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Wirtschaft und Technik als menschliches Problem

Muss, Max

Abstract

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Full text

Muss, Max A icle Wi scha und Technik als menschliches P oblem Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Muss, Max (1950) : Wi scha und Technik als menschliches P oblem, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 70, Iss. 3, pp. 35-73, h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290699 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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F agen de Tie enwi kung S. 63. Die Ve bindung de Wi scha mi de mode nen Technik is ein P oblemgebie , mi dem sich die na ionalökonomische Wissenscha schon sei langem beschä ig ha , weil die Bedingungen de Wi scha , o allem ih e Kos en und E äge, on de o sch ei enden An- wendung echnische Mi el und Ve ah en o ensich lich au s s ä ks e beein luß wo den sind. Die Un e suchung de E scheinungen geschah abe du chweg im Rahmen de F ages ellung, die den Wi scha s- wissenscha en geläu ig is , nämlich aus dem Bemühen he aus, das Zusammenwi ken zu e mi eln, in seinen Einzelhei en zu e klä en und in seinen E gebnissen zu bes immen. Man such e also es zus ellen, wie die Wi scha und die Technik oneinande beein luß we den, wie die Technik in de Wi scha in E scheinung i , o allem abe , Wie die echnischen Hil smi el au die E giebigkei und die Ren abili ä de Be iebe wi ken. Das alles sind Sach agen. Das Ve häl nis on Technik und Wi scha zum Menschen kam imme nu zu ällig und nebenbei zu Sp ache, als Haup age eigen lich nu in einigen Pe - spek i en de Soziologie und in den sozialpoli ischen Be ach ungen, die übe Beansp uchung und En lohnung de Lohna bei e anges ell zu we den p legen. Die ganze Wi scha swissenscha ha ja diesen Cha ak e des Sachlichen; sie beschä ig sich mi Ta sachen, die zwa om Menschen gescha en und ge agen we den, abe doch einen selb- s ändigen Sachcha ak e an sich haben. Hie abe wollen wi e suchen, den Komplex Wi scha —Technik au den Menschen hin zu be ach en, den Menschen, de in ihm ein- geschlossen is , de an ihm, mi ihm und in ihm wi k . Das e o de , daß wi eine besonde e Blick ich ung wählen. Wiewei solche Un e - suchungen im Auslande schon anges ell wo den sind, is hie leide nich genau es zus ellen, da uns das wissenscha liche Sch i um des Auslandes noch imme nich olls ändig, sonde n nu meh ode min- de zu ällig zugänglich is . 3* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 36 Max Muss [292 I. Das Allgemeins e, was wi übe die Na u des Komplexes Wi - scha —Technik aussagen können, is wohl, daß e sich wie eine hel ende Zwischenschich zwischen den Wünschen des Menschen und ih e E üllung einschieb . Diese Zwischenschich um aß die Mi el zu Lebense hal ung und Lebens üh ung; es is die Schich de Wi - scha , in de die Technik sich einge üg inde . Zum Wesen de Wi scha können wi hie nu sagen, daß Wi - scha übe all und imme den Zweck im Auge ha , die Bedü nisse zu be iedigen und da ü die bescha ba en Mi el zu Ra e zu hal en, d. h. sich nach diesen Mi eln, nach Dingen und Leis ungen, umzu- schauen, sich um ih e He anscha ung und Zube ei ung zu bemühen und sie schließlich ü die Ve wendung einzu eilen. Das geschieh nun o enba in den e schiedenen Kul u en au ganz e schiedene Weise. Man kann die Un e schiede e hnog aphisch und his o isch sehen. Zu e hnog aphischen Be ach ungen is jedoch o weg einiges zu be- me ken. Such man die Wi scha sweise on Völke n zu e kennen, die in wi scha liche und echnische Beziehung nich om eu opai- schen Geis e aß wo den sind, so muß man na ü lich be ücksich igen, daß wohl die Meh hei de au och honen Kul u en meh ode minde s a k on eu opäischen Einschlägen du chse z is . Denn nich nu wi d heu zu age on den S aa en unse e Kul u die ganze e eichba e Wel nach wi scha lichen Ve we ungsmöglichkei en du chmus e und im Maße de Mach e häl nisse wenigs ens wi scha lich ausgenu z ; es d ingen die E gebnisse und Ab älle unse e Technik iel ach auch in die noch unbe üh en Gebie e ein und e ände n das U sp üngliche, o die Denkweise ebenso wie die sachlichen Auss a ungen. Die En - wicklung de Ve keh smi el in den le z en zwei Gene a ionen is on e s aunlichem Ein luß da au gewesen. Im üb igen weisen auch die u sp ünglichen Kul u en na ü lich un e sich die g öß en Un e schiede au , und zwa nich allein in olge de Ve schiedenhei de Umwel . Die imme ie e schü ende Völke kunde ha mi de Zei eine wei - gehende Di e enzie hei au gedeck 1. Dennoch kann man die Gesam - hei solche p imi i en, besse gesag , ü uns emda igen Wi scha s- kul u en on dem Bild de en wickel en Wi scha eu opäisch- ame ikanische P ägung doch deu lich abheben und, ohne sich allzu g oße Ungenauigkei zuschulden kommen zu lassen, au einige un e - scheidende G undzüge hinweisen. Da is zum e s en de Ums and, daß, eine lei ob es sich um einen Nege s amm, eine aus alische ode eine 1 Vgl. hie zu Richa d Thu nwald, Die menschliche Gesellscha in ih en e hno- soziologischen G undlagen, 3. Band: We den, Wandel und Ges al ung de Wi scha im Lich e de Völke o schung, Be lin und Leipzig 1932. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 293] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 37 a k ische G uppe ode sons e was handel , du chweg Eigenp o- duk ion o he sch , d. h., daß in de Regel jede seine A bei un- mi elba au das ich e , was e konk e haben will. Das schließ wede G uppena bei noch P lich a bei ü ande e aus. Das Wesen liche is die Di ek hei de Bemühungen. Tausch i nich sel en als E gänzung au , e schein jedoch nu als Beiwe k und wi d, wenn übe haup , dann in übliche , he kömmliche Weise geüb , he kömmlich nach A de Gegens ände und nach de Fo m, ielleich auch nach den Quan i ä en und nach de A de Kon ahen en. In alle Regel we den die nö igen Dinge abe on de Familie ode dem S amme ü sich selbs gescha en, und zwa in allgemein übliche A bei sweise, mi ein achen, selbs - ge e ig en Ge ä en. Zum ande en äll de o ganische Cha ak e au , die sinn- olle Anpassung de wi scha lichen Auss a ung an die Eigena de Menschen und die sie umgebende Na u . Die Auss a ung p leg zu um assen, was de Umwel mi ein achen Mi eln abge ungen we den kann. Sie häng ebenso on Einsich und he kömmlichem Wunsch wie on den üblichen ein achen Ge ä en ab; sie is zweckmäßig und abge- unde . Daß sie wohl imme auch Dinge en häl , die nich dem bloßen physischen Dasein genügen, daß auch Rauschmi el, Gegens ände des Kul us und ande e Mi el ü psychische Bedü nisse dabei zu sein p legen, daß übe haup alles on de Wesensa de be e enden Menscheng uppe du chd ungen wi d, e dien besonde e Beach ung. Alle Dinge haben ein Aussehen, das wi als zu den Menschen und ih e Si ua ion unmi elba passend emp inden. Eine solche Wi scha zeig , bei allen Unzulänglichkei en und Bed ohungen, das Bild eine ge- schlossenen Zusammen ügung on Mensch und Umwel , wie e sie emp- inde . Sie s ell , om einzelnen Menschen aus gesehen, eine di ek e O ganauswei ung da , du ch die de Mensch im Maße seines labilen Wesens e s lebensge ech gemach wi d. Das D i e olg da aus as on selbs . Es is de Hang zu Bes ändigkei , d. h. de Ums and, daß die Wi scha de Na u - ölke sich kaum e ände , wenn nich on de eu opäischen Kul u he eingeg i en wi d, ode wenn nich Zwangs e häl nisse, wie Un e - jochung ode Wande ungen in ande e Räume, Ums ellungen nö ig machen. Die du chweg ka ge Ve so gung is , wenigs ens in ih e A , au einen es en S and des Beda es zugeschni en. Das sind ypische Züge eine u ümlichen Wi scha , die sich doch noch imme hie und da au dem E dball in unse e Gegenwa inde , wenn auch a sächlich in manchen Abweichungen und Va ia ionen. In unse e eigenen Geschich e müß en wi schon wei zu ückgehen, um de a iges au zu inden. Abe en e n e Ähnlichkei en, die nich une hebliche Un e schiede gegenübe unse em Wi scha ssys em an- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 38 Max Musi [294 zeigen, lassen sich imme hin noch o wenigen Jah hunde en es - s ellen, nämlich in de mi elal e lichen Wi scha , gesehen e wa am Beispiel eines Handwe ksbe iebes. F eilich is hie nich das P inzip de Eigenp oduk ion maßgebend, sonde n das de P oduk- ion ü ande e, also de F emdp oduk ion, abe sie is in de Regel doch unmi elba bezogen au den Beda bes imm e Kunden, die das bes ellen, was sie wünschen. Und das p leg ein nu langsam sich ände nde K eis on Gü e n zu sein. Eine übe sich liche und un- mi elba e Bezogenhei au indi iduelle Bedü nisse, die he kömmlich und as es bes imm sind, läß sich auch hie es s ellen. Die inne e Nähe de Menschen zu den Gü e n ih es Geb auches is inso e n g öße als heu e. Die Ge ä e, de en man sich zu He s ellung bedien , sind zumeis ein ach. Es sind in de Haup sache Handwe kszeuge, ih e sei s eben alls E zeugnisse des Handwe ks. Die Rohs o e, alle dings schon ge ne aus emden Lände n bezogen, we den in wenigen, es liegenden S u en e a bei e . Wie sich auch die Spezialisa ion in einzelne Hand- we kszweige en wickel , imme bleib die He s ellung zu übe sehen. Die Gü e wel is zu jene Zei noch wenig komplizie , in ih e En - s ehung on ge inge Tie e, abe — sowei sie ü den Konsum be- s imm is — iela ig geschmacklich und soga küns le isch du ch- gebilde . Ih e Zusammense zung und ih e Fo men spiegeln noch un- mi elba die du ch S and und B auch wei hin bes imm en Lebens- bedü nisse, ja die soziale Lebensau assung de Menschen wiede , denen sie zu dienen ha . Unse e Wi scha und unse Ve häl nis zu Wi scha sind ande s. Die mode ne Volkswi scha is ganz und ga au F emdp oduk ion, übe wiegend soga au Absa z an unbekann e Abnehme ge ich e und dadu ch übe ih e ganze Wei e unübe sehba in sich e woben. Sie s ell ein kuns olles Gebilde da , das ebenso dich in seinem Zu- sammenhang wie wei gespann in seinem Au bau und komplizie in seine Wi kungsweise is . De einzelne Mensch kann wenig da an ände n. E ha die meh ode minde bescheidene Tä igkei auszuüben, die ihm sein Be u im Rahmen des Ganzen zu eil . Das is seine Rolle au de da bie enden, p oduk i en Sei e de Volkswi scha . Als Konsumen häng e übe wiegend on dem ab, was die Allgemeinhei schä z und du ch das Gewich ih es Begeh ens e zeugen läß . Die Auswahl is iesig g oß, iesig mannig al ig. Die En scheidung des Konsumen en ih gegenübe is jedoch on dem Maße seine wi scha - lichen K a beg enz , übe dies nich wenig on de Kon en ion, d. h. on allgemeinen U eilen, die seinesgleichen haben, beein luß . Das is die Regel. Abe selbs , sowei e sich ausnahmsweise Teile seines Beda es aus eigenem En wu he s ellen läß , also ganz seine eigenen Ini ia i e olg , muß e sich doch in de O dnung bewegen, die ihm das OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 295] Wi scha und Technik ah menschliches P oblem 39 Ganze o sch eib . Sein wi scha liches Tun und Lassen is — auch im Sys em de eien Wi scha sweise — iela ig on außen he un e es e Bedingungen ges ell . E is in jede Hinsich an die Appa a u gebunden, die e als das g oße Zweckgebilde „Wi scha " o inde , an ih en Au bau, ih e Ein ich ungen, ih e Regeln und ih e E gebnisse. Da6 heiß alle dings nich , daß alles un e ände lich und s a sei. So zwingend das Gegebene dem einzelnen en gegen i , so elas isch is es gegenübe de Gesam hei . Von ih aus wi ken unablässig K ä e au Ände ungen im einzelnen hin, au Ve meh ung ode Ve minde ung hie , au Anpassungen do . Die unübe sehba e, iel äl ige Menge on p oduk i en und konsum i en Bes ebungen eich aus, nich allein das Ge iebe de Wi scha in Bewegung zu hal en, sonde n an ih em Bes and selbs unablässig zu modeln. Abe die S uk u bleib dabei e hal en, bleib gegenübe dem Menschen behe schend und on selb- s ändige A . In de eien Wi scha wi k in solchem Rahmen die P eisbildung nach S ä ke und Fo m on Angebo und Nach age selb- s ändig au die Zu eilung und Beg enzung de einzelnen Beda s- deckungen hin. De P eis is die Zwischen o m, das Geld das Mi el des Ve so gungs o ganges. Das gil auch ü den Zus and de e gesell- scha e en Wi scha , so e n hie nich unmi elba Zuweisungen s a haben. Nu we Geld ha , kann kau en, kann sich im Maße des Geld* besi zes nach seinem Belieben e so gen — es sei denn, daß Ve bo e ode Zuweisungen diese Regel du chk euzen. So p leg sich das Begeh en on Gü e n zunächs in eine Vo s u e, dem Begeh en on Geld, zu konzen ie en, und on diese Vo s u e aus wi d auch die e wickel e Funk ion on Geld als Kapi al wi ksam, die dem Sys em eine eien Wi scha sweise seinen Namen gegeben ha . Das abe is , au den Menschen hin be ach e , die äuße lich am schä s en he o e ende Eigena jede mode nen Wi scha übe - haup , daß in ih das Begeh en des Menschen nich wie beim P imi i en unmi elba au die Dinge ge ich e is , die e ü sein Leben b auch und haben will, ielmeh au dieses Medium des Geldes, das ihm sein ma e ielles Dasein zu e bü gen e sp ich . Die mode ne Wi scha is inso e n, on dem in ih lebenden Menschen aus gesehen, doppel- schich ig. Die seinem Zwecks eben zugekeh e Schich bilde das Geld, wenn es a sächlich auch nu die e mi elnde Zwischenschich is . Du ch das Gelddenken hindu ch be aß e sich mi seinem Realbeda an kon- k e en Gü e n. Die zunächs angeziel e Geldschich weis abe eine besonde e Eigenscha au . In ih is g undsä zlich keine Sä igung es - geleg . Hie is de Beda — ande s als bei Geb auchsgü e n — nich aus seinem Wesen he aus beg enz . So e n nich ein ollkommenes Sys em on Zuweisungen bes eh , sind im Geldbesi z alle Möglichkei en de Ve ügung übe wi scha liche Fak o en nach A en, G ößen und OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 40 Max Mus8 [296 Ve wendungen übe haup beschlossen, und diese Ve ügungsmöglich- kei en, die sich ebenso au leblose Dinge, Anlagen und Ein ich ungen wie au menschliche K ä e und Leis ungen beziehen, sind beliebig, sind a sächlich unabsehba . Abe gehen wi noch einen Sch i wei e . Na u gemäß e binde sich mi solchen sachlichen Bedingungen auch eine besonde e Au - assung on dem, was zu un und zu lassen is , ein besonde e Wi - scha sgeis . Und diese is nich zum wenigs en gekennzeichne da- du ch, daß e keine G enzen im Gewinns eben zu kennen schein . Wie- wei sich im He scha sbe eich de zen al gelei e en Wi scha sweise a sächlich schon ein on Geld und Einzelp o i abgekeh es S eben zeig , is noch nich zu e kennen. Wie dem auch sei, Ta sache is , daß auch do , wo de eie We bewe b gil , das D ängen nach Geld nich meh ganz in dem du chweg üblichen ein achen Si ine gedeu e we den kann. Im g undsä zlich nich beg enz en S eben nach Geld s eck o allem de D ang nach einem Maximum an Ve ügungsgewal übe das Sozialp oduk und dami , was noch wich ige is , nach einem Maximum an wi scha liche Mach übe haup . Es b auch also nich imme eine möglichs eiche äuße e Lebenshal ung zu sein, was dem ypischen Menschen in diese Wi scha so dnung als höchs es Ziel o schweb . In diese Hinsich gib es je nach Lage und Lebensau assung indi i- duelle Maßs äbe und G enzen. Viel wenige beding und dami on allgemeine e Bedeu ung schein das S eben nach einem Höchs maß an Ve ügungsgewal übe haup im Rahmen des Wi scha ssys ems zu sein. Diese Ta sache i imme deu liche he o . Es is cha ak e i- s isch ü die le z en Dezennien, daß in de Wi scha imme en - schiedene das S eben nach Gel ung und Mach zu age i . Das heiß na ü lich nich , daß die konk e en Gü e des Lebensbeda es, auch übe das Lebensno wendige hinaus, wenige begeh seien als ühe . Im Gegen eil; indem Technik und Be iebso ganisa ion die P oduk ion imme e giebige mach en, ande e sei s die Abs u ungen des Beda es mi de Ve wischung de S andes- und Gesellscha sg enzen imme bedeu ungslose wu den, is das D ängen in de Gü e e so gung s ä ke , mannig al ige und allgemeine gewo den. Abe Gel ungsd ang im Rahmen de Wi scha mach sich daneben in wachsendem Maße gel end, sei es mi Hil e des Geldbesi zes, sozusagen als Zusa z zu seine unmi elba en Funk ion, sei es — bei denen, die nich übe iel Geld e ügen — an seine S elle, gleichsam als ein gewisse E sa z ü nich e üllba e Wünsche nach besse e Lebenshal ung. Inso e n is auch bei diese zule z genann en Ums andsg uppe de Zusammenhang mi dem Geld und seinem Besi z nich zu e kennen. Na ü lich ha es diese E scheinungen imme gegeben. Neu is nu die Ve eilung ih e Bedeu ung. Das Gel ungss eben an sich, ob mi OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 297] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 41 ode ohne Geldbesi z, is in de Wi scha deu lich angewachsen. Da- mi bilde sich ein Wesenszug s ä ke aus, de als bedeu sam schon sei jehe in einem bes imm en Be u ss and es zus ellen wa , im Beam en- um. In ihm e banden sich die so gea e en Tendenzen übe dies mi dem S eben nach Zukun ssiche ung. Daß sich auch das in de jüngs en Ve gangenhei de Wi scha nich sel en allgemeine gel end mach , is eben alls beach enswe . De a ige Pa allelen zu den wi scha lichen Au assungen des Beam en s ehen o enba in Zusammenhang mi de Ausb ei ung des Anges ell en e häl nisses in de Wi scha , diese Fo m, die sich dem Beam en e häl nis annähe . Eine neue e Ges al- ung, die man das Funk ionä e häl nis nennen könn e, s ell sich ihm zu Sei e. Dabei handel es sich um Diens e, die nich im üblichen Rahmen de Wi scha , sonde n in i gendwelchen sie e gänzenden sozialen Zusammen assungen geleis e we den. Nich sel en sind sie unbezahl , imme abe gewäh en sie dem, de sie ausüb , o ganisa o- ische ode e wal ende Disposi ion übe ande e. Solche En wicklungen au sei en de menschlichen Funk ionsaus- übung haben ih sachliches Gegens ück in de He anbildung on g öße en, zusammenhängenden Wi scha seinhei en, on G oßun e - nehmungen, Ve einen, Ve bänden, A bei sgemeinscha en und ähn- lichen G uppie ungen. Sie s ellen Einschiebungen mannig al ige Teil- o dnungen da , die in die S uk u de Volkswi scha ein Momen des äuße en Zusammenhal s und .de Regel hinein agen, sie als Ganzes zwa nich du cho dnen, abe doch om Zus and de eien, beweg- lichen und ze spli e en Viel äl igkei en e nen. Wi haben hie nich nähe es zus ellen, welche E scheinungen sich da aus ü das Ge iebe de Volkswi scha e geben, wi haben nu übe die Ta sache selbs als einen wich igen G undums and des Wi scha sgeis es zu be ich en. Wie diese sachlichen G uppie ungen nich au den wi scha lichen Be eich besch änk bleiben, sich ielmeh au allen Gebie en des gesell- scha lichen Lebens inden, in de poli ischen Sphä e, in de Ki che, im Hee , im Kuns - und Bildungswesen, so is auch jene Gesinnung und namen lich das He o e en de Gel ungskomponen e wah ha du ch- g ei end. Es sind auch nich bloß die üh enden Pe sönlichkei en an de Spi ze, in denen die Mo i e de Gel ung Pla z g ei en. Neben den selbs ändigen Un e nehme n, den Di ek o en, Ve bandslei e n und P äsiden en, die üh ende Rollen im ins i u ionellen Ge üge de wi - scha enden Gesellscha zu spielen haben, sind es auch die P oku is en, Be iebs- und Ab eilungslei e , die Gewe kscha s- und Genossen- scha sbeam en, die Mi gliede de Be iebs ä e und die zahl eichen beau sich igenden und anlei enden Pe sonen, die hie in Be ach kommen. Eine kaum übe sehba e Zahl on haup be u lichen und neben- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 42 Max Mli« [298 be u lichen Plä zen bie en ü solche Ambi ionen Gelegenhei und Beispiele da . Suchen wi un e unse m Aspek schließlich nach einem zusammen- assenden Ausd uck ü die Eigena de mode nen Sozialwi scha , so we den wi e wa das Folgende sagen können: Im Un e schied on U - und F üh o men de Wi scha handel es sich bei de mode nen Wi scha um ein selbs ändiges, om Willen und on den wi scha - lichen Ve so gungswünschen des einzelnen in seinem Bau nich beein- lußba en G oßgebilde, in dem sich de Ansa z zu Ge üg hei , eine e wickel e und un olls ändige, abe doch in ih en Zügen ausgep äg e Ges al ung zeig . De hohe G ad on Selbs ändigkei und Eigengese z- lichkei gib de Wi scha ih G undgep äge. Von diesem kompli- zie en und as unübe sehba en Bau gehen Einwi kungen au den Menschen aus, den Menschen, de sich an ihn gebunden inde und sich ihm genießend, scha end und wei e bildend in eine en sp echenden geis igen Hal ung anzupassen ha . II. Die Zwischenschich de Dinge, die, wie wi sahen, bei uns die Ges al eines Ge üges on g oße Selbs ändigkei ha , is un e allen Ums änden wi scha liche Na u , inso e n nämlich, als ih gegenübe de Mensch imme wiede zu en scheiden ha übe die Ve wendung alle e ügba en K ä e und S o e und da nach seine Au wendungen bemessen muß. Von dem E olg de Au wendungen wiede um häng schließlich die E üllung des Endzweckes, die Deckung de Bedü nisse, die äuße e Daseins egelung, in i gendeine Weise ab. Und ü das Maß de Au wendungen, ü das Ve häl nis on Au wand und E ag, is gegenübe den Dingen das ich ige Ve ah en, sie zu gewinnen und zu e wenden, on en scheidende Bedeu ung. An diesem Punk e be- gegnen wi de Technik. De Beg i de Technik im allgemeins en Sinne besag ja nich s ande es als die ü die Bewäl igung bes imm e Au gaben übliche Ve - ah ensweise. In diesem Sinne sp echen wi on de Technik des Acke - baues, on de Technik de Zahnbehandlung, de Technik des Bank- wesens usw. Jede be u lich ausgeüb e Tä igkei ha ih e üblichen Ve - ah en und inso e n ih e Technik. Es wi d abe sogleich augenschein- lich, daß dieses an bes imm e Au gabeng uppen geknüp e Ve ah en nich das is , was wi un e „mode ne Technik", Technik schlech hin, e s ehen. Wenn wi abe on Technik in diesem Sinne sp echen, so meinen wi nich imme dasselbe. De Sp achgeb auch is auch in diese Beziehung, wie so o , ganz unscha . Gewiß we den un e mode ne Technik in e s e Linie bes imm e Ve ah ensweisen e s anden, und OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 305] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 49 E ek es genüg . De Mensch egel das echnische Zusammenspiel nach wi scha lichen Gesich spunk en. Das is de Sinn jede O dnung des Be iebsganges. Sie inde sich na ü lich auch do , wo kaum echnische Dinge mi wi ken. So is au einem mode nen Baue nho die Abe n ung des Ge eides sowie das Einb ingen und Un e b ingen des E n e- e gebnisses übe die A bei s age ge egel , so auch beim Hausbau das Eindecken eines Daches mi Ziegeln, eine lei ob mi ode ohne beson- de e echnische Vo ich ungen. Abe eine solche Regelung e häl doch e s ein besonde es Gesich , wenn sie, e wa in eine mode nen Indus ieun e nehmung, da au bedach is , alle Möglichkei en de K ä eausnü zung und K ä e- spa ung ü den beabsich ig en echnischen P ozeß du ch ein zusammen- hängendes Sys em echnische Dinge auszunu zen. Das geschieh im op imalen Fall in eine übe leg en S u en olge. In einem solchen Falle we den z. B. zue s ü die o liegende Gesam au lage alle Maschinen- leis ungen, alle Leis ungen de echnischen Linie übe haup , ebenso wie die e gänzenden menschlichen Leis ungen in ih e A genau e - mi el , dann in ih e Zusammens ellung und ih em Ablau plan oll geo dne und schließlich auch im einzelnen zei lich es geleg . Das is das Wesen liche de A bei splanung. Sie is schon die e s e S u e in de Aus üh ung des P oduk ions o habens. Allen be eilig en Ab ei- lungen, om Einkau bis zum Lage und zum Vo ich ungsbau, we den die sie angehenden Einzel eile nach den Zeichnungen und Modellen de Kons uk eu e angegeben. Auch die menschlichen A bei sk ä e und die Maschinen mi ih en Leis ungsau gaben we den den zus ändigen Ab eilungen genau bezeichne . Au solche A bei splanung olg dann die A bei s o be ei ung. Mi Einzela bei splänen, die ineinande g ei en müssen, wi d ein ganzes Fischg ä ensys em on Leis ungs eihen es - geleg , und alles wi d zusammengehal en du ch Fixie en on Zei en ü alle Leis ungen bis ins einzelne, wenn auch mi gewissen Spiel äumen. Dabei is nebenbei zu beme ken, daß die Zei bemessungen na ü lich die Tendenz haben, sich den Möglichkei en de Maschinen anzupassen. Die Maschinen abe sind imme schnelle gewo den. Wäh end nach den Angaben on Sachkundigen o e wa 60 Jah en eine mi le e D ehbank sich noch 30—60mal in de Minu e d eh e und o und 30 Jah en die Schnelld ehs ähle be ei s 600 Umd ehungen in de Minu e zuließen, is die Geschwindigkei im le z en K iege bei den Maschinen mi Ha - me allwe kzeugen bis au 2000—3000 Umd ehungen und da übe ge- b ach wo den. Solchen S eige ungen kann na ü lich die Geschwindig- kei de menschlichen A bei nich gleichmäßig olgen. Das is auch bei de Abs immung de einzelnen Leis ungszei en nich e o de lich, abe im Zusammenspiel des ganzen ge üg en echnischen P ozesses we den imme solche Möglichkei en in Rechnung ges ell we den müssen. Die Schmolle s Jah buch LXX, 3 4 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 50 Max Muss [306 En wicklung geh unau hö lich in de Rich ung au Ve inge ung de Fe igungszei en und das heiß im g oßen und ganzen in de Rich ung au Ve meh ung und Ve billigung de P oduk ion wei e . Eine solche Du chbildung des echnischen P ozesses is gewiß du ch- schni lich noch keineswegs e eich , abe sie is in ih en P inzipien als ypisch anzusehen; denn da wo die Technisie ung au einen so hohen G ad gekommen is , wie in manchen Indus ien und Un e nehmungs- g ößen, da p leg sie au olls ändige o ganisa o ische Du chbildung de Be iebe hinzud ängen. Und es bleib nich bei den echnischen Be ieben, auch die Ve kau sab eilungen, die Lage hal ung, die Ve - wal ung, ku z, die ganze mode ne Un e nehmung in Indus ie, Be g- bau, Ve keh und auch Handel äg die Tendenz zu du chdach en und du chge echne en Einzelges al ung in sich. Dem en sp echen die geis i- gen Hil smi el de mode nen Be iebswi scha sleh e, die sich cha ak e is ische weise auch e s sei de Ausb ei ung de P oduk ions- echnik oll en wickel ha . Wiewei die Du chbildung ih e Spa en, wie die des Kos enwesens, des Rechnungswesens, de Be iebss a is ik, de O ganisa ionsleh e usw. unmi elba e Ein lüsse on de echnischen En wicklung he e kennen läß , e dien eine genaue e Un e suchung. Jeden alls kann nich e kann we den, daß die Be iebswi scha s- leh e ih en wissenscha lichen Cha ak e ausgebilde ha , sei dem die Technik so o ged ungen is . Wi sagen „wissenscha lichen Cha ak e ". Das is nämlich auch kennzeichnend, daß solches Du chdenken, wie es die mode ne Technik ü die He s ellung und Ve ollkommnung ih e Dinge e o de und wie sie es bei de Anwendung ih e Dinge wei e gib als Mahnung zu be ieblichen O ganisa ion, daß solches „Ra ionalisie en" schließlich zum „Szien i izie en" üh . Au Sei en des echnischen Scha ens ha die junge „Be iebswissenscha ", das is die echnische Be iebsleh e, sich ü die Du chd ingung namen lich des echnischen P ozesses he - ausgebilde und ih e E gänzung ü die Fo mung de menschlichen A bei in de A bei swissenscha ge unden. Jede Wissenscha ha na ü lich ih en eigenen Inhal und ih eigenes Leben. Abe sie ha die Neigung, ih e me hodische Eigena auch ande en Gebie en au zu- p ägen. Das i besonde s auch ü die wissenscha liche Technik zu. So we den a ionale und wissenscha liehe Me hoden auch do e - b ei e , wo die Technik selbs nich so s a k Fuß ge aß ha . Imme wiede muß beach e we den, daß solche Analogiewi kungen seh be- deu sam sind. Wenn auch die ollkommene Anwendung alle de a igen wissenscha lichen Me hoden in eine und de selben Wi scha seinhei nu sel en sein dü e, so wi d doch auch in Einzelwi scha en, die nich so du chgebilde we den, imme das eine ode das ande e Elemen de op imalen Regelungsweise übe nommen, auch in Be ieben, die iel- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 307] Wi scha und Technik ah menschliches P oblem 51 leich aus wi scha lichen G ünden eine ollkommene e echnische und o ganisa o ische Ges al ung nich e lauben, ode auch in solchen, de en Lei e nich die nö ige Kenn nis haben ode nich die e o de liche geis ige und willensmäßige In ensi ä au b ingen. Au jeden Fall abe haben sich die Tendenzen zu du chdach en Ges al ung und A bei s- weise wi scha liche Be iebe alle A deu lich mi dem Vo d ingen de Technik e bunden. Die eigen liche U sache abe lieg auße halb de Technik. Sie lieg in de g öße en In ensi ä , mi de die wi - scha lichen In e essen, das Gewinn- und Siche ungss eben bei den Un e nehmungen und ähnlichen Wi scha seinhei en e olg we den. Diese En wicklung is also nich allein de Technik zuzusch eiben; sie is ein ech es E gebnis de Ve bindung on wi scha lichem Wollen und echnischem Vollziehen. Die Technik is dabei wiede die g oße Ges al e in. Sie is die aus üh ende und beispielgebende K a in solche En wicklung. Von hie aus, on diesen E scheinungen des Be- iebes aus, lassen sich deu lich auch Ein lüsse au die G öße und äuße e Fo m de Einzelwi scha en selbs wie de Ve bände e kennen. Da de Einbau de Technik o e hebliche Kapi albe äge e o de , wi d die Rech s o m de Ak iengesellscha ge ö de und is die Un e - nehmung iel ach geneig , G oß o m anzunehmen. Von den Ve bänden is es namen lich de Konze n, de on de s ä ke en Anwendung mode ne Technik begüns ig wi d. Eine genaue P ü ung de wei e - gehenden Ein lüsse wü de wesen liche Wi kungen bis in die O dnung des olkswi scha lichen Gesam kö pe s3 und dami schließlich auch bis in die g oßen poli ischen Ges al ungen, in die Fo men und Ten- denzen de S aa en, e kennen lassen. Abe diese Linien sind hie nich meh zu e olgen. In solche Pe spek i e äll auch Lich au die U - sachen de Ausb ei ung jene Ka ego ien de Anges ell en und Funk- ionä e, au de en Bedeu ung wi im e s en Abschni hingewiesen haben. Zum Schluß möch e ich auch die E gebnisse dieses Abschni es zum Allgemeinen zusammen assen. Sowei die Technik in die Wi scha eingese z is , zeig sie ih e K a nach zwei Rich ungen. Einmal is sie ein mäch iges Mi el, um die wi scha liche Tä igkei e ag eich zu machen, und zwa im Sinne eine g öße en E giebigkei an P oduk en ode eine g öße en Wi ksamkei on Leis ungen. Das geschieh , indem sie die P oduk e exak e und in g öße e Mannig al igkei , o allem abe auch in de Zei einhei zahl eiche und, au das Einzels ück ge ech- ne , billige he zus ellen endie . Ähnliches gil ü Leis ungen, was bei- spielsweise deu lich aus den Leis ungen de Ve keh smi el he o geh . 8 Vgl. dazu meinen Au sa z „En wicklungslinien in de deu schen Indus ie- ges al ung" in Schmolle s Jah buch, 69. Jg. (1949), 2. He , S. 35 . 4* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 52 Max Muss [308 Im Hinblick au solche Po enzen wi d ja die Technik in allen einzelnen Fällen ausgewähl und eingese z . Das alles is , weil es nich übe sehen we den kann, allgemein bekann und wissenscha lich du ch o sch , auch de Ums and, daß echnische Ein ich ungen cha ak e is ische Kos en- bedingungen s ellen, die zu be ücksich igen sind, sowie schließlich die ande e Ta sache, daß diese Leis ung de Technik nu dann wi scha - lich ein äglich is , wenn ih die Möglichkei en des Absa zes und auch de Zu üh ung de e o de lichen S o e und K ä e en sp echen. Das is , au das knapps e bezeichne , das eigen lich wi scha liche, und zwa einzelwi scha liche E gebnis unse e Be ach ung. Audi die zwei e G uppe de echnischen Wi kungse scheinungen is sachlich bezeichne . Es is die Ta sache, daß die mode ne Technik einen s a ken Ein luß au die Modali ä en de Wi scha ausüb , und zwa au die G ößen de Einzelwi scha en und dami auch au ih e Rech s o m und au die Ve bände, o allem abe au den Au bau ih e Be iebe und die A und Weise ih es Be iebsganges. In bezug au das le z e e, was Ze legung und Zusammen assung de sachlichen A bei sau gaben bedeu e , i nun das menschliche P oblem, das des a bei enden, in und mi de mode nen Technik a bei enden Menschen sogleich mi in den Vo de g und. Es is um so um assende , als o en- ba on echnisie en Be ieben Wei e wi kungen ausgegangen sind au ande e, wenige om Gang echnische Dinge bes imm e Be iebe. Dami kommen wi schon an den Themenk eis, de in den nächs en Abschni en zu behandeln is , an die Ke n agen, wie Technik in ih e Ve bindung mi de Wi scha au den Menschen einwi k . III. Schon im e s en Abschni ha en wi ganz allgemein es ges ell , wie de Mensch mi de Zwischenschich , de Schich seine Dinge, e - bunden is . Nachdem wi im zwei en Abschni die wi scha lich- echnische S uk u diese Schich als den O de Ve knüp ung im all- gemeinen e ö e haben, wä e je z zu agen, an welchen S ellen de Mensch sich be inde , welche Wi kungen e do ausüb und welche Wi kungen au ihn ausgeüb we den. Die Wi scha is ü ihn eine Ve kö pe ung seines Wollens, S eue ns und Zumessens, wobei e ange ieben wi d on seine Be- dü igkei und seinen Wünschen gegenübe einem besch änk en und meh ode minde unge o m en Bes ände an K ä en und S o en, aus dem e schöp en muß. Die Technik dagegen s ell das Momen de Ta da , sie e hil zu Aus üh ung de Wünsche, bie e ih e Mi el und Wege zu E üllung an und o m die ma e ielle Umwel ü den Menschen aus. Daß die mode ne Technik dank ih es wissenscha lichen OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 309] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 53 Ke ns zu einem selbs ändigen Denk- und Wi kungsgebilde on ge- schlossenem Cha ak e , o z alle Va ia ionen ih e Spa en, gewo den is , üh dazu, daß wi als E gebnis des wi sdia lich- echnischen Ge- schehens den E scheinungen und den Spu en de Technik in unse em Lebensablau übe all begegnen. Die mode ne Technik gib den Dingen um uns ih Gesich ; sie läß in ihnen auch ih e Kinde en s ehen, die ih ähnlich sehen. Die mi ih e Hil e gescha ene Gü e wel des Menschen is du chse z mi Gü e n echnischen Cha ak e s. Nich allein b ingen Maschinen wiede Maschinen he o , e zeugen die echnischen P oduk ionsmi el wiede neue und besse e echnische P oduk ions- mi el, auch das, was uns unmi elba ü die Lebens üh ung und Lebensges al ung zu Ve ügung ges ell wi d, is iel ach Mechanik und chemisches Kuns p oduk , sind o Dinge, die Mi wi kung on uns e langen, au jeden Fall Zu a en on Ve s ändnis und Anpassung. In de Heilkunde sind uns in den le z en zwei Menschenal e n on de chemischen und medianischen Technik Hil smi el on e s aunliche Wi kungsk a besche wo den, abe sie o de n anpassende Leis ung om A z und o auch om Pa ien en. Ähnlich is es auch au ande en Gebie en, seh deu lich z. B. bei dem Geb auch des Au os, das auch als Ins umen des Ve gnügens und de E holung „bedien " we den will. Das sind nu Hinweise. Hie e schwimmen die G enzen zwischen P oduk ion und Konsum ion. Da an, daß auch im Haushal p oduzie wi d, und zwa mi mannig achen echnischen Hil smi eln, om Tauch- siede bis zum Kühlsch ank, da an sei in diesem Zusammenhang nu e inne . Abe auch das Ve gnügen muß ja om Genießenden selbs zum gu en Teil p oduzie we den. Wie dem auch sei, lassen wi die ga nich leich zu bean wo ende F age de P oduk ion in de Kon- sum ionssphä e beisei e. Jeden alls gehö es mi zu den Wesenszügen de mode nen Technik, daß sie die Passi i ä des Genießenden und de E holung auszu üllen endie . Auch die Technik ha einen „ho o acui". Sie schieb sich ge n in die geis igen Pausen und die Besinnung ein. Sie u es schon sei langem du ch das ged uck e Wo , namen lich du ch die meh und meh e ollkommne e P esse. Neue dings zeig sie abe noch wi ksame e Me hoden, indem sie unmi elba e au die Sinne wi k und zugleich ü das menschliche E leben die al en G enzen, die ihm Raum und Zei se zen, iela ig e schieb . Die S immen de Völke und g oßen Pe sönlichkei en, Musik und Rede we den au be- wah und zu beliebigen Zei en ep oduzie . Dem akus ischen Be- wah en en sp ich das op ische, wobei das echnische Mi el des Films sich am leis ungs ähigs en e weis . Kuns und Na u können zu E - scheinung geb ach we den, wann imme man sie zeigen will. Rund- unk und Fe nseh echnik schließlich haben die Fähigkei , ü den Augenblick des Geschehens die äumliche Gebundenhei übe haup au - OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 54 Max Muss [310 zuheben. Das Au o und das Flugzeug übe winden in de Fo bewegung den Raum mi o he nie gekann en Geschwindigkei en. Mi solchen Zaube schlüsseln in de Hand ühl sich de Mensch imme wiede au - ge o de , seine Sinne zu ü e n, sich die Reize eine on außen au - ge üll en Passi i ä zuzu üh en. E bleib dabei in de Passi i ä , abe nich in de Besinnung. Die äuße en E scheinungen dominie en; ü Besinnung und Besinnlichkei bleib wenig Zei . Es mag nich unnü z sein, diesen Ums and ku z zu e wähnen, wenn e auch bis zum Übe d uß e ö e wi d. Denn on ihm gehen o enba s a ke Ein lüsse au den inne en Gehal des Menschen unse e Kul u aus. Aus An egung, Wunsch und E üllung gegenübe solchen e lebnisha en We en e geben sich inne e Fo mungse ek e, die um so g öße e K a zu en al en e mögen, als sie nich sel en unau hö lich he beige üh we den, wie z. B. die Da - bie ungen des Rund unks. Übe dies wi ken sie ypische weise massen- ha , so neben dem Rund unk beispielsweise auch das Kino. Und den om einzelnen jeweils gesuch en Ein lußk ä en s ellen sich die un- gesuch en, zu älligen zu Sei e. Namen lich die G oßs ad mi ih e Häu ung echnische E scheinungen bie e ih e Reizungen in zahllosen Va ia ionen gleichzei ig da , mi ih em echnisch ausges al e en S aßen- bild, ih em Ve keh , ih en g oßen Bau en, ih en Läden, Thea e n,, Lich e n, Reklamen usw., ku z, mi eine die Sinne in Bann schlagen- den Bun hei beweg e Eind ücke, in