Zur theoretischen Fundierung des kommunalen Finanzbedarfs in Zuweisungssystemen
Abstract
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Full text
Kuhn, Thomas
A icle
Zu heo e ischen Fundie ung des kommunalen
Finanzbeda s in Zuweisungssys emen
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Kuhn, Thomas (1993) : Zu heo e ischen Fundie ung des kommunalen
Finanzbeda s in Zuweisungssys emen, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
(ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü
Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 113, Iss. 3, pp. 425-445,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.113.3.425
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Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en (ZWS) 113 (1993), S. 425 - 445
Duncke & Humblo , Be lin
Zu heo e ischen Fundie ung
des kommunalen Finanzbeda s in Zuweisungssys emen*
Von Thomas Kuhn**
De o liegende Bei ag behandel die Messung des Finanzbeda s in Zuweisungs-
sys emen un e o mal- heo e ischen Aspek en. Nach eingehende Diskussion eine
möglichen mone ä en Quan i izie ung wi d Beda im hie o mulie en Modell allge-
mein als Index konzipie , de beliebig iele Beda sindika o en zu einem pauschalen
Maß agg egie . Seine heo e ische Fundie ung se z an de Dimensionali ä de Skala
eines Index an, die nu solche T ans o ma ionen e äg , die die Ve eilung in a ian
lassen, was p inzipiell ü jedes Maß gel en muß. Zusammen mi de Fo de ung wei e-
e sinn olle Eigenscha en lassen sich dann geeigne e Indizes axioma isch cha ak e-
isie en, wobei Theo eme aus de „dimensional analysis" Anwendung inden. Vo
diesem Hin e g und kann auch de adi ionell e wende e „ e edel e Einwohne "
k i isch e lek ie we den.
Ein üh ung
Die Messung des kommunalen Finanzbeda s gil nach wie o als eines
de schwie igs en und bis heu e noch ungelös en P obleme des Finanzaus-
gleichs. Doch Zuweisungen an Kommunen, die au den Ausgleich iskali-
sche Dispa i ä en abzielen, sind au ein ope a ionales Beda smaß unmi -
elba angewiesen. Denn da on soll e ih e Ve eilung na ü lich wesen lich
gep äg sein, um die gewünsch e p og essi e Wi kung zu gene ie en. In
diese Beziehung ha de sogenann e „ e edel e Einwohne " im deu schen
Finanzausgleich eine g oße T adi ion1. Ihm lieg die Idee zug unde, Beda
im wesen lichen au nu einen Indika o , eben die Einwohne zahl, zu ück-
üh en zu können. Ih Schei e n zeig sich heu e in einem höchs komplizie -
en Beda smaß, das seine inne e Logik wei gehend eingebüß ha und des-
wegen auch wiede hol s a ke K i ik ausgese z wa . Dennoch gil es o
allem in de Finanzp axis imme noch als die einzig p ak ikable Möglich-
kei , den Beda on Kommunen zu quan i izie en (s. z.B. A bei sg uppe
1987, 30; Finanzausgleichskommission Baden-Wü embe g 1977, 22)2.
* Übe a bei e e Fassung des Bei ags N . 56, Volkswi scha liche Diskussions-
eihe, Uni e si ä Augsbu g, Ap il 1991.
* *
De Au o dank de DFG ü inanzielle Un e s ü zung.
1 Zu En s ehungsgeschich e des e edel en Einwohne s s. Hansmeye / Kops 1985.
2 Al e na i en bie en z.B. Hi o a 1985 und OECD 1981.
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426 Thomas Kuhn
In diesem Bei ag soll nun de kommunale Finanzbeda in e s e Linie
un e p inzipiellen, meh o mal- heo e ischen Gesich spunk en behandel
we den, was jedoch auch ü die Finanzp axis einschneidende Konsequen-
zen mi sich b ingen dü e, und zwa öllig unabhängig da on, wie Beda
auch imme konk e isie wi d. Anzuse zen is dabei an den Funk ionen, die
de Finanzbeda inne halb on Zuweisungssys emen einnimm . Wäh end
de eben schon e wähn e e edel e Einwohne in diese Hinsich ein Maß ü
in e kommunale Beda sun e schiede abgeben soll, komm dem mone ä en
Beda sni eau eine ganz ande e Funk ion zu. Le z e es ha nämlich zu
gewäh leis en, daß eine Ve eilung exis ie , die die e ügba en Finanzmi -
el genau ausschöp , und in diese Eigenscha wi d es auch endogenisie .
