Auszüge aus der Gedenkrede für den am 6. Februar 1989 verstorbenen Prof. Dr. Otto Pfleiderer
Abstract
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Full text
Gleske, Leona d
A icle
Auszüge aus de Gedenk ede ü den am 6. Feb ua 1989
e s o benen P o . D . O o P leide e
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Gleske, Leona d (1990) : Auszüge aus de Gedenk ede ü den am 6. Feb ua
1989 e s o benen P o . D . O o P leide e , K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke &
Humblo , Be lin, Vol. 23, Iss. 4, pp. 551-563,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.23.4.551
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Auszüge aus de
Gedenk ede ü den am 6. Feb ua 1989 e s o benen
P o . D . O o P leide e *
Von Leona d Gleske, F ank u
De Lebensweg O o P leide e s wa gleiche maßen de Wissenscha wie
de wi scha spoli ischen P axis gewidme . Seine wissenscha liche A bei
ha seine wi scha spoli ischen P axis k ä ige Impulse e liehen, wie
diese abe auch s ändig seine wissenscha liche A bei be uch e ha . In
seine Ansp ache bei de Übe nahme des Am es des P äsiden en de Lan-
deszen albank on Wü embe g-Baden im Mä z 1948 ha He P leide e
dies, als e sich seinen kün igen Mi a bei e n o s ell e, in olgende Wo e
gekleide : „Ich siedel e mich also mi meine A bei in jenem me kwü digen
Zwischen eich zwischen de einen Theo ie und de bloßen P axis an, mi
beiden e bunden und on beiden auch ge enn , indem ich e such e, am
Bau eine ealis ischen Theo ie, die in s ändige Fühlung mi den Ta sachen
bleib , mi zua bei en und zugleich die Kenn nis de a sächlichen Ges al-
ungs- und En wicklungs endenzen des Geld- und Bankwesens zu ö de n
und zu e ie en."
In diese akademischen Feie zum Gedenken an O o P leide e können
wi uns also nich au sein wissenscha liches We k besch änken. Beides,
Wissenscha und P axis, gehö bei ihm un ennba zusammen und beding
einande . Eine Wü digung seine wissenscha lichen Leis ung und Bedeu-
ung schließ dahe sein Wi ken in de Zen albank und in de Geld- und
Wäh ungspoli ik mi ein.
Zu Beginn des be u lichen Weges on O o P leide e schien jedoch alles
au eine o allem de Wissenscha gewidme en Lau bahn hinzudeu en. In
Ulm gebo en und au gewachsen, wohin seine aus S u ga s ammenden
El e n gezogen wa en, begann O o P leide e be ei s mi 18 Jah en sein
S udium de Volkswi scha sleh e in Tübingen. Als We ks uden in Bam-
be g wäh end de In la ionsjäh e gewann e e s e Einblicke in die F agen
* 1948 - 1972 P äsiden de Landeszen albank in Baden-Wü embe g. Gehal en
wäh end eine akademischen Gedenk eie de Wi scha swissenscha lichen Fakul-
ä de Uni e si ä Heidelbe g in de Aula de Al en Uni e si ä .
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de indus iellen O ganisa ion. Nach de S abilisie ung de Ma k konn e
P leide e sein S udium zunächs in Hambu g und dann in Kiel o se zen.
Seine Leh e wa en un e ande em die P o esso en Ge ha d Colm, Adol
Löwe und Julius Landmann.
In Kiel e wa b P leide e 1929 mi eine A bei zu Theo ie de ö en li-
chen Finanzwi scha und des Volkseinkommens den Dok o g ad de wi -
scha lichen S aa swissenscha en. Diese Disse a ion e schien ku z danach
als Buch mi dem Ti el „Die S aa swi scha und das Sozialp oduk ". Nach
Abschluß des S udiums ging P leide e nach Bambe g als Sch i lei e de
indus iellen Fachzei sch i „Ke amos". O enba ließen sich Pläne, ü ein
S udienjah in die USA zu gehen, wäh end de wi scha lichen Dep ession
zu Beginn de 30e Jah e nich e wi klichen. P leide e keh e abe dann
schon 1932 zu Wissenscha zu ück. Hie in Heidelbe g wu de e Assis en
on P o . Al ed Webe am Ins i u ü Sozial- und S aa swissenscha en,
das spä e au seine An egung hin in Al ed-Webe -Ins i u umbenann
wu de und nun diesen an den g oßen Soziologen de Uni e si ä Heidelbe g
e inne nden Namen äg .
