scieee Open visual document viewer

Europäische Integration

Gumpert, Julius

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Full text

Gumpe , Julius A icle Eu opäische In eg a ion Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Gumpe , Julius (1955) : Eu opäische In eg a ion, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 75, Iss. 5, pp. 65-102, h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290834 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ 577] 65 Eu opäische In eg a ion Von Julius Gumpe - Be lin Inhal s e zeichnis: I. Zum Beg i „In eg a ion" S. 65 — II. Die S aa en als T äge de En wicklung und die allgemeine Tendenz zu Kon inen alunion S. 66 — III. Die In eg a ion Eu opas als o d ingliche Au gabe eine kon- s uk i en übe na ionalen Poli ik: 1. Die libe alis ische Va ian e S. 71 — 2. De sozialis ische Plan S. 74 — 3. Das Ve häl nis on Poli ik und Wi scha als G undp oblem S. 77 — 4. Ke neu opa als K is allisa ionszen um S. 84 — IV. Allgemeine und poli ische G undsä ze S. 97 Alles Neue, das zum We den d äng , p leg on eine Hochs immung beglei e zu sein, die jedoch au sozialem Gebie nich unabhängig on den geschich lichen No wendigkei en, de „He e ogonie de Zwecke", wie man umsch eibend sag 1, o häl . Es is unschwe zu e kennen, daß hie de ie e e G und lieg , weshalb de an ängliche „Eu opa-Op imis- mus", wie es je z und besonde s sei dem Schei e n de EVG heiß , einem noch imme zunehmenden Pessimismus gewichen is , de als die na ü liche Gegen eak ion selbs die schon gescha enen Gemeinscha s- ein ich ungen in Zwei el zieh . Es dü e dahe , o z eine kaum meh zu übe sehenden Li e a u , angeb ach und an de Zei sein, beides au Be ech igung und Wah hei sgehal hin zu un e suchen. I. Zum Beg i „In eg a ion" In eg a ion, um bei dem Wo zu beginnen, das sich, wie imme , wo Beg i e ehlen, wiede um zu ech en Zei einges ell ha , bezeichne seine sp achlichen He kun nach einen Vo gang allgemeine Na u , nämlich den de Ve ollkommnung ode Ve einhei lichung, so daß e in beinahe allen Wissenscha en, on de Ma hema ik bis zu Philo- sophie Anwendung inde . Auch in de Soziologie, on de hie gehan- del we den soll, is e nich meh ganz so neu, wie die Diskussion den Anschein e weck . Be ei s o de Jah hunde wende, als mi dem Ein- 1 Nach Wilh. Wund . Schmolle s Jah buch LXXV, 5 5 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 66 Julius Gumpe [578 i in das ökonomische Wel zei al e das P oblem de In eg a ion un e de S ei age „Na ionalwi scha — Wel wi scha " die Geis e e eg e, wu de de Beg i on A. Schä le2 als „Ve gesellscha ung" de inie . Und in diesem wei en Sinne wu de e e einzel auch spä e in den e schiedens en Fo men eine „Ve lech ung" ode „Ve schmel- zung" au kul u ellem, sozialem, wi scha lichem und poli ischem Ge- bie e wende . E s nach 1945, genau gesag , mi de En s ehung des „Os -Wes -Kon lik " ode , allgemeine gesp ochen, mi dem e neu en Au e en des his o ischen Fak o s de „außenpoli ischen Bed ohung"3, gewinn e eine besonde e Bedeu ung, nämlich die on „Übe na iona- li ä ". Ein Ausd uck ü eine bes imm e A on „Ve gesellscha ung", die da um nich wenige s i ig is , jedoch ge ade diese o bes ehen- den Vieldeu igkei wegen nich wenig zu „In e na ionali ä " des Be- g i s de In eg a ion (in ég a ion, in ég a ion, in eg azione, in eg a ie usw.) beige agen ha . Fü unse e Un e suchung, die haup sächlich de p ak ischen Poli- ik dienen will, genüg es, wenn wi die „In eg a ion" als Inbeg i alle poli ischen, wi scha lichen und sozialen Maßnahmen kennzeich- nen, die den übe na ionalen Zusammenschluß zum Ziele haben4. Im üb igen assen wi das P oblem selbs am bes en und siche s en his o- isch, da die eu opäische und dami die sei he ige Wel geschich e einen einzigen, nich allein kul u ellen, sonde n auch sozialen und da - übe hinausgehend poli ischen In eg a ionsp ozeß da s ell . II. Die S aa en als T äge de En wicklung und die allgemeine Tendenz zu Kon inen alunion Hal en wi au G und de bishe igen Un e suchungen5 es : Nich die „Kul u en" ode „Kul u k eise", wie die Geschich sphilosophie neue dings und in be on em Gegensa z zu de bishe igen Geschich s- sch eibung mein , die S aa en sind T äge de En wicklung, zum mindes en in Eu opa und bes imm in de Neuzei 6. Selbs wenn man den kommunis ischen Os block als „Kul u k eis" eigene A be ach- en könn e, so ließe sich doch nich übe sehen, daß die Sowje union die eibende K a is . Und was die Gegensei e, den „abendländischen Kul u k eis" be i , so gil e zwa als geis ige ( äumlich alle dings nich genau auszumachende) Einhei , die indes do , wo ha im Räume 2A. Schä le: Bau und Leben des sozialen Kö pe s, 1896. 3 Vgl. S. 70 und S. 79. 4 Vgl. S. 101 . 5 Vgl. die Au sä ze: „Das Gese z de wachsenden Sou e äni ä ", in: „Schmolle s Jah buch" 1953 He 6; „E scheinungs o men und Wesen des Impe ialismus", ebenda 1954 He 3. 6 Die un e gegangenen Kul u en müssen o z ih e Auss ahlungen als in sich geschlossen und abgeschlossen angesehen we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 579] Eu opäische In eg a ion 67 sich die Dinge s oßen, nämlich in de Poli ik und de Wi scha — die als die ausschlaggebenden Fak o en unse e besonde e Beach ung e dienen, wäh end uns ih e ech lichen Umkleidungen e s in zwei e Linie in e essie en —, alles ande e als Einhei lichkei au weis . Auch hie geh im Einklang mi de Geschich e die Bewegung on einigen besonde s ak i en S aa en aus, wohingegen sich die ande en, das Ri- siko eines en scheidenden Sch i es aus adi ionellen ode P es ige- g ünden zagha wägend, meh ode wenige zu ückhal en, o auch e s dann olgen, nachdem ihnen die nach eiligen Wi kungen diese Hal ung deu lich zum Bewuß sein geb ach wo den sind7. Im Gegensa z zu eine solchen „Konsul a ion", die den im einzel- s aa lichen Denken wu zelnden Beg i de „Einmischung" meh und meh e d äng , ollzieh sich de Zusammenschluß de Ke ngebie e Asiens, um einen übe die Kon inen e zu gewinnenden Übe blick an diesem wich igen B ennpunk zu beginnen, nach de al en impe i- alis ischen, mach poli ischen Me hode, die, zei lich übe hol , keinen Daue e olg e sp ich . Indes wä e es wohl e üh , woll e man aus gewissen Anzeichen, e wa de o ku zem zu Ende gegangenen e s en asia isch-a ikanischen Kon e enz in Bandung (zu de die Sowje union nich geladen wa ), be ei s au die beginnende Au lösung und ei- bungslose „Koexis enz" schließen. Dias hieße denn doch die Fes igkei dieses du ch Wei äumigkei , hohe Be ölke ungsdich e und Au o i a- ismus gekennzeichne en, nich nu in e na ionalen, sonde n a säch- lich übe na ionalen poli ischen Gebildes un e schä zen70; insbesonde e dü e ein „Ti oismus" in China, mi dem iel ach ge echne wi d, schon deshalb unwah scheinlich sein, weil dieses Land, im Gegensa z zu Jugoslawien, om Kommunis ischen Mach zen um nich lediglich lan- kie , sonde n halbk eis ö mig umschlossen wi d, wodu ch g oßen eils un e den heu igen Ums änden auch seine wi scha liche Abhängigkei beding is . Diese Ve ände ungen de poli ischen Landka e des g öß en Kon- inen s als Folge des zwei en Wel k ieges sind auch au den kleins en, Aus alien, das sich sei Beginn des Jah hunde s de poli ischen Einhei au eihei liche G undlage e eu 8, nich ohne Ein luß ge- 7 Vgl. S. 77. 7a Ande e sei s soll e man sich, in diesem Falle, o eine Übe schä zung des Be ölke ungselemen s hü en, on dem eine e b ei e e Ansich e wa e , daß es Rußland (und die Sowje union, wie man ausnahmsweise gleichbedeu end sagen kann) in olge de Belas ung seine G enzen zu einem Ausgleich in wes liche Rich ung e anlassen müß e. Eine These, die schon du ch die Geschich e wide leg is , denn diese „D uck" bes eh nich e s sei heu e, sonde n sei Jah hunde en, ohne daß die o ausgesag e Wi kung einge e en wä e. Auße dem, und das is nich minde bedeu ungs oll, ha die Sowje union mi ih e „menschenma e ial"- in ensi en Wi scha einen p ak isch unbeg enz en Beda an A bei sk ä en. 8 Vgl. Anm. 55. 5< OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 68 Julius Gumpe [580 blieben. Inso e n, als sich aus Sou e äni ä s ücksich en die No wen- digkei e geben ha , dieses und ein ande es Glied des b i ischen Com- monweal h, Neuseeland, einem emden „Ve eidigungs aum", de SEATO, dem südos asia ischen und wes pazi ischen Ve eidigungspak , de sich in manche Hinsich mi de NATO, dem No da lan ikpak , e gleichen läß , anzuschließen. Diese Vo gang, den man auch als das Gegen eil de In eg a ion, als Desin eg a ion ehemalige , meh ode wenige küns liche „G o ß ä u m e" bezeichnen kann9, is o allem ü den Kolonialkon inen A ika cha ak e is isch, de sich e s in dem o na ionalen Zus and de Au gliede ung be inde , obwohl auch hie schon gewisse Zusammenschlußbes ebungen pa allel lau en und ande e sich ankündigen. Als ein wei e es Beispiel ü die poli ische Um- und Rückbildung, die in Wi klichkei eine Vo wä sen wicklung da s ell , und die sich, die beabsich ig en Konzessionen be ei s übe sch ei end, „ om Empi e zum Commonweal h" sowie auch inne halb de „Union ançaise" und de „Niede ländischen Union" ollzogen ha , kann das b i ische Do- minion Kanada gel en, das in zunehmendem Maße und den O awa e - ägen10 en gegen, in den Kon inen Ame ika, in den „Dolla - Raum" in eg ie wi d. Und hie o enba sich das P oblem an sich11 am deu lichs en mi seinen posi i en, abe auch seinen nega i en Sei en. Gekennzeichne o allem in de 1948 geg ünde en „O ganisa ion de ame ikanischen S aa en", de OAS, die ähnlich dem im olgenden Jah gescha enen S assbu ge „Eu opa-Ra " in de Haup sache au allgemeinpoli i- schem, kul u ellem und ech lichem Gebie ä ig is . Nu zum Teil kann man dies da au e klä en, daß sich de Zusammenschluß nach und nach aus eine gemeinsamen Abweh s ellung he aus en wickel e, die zu Beginn des 19. Jah hunde s mi de „Mon oe-Dok in" und ih e Losung „Ame ika den Ame ikane n" einse z e und nach 1945 mi de „T uman-Dok in" und ih en „Auslandhil ep og ammen" ih en Höhe- punk e eich e. Die eigen liche Schwie igkei de In eg a ion lieg hie , wie ge- wöhnlich, in de Wi scha , die on de kon inen alen Bewegung seh un e schiedlich e aß wu de, am s ä ks en in No zei en, wie den Wel - k iegen, abe auch in de Wel wi scha sk ise de 30e Jah e, wäh end sich zwischendu ch die Bande egelmäßig locke en. Als Ausnahme ge- dach , abe zu Regel gewo den, üh e diese Ta sache schließlich dazu, daß die F age eines kon inen alen Zollabschlusses on de Tageso d- 9 Vgl. S. 96 . 10 V,gl. S. 74. 11 Vgl. S. 99. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 581] Eu opäische In eg a ion 69 nung de in es geleg en Abs änden s a indenden „Paname ikanischen Kon e enzen" ganz abgese z wu de, und heu e we den selbs die be- s ehenden Bindungen (die südame ikanischen S aa en lie e n e wa ein Vie el de USA-Ein uh ) zumindes als einsei ig emp unden. Kos enmäßig be ach e , scheinen solche Einwendungen eine ge- wissen Be ech igung nich zu en beh en, ha e doch die libe alis ische Wel wi scha , die als allgemeine G admesse de P oduk i i ä gel- en kann, nich nu wie die Geog aphie eine Zwei eilung, sonde n eine D ei eilung des Kon inen s o genommen, mi de no dame ikanischen Wi scha sg uppe als üh ende Wel mach , de du ch die „Mi el- ame ika-Klausel" de Handels e äge bezeichne en Kleins aa en (de en poli ische Ve einhei lichung allen Bemühungen zum T o z nich gelingen will) als zwei e sowie de du ch die „Südame ika-Klausel" e bundenen Lände als d i e Nachba scha sg uppe. Das besonde e Hinde nis eine ame ikanischen In eg a ion is je- doch nich hie in zu sehen, sonde n e gib sich da aus, daß die „an i- impe ialis ischen", die „an ikolonialen neuen Na ionen", wie sie sich selbs nennen — de on de UNO in Übe eins immung mi den Un e - s ü zungsplänen, insbesonde e dem ame ikanischen „Punk - ie -P o- g amm" und dem b i ischen „Colombo-Plan" geb auch e Ausd uck „un e en wickel e Gebie e" wi d (obwohl das Wo „Na ion" u sp üng- lich die gleiche Bedeu ung ha ) nich eben ge n gehö —, ih wich- igs es Ziel in de E langung eine wenn auch noch so agwü digen „Unabhängigkei " sehen. Daß sie indes mi solchen Bes ebungen Ge- ah lau en, das Gegen eil zu e eichen, zeigen die „pe manen en Re- olu ionen", de en U sp ungsgebie nich sel en auße halb des Kon- inen s lieg . Dies und die dabei angewand en Me hoden, on denen die kaum e hall en Schüsse pue o icanische Na ionalis en im ame ikanischen Kong eß als de absolu e Höhepunk e scheinen, zeigen, daß die Be- dingungen ü die Ve hü ung de a ige udimen ä e Ge ühlsaus- b üche und dami die Vo ausse zungen ü eine ech e In eg a ion in de „Al en Wel ", o z allem, was wi auch hie an poli ische Rücks än- digkei und Reak ion e leben, doch noch am e häl nismäßig güns ig- s en sind, allein schon deshalb, weil wenigs ens de P ima des Geis es gewah is 12. III. Die In eg a ion Eu opas als die o d ingliche Au gabe eine kons uk i en übe na ionalen Poli ik Zwei wei e e G ünde kommen hinzu, weshalb wi ge ade Eu opa als das geeigne e Expe imen ie eld ü eine In eg a ionspoli ik be ach- 12 Vgl. S. 77 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 70 Julius Gumpe [582 en: E s ens wa diese Kon inen Jah hunde e und Jah ausende hin- du ch in de Wel üh end; es e schein deshalb naheliegend und du ch- aus möglich, daß sich insbesonde e aus de „Eu opäischen Ausb ei ung um die E de", wie es Adol Rein ausd ück , aus de eu opäischen (na ionalis ischen) „W el poli ik" Ansä ze zu eine ech en W e 11 - poli ik en wickeln we den. Zwei ens ha auch die Idee selbs hie ih en U sp ung und ih e es e T adi ion; übe die Philosophie de „Au - klä ung", die eine neue geis ige Einhei Eu opas he s ell e, läß sie sich bis in das ausgehende Mi elal e zu ück e olgen. Ans a diesen Weg einzuschlagen, wollen wi als Ausgangspunk ü die wei e en E ö e ungen lediglich au einen Ums and e weisen, de sei de Zei des „Tü kensch ecks" eine wich ige, wenn auch nich allein ausschlaggebende Rolle gespiel ha , und das is die be ei s an- gedeu e e gemeinsame äuße e Ge ah . Die Re ung de Massen eine jeden Rasse und eines jeden Landes o dem K iege ode de Knech scha , so sag e W. Chu chill im Hinblick au die gegen- wä ige Wel bed ohung in seine be ühm gewo denen Zü iche Rede im Sep embe 194613, müsse au es en G undlagen e olgen und „e was wie die Ve einig en S aa en on Eu opa" zum Ziele haben; eine Vo s ellung, die, wie schon angedeu e , nich on ihm selbs s amm , sonde n sich in diese Fo m be ei s, um nu einige Namen zu nennen, bei L e i b n i z und Ma x inde , die abe o enba je z in den Be eich des Realen ück . Daß dieses Ge ah enmomen auch in ande e Ges al wi ksam we - den kann, zeig die aus dem e s en Wel k iege und seine „Balkanisie- ung Eu opas" (ausged ück in 20 000 km Zollsch anken) sowie seinen Wi scha s- und Wäh ungswi en he o gegangene Bewegung ü ein „Pan-Eu opa"14/15. Mi „Pan-Ame ika" als Vo bild, wa sie u sp ünglich gleichzei ig gegen dessen und de UdSSR „übe mäch ige Ein lüsse" ge ich e , eine Abweh hal ung, die man heu e als „D i e K a " zu be- zeichnen p leg . „D i es Gebie ", um noch dies hinzuzu ügen, nenn sich de Subkon inen Indien16, was eine leich e Abwandlung des Be- g i s im Sinne de Gandhischen „Poli ik de Gewal losigkei " da s ell . Ob hie aus un e den besonde en Ve häl nissen a sächlich, wie beab- sich ig , eine absolu e Neu ali ä en wickel we den kann, bleib ab- zuwa en; ü Eu opa jeden alls e bie e sie sich schon wegen seine s a egischen Lage inmi en des wel poli ischen Spannungs eldes sowie 18 Vgl. „Eu opa, Dokumen e zu F age de eu opäischen Einigung", he aus* gegeben om deu schen Auswä igen Am , Bonn 1953, S. 85 im olgenden ku x als „Dokumen e" zi ie . 14 Vgl. Cou denho e-Kale gi, R. N.: Pan-Eu opa. Wien 1923. 15 Vgl. S. 79 . 16 Mi Ausnahme de zwei en Republik inne halb des b i ischen Commonweal h, Pakis ans, das eine eindeu ige Abweh s ellung bezogen ha . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 583] Eu opäische In eg a ion 71 seine wel wi scha lichen Abhängigkei on Übe see17, die keine ech e Wahl lassen. Abgesehen da on muß diese Behandlungsweise des P oblems on unse em S andpunk aus o allem deshalb als unzulänglich gel en, weil sie s a au die geschich liche En wicklung selbs au Beglei e schei- nungen, die meh ode wenige Zu älligkei en sind, abs ell 18. Mi de Wi kung, daß de In eg a ionsp ozeß so o an Ziels ebigkei e lie , sobald sich ein S immungsumschwung, on dem alles abhängig gemach is , ankündig ode auch nu anzudeu en schein . Ge ade in jüngs e Zei mangel es hie ü nich an Beweisen; wi b auchen nu an die Nich a i izie ung de EVG ode an die Gen e Kon e enz on 1955 zu denken. So ab äglich besonde s jenes E eignis, das wi um seine Bedeu ung willen nähe be ach en müssen, den eu opäischen Einigungsbes ebun- gen zum mindes en psychologisch auch wa , so ha es doch die nich zu un e schä zende Wi kung gehab , daß das P oblem heu e zu e ende , nämlich un e den schwe e wiegenden allgemeinpoli ischen und wi - scha lichen, d. h. un e jenen Gesich spunk en beu eil wi d, die wi als das Gese z de wachsenden Sou e äni ä bezeichnen18. Da ü i je z auch de al e Gegensa z zwischen de libe alis ischen und de sozialis ischen Be ach ungsweise um so deu liche he o . 