Dami nimm es inne halb des Sys ems zwa eine zen ale S ellung ein, es is
jedoch zu agen, was den mone ä en Beda dann übe haup de e minie
und welche Ve eilung da aus esul ie .
De e edel e Einwohne als das eigen liche Beda smaß is im G unde als
ein Index au zu assen, de sich zwangsläu ig aus meh e en einzelnen
Beda sindika o en zusammense z und diese zu einem globalen Maß e -
schmelzen muß, was s e s ein k i ische Vo gang bleiben wi d. Inso e n sind
solche Indizes imme au ih e implizi en Eigenscha en hin zu un e suchen,
insbesonde e was das Skalenni eau und die Ve gleichba kei de Indika o-
en sowie die zulässigen Agg ega ions unk ionen angeh . Dazu wi d eilich
eine Theo ie ü Beda sindizes benö ig , die auch die G undlage ü eine
K i ik am e edel en Einwohne abgeben könn e, zu Zei abe noch wei -
gehend ehl .
Eine solche Theo ie, wie wi sie hie im Ansa z en wickeln wollen, ha
zunächs einmal die aus dem Zuweisungssys em selbs kommenden Fo de-
ungen au zunehmen. Dies be i hie o allem die Skala des Index, de
nu solche T ans o ma ionen e äg , die die Ve eilung de Zuweisungen
in a ian lassen. Welches Meßni eau dabei benö ig wi d, häng also allein
on dem zug undeliegenden Zuweisungssys em ab. Da on wi d dann die
Auswahl und die Agg ega ion de einzelnen Indika o en schon s a k
gep äg . Zusammen mi de Fo mulie ung wei e e sinn olle Eigenscha -
en lassen sich geeigne e Beda sindizes schließlich axioma isch cha ak e i-
sie en, wo ü man sich Theo eme aus de „dimensional analysis" zu eigen
machen kann. In diesem Kon ex e olgen wi das Ziel, die mi dem e -
edel en Einwohne e bundenen Res ik ionen abzuschwächen und al e na-
i e Maße zu gene ie en.
Dami is de Au bau dieses Bei ags schon wei gehend o gezeichne .
Nach eine ku zen Modell o mulie ung un e suchen wi die Rolle des
Beda sni eaus im Hinblick au die sich ü die Mone a isie ung des Beda s
e gebenden Konsequenzen. Da an schließ sich eine Besch eibung des e -
edel en Einwohne s an, de allgemein au einen Beda sindex zu ückge üh
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De kommunale Finanzbeda in Zuweisungssys emen 427
wi d. Es we den sodann g undsä zliche Al e na i en zum e edel en Ein-
wohne en wickel und axioma isch cha ak e isie . Vo diesem Hin e -
g und kann auch de e edel e Einwohne noch einmal k i isch e lek ie
we den. Eine Zusammen assung de wich igs en E kenn nisse schließ den
Bei ag ab.
1. Das Modell
Das nach olgende Modell besch eib die im kommunalen Finanzausgleich
sei langem p ak izie en allgemeinen Zuweisungen in ih e G unds uk-
u 3. Es basie au einem Kommunenkon inuum
H
= [0,1], au dem eine Ve -
eilung on Zuweisungen als Funk ion S
:
ÏÏ R+ de inie is , wobei 5 e -
ikalen und ho izon alen Ve eilungszielen zu genügen ha . Dahe muß
zunächs einmal jede Funk ion S die Bedingung
i
(1) I S(i)di = M, M> 0
o
e üllen, die ein ach nu besag , daß die Zuweisungen die e ügba e
Finanzmasse M olls ändig ausschöp en sollen4. Dabei wi d M aus dem obli-
ga o ischen bzw. akul a i en S eue e bund gespeis und gewöhnlich als
ein Maß ü die In ensi ä des e ikalen Finanzausgleichs angesehen5. Die
ho izon ale Ve eilung diese Finanzmi el au die Kommunen soll de
Bedingung
a(B{i) - K(i)) B(i) > K(i), 0 < a < 1
(2) S(i) = l
l 0 , sons
genügen. Da in ep äsen ie en die au ganz II de inie en und s e igen
Funk ionen B (i) und K(i) den kommunalen Finanzbeda bzw. die kommu-
nale Finanzk a 6. Demnach e hal en Kommunen einen Teil de Di e enz
zwischen ih em Finanzbeda und ih e S eue k a als Zuweisung, so e n
de Finanzbeda die S eue k a übe s eig . Im ande en Fall bekommen sie
nich s, müssen alle dings auch keine Umlagen en ich en. De Pa ame e a,
als Ausschü ungsquo e ode Ausgleichssa z bezeichne , gil in de Regel als
ein Maß ü die In ensi ä des ho izon alen Ausgleichs.
