ü die
Quali ä de A bei e an wo lich is ." Dazu is es wiede no wendig,
daß alle, om Füh e bis zum le z en A bei e , „die neuen Ve häl -
nisse beg ei en, die neuen En wicklungsbedingungen konk e s udie-
en und ih e A bei gemäß den E o de nissen de neuen Ve häl -
nisse ums ellen." Planung und Realisie ung des Planes is eine
p ak isch-poli ische Au gabe, de die „lebendige und p ak ische
Tä igkei on Millionen Menschen" gewidme is . Soll sich die
Realisie ung de mannig achen poli ischen und ökonomischen Au -
gaben, die sich mi und nach de Mach e g ei ung du ch das P o-
le a ia e geben, nich in den „scha en Fo men eines Dik a o en-
ums" ollziehen, dann muß die E kenn nis de No wendigkei jene
Ziele und Zwecke Gemeingu alle we den, insbesonde e de jungen
Gene a ion. Dahe muß ge ade die Jugend im Bewuß sein de kom-
munis ischen Au gaben geschul we den. „Ih s eh o de Au gabe
des Au baues", sag e Lenin (am 2. Ok obe 1920) den Delegie en
de kommunis ischen Jugend e bände, „ih könn diese Au gabe nu
lösen, wenn ih euch das ganze mode ne Wissen angeeigne hab ,
wenn ih e s eh , den Kommunismus aus e igen, auswendig gele n-
en Fo meln, Ra schlägen, Rezep en, Vo sch i en und P og ammen
55 S alin, Neue Ve häl nisse — neue Au gaben des wi scha lichen Au -
baus, Rede om 23. 6. 1931.
58 a.a.O.
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32 He be Schack [416
zu e was Lebendigem zu machen, das eu e unmi elba e A bei zu-
sammen aß , wenn ih e s eh , den Kommunismus zum Lei aden
ü eu e p ak ische A bei zu machen."
*
Es is o so schwe , ich ig zu u eilen und ich ig zu handeln,
weil wi Menschen in e schiedenen, sich du chk euzenden O dnungen
leben und die e schiedenen Fo de ungen diese O dnungen um un-
se e selbs willen zu beach en haben. Ein ach e scheinen Wahl und
En scheidung nu demjenigen, de die Dinge e ein ach sieh . Ma x
ha in solch e ein ach en Beg i en gedach , gehandel und poli isie .
Ich denke hie nich an die allzu e ein achende Gesellscha s-
leh e, nich an die Zwei eilung de Klassen, auch nich an die Sche-
ma isie ung de Geschich e. De wesen lichs en Ve ein achung is de
Mensch selbs anheimge allen. De Ma xismus is das Wel bild des
au s«eine Na u zu ückgewo enen Menschen. Das ma xis ische
Menschenbild is un olls ändig. Dahe muß auch die Theo ie, in de en
Mi elpunk de Mensch s eh , unzulänglich sein.
De Ma xismus will „die" Theo ie de gesellscha lichen Lebens-
p axis sein. E beg ünde diesen Ansp uch du ch eine Analyse de
gesellscha lichen Lebenswi klichkei , des Geschich sp ozesses und de
Wi scha sen wicklung. Die sozialwissenscha liche Analyse üh zu
En deckung eine dialek ischen und gleichzei ig ziels ebigen En -
wicklung. Dami gib die Wissenscha de P axis nich nu die his o-
isch no wendigen Ziele zu e kennen, sonde n auch die Mi el, die zu
E eichung diese Ziele eingese z we den müssen. Übe dem Ende
de Geschich e lieg be ei s die Mo gen ö e eine neuen Gesellscha .
Diese wi d nich meh du ch In e essengegensä z.e und Klassenkämp e
beweg und e schü e sein. In dem noch nich abgelau enen Äon
haben die Menschen ih Leben mi dem P i a eigen um e bunden
und sich dadu ch gleichsam an Ke en geleg . So is die ganze bis-
he ige Geschich e eine Geschich e sachlich-menschliche Ve ke ung.
Allein die Geschich e leh , daß diese Ke en nich unze eißba sind.
Nehmen die Lebens e häl nisse au G und de P i a eigen umso d-
nung mi de Zei eine Fo m an, die de Na u des Menschen adikal
wide sp ich , so we den sie du ch die ebellie ende gesellscha liche
K a gesp eng . Das P ole a ia e äh die Un eihei an Leib und
Leben und wi d du ch diese Lebense ah ung zu e olu ionä en und
da um o sch ei enden Klasse. Es wi d de Schöp e neue gesell-
scha liche Ve häl nisse, aus denen sich ein neues Menschen um e -
heben wi d. Mi den neuen Ve häl nissen we den F iede, F eihei
und Ge ech igkei zu Wi klichkei we den.
