Was heißt ökonomische Theorie?
Abstract
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Full text
Jonas, F ied ich
A icle
Was heiß ökonomische Theo ie?
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Jonas, F ied ich (1959) : Was heiß ökonomische Theo ie?, Schmolle s Jah buch
ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin,
Vol. 79, Iss. 4, pp. 1-24,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.79.4.1
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385] 1
Was heiß ökonomische Theo ie?
Ube die Me hodik des mode nen Denkens
Von
F ied ich Jonas - Obe hausen
Und die Al en, besse als wi und den Gö e n nähe
wohnend, haben uns diese Sage übe geben, aus Eins und
Vielem sei alles, wo on jedesmal gesag wi d, daß es is ,
und habe Bes immung und Unbes imm hei in sich e -
bunden .... Die je zigen Weisen un e den Menschen hin-
gegen se zen ein Eins, wie sie es eben e en, schnelle
ode langsame , als es sich gehö e, nach dem Eins abe
gleich Unendliches; das in de Mi e hingegen en geh
ihnen, wodu ch doch eben zu un e scheiden is , ob wi in
unse en Reden dialek isch ode nu s ei süch ig mi ein-
ande e ah en.
P 1 a o n , Philebos, 6. Kap.
1. Einlei ung
Die mode ne ökonomische Theo ie s ell sich dem Be ach e — um
die Analogie Schumpe e s1 au zug ei en — als ein Baupla z da ,
au dem ein Gebäude e ich e wi d, das in seinen Einzelhei en un-
übe sehba , in seinem G und iß abe doch einhei lich angeleg is . Die
Zahl de Ve ö en lichungen zu ökonomischen Theo ie is Legion und
dennoch kann heu e mi meh Be ech igung als noch o 20 Jah en
on „de " ökonomischen Theo ie gesp ochen we den, ohne be ü ch en
zu müssen, daß die F age au gewo en we de, welche ökonomische
Theo ie man denn meine. Die Au gliede ung de ökonomischen Theo ie
geh heu e wesen lich nich meh on e schiedenen Axiomen aus, an
denen sich Schulen bilden; sie ollzieh sich im Hinblick au die un e -
schiedlichen Gegens ände, die sie zu behandeln ha . Niemand wi d
leugnen, daß in diese Weise ein Fo sch i e ziel wo den is , de
nich ge ing eingeschä z we den da , is doch die allgemeine An-
e kennung gewisse Vo ausse zungen die G undlage, on de aus sich
ein Beg i zu "Wissenscha en al en kann. Au de ande en Sei e
abe schein es so, als ob de u sp üngliche Beg i , de in diese
1 „Science and Ideology" in: Ame ican Economic Re iew, XXXIX, Ma . 1949.
Schmollen Jah buch 79, 4 1
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2 F ied ich Jonas [386
Weise ze gliede und ins Selbs e s ändliche gese z wu de, seine
Lebendigkei und Wi ksamkei wei gehend e lo en ha . In den
bedeu enden heo e ischen We ken unse e Zei 2 wi d man o z
de analy ischen Leis ung, die sich in ihnen aussp ich , wenig
G und zu Zu iedenhei mi dem S and unse e Wissenscha inden,
und man wi d wiede hol dem Pa adoxon begegnen, in dem sich eine
scha e, geschli ene Rede in Dunkelhei und Willkü e lie , wenn
sie sich de Wel , die sie beg ei en soll, zuwende . Sie wi d dami ,
wie es Kjeld Philip sag , „ o a kind o play hing only i o se e
as an exe cise o he mind"3 ode , wie es Hayek sag , „no mo e
han a use ul p elimina y o he s udy o he main p oblem"4.