Al ed Webe kam als en schiedene Gegne des Na ionalsozialismus
gleich im Jah e 1933 um seine Eme i ie ung ein. Nach seinem Weggang ha
die Uni e si ä auch den Ve ag mi O o P leide e nich e neue . Doch
gewäh e die Rocke elle -S i ung - dank de Ve mi lung on Al ed Webe
- P leide e ein kleines S ipendium und gab ihm dami die Möglichkei , wis-
senscha lich wei e zua bei en. Damals ha sich P leide e zum e s en Mal
eingehende mi den in e na ionalen Wäh ungsp oblemen be aß , die
zusammen mi de na ionalen Geldpoli ik spä e seine wissenscha lichen
A bei en bes immen und sein be u liches Leben aus üllen soll en. Die
F uch diese Fo schungen wa ein heu e noch lesenswe es Buch übe
„P und, Yen und Dolla in de Wel wi scha sk ise". In diesem Buch analy-
sie e P leide e die mone ä e Konjunk u poli ik zu Beginn de d eißige
Jah e in G oßb i annien, Japan und den Ve einig en S aa en und ih e olks-
und wel wi scha lichen Wi kungen.
Seine A bei en übe in e na ionale Wi scha sp öbleme ha P leide e
als Mi a bei e des Geheim a s Max Se ing in Be lin nach de landwi -
scha lichen und handelspoli ischen Sei e hin o gese z . Die A bei in dem
on Se ing gelei e en Fo schungsins i u gab P leide e zweimal die Gele-
genhei , an in e na ionalen Kon e enzen ü Ag a wissenscha en eilzu-
nehmen: 1936 in Scho land, 1938 in Kanada. Inzwischen wa P leide e
1937 jedoch in den Sek o de Wi scha übe gewechsel , dem o an sein
In e esse in e s e Linie gel en soll e: in das Bankwesen. P leide e a in
Be lin in die Volkswi scha liche Ab eilung de Reichsk edi gesellscha
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ein und a bei e e an den enommie en Wi scha sbe ich en diese Bank
mi und in de Sch i lei ung de Zei sch i en „Bank-A chi " und „Bank-
wi scha ". F uch diese Jah e is eine g oße Zahl on A bei en übe F a-
gen de Geld- und K edi heo ie, übe geldpoli ische P obleme in eu o-
päischen und auße eu opäischen Lände n und übe F agen de in e na io-
nalen Wäh ungspoli ik. Die Reichsk edi gesellscha e möglich e ih en Mi -
a bei e n in de Volkswi scha lichen Ab eilung auch wäh end des K ieges
den Zu i zu den damals nu einem kleinen K eis on Pe sonen zugängli-
chen ausländischen Ma e ialien, so daß diese S udien keine Un e b echung
e uh en. Un e den S udien P leide e s zu in e na ionalen Wäh ungs agen
gib es einige Au sä ze, in denen Themen anklingen, die heu e wiede ode
imme noch ak uell sind, wie „Sinn und G enzen zwischens aa liche Wäh-
ungsgemeinscha en" aus dem Jah e 1940 ode „Wel geld und Na ional-
wäh ung" on 1942.
P leide e be aß e sich in diesen Jah en auch mi den b i isch-ame ikani-
schen Übe legungen zu Neuo dnung de in e na ionalen Wäh ungsbezie-
hungen ü die Nachk iegszei , die 1944 zu Kon e enz on B e on-Woods
und zu G ündung de Wel bank wie des In e na ionalen Wäh ungs onds
üh en. Mi Analysen de Wäh ungspläne on Keynes und on Whi e, die
P leide e 1943 und noch im Mä z 1945 e ö en lich e, un e ich e e e
nich nu die nach In o ma ionen übe das Ausland hunge nden deu schen
Na ionalökonomen übe das, was d außen geschah, sonde n e be ei e e sich
dami auch g ündlich au seine spä e en Au gaben in de deu schen Wäh-
ungspoli ik o , auch au die ihm zu Beginn de 50e Jah e übe agenen
Au gaben als s ell e e endes Mi glied des Di ek o iums de Eu opäischen
Zahlungsunion in Pa is und als e s e Exeku i di ek o des In e na ionalen
Wäh ungs onds ü die Bundes epublik Deu schland nach de en Bei i zu
den B e on-Woods-Ins i u ionen. Beide Funk ionen üb e e zu Beginn de
50e Jah e neben seinem Am als P äsiden de Landeszen albank on
Wü embe g-Baden aus.