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417] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 33
Lenin wa in de e wähn en Rede an die Jugend die F age au ,
wo au wohl die Anziehungsk a des Ma xismus be uhe. „Wenn ih
die F age s ell , weshalb die Leh en on Ma x die He zen on Millio-
nen und Abe millionen de e olu ionä s en Klasse e g ei en konn e,
so kann es da au nu eine An wo geben: das wa deshalb möglich,
weil Ma x sich au das es e Fundamen des menschlichen Wissens
s ü z e, das un e dem Kapi alismus e ungen wo den wa ; indem
Ma x die En wicklungsgese ze de menschlichen Gesellscha e -
o sch e, e kann e e die Un e meidlichkei de En wicklung des
Kapi alismus zum Kommunismus und, was die Haup sache is , e
e b ach e den Beweis da ü allein au G und des exak es en, g ünd-
lichs en und ie s en S udiums diese kapi alis ischen Gesellscha ,
dank de ölligen Behe schung alles dessen, was die ühe e Wissen-
scha gegeben ha e." Nun, die wissenscha liche Fundie ung dü e
nu eine Anziehungsk a ü die In ellek uellen in de Masse aus-
üben. Die Massen allgemein abe sind in e essie an dem Bild de
Zukun sgesellscha . Sie sind aszinie on de kommenden O d-
nung in F iede, F eihei und Ge ech igkei . In diese Aussich lieg
die eigen liche Anziehungsk a des Ma xismus. Da aus schöp en die
Bed äng en und Bed ück en, A men und Elenden in alle Wel heu e
meh denn je ih e Ho nung.
Es bes eh kein Zwei el: Solange es gesellscha liche Un eihei ,
Rech losigkei , En ech ung, Un e d ückung und Ausbeu ung gib ,
behäl de Ma xismus seine Anziehungsk a au die Massen. Da um
schein es nu konsequen , wenn seine Gegne heu e danach ach en,
unhal ba en gesellscha lichen Ve häl nissen, wo imme sie ange o en
we den, ein Ende zu be ei en. So sind besonde s die Ve einig en S aa-
en bes eb , in den noch unen wickel en Gebie en de E de geo d-
ne e, siche e ma e ielle Lebens e häl nisse zu scha en. So scheinen
sich Anhänge wie Gegne des Ma ximus au eine gemeinsamen
Pla o m zu e en. S alin ha e einmal einem ame ikanischen Repo -
e gesag : „Wi haben diese Gesellscha nich e ich e , um die F ei-
hei zu beein äch igen . . . Wi kliche F eihei gib es nu do , wo
es keine En ech ung und kein Elend gib ." De Nach olge S alins
bemüh sich, die P oduk ion in wei s ä ke em Maße als bishe au
den Konsum auszu ich en und den Massenbeda eichliche , eich-
hal ige und besse zu be iedigen. Da nun die wes liche Wel on dem
gleichen Bes eben e üll is , so schein sich de Gegensa z zwischen
Wes und Os au eine F age de Me hode zu eduzie en, wie man
jenen gemeinsamen Zweck am bes en e eichen kann. De Ma xismus
e schein dann als eine au kollek i e Wi scha splanung hin zielende
Leh e, wäh end die Au assung de Gegne g undsä zlich au eine
Schmollen Jah buch LXXIV, 4 3
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34 He be Schack [418
Theo ie de un e nehmungsmäßigen Ma k wi scha ode de ma k -
o ien ie en Un e nehme wi scha hinausläu . Allein we so denk ,
wü de die Dinge seh e ein achen und den Gegensa z de ma xis i-
schen und nich ma xis ischen Lehensau assung baga ellisie en.
Ma x ha insowei ech , als die gesellscha lichen Lebens e häl -
nisse den Menschen en wü digen können und a sächlich auch en -
wü dig haben. E ha auch ech insowei , als menschliche „A e-
ak e", Sachen und Ins i u ionen, Mach übe ih en Schöp e ge-
winnen können und a sächlich auch gewonnein haben. E ha schließ-
lich insowei ech , als die menschliche Gesellscha wiede und wiede
du ch In e essengegensä ze und In e essenkon lik e au ge issen und
ze spal en wo den is und wi d. Ma x ha abe nich ech , wenn e
das P i a eigen um als die U sache menschliche In e essenkon lik e
und Un eihei , dagegen das Gemeineigen um als die Bedingung
menschliche Be iedung und F eihei ansieh . Im „Reich de F ei-
hei " habe de Mensch die Möglichkei , oll und ganz de eigenen
Na u , den eigenen Bedü nissen leben zu können. Soga die dem
P ole a ia e haß e A bei sei in de kommunis ischen Gesellscha s-
o dnung „das e s e Lebensbedü nis".
Ma x ha das Ve diens , die allgemeine Au me ksamkei au die
O dnung de äuße en gesellscha lichen Lebens e häl nisse gelenk
zu haben. Dadu ch ha e das Bewuß sein de in soziale und wi -
scha liche Abhängigkei be indlichen Massen geweck und den Weg
zu poli ischen, sozial- und wi scha spoli ischen Selbs hil e gebahn .