1. Die libe alis ische Va ian e Das G undsä zliche eine zusammenhängenden Da s ellung o be- hal en19, sei hie zunächs on jenen Vo gängen nach 1918 die Rede, die als die e s en on am liche Sei e au libe alis ische G undlage un e nommenen p ak ischen Ve suche zu einem Zusammengehen des Kon inen s gewe e we den können. Um den sozialen Hin e - und Un- e g und, de auch ü diese En schlüsse eine gewisse Bedeu ung ha e, ku z zu skizzie en, möch en wi o allem da au hinweisen, daß die au die Wäh ungss abilisie ungen olgende Nachk iegskonjunk u , die den Völke n das Ge ühl wi scha liche Siche hei und „P ospe i y" zu ückgab, die heo e ische Auseinande se zung mi diesen F agen20 alsbald in Ve gessenhei b ach e, bis sie du ch den Ausb uch de g oßen Wel wi scha sk ise im Jah e 1929 zu neuem Leben e weck wu de. Wenige Wochen o dem „Schwa zen F ei ag" an de New Yo ke Bö se, im Sep embe dieses Jah es, mach e de anzösische Außen- 17 Die OEEC-Lände üh en heu e, übe schlägig ge echne , e wa ein D i el ih es Nah angsbeda s on Übe see ein; au indus iellem Gebie is diese Ab- hängigkei eilweise soga noch g öße . 18 Vgl. Anm. 5. 19 Vgl. S. 96 . 20 Vgl. Anm. 14. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 72 Julius Gumpe [584 minis e die Wel mi dem nach ihm benann en B iand-Plan be- kann 21^22. Bishe , so s and da in zu lesen, hä en sich lediglich Philo- sophen und Dich e um die F age de Einigung de eu opäischen Völ- ke e dien gemach , je z sei die Reihe an den Poli ike n, die sich zusammen un müß en, um „das d inglichs e P oblem", die g oßen wi - scha lichen Schwie igkei en (in die sowohl Siege als auch Besieg e haup sächlich als Folge eine e ehl en Repa a ionspoli ik ge a en wa en) gemeinsam zu meis e n. So s a k wu de diese No wendigkei je z emp unden, daß sie selbs das „Sa e y i s ", die alles behe - schende F age de poli ischen Siche hei o neuen Ang i en, die da- mals noch inne halb Eu opas be ü ch e wu den, zu ückd ängen, wenn auch nich e d ängen konn e. Übe lüssig zu be onen, daß auch ein an alle Regie ungen des Kon inen s ge ich e es anzösisches Memo andum om Mai 193023 dazu S ellung nahm, in de ühe ode spä e zu e - wi klichenden Absich — in de sich ein öllige Wandel anzukündigen schien — „die o sch ei ende Ausdehnung de in Loca no begonnenen Poli ik de in e na ionalen Ga an ien au die ganze eu opäische Ge- meinscha bis zu Zusammen assung de Sonde abkommen ode Reihen on Sonde abkommen in einem allgemeinen Sys em" wei e - zu üh en, um es schließlich im ganzen geog aphischen Ausmaß du ch „eine A öde a i en Bandes" zu umgeben. In dem au diese Weise abges eck en und gescha enen Rahmen soll e auch die Wi scha , ih en „Gese zen" en sp echend, Pla z inden zu dem Zwecke a ionelle e O ganisa ion „du ch o sch ei ende E - leich e ung und me hodische Ve ein achung des Gü e -, Kapi al- und Pe sonen e keh s (lediglich un e dem Vo behal de Bedü nisse de na ionalen Ve eidigung in jedem S aa e)" und mi einem „gemein- samen Ma k " als Endziel. Daß man sich da un e damals e was ande es o s ell e, als wi es heu e zu un p legen24, leh die — seh beach enswe e — E klä ung, daß die e s eb e „eu opäische Solida i- ä ", die an die S elle des na ionalen Egoismus e en soll e, das ab- solu e Gegen eil ühe e Zollunionsbes ebungen sei, bei denen die inne en Zölle abgescha , an den gemeinsamen G enzen dagegen um so höhe e Sch anken e ich e wo den wä en, wodu ch es egelmäßig zu Kämp en gegen die Nich unionis en gekommen sei. So ich ig diese Hinweis, so schwe is ande e sei s einzusehen, wie man „au dem Boden unbeding e Sou e äni ä und öllige poli ische Unabhängig- 21 Vgl. „Dokumen e" S. 30 . 22 Im olgenden Jah e ö en lich e Ed. He io seine Gedanken übe die „Ve einig en S aa en on Eu opa" in deu sche Sp ache (Leipzig 1930), die je z au einige maßen o be ei e en Boden ielen, wäh end sie 1925 bei ih em e s en Bekann we den kaum ein Echo anden. 28 Vgl. „Dokumen e" S. 31 . 24 Vgl. S. 86 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 591] Eu opäische In eg a ion 79 d iickliche Un e s ü znng on Sei en de Ve einig en S aa en45. Im Gegensa z zu heu e, da die gegen eiligen Beschwe den die Regel ge- wo den sind, wu de nich sel en bemängel , daß die USA insbesonde e mi ih em Ma shall-Plan eine g oße Chance zu wi scha lichen Eini- gung Eu opas e paß hä en, weil die Hil en ausschließlich den „sou- e änen" Regie ungen gegeben wu den, s a sie eine neu zu scha en- den übe na ionalen eu opäischen Ans al mi de Weisung, sie gemein- sam anzulegen, zuzusp echen. Die im Ap il 1948 olgende OEEC, de spä e e Eu opäische Wi scha s a , und die in Jah es is , im Sep- embe 1950 gescha ene EPU, bewiesen jedoch, daß du ch de a ige, lediglich No lösungen da s ellende und no wendig schema isch wi - kende Ein ich ungen, so wich ig sie un e den damals gegebenen Um- s änden auch wa en, eine In eg a ion, die ech e Vollmach en und nich nu Be a ungsbe ugnis e ausse z — wie sie auch de zwischendu ch, im Mai 1949 ins Leben ge u ene Eu opa-Ra besi z — schwe lich zu e eichen is . Die Folge ung da aus nahm die ,,Eu opäische Pa lamen a ische Union" schon au ih em zwei en Kong eß im Jah e 1948 o weg, indem sie au eine unmi elba e poli ische Union d äng e, nachdem sie ein Jah o he au ih em G ündungskong eß eine eu opäische Wi scha s- union als Vo bedingung hie ü bezeichne ha e46. Dami a auch sie in Gegensa z zu de englischen „Zwei-Pa eien-Poli ik", die eins immig lediglich ü eine lose e „Assozia ion" zu haben wa . Ande e sei s wu de dadu ch eine gemeinsame Linie mi de „Paneu opa-Bewegung" he - ges ell , die on An ang an einen poli ischen Zusammenschluß e - s eb e47, p oklamie e doch ih Beg ünde schon 1923 als Ziel „die Kons i uie ung de Ve einig en S aa en on Eu opa"48, wobei eine „paneu opäische Zollunion" den „d i en Sch i " bilden soll e. Neue Impulse auslösend, wies sie angesich s de En wicklung au dem asia i- schen Kon inen ! in einem an die wes eu opäischen S aa en ge ich e en Memo andum on Ende 1950 besonde s au die Ge ah des Zöge ns hin, das, so e klä e sie, zu eine allgemeinen Abschwächung de Eu opa-Idee und zu eine Ve s ä kung de Neu ali ä spoli ik um Deu schland üh en wü de. Eine gleichzei ig ausgesp ochene Wa nung ich e e sich dagegen, mi den no wendigen Sch i en zu wa en, bis 45 Vgl. S. 96 . 48 Vgl. „Dokumen e" S. 104. 47 „Föde alis en44 nenn dais deu sche Auswä ige Am in seinen E läu e ungen £u den „Dokumen en44 ( gl. S. 252 und S. 295) die Ve e e diese Rich ung, wäh end es „Unionis en44 jene heiß , die, wie z. B. das b i ische „Uni ed' Eu ope Mo emen 44, gegen jede enge e Bindung sind. Dem deu schen Sp achgeb auch wie dem Wo u sp ung dü e die umgekeh e Ve wendung de Beg i e meh en - sp echen, wenn man es nich übe haup o zieh , den Gegensa z mi ande en, e ende en Wo en zu bezeichnen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 80 Julius Gumpe [592 alle eien Völke Eu opas be ei wä en mi zugehen, weil dies die „Ve - agung bis nach dem d i en Wel k iege" bedeu en könn e. Dahe die d ingende Fo de ung, „noch o 1952" ein neues „Eu opa Ka ls des G oßen" mi Deu schland, F ank eich, I alien, den Niede landen, Luxembu g und dem Saa gebie zu e ich en49. Was diese Pläne auch in unse en Augen beach enswe e scheinen läß , is de Ve such, den Vo gang als Ganzes ans a wie üblich au Abs ak ionen, au die Geschich e zu g ünden, haup sächlich da au , daß diese S aa en im ühen Mi elal e a sächlich einen einzigen Uni- e sals aa gebilde ha en, zum ande en du ch den Hinweis au neu- zei liche S aa sgebilde, wie die Ve einig en S aa en on No dame ika und die Schweiz, die hinsich lich de In eg a ion als nachahmenswe e Beispiele hinges ell we den50. Die F age is alle dings, ob sich die Geschich e so ein ach wiede - holen läß , ande s ausged ück , ob uns die geschich lichen Leh en so leich zugänglich sind. Da hie ju is ische Gesich spunk e keine Rolle spielen, b auchen wi uns bei de ü wich ig gehal enen Fes s ellung, daß die neuen „mus e gül igen" S aa s e assungen, insbesonde e de USA, au die wi uns hie besch änken wollen51, nich on um ang- eichen G emien, sonde n on eine kleinen Zahl52 pa lamen a ische Expe en mi ausgezeichne e Sachkenn nis ausgea bei e wo den seien, nich au zuhal en. Um so no wendige is es, den a sächlichen He gang zu e olgen. Wie das allgemein so zu sein p leg , sehen wi Ve gangenes iel ach in einem ande en, zumeis güns ige en Lich e. Und deshalb e schein uns auch das En s ehen de Union in ih em heu igen Um ang nach äglich als e was Selbs e s ändliches und beinahe Gese zmäßi- ges, was es in Wi klichkei nich wa . Denn lange Zei wa an eine Einigung de ehemaligen Kolonien, auch als die Zahl 13 noch nich übe o en wu de, kein Gedanke (was on dem gewesenen „Mu e land" England nich ohne Be iedigung e me k wu de)53. Und wenn spä e die Übe zeugung o he sch e, 48 Vgl. Coudenho e-Kale gi : a.a.O. S. 151. Vgl. auch S. 70 . 49 Vgl. „Dokumen e" S. 295. 50 Eine d i e geschich liche Pa allele en häl das Memo andum, de „Eu o- päischen Pa lamen a ischen Union" om Ok obe 1949 ( gl. „Dokumen e" S. 289 .), in dem mi Be u ung au die mißglück e englisch- anzösische Union wäh end des zwei en Wel k ieges de en Ve ags ex in de olgenden e wei e en Fo m ku ze hand zu Ra i izie ung o geschlagen wi d: „Von nun an sind F ank eich, G oßb i annien, I aliens Belgien usw. nich meh e schiedene Na ionen, son- de n eine einzige unau lösliche eu opäische Na ion." 51 Vgl. S. 83. 