Die Rolle des Goldes im Weltwährungssystem. Zum Bericht der Exekutivdirektoren des Internationalen Währungsfonds über die Reform des Weltwährungssystems
Abstract
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Full text
Bosch, Jü gen
A icle
Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em. Zum Be ich de
Exeku i di ek o en des In e na ionalen Wäh ungs onds übe die
Re o m des Wel wäh ungssys ems
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Bosch, Jü gen (1972) : Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em.
Zum Be ich de Exeku i di ek o en des In e na ionalen Wäh ungs onds übe die Re o m
des Wel wäh ungssys ems, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) -
Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü
Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 92, Iss. 6, pp. 675-696,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.92.6.675
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em
Zum Be ich de Exeku i di ek o en des In e na ionalen
Wäh ungs onds übe die Re o m des Wel wäh ungssys ems
Von Jü gen Bosch, Be lin
I. Einlei ung
1. Zwischen Beha ung und Wandel
Dem Gou e neu s a des IWF wu de am 18. Augus 1972, ein Jah
und d ei Tage nach de Ve kündigung de Neuen Wi scha spoli ik
du ch Nixon, ein Be ich de Exeku i di ek o en übe die Re o m des
Wel wäh ungswesens übe mi el 1.
Eine de Haup punk e de Neuen Wi scha spoli ik on 1971 wa
die Au hebung de on den USA übe nommenen Ve p lich ung, Gold
nach A ikel IV de IWF-Sa zung gegen US-Dolla abzugeben. Ge-
naue : Gold gegen US-Dolla an Wäh ungsbehö den abzugeben; de An-
und Ve kau on Gold du ch Wäh ungsbehö den am Ma k is näm-
lich schon sei dem 17. Mä z 1968 einges ell . Noch genaue wä e: Mi
de Ve kündigung de Neuen Wi scha spoli ik haben die USA de
ju e ih e Weige ung e klä , e was zu un, was sie schon lange o he
und spä es ens sei dem 17. Mä z 1968, dem S ich ag de Goldma k -
spal ung, de ac o nu noch wide willig und sel en ge an haben: Gold
übe haup noch aus ih en Wäh ungs ese en abzugeben und dami
Wäh ungsbehö den a sächlich ande s als den Ma k zu behandeln.
Bei den übe ein Jah zehn andaue nden Ve suchen de USA, einen
sei seine willkü lichen Fes se zung im Jah e 1934 un e ände belas-
senen P eis ü Gold zu e eidigen und gleichzei ig einen Mindes -
besi zs and an Gold in ih en Wäh ungs ese en es zuhal en, schein
in de g oßen Wäh ungsk ise des Jah es 1971 den ü ih e Wäh ungspoli-
ik Ve an wo lichen kein Weg gangba e schienen zu sein, de wenige
ha und wenige bloßs ellend gewi k hä e als de gewähl e Weg de
Neuen Wi scha spoli ik. Diese is deshalb nich nu eine Demon-
s a ion de S ä ke, sonde n auch eine Ve legenhei um Lösungen in
1 In e na ional Mone a y Fund
(H sg.): Re o m o he In e na ional Mone a y
Sys em. A Repo by he Execu i e Di ec o s o he Boa d o Go e no s. Washing-
on, D. C. 1972.
43*
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eine Lage, die du ch Fes hal en an Eingabeg ößen he beige üh wo -
den is und die ielleich auch nich zu ände n is , be o eine ode
meh e e diese Eingabeg ößen geop e we den, z. B. de P eis ü den
US-Dolla , ausged ück in Gold.
Im Rahmen de Smi hsonian-Ve einba ungen om 18. Dezembe 1971
(Nixon: „g oßa ige E ungenscha de mode nen Geschich e"2) wu de
diese P eis zwa geände , e wu de e höh , alle dings nu sozusagen
symbolisch um einen im Ve häl nis zu P eiss eige ung ande e Gü e
in den le z en d ei bis ie Jah zehn en kleinen Be ag, nämlich d ei
Dolla . So bleib e s ändlich, daß die USA auch ein Jah nach de
Ve kündigung de Neuen Wi scha spoli ik imme noch nich be ei
sind, die Ausse zung ih e Ve p lich ung wiede au zuheben, Gold
gegen US-Dolla abzugeben.
Ha sich hie an nich s geände , so doch bei de P eisen wicklung am
Goldma k . Noch o de Übe mi lung des Be ich s de Exeku i di ek-
o en des IWF, An ang Augus 1972, ha e de Goldp eis im Gold-
handel e s mals ü ku ze Zei 70 Dolla je Feinunze übe sch i en,
das Doppel e des im Wäh ungsbe eich bis Ende 1971 es gehal enen
Goldp eises on 35 Dolla . Daß ein e häl nismäßig hohe Goldp eis
des Goldhandels zu neuen Übe legungen in den e schiedens en Zu-
sammenhängen Anlaß gib , lieg au de Hand. So is die Be ei scha
de Wäh ungsbehö den, Gold aus Wäh ungs ese en angesich s eines
e heblich übe dem P eis ü Wäh ungsgold liegenden Goldp eises des
Goldhandels zum e aglichen P eis on 38 US-Dolla je Feinunze ab-
zugeben, ebenso be üh wie e wa de S ellenwe on A gumen en ge-
gen eine Anhebung des P eises on Wäh ungsgold, nach denen es nich
wünschenswe sei, gewissen Gold aus üh enden Lände n (Süda ika,
Sowje union) du ch eine Ve doppelung des P eises ü Wäh ungsgold
on 1934 Vo eile zu ließen zu lassen.
2. Zwischen Ze spli e ung und Einung
Die Ze eißp obe ü den gespal enen Goldma k , de Kamp um
die Rolle des Goldes im Wel wäh ungswesen, s eh un e wei e s ei-
gende Spannung nich nu wegen des Auseinande kla ens de Gold-
p eise im Wäh ungsbe eich und am Ma k , sonde n auch wegen g oße
wel poli ische En wicklungse scheinungen. Die sei dem Wiede e s a -
ken de wes eu opäischen Volkswi scha en au gekommenen Ge ah-
en eines Ze allens des wel wi scha lichen Zusammenhangs de wes -
lichen Wel wü den besonde s d ohend we den angesich s eines Allein-
ganges eu opäische S aa en in de F age de E höhung des Goldp ei-
2 Schwei ze will dem D uck de USA nich nachgeben. Handelsbla (26.9. 1972),
S. 13.
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em 677
ses. Die Folgen eine wei e en Au spal ung de wes lichen Wel in
Wäh ungs- und Wi scha sblöcke sind unübe sehba . Was ü Eu opa
au de einen Sei e de USA gil , i au Japan au de ande en
Sei e zu. Die En wicklung eines neuen Ve häl nisses zwischen China
und Japan könn e eine Blockbildung in diesem Raum Vo schub lei-
s en. Wie F ank eich und I alien in Eu opa, könn e Japan in Os asien
als Be ü wo e eine Poli ik au e en, die dem Gold eine g öße e
Bedeu ung als bishe ü die Wäh ungsbeziehungen zwischen den S aa-
en zusch eib . Hüben wie d üben ehl es nich an deu lichen Anzei-
chen da ü .
S ehen so eine sei s Zeichen au Teilung, so is gleichzei ig die En -
wicklung de wel poli ischen Gesam lage ei wie lange zu o nich
meh ü eine wah e wel wei e Zusammena bei . Die Os -Wes -An-
nähe ung könn e zu eine En wicklung on Wi scha sbeziehungen
wachsenden Ausmaßes zwischen den beiden Haup blöcken, in die die
Wel heu e noch ge eil is , üh en und dami einen Bei ag zu eine
Übe windung diese Teilung und zu Scha ung eines wi klich wel -
wei en Wi scha slebens leis en. Ge ade dabei könn e das Gold im
Wäh ungswesen im zwischens aa lichen Be eich eine he o agende
Rolle spielen. Zunehmende Wi scha sbeziehungen zwischen Os und
Wes bedeu en zwangsläu ig auch ein Eingehen au gewisse G und o -
ausse zungen kommunis isch-ma xis ische Planwi scha en. Diese
abe g ünden ih e Ansich en übe die Bedeu ung des Goldes au die
ma xis ische Leh e om Wel geld, als das das Gold gil 3. Begüns ig
wi d die ideologisch beg ünde e G undeins ellung du ch die E o de -
nisse de Planwi scha en eine sei s und das Goldau kommen, übe
das die Sowje union e üg , ande sei s.
Wäh end au g und de Gold age unse e Zei also eine sei s eine
imme g öße e Ze spli e ung in Wi scha sblöcke s a inden könn e,
bie e eben diesselbe Gold eine G undlage ü ein Zusammen inden
de Wel übe gegenwä ige Spal ungen hinweg zu eine um assenden
Einhei im Wi scha sleben. Es wi d an de Einsich on ielleich we-
nigen Menschen liegen, welche Wendung die Geschicke de Wel neh-
men we den.
II. De Be ich
1. Übe blick
In diese Lage wu de on ielen Beobach e n de En wicklung de
Be ich de Exeku i di ek o en des höchs en Wäh ungsg emiums de
wes lichen Wel übe die Re o m des Wel wäh ungswesens und beson-
de s übe die Rolle des Goldes mi Spannung e wa e . De Rolle des
3 Vgl. Ka l Ma x u. F ied ich Engels: We ke. Bd. 23. Be lin (Os ) 1952. S. 157 .
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Goldes im gegenwä igen Wel wäh ungswesen sind im Be ich zusam-
menhängend zweieinhalb Sei en gewidme 4. Sie s ehen im Rahmen
eine Be ach ung übe die Haup medien in e na ionale Liquidi ä .
De Be ich beginn mi de schlich en Fes s ellung, daß das Gold
im gegenwä igen Wel wäh ungswesen zwei Haup au gaben e ülle: Es
diene als Recheneinhei und als We au bewah ungsmi el. Zu diesen
beiden Haup au gaben, denen jeweils e wa ein Fün el de Aus üh un-
gen gewidme is , we den Fes s ellungen ge o en und Ände ungs o -
schläge au ge üh , au die zum Teil in Übe legungen nähe eingegan-
gen wi d.
D ei Fün el des Be ich s zu Rolle des Goldes sind allein de F age
de E höhung des Goldp eises ü Wäh ungszwecke gewidme .
2. Die Haup au gaben des Goldes
a) Gold als Recheneinhei
Im Be ich wi d es ges ell , daß Gold in meh ache Hinsich als
Recheneinhei im Wel wäh ungswesen diene: In Gold wü den Pa i ä-
en, Sonde ziehungs ech e (SZR) und Wäh ungsbes ände des IWF es -
geleg und ausged ück . Übe dies wü den die Ma k we e on Wäh-
ungen im Zusammenhang mi e schiedenen Fonds-Ope a ionen in
Gold ausged ück .
Es we den dann d ei Ände ungs o schläge au ge üh . Nach dem
e s en Vo schlag sollen hinsich lich de Pa i ä en SZR an S elle des
Goldes als Recheneinhei he angezogen we den.
Dazu wi d nähe ausge üh , daß die zukün ige Rolle de SZR on
Bedeu ung ü die En scheidung diese F age sei. De ac o seien die
Pa i ä en je z schon du ch die es gesch iebene De ini ion eine SZR-
Einhei du ch ein Goldgewich (0,888671 g) ebenso es an die SZR
wie an das Gold gebunden. Jede Ände ung des Goldp eises, ausge-
d ück in Wäh ungseinhei en, wü de demnach eine en sp echende Än-
de ung de SZR, ausged ück in Wäh ungseinhei en, bedeu en. Die
e s eb e Ände ung wü de also höchs ens eine Ände ung in de P ä-
sen a ion bewi ken. G ünde ü den Ände ungs o schlag we den nich
au ge üh . Es wi d da au hingewiesen, daß ü die e wähn e Ände-
ung eine Sa zungsände ung des IWF e o de lich sei. Hinweise au
U hebe des Ände ungs o schlages ehlen.