Das s and damals abe noch in den S e nen. Die Tä igkei P leide e s
kam, wie das meis e, was in Be lin ge ieben wu de, zu einem jähen, wenn
auch, wie P leide e beme k , längs e wa e en Ende, als ussische T uppen
Be lin bese z en. Zwei Mona e nach dem Einma sch de Russen pack e
P leide e seinen Rucksack und schlug sich in die al e Heima nach Wü -
embe g du ch. Nach eine e s en Tä igkei als Be a e de Finanzab eilung
de Mili ä egie ung ü Wü embe g-Baden a P leide e in das Finanz-
minis e ium ein, wo e nach dem Weg all de bishe zus ändigen Be line
Behö den die Banken- und Ve siche ungsau sich buchs äblich aus dem
Nich s he aus au Landesebene ein ich e e und die Lei ung de en sp e-
38 K edi und Kapi al 4/1990
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chenden Haup ab eilung übe nahm. In diese Tä igkei wa P leide e an
de Ausa bei ung des Landeszen albankgese zes und an den Vo a bei en
zu G ündung de Landeszen albank be eilig . Als die Bank An ang 1947
ins Leben a , wu de P leide e Mi glied ih es Ve wal ungs a es sowie des
Bank a es de US-Zone. E gehö e auch de om Wi scha s a de ame i-
kanisch-englischen Zone eingese z en Sach e s ändigenkommission zu
Be a ung des En wu s eines Gese zes übe die E ich ung de Bank deu -
sche Lände an. P leide e wa also au e schiedenen Ebenen am Au bau
des neuen Zen albanksys ems in Wes deu schland nach dem K iege be ei-
lig . Man kann ihn als einen de deu schen Vä e dieses Sys ems bezeichnen,
das 1957 du ch Fusion de Bank deu sche Lände mi den Landeszen al-
banken, abe un e wei gehende Au ech e hal ung seines öde a i en und
dezen alen Cha ak e s, in de deu schen Bundesbank au ging.
Pa allel zu diesen Au gaben an de E ich ung eines unk ions ähigen
deu schen Zen albanksys ems be eilig e sich P leide e maßgeblich an den
Vo be ei ungen zu Wäh ungs e o m. E leg e selbs einen de aillie ausge-
a bei e en Re o mplan o und wu de 1947 in die on de bizonalen Finanz-
e wal ung gebilde en „Sonde s elle Geld und K edi " in Bad Hombu g
be u en. Un e Vo si z on Ludwig E ha d wu de hie ein deu sche Plan
ü die Wäh ungs e o m, de sogenann e Hombu ge Plan, ausgea bei e .
Ein wesen liches Elemen dieses Planes wa , die Wäh ungs e o m gleichzei-
ig mi einem allgemeinen Las enausgleich zu e binden. Die Mili ä egie-
ungen wa en jedoch nich be ei , die Wäh ungs e o m in den Zusammen-
hang eines on ihnen selbs anzuo dnenden Las enausgleichs zu s ellen; sie
e klä en ihn ielmeh zu Zus ändigkei de deu schen gese zgebenden
S ellen. P leide e ha hie gegen opponie , nich zule z aus seinem
Ge ech igkei ssinn und seinem sozialen Emp inden he aus. E sah die
Ge ah , daß de Las enausgleich bis zum Tä igwe den eines deu schen
Gese zgebe s e zöge und ohne seine unmi elba e Ve knüp ung mi de
Wäh ungs e o m nich mi de wünschenswe en Konsequenz be ieben
wü de.
Die Wäh ungs e o m selbe , die in de Ve an wo ung de Mili ä egie-
ungen und wei gehend nach ih en Vo s ellungen im Juni 1948 e wi klich
wu de, ha P leide e zusammen mi ande en on den deu schen S ellen
benann en Sach e s ändigen un e alliie e Au sich im Konkla e on
Ro hwes en bei Kassel o be ei en hel en. Imme hin gelang es den un e
s ik e Geheimhal ung und Abschluß nach außen a bei enden deu schen
Sach e s ändigen, die Alliie en doch noch on einigen Ände ungen zu
übe zeugen, die dem E olg de Wäh ungs e o m zugu e kamen. P leide e
selbs ha s e s nu die echnisch-o ganisa o ische Leis ung de Gese zes-
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und Ve o dnungs o mulie ung du ch die deu schen Expe en he o geho-
ben; man habe lediglich die Beschlüsse de Alliie en umgese z . In Wi k-
lichkei ha die g undsä zliche Opposi ion zu den alliie en Vo s ellungen,
wie sie die deu schen Sach e s ändigen in Anlehnung an den Hombu ge
Plan o ugen, in wich igen Punk en (wenn auch nich mi de Fo de ung
P leide e s nach einem schnellen und wi ksamen Las enausgleich) schließ-
lich doch noch E olg gehab : Denn im schließlich e künde en Ums el-
lungsgese z wu de das ü den einzelnen so o ei e ügba e Geld wei aus
knappe gehal en als die Alliie en es eigen lich wünsch en - eine ü die
nach olgende P eisni eauen wicklung wich ige En scheidung. O o P leide-
e ha an de 40-Jah es-Feie de D-Ma k im Juni 1988 in de Al en Ope
in F ank u noch eilnehmen können. Diese Fes ak wa auch eine Eh ung
ü ihn.
Die Wäh ungs e o m ha P leide e noch lange beschä ig . Eine Vielzahl
on Ve o dnungen und Aus üh ungsbes immungen wa auszua bei en. Dies
oblag, damals noch un e Au sich de Alliie en Bankkommission, de
Bank deu sche Lände . He P leide e übe nahm den Vo si z in dem hie -
ü gebilde en „A bei sk eis ü F agen de Wäh ungs e o m". Hie saß
P leide e einem G emium hochka ä ige Ju is en o , das die im Juni 1948
begonnene Wäh ungs e o m du ch die Ve abschiedung on und 60 ma e iel-
len Du ch üh ungs e o dnungen zu einem Ende b ach e. Dem Na ionalöko-
nomen P leide e mach e das ju is ische Denken und die Beschä igung mi
F agen des De ails ausgesp ochen F eude.
Mi en scheidend ü den E olg de Wäh ungs e o m und de gleichzei i-
gen Wi scha s e o m E ha ds wa abe die Geldpoli ik des neuen Zen al-
banksys ems und seines obe s en O gans, des Zen albank a s. Die A bei in
diesem G emium und dami die Mi ges al ung de Geld- und Wäh ungspoli-
ik in de Bundes epublik sind übe den Zei aum on as einem Vie el-
jah hunde , on 1948 bis 1972, de ganz wesen liche Inhal des Lebens on
O o P leide e gewo den. Hie ü b ach e e eiche Gaben und gu e Vo -
ausse zungen mi , nich zule z einen scha en, analy ischen Ve s and und
das Denken in Zusammenhängen, ein s upendes Wissen übe empi ische
Fak en, on denen e sich gleichwohl nich übe wäl igen ließ, die Fähigkei ,
übe zeugend zu a gumen ie en und auch die F eude, sich mi scheinba
unwich igen De ails beschä igen zu können, auch wenn e dami - auch das
sei gesag - die Geduld seine Kollegen und Mi a bei e so manches Mal au
eine ha e P obe s ell e. Die A bei im Zen albanksys em besch änk e sich
nich au die g oßen F agen de Geld- und Wäh ungspoli ik, sonde n als
P äsiden eine Landeszen albank in einem Flächens aa s and He P lei-
38*
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de e einem g oßen Appa a o , mi allen seinen Ve wal ungs-, O ganisa-
ions- und Pe sonal üh ungsau gaben. Diesen Teil seine Ve an wo ung
ha He P leide e mi de gleichen In ensi ä und So g al wie seine wis-
senscha liche sowie geld- und wäh ungspoli ische A bei wah genommen.