52 In den USA wa en es danach 33, in de Schweiz 23. 53 „Es wi d nich leich sein", so heiß es zum Beispiel in einem Dossie aus de damaligen Zei (zi . bei Mo ison-Commage : The g ow h o he Ame ican Republic, 1949) „die ame ikanischen S aa en dazu zu bewegen, als Na ion zu handeln. Deshalb b auchen wi da o auch keine Fu ch zu haben." OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 593] Eu opäische In eg a ion 81 daß das Land jensei s des 90. Me idians, alls es, wo an man allgemein zwei el e, übe haup jemals besiedel we den soll e, ein S aa sgebilde ü sich we den wü de, so wa en die G ünde nich wenige eal als die F age, wa um schließlich de 50. und nich de 60. B ei eng ad, also un e Einschluß des kanadischen Raumes, die No dg enze de Ve - einig en S aa en bilde e; denn als on ihnen, o de Mi e des 18. Jah - hunde s, die Losung „Au nach Kanada!66 ausgegeben wu de, lag die Einbeziehung de schwachen, einande bekämp enden, e schieden- sp achigen Siedlungskolonien keineswegs im Be eiche des Unmög- lichen. Da jedoch hin e diesen Ausdehnungsbes ebungen, ande s als in de impe ialis ischen Zei , nich de no wendige soziale D uck s and, üh e e wie üblich nu zu Einigung de Gegensei e, zum Zusammen- schluß de sich bed oh ühlenden Völke scha en, die 1867 die kanadi- sche Union eingingen. Wiede um zeig e sich de „P ima de Poli i k", de jedoch, wo ü sogleich ein ande es Beispiel ange üh we den soll, nich ge- se zmäßige ode auch nu g undsä zliche A is 54. Im Falle Kanadas bes and e nich nu hinsich lich de Ge ah enlage, sonde n auch in bezug au die Wi scha , denn de zoll- und wi scha spoli ische Zu- sammenschluß wa hie e s die Folge de poli ischen Einigung55. Eine Zwangsläu igkei , die auch in de ame ikanischen Kon öde a ion on 1781 o lag, zu de sich die 13 Kolonien als ein Vo s adium de USA zusammenge an ha en, und die keineswegs allgemein beg üß wu de. Zwa e kann e man aus G ünden de Selbs behaup ung die No wendig- kei eine gemeinsamen Weh - und Außenpoli ik an. Au ande en Ge- bie en dagegen wa man nich geneig , die soeben e kämp e F eihei ü eine „G oß aumwi scha " und einen „Supe s aa " e neu zu op e n, weshalb sich die Einzels aa en auch nu zu den unbeding no - wendigen Zuges ändnissen, einem gleichen Münz- und Maßsys em, be ei anden. Und noch heu e haben die ame ikanischen Bundess aa en au G und de „S a e igh s" wei gehende, namen lich wi scha liche Sou e äni ä s ech e inne halb des Gesam s aa es, die nich lediglich au de Ve assung be uhen, sonde n gleich alls au das Volk zu ück- gehen. Wie wi schon andeu e en, kann sich diese En wicklung auch au dem umgekeh en Wege, übe einen „P ima de Wi scha " ollziehen, wo ü o allem de Deu sche Zoll e ein Beweis (Ebensowenig, so wu de e gänzend beme k , wie o eine — gleich unwah - scheinlichen — deu schen Einigung.) 54 Vgl. S. 101 . 65 In Aus alien, das 1901 mi de poli ischen Einigung den Dominions a us e hiel , lagen die Dinge ähnlich. Hie daue e es einige Jah e, be o die Wi - scha seinhei he ges ell we den konn e. Sdimolle s Jah buch LXXV, 5 6 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 82 Julius Gumpe [594 is . Nu be uh e , wie wi nich übe sehen wollen, psychologisch au ande en Vo ausse zungen, so daß man hie auch on einem „P ima des Geis es" sp echen könn e, de sich in den F eihei sk iegen en zünde e und in de Paulski che seinen s aa spoli ischen Höhepunk and. Jedoch o enba e sich ge ade an diese S elle seine unzu eichende Ges al ungsk a , die sich als nich mäch ig genug e wies, die aus dem Wiene Kong eß he o gegangene deu sche Kleins aa e ei mi ih en 39 Sou e äni ä en zu übe winden und zu einem Ganzen zu e schmel- zen. Das wu de eben doch e s du ch die wi scha liche Reali ä e - möglich , au einem langen Wege, den F . Lis 1819 — dem Jah e s ä ks e Reak ion, de gegen F eihei und Einhei ge ich e en „Ka ls- bade Beschlüsse" — mi seine namens des „Deu schen Handels- nd Gewe be e eins" an den F ank u e Bundes ag ge ich e en zollpoli i- schen Eingabe besch i . Abe we weiß, ob sie on diesem E olg ge- wesen wä e, hä e nich auch diesmal eine Bed ohung, in Ges al eine du ch Unwe e he o ge u enen Hunge sno , nachgehol en. Und daß ge ade P eußen sich zum Vo kämp e diese Ideen mach e — das kann man ohne Übe spannung des P inzips de Kausali ä sagen —, is siche eben alls nich allein Ausd uck seine S aa sklug- hei , die es besonde s du ch Ein üh ung des o bildlichen libe alen Zoll a i s im Jah e 1818 bewiesen ha e, sonde n lag ebensowohl in den Ums änden beg ünde . Denn in olge seine „Gemengelage" — nich allein, daß sein S aa sgebie sich aus meh als hunde Landes eilen zu- sammense z e, wa es übe dies du ch das in Pe sonalunion mi G oß- b i annien s ehende König eich Hanno e in zwei Häl en gespal en — bekam diese au wä ss ebende und an die Füh ung d ängende S aa die Unhal ba kei de wi scha lichen Zus ände am deu lichs en zu spü en. Vielleich e klä sich da aus auch die Unbedenklichkei , mi de man an die Lösung de so d ingenden Au gabe he anging. Als 1819 on Be lin aus Anweisung an alle Zolls ellen e ging, die zahl eichen Enkla en des p eußischen Gebie es wie Zollinland zu be- handeln, geschah das un e mi el und ohne daß man sich au lange, wohl im o hinein als aussich slos e scheinende Ve handlungen einließ. Wä e jedoch a sächlich da an gedach wo den, die be o enen Regie- ungen du ch die Zusiche ung eines angemessenen An eils am „Ge älle" und die ausd ückliche E klä ung, daß mi diesen Maßnahmen nich beabsich ig gewesen sei, die wenige s a ken Nachba n zu bed ücken, ielmeh ihnen im Gegen eil mi einem einsa z ähigen Hee , alls nö ig, zu Hil e zu eilen, e s ändigungsbe ei zu machen, so muß e man an- gesich s de sich häu enden P o es e en äusch sein. Besonde s als die d ei anhal inischen Landes ü s en, on Ös e eich, das sich meh und meh abgeschieden sah, da in bes ä k , und au eine „in Deu schland noch nich e hö e Weise gek änk ", ih schme zha es Emp inden da - OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 595] Eu opäische In eg a ion 83 übe zum Ausd uck b ach en, „im Zus ande des F iedens de neuen Ge ah ausgese z " zu sein, „einen Teil ih e im Angesich on ganz Eu opa ga an ie en Sou e äni ä zu e lie en"56. Es bedu e alle diploma ischen Küns e, on eundlichen Beschwich igungen und e - lockenden inanziellen Angebo en bis zu massi en D ohungen de Um- gehung du ch Zollinien und Ve keh ss aßen, um diese Duodezs aa en in F agen ih e zumindes zwei elha gewo denen „Unabhängigkei " ü zei gemäße und au die Daue un e meidliche Zuges ändnisse ge- neig zu machen. Vo allem diese Geschehnisse am Rande, mi denen wi uns hie begnügen wollen, da die E eignisse im g oßen bekann sind, lassen es e s ändlich e scheinen, wa um man ande halb Jah zehn b auch e, bis de Deu sche Zoll e ein in de Neujah snach 1834 aus eine „ öllig unaus üh ba en Chimä e", wie de ös e eichische S aa skanzle diese wah ha „G oße Poli ik", diese ech e „Haup - und S aa sak ion" nann e, eine on 25 Millionen Menschen s ü misch ge eie e Einhei deu schen Wi scha slebens wu de. Abe noch lange nich wa en alle Schwie igkei en gemeis e , alle Ge ah en gebann , die de neuen Gemeinscha d oh en. Ih ganzes Ausmaß zeig e sich in den Ausscheidungskämp en des Deu schen K ie- ges on 1866, in denen de Wi scha s- und Zollbund in olge de poli i- schen Belas ung übe de „Mainlinie" mi endu ch b ach. E s als das Übe gewich Ös e eichs, seine geschich lichen (Na ionali ä en-) S uk- u nach zu einem S aa sgebilde ü sich bes imm , besei ig wa , wu de das in diesem Falle g öß e Hinde nis besei ig , de Weg ü die deu sche poli ische Einhei ei. Auch on diese Sei e he ö ne sich manche in e essan e eu opäi- sche Pe spek i e, doch besch änken wi uns au die ge o enen Fes - s ellungen und Beispiele geglück e In eg a ionen, die absich lich de neue en Geschich e en nommen sind. Denn jene Zei , als bis wei übe das Reich Ka ls des G oßen hinaus solche F agen ausschließlich e - mi els de Mach - (ode Hei a s-) Poli ik gelös zu we den p leg en, ha uns kaum meh e was zu sagen, es sei denn, daß diese Me hode, on de ein Teil de Wel noch heu e be o en wi d, unanwendba ge- wo den is . Im üb igen leh en uns die e wähn en Vo gänge: daß die In- eg a ion sowohl on de poli ischen als auch on de wi scha lichen Sei e aus einse zen kann, wodu ch schließlich, bei Unmöglichkei daue nden Ge enn seins beide 57, eine s u en ö mige Vollendung de neuen, höhe en sozialen Einhei he beige üh wi d. 56 Vgl. „Vo geschich e und Beg ündung des Deu schen Zoll e eins 1815—1834". He ausgeg. . Oncken und Saemisch. Be lin 1934. 57 Vgl. An a. 5. 6* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 84 Julius Gumpe [596 Das is abe nich s ande es als das, was man heu e auch die „addi- i e" Me hode heiß — und ablehn , obwohl es wah scheinlich un e bes imm en Bedingungen, au die wi sogleich zu sp echen kommen, de einzig gangba e Weg is 58. Denn au die ande e Weise, „uno ac u", läß sich bei de Komplizie hei und Ve wundba kei des heu igen sozialen Lebens das Ziel schwe lich e eichen59. Beweis da ü sind sowohl de Völke bund wie die UNO, die bei ausd ücklich e - bü g e Unan as ba/ kei de einzels aa lichen Sou e äni ä im ideologi- schen und ju idischen Vo aum eine In eg a ion e ha , zu de en Ve wi klichung Poli ik und Wi scha e schmolzen we den müssen. Um dieses P oblem zu e end beu eilen zu können, müssen wi jedoch noch eine ande e, zusä zliche Übe legung ans ellen. Das heiß , wi müssen die geschilde en Vo gänge in dem en wicklungsgeschich - lichen Rahmen sehen. Denn ü ih e Auswe ung komm es nich so seh au die Zus ände eine Zei , als o allem au ih e Dynamik an. In unse en In eg a ionsbeispielen is sie gleichbedeu end mi dem En - s ehen de „na ionalen Volkswi scha en". Inzwischen is die Wel au eine neuen S u e angelang , dem Zei al e de Wel wi scha . Daß das gegenwä ige impe ialis ische Zwischens adium ih e Einhei au unbes imm e Zei ze s ö ha , is die eine — poli ische — G und a - sache, die es zu beach en gil . Die ande e wich ige e — wi scha liche — G und a sache lieg da in, daß de gesam e P oduk ions- und Ve - eilungsappa a de Wel au diese Dimension be echne und einge ich- e is , wo an auch die meh ode wenige übliche Wi scha s-Lenkung nich s Wesen liches geände ha . Un e diesen obe s en Gesich spunk- en sind dahe alle In eg a ionspläne zu be ach en und zu beu eilen: keine ha Aussich au Ve wi klichung und Bes and, de diesen en - scheidenden Ta sachen nich en sp ich . 4. Ke neu opa als K is allisa ionszen um Daß sich die In eg a ionspoli ik heu e, in Übe eins immung mi unse en Fes s ellungen nich au das ganze, sonde n au Wes - ode Ke neu opa konzen ie , en sp ich de nich o handenen „Koexi- s enz" beide „Wel en" wie de Unmöglichkei eine Lösung im kleine- en Rahmen, e wa dem eines „Mi eleu opa"60. Ve glichen mi den Idealen und gemessen an den g oßen Ho nungen, mi denen man zu We ke ging, e schein das a sächlich E eich e ge ing, wenn nich ga , 58 Vgl. S. 87 und 92. s» Vgl. Anm. 50. 60 In diesem Zusammenhange is besonde s an das Mi eleu opap ojek F . Nau- manns, das wäh end de« e s en Wel k ieges g oße Beach ung and, sowie bei- spielsweise auch an den „Donau-Plan" de „Paneu opa-Bewegung" ( gl. „Doku- men e" S. 68 .) zu e inne n. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 597] Eu opäische In eg a ion 85 wie in le z e Zei en äuschend. Und doch is ein seh bedeu same Fo sch i nich zu übe sehen, de da in lieg , daß sich in de jah - hunde eal en adi ionellen „G oßen Poli ik" mi ih en ie eingewu - zel en Vo s ellungen on einem au „Unabhängigkei " und „Sou e äni- ä " de Na ionals aa en be uhenden „Eu opäischen Gleich- gewich " mi seinen Um- und Ausklamme ungen, seinen Blockbil- dungen und „E b eindscha en", ein — wenn auch noch nich oll- kommene — B uch ollzogen ha , de das Neue e s e möglich . Auße dem — auch das is inzwischen kla gewo den — lassen sich die Ta sachen selbs , die du ch diese Poli ik gescha en wo den sind, nu nach und nach und nich so leich e ände n, wie das unse en Wünschen und de D inglichkei de Re o men wohl en sp äche. Das gil o allem on E scheinungen wie den impe ialis ischen „G oß- äumen", de en P oblema ik be ei s ku z ges ei wu de61, und be- sonde s om b i ischen Commonweal h. Dieses Reich ha sich G oß- b i annien haup sächlich wäh end des 19. Jah hunde s, eilweise mi be äch lichen Op e n, auße halb Eu opas au gebau . Da es seine Wel - maich s ellung und seinen Wel uhm beg ünde e und auch im gesell- scha lichen Leben das „Gese z de Beha ung" gil , e schein das Be- s eben e s ändlich, die e wähn en Au lösungs endenzen, wenn sie schon nich au zuhal en sind, so doch nach Möglichkei zu e zöge n. Dies o allem sowie die dadu ch beding e Blick ich ung nach Übe - see bilden die U sache da ü , daß sich G oßb i annien einem eu opäi- schen Zusammenschluß gegenübe sich ba e Zu ückhal ung au e leg , wobei e gleichsweise noch de Ta sache gedach we den könn e, daß auch bei de G ündung on Wi scha spools die Besi zs a ken eben- alls die am schwe s en zu bewegenden sind. Nunmeh scheinen jedoch die Dinge auch aus diese Rich ung e was in Fluß zu kommen, zunächs übe die Londone Ak e om Ok obe 1954. Ausgelös eine sei s du ch den Weg all de Eu opäischen Ve eidigungsgemeinscha , ande e sei s du ch die e - klä e No wendigkei de Fo üh ung eine kon inen alen Ve eidi- gung wu den mi Neunmäch ebeschluß, an dem auch die USA und Kanada be eilig wa en, die Deu sche Bundes epublik und I alien in den B üssele Fün mäch epak 62 (und anschließend in die NATO) au - genommen, ein Ve eidigungssys em, dem auch G oßb i annien ange- hö und das die Bezeichnung „W es eu opäische Unio n"63 äg . Diese Regelung bedeu e einen Fo sch i inso e n, als dami die 61 Vgl. S. 68 . 82 V«l. S. 78. 63 Soll e diese Bezeichnung nich als Zuges ändnis an die Eu opa-Idee gedach sein, dann wä e sie, da es sich genau gesehen um eine Allianz handel , ein wei e e Beweis ü die Unbes imm hei de e wende en Beg i e. (Vgl. Anm. 47, S. 86 und 93.) OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 86 Julius Gumpe [598 lange gesuch e kon inen al-b i ische Lösung ge unden schein . Zahlen- mäßig be ach e , mögen uns die Zuges ändnisse Englands — es e - p lich e sich, seine gegenwä ig in Eu opa s a ionie en S ei k ä e64, auße im Falle eines „aku en No s andes in Übe see" ode eine Zah- lungsbilanzk ise (!), nu mi Zus immung de Pak mäch e abzuziehen — nich seh g oß o kommen. Bei Be ücksich igung de Commonweal h- in e essen sowie de dami zusammenhängenden Ta sache, daß die Eng- lände , wie es ih je zige P emie ausd ück e, „noch imme nach Geis und T adi ion ein Insel olk" sind, muß ih Bei ag als bedeu end be- zeichne we den. E is es schon deshalb, weil es F ank eich dadu ch möglich wu de, mi Deu schland mili ä isch zusammenzugehen, ohne seine sei s en scheidende Sou e äni ä s ech e p eisgeben sowie die „En en e co diale" mi England locke n zu müssen. Und hie se z nun die K i ik de Ve ech e de Eu opa-Idee ein, die in de Wendung on de EVG zum B üssele Pak , de ähnlich wie die NATO o z gewisse be ehlsmäßige Bindungen au Na ional-A - meen basie , zugleich einen Rücksch i e blicken, auch im P in- zipiellen, nämlich on dem Gedanken de In eg a ion zu Koa- li ion, on de Übe na ionali ä zu In e na ionali- ä . Um diesem g undsä zlich be ech ig en Einwand65 zu begegnen, sp ich die Londone Ak e die Absich aus, den Wes pak so zu e - s ä ken, daß e zu einem „wi ksame en Ke n" eine eu opäischen In e- g a ion we den könn e. Abgesehen da on, daß es sich hie um nich nähe bes imm e Ankündigungen handel — wie e lau e , soll de be- ei s o handene Konsul a i a mi En scheidungsbe ugnissen ausge- s a e we den66 — bleib die Ta sache zu e zeichnen, daß die wesen - lich enge en und e aglich o mulie en Bindungen de EVG nich zu- s ande gekommen sind. Da aus wi d iel ach noch ein ande e Schluß gezogen, nämlich de , daß die Supe na ionali ä an de Na ionali ä , de angeblich höchs en poli ischen Fo m, geschei e sei, daß man jene also auch do , wo sie be ei s e wi klich wu de, wiede ückgängig machen müsse. Genau gesag , daß die Mon an-Union als die einzige übe na ionale O - ganisa ion dieses Cha ak e s zu en kleiden sei. Hie au kann zunächs ganz allgemein gean wo e we den, daß dazu, geschich lich gesehen, kein Anlaß is , weil sich die No wendigkei de In eg a ion haup säch- lich aus olkswi scha lichen und echnischen und e s in zwei e Linie aus den mili ä ischen E o de nissen e gib . Auße dem geh das Miß- lingen de on den Mon anunionslände n beabsich ig en zusä zlichen Weh gemeinscha , das sei abschließend zu diese F age es ges ell , 64 Vie Di isionen, e wa ein Fün el seine Land-S ei mach . 65 Vgl. meinen Au sa z: „Das Gese z de wachsenden Sou e äni ä ", a.a.O. S. 70. Beim Eu opa-Ra wa en die gleichen Bes ebungen bishe ohne E olg. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 599] Eu opäische In eg a ion 87 nich au eale und unumgängliche, sonde n au e meidba e und P e- s igeg ünde zu ück, die le z lich da in zu suchen sind, daß eine kolo- nialen „Wel mach 44 Sou e äni ä s e zich e zugemu e wu den, denen sich eine ande e bislang zu wide se zen e s and, womi zugleich de Einwand wide leg is , daß die In eg a ion als solche „ e üh 44 sei. Nich so leich on de Hand zu weisen sind dagegen ande e Beden- ken, die sich au die O ganisa ions o m de Mon an-Union beziehen. Lau P äambel ih e im Ap il 1951 gescha enen Sa zung soll sie „de e s e G unds ein ü eine wei e e und e ie e Gemeinscha 44 sein. Hal en wi uns an die zwei ellos mi Bedach gewähl en Wo e, so e - kennen wi da in die „addi i e44 Me hode67 wiede , die de Schöp e des Planes, de damalige anzösische Außenminis e R. Schumanso e läu e e: „Eu opa läß sich nich mi einem Schlage he s ellen und auch nich du ch eine ein ache Zusammen assung: es wi d du ch kon- k e e Ta sachen en s ehen, die zunächs eine Solida i ä de Ta scha en68.44 Von dem „en scheidenden Punk 44, de G undlage de mode nen In- dus iewi scha , on Kohle und S ahl ausgehend, gil als Haup zweck und Ziel, „daß jede K ieg zwischen F ank eich und Deu schland nich nu undenkba , sonde n ma e iell unmöglich is 44. In de Ta wi d man die geis ige Gemeinsamkei , so iel die Solida i ä im üb igen noch zu wünschen üb ig läß , be ei s als so s a k ansehen können — und da in komm de e ziel e Fo sch i so ech zum Ausd uck —, daß eine neue Ka as ophe diese A undenkba , eine solche Poli ik undu ch- üh ba wä e. Auch ohne eine zwischens aa liche Kuppelung on G undindu- s ien, de en Bedeu ung in diese Hinsich mögliche weise soga übe - schä z wi d. E inne n wi uns doch noch de Zei , als eine ähnliche Wi kung on de in e na ionalen „Hau e Finance44 e wa e wu de. Nun sind zwa die im In e esse alle o gesehenen und eilweise schon e wi klich en indus iellen Bindungen zwei ellos es e als es die inanziellen wa en, weshalb sie sich auch den ein e aglichen Siche- ungen (Kellogg-Pak u. a.) gegenübe als übe legen e weisen dü en. Und doch läß sich wiede um nich e kennen, daß Zölle, die hie den Haup e band da s ellen, ü die Schwe indus ie nich dieselbe Be- deu ung haben wie ü die üb ige Indus ie. Denn du ch die Au hebung de na ionalen S ahlzölle (Kohlenzölle sowie gewisse Spezialzölle, zum Beispiel ü Schienen, wa en schon o dem e s en Wel k iege wei hin unbekann ) wi d die We bewe bs ähigkei de We ke, und zwa is das gü e - und s ando mäßig beding , wah scheinlich und on G enz- 67 Vgl. S. 84 und S. 92 . 68 Vgl. „Dokumen e" S. 301 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 88 Julius Gumpe [600 ällen abgesehen, auch au die Daue — de Ve ag selbs is au 50 Jah e geschlossen (A . 97) — nich so e schoben, daß eine wesen - liche Ve ände ung de S uk u de „Na ionalwi scha en" zu e - wa en wä e. Un e ähnlichen Gesich spunk en wi d zuweilen de übe na ionale Cha ak e de Mon an-Union übe haup in Ab ede ges ell . In den ma k wi scha lich ausge ich e en S aa en, und das sind die Unions- lände , wi d die Indus ie und auch die Schwe indus ie, im Gegensa z zu den sozialis ischen Lände n69, nich kon ollie 69®, also könne, so olge man, in einem diploma ischen Ve zich diese A auch keine Übe agung on Sou e äni ä s ech en gesehen we den. Abgesehen da- on, daß sie sich a sächlich au bes imm en Gebie en wich ige Rech e wie eine au onomen ode e aglichen Zollpoli ik begeben70, dulden die Un e zeichne mäch e übe dies Einwi kungen71 eine übe - geo dne en „Hohen Behö de" („Hau e Au o i é") — A . 9 und 86 de Sa zung de Mon an-Union e p lich en die Mi glieds aa en, „nich s zu un e nehmen", was mi den Au gaben jene Ins anz un e einba wä e — und das is eben alls eine Übe agung on Sou e äni ä s ech en, ju is isch gesehen. Die Ke n age is jedoch auch hie nich im Fo mellen, sonde n au dem ealen Gebie , insbesonde e dem de Wi scha zu suchen. Abe auch da wi d sie o nich in de ich igen Weise und in ih e ganzen T agwei e e aß . So is beispielsweise behaup e wo den, daß on einem einhei lichen Ma k so lange nich gesp ochen we den könne, solange es nich einhei liches Geld ode wenigs ens einige maßen ge- es ig e Wechselku se gäbe. Aus dem gleichen G unde und mi dem- selben Rech könn e man au die Ve keh s- und Ta i poli ik — die augenblicklich in de Mon an-Union zu Ve handlung s eh — sowie au die Finanz- und S eue poli ik, die Sozialpoli ik und ande e Zweige de Wi scha spoli ik e weisen, die nich wenige bedeu ungs oll sind72. Das wä e indes nich s ande es als die Ane kennung de Ta sache, daß eine Zollunion im G unde eine, du ch den Namen e deck e, Wi - scha sunion is ode im Regel all dazu wi d. Aus solchen E wägungen eine Zollunion zu un e lassen, wä e jedoch en schieden e ehl , da ja i gendwo und am bes en am Schni punk de übe na ionalen In e - essen, eben bei den Zöllen begonnen we den muß und die sich da aus 69 Vgl. S. 74. 69a Eine Ausnahme bilde F ank eich mi seine „Cha bonnage de F ance". 70 A . 72 un e sag den be eilig en S aa en wei e hin, die es geleg en Zoll- sä ze zu un e - ode übe sch ei en. 71 Vgl. S. 90. 72 Vgl. S. 90. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 607] Eu opäische In eg a ion 95 scha szweige he s ell e. Daß es sich so e hiel , e gib sich einmal aus de Lebensdaue de O ganisa ion — sie bes and nach ih e o m- losen Selbs au lösung wäh end de Wel wi scha k ise98 bis zum zwei- en Wel k iege —, zum ande en auch da aus, daß Eing i e selbs on Sei en de au o i ä en S aa en un e blieben, ü die allein schon die bes ehenden De isengese ze eine aus eichende Handhabe gebo en hä - en, on de Handels- und Zollpoli ik ga nich zu eden. Heu e is sie in de Mon an-Union e einhei lich , was man als einen Fo sch i und als einen besonde en Siche hei s ak o we en wi d. Ein ande e Vo zug de s aa lichen Regelung lieg da in, daß au diese Weise auch dem g oßen K eis de be eilig en Ab- nehme und A bei nehme Ein lußmöglichkei gegeben is . Schließlich wi d man sie, o z eine gewiß nich zu un e schä zenden „Ge ah de Ve bü ok a isie ung", de alle dings auch eine p i a wi scha liche O ganisa ion dieses Um anges nich en geh , deshalb beg üßen, weil die En wicklung o enba au eine poli ische Wel o ganisa ion hin- d äng ". Und in diese Hinsich is die Geschich e de Rohs ahlgemeinscha besonde s leh eich. Wie heu e, so bilde e auch damals schon das deu sch- anzösische Ve häl nis den Angelpunk . Und wie heu e, so wu de auch damals e s du ch die Besei igung gewisse Spannungen und Komplexe — die anzösische S ahlindus ie ha e einen un e - häl nismäßig hohen Koksp eis zu zahlen100, de du ch eine on beiden Regie ungen genehmig e Ve einba ung mi dem „Deu schen Kohlen- syndika 66 angeglichen we den konn e — de Weg ü die Ve s än- digung geö ne , zu de sich Belgien und Luxembu g als die e s en bekann en. Daß ande e Lände , die heu e be eilig sind, sich zunächs e n- hiel en, e dien hie wenige Beach ung als die Ta sache, daß u - sp ünglich an eine os eu opäische Rohs ahlgemeinscha als Konku - enzun e nehmen gedach wu de, und zwa un e Füh ung Polens, dem im Ve saille Ve age das obe schlesische Indus iegebie zuge allen wa . Da die We bewe bs e häl nisse101 ein solches Beginnen jedoch als gewag e scheinen ließen, e zich e e es schließlich gemeinsam mi 98 Vgl. S. 96. 99 Vgl. Anm. 5. 100 Gegenwä ig s eh das gleiche P oblem zu E ö e ung, wobei sich die Hohe Behö de de Mon an-Union in de Abweh gewisse na ionale Tendenzen auch aui jene ü beide Sei en o eilha e Lösung beziehen könn e. 101 Nach dem „S a is ischen Jah buch ü die Eisen- und S ahlindus ie 1952/53" sind die Lände an de Rohs ahle zeugung 1952 (im Ve gleich zu 1938 in Mill. ) wie olg be eilig : Bundes epublik 15,3 (14,5), F ank eich 10,9 (6,2), Belgien 5,1 (2,3), I alien 3,5 (2,3), Luxembu g 3,0 (1,4), Niede lande 0,7 (0,05) — G oßb i annien 16,7 (10,6), USA 84,5 (28,8) — UdSSR 35,0 (18,0), Tschecho- slowakei 3,5 (1,9), Polen 3,2 (1,4), Sowje zone 2,1 (1,7). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 96 Julius Gumpe [608 de Tschechoslowakei zuguns en eines Anschlusses an den Wes en (Ums ände, die gewisse Aussich en nach de Wiede e einigung Deu schlands e ö nen). Wäh end jedoch de Pa ne s aa in olge sei- ne geog aphisch beding en Bindung in diese Rich ung, die sich selbs heu e noch in de sons öllig e ände en Wi scha spoli ik gel end mach , be ei s 1927, zusammen mi Ös e eich und Unga n, dem S ahl- ka ell bei a , olg e Polen e s 1935, nachdem die Gemeinscha s- o ganisa ion mi Beendigung de Wel wi scha sk ise, An ang 1933, in de Fo m zusä zliche in e na ionale Ve kau sbü os neue Ges al gewonnen ha e. Mi , de Ausdehnung nach Os en gelang zugleich die Einbeziehung des No dens du ch den Bei i Englands, als Folge seine na ü lichen und wi scha lichen Abhängigkei om Kon inen , insbesonde e on Belgien102, on dem es einen g oßen Teil des Ma e ials und besonde s Halbzeug bezog. Dami egulie e sie as die gesam e eu opäische S ahlp oduk ion. Als de zwei e Wel k ieg die O ganisa ion ze schlug, ha e sie ih e Beziehungen be ei s bis No dame ika ausgedehn , das zwa nich in seine Gesam hei , abe du ch wich ige We ke e e en wa . Hie in zeig sich de zwei e und haup sächliche Un e schied zwi- schen de „In e na ionalen Rohs ahlgemeinscha " und de Mon an- union. Wäh end jene nach A . 14 des Ve ages wel o en wa , haben zu diese gemäß A . 