De zwei e Ände ungs o schlag ziel au die Lösung de SZR on
de je zigen Goldbes immung.
Hie bei is wohl nach de Fo mulie ung des Be ich s ehe an eine
Ände ung de Goldde ini ion de SZR gedach als an eine öllige Lö-
4
IWF
(H sg.): Re o m, a.a.O., S. 34 .
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em 679
sung de SZR om Gold. G ünde, welche ü den Ände ungs o schlag
sp echen, we den nich genann . Dagegen wi d ange üh , daß eine
„solche" Lösung („some loosening") bedenklich sein könn e, weil da-
mi ein neues Elemen on Unsiche hei in das Ve häl nis zwischen
e schiedenen A en on Rese emedien hineinge agen wü de. Eine
Sa zungsände ung sei wie beim e s en Vo schlag e o de lich. Hin-
weise au die Ve ech e eines solchen Vo schlages ehlen.
Hie zu sei in zwei ache Hinsich S ellung genommen. Zunächs sei
au eine Nebenwi kung de Fes sch eibung de SZR in Gold bei Pa i-
ä sände ungen de Lei wäh ung hingewiesen. So e gab sich du ch die
Fes sch eibung des Goldgewich säqui alen s eine SZR-Einhei bei de
Dolla abwe ung im Rahmen de Smi hsonian-Ve einba ungen eine An-
hebung de SZR-Bes ände ausged ück in US-Dolla (ode ande e
Wäh ungen, sowei de en Ve häl nis zum US-Dolla unbe üh blieb).
Es sei dann noch die Einhei de Gold unk ionen be on . So is zu-
nächs zu Lösung de Bindung de SZR an das Gold zu sagen, daß a -
sächlich Recheneinhei en, wenn sie ü sich be ach e we den, g und-
sä zlich jeden willkü lichen We annehmen könn en. Demnach wä e
es also gleichgül ig, s a de willkü lichen 0,888671 g Gold je SZR-
Einhei diese öllig om Gold zu lösen und ex nihilo ein ande es Um-
echnungs e häl nis zu bes immen. Dieses Vo gehen is nu wenig
zweckmäßig, läß es doch jede Ve bindung zu Wi klichkei e mis-
sen. Ebenso wie es möglich wä e, unse e En e nungen in ande en
Maßeinhei en auszud ücken als den gewohn en, wä e es doch abwegig,
dies ohne zwingenden G und zu un. En e nungen e wa in Fuchs-
schwanzlängen ausd ücken zu wollen, könn e nu Hei e kei e wecken.
S a das Kind mi dem Bade auszuschü en und, weil die 0,888671 g-
Rela ion nich meh mi de Ma k wi klichkei übe eins imm , ganz au
einen Ausd uck in Gold zu e zich en, wä e es angezeig , einen ma k -
nähe en We zu bes immen. Zumindes wä e dies nich wenige will-
kü lich als de gegenwä ige We ode ande e o zuschlagende We e.
Die Lösung un e Annähe ung an den Ma k we hä e abe den en -
scheidenden Vo eil, dem Auseinande allen de einzelnen Gold unk-
ionen en gegenzuwi ken und so deu lich zu machen, daß eben die
Funk ion als Recheneinhei nich ü sich be ach e we den da , son-
de n im Zusammenhang mi allen ande en Gold unk ionen gesehen
we den muß.
Eine Abspal ung on einzelnen Funk ionen, wie sie e wa Machlup
im Auge zu haben schein , wenn e ü die Fo daue de Funk ion
des Goldes als Recheneinhei plädie , abe gegen die Beibehal ung
de Funk ion des Goldes als Wäh ungs ese e is 5, ode e wa Aschin-
5 F i z Machlup: Was heiß En h onung des Goldes? FAZ (20. 7. 1968), S. 17.
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ge , de ge ade das umgekeh e Ve ah en be ü wo e 6, kann nu
de S ellung des Goldes insgesam ab äglich sein und ihm seine Au -
gaben im Wel wäh ungswesen e schwe en. Ein öllig ande e Lösungs-
ansa z komm zu diesem Punk neben ande en on Sp een, on dem
ein wei ausgea bei e e Vo schlag zu einem Sys em kon inuie liche
Goldp eisände ungen o lieg 7. Sp een ha dami eine bedeu ende Al-
e na i e zu wäh ungspoli ischen Diskussion en wickel . E bau sie
au dem on den meis en Wäh ungs heo e ike n akzep ie en Vo -
schlag au , den Wechselku smechanismus e s ä k wi ksam we den zu
lassen.
Auch in de ma xis ischen Leh e om Wel geld wi d die Einhei de
Gold unk ionen be on 8.
Als d i e Ände ungs o schlag wi d im Be ich schließlich au ge-
üh , daß an S elle de Goldpa i ä des US-Dolla s ein Mischwe aus
meh e en Wäh ungen ü die Um echnung de Ma k we e einzelne
Wäh ungen in Gold benu z we den soll. Nähe e Aus üh ungen hie zu
ehlen.
An diese S elle soll nu au die F agwü digkei des Umweges übe
die US-Dolla -Goldpa i ä au me ksam gemach we den. Die me k-
wü dige Wi kung des Umweges bei de Um echnung de Wäh ungen
übe die Goldpa i ä des US-Dolla s komm am deu lichs en bei de
Bewe ung de Goldbes ände on Wäh ungsbehö den auße halb de
USA zum Ausd uck. Angesich s on ausschließlich au E höhung des
P eises ü Wäh ungsgold s ehenden Zeichen bewi k eine Au we -
ung eine Nich -Dolla -Wäh ung, daß die Goldbes ände des au we -
enden Landes mi einem nied ige en We in de Wäh ung dieses
Landes in Ansa z geb ach we den müssen. Die Goldbes ände bleiben
dem Gewich nach o und nach de Au we ung gleich. Demnach auch
ih in US-Dolla ausged ück e We . Dem Dolla we en sp ich abe
nach de Au we ung ein nied ige e We in de au gewe e en Wäh-
ung als o de Au we ung. In diese Wäh ung wu de also de P eis
des Goldes in den Wäh ungs ese en gesenk . Wä e die Nich -Dolla -
Wäh ung nich au gewe e wo den, sonde n de US-Dolla gegenübe
dem Gold abgewe e , dann wä e umgekeh das Gold in den Wäh-
ungs ese en des Nich -Dolla -Landes in dessen Wäh ung mi einem
höhe en P eis anzuse zen. Wei e e ähnliche Ve ze ungen üh en on
6 F anz E. Aschinge : Die K ise des ge eil en Goldma k es. Abged uck in: Deu -
sche Bundesbank, Ausz. P esse-A . 1972, N . 60, S. 10 .