denen sich imme auch ganz all- gemein Au o de ungen und Mahnungen e be gen, ein Hauch on Ge ah sich mani es ie . Jene ande en, indi iduell geo dne en und ge- such en Ein lußk ä e abe , die G ammophonpla e, de Film, die Radiosendung, wi ken und wollen wi ken du ch einen Inhal , den sie zu übe mi eln e suchen. Audi sie e en in übe wäl igende Menge und Mannig al igkei au . Nich s zeig on sich aus ein Maß. De Mensch muß es se zen. Das läß au s deu lichs e e kennen, welche Ve - an wo ung gegenübe solchen echnischen Möglichkei en de Mensch äg , im Geben wie im Nehmen. De Ve an wo ung in de Benu zung de Technik is ja nich Genüge ge an, wenn den Maschinen au e leg wi d, Nü zliches und nich Ze s ö endes zu p oduzie en. Das wä e zu ein ach. Auch das scheinba ha mlose Gebah en echnische Mi el zu Ve gnügung und E holung o de P ü ung und Bedach . Und nich allein die P oduk ion, auch die Konsum ion, die Annahme, ha Ve - p lich ungen. Hin e diesem ein achen Ta bes and s eck ein gu e Teil de P o- blema ik unse e Kul u übe haup . Es is nich meine Au gabe, sie hie aus üh liche auszub ei en. Ich habe nu au sie hinzuweisen als au eine de Beding hei en unse e echnisch-wi scha lichen Aus- s a ung. Die F age is , allgemeine ges ell , wiewei die inne e F eihei und K a de Pe sönlichkei aus eich , gegenübe diesen Gaben zu OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 311] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 55 un e scheiden, zu wählen und zu ich en, dami Selbs ändigkei und Wü de des Menschen gewah bleiben. Denn die Konsum ion is nich ein nu emp angendes Geschehen, sie schließ imme auch einen Ak de En sp echung mi ein, eine Anpassung, das is eine Hingabe, die im ie s en ielleich Ve ände ung bedeu e . Au daue nde Massen eize, wie sie die mode ne Technik in, wie wi sahen, mannig ache A ausüb , muß die Massenpsyche i gendwie an wo en; sie u es schließlich im Umbau de Vo s ellungs- und Wunschwel , im Umbau de Kon en ion im Wünschen und We en. Man möge das nich alsch e s ehen. Nu ga zu leich e - äll die k i ische Be ach ung de Ge ah , die dunklen Fa ben des Bildes zu s a k au zu agen. Wi müssen uns kla machen, daß die echnische Wi scha skul u une hö e, o he nie gesehene Fülle be- deu e , und daß g undsä zlich keine G enzen ü die Ve meh ung de Gü e bes ehen, es sei denn die du ch die wi scha liche K a und die Bes ände de Rohs o e gese z en. Technik will unau hö lich Fo - sch i , und die menschlichen Wünsche sind une sä lich. In dem zu menschlichen Ve ügung E schlossenen abe lieg schon je z ein Reich- um, de denen, die aus ihm zu schöp en wissen und zu schöp en e - mögen, neben Siche ungen und Wi kungen im äuße en Dasein inne e Be eiche ung und Auswei ung de Pe sönlichkei da bie en. Wi wiesen schon hin au die Diens e de Technik ü die Heilkunde und wollen nu noch wenig hinzu ügen, beispielsweise e inne n an die Bedeu ung des Rund unks ü das Bildungswesen, die Musikp lege und besonde s ü das poli ische und s aa liche Leben, das doch im G unde nu aus möglichs einhei lichen Bedingungen ü die U eilsbildung de einzelnen Bü ge gedeihen kann. Das is ein Beispiel, und auch das nu angedeu e . Es is nich möglich, die Mannig al igkei de ech- nischen E scheinungen, aus denen Gu es und G oßes s öm , s ömen kann, auch nu mi Namen zu nennen, geschweige denn ih e Bedeu ung zu e läu e n. Abe imme wiede muß hinzuge üg we den, daß es au die Wahl im Geben und die Wahl im Nehmen ankomm , au die Ve - wendung de Technik on beiden Sei en aus. Dabei mach sich noch eine Beding hei gel end. Da alle echnischen E gebnisse sich in de Wi scha bilden und zumeis auch in de Wi - scha da bie en, sind Maß und A ih e Nu zung nich allein de Neigung ode Abneigung de auswählenden Menschen anheimgegeben. Die echnischen Gaben und Möglichkei en sind wi scha liche G ößen, ih e Ve wendung is on den Bedingungen de Wi scha in bezug au P oduk ion und E we bung, und das heiß in de Tauschwi scha auch on den P eisen, abhängig. Inso e n bie en sie sich also a sächlich nich jedem gleichmäßig da , sind sie nich bloß nach dem Wunsch des ein- zelnen zu e we ben und zu benu zen. Die wi scha liche K a des OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 56 Ma;x Muss [312 einzelnen ha — wenigs ens in de eien Wi scha — neben seinen Wünschen ein ebenso en scheidendes Wo mi zu eden. Und — da in lieg die soziale Ve an wo ung des einzelnen — die gesammel e Wuch des ganzen zu wi ksamen Nach age ge o m en Begeh s ha au die Daue die K a , die P oduk ion zu dem en sp echenden Maß anzu- egen, dieses Maß zu ech e igen. In de Planwi scha alle dings we den Wunsch und Nach age e s du ch die En scheidungen de Planungsins anz hindu ch wi ksam — sowei sich diese du ch jene kon- sum i en Regungen übe haup be üh en läß . In de Selek ion, die sich au diese Weise aus dem Wi scha ssys em e gib , lieg eine bes imm e O dnung de Da bie ung wie de Nu zung, dami auch eine Ve - schiedenhei de Einwi kung de echnisch-wi scha lichen Gesam hei au den Menschen. So gesehen, is die Rolle des Menschen als Genieße de Technik nich ein ach. Zu Ve ügung s eh ihm, was die wi scha liche O d- nung ihm bie e ; e ha in ih en G enzen, un e ih en Bedingungen zu wählen. In de Wahl abe lieg eine Ve an wo ung; was e wähl , wi k au die Gesam hei wei e und läß ihn selbs nich unbe üh . Das is die Quin essenz unse e Fes s ellungen. Sie gel en zwa ganz allgemein ü den Konsum on Gü e n übe haup , abe die Bedingungen sind in de echnischen Wi scha eben on besonde e A . In dem Ge lech de konsum i en Da bie ungen e kann en wi Beziehungen de Technik zu dem Menschen, die geeigne sind, bis in sein Inne es zu d ingen. Es is die F age de Anpassung und ih e Folgen, um die es geh . Dieses P oblem i o enkundige au de wi scha lichen Gegensei e, im Gebie de P oduk ion, au . Dabei is on o nhe ein kla zus ellen, daß wi in Hinsich au die mensch- lichen Belange in de echnisch-wi scha lichen P oduk ion diesen Beg i im wei es en Sinne zu assen haben. Wi sehen P oduk ion übe all do , wo de Mensch un e Benu zung on ge o m en ode unge o m en S o en und K ä en e was ü die Lebens üh ung ge- s al e ode da bie e , also in diese Rich ung ak i is . Solche Ak i i ä ha bei uns ih en O , wie wi sehen, in de Einhei des Be iebes, wobei man auch diesen Beg i so wei wie möglich assen mag. Dann en s eh die hie en scheidende F age, wiewei in dem Ablau dieses Be iebes, im Be iebsgang, die Technik mi wi k , echnische Dinge angewende we den in einem on ihnen meh ode minde bes imm en P ozeß. In welche Weise hie , wo de a bei ende Mensch sich mi de Technik zu einhei liche Auswi kung e bünde , die Ve lech ung on Mensch und echnische Appa a u o ge ieben we den kann, haben wi be ei s im o he gehenden Abschni gesehen. Im Falle e wa eines a ionalisie en Indus iebe iebes schein die le z e Konsequenz ge- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 313] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 57 zogen zu sein aus den einzelwi scha lichen An o de ungen, die an die Benu zung echnische und echnisch-o ganisa o ische Möglichkei en ges ell we den können. Und es is beme kenswe , wie hie aus G ün- den des bes möglichen Ablau s dem eigen lichen echnischen P ozeß eine en sp echende, du chge egel e Vo be ei ung o geschal e wi d, eine O ganisa ion, die as on selbs in echnische Vo gänge übe geh und ih em ganzen Wesen nach eine quasi- echnische O dnung is . Da- du ch wi d — au den a bei enden Menschen hin be ach e — eine Ände ung in de A de ä igen menschlichen K ä e o genommen. Die A bei ske e, die sich mi de Lösung de echnisch ges al e en P oduk ionsau gaben zu be assen ha , is länge gewo den, und es sind höhe quali izie e Leis ungen on Ingenieu en und e gänzenden K ä en, die den An ang bilden. Den aus üh enden A bei e n, We k- meis e n und Be iebsingenieu en im echnischen P ozeß selbs sind ih e Au gaben s enge abgemessen, und die Aus üh ung is zei mäßig, mi Hil e eigene Zei nehme , es geleg . Alles schein je z da au anzukommen, daß in diese Reihe de Aus üh enden die ollkomme- ne e Planmäßigkei des A bei sganges nich zu eine s ä ke en Mecha- nisie ung de menschlichen A bei sleis ung, diese unmi elba en Äuße ung des Menschen selbs , üh . Da um geh es, um das Op imum de Ve bindung echnisch-wi scha lich gebo ene Ra ionali ä mi menschlich gebo ene A bei sweise. Dieses E o de nis komm in de höchs a ionalisie en Fab ik am deu lichs en zum Ausd uck. Es is abe a sächlich übe all in K a , is das Haup p oblem in jede s a e- en Regelung menschliche Zusammena bei heu zu age. Die A bei s- wissenscha ha dieses P oblem imme als le z e Au gabe. Um den Gehal dieses P oblems abe ganz zu beg ei en, da man nich aus dem Auge lassen, daß hin e de mäch igen echnischen Tendenz zu Mechanisie ung des echnischen P ozesses, ja alle be ieb- lichen Abläu e, die wi scha liche Maxime des S ebens nach Rein- e ag s eh . Von diesem unabdingba en P inzip aus e schein bei dem gegenwä igen S and de wissenscha lichen Möglichkei en die „Mecha- nisie ung" (wenn wi uns dieses s a k e g öbe nden Beg i s bedienen wollen) de A bei sgänge als ein unabwendba es Fa um. Ge ade in de le z en Gene a ion is das In e esse an Technik allgemein, ja ge adezu selbs e s ändlich gewo den. De Unselbs ändige, de A bei e , de Anges ell e scheinen du chweg