Einen solchen Wide sp uch wi d nu de jenige als einen Mangel
emp inden, ü den das Leben des Geis es jenes küns liche Leuch en
is , das keinen Au - und Un e gang, keine Bewegung und Ve ände ung
kenn , wäh end doch ge ade de inne e Wide sp uch, in dem sich ein
Denken be inde , Zeichen und An ieb seine Lebendigkei und En -
wicklung is . In diesem Sinne soll hie de Zus and de mode nen öko-
nomischen Theo ie zu beg ei en e such we den, um so aus dem o
nu bemängel en Wide sp uch eine E ah ung des Bewuß seins zu
machen.
Es is kein Zwei el, daß die mode ne ökonomische Theo ie u -
sp ünglich eine ande e Blick ich ung ha als die klassische, aus de sie
he o geh . Wa diese o allen Dingen mi de Auslegung de Wel
beschä ig , in de sie sich au hiel , so en s and jene aus diese eben
du ch die k i ische Abwendung on den nai en Wel o s ellungen de
Klassik und de Hinwendung zu Ve gewisse ung und Fes igung des
heo e ischen Fundamen s. In diese Bewegung, in de sich das Den-
ken seinen eigenen G undlagen zuwende e, en emde e es sich de
Wel , in de es sich au hiel , und das, was es an den Klassike n k i-
isie e, muß e es nun selbs e leiden. Wa do die Rede übe diese
Wel in ih e Bedeu ung kla , in ih em Fundamen ungesiche ge-
wesen, so is die Rede in ih em Fundamen hie gesiche , abe in ih e
2 Im olgenden we den im wesen lichen zug unde geleg : J. R. Hicks, Value
and Capi al, Ox o d 1950; H. . S ackelbe g, G undlagen de heo e ischen
Volkswi scha sleh e, Be n und Tübingen 1951; R. T i in, Monopolis ic Com-
pe i ion and Gene al Equilib ium Theo y, Camb idge 1949; K. E. Boulding,
A Recons uc ion o Economics, New Yo k und London 1950; J. R. Schlesin-
ge , A e wen y Yea s — The Gene al Theo y, in: Qua e ly Jou nal o Econo-
mics 1956; A Su ey o Con empo a y Economics, Band 1 und 2, Homewood/
Illinois 1949 und 1952; L. R o b b i n s , An Essay on he Na u e and Signi icance
o Economic Science, London 1932; F. A. Hayek, Mißb auch und Ve all de
Ve nun , F ank u /M. 1959; T. C. Koopmans, Th ee Essays on he S a e o
Economic Science, New Yo k, To on o, London 1957; M. F iedmann, Essays in
Posi i e Economics, Chicago 1953.
3 Kyklos, 1957, S. 75/76.
4 „Indi idualism and Economic O de ", London 1949, S. 91.
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387] Was heiß ökonomische Theo ie? 3
Bedeu ung dunkel. De bekann e Aussp uch on K e y n e s , daß ohne
die klassische Medizin wi on „expedien o expedien " eiben
könn en, ohne jemals wiede ech au die Beine zu kommen, inde in
diese Unsiche hei da übe , was die ökonomische Theo ie als Ganzes
heu e ü die Wel , die sie auszulegen un e nimm , bedeu e , seine
E klä ung.
Die Übe windung de klassischen Leh e ha e gezeig , daß ein
Denken, das seine Wah hei in einem ande en ha , sich nich als
Denken, sonde n nu als Glauben ode als Wel anschauung au ech
e hal en kann. Umgekeh e weis sich heu e, daß die Konzen a ion
des Denkens au sein eigenes Fundamen diesem zwa zu einem deu -
lichen Ausd uck, abe noch nich zu eine angemessenen E kenn nis
e hil , solange die Beziehung dieses Fundamen es zu Wi klichkei
nich aus eichend geklä is . Das Denken, das au E kenn nis aus is ,
kann wede eine un e lek ie e Aussage übe seinen Gegens and noch
die bloße Beziehung au sich selbs sein, sonde n is seinem Wesen
nach ielmeh eben die Bewegung, die das eine mi dem ande en
e mi el .