E ha de wissenscha lichen En wicklung auße o den liche Impulse
gegeben. Schließlich ha e zu eine wesen lich ande en Eins ellung
des S aa es gegenübe de Wi scha beige agen. So is de Name
Ma x aus de Sozial- und Wi scha sgeschich e de le z en hunde
Jah e nich wegzudenken. Da übe dü en jedoch die g undsä zlichen
I üme nich übe sehen we den, zumal ge ade diese p ak isch-poli-
isch bedeu sam gewo den sind.
Ma x übe schä z e die soziale Bedeu ung de Eigen ums o m. E
mein e, daß mi de Au hebung des P i a eigen ums an P oduk ions-
mi eln auch das In e esse an Besi z, an P o i , an de Ausbeu ung
ande e Menschen schwinden wü de. Du ch das P i a eigen um seien
die Menschen oneinande isolie , seien einande en emde . Mi de
Besei igung des P i a eigen ums müß en sich dahe die wechsel-
sei igen menschlichen Beziehungen on G und aus wandeln. De
Mensch wü de sich un e den neuen Ve häl nissen wiede inden und
sich in seine na ü lichen Einhei und Ganzhei en wickeln.
De on Ma x behaup e e no wendige Zusammenhang zwischen
P i a eigen um und P i a in e esse, zwischen Gemeineigen um und
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419] No wendigkei und F eihei im Ma xismus 35
Gemein in e esse bes eh jedoch keines alls. De P i a eigen üme
kann gemeinnü zig, de Teilhabe an Gemeineigen um abe eigen-
nü zig denken und handeln. Die E ah ung zeig , daß auch au de
G undlage des Gemeineigen ums Habsuch und He schsuch gedeihen
und daß de Mensch hie e s ech zum Funk ionä anonyme Mäch e
we den kann. Wie de Mensch sich e häl , häng also keineswegs
allein on den äuße en Ve häl nissen ab, sonde n g undsä zlich on
seine Gesinnung. Die Gesinnung abe is nich nu du ch die In e -
essen gekennzeichne , die de Mensch an den Dingen und an sich
selbs nimm , sonde n auch du ch die A , wie e sich, unabhängig
on den si ua ionsbeding en In e essen, in gu em ode bösem, ge ech-
em ode unge ech em Sinne en scheide . Von diese pe sönlichen
En scheidungs eihei is bei Ma x und den Ma xis en keine Rede.
Ma x kenn nu die na ü liche und die a ionale Lebenso dnung.
Nachdem de Mensch die Geschich e de a ionalen Lebenso dnung
in zunehmende Selbs en emdung du chlau en ha , keh e au
eine höhe en S u e zu sich selbs und dem Einklang mi de Na u
zu ück. So is de „ o ale Mensch" de kommunis ischen Gesellscha s-
o dnung de sich allsei ig na ü lich en wickelnde und o bildende
Mensch. Diese Mensch is sich Selbs zweck.
Dieses Menschenbild is allzu ein ach. De Mensch leb nich nu
in „eine " Lebenso dnung, sonde n in meh e en, einande sich übe -
schneidenden und du chk euzenden O dnungen. Ma x ha e keinen
Beg i on de pe sonalen Lebenso dnung und noch wenige on de
Gewissenso dnung mi ih en no ma i en Ve p lich ungen37. Weil ihm
diese O dnungen emd wa en, wa ihm auch de Beg i de eigen -
lichen, pe sönlichen F eihei emd. F eihei is im ma xis ischen
Sinne imme nu Bewuß sein des No wendigen und Diens am No -
wendigen, niemals abe die Möglichkei selbs e an wo liche Wahl
und En scheidung. Im Diens am No wendigen und ü das No wen-
dige abe gib sich de Mensch schließlich selbs hin und wi d zum
Funk ionä „heiligen Müssens". Soll sich abe schließlich nich doch
übe dem „Reich de No wendigkei " das „wah e Reich de F ei-
hei " wölben? Das is jedoch eine du ch nich s ge ech e ig e U opie,
wenn sich de Mensch de Zukun nu im Einklang mi seine Na u
wiede inde . Denn in diese na ü lichen O dnung bleib ihm keine
Wahl, als sein Leben nach den na ü lichen No wendigkei en auszu-
ich en. „F eihei bes eh nu , wo zwei Reiche au einande s oßen, wo
zwei A en de Bes immung mi einande ingen" (Nicolai Ha mann).
Ma x und die Ma xis en kennen nu das Reich de ealen In e essen
57 Vgl. hie zu meinen Au sa z „Wi scha s eihei in den G und o men mensch-
liche Selbs behaup ung", Schmolle s Jah buch, 1952 (72. Jah g. S. 513 .).
3*
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36 He be Schack [420
und ealen No wendigkei en. Gewiß geh es ihnen um den Menschen.
Allein es is nich de ganze Mensch mi seine Ve p lich ung zu ideale
Menschlichkei .
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