geneig zu sein, die echnische No - wendigkei de A bei sze legung und die da aus en s ehende Ges al- ung de A bei sau gaben hinzunehmen, wenn nu ih e allzu k assen Hä en e mieden we den. Die Plage des Zwanges und de Mono onie de A bei spiel nich meh die g oße Rolle wie noch o e wa 30 Jah en. Abe das is nich alles; die A bei in einem echnischen A bei sp ozeß ha zugleich eine soziale No e. De en Bedeu ung ha OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 58 Max Muss [314 abe ielleich noch meh zugenommen in de le z en Gene a ion. Sie bes eh in de Abhängigkei an sich, in de Ta sache, daß sich de A - bei e nu als ein allen Ano dnungen schlech hin un e wo enes Teil- dien in einen Gesam o gang einge üg inde , e sich nu unzu eichend be eilig ühl . Diese Besch änkung, diese Enge und zugleich Fe ne on de lebendigen Beziehung zu Sinn und Zweck des Be iebes — das is es, was e als das D ückends e zu emp inden p leg . Un e diesem Aspek ha schon Ka l Ma x die Wi kung de „Koope a ion" be ach e und bewe e . Die Bemühungen um den Nachweis de „Exploi a ion"' s ehen bei ihm im Vo de g und, abe e sieh nich nu die Wegnahme des Meh we es. Be ei s im „Kommu- nis ischen Mani es " on 1847 heiß es: „Die A bei de P ole a ie ha du ch die Ausdehnung de Maschine ie und die Teilung de A bei allen selbs ändigen Cha ak e und dami allen Reiz ü den A bei e e lo en . . ." Und wei e : „A bei e massen, in de Fab ik zusammen- ged äng , we den solda isch o ganisie . Sie we den als gemeine Indu- s iesolda en un e die Au sich eine olls ändigen Hie a chie on Un e o izie en und O izie en ges ell . Sie sind nich nu Knech e de Bou geoisklasse, des Bou geoiss aa es, sie sind äglich und s ündlich geknech e on de Maschine . . Die echnische Aus üs ung in Ge- s al de Maschine wi d Ma x zum Symbol ü die Mach des Un e - nehme s, dem A bei e seine Au gabe und das Tempo seine A bei au zuzwingen, ihn „ on Kindesbeinen in den Teil eine Teilmaschine zu e wandeln"2, also ihm seine Indi iduali ä zu nehmen. Man ha neue dings da au zu Genüge hingewiesen, daß solche au gezwungene a ionelle A bei sweise ja ga nich eine Eigen ümlichkei des kapi a- lis ischen Wi scha ssys ems is , daß sie sich ebenso und noch meh ges eige in den g oßen Beispielen de sozialisie en und geplan en Wi scha en in de Gegenwa inde — denn, so dü en wi e läu e nd hinzu ügen, die No wendigkei , einen Reine ag zu e zielen, bes eh übe all in de Einzelwi scha , auch in de sozialis ischen, und de a ionalisie e Be ieb e such ja ge ade, das E gebnis seine Leis ung, sein P oduk , mi dem ge ings en Au wand zu e zielen. Üb igens e - kenn Ma x diesen Ta bes and nich . E weis ausd ücklich da au hin, daß man zwischen echnische No wendigkei und kapi alis ische An- wendung un e scheiden müsse3. Nach seine Meinung wi d die mecha- 1 Zi ie nach Ka l Ma x/F ied ich Engels: Mani es de Kommunis ischen Pa ei, Be lin 1946, Sei e 10 und 11. Dem Abd uck lieg die on F ied ich Engels beso g e Ausgabe on 1890 zug unde. 2 Das Kapi al, 1. Band, 5. Au lage 1903, Sei e 387. 3 Das Kapi al, 1. Band, Sei e 394: „Es beda Zei und E ah ung, be o de A bei e die Maschine ie on ih e kapi alis ischen Anwendung un e scheiden und dahe seine Ang i e om ma e iellen P oduk ionsmi el selbs au dessen gesell- scha liche Exploi a ions o m übe agen le n /4 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 321] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 65 sehen Ve häl nissen als cha ak e is isch es s ellen müssen. Wi haben gesehen: Die Mach de Technik d ing aus dem Be ieb nach außen, indem sie auch au die Ges al ung de Un e nehmungen, de Ve bände usw. übe g ei . Ih e o mende und ich ungweisende K a be uh au Quali ä en, die an den en scheidenden S ellen im Wi scha sleben en - sp echend gea e e und geschul e Pe sönlichkei en o de n. Dabei bleib bedeu sam, daß ohl aus dem Denken und Wollen solche und ähnliche Menschen he aus die Technik mi allen ih en Zus ändigkei en und Auswi kungen schließlich so gewo den is , daß bald abe solche Technik ih e sei s mi zunehmende S enge ih e ypischen An o de- ungen s ell . Nun, da sie einmal da is — und übe haup , solange sie ih e Eigenscha en dem mode nen Menschen als äuße s schä zenswe , ja unen beh lich. e scheinen läß —, o de sie, dik ie sie ih e Be- dingungen und zwing sie dem Denken und Tun au . Ande s gesag , im mode nen Wi scha sleben komm es ü üh ende Pe sönlichkei en da au an, daß ih Geis sich in eine Denka zu bewegen weiß, die eigen lich in de Technik beschlossen und aus de Technik gebo en is . Dami is nich gesag , daß du chweg echnische Kenn nisse im eigen - lichen Sinne e o de lich wä en, abe es is de Geis de Technik, de hie bes imm . Audi die O ganisa ionskuns ha ih e s ä ks en Wu - zeln in de Technik. Wie is es also mi diesem Geis de Technik? Will man ihn zunächs in seine einen Fo m e kennen, so is siche lich- am wich igs en de Ums and, daß die mode ne Technik au eine besonde en Wissen- scha lichkei be uh . Wi wiesen schon da au hin, daß de Ke n jede mode nen Technik du chaus wissenscha lich is , und an ihn haben sich die e gänzenden Gebie e, wie echnische Be iebsleh e, Be iebswi - scha sleh e, leide du chweg auch die A bei swissenscha , in e s aun- liche Wesensähnlichkei angeschlossen. Sie sind ande s, abe sie sind im ie s en e wand . Wi können abe die g undlegenden Wissen- scha en de Technik genau bezeichnen; es sind diejenigen, die sich mi de unbeleb en JMa e ie be assen, o allem also die Physik und die Chemie. Es is schlech hin en scheidend, daß sie das Unbeleb e zum Gegens and haben2. Denn nu dahe können sie jene Exak hei gewin- nen, die ih e E kenn nisse bei allen Ve ände ungen in de Wissen- scha so siche e scheinen lassen. Nu dahe können Analyse, Isolie- ung, Expe imen , Syn hese und ma hema ische E kenn nis o men an- gewende , konn en Tausende on Gehi nen und Händen nebeneinande und nacheinande in Gene a ionen ein ie geg ünde es und e s aunlich 2 Was man auch uibe den Beg i des Unbeleb en sagen mag und wie seh auch die G enzen zum Beleb en du ch die neue en na u wissenscha lichen Fo schungen unsiche gewo den sein mögen, ü uns gil hie die Fes s ellung, daß de Mensch das seine Lebens o m Wesens emde imme als unbeleb wi d emp inden müssen. Schmolle s Jah buch LXX, 3 5 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 66 Max Muse [322 zu e lässiges echnisches Wissenssys em au ich en. Dieses echnische Wissenssys em leb on den Na u wissenscha en. Dieses Sys em muß sich imme wiede in de B auchba kei de au seine G undlage ge- scha enen Dinge e p oben. Es is eilich nich e ig, wi d auch nie- mals e ig — die Un ollkommenhei , ja Un ollendba kei is ein Wesenszug de Technik übe haup , zu dem die imme o sch ei ende En wicklung de Na u wissenschä en üb igens nu einen Bei ag leis e . Es is auch nich ganz einhei lich; die echnischen Spa en weisen alle ih e besonde en Fo men au . Daß die Spezialisa ion un e den Technike n so wei o gesch i en is und noch imme wei e geh , wi d lebha beklag . Abe eine na u wissenscha lich- ma hema ische Bildung wi d bei allen zug unde geleg . Und — was nich das Unwich igs e is — sie gib den Me hoden de echnischen Lösung auch die Fo m. Das heiß nich nu , daß Ma hema ik, Physik, Chemie, Geologie usw. bes imm e Anschauungs- weisen e langen und sie ü ih e * echnischen Anwendungen o - ausse zen. Es bedeu e auch, daß die Fo meln, Be echnungen, g aphi- schen Da s ellungen, Ku en und Zeichnungen ih Gep äge on den Bedingungen e hal en, die die Na u wissenscha en s ellen. Au solche Weise e häl das na u wissenscha lich- echnische Wissen seine adäqua- en Ausd ucks o men und gewinn ü den menschlichen Geis seinen Abschluß, seine Rundung, die ein Teil seine Mach is . Keine Wissenscha om Leben, om menschlichen Leben, kann diese Zu e lässigkei e eichen und in so exak e Weise wei e - en wickel we den. Jene spezi ischen Wissenscha en haben du ch ih e Eigena nich nu de Technik diese Ausb ei ung und E ek i i ä ih e Ges al en gegeben, sonde n auch ih en me hodischen Ein luß au iele ande e Wissenscha en ausgeüb . Es is hie nich de Pla z, nähe auszu üh en, wie wei die na u wissenscha lichen Me hoden, die ma hema ische Bes imm hei und kausale S enge, soga in die Geis es- wissenscha en einged ungen sind. Mi solchem wissenscha lichen Inhal und de Behe schung seine Ausd ucks o men muß sich de mode ne Ingenieu o allem e üllen. Das is die G undlage seines Scha ens und seine Ve s ändigung mi ande en, auch ausländischen Fachgenossen. De Gegens and is im ganzen iel zu dich in sich e woben, als daß e mi Teilwissen und Andeu ungen abge an we den könn e. E o de Hingabe, zum min- des en olle Eingewöhnung. Je meh de Ingenieu de a igen An- sp üchen ge ech zu we den e such , des o meh wi d sein Geis on dem besonde en Denken einge angen, des o meh wi d diese Denkweise sich auch he o d ängen, wenn es sich um ande sa ige, e wa um wi - scha liche ode i gendwelche kul u ellen F agen handel . Dami zu- sammen häng uch die nich sel ene E scheinung de echnischen Lieb- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 323] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 67 habe ei, die manchmal Wi scha lichkei und wi scha liche Gesich s- punk e zu übe wuche n d ohen. Komm dem echnischen Denken die en sp echende Begabung wei genug en