98 de Unions-Sa zung mi ih e kon inen- alen poli ischen Konzep ion gegenwä ig nu eu opäische Lände , ge- naue gesag , nu die wes lichen Zu i . Ein K eis, de dadu ch noch enge wi d, daß sich sein wich igs e S ahlp oduzen , G oßb i annien, bewuß mi Rücksich au sein Commonweal h he aushäl . Jedoch we den sich auch hie au die Daue wah scheinlich die wi scha lichen No wendigkei en, besonde s im Falle de Übe p o- duk ion103, s ä ke e weisen als die ein adi ionellen Bindungen104. Man kann es nich behaup en, abe auch das Gegen eil is nich e wie- sen, daß solche E wägungen zu dem Ende 1954 abgeschlossenen losen „Assoziie ungs"-Ve age zwischen G oßb i annien und de Mon an- union als e s em zagha em Sch i ge üh haben, de bei Fo bes ehen 102 Noch heu e is Belgien eine de Haup lie e an en G oßb i anniens ü Eisene zeugnisse: Von dem Gesam ein uh we diese Wa en, de sich 1952 au 126 Mill. P und S e ling belie , en ielen au Belgien 18,5, au die Bundes epublik 9,8, au die USA 28,2, au Kanada 11,6 Mill. P und S e ling. Dabei handel es sich um o läu ige Zi e n, die de gleichen Quelle en nommen sind. 103 Vgl. S. 94. 104 Kennzeichnend is in diese Beziehung, daß die meis on wi scha lichen Bücksich en ge agenen p i a en Vo schläge, wie de sogenann e „Mackay-Plan" ( gl. „Dokumen e" S. 212 .) im Gegensa z zu den am lichen Plänen eine enge e Ve bindung ü du chaus wünschenswe e ach en. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 609] Eu opäisch« In eg a ion 97 kon inen ale Abhängigkei en105 wei e e nach sich ziehen und übe die bis 1939 bes ehende Ve bundenhei hinaus üh en wi d, besonde s dann, wenn die neues en Pläne Ges al gewinnen soll en106. Ande e sei s se z sich auch au dem Kon inen bei Abschwächung des öde a i en Gedankens das p ak ische E o de nis eine E wei e- ung de Ve bundwi scha meh und meh du ch. Noch ziel sie, nach dem Schei e n des geplan en „Rüs ungspools", de Zusammen- legung de Rüs ungswi scha (die sowohl de poli ischen Kons uk- ion de wes eu opäischen „Koali ion" als auch bes imm en Wi - scha sp inzipien wide sp ochen hä e), o allem au die echnisch- achliche Auswei ung107, die Einbeziehung de Ene gie, des Ve keh s, de A omk a u. a. ab. Abe es machen sich auch schon Zeichen ü eine äumliche Aus- wei ung107 beme kba , die sich auch hie aus gewissen Abhängigkei en108, o allem in Rich ung Übe see, e geben. Dabei könn e, um nu einen Vo gang de jüngs en Zei zu nennen, die 100-Millionen-Dolla anleihe, die die USA de Mon an-Union ( ü 25 Jah e) gewäh haben, seh wohl zu eine Ve s ä kung des We bewe bs mi de ame ikanischen Mon- an-Indus ie109. zu ih e Einbeziehung in die e agliche Regelung und dami u. U. zu eine Abkeh on de bishe igen ame ikanischen sowie den „geopoli ischen" Eu opape spek i en üh en. Dami wü de eine neue de geschich lichen En wicklung im g oßen en sp echende Wen- dung angebahn 110, die wi uns, nach diesen meh ins einzelne gehenden Be ach ungen noch einmal im Zusammenhang ku z e gegenwä igen wollen, weil uns so die zu indenden Lösungen am deu lichs en o Augen e en. IV. Allgemeine und poli ische G undsä ze Geschich lich beding , i das „In-Kon inen en-Den- k e n", eine Wo p ägung, die on dem ak i s en Ve ech e des Impe- 105 Vgl. Anm. 102. 108 Vgl. S. 99 . 107 Beides zusammen nenn man heu e auch „ho izon ale In eg a ion", wäh end man die He abse zung de Zölle zum Beispiel als „ e ikale In eg a ion" be- zeichne , Beg i e, die meh e wi en als klä en, weil sie Wesen liches e wischen und Unwesen liches he o heben. 108 Diese Abhängigkei bes eh sowohl au de Ein uh sei e ( gl. Anm. 102) wie au de Aus uh sei e. Um nu eine Gesam zahl zu nennen, sei da au hinge- wiesen, daß nach dem „S a is ischen Taschenbuch" de Mon an-Union (Luxembu g 1954) on den 1953 e zeug en 39,7 Mill. Rohs ahl 8,3 Mill. an d i e Lände gingen. 109 Vgl. Anm. 101 und 102. 110 Nich une wähn dü en in diesem Zusammenhange die „Dolla -F eilis en" bleiben, die sei Ende 1954 auch on de Deu schen Bundes epublik he ausgegeben we den. Sdimolle s Jah budi LXXV, S 7 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 98 Julius Gump e i [610 ialismus, on C. R h o d e s s amm , als eine E scheinung des 19. Jah - hunde s he o . Es is das au kommende Indus iezei al e , das un e Ausnu zung de e olu ionä en Möglichkei en de Technik be ei s die „geschlossene" Wi scha so dnung des Me kan ilismus gewal sam ge- ö ne ha und das seine gesellscha liche Sp engk a bald auch an de im We den beg i enen Na ionals aa s e assung e weisen wi d. Noch is es nich so wei . Denn noch is an eine „ e nun gemäße Te i o ialein eilung" de eu opäischen Na ionen, wie F . L i s in sei- nem „Na ionalen Sys em" de Poli ischen Ökonomie, 1844, es s ell , kaum zu denken. Abe wäh end e au die No wendigkei diese „Ge- bie sa ondie ung" hinweis , die zu Behaup ung de poli ischen, indus iellen und komme ziellen „Independenz" no wendig sei, und de e wegen e soga einen K ieg ü ge ech e ig häl , e kenn e be ei s eine neue Au gabe de Poli ik, nämlich eine „Kon inen al- poli ik111. Vo allem um dieses Zieles willen beklag e das Fehlen de Na ionaleinhei Deu schlands, das, du ch seine geog aphische Lage, seine Föde a i e assung, seine eligiöse Tole anz, seine kosmopoli- ischen Tendenzen und seine Kul u zum Ve mi le zwischen Os und Wes bes imm , in Wi klichkei zwischen beiden, selbs schwankend, hin und he ge issen we de. „Wü de dagegen Deu schland mi den dazu- gehö igen Seeges aden, mi Holland, Belgien und de Schweiz sich als k ä ige komme zielle und poli ische Einhei kons i uie en, wü de die- se mäch ige Na ionalkö pe mi den bes ehenden mona chischen, dynas ischen und a is ok a ischen In e essen die Ins i u ionen des Re- p äsen a i sys ems e schmelzen, insowei beide mi einande e äg- lich sind, so könn e Deu schland dem eu opäischen Kon inen den F ieden ü lange Zei e bü gen und zugleich den Mi elpunk eine daue nden Kon inen alallianz bilden111." Besonde s dann, wenn sich ih F ank eich bei Ve zich au den Gedanken an ein illuso isch gewal - sames, napoleonisches Kon inen alsys em und au unbe ech ig e G enz- ansp üche gegenübe Deu schland anschlösse. Wie diese Sä ze e kennen lassen, sind die G ünde ü den ge o - de en wes eu opäischen Zusammenschluß in e s e Linie poli ische , sodann abe auch wi scha liche A . Bei Wah ung de na ionalen Gleichhei , des „Eu opäischen Gleichgewich s", is de e klä e Haup - zweck, eine dem Kon inen in seine Gesam hei d ohende Ge ah ab- zuwenden. In diese Abweh hal ung, die au de E kenn nis be uh , daß bei g undsä zlichen Di e enzen eine „Übe b ückung" unmöglich is , lieg das Bedeu same und die eigen liche Leh e ü uns, wäh end die Anwendung dieses G undsa zes je nach de Rich ung de Bed ohung 111 Vgl. F . Lis : Das na ionale Sys em de poli ischen Ökonomie. 35. Kapi el: ,.Die Kon inen alpoli ik.44 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 611] Eu opäische In eg a ion 99 wechseln wi d112. Damals e schien sie ielen in Ges al de „englischen Insula sup ema ie" au den Kon inen al- und Kolonialmä k en, gegen die F . Lis als „gu e Eu opäe ", de e seinem Denken und seinem Wi ken nach wa , die au kommenden neuen Indus ies aa en zu mobi- lisie en such . Jedoch geschieh dies nich allein in de nega i en Absich , die b i ische Handels o mach zu b echen, als o allem aus dem G unde, England in die eu opäische F on einzu eihen, weshalb e sich auch in seinen le z en Lebensjah en pe sönlich und als P i a mann, abe mi dem ganzen Gewich seines Namens um eine englisch-deu sche Allianz bemüh . Denn schon sieh sein in die Zukun d ingendes Auge aus dem Dunkel de Geschich e eine neue Mach au auchen, die s ä ke sein wi d als alle ande en: Ame ika. „Dieselben U sachen nämlich, welche G oßb i annien au seinen gegenwä igen hohen S andpunk e hoben, we den — wah scheinlich schon im Lau e des nächs en Jah hunde s — das e einig e Ame ika au einen G ad on Indus ie, Reich um und Mach e heben, welche diejenige S u e, wo au England s eh , so wei übe agen wi d, als ge- genwä ig England das kleine Holland übe ag ." Seine nach Hunde - en on Millionen zählende Be ölke ung we de ih e Ins i u ionen, ih e Kul u und ih en Geis übe den ganzen Kon inen ausb ei en, dessen une meßliche und mi Reich um gesegne e Lände schließlich ein „Band de Kon öde a ion" umgeben we de. „So wi d in eine nich allzu en - e n en Zukun die Na u no wendigkei , welche je z den F anzosen und Deu schen die S i ung eine Kon inen alallianz gegen die b i ische Sup ema ie gebie e , den B i en die S i ung eine eu opäischen Koali- ion gegen die Sup ema ie on Ame ika gebie en." Wie sie heu e diesem, so können wi seine p ophe ischen Wo e, ohne uns de Ge ah de Mißdeu ung auszuse zen, o en wickeln, die Bildung eine ame ikanisch-eu opäischen Koali ion und In eg a ion gegen eine neue, im Os en en s andene Sup ema ie als wel poli ische Ve p lich ung au e leg . Dabei wollen wi jedoch genau so wenig wie F . Lis übe sehen, daß auch dieses (zwischen-)„kon inen ale Sys em", wie es sich seine Zei as on selbs aus dem „na ionalen Sys em" zu e geben schien, nu ein Übe gangszus and zu einem ande en, zu einem die T ennung on Os und Wes übe windenden „Wel sys em" sein kann. Ein Gedanke, bei dem ihn, wie e uns in seine le z en Sch i o enba 113, be o ihn pe sönliche No in den Tod ieb, die Ahnung be iel, es möch e au 112 Un e diesem Gesich spunk müssen wi u. a. auch die Bisma cksche „Rück- e siche ung" we en und e we en. 113 Vgl. F . Lis : Das na ionale Sys em de poli ischen Ökonomie. Ausgabe on A. Somme , Bd. 6, S. 557 . und 640 . 7* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 100 Julius Gumpe [612 diesem Wege übe haup e was ganz Neues, die „Wissenscha ode Poli- ik de Zukun " zu s i en sein, die zum mindes en so g oßen Nu zen leis en dü e wie die „Wissenscha de Ve gangenhei ". Von eine Syn hese beide (die be ei s in seine A bei sme hode angedeu e lieg ), eine Gesam disziplin aus Poli ik, Geschich e und Ökonomie e wa e e we olle E kenn nisse, besonde s auch ü die Regie ung. Nich sie, so s ell e die Ve an wo lichkei kla , sonde n die in e s e Linie dazu be u ene „Na ionalökonomie", die zu wenig p ak ische A bei geleis e habe, üge die Schuld da an, daß auch die G oße Poli ik bis- he nu eine K ücke de Diploma ie gewesen sei. Ande e sei s sei au dem empi ischen Wege die Aussich in die- Zukun e schlossen ge- wesen, solange die mode ne Technik nich en wickel und die üh en- den Wel mäch e, die Ve einig en S aa en und England, nich in olle En al ung beg i en wa en. Un e diesen Ums änden habe die Poli ik kaum zehn Sch i e wei o wä s sehen können. „Mi : Hil e de e o - mie en Na ionalökonomie glauben wi abe ", so schließ e , „ih Blick könne mindes ens zehnmal wei e agen." Eine E kenn nis, die e als- bald auch au sich anwende , und die ihn e anlaß , seine En wick- lungss u en heo ie, die on einem U zus and, den e als wilden Zus and bezeichne , übe den Hi ens and, den Ag ikul u s and, den Ag ikul- u -Manu ak u s and bis zum Ag ikul u -Manu ak u -Handelss and üh en soll, s illschweigend p eiszugeben. Li sie doch, on de höhe- en Wa e aus, die e je z e eich ha e, an eine de Wi klichkei nich en sp echenden Einsei igkei , nämlich an de ausschließlich wi scha lichen Be ach ungsweise, die in Gegensa z zu seinen neu gewonnenen Einsich en s and114: „Die Geschich e an ih em Teil sp ich unleugba zuguns en de Fo de ungen de Zukun , indem sie leh , wie jede zei die ma e ielle und geis ige Wohl ah de Menschen in glei- chem Ve häl nis mi de Ausdehnung ih e poli ischen Einigung und ih e komme ziellen Ve bindung gewachsen is ." Dami ge ä L i s als Wegbe ei e au eine En wicklungslinie, wie sie im G unde auch die „His o ische Schule" bis zu G. Schmolle und K. Büche e olg 115: „Im U zus and de Menschhei gewah- en wi nu Familien e eine, dann S äd e, dann Kon öde a ionen on S äd en, dann Ve einigungen on ganzen Lände n, zule z Einigungen on ielen S aa en un e dem Rech sgese z." Ta sachen, die nach zwei Wel k iegen unang ei ba e als je zu o sind, denen jedoch bishe die inne e Zwangsläu igkei zu ehlen schien. F . Lis deu e sie ein- ach als „die Na u de Dinge", die in Ve bindung mi den geis igen K ä en, mi Ve nun und Religion, so mäch ig gewesen sei, die Eini- 114 Vgl. Einlei ung zu zwei en Au lage. 115 Vgl. F . Lis : a.a.O., Kapi el 11: „Die poli ische und die kosmopoli ische Ökonomie." OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 613] Eu opäische In eg a ion 101 gung, die bei de Familie begann, bis au Hunde e on Millionen zu e s ecken, und die man seine Meinung nach auch ü s a k genug hal en müsse, die Einigung alle Na ionen in eine (demok a ischen) Wel ökonomie und Wel union zu bewi ken (weshalb üglich wede on eine „K ise de Demok a ie", noch on eine „K ise de In eg a ion" gesp ochen we den kann). Wi nennen diesen nachweis- ba en De e minismus das Gese z de wachsenden Sou e äni ä . Au einem Wide s ei mi einem ande en gesellscha lichen G undp inzip, de P oduk i i ä be uhend116, läß es auch die gegenwä ige Wel lage in einem deu liche en Lich e e scheinen. Es is das En wicklungss a- dium de Wel wi scha , in dem wi uns belinden und on dem wi auszugeben haben. Die Ta sache, daß ih e plane a ische Einhei du ch die impe ialis ischen K iege und Nachk iege ze s ö wo den is , ände in diese Beziehung nich s; denn diese S ö ungen sind, solange sie auch anhal en mögen, zwei ellos o übe gehende Na u . Deshalb können Bes ebungen, die lediglich au die Wiede he s el- lung eines schon um die Jah hunde wende e eich en Zus andes ge- ich e sind, wie die „Libe alisie ung", wohl als Rein eg a ion, nich abe als In eg a ion bezeichne we den. Von eine solchen soll e man, au unse e heu ige Lage bezogen, nu dann sp echen, wenn es sich, all- gemein ausged ück , um enge e Zusammenschlüsse handel , als sie das P inzip de Meis begüns igung, au dem die bishe höchs e S u e, die Wel wi scha au gebau is , beding , also besonde s im Falle on wi - scha lichen und poli ischen Unionen (nich Koali ionen). Ob dabei de „P ima de Wi scha " ode de „P i- ma de Poli ik" zum Zuge komm , is an und ü sich, wie ge- zeig wu de, gleichgül ig ode zum mindes en zwei angig. Je nach den Ums änden wi d bald das eine, bald das ande e im Vo de g und s ehen, wäh end sich die En wicklung im g oßen anscheinend au de Linie des ge ings en Wide s andes ode auch des s ä ks en Ge älles ollzieh 117. So kann eine neue s aa liche Einhei , ein „Supe s aa ", wie man un e Ve wendung übe hol e s aa s ech liche Beg i e und geschich lich unzu e end sag , die Folge eine daue ha en gemein- samen Außen- und Weh poli ik sein. In diesem Falle hä en wi die s a k ums i ene Ta sache zu e zeichnen, daß eine in eg ie e A mee na Yg] meinen Au sa z: „Das Gese z de wachsenden Sou e äni ä ", a.a.O. 117 Seh bezeichnend hie ü is de Aussp uch des Ini ia o s de EVG, R. Ple en, de seinen Plan mi de Beme kung einlei e e ( gl. ,, Dokumen e" S. 341 .): „Die anzösische Regie ung ha e gedach , daß die Ve wi klichung de Mon an- union es e möglichen wü de, sich an den Gedanken eine eu opäischen Ge- meinscha zu gewöhnen, ehe die -so delika e F age eine gemeinsamen Ve - eidigung in Ang i genommen wü de. Die E eignisse in de Wel lassen ih keine F is . Abe de Zwang de E eignisse allein läß eine kons uk i e Lö- sung zu." OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27 102 Julius Gumpe [614 o eine in eg ie en poli ischen Gemeinscha o handen wä e, wie das ehemals die Regel bilde e. Zu dem gleichen Ziele kann man heu e un e denselben Bedingungen eine gemeinsame Wi scha s- und Fi- nanzpoli ik üh en. Im Gegensa z zu ühe en Zei en muß jedoch bei eine solchen Ve schmelzung de om ökonomischen Wel zei al e ge- scha ene Zus and be ücksich ig we den, d. h. die Gleichschal ung on Poli ik und Wi scha , au die ein solche Vo gang s e s hinausläu , muß in his o ische Pe spek i e ein Sch i o wä s sein. Ge ade das abe wi d man m. E. on den Kon inen alunionen im allgemeinen und de eu opäischen im besonde en nich uneinge- sch änk sagen können. Und am wenigs en i es un e wi scha - lichen (Kos en-)Gesich spunk en. den allgemeinen Kos engese zen und dem „Gese z de kompa a i en Kos en'* zu, mi dem eine „G oß aum- wi scha " gewöhnlich beg ünde wi d. Denn dieses „Gese z" äg seine Anlage und Wi kung nach uni e salen Cha ak e wie unse e In- dus iewi scha , de es nachgebilde is . Will uns danach eine Kon i- nen alwi scha im s engen Sinne des Wo es mi eine Kon inen al- s aa lichkei , -na ionali ä und -Sou e äni ä als Ko ela , die soge- nann e „ins i u ionelle In eg a ion", wenig aussich s eich e scheinen, so we den wi doch jede ande e A de In eg a ion gu heißen können, die mi Hil e geschich sgemäße Fo men und Ein ich ungen und bei Ve meidung eines neuen es ik i en zollpoli ischen ode sons igen p o ek ionis ischen Regionalismus und Kon inen alis- mus, mi einem Wo des Isola ionismus de wel wei en Ve - s ändigung und Annähe ung au poli ischem, wi scha lichem und so- zialem Gebie am bes en dien . Au eine Fo mel geb ach — und p og amma isch zugespi z — läß sich de G und a sachenzusammenhang auch so zum Ausd uck b ingen: Wie im Zei al e de Wel in eg a ion die Bil- dung eine du ch neue Sch anken gekennzeich- ne en Kon inen alunion ein Rücksch i und eine Beein äch igung des au dem Wege de in e - na ionalen „A bei s eilung" be ei s da übe hin- aus g e w a c h s e n e n globalen W i s c h a s k ö p e s wä e,sobedü eesnachdenVo gängende his o- ischenS ad -undS aa swi scha ü denÜbe - gang om na ionalen z u m W e 11 s o z i a 1 i s m u s eines einhei lichenpoli ischenFundamen s,a Isoeine wenigs ensbis zu einemgewissenG ade o ge ie- benen Wel union und dami de P eisgabe de „Sou e äni ä ". OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.5.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:27