3 Dieses geh au Kuhn 1990 zu ück und wi d do aus üh lich besch ieben. Siehe
dazu auch Kuhn / Hanusch 1991, Kuhn 1991/92; 1992a, b.
4 Dazu muß S in eg ie ba sein.
5 Zu Bemessung on M nach Gesich spunk en des e ikalen Finanzausgleichs s.
G osseke le 1988.
6 Die S e igkei on B(i) und K(i) s ell die s ückweise S e igkei und dami die in
(1) ge o de e In eg ie ba kei on S{i) siche .
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428 Thomas Kuhn
Be ach e man Ausschü ungsquo e und e eilungs ähige Finanzmasse,
mi denen de S aa den ho izon alen und e ikalen Ausgleich zu egulie-
en gedenk , als exogen gegeben, dann muß eine Ve eilung, die die Bedin-
gungen (1) und (2) gleichzei ig e üll , nich exis ie en. Denn die e ei-
lungs ähige Finanzmasse dü e in alle Regel nich aus eichen, um die o -
handenen iskalischen Dispa i ä en zu dem gewünsch en G ad auszuglei-
chen. Und da in d ücken sich o ensich lich die zwischen dem ho izon alen
und e ikalen Ausgleich bes ehenden Zielkon lik e aus.
Um sie au zulösen, gib es im P inzip zwei Möglichkei en. Die eine e o -
de einen nach oben hin o enen Finanz onds, de sich lexibel an die o -
handene iskalische Ungleichhei und den gewünsch en Ausgleichsg ad
anzupassen hä e. Dies wü de alle dings bedeu en, daß de e ikale Aus-
gleich de Kon olle eines Landes en zogen wä e, was sich allein schon des-
wegen e bie e , weil die Finanzmasse du ch das Gemeinscha ss eue au -
kommen und den An eil, de den Kommunen da an zus eh , wei gehend
de e minie und limi ie wi d. Die zwei e Möglichkei , eine Ve eilung zu
gene ie en, bes eh da in, den Ausgleichssa z endogen so es zulegen, daß
bei gegebenen iskalischen Dispa i ä en die e ügba en Finanzmi el nich
übe sch i en we den. Dies dü e alle dings den ho izon alen Ausgleich
s a k einsch änken, denn mögliche weise müß e man sich dabei mi nu seh
ge ingen Ausschü ungsquo en zu ieden geben, da die kumulie en Finan-
zie ungsde izi e die o handenen Finanzmi el in de Regel bei wei em
übe e en. Und dami wü de diese Pa ame e seinen ins umen alen Cha-
ak e as öllig einbüßen, weshalb seine Spezi ika ion den poli ischen
En scheidungs äge n o behal en bleiben soll e und nich du ch das
Sys em o weggenommen we den da . Dies i in en sp echende Fo m
na ü lich auch au die Finanzmasse zu. Doch p inzipiell kann im obigen
Sys em imme nu eine diese beiden Pa ame e ei gewähl we den, de
jeweils ande e wä e dann in gewisse Weise unk ional da on abhängig.
Um dies zu e meiden und die dahin e s ehenden Ve eilungskon lik e
e mein lich zu umgehen, ha man sich im kommunalen Finanzausgleich
da ü en schieden, den Finanzbeda zu endogenisie en. Dies geschieh
du ch die Endogenisie ung eines ü alle Kommunen einhei lich gel enden
Beda sni eaus und e klä gleichzei ig die A und Weise, wie Beda im
oben o mulie en Zuweisungssys em gemessen wi d. Die Fo mel da ü lau-
e nämlich:
(3) B(i) := E(i)b(i)G,
wobei E(i), i e
H
die Einwohne zahl eine Kommune, b(i)} ¿eil einen
Beda sindex und
G
das schon e wähn e Beda sni eau bezeichnen7.
7 E (i) und b (i) seien wiede au ganz II de inie und s e ig, was die in (2) ge o de e
S e igkei on B (i) siche .