gegen, so e gib sich de Typus des „ einen" Technike s. Von ihm haben wi hie nu inso e n zu eden, als e die Eigena des ech- nischen Geis es am eins en o enba . Es is de Geis de absolu en Sachlichkei , ja Dinglichkei . Daß sich dami hohe menschliche Quali- ä en zu e binden p legen, sei nu e wähn . So g al des P ü ens und U eilens, Unbes echlichkei und Nüch e nhei , F eude am kla en, olge ich igen Denken und am syn he ischen Scha en sind seine Vo - züge. Die ganze hohe Ideologie des Ingenieu s bau sich au de G und- lage de Scha ens eudigkei bei unbei ba e „Sachlichkei " au . De inne e pe sönliche Gewinn lieg in de Be iedigung des du chdach en Scha ens zum sich ba en Gelingen. In eine Rek o a s ede sag P o . Fö inge , Cha lo enbu g: „.. . ge ade ih e Mi els ellung zwischen einem E kennen und mühe ollem Umges al en e leih de ech- nischen A bei ih en imme wiede esselnden Reiz, zugleich abe auch ih en ie en E ns de Ve an wo ung. De Scha enswille lenk das bloße E kennen in die Ta übe und b ing so zwei e schiedene Sei en unse es Geis es zu ha monischem Ausgleich, dabei ein ie es Glücks- ge ühl e leihend3." Abe de echnische Geis ha auch seine schwache Sei e. Seine Schwäche is die Keh sei e de S ä ke; beide e wachsen aus demselben Un e g unde, nämlich aus de Unbeleb hei de Ma e ie, die sein Objek is . In de Ve anlagung des „ einen" Technike s lieg schon seine Schwie igkei , das eigen lich Lebendige im Leben an seinem Pla ze zu sehen, es als Wi kungsk a zu wü digen. Blaise Pascal, de g oße Ma hema ike und ie e Denke , ha in seinem Essay „Vom Un e schied zwischen dem Geis de Geome ie und dem Geis de In ui ion (. . . esp i de inesse)"4 da an ge üh . Seine Abhandlung bezieh sich alle dings au den Typus des Ma hema ike s, abe diese is dem des einen Technike s nahe e wand ; als wesen lich i beim Technike nu das Momen de scha enden Ak i i ä hinzu. De eine Technike wi d nich nu geneig sein, die Dinge des Lebens un e schabionisie en- den Gesich spunk en zu sehen, sonde n auch sie um o mend zu e - besse n. Sein D ang zum schöp e ischen Tun kann indessen dem Leben- digen nich ge ech we den, wenn de Technike sich o wiegend on jenen Gesich spunk en und Me hoden lei en läß , die de o en Ma e ie angemessen sind. So iel Bedeu ung auch de olge ich ig o d ingenden 8 Pando a / Sch i en ü lebendige Übe lie e ung N . 7 1947 (Im Banne de Technik), S. 24. 4 Pascal, Ve mäch nis eines g oßen He zens. Die kleine en Sch i en. Sammlung Die e ich. Wiesbaden 1947, S. 51 . *5 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 68 Max Muss [324 Sachlichkei ganz allgemein im ä igen Leben zukommen mag, so genüg sie doch allein nich , weil sie hie au einen wesensande en Komplex on Bedingungen s öß . Na ü lich is die Disk epanz je nach dem Felde e schieden s a k. Bei solchen Au gaben de Wi scha z. B., die, wie in de Planwi scha , deu lich eine kons uk i e No e zeigen, is o en- ba ein Einschlag echnische Denka on gu em Nu zen. Sie ziehen auch a sächlich den Ingenieu besonde s an. Abe es is doch nich zu e kennen, daß auch hie und ge ade hie , wo das Lebendige sich nich ei egen kann, le z en Endes doch eins es Ve s ändnis ü seine No - wendigkei en e o de lich is . Abe ganz abgesehen on de a igen Fällen, in denen eine gewisse Ve wand scha mi echnischen Au gaben o zuliegen schein , is häu ig wah zunehmen, daß ausgep äg e Tech- nike ih e spezi ische Denkweise übe all im ä igen Leben anzuwenden s eben, eben weil sie sie ü schlech hin uch ba , also ü eigen lich selbs e s ändlich allen A en on Au gaben gegenübe hal en. Eine solche Au assung schein auch ganz allgemein ü das Wi scha sleben eine gewisse Rech e igung zu inden, inso e n nämlich, als die mo- de ne Wi scha , auch im Zus and des ungehinde en We bewe bes k is allinisch au gebau und in ih em Ge iebe nach manche lei es en Regeln beweg , wie wi sahen, in manchem de A de Technik ähnel . Wie dem abe auch sei, in alle Wi scha leb , wünsch , wi k , gib und emp äng de Mensch, is das schlech hin Menschliche en scheidend. So, als ein Aus luß des Menschlich-Lebendigen, is die Wi scha allein in ih em Wesensg und zu sehen. Ih gegenübe gil es, den Sinn ü die Unwägba kei en und das Spielen des Lebendigen zu bewah en, wenn man ih ge ech we den will5. Ob das dem einen Technike gelingen kann, eben das is zu bezwei eln. Wilhelm Röpke sp ich on eine dé o ma ion p o essionelle, die, wie auch Angehö ige ande e Be u e, den echnischen Menschen bed ohe und sich bei ihm auswi ke in eine Ve wechselung on Zweck und Mi el6. Das schein uns nich ie genug zu g ei en. Beim einen Technike dü e es sich ielmeh um eine Seh- schwäche gegenübe den nich a ionalen Komponen en allen mensch- lichen Tuns und Lassens handeln. Das I a ionale komm in de echnisch gesehenen Wel zu ku z. Ve s ä k du ch den Ein luß des echnischen Geis es, e häl die Ra ionali ä in den Fo men de Wi scha ein zwingendes Gep äge, wenn auch übe all do , wo Menschen mi in F age s ehen, ein Finge - spi zenge ühl nich en beh we den kann. Das gil in e höh em Maße ü die F agen, die nich unmi elba die echnische Sei e de P oduk- 5 Vgl. dazu meinen Vo ag, De Mensch als Gegens and de Wi scha swissen- scha en an de Technischen Hochschule, in: Ikia (In e na ionale Kong eß ü Inigenieu ausbildung) 1947, Da ms ad 1949, S. 249 . 6 Ci i as humana, E lenbach-Zü ich, 2. Au l. 1946, S. 312. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 325] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 69 ion angehen, also namen lich ü Ankau und Absa z, ü die Übe - sich übe die Ma k e häl nisse, das E assen on Konjunk u en, die Siche ung des E olges in de Zukun . Wenn sich auch das äuße e Geschehen ganz in den sachlichen Aspek ein üg , so s eh doch eine kaum übe sehba e Mannig al igkei menschlichen Indi idualwollens dahin e und mach die Be echenba kei iel ach unsiche . Besonde s k i isch wi d die Unzulänglichkei ein sachliche Gesich spunk e gegenübe de Mi wi kung de Menschen in jedem A bei sp ozeß, übe all, wo de Mensch unausweichba eingespann is in einen es en Rahmen on Technik und O ganisa ion, die seine Be u s e ich ungen bes immen. Hie i die Siche ung de menschlichen Pe sönlichkei als d ingendes P oblem au . Es is je nach dem G ade de S a hei und Volls ändig- kei de Bindung e schieden zwingend. I gendwie is gewiß jede als Teil in ein be u liches Gesam ge üge eingespann und meh ode minde gezwungen, seine eigenen Neigungen zu ückzus ellen, um im ganzen a ional mi zuwi ken. Daß die mode ne Wi scha in diese Hinsich besonde s g oße und s a ke An o de ungen s ell , habe ich schon anzu- deu en e such . Man da in dem quälenden Zwang zu age üllenden Einsei igkei siche lich ein bedeu sames Mo i sehen ü die wei e - b ei e e inne e Unbe iedigung des mode nen Menschen, da alle - dings nich e gessen, daß dabei wohl noch ande e G ünde mi sp echen. Von ihnen haben wi hie nich zu eden. Es bleib abe als Fes s ellung, daß die Ganzhei des menschlichen Wesens nach E üllung d äng , auch dann und ge ade dann, wenn sie un e d ück , ielleich soga e - kümme wi d. Hie lieg die le z e g oße F age, die wi zu e ö e n haben, die F age des seelischen Ausgleichs. Übe au allende Fälle meh ode wenige unbewuß e seelische Selbs hil e aus dem K eise de Tech- nike weiß F ied ich Meinecke in seinem bekann en Buch „Die deu sche Ka as ophe"7 zu be ich en. E weis au die Ta sache hin, daß Inge- nieu e, wenn sie ein bes imm es Al e e eich haben, sich ga nich sel en kühne en Au gaben zuwenden, die de eigen lichen Technik e nliegen, e wa sozialen ode ca i a i en Cha ak e s sind, und daß sich dann „de bishe ige nüch e ne Fachmann in eine A P ophe en, in einen Schwä me , ielleich ga Fana ike und Monomanen" e - wandel . Daß E scheinungen diese A o kommen, kann nich geleug- ne we den, abe es sind doch e einzel e, ex eme Fälle. Solche Wel - e besse e handeln gewiß nich sel en aus inne em D ang, abe — das mag hinzugese z we den — sie we den doch auch o on dem oben e ö e en Gedanken ge üh , daß die echnische Me hode die einzig ich ige sei. Hie dü en wi uns jedoch nich mi solchen ex emen Bei- 7 2. Au l, Wiesbaden 1946, S. 59 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 70 Max Muss [326 spielen begnügen, wollen auch übe die Be ach ung de echnischen Spi zenschich hinausgehen und uns ku z den E scheinungen zuwenden, die die on de Technik e g i ene b ei e Masse au weis . Von beg i s- bes immenden E ö e ungen dü en wi ü unse e Zwecke wei gehend absehen. Denn die Masse, die wi hie ins Auge zu assen haben, is schlech hin die Allgemeinhei , sind alle, die im echnisch-wi scha lichen Komplex leben. Alle dings sind dabei Un e schiede zu machen. Man wi d doch nich schlech hin jeden Menschen unse e Kul u als g und- sä zlich gleichmäßig den echnisch-wi scha lichen Ein lüssen un e - wo en ansehen dü en. Die Einwi kungen sind au einige G uppen s ä ke , au ande e schwäche . De Baue — wenigs ens bei uns in Deu schland — de Küns le , de Geleh e und namen lich de Beam e, o auch de Handwe ke — das is e wa ein gu es D i el de Be ölke- ung — s ehen nich so im K a be eich de wi scha lich- echnischen Ein lüsse wie die in Handel und Bankwesen, besonde s abe in Be gbau, Indus ie und Ve keh Tä igen. Alle dings sind — das wissen wi —- alle als Konsumen en in jenen Be eich einbezogen und inso e n auch inne