Das En scheidende wa und blieb abe na ü lich die Geld- und Wäh-
ungspoli ik. In den Zen albank a de Bank deu sche Lände b ach e e
zusammen mi P o . O o Vei , de damals P äsiden de Landeszen albank
on Hessen wa , den im wissenscha lichen Denken geschul en Ve s and,
und seine g oßen Kenn nisse in de Finanz- und Geld heo ie ein, o allem
abe auch seine E ah ungen als k i ische Analy ike de na ionalen und
in e na ionalen Geld- und Wäh ungspoli ik zwischen den K iegen und
wäh end de K iegsjah e. Zu diesen E ah ungen gehö e ü P leide e
besonde s auch die Poli ik de Reichsbank in de g oßen In la ion nach dem
E s en Wel k ieg und in de Dep ession zu Beginn de d eißige Jah e. Sein
Eind uck wa zei lebens, daß die Reichsbank in den beiden g oßen E eignis-
sen de Zwischenk iegszei e sag habe. Und die Ansich manche üh en-
de al e „Reichsbänkle " noch im F ühjah 1948, daß man mi eine Wäh-
ungs e o m wa en müsse, bis eine höhe e P oduk ion e eich sei, hiel e
ü g und alsch. Diese Eind ücke e klä en seine k i ische Dis anz zu
Reichsbank und seine En schlossenhei , das Seine zu un, dami sich das,
was e als Fehle de Ve gangenhei ansah, nich wiede hol e. In dem Neu-
beginn nach dem K ieg sah e die g oße Chance, neues, an den E kenn nis-
sen de mode nen K eislau - wie Geld- und K edi heo ie geschul es Den-
ken in die nach seinem U eil e k us e en S uk u en de al en Reichsbank
zu b ingen. In seine o hin schon zi ie en Ansp ache bei de Übe nahme
des Am es des P äsiden en de Landeszen albank on Wü embe g-Baden
im Mä z 1948 ha e dies deu lich, abe auch mi de ihm eigenen Noblesse
gegenübe den in diese Ins i u ion G oßgewo denen zum Ausd uck
geb ach . Nach eine Besch eibung seine bishe igen Tä igkei en äh e in
diese Ansp ache o : „Au dem Au gabengebie , in das mich mein neues
Am s ell , bin ich somi kein F emde . Es bleib eilich eine Ta sache
bes ehen, die siche on manchen on Ihnen als ein schwe e Mangel emp-
unden we den wi d: Ich bin nich aus de Schule de al en Reichsbank he -
o gegangen. Dies is ohne Zwei el ein Mangel; abe ielleich ha es doch,
wie so manche Mangel, auch seine gu e Sei e. Denn unse Zen albankwe-
sen, wie es heu e - in seinen Um issen wenigs ens - kla e kennba in
seinem zweis u igen Au bau aus den egionalen Landeszen albanken und
de übe ihnen s ehenden und zugleich on ihnen bes imm en kün igen
No enbank, de Bank deu sche Lände , o uns s eh , is e was g undsä z-
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lieh ande es als das al e, kla und s eng zen alis ische, on oben nach
un en geo dne e Reichsbanksys em. Und es mag wohl sein, daß ein on
außen an diese Dinge he an e ende Mann in meh als eine Hinsich im
Vo eil is gegenübe denen, ü die das bishe ige Sys em den Rang eine
übe allem Zwei el e habenen, ein ü alle Male gül igen Ins i u ion ha e."
Seinen Ein luß im Zen albank a nu z e P leide e auch dazu, daß Pe -
sönlichkei en, die nich aus de al en Reichsbank s amm en, die abe , on
de Wissenscha und Wi scha s o schung he kommend, seinem Denken
nahes anden und die e als gu e Na ionalökonomen aus seinen Be line Jah-
en kann e, in das Di ek o ium de Bank deu sche Lände gehol wu den,
dessen Mi gliede damals de Zen albank a bes ell e. Hie zu gehö en
E ich Zachau und Be nha d Benning, dessen Mi a bei e He P leide e in
de Volkswi scha lichen Ab eilung de Reichsk edi gesellscha in Be lin
gewesen wa , e ne Edua d Wol , dessen Wi ken das deu sche Zen albank-
sys em den Au bau de Volkswi scha lichen und S a is ischen Ab eilung
sowie die du ch ih e Analysen wei bekann en Mona s- und Jah esbe ich e
e dank , de Denken und A bei sweise in de Bundesbank gep äg ha und
den eine beach liche Zahl lei ende Männe de Bundesbank als ih en Leh-
e be ach e haben; und schließlich, e was spä e , O ma Emminge , de
ü die in e na ionalen Wäh ungsbeziehungen zus ändig wa und Ende de
70e Jah e P äsiden de Bundesbank wu de. Wenn die Deu sche Bundes-
bank und die wissenscha liche Fundie ung ih e Poli ik sich heu e eines
hohen Ansehens in de Wel e euen können und ih e Poli ik, nich zule z
im U eil des Auslandes, e olg eich gewesen is , so is de G und hie ü
damals geis ig und pe sonell geleg wo den. De An eil P leide e s hie an
und an den en scheidenden Weichens ellungen zu Beginn des neuen Zen-
albanksys ems kann nich hoch genug eingeschä z we den.
Hie is nich de O , au das Wi ken on P o . P leide e im Zen al-
bank a selbs einzugehen, z.B. au seine Bei äge zu Ausges al ung des
geldpoli ischen Ins umen a iums, de Diskon poli ik, de Rediskon kon in-
gen e, de Mindes ese epoli ik, de O enma k poli ik, au seine Bei äge
zu Kon e ibili ä sdiskussion in den 50e Jah en und zu den spä e meh
und meh an Bedeu ung ü die deu sche Geldpoli ik gewinnenden Wechsel-
ku s agen und P oblemen de eu opäischen Wäh ungsin eg a ion. Bei de
E ö e ung alle diese F agen besch änk e e sich abe nich au das Kon-
zep ionelle, sonde n beschä ig e sich mi g oße Ak ibie auch mi den ech-
nischen, ech lichen und o ganisa o ischen Aspek en, in dem ihm auch die
Expe en des De ails nich imponie en konn en. Ein S udium de Be a-
ungsun e lagen, P o okolle und S ellungnahmen aus de damaligen Zei is
aszinie end. Es zeig , au welche Weise No enbankpoli ik au ielen Gebie-
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en on Beginn an nach dem K iege neu en wickel wu de. Sowei sie die
Jah e o 1960 be e en, sind diese Dokumen e nach dem Ablau de übli-
chen Spe is en im His o ischen A chi de Bundesbank auch ü die
Ö en lichkei zugänglich, ein wei es Be ä igungs eld ü die wissenscha li-
che Fo schung, we , beacke zu we den. Hie bei wü de dann de Bei ag
deu lich, den O o P leide e zu diesen wich igen A bei en geleis e ha .
Diese An eil P leide e s ha sich glückliche weise abe doch in seinen
zahl eichen ö en lichen Reden, Au sä zen und Bei ägen zu wissenscha li-
chen We ken niede geschlagen. Ih unschä zba e We lieg da in, daß sie
aus de Fede eines Au o s s ammen, de selbe ges al end, abe gleichzei ig
wissenscha lich analysie end und kommen ie end an diese Poli ik eil
ha e. Die Landeszen albank in Baden-Wü embe g ha diese Bei äge
P leide e s als Geschenk ü ih en langjäh igen P äsiden en in ach Bänden
zusammenges ell . Hie sind auch die wich igen A bei en aus de Be line
Zei zu Geld- und K edi heo ie, zu Geldpoli ik im Auslande und zu F a-
gen de in e na ionalen Wäh ungspoli ik zugänglich.
Auch diese Sammlung on Vo ägen und Au sä zen wä e eine mi hohem
wissenscha lichen Gewinn zu e schließende Quelle ü eine undie e
Geschich e de deu schen Wäh ungspoli ik o und o allem nach dem
K ieg. Zusammen mi seinen beiden aus de Vo k iegszei s ammenden
Büche n ep äsen ie sie das nach außen hin sich ba e wissenscha liche
We k P leide e s. Es begann mi dem o hin schon e wähn en Buch übe
„Die S aa swi scha und das Sozialp oduk ", seine Disse a ion. Mi
seinem Kiele Leh e Ge ha d Colm ha e damals, in de zwei en Häl e de
zwanzige Jah e, iel dazu beige agen, die Finanzwissenscha en in die all-
gemeine Wi scha s heo ie einzugliede n, und demen sp echend ha e in
diese , seine e s en g öße en A bei die s aa lichen Einnahmen und Ausga-
ben als Teile des olkswi scha lichen K eislau s gesehen. Manche de on
ihm behandel en F agen sind inzwischen in de Sozialp oduk s a is ik
ande s en schieden wo den, und auch seine De ini ion des Gesam p oduk s
wi d inzwischen - aus wohl ah s heo e ische Sich - häu ig in F age
ges ell ; abe o zdem is die A bei auch heu e, nach meh als 60 Jah en
nich e al e , sonde n sie ha in de Diskussion um die Beziehungen zwi-
schen den s aa lichen S ömen und dem Sozialp oduk ih en Pla z behal en.
Schon in seinem S udium und in seine Disse a ion bewies P leide e
seine g oße Selbs ändigkei des Denkens, als e in wich igen Punk en on
den Ansich en seines Leh e s Colm abwich; übe kommene Wah hei en und
Theo ien, auch wenn sie mi Au o i ä o ge agen wa en, nahm e nich
unbesehen hin. Seine Vo lage ü eine Zen albank a ssi zung übe eine
F age, die ihm besonde s am He zen lag und in de ihm seh da an gelegen
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.23.4.551 | Gene a ed on 2023-01-16 12:59:59