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De kommunale Finanzbeda in Zuweisungssys emen 429
Die Einwohne zahl eine Kommune s ell den naheliegends en und wohl
geb äuchlichs en Maßs ab ü den Finanzbeda da , de insbesonde e im
deu schsp achigen Raum eine lange T adi ion ha . Sie wi d dann noch
meh ach e höh , man sag auch „ e edel ", indem zum einen de P o-Kop -
Beda nach de G öße eine Kommune ges a el wi d, und zum ande en
noch wei e e Beda s a bes ände ein ließen, die mi Hil e on Indika o en
zunächs in physischen Einhei en gemessen, in Einwohne we e ans o -
mie und zu a sächlichen Einwohne zahl addie we den. Dies d ück
sich le z lich in dem Beda sindex b aus.
Dami wi d alle dings, wie wi noch zeigen we den, lediglich ein ka dina-
les Maß ü den in e kommunal di e ie enden Beda gene ie , das e s
du ch das Beda sni eau G eine mone ä e Bewe ung e äh . Dieses
Beda sni eau wi d im kommunalen Finanzausgleich auch als G undbe ag
bezeichne und gib mi (3) de ini ionsgemäß den du chschni lichen
Finanzbeda eines e edel en Einwohne s an, de ü alle Kommunen glei-
che maßen gil . Wäh end E und b exogen zu spezi izie en sind, wi d G aus
dem Sys em he aus bes imm , und man en ledig sich dami gleichzei ig de
unbequemen und nich ganz leich en Au gabe, den Beda on Kommunen
in mone ä e Fo m zu messen. Da au wollen wi im nächs en Abschni
noch e was genaue eingehen und insbesonde e agen, welche G ößen das
Beda sni eau de e minie en und wie die Ve eilung de Zuweisungen le z -
lich aussieh .
2. Das Beda sni eau
Das Beda sni eau G zu bes immen, heiß in unse em Fall ja nich s ande-
es, als das Gleichungssys em (1) - (3) zu lösen, mi dem die hie o mulie -
en Zuweisungen olls ändig besch ieben we den. Dazu wi d es sich als no -
wendig e weisen, die Kommunen nach ih em Reich um anzuo dnen. Als
K i e ium da ü dien , auch in empi ischen S udien (s. z.B. Deubel 1984,
124), das Ve häl nis aus kommunale S eue k a und kommunalem Beda ,
hie also die Funk ion
K(i)
(4) K(i) : = E(i)b(i)
die sich aus den oben einge üh en kommunalspezi ischen Kennzi e n
ablei e . Gemessen an K(i) gil eine Kommune als um so ä me , je höhe ih
Beda und je ge inge ih e S eue k a aus äll . Desgleichen kann K(i)
mone ä , nämlich als die au einen e edel en Einwohne bezogene S eue -
k a in e p e ie we den. Wi nehmen K(i) als s e ige, di e enzie ba e
und s eng mono on wachsende Funk ion II—>R+ {0} an, was im disk e en
Fall bedeu en wü de, daß die Kommunen nach ih em Reich um in au s ei-
gende Reihen olge geo dne sind.
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430 Thomas Kuhn
Dami sind wi in de Lage, die G enze zwischen zuweisungsbe ech ig en
und abundan en Kommunen du ch den Pa ame e a zu ma kie en, de au -
g und on (2) und (3) wie olg zu de inie en is :
(
a = 0 , G<K(0)
G-K(a) = 0 ,Ge(K(0),K(l)]
a = 1 , G>K(1).
Da a (G) in (5) eine s eng mono on wachsende Funk ion on G da s ell ,
d.h. die zuweisungsbe ech ig en Kommunen mi G zunehmen, is a endo-
gen.
Beda sni eau
G *
und die G enze a* sind mi Hil e on (5) simul an zu
bes immen, wobei gezeig we den kann, daß eine eindeu ige Lösung exi-
s ie 8. Nach einigen Um o mungen e häl man hie ü :
M
— +
a
J
K(i) di
(6) G* =
i
E(i)b(i)di
o
wobei a* du ch
M
I
K(i) di
(7) - K(a*) = 0
5
E(i)b(i) di
lediglich implizi gegeben is 10. Mi G* und a* is auch die Ve eilung de
Zuweisungen eindeu ig bes imm ; sie lau e (s. Kuhn 1990, 8):
(8) S(i)* = M(i)* + a(D(z)* - K(i)), ie [O, a*)
= 0 , i e [a*, 1].