7 Eckha d Sp een: Ni eau- und S uk u s eue ung de in e na ionalen Liquidi-
ä s e so gung im Sys em kon inuie liche Goldp eisände ungen. Jb. . Soz.wiss., Jg. 20
(1969), S. 178-201.
8 Ma x, Engels: a.a.O., S. 157. — Vgl. auch Ha ald-Die ich Kühne: Die Ma xsche
Leh e om Wel geld und ih e Bedeu ung heu e. Deu sche Finanzwi scha , 1968,
H. 11, S. G 17.
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em 681
diesem Umweg he . Dies üh dazu, die Sonde s ellung des US-Dolla s
bei de a igen Um echnungen g undsä zlich in F age zu s ellen. Mög-
liche weise noch be ech ig zu Zei de Goldkon e ibili ä des Dol-
la s, e schein sie willkü lich in eine Zei , in de de Dolla die Kon-
e ibili ä in Gold als ihn o ande en Wäh ungen auszeichnende
Eigenscha nich meh ha . Es wä e also zu p ü en, ob nich ü jede
Wäh ung unmi elba ih e Goldpa i ä es geleg we den soll e.
b) Gold als Rese emedium
Im Be ich wi d die g öße e Wich igkei de Au gabe des Goldes
als Rese emedium gegenübe seine Au gabe als Recheneinhei es -
ges ell . Ein Hinweis au den An eil des Goldes ( as ein D i el) an
den gesam en Wäh ungs ese en zu Ende des Jah es 1971 wi d ge-
geben.
Zu F age de Bedeu ung des Goldan eils de Wäh ungs ese en sei
hie angeme k , daß es i e üh end sein kann, den Teil de Wäh ungs-
ese en, de in Gold gehal en wi d, als Teil de Gesam ese en an-
zugeben. Es we den hie nämlich Rese en seh un e schiedlichen „in-
ne en" We es zusammengezähl . Angesich s de un e schiedlichen
We schä zung einzelne Wäh ungs ese ea en und de Ve schieden-
hei de We e häl nisse zwischen Buch- und Ma k we , die ü sie
bes eh , e schein besonde s ein Ausd uck des Goldes als Teil eine
Gesam hei on Wäh ungs ese en bedenklich. So is es kein Geheim-
nis, daß in le z e Zei de nominal am schnells en gewachsene Teil de
Wäh ungs ese en aus US-Dolla bes eh , die o z iel äl ige Ab-
weh bemühungen de be o enen Wäh ungsbehö den in de en Re-
se en zu einem Mindes p eis au genommen we den muß en ( gl. Abb.
S. 682).
Ohne die un eiwillige Au nahme dieses Teils de Wäh ungs ese en
wä e de Ma k p eis diese A wei un e dem Mindes p eis und un-
e de Pa i ä , mi de sie zu Buche s ehen, zu e mu en. Dem s eh
nun de Ma k p eis des Goldes gegenübe , de zu Zei de Übe gabe
des Be ich s as doppel so hoch wa wie de , zu dem das Gold in
den Rese en de Wäh ungsbehö den ausgewiesen wi d. Es sei nu
angedeu e , daß die e mu liche eie P eisen wicklung ü Gold und
Dolla noch ande s e lau en wü de, wenn dem Gold wiede uneinge-
sch änk seine Rolle als Wäh ungs ese e mi wi klichkei snahe Be-
we ung einge äum we den wü de und wenn säm liche Gold e bo e
ü den p i a en Ve keh au gehoben wü den. Wu den die Dolla -
ese en de Wäh ungsbehö den in le z e Zei zum Teil o z e -
zwei el e Gegenweh maßnahmen au gebau — selbs die g undsä z-
lich ma k wi scha lich ausge ich e e Bundes epublik Deu schland ging
am 29.6.1972 zu Besch änkung de Auslände kon e ibili ä übe ,
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682 Jü gen Bosch
Wel wäh ungs ese en in M d.S ohne Os block U.China
63
Bes and 1972 (Mai)
Neune -
EG
54,9
üb ige
Wel
57,2
da on
Gold
16,0 0,8 10,5 11,3
da on Gold
1962 64 66 68 70 1972
(Mai)
Quelle: Be echne nach In e na ional Financial S a is ics. Zule z : Vol. XXV (1972),
H. 9, S. 19 .
ein Sch i , dessen T agwei e an de schwe en Regie ungsk ise, die e in
diesem Land auslös e, mi e messen we den mag —, und e weige n einige
Lände bei ei schwankenden Wechselku sen öllig eine wei e e Au -
nahme on US-Dolla s in ih e Wäh ungs ese en, so wa umgekeh
gleichzei ig ein au allendes Bemühen de Wäh ungsbehö den es zu-
s ellen, an ih en aus Gold bes ehenden Wäh ungs ese en es zuhal-
en. Dies ließe sich schon am Beispiel de USA zeigen, die sich bemü-
hen, ih e Gold ese en nich un e ein Mindes maß absinken zu lassen,
und die da ü selbs zu seh ha en Mi eln zu g ei en sich be ei ge-
zeig haben. Als wei e e , g oßes Au sehen e egende Fall sei auch
noch de I aliens ange üh , das schon am 27. 6. 1972 on seinen eu o-
päischen Pa ne n bei de e s en Bewäh ungsp obe de zwei Mona e
zu o in K a gese z en Bandb ei en e engung inne halb de wes -
eu opäischen S aa en eine Ausnahme egelung zugebillig bekam, die
au eine öllige Aushöhlung des wesen lichen Sinnes des o gesehenen
Ve ah ens hinausläu und es I alien e laub e, die besonde s hohen
Goldbes ände in seinen Wäh ungs ese en zu schonen und s a dessen
du ch Abgabe on US-Dolla aus seinen Wäh ungsbes änden den Li a-
Ku s zu s ü zen. Auch das Ve einig e König eich kann als Beispiel ü
ein Land ange üh we den, das wiede hol liebe Rese ehil en on
außen in Ansp uch genommen ha , als sich on seinen Goldbes änden
zu ennen. F ank eich e s and es, die schwe e Wäh ungsk ise, in die
es 1968/69 ges ü z wo den wa , zu du chs ehen, ohne meh als ein
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em 689
mi den längs e al e en Golddeckungsbes immungen nun gleich mi
dem Gold übe haup au äumen zu wollen, also sozusagen auch hie das
Kind mi dem Bade auszuschü en, zumal ja das Gold angesich s de
sinkenden Goldwäh ungs ese en de USA ü dieses Land au einmal
ein so unbequeme Gegens and gewo den zu sein schein . Daß du ch
eine Anpassung des Goldp eises an Ma k gegebenhei en (ande s als
bei SZR, ü die es ja keinen Ma k geben kann) die ame ikanischen
Goldschwie igkei en hä en au leich e Weise ge egel we den können
und dies zu eine Zei , zu de die USA noch übe g oße Gold ese en
e üg en, gehö nun eben zu den un e s ändlichen Sei en de ganzen
Angelegenhei 13.
c) Gold als Tausch- und Zahlungsmi el
De Be ich s ell diese wich ige Au gabe nich besonde s he aus. Sie
is abe wiede hol im Ve lau de Aus üh ungen im Be ich angesp o-
chen. Wenn sie im Rahmen de wes lichen Wel angesich s de Immo-
bilisie ung de Gold ese en wegen de e ehl en Bewe ung des
Wäh ungsgoldes gegenwä ig eine ge inge e Rolle spiel , so is sie doch
seh wich ig und wi d bei eine Annähe ung des P eises ü Wäh ungs-
gold an den Ma k p eis ü Gold auch wiede die ih zukommende Be-
deu ung e langen. Die Be ich e s a e gehen üb igens au die G ünde
ein, weshalb die Wäh ungsbehö den gegenwä ig so wenig Neigung zei-
gen, sich on ih en Goldbes änden zu ennen, solange dies nu zum
am lichen P eis möglich is .
Im Zusammenhang mi e wei e en Wi scha sbeziehungen zwischen
Os und Wes is abe auch ge ade die Au gabe des Goldes als Tausch-
und Zahlungsmi el besonde s wich ig. „Die Funk ion als Zahlungsmi -
el zu Ausgleichung in e na ionale Bilanzen he sch o "14 heiß es
om Wel geld (Gold) bei den kommunis ischen Klassike n. So wa es
ielleich nich on unge äh , daß die Moscow Na odny Bank im Jah e
de g oßen sowje ischen Ge eideeinkäu e im Wes en in London Mi e
Sep embe 1972 eine P eisanalyse ü Gold e ö en lich e. Es könn e
da aus geschlossen we den, daß die sowje ische Sei e dami zu eine be-
sonnene en Hal ung in F agen des Goldp eises ih en Bei ag leis en
woll e, nich zule z um auch den lang is igen In e essen de Sowje -
union am Gold einen Diens zu leis en.
3. Die P eissche e zwischen Wäh ungsgold
und ei gehandel em Gold
Im Be ich wi d au die P eisen wicklung am Goldma k in den
le z en Mona en e wiesen und es ges ell , daß ein de a wei es Aus-
13 Vgl. Jacques Rue : Le Péché moné ai e de l'Occiden . Pa is 1971. S. 153.
14 Ma x, Engels: a.a.O., S. 157 .
44 Zei sdi i ü Wi scha s- und Sozialwissensdia en 92,6
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690 Jü gen Bosch
einande kla en de P eise ü Wäh ungsgold und am Ma k gebän-
del es Gold d eie lei Folgen nach sich ziehen könne: 1. Goldabgaben
zum am lichen P eis wü den on den Wäh ungsbehö den e mieden.
2. Im Falle eine No wendigkei eines Zahlungsbilanzausgleichs könn e
e such we den, Wäh ungsgold am eien Ma k zu dem do he -
schenden P eis zu e kau en. 3. Auch die Inansp uchnahme on SZR
und on Rese eposi ionen beim Fonds könn e una ak i we den.
Hie zu e schein es angezeig , au die „La einischen" Goldgesp äche
hinzuweisen. Von den im Falle eines eu opäischen Zusammengehens
mi dem Ziel de Anhebung des Goldp eises e bundenen Ge ah en is
nämlich im Be ich nich die Rede. Dabei ha die Diskussion solche
Pläne, die mi anzösisch-i alienischen Besp echungen in Ve bindung
geb ach wo den sind, schon o Abschluß des Be ich s iel Un uhe
e zeug . Wei e un en is im Be ich de Vo schlag au genommen, mas-
si Gold aus Wäh ungsbes änden zu e kau en, de als ame ikanische
An wo au die e mu e en anzösisch-i alienischen Pläne gil .
Im Be ich we den zu Lösung on F agen, die sich im Zusammen-
hang mi dem Goldp eisp oblem e geben, zehn Ände ungs o schläge
au ge üh .
De e s e Vo schlag ziel au eine Lösung nach Eu opäische Schule,
d. h. au Ve einba ungen übe den Saldenausgleich mi gemisch e Zu-
sammense zung de e schiedenen e ügba en A en on Wäh-
ungs ese en einschließlich des Goldes. Die Be ich e s a e e sp e-
chen sich abe o enba on diesem Ansa z nu eilweise En las ung
on den Folgen, die sich aus dem Bes ehen de P eissche e e geben.
Nähe e Aus üh ungen ehlen. Hie zu muß alle dings auch gesag we -
den, daß die schlech en E ah ungen in de e s en Belas ungsp obe de
Eu opäischen Wäh ungsunion (E s e S u e) im Zusammenhang mi de
i alienischen Li a die zu ückhal ende Beu eilung dieses Vo schlags im
Be ich bes ä igen.
De zwei e im Be ich genann e Vo schlag be i einen e ol ie-
enden Gold-swap, d. h. es soll die Möglichkei gescha en we den, daß
gegen Hingabe on Gold beim Fonds SZR einge ausch we den könn-
en, wobei auch eine Rückgabe diese SZR zwecks Rücke langung des
Goldes om Fonds möglich gemach we den soll e. Audi hie zu ehlen
im Be ich nähe e E läu e ungen. Es wi d lediglich da au hingewie-
sen, daß die Scha ung eine solchen Fazili ä eine Sa zungsände ung
o ausse z .
De Au bau des Be ich s leg den Schluß nahe, daß die Be ich -
e s a e auch hinsich lich de E olgsaussich en dieses Vo schlags ehe
zu ückhal end sind.
De d i e im Be ich genann e Vo schlag beinhal e die Anhebung
des Goldp eises zum Ausgleich de gegenwä igen Un e bewe ung des
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em 691
Wäh ungsgoldes. Diese Vo schlag wi d nun im Be ich aus üh liche
e ö e . Hie wi d on de Pa ei „einige " gesp ochen, die eine E -
höhung des P eises ü Wäh ungsgold als geeigne zu Lösung on al-
len Schwie igkei en hal en, die aus G ünden olgen, die sie in de ge-
genwä igen Un e bewe ung des Wäh ungsgoldes sehen. Es wi d aus-
ge üh , daß eine Anhebung des P eises ü Wäh ungsgold als Neben-
wi kung eine E höhung de Rese en mi sich b ingen wü de (nomi-
nal). Die Pa ei „einige " sei abe de Ansich , daß alle in la ionis i-
schen Ge ah en ode ungleichen Wi kungen hinsich lich de Be o ei-
lung du ch die P eise höhung ü Wäh ungsgold gemeis e we den
können. Sie wä en übe zeug , daß es un ealis isch sei, zu glauben, eine
anhal ende Minde ung de P eisdisk epanz sei dadu ch möglich, daß
de hohe P eis des Goldhandels du ch Abgabe on Wäh ungsgold an
den eien Ma k gesenk we den könn e. Diese le z e e Meinung ei-
len auch die Anhänge eine Pa ei „einige ande e ", die abe sons
nich de Meinung de Goldp eise höhung-Anhänge sind. Diese le z-
e en sind also wede ü eine E höhung des P eises ü Wäh ungs-
gold noch ü den Ve such eine Hinwi kung au eine Absenkung des
P eises des Goldhandels du ch Abgabe yon Wäh ungsgold an den
Ma k .
Als wei e e, d i e Pa ei wi d nun die „all jene " o ges ell , die
he igen Wide sp uch gegen eine E höhung des Goldp eises e heben.
Sie üh en nach dem Be ich ün A gumen e ins Feld. Eine P eis-
e höhung wü de 1. den Fo sch i , de bis je z in Rich ung eines a-
ionalen Wäh ungssys ems gemach wo den sei, zunich e machen, 2. die
SZR-Fazili ä un e höhlen, 3. höchs ungleiche Auswi kungen au die
einzelnen Mi gliede haben. 4. Sie glauben nich , daß die mögliche -
weise e ns en in la ionä en Wi kungen sowie die Wi kungen au die
Ve eilung de Wäh ungs ese en wi ksam übe wunden we den könn-
en. 5. Schließlich glauben sie, daß jede P eise höhung ü Wäh ungs-
gold nu E wa ungen au wei e e Goldp eisände ungen näh en wü de.
Au die im Be ich genann en ün A gumen e de Gegne eine E -
höhung des P eises ü Wäh ungsgold sei im Folgenden ku z nähe
eingegangen.
Das e s e A gumen wi die F age nach de Ra io au . Es e schein
besonde s schwach. „Alle jene", die es e e en, soll en wissen, daß
es e schiedene Meinungen da übe gib , wie ein „ a ionales" Wäh-
ungswesen au gebau sein soll e. Es e schein wenig klug, in einem
solchen Zusammenhang mi Beg i spaa en wie a ional/i a ional o -
zugehen, auch wenn es ein Ve such sein soll e, dami dem (nich e -
wähn en) Beg i spaa küns lich/wi klichkei sgemäß e was en gegen-
zuse zen. Wieso schließlich bei einem „ a ionalen" Wäh ungssys em
de bishe gemach e „Fo sch i " schon mi eine Anhebung des P ei-
44*
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692 Jü gen Bosch
ses ü Wäh ungsgold zunich e gemach we den können soll, gib An-
laß zu Zwei eln an de Wide s andsk a des „ a ionalen" Sys ems so-
wie an dem Ausmaß de bishe gemach en „Fo sch i e". Wenn schon
de je zige P eis willkü lich is , müß e jede ande e P eis ü Wäh-
ungsgold — und sei es de je zige Ma k p eis — g undsä zlich die
gleiche Wi kung in Augen „all jene " haben, die o enba nich be-
ei sind, einen willkü lichen P eis als e was S ö endes zu be ach en.
Aus dem zwei en A gumen (Aushöhlung de SZR-Fazili ä ) könn e
abgelei e we den, daß es schlech um die SZR s eh , wenn de Gold-
p eis e höh wi d. Oben, bei de Besch eibung de Folgen de P eis-
sche e, wu de abe auch gesag , daß de Geb auch on SZR una ak-
i we den könn e bei dem gegenwä igen nied igen P eis ü Wäh-
ungsgold. Beide A gumen e zusammengenommen wü den e geben,
daß es um die SZR bedenklich s ünde sowohl bei dem nied igen je -
zigen als auch bei einem kün igen höhe en P eis ü das Wäh ungs-
gold.
Zum d i en und ie en A gumen (Disp opo ionale Auswi kun-
gen, Ausgleichspläne) is zu beme ken, daß die bei eine E höhung
des P eises ü Wäh ungsgold au e ende E höhung de nominalen
Rese en und gewisse Be o - und Benach eiligungen einzelne Wäh-
ungsbehö den en sp echend dem Goldan eil ih e Wäh ungs ese en
Gegens and wei ausgea bei e e Pläne sind. Eine diese Pläne geh
au An egung on
Rue
zu ück15.
Das ün e A gumen (E mu igung eine Hausse) e schein oll zu-
e end, was die Übe legung anbelang , wie de Ma k eagie en
könn e. Doch da es nich gegen eine Abkeh on de gegenwä igen
P eispoli ik des Fes hal ens o geb ach we den, solange es das An-
liegen is , einen möglichs du ch küns liche Eing i e un e älsch en
Goldp eis zus ande kommen zu lassen. Wä e die Be ei scha gegeben,
den Goldp eis hinzunehmen, wie e sich nach den Ma k e häl nissen
e gib , dann wä en jeden alls ü die Spekula ion alle diejenigen Ele-
men e hin ällig, die sich aus de Ta sache de Manipulie ung des P ei-
ses du ch Wäh ungsbehö den e geben.
Als ie e Ände ungs o schlag wi d im Be ich genann : Hinwi -
kung au eine P eissenkung am Goldma k du ch eine kla e Ableh-
nung eine P eise höhung ü Wäh ungsgold. Auße einem Hinweis
au die Pa ei „all jene ", die gegen die Goldp eise höhung sind, eh-
len im Be ich nähe e Aus üh ungen.
Dazu is es zus ellen, daß on den Anhänge n dieses A gumen s
deu lich gemach we den müß e, wie sie sich es o s ellen, daß du ch
ein aches Fes hal en an dem gegenwä igen P eis ü Wäh ungsgold
15 Vgl. e wa:
Rue :
a.a.O., S. 243 .
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em 693
P eissenkungen am Ma k ü eies Gold bewi k we den könn en.
Sie müß en dazu auch Angaben zu ih en Vo s ellungen übe Ausmaß
und Daue de on ihnen e wa e en P eissenkung machen können.
Schon an diese S elle sei schließlich au die Bedeu ung de Übe -
eins immung de P eise ü Wäh ungsgold und eigehandel es Gold
au zwei en gegengese z en Ebenen hingewiesen.
Vom ie en bis zum le z en Ände ungs o schlag geh es de en Be-
ü wo e n um eine Senkung des Ma k p eises ü Gold, weil sie die
bes ehende P eissche e nich hinnehmen möch en. Wenn es schon um
eine g öße e Annähe ung de P eise ü Wäh ungsgold und ü ei
gehandel es Gold geh (Ve minde ung de P eissche e), dann könn e
zunächs mi gleichem Rech wie die Absenkung des Handelsp eises
die Anhebung des behö dlichen P eises ge o de we den. Bedenk
man abe , daß Absenken des Handelsp eises bedeu e , daß ein
Ma k p eis du ch küns liche Maßnahmen au das Ni eau eines küns -
lichen, willkü lichen P eises gesenk und dami e älsch we den soll,
wäh end Anheben des behö dlichen P eises bedeu e , daß ein bishe
küns liche P eis de Ma k wi klichkei angepaß we den soll, dann e -
schein es nich meh gleichgül ig, ob die Annähe ung de P eise au
de obe en (ma k gemäßen) ode un e en (küns lichen) Ebene gesuch
wi d. Hinzu komm die Übe legung, daß de Vo a , aus dem au den
Ma k p eis eingewi k we den soll, beg enz is . Daß also i gendwann
diese Beein lussungsmöglichkei doch ende . Auße dem is noch ein-
mal au die g oßen echnischen Schwie igkei en eines Aus e kau s des
Goldes in den Wäh ungs ese en und die dami e bundenen Ve lus -
ge ah en hinzuweisen. Wenn es heu e allgemein auch in de Diskussion
um die zukün ige Ges al ung des Wel wäh ungswesens ane kann
wi d, daß die Wechselku se einen g öße en F eihei s aum zuges anden
bekommen sollen, dann kann nich gleichzei ig ü das Gold eine en -
gegengese z e Meinung e e en we den.
De ün e im Be ich genann e Ände ungs o schlag beinhal e : Ve -
käu e on Gold aus den Rese en de Wäh ungsbehö den am eien
Ma k mi dem Ziel, eine P eissenkung am Goldma k zu bewi ken.
Diese Ve käu e sollen au eigene Rechnung de Wäh ungsbehö den
e olgen. Im Be ich wi d dazu nähe ausge üh , daß die be ei s ge-
nann e Pa ei ,, all jene " bei den Gold e käu en an mögliche weise
g öße e Mengen, die on den Wäh ungsbehö den abges oßen we den
soll en, denk .
Es sei hie zu au die Schwie igkei en e wiesen, die ein Aus e -
kau des Wäh ungsgoldes mi sich b ingen müß e. Daß ein Aus e -
kau au eigene Rechnung de Wäh ungsbehö den du chge üh we -
den könne, wi d im Be ich nu ü g öße e Gold hal ende S aa en ü
möglich e ach e .
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694 Jü gen Bosch
In diesem Zusammenhang sei noch he o gehoben, daß zwa bei
dem Vo schlag, den Goldp eis zu e höhen, on Bedenken die Rede
is , eine solche Maßnahme könn e zu Ungleichhei en üh en ( gl. d i -
e Vo schlag, d i es und ie es A gumen dagegen), daß abe im
Zusammenhang mi de Goldp eissenkung de Hinweis au ähnliche
Ge ah en ehl . Dabei sind im Falle eine P eissenkung solche Ge ah-
en noch emp indliche , da es hie um g oße Ve lus möglichkei en
geh , alls de Goldma k o übe gehend du ch den Aus e kau zu-
sammenb echen soll e, wäh end es bei de Goldp eise höhung nu um
die ungleiche Be eiligung an Gewinnen geh .
De sechs e im Be ich wiede gegebene Ände ungs o schlag gleich
dem ün en, nu daß de Ve kau des Goldes übe den Fonds au
Rechnung de Wäh ungsbehö den e olgen soll. Hie zu we den im Be-
ich keine besonde en Aus üh ungen gemach . Im Zusammenhang mi
dem sechs en Ände ungs o schlag wi d deu lich, daß sich auch die Be-
ich e s a e de g oßen echnischen Schwie igkei en eines Aus e -
kau s des Wäh ungsgoldes bewuß sind.
De sieben e im Be ich au ge üh e Ände ungs o schlag ziel au
Ve käu e on Gold aus dem Gene alkon o des Fonds. De Ve kau soll
au Rechnung des Fonds e olgen. Zu diesem Vo schlag wi d im Be-
ich nu beme k , daß hie ü eine Sa zungsände ung e o de lich
wä e.
Beim ach en im Be ich au ge üh en Ände ungs o schlag geh es
um Ve käu e on Gold im Rahmen eines Einweg-Gold-swaps, d. h.
Gold wi d om Fonds gegen Ausgabe on SZR e s e wo ben und dann
au Rechnung des Fonds e kau . Auch ü diesen Vo schlag wä e
eine Sa zungsände ung nö ig. Wei e e Aus üh ungen ehlen im Be-
ich .
De neun e im Be ich genann e Ausweg geh da on aus, daß die
Mi gliedslände be o zug SZR ans elle on Gold als Wäh ungs ese e
au g und eines Sinneswandels hal en. Diesen Vo schlag bezeichnen die
Be ich e s a e selbs als „ ielleich wenig naheliegend" (pe haps
emo e). Wi d ein Sinneswandel de Mi gliedslände einmal o ausge-
se z , dann könn e dies, so wi d im Be ich ausge üh , den Fonds
o p ak ische Schwie igkei en s ellen im Hinbiid au eine Ve we -
ung des ihm au diese Weise zuge lossenen Goldes, ja, de Fonds
könn e im Rahmen eine solchen Ope a ion in Liquidi ä sschwie ig-
kei en kommen. Als Ausweg wi d im Be ich au neu zu scha ende
Fazili ä en e wiesen.
De zehn e und le z e im Be ich genann e Ände ungs o schlag ziel
au eine E mäch igung des Fonds, SZR gegen Gold aus dem Gene al-
kon o auszugeben. Diese Vo schlag e schein im Be ich nich ü sich
alleins ehend, sonde n gehö in den Zusammenhang mi den beim
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Die Rolle des Goldes im Wel wäh ungssys em 695
neun en Vo schlag ange üh en Liquidi ä sschwie igkei en. Hie soll
au eine Möglichkei , ihnen du ch die Scha ung neue Fazili ä en en -
gegenzuwi ken, hingewiesen we den.
III. Ausblick
De Be ich de Exeku i di ek o en des IWF ha — e ö en lich
am Vo abend de Jah es agung des IWF im Jah e 1972 — nich we-
nig Au sehen e eg . Manche gehen so wei , die F age eine Ablösung
des langjäh igen Vo si ze s des Exeku i a s, Schwei ze , in Zusam-
menhang mi diesem Be ich zu b ingen. Sie sei on ame ikanische
Sei e au gewo en wo den, weil sich de „F anzose" in Pie e Schwei -
ze zu seh en pupp hä e16. Hie mi is gleichzei ig die F age de
Unabhängigkei des Fonds angesp ochen und dami die F age, ob seine
En scheidungen noch nach objek i en Gesich spunk en ge äll we den
ode — wie es au anzösisch häu ig gesag wi d — nach dem G und-
sa z: la aison du plus o es oujou s la meilleu e. Die meis en Be-
obach e de Szene wa en sich schon o Beginn de Tagung einig,
daß sie nich ge ade en scheidende Beschlüsse e wa en lasse. Da ü
s anden die Wahlen in den USA zu ku z ins Haus. Dasselbe gil auch
ü einige ande e wich ige Lände . Dennoch, auch diese Jah es agung
is ein Sch i au dem Weg zu eine Re o m des Wel wäh ungswesens,
de en No wendigkei as einhellig ane kann wi d. Es wu den Posi-
ionen eingenommen. Es wu de beobach e . Es wu de auch ein Aus-
schuß (de 20) eingese z , dem die Ausa bei ung on Vo schlägen ü
die Re o m des Wel wäh ungswesens übe agen wu de. Diese Aus-
schuß wi d sich au den Be ich de Exeku i di ek o en des IWF als
eine wich ige Un e lage s ü zen müssen. Die Bes andsau nahme, wie
sie die Exeku i di ek o en sehen, wi d Ausgangspunk ih e wei e en
Übe legungen sein müssen. Schwei ze , de Vo si ze des Ra es de
Exeku i di ek o en, sag e selbs on dem Be ich , e bie e zum e s en
Mal in eine bis dahin nich o liegenden P äzision eine um assende
Da legung de disku ie en Re o m o schläge17. De Be ich wa eine
schwe e Gebu . E s die ün e Fassung wu de nach ielen Vollsi zun-
gen angenommen. Je z wi d es Sache wei e e Übe legungen und Ve -
handlungen sein, was schließlich on diese quin a essen ia eines Be-
ich es zu Wi klichkei we den wi d.
16 Klaus Engelen: K ach in Washing on. Handelsbla (19. 9.1972), S. 2.
17 Schwei ze will dem D uck de USA nich nachgeben, a.a.O.
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696 Jü gen Bosch
Summa y
The Role o Gold in he In e na ional Mone a y Sys em
On he Repo by he Execu i e Di ec o s o he IMF on Re o m
o he In e na ional Mone a y Sys em
The s a emen s, sugges ions and obse a ions p esen ed in he epo , bo h on
gold unc ions and disc epancy be ween p i a e and o icial gold p ice, a e analysed
and commen ed.
The au ho wan s o show ha econside ing he ole o gold appea s pa icula ly
impo an in a momen , in which he exis ing uni y o wo ld economy is se iously
menaced o be b oken up in o blocks in he case some o he Wes e n coun ies
should le culmina e hei indi idual gold policies in sepa a ion p oducing ac s.
Could he wo ld so be di ided u he on accoun o di e en iews on he ole
gold should play, he au ho de elops how gold could, on he o he side, also
become a ca alysa o o he es ablishmen o ue global economic ela ions.
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