Diese Ve mi lung is im Gegensa z zu den Na u wissenscha en
eigen lich das Kennzeichen de Sozialwissenscha en. Dies is um des
willen so, weil in den Na u wissenscha en die wissenscha liche Fo -
schung sich in einem Feld au häl , dessen Bekann hei a p io i seinem
Wesen nach — nämlich im Kan schen Sinne als E scheinungen,
die quan i a i eindeu ig bes immba sind — nich in Zwei el gezogen
wi d. Fü die Sozialwissenscha en is abe das Haup p oblem nich
das Ausmessen eines bekann en Feldes, sonde n die F age nach de
Reali ä dessen, was im all äglichen E ah ungsbe eich als bekann
begegne . Diese elemen a e Einsich in den Beg i de na ionalökono-
mischen E kenn nis wi d man leide in dem gängigen Me hodens ei ,
de Beg i e wie Theo ie und Empi ie unk i isch e wende , e mis-
sen. Aus diesem G unde wi d im olgenden auch nich au die Beg i s-
scholas ik, die sich hie ausgeb ei e ha , eingegangen5. Die eigen liche
Schwie igkei de Sozialwissenscha en lieg — wie spä e noch im
einzelnen zu zeigen sein wi d — da in, daß bei ihnen E kenn nis e was
ande es mein als in den Na u wissenscha en. Sie können ih en An-
sp uch, eine E kenn nis zu sein, nu dann e heben, wenn sie die F age
nach de Reali ä eines Geschehens im ganzen ausd ücklich machen. Dies
wa die Leis ung de klassischen Theo ie gegenübe dem o klas-
sischen Denken6, und diesem Ansp uch kann deshalb nich ausge-
5 Vgl. hie zu u. a. H. Albe , De logische Cha ak e de heo e ischen Na-
ionalökonomie, in: Jah büche ü Na ionalökonomie und S a is ik 1959, S. 1 .
6 Vgl. hie zu meinen Au sa z in Schmolle s Jah buch 1958 „Was heiß ökono-
mische Theo ie? Vo klassisches und klassisches Denken".
1
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4 F ied ich Jonas [388
wichen we den, weil on jede k i ischen Wissenscha e lang we den
muß, daß sie einen zu eichenden G und ih e E kenn nis beib ing .
E kenn nis inde imme nu s a , wenn die F age nach dem Wa um
eines Phänomens au einen e nün igen G und zu ückge üh we den
kann. In den Na u wissenscha en geschieh es in de Weise, daß im
Expe imen die zei liche Ab olge eines Geschehens au gezeig wi d. In
den Sozialwissenscha en kann man sich abe mi diese äuße en Kau-
sali ä de E scheinungen nich begnügen, denn ein solches Ve ah en
läu en wede au einen De e minismus hinaus, de im Leben de In-
di iduen und Völke du ch nich s ge ech e ig we den kann, ode
abe au eine bloße Regis ie ung on E scheinungen. De eigen liche
S ei geh dahe imme da um, wie eine bes imm e E scheinung zu
bewe en und hinsich lich ih e inne en, beg i lichen Kausali ä zu
in e p e ie en sei.
Die Ta sache, daß in den Sozialwissenscha en die Kausali ä nich
ein ach au gezeig we den kann, sonde n daß sie beg i en we den muß,
heiß nun nich , daß sie sich ein ach au Behaup ungen g ünden könne.
Eine Meinung, daß dies so sei, kann nu do en s ehen, wo nich ge-
sehen wi d, daß eine jede Wissenscha neben ih e äuße en noch eine
inne e En wicklung ha , in de sie sich selbs au ih en eigenen Beg i
hin p ü . Is sie nach außen ein Fo sch i im Geb auch und in de
En wicklung analy ische We kzeuge, in de Anhäu ung ma e ielle E -
kenn nisse, so is sie im Inne n die langsame En al ung ih es eigenen
Beg i s; und diese En wicklung is , wenn sie auch unbeme k und
gleichsam nebenhe sich ollzieh , nich wenige zwingend als jene.