lich ange üh . Abe es gib ge adezu ein echnisches Ge olge, das sich geis ig an die lei enden Technike de P axis anschließ . Die zahl- eichen echnischen Handwe ke , die Mon eu e, Ins alla eu e, Chau - eu e, Labo an en, We kmeis e , meh ode minde die Gesam hei de Anges ell en- und A bei e scha in den eich echnisie en Gewe ben, also Selbs ändige und Unselbs ändige, hängen nich nu in ih en p o- duk i en Ve ich ungen on de Technik ab, sonde n müssen na u - gemäß auch on de echnischen Denkweise be üh we den. Gewiß wi k in ihnen du chweg nich das Wissenscha liche unmi elba , abe es i sie in seinen Auswi kungen, mi de No wendigkei , ein be- s imm es Wissen zu haben, mi dem Zwang zu Genauigkei , ja auch mi seinen o melha en Ausd ucks o men de Tabellen und Ku en und soga mi dem In e esse an echnischen Zusammenhängen und mi de du chschni lichen Hochschä zung des Technischen, auch de da- hin e s ehenden na u wissenscha lichen Leis ungen. Man such hie au seine Weise mi zukommen. Von eine Gegne scha de A bei e gegen die Technik — ühe sag e man „die Maschine" — kann siche lich keine Rede meh sein. Wie lange lieg auch die Zei zu ück, da in de neuen Maschine die Bed ohung de A bei sgelegenhei gesehen wu de. Die Technik is , das is das Fazi , in Geis , Willen und Gewohnhei de Masse au genommen. Sie wi d bejah . Sie leb als zu bewunde nde, zu- mindes un e meidliche E scheinung in de ö en lichen Meinung, de Kon en ion, nimm do soga , ebenso wie ja auch in de Wel de Kinde , einen b ei en Raum ein. Und das I a ionale, die Seele? Wem iele hie nich das Wo Edua d Sp ange s ein: „die au geklä e Masse glaub en schiedene OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 327] Wi scha und Technik als .menschliches P oblem 71 an Heisenbe g als an einen Go .. ."8. Vielleich is wi klich ein Teil des menschlichen Bedü nisses, zu e eh en, de Technik ode den dahin e s ehenden Na u wissenscha en zuge allen. Das is übe haup die F age, wiewei die allzu kla e und kal e Ve s andesa bei im äg- lichen Leben ih e no wendige E gänzung in eine besonde en Be ach- ungsweise inne halb de selben Lebenssphä e zu inden such und wi k- lich inde . Man sp ich in solchem Zusammenhang on eine neuen Roman ik und weis dami au den eigena ig packenden Reiz hin, den das ins Bild ge aß e Beweg e, manchmal D ohende und Aben eue liche eines on Maschinen und a bei enden Menschen e üll en Be iebes ausüben kann. Filme wie Essays p legen sich da um zu bemühen. Die g oßen oman ischen Konzep ionen o je z schon as ande halb Jah hunde en sind alle dings e was ande es. Sie s ell en sich zum Teil schon o ahnend dem Siegesma sch de Au klä ung und de bloßen Ve s andesk ä e en gegen. Ich e inne e nu an den Physike Johann Wilhelm Ri e 9 und seinen be ühm e en F eund No alis, de du ch sein S udium de Be gwissenscha en selbs de Technik nahe ge- kommen wa und doch und ge ade dahe wohl die Ge ah en ü die Seele e kann e10. Das is o bei. Die poe ischen und eligiösen Re ungs- e suche de oman ischen Schule sind ebenso übe ann wo den wie die Philosophie eines Schelling ode F anz Xa e on Baade . De mode ne A bei e und Handwe ke kenn sie nich , weiß auch kaum e was on dem Wesen de seelischen Bed äng hei en, denen e selbs a sächlich nich sel en ausgese z is . E such o enba den Ausgleich ü das s enge A bei sdasein, sowei e ege is , ge n in Be ä igungen ü die Gewe kscha , ü einen Ve ein, ü eine poli ische Pa ei, iel- leich auch in Bildungsbes ebungen, iel häu ige wohl noch ein ach in dem häuslichen Ga en und in kleinen Bas eleien ü Wohnung und Familie. Das kann in de Ta Ablenkung und E holung bedeu en. Is es genug? Schlagen nich in die Poli ik z. B. o seh s a ke Ene gien on de Masse hinein, weil eine ande e emo ionale Sä igung ehl ? Es ge- hö zu dem Bild des mode nen S aa smannes, daß e solche Ene gien abzu angen und in ein Be de poli ischen Fo m zu lenken weiß. Das kann noch wei e gehen, kann mi Vo bedach noch wei e ge üh we den. Wenn nich alles äusch , wi d auch in Hinsich au die Ab- undung de psychischen Massenbedü nisse eine bewuß e Poli ik in 8 Die Magie de Seele, Tübingen 1947, S. 42. „Ri e ha , zwei Jah e o Vol a, das P inzip de Vol aschen Säule e kann , ha den e s en Akkumula o e unden und gil als de Beg ünde de wissenscha - lichen Elek ochemie." (F ied . . d. Léyen in de Einlei ung zu Ri e s „F ag- men en", Leipzig 1938). 10 Vgl. u. a. sein F agmen , Die Leh linge zu Sais, OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 72 Max Muss [328 de Sowje union ge ieben. Do we den Poli ik, Wi scha und A bei mi einem s a ken einhei lichen Akzen e sehen und in eine solche Digni ä e hoben, daß die Ges al ungen des äuße en Lebens, de Allge- meinhei wie des einzelnen, zusammens immen und hinein eichen ins Emo ionale. Die Bewe ung de A bei z. B. wi d au s höchs e ange- se z , in Filmen, Zei sch i en, Büche n, wah scheinlich auch im Rund- unk und in Reden. A bei e , die in de Ra ionalisie ung on A bei s- gängen und de Ve besse ung echnische Leis ungsmi el e olg eich gewesen sind, we den ö en lich belob und mi Auszeichnungen e - sehen. Dabei komm dann auch jene Zug zu seinem Rech , au den ich als e was Wesen liches in unse e a ionalisie en, echnisie en Wi scha hingewiesen habe, de D ang nach Gel ung und Ane ken- nung. In de Sowje wi scha abe wi d alles in die Sys ema ik und die Te minologie de poli ischen Ideologie geb ach , so daß schließlich de All ag mi einem — man muß schon sagen — kul ischen Hauch du chd ungen wi d, de wohl nich nu die Hä en milde n, ielmeh auch den seelischen Spannungen Genüge un soll. De Gedanke on Ka l Ma x, daß die He scha des Menschen übe die Maschine e s in einem länge en En wicklungsp ozeß inne halb de e gesellscha e- en Kul u und nu du ch Op e gewonnen we den kann11 — diese Gedanke inde seine p ak ische En sp echung in de sowje ischen Poli ik, indem man ihm on de psychischen Sei e aus en gegenkomm . Die Plagen de A bei s a ionalisie ung sollen übe wunden we den du ch a ionelle Aus ich ung de A bei e psyche. Man such sie zu milde n, indem man sie idealisie . Das is ein Bemühen, dem eigen lich nu in de Sphä e des eligiösen, kul ischen Lebens Ähnliches zu Sei e zu s ellen is . De Ve gleich mi eligiösen E scheinungen lieg in de Ta nahe. Abe es is eine Religion des Diessei s, ganz ande s noch als sie ühe Sozialis en e dach haben, e wa die F anzosen des 18. Jah - hunde s, an de Spi ze S . Simon und die Sain -Simonis en. Abe da es ein P oduk des Ve s andes und de Zweckmäßigkei is , is es eben doch keine Religion. Welche s a ke Bedeu ung die eligiöse Sphä e ü die Lebens üh ung ha , e kennen wi namen lich aus den neue en Fo schungs ich ungen in de Philosophie und de E hnologie, besonde s auch de a chäologischen E hnologie. Wi sehen je z doch z. B. die al en Hochkul u en in Süd- und Mi elame ika und in Asien ebenso wie die Kul u en de sogenann en P imi i en du ch änk , ja ge agen on eligiösen Vo s ellungen, mögen wi sie nun als Abe glauben bezeichnen wollen ode nich . Jeden alls gewinnen wi du ch solche E kenn nisse, die e gänz we den on de philosophischen An h opologie, eine Folie ü die Beu eilung de Lage des mode nen Menschen eu opäische 11 Vgl. oben S. 58, Fußno e 2. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50 329] Wi scha und Technik als menschliches P oblem 73 Kul u , de als einzige Rep äsen an de Ga ung homo sapiens sich as olls ändig au seine Ra io s ell und auch das doch e s en schieden sei Ende des 17., An ang des 18. Jah hunde s. Wi me ken je z mi wachsende Deu lichkei , daß uns e was ehl . Wi emp inden es auch aus den E ah ungen jenes a ionalis ischen Lebens in Technik und Wi scha , das ich zu zeichnen e such habe. Ob wi alle dings die K a haben we den, uns in jene Lagen de ^psychischen Gesammel hei zu ückzu inden, in denen auch das Religiöse seinen Rang ha , is noch nich abzusehen. Die Si ua ion is wohl auch on Kon ession zu Kon- ession und soga on Land zu Land e schieden. Es mag au die neue en Bemühungen de Ki chen e wiesen we den. We den sie wiede das Leben de Gesam hei in sich hineinziehen können ode wi d nich doch eine säkula e Lösung sich du chse zen, eine Diessei s- lösung, die es wag , au den anszenden en Bezug zu e zich en — das is die Tie e des P oblems, eine Ta sachen age. Wi können sie hie nich bean wo en. Dieses le z e P oblem muß uns P oblem bleiben. Dami sind wi am Ende unse e Fes s ellungen und Übe legungen. Nu noch wenig sei hinzuge üg , nu noch diese ku ze E inne ung. Das P oblem des Komplexes Wi scha und Technik sammel sich in de F age, wie de Mensch seine Wü de und inne e Selbs ändigkei , sein Menschen um, bewah en kann gegenübe diese mäch igen Umwel on Dingen und Ve häl nissen, die, du ch seine eigene Ra io zu Wi - kungssys emen on g oße Planmäßigkei und K a ge üg , ihn zu behe schen d ohen. Die Gegebenhei en selbs , denen de mode ne Mensch sich e ha e ha , sind komplizie und unen innba . E kann sie nich besei igen, wi d es auch nich wollen. E ha sie dynamisch gemach und wi d sie wei e en wickeln. Es wä e müßig, hie zu p o- phezeien ode Fo de ungen zu e heben. Au diese S u e de Bewuß - hei komm alles au die Einsich und die K a des Menschen an, au seine inne en En scheidungen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.3.35 | Gene a ed on 2023-04-04 11:03:50