8 Fü eine aus üh liche Da s ellung und den Beweis de Exis enz und Eindeu ig-
kei s. Kuhn 1990, 7 . und Anhang AI.
9 Falls in (7) s a de Gleichhei s ela ion die Rela ion
„
> " gil , dann is a* = 1. Die
Lösung a* = 0 kann nich o kommen, da die in F age kommende Ve eilung S
(¿)*
= 0,
i e [0,1] un e de Vo ausse zung M > 0 die Bedingung (1) e le zen wü de.
10 Dies is auch de eigen liche G und, weshalb in de Finanzp axis de G undbe-
ag und dami die endgül ige Ve eilung de Zuweisungen mi einem nume ischen
I e a ions e ah en be echne we den müssen. Eine algo i hmische Besch eibung
dieses Ve ah ens im disk e en Fall und einige Al e na i en dazu inden sich in Kuhn
1988, 49 ., lOO .
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De kommunale Finanzbeda in Zuweisungssys emen 431
Da in bezeichnen die Funk ionen
E(i)b(i)
(9) M(i)* = M(i, a*) := — M
I E(i) b(i) di
o
und
E(i)b(i) }
(10) D(i)* = D(i, a*) := K(i)di
* o
| E(i) b(i) di
o
den nach dem ela i en Beda e eil en Finanzmassenan eil bzw. S eue -
k a an eil de zuweisungsbe ech ig en Kommunen. Beide An eile nehmen
mi s eigendem a* ab.
Die Zuweisungen an Kommunen bes ehen gemäß (8) aus eine e ikalen
und eine ho izon alen Komponen e, die auch als Do a ions- bzw. Redis i-
bu ionskomponen e zu bezeichnen wä en11. Mi de Do a ionskomponen e
pa izipie eine Kommune nach Maßgabe ih es ela i en Beda s an de
Finanzmasse, mi de Redis ibu ionskomponen e wi d ein Ausgleich zwi-
schen dem S eue k a an eil eine Kommune und ih e eigenen S eue k a
o genommen.
In e p e ie man dieses Resul a un e Beda sgesich spunk en, äll als
e s es au , daß in diese Ve eilung das Beda sni eau und de on ihm
abgelei e e mone ä e Finanzbeda übe haup nich meh au scheinen, was
na ü lich die Folge de Endogenisie ung diese G ößen is . Sie we den
ih e sei s nun in e s e Linie on de Einnahmensei e de ö en lichen Haus-
hal e de e minie , nämlich de kommunalen S eue k a und de o hande-
nen Finanzmasse, und passen sich somi den gegebenen inanziellen Mög-
lichkei en an. Bei eine Ausschü ungsquo e on
1
wi d dies auch o enkun-
dig; in diesem Falle gib das Beda sni eau ein ach nu die im Du chschni
au einen e edel en Einwohne en allenden inanziellen Mi el an. Dami
wi d de Finanzbeda on de Ausgabensei e de ö en lichen Haushal e
öllig abgekoppel und is nich meh zu e gleichen mi solchen Konzep en
wie dem „no malisie en Finanzbeda " (Seile 1980,
32 .)
ode „o iginä-
en Finanzbeda zu Du chschni skos en" (Zimme mann u.a. 1987, 5,
395 .; Zimme mann 1987, 152 .), die an den Kos en de ö en lichen Au -
gabene üllung anknüp en.
11 Diese Beg i e wu den on G osseke le 1988, 436 gep äg . Alle dings wi d do
in de o malen Da s ellung die Zahl de zuweisungsbe ech ig en Kommunen als
bekann o ausgese z .
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432 Thomas Kuhn
Schließlich nimm die Ve eilung ein ganz ande es Aussehen an, als es die
g undlegenden Gleichungen, insbesonde e die Fo mel (2), e mu en lassen.
Mone ä in e p e ie ba e G ößen de Beda ssei e be inden sich nich un e
ih en De e minan en, jene en s ammen ausschließlich de Einnahmensei e
de ö en lichen Haushal e. Fiskalische Dispa i ä en we den allein übe die
Funk ion K(i) gemessen, in die die Funk ionen E (i) und b
(z)
bekann lich als
Beda skennzi e n eingehen. Dahe kann die Di e enz zwischen Finanzbe-
da und S eue k a , au die noch die Fo mel (2) au bau , nich als ein a -
sächlich in eine Kommune o handenes Finanzie ungsde izi be ach e
we den - le z e es dü e in de Regel wesen lich höhe liegen - ebenso wie
noch lange nich gesag is , daß Kommunen auch a sächlich einen Finan-
zie ungsübe schuß au weisen müssen, wenn sie lau (2) keinen Ansp uch au
Zuweisungen haben.
Insgesam gesehen büß dieses Ve eilungs e ah en du ch die Endogeni-
sie ung des Finanzbeda s iel an T anspa enz ein, ohne die g undlegenden
Kon lik e zwischen e ikalem und ho izon alem Ausgleich wi klich lösen
zu können. Da au können wi an diese S elle nich im einzelnen eingehen,
sonde n nu ku z e wähnen, daß die iskalische Ungleichhei o z s eigen-
de Ausschü ungsquo e soga wiede zunehmen kann, wenn die Finanz-
masse s a k genug zu ückgeh (s. Kuhn 1990, 21; Kuhn
1992 b).
Welche
G ad an Ungleichhei le z lich bes ehen bleib , häng on den o ge unde-
nen iskalischen Dispa i ä en und de e eilungs ähigen Finanzmasse ab (s.
Kuhn, 1992 a,
124 .).
Dem könn e nu du ch die Implemen a ion eines
Umlagesys ems begegne we den, das es e lauben wü de, die Redis ibu ion
au de ho izon alen Ebene om Um ang des e ikalen Ausgleichs zu en-
nen12.
3. De e edel e Einwohne als Beda sindex
De Beda on Kommunen, so e n e sich nich in mone ä en Ka ego ien
ausd ücken läß , is als ein heo e isches Kons uk zu be ach en, das nich
di ek beobach ba is und dem eine na ü liche Skala ehl . Was wi beob-
ach en können, sind imme nu einzelne Aspek e, ode ande s ausged ück ,
einzelne Komponen en des Beda s, die mi Indika o en ope a ionalisie
und meis in ih en na ü lichen Einhei en gemessen we den. So gesehen is
Beda als ein Agg ega einzelne Beda sindika o en, also als Index au zu-
assen und zu konzipie en, um eine pauschale Einschä zung und einen Ve -
gleich de Beda ssi ua ion on Kommunen zu e möglichen.
Allgemein sind solche Indizes als Funk ionen 6 mi
(11) b(i) := b(x(i))
12 Zu In eg a ion on Umlagen in das obige Zuweisungssys em s. Kuhn 1992 a,
188 .; Buhl / Kuhn / P ings en 1989; Kuhn 1988, 186 .
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De kommunale Finanzbeda in Zuweisungssys emen 439
en Einwohne alle dings nich explizi o genommen - wi d dadu ch die
Ve gleichba kei de Indika o en e s he ges ell . Hie bei lassen sich impli-
zi e We u eile kaum e meiden, weil da ü au objek i e K i e ien nich
eku ie we den kann. Demgegenübe ha de Index in (19) den g oßen
Vo eil, daß eine gemeinsame Skala ü die Indika o en nich gescha en
we den muß, obwohl auch e die Spezi ika ion on Pa ame e n e o de
und die s enge Ka dinali ä alle Indika o en implizie , wo ü de In o -
ma ionsgehal iele Indika o en siche nich aus eichen dü e.
Auch wenn die Auswahl eines geeigne en Index somi on o nhe ein
s a ken Res ik ionen un e lieg , spielen da ü noch wei e e, als sinn oll
e ach e e Eigenscha en, e wa die
Mono onie
(A6) b(x) > b(x), ¿>x29
und die
Linea e Homogeni ä
(AI) b(Xx) = Xb(x),
A
> 0
eine Rolle. Sie e langen, daß de Index s eigenden Beda signalisie en soll,
wenn wenigs ens ein Indika o s eig , und genau um den Fak o
A
zunehmen
soll, wenn alle Indika o en um
A
s eigen. Da das gewogene P oduk als einzi-
ge Index (A2) e üll und (wie iele ande e Indizes) auch den Axiomen (A6)
und (A7) genüg , kann e du ch diese d ei Axiome cha ak e isie we den30.
Ha man sich einmal au einen so deduzie en Funk ions yp geeinig ,
bleib imme noch die F age de Selek ion de Indika o en und de Spezi i-
ka ion de Pa ame e o en, die mi de Axioma ik nich bean wo e we -
den kann. Dazu ließe sich e wa an kommunalen Au gabenka alogen
anknüp en und de An eil de in einem Au gabenbe eich ge ä ig en Ausga-
ben an den Gesam ausgaben als Gewich ungsschema e wenden31. Denkba
wä e auch, ökonome ische S udien übe die De e minan en de kommuna-
len Ausgaben da ü he anzuziehen32, die jedoch den Beda implizi mi den
Ausgaben de Kommunen iden i izie en.
29 x > x o Xj > Xj ü alle j, x x.
30 Fü den o malen Beweis s. Eichho n / Voelle 1976, 63 - 68.
31 S. z.B. Hanusch / Kuhn 1985, in ähnliche Fo m, alle dings mi dem Ziel, ein
mone ä es Maß zu gene ie en: Zimme mann u.a. 1987,
391 .;
Zimme mann 1987,
152 .
32 Siehe ü die Ve häl nisse de Bundes epublik z.B. Mielke 1985.
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440 Thomas Kuhn
Schlußbeme kungen
Ziel dieses Bei ags is es gewesen, die Messung des Beda s in Zuwei-
sungssys emen un e o malen Aspek en zu analysie en. Im kommunalen
Finanzausgleich bes eh de Beda aus zwei Komponen en, einem einhei -
lichen mone ä en Beda sni eau und dem bekann en e edel en Einwohne
als einem Maß ü in e kommunale Beda sun e schiede. Was das Beda s-
ni eau angeh , so is es eine Quan i izie ung, die sich an den Kos en de
ö en lichen Au gabene üllung o ien ie , nich zugänglich, sonde n es
wi d endogen bes imm , um sys emimmanen e Kon lik e zwischen e ika-
len und ho izon alen Ausgleichszielen ( o de g ündig) zu lösen und die Exi-
s enz eine Ve eilung zu siche n. In diese Funk ion wi d es dann on de
Einnahmensei e de ö en lichen Haushal e limie .
De e edel e Einwohne is als Beda sindex und somi , wie jede ande e
Index auch, als ein Agg ega aus meh e en Beda sindika o en zu in e p e-
ie en, wobei in diesem speziellen Fall die We e de einzelnen Indika o en
jeweils in Einwohne ans o mie und dann addie we den, ein Vo gang,
de den Einwohne als gemeinsamen Maßs ab benu z und Beda le z lich
in eine ik i en Einwohne zahl ausd ück . Die hie bei implizi o genom-
mene S anda disie ung und Gewich ung de Einzelwe e, womi de en Ve -
gleichba kei e s he ges ell wi d, bleib jedoch wei gehend im Dunkeln, so
daß diese Ansa z iel an T anspa enz und Ra ionali ä einbüß .
Den Ausgangspunk ü eine heo e ische Fundie ung de Beda smes-
sung bilde in diesem Bei ag de Nachweis de Ka dinali ä on Indizes,
was auch die Auswahl und Agg ega ion de einzelnen Indika o en schon
s a k p äg . Hie be inde man sich in einem Dilemma: En wede man o -
de eine gemeinsame Ve häl nisskala ü alle Indika o en, was die a ionale
Ve gleichba kei bedeu en und eine g öße e Auswahl an Agg ega ions unk-
ionen e möglichen wü de, ode man läß die a ionale Nich e gleichba -
kei de Skalen zu, womi dann abe die Menge de zulässigen Agg ega ions-
unk ionen eng beg enz wä e. Aus unse e Sich is le z e e Al e na i e zu
p ä e ie en, da sie eine gemeinsame Skala, wie sie de Einwohne da s ell ,
en beh lich mach .
Als Agg ega ions unk ion käme in diesem Fall nu das gewogene P oduk
in F age, das zusammen mi den wünschenswe en Eigenscha en de Mono-
onie und linea en Homogeni ä axioma isch cha ak e isie wi d. Zu
Auswahl de Indika o en, die jedoch auch hie du chweg s eng ka dinal
meßba sein müssen, und zu Spezi ika ion de Pa ame e bie e sich de
Rückg i au empi ische S udien übe De e minan en und S uk u de
S aa sausgaben ode au kommunale Au gabenka aloge an.
Na ü lich wi d auch ein de a kons uie e Index dem K i e ium de
Objek i i ä nich ge ech we den können, da sich eine objek i e Messung
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De kommunale Finanzbeda in Zuweisungssys emen 441
des Beda s au g und de No ma i i ä des abzubildenden Phänomens
gleichsam on selbs e bie e . Was jedoch geleis e we den soll e, is , die
Beda smessung au eine a ionale e G undlage zu s ellen und implizi e
We u eile o enzulegen. Vo diesem Hin e g und muß de e edel e Ein-
wohne in seine je zigen Ges al als ela i willkü lich bezeichne we den,
was dann na ü lich auch au die on ihm mi gep äg e Ve eilung de Zuwei-
sungen zu i .
Anhang: Beweis des Theo ems (17)
Im nach olgenden Beweis wi d als bekann o ausgese z , daß sich die
Lösung des Gleichungssys ems (1) - (3) als
(21) S{i)* = S(i, 5(2), G*, a*)
e gib , wobei G* (b(i)), a* (b(i)) eindeu ig aus dem Gleichungssys em:
(22)
| a(E(i)b(i)G-K(i)) di-M = 0,
K(a
(23) G = 0
E(a) b(a)
bes imm wi d. Dabei gehen wi on eine inne en Lösung aus, um Ve ände-
ungen on a* zuzulassen, (s. Kuhn 1990 ü eine aus üh liche e Da s el-
lung).
Die om ans o mie en Index e zeug e Lösung sei aus Ve ein achungs-
g ünden mi
(24) S(i)** =S(i, h(b(i)), G**, a**), G** = G*(h(b(i))), a** = a* (h{b(i)))
bezeichne .
1. „ => " Sei h(b(i)) = Ab(i), A> 0
zu zeigen: S(i)* = S(i)**.
Fü (G**, a* *) gil :
a* *
(25) | a(E(i)Xb(i)G**-K(i)) di-M = 0
o
K (a **)
(26) G**-E(a**) Xb(a**)
= 0
<=>
G * *
= — G*, a** = a*.
A
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442 Thomas Kuhn
Da aus olg : S(i)** = S(i)*.
" Sei S(i)** = S(i)*,
zu zeigen: /i(b(i)) = A6(z), A>0.
Sei 0 (z)* (und analog
0
(i)* *) de inie als
(27)
Dann gil
(28) S(i)** = S(i)*
o 0(i)*a(E(i)b(i)G*-K(i)) = 0(i)** (E(i) h(b(i)) G** - K(i))
o 0(i)* = 0(i)** A E(i)b(i)G*-K(i) = E(i)h(b(i))G**-K(i)
G
*
<S> a* = a** A h(b(i)) b (i)
£**
G*
mi
A
:= > 0 is
A
ein kons an e Pa ame e . q.e.d.
Q * *
Zusammen assung
Die heo e ische Fundie ung de Beda smessung in Zuweisungssys emen wi d in
diesem Bei ag aus dem Nachweis de s engen Ka dinali ä eines Index en wickel ,
die ü alle e wendba en Maße Gül igkei ha . Im Falle des bekann en „ e edel en
Einwohne s" implizie dies die a ionale Ve gleichba kei de zu agg egie enden
Beda sindika o en, de en T ans o ma ion au die gemeinsame Skala des Einwohne s
jedoch eine heo e ischen G undlage en beh und als ela i willkü lich zu be ach-
en is . Eine Ve allgemeine ung des zug undegeleg en Dimensionali ä saxioms zu
a ionalen Nich e gleichba kei de Indika o en e möglich dann die Cha ak e isie-
ung des gewogenen P oduk s als Agg ega ions unk ion, das gegenübe dem e edel-
en Einwohne p ä e ie wi d. Du ch die Endogenisie ung des Beda sni eaus mi
dem Ziel, sys emimmanen e Kon lik e zwischen e ikalem und ho izon alem Aus-
gleich zu lösen, is de Beda im kommunalen Finanzausgleich eine mone ä en
Quan i izie ung alle dings nich zugänglich.
Abs ac
This pape deals wi h he ounda ion o expendi u e needs measu emen in equali-
za ion g an sys ems. Ou heo y is based on p o ing s ong ca dinali y, any possible
index o needs mus hold. Conce ning a modi ied popula ion size measu e used in
Ge many, a ional compa abili y o agg ega ed needs indica o s is implied. Bu ans-
o ma ion o di e en indica o scales in o he popula ion uni scale is no jus i ied by
measu emen heo y. A gene aliza ion o he unde lying dimensionali y-axiom by
1, ¿€[0,
0(i)* = 0(i, a*) = j
I 0, i e [a
1, ie [0, a*)
1].
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De kommunale Finanzbeda in Zuweisungssys emen 443
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