Diese inne en Wandlungen im Selbs e s ändnis de ökonomischen
Theo ie sind es gewesen, die die g oßen Ve ände ungen nach außen hin
e u sach haben; eine Ta sache, die sich an dem We k on Adam
Smi h seh schön da un läß , denn dessen Bedeu ung und Wi ksam-
kei lag ja eben nich so seh im Äuße lichen als ielmeh da in, daß
e de ökonomischen Theo ie zu einem neuen Selbs e s ändnis e -
hol en ha . In ähnliche Weise is die mode ne, a ionale Theo ie aus
de klassischen en s anden; auch sie ha ih e analy ischen Fo sch i e
im wesen lichen eine inne en Ve ände ung in ih em Selbs e s ändnis
zu e danken.
Die F age nach dem Reali ä sgehal ode dem Selbs e s ändnis de
ökonomischen Theo ie is in de jüngs en Zei wiede d ingliche ge-
wo den, denn die auße o den liche Ve eine ung de Analysis wu de
o nich on eine en sp echenden Zunahme in de E kenn nis beglei-
e , ja sie s ell e soga au einzelnen Gebie en gewisse g undsä zliche
Annahmen in F age, die bishe de E kenn nis zug unde lagen. Au
diese Weise ha sich gewisse maßen on innen he eine langsame Ze -
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389] Was heiß Ökonomische Theo ie? 5
Se zung dessen ollzogen, was man bishe o nehmlich un e klas-
sischem Ein luß un e ökonomische Theo ie e s anden ha ; und eine
solche Ve ände ung wi d sowohl im Hinbiid au den Maßs ab ü die
Rich igkei de Theo ie als auch ü den wissenscha lichen Un e ich
en scheidende Folgen haben.
2. Ra ionale Theo ie
Die En s ehung de Na ionalökonomie als Wissenscha häng —
wie sa sam bekann is — eng mi gewissen objek i en Annahmen zu-
sammen, die o nehmlich in de We leh e ausged ück wa en, au
G und de en die Kausali ä des In e esses als ein in sich geschlossene
und wissenscha lich e kennba e Kosmos beg i en we den konn e7.
Um willen diese objek i en Annahmen is die klassische Leh e nich
eine abs ak e Aussage übe das wi scha liche Ve hal en schlech hin,
sonde n die konk e e Leh e übe die wi scha lichen Gese zmäßig-
kei en in eine Wel , in de die on dem P i a eigen um gelenk e A -
bei die G undlage des s eigenden Volkswohls andes da s ell . In die-
sem Sinne sch eib Pa en übe Rica do : „His amous p oposi-
ions a e all he esul o conc e e s udies o English condi ions in his
ime8."
Aus diesem G unde is ü die Klassike auch eindeu ig bes imm ,
was Theo ie heiß : nämlich die Übe schau übe die allgemeinen Ge-
se zmäßigkei en, die sich un e diesen konk e en Bedingungen e -
geben. Sie d ücken das wi kliche Allgemeine aus, an dem das einzelne
In e esse seine G enze inde ; in ihnen inde , wie es Hegel sag , das
Scheinen de Ve nün igkei in das Reich de Bedü nisse s a . Au
G und diese Kla hei is dann die on S a y he ausgea bei e e Un e -
scheidung gegenübe de Wi scha spoli ik möglich. Theo ie beschä -
ig sich mi dem, was wi klich, Poli ik mi dem, was ü den einzelnen
ode ü den S aa möglich is . Um diese Bes imm hei willen is die
klassische Theo ie — wie K e y n e s ich ig gesehen ha — nich allge-
mein; und es e gib sich — wie es F iedmann gegen Lange aus-
üh — die ü das mode ne Bewuß sein pa adoxe Ta sache, daß die
klassische Leh e, obwohl sie seh speziell wa , dennoch ü einen langen
Zei aum eine wi klichkei snahe In e p e a ion de ökonomischen E -
scheinungen zu geben e moch e.
Es is hie nich de O , um dem Schicksal de klassischen Theo ie
nähe nachzugehen. Es wa en abe ge ade jene objek i en Annahmen,
7 Vgl. hie zu meinen Au sa z in Schmolle s Jah buch 1956 „Subjek und Ge-
gens and in de klassischen Na ionalökonomie".
8 The In e p e a ion o Rica do, Qua e ly Jou nal o Economics 1893, S. 245/246.
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6 F ied ich Jonas [390
die sie gegen eine Poli ik ode S a egie des In e esses abg enz en, die
imme meh und schon inne halb des klassischen Gebäudes selbs in
Zwei el ge ie en9. Die Annahme eine objek i bes imm en Reali ä
wu de als unbeg ünde abgelehn und schließlich beg i en als ledig-
lich die Aussage übe einen speziellen möglichen Fall zu sein. In diese
Weise sieh die a ionale Theo ie on jede Bes immung de Reali ä
selbs ab und a bei e au den Beg i des Bes immens schlech hin hin.
Eine Bes imm hei im ganzen — wie sie in den „Na u " o s ellungen
de Klassike gegeben is — is ü sie, wie es Ben h'am o mulie e,
nonsense upon s il s. Die F age nach de Bes imm hei de Reali ä im
ganzen wi d als eine F age angesehen, übe die nu in Glauben ode
Wel anschauung, nich abe in de Wissenscha en schieden we den
kann. Die Reali ä des Wi scha slebens is kein in sich geo dne e
Kosmos, sonde n lediglich eine Fülle on E scheinungen, die allein in
de Vo s ellung eines a ionalen Ve hal ens ih e inne e Übe einkun
und ih Zusammens immen haben. Au diese Vo s ellung und ih e Kon-
sequenzen g ünde sich dahe on nun an die ökonomische Theo ie.
Ih e Möglichkei lieg in diese dem 19. Jah hunde angehö enden
Vo s ellung ebenso beg ünde , wie die Möglichkei de klassischen
Theo ie in den deis ischen Wel o s ellungen des 18. Jah hunde s be-
schlossen wa .
De Sinn diese Blick ich ung de Theo ie is es, einen möglichs
eindeu igen Ausd uck ü die Wi scha sabläu e zu inden. Diese Ein-
deu igkei is nu zu e eichen, wenn an die S elle de F age nach de
Bes imm hei de Reali ä im ganzen, wie sie die inne e Bewegung de
Dogmengeschich e ausmach , ein bes imm e Beg i gese z und es -
gehal en wi d. An die S elle de F age nach de Bes imm hei de
Reali ä i nun die F age nach den Da en, on denen die Theo ie
im einzelnen Fall auszugehen ha , da in ihnen ih gesam es ealis i-
sches Elemen e sammel is , und in de Un e scheidung in Da um
und Va iable wi d e such , in Analogie zu den Na u wissenscha en
ein logisches Expe imen du chzu üh en. Ein so beg ünde e Realismus
is na ü lich willkü lich — einmal im Hinblick au die Auswahl de
Da en, und dann auch im Hinblick au ih en Cha ak e , de sich on
de e scheinenden Wi klichkei imme meh un e scheide , je eindeu-
ige bes imm e is —, abe diese Willkü is de P eis, den die
a ionale Theo ie ü ih e Eindeu igkei zu zahlen ha . Aus ih em Be-
g i de Ra ionali ä kann man keine Exis enz he ausklauben; und
an de Exis enz läß sich die Ra ionali ä imme nu nach äglich au -
weisen.
9 Vgl. hie zu meinen Au sa z in Schmolle s Jah buch 1954 „Das allgemeine
S abili ä spos ula in de na ionalökonomischen Klassik".
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391] Was heiß ökonomische Theo ie? 7
In diesem Sinne ha die a ionale ökonomische Theo ie nu hypo-
he ischen Cha ak e , da sie sich nu mi de a ionalen Möglichkei
beschä ig . Dies is on J. S . M i 11 , de auch in diese Hinsich einen
wich igen Wendepunk da s ell , kla ausgesp ochen wo den. Die Na-
ionalökonomie — so sag e — „is buil upon hypo hesis s ic ly
analogous o hose which, unde he name o de ini ions a e he
ounda ion o he o he abs ac sciences. . . The conclusions o Poli-
ical Economy, consequen ly . . . a e only ue, as he common ph ase
is, in he abs ac 6'10. Dami d ück e eine Wendung aus, die dann
s illschweigend als allgemeine G undlage de ökonomischen Theo ie
ane kann wu de, ohne daß man da au ach e e, daß on nun an un e
Theo ie e was ganz ande es zu e s ehen wa als bei den Klassike n.
Auch in Deu schland sieg e im Me hodens ei jene Rich ung, die die
Wi scha sphänomene du ch die Au s ellung a ionale Hypo hesen
zu e klä en such e, gegenübe de ande en, die sich his o isch an eine
bes imm e Reali ä gebunden glaub e11. Das Ve ah en, bes imm e a-
ionale Annahmen zug unde zu legen, die dann allein ih e inne en
Logik gemäß en al e wu den, bü ge e sich allgemein ein und b ach e
bedeu ende Sys eme he o , die sich on denen de Klassik du ch g oße
Kla hei und Eindeu igkei un e schieden.
Die wich igs en Annahmen, die hie gemach wu den, wa en: daß
alle Wi scha s o gänge einhei lich e echenba seien, d. h. daß sie
au einen quan i a i en Ausd uck geb ach we den können, daß e ne
aus diesem G unde alle Wi scha s o gänge als Tausch o gänge be-
g i en we den konn en, und daß schließlich inne halb diese Tausch-
o gänge un e gegebenen einsch änkenden Bedingungen imme ein
Maximum on X anges eb we de. E gänz wu den diese Annahmen
je nach dem G ad des Realismus, de in de Theo ie anges eb wu de,
du ch Aussagen übe jene ins i u ionellen Vo ausse zungen, die no -
wendig wa en, um jenen Annahmen zu eine wi klichkei snahen Be-
deu ung zu e hel en. Hie e en dann jene Fak o en, wie Ve ags-
eihei , P i a eigen um, Geldwi scha , Ma k o men usw., au . Diese
Fak o en können die Aussage de Theo ie g undsä zlich abe nu e -
gänzen. Sie eigen lich zu bes immen, äll nich in das Gebie de
10 „Essay on some Unse led Qucs ions o Poli ical Economy", London 1874,
S. 144/145.
11 Das Selbs bewuß sein diese Rich ung wi d am bes en ausged ück du ch
M e n g e , de in seinem 1883 in Leipzig e schienenen Buch „Un e suchungen übe
die Me hode de Sozialwissenscha en und de poli ischen Ökonomie insbesonde e"4
soga zu dem E gebnis komm : „Die ealis ische Rich ung de heo e ischen Fo -
schung schließ ielmeh die Möglichkei , zu s engen (exak en) heo e ischen E -
kenn nissen zu gelangen, au allen Gebie en de E scheinungswel in p inzipielle
Weise aus." S. 37)
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8 F ied ich Jonas [392
heo e ischen Ökonomie, sonde n in das de Geschich swissenscha
ode Soziologie.
Die Namen Je ons, Wal as und Gossen sind mi de Aus-
bildung diese Theo ie eng e bunden, und besonde s die nach dem
le z e en benann en beiden Gese ze bie en ein gu es Beispiel da ü , was
on nun an un e „Wi scha s heo ie" zu e s ehen sei. Diese beiden
Gese ze haben nich s mi den objek i en Gese zmäßigkei en gemein,
die die Klassike zug unde leg en, wenn sie e wa on de P eisbildung
ode dem auswä igen Handel sp achen. Sie haben es nich mi eine
bes imm en Gese zlichkei zu un, sonde n e suchen ielmeh , eine
Bes immung dessen zu geben, was im Be eich de Wi scha un e Ge-
se zlichkei übe haup e s anden we den könne. In diesem Sinne
s ehen sie de klassischen Theo ie indi e en gegenübe . Sie e en
nich in Kollision mi den klassischen Gese zen, weil ih e Na u eine
on de klassischen un e schiedene is . Dahe is die klassische Theo ie
auch im Be eich de a ionalen Theo ie nich eigen lich wide leg wo -
den; man ging ielmeh in de Weise übe sie hinaus, daß man ih e
Aussagen übe einen Wi scha skosmos da s ell e, de jedoch nu
eine un e ielen Möglichkei en und jeden alls nich de Wi scha s-
kosmos schlech hin wa . Das, was hie als Theo ie da geleg wi d, is
nich de Beg i eine bes imm en Wi klichkei , sonde n nu de Be-
g i eine a ionalen Möglichkei zu jede e scheinenden Wi klichkei
schlech hin. Das Ziel is es hie , die eine Logik de Ökonomie aus in-
dig zu machen, um so eine allgemein gül ige und unbezwei elba e Ge-
wißhei übe die Wi scha s o gänge zu gewinnen, die nich meh an
Raum und Zei gebunden is . Die F age nach de Konk e isie ung de
so abgelei e en Gese ze is eine F age, die die Theo e ike nu in zwei-
e Linie in e essie . Sie wi d gewöhnlich im le z en Kapi el eines
heo e ischen We kes abgehandel , wenn die Theo ie selbs schon es
beg ünde is . „De I um de Sozialphilosophen", sch eib Men-
ge gegen die empi isch-his o ische Schule, „bes eh da in, daß sie
zu exak en Sozialgese zen du ch das Mi el de empi ischen Fo schung,
somi au einem Wege zu gelangen suchen, au welchem exak e Ge-
se ze de E scheinungen übe haup nich e eichba sind, wede exak e
Sozialgese ze noch auch solche Na u gese ze12."
De Ein luß de Na u wissenscha en is in diese Be ach ungsweise
nich zu e kennen13, und hie is auch die g oße Ve bindungslinie zu
sehen, die den Beginn de a ionalen Theo ie mi Namen wie H i c k s
und Boulding e binde . Die „pu e logical analysis o capi alism"14,
12 a.a.O., S. 260.
13 M e n g e sch eib ausd ücklich, daß die exak e Sozial o schung de exak en
Na u o schung analog sei.
14 Hicks, a.a.O., S. 7.
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399] Was heiß ökonomische Theo ie? 15
Das Selbs e s ändnis de ökonomischen Theo ie als die Exposi ion
eines a ionalen Ve hal ens un e einsch änkenden Bedingungen leg
die Ve wendung de Ma hema ik als E kenn nisme hode auße o den -
lich nahe. Wenn die Wi klichkei ohne wei e e Bes immung in Glei-
chungen on Quan i ä en en hal en is , so is die Ma hema ik wie
keine ande e Wissenscha geeigne , um die E kenn nis zu be ö de n.
Die F age is nu , ob die ökonomische Theo ie in diese Weise noch
als solche bes ehen bleib ode ob sie nich ielmeh zu eine A
spezielle Ma hema ik wi d. To bin sch eib hie übe : „We do no
know which basic assump ions abou he beha io o he S a egie
decision-making uni 3 a e empi ically ele an . Un il we do, model-
building will be a b anch o ma hema ics and logic a he han a
powe ul ool o an empi ical science27." In diesem Sinne sp ich
K e y n e s in seine allgemeinen Theo ie on den „pi alls o a pseudo-
ma hema ical me hod"28 und Pa e o sch eib : „Es mag hie e wähn
we den, daß diese Bes immung keineswegs den Zweck e olg , zu eine
nume ischen Be echnung on P eisen zu gelangen . . . Wenn man die
phan as ische Anzahl on Gleichungen übe leg , die man ü eine Be-
ölke ung on 40 Millionen und einigen ausend Wa en e häl . In
diesem Fall wü den die Rollen e ausch we den: nich die Ma hema ik
wü de de poli ischen Wi scha sleh e hel en, sonde n die poli ische
Wi scha sleh e wü de de Ma hema ik hel en29." Die Anwendung
de Ma hema ik als Me hode kann aus den oben ange üh en G ünden
ü die ökonomische Theo ie nich die Bedeu ung haben, die sie e wa
ü eine empi ische Na u wissenscha , wie die As onomie, ha . Die
Analogie, die B o u
1
d i n g hie e such ha zu ziehen30, muß so lange
als e ehl be ach e we den, als es nich geling , in de E scheinung
des Wi scha slebens einen allgemeinen zu eichenden G und nachzu-
weisen, wie e an den E scheinungen des Himmels au gewiesen we den
kann. Solange dies nich de Fall is , kann die Ma hema ik ü die
ökonomische Theo ie kein Mi el sein, um zu eine empi isch nachp ü -
ba en E kenn nis zu gelangen, sonde n nu dazu dienen, einen als be-
kann o ausgese z en Sach e hal in eindeu ige Weise da zus ellen,
denn sie geh nich on einem empi isch nachp ü ba en, sonde n on
einem ein logischen Sach e hal aus.
De Un e schied zwischen de Logik de Theo ie und dem Ve -
hal en de E scheinungswel is besonde s bei dem Ve such deu lich
mos emphasized which land hemsel es mos easily o analy ical me hods/4 P in-
ciples o Economics, London 1910, S. 850.
27 Zi ie bei Koopmans, a.a.O., S. 209.
28 Gene al Theo y, S. 275.
29 Zi ie bei H a y e k , a.a.O., S. 302.
30 „Su ey o Con empo a y Economics64, a.a.O., Band 2, S. 3.
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16 F ied ich Jonas [400
gewo den, eine dynamische Theo ie zu en wickeln. Die a ionale Theo ie
se z o aus, daß a p io i eine eindeu ige Bes immung des Gleich-
gewich spunk es möglich is . Aus diesem G unde muß ü die im wi k-
lichen Leben en scheidende Unsiche hei im Zei ahlau ein Ausd uck
ge unden we den, de ih e wesen lichen Eigenscha en besei ig , um
zu eine heo e isch eindeu igen Lösung gelangen zu können. Das Ve -
ah en, das hie angewand wi d, kann sowohl bei Lange als auch
bei H i c k s s udie we den. H i c k s sch eib : „By he de ice o
de ini e expec a ions, we a e enabled o use he same analysis as we
use in s a ics o se ou he equilib ium o he p i a e indi idual and
he i m, o de e mine he dependence o plans on cu en p ices
and expec ed p ices31." Hicks muß dann abe selbs zugeben, daß
eine solche Lösung höchs unbe iedigend is und daß sie das eigen -
liche P oblem nu eine S u e wei e wälz : „I eel mysel ha he e
ough o be an Economics o Risk on beyond he Dynamic
Economics32." De Ve such, in diese Weise zu eine dynamischen
Theo ie zu gelangen, kann nich glücken, weil die a ionale Theo ie
als Möglichkei ih e E kenn nis a p io i imme einen ollkommenen
Übe blick übe Da en und Lösungsmöglichkei en o ausse z . B o u
1
-
ding ha dies mi genügende Kla hei ausgesp ochen33, wenn e das,
was bishe an dynamischen Modellen gebo en wo den is , als „in e -
es ing exe cises, and no much else" bezeichne . F iedmann ha
in seine K i ik gegen Lange gezeig , wie ge äh lich es is , au die-
sem Fundamen e suchen zu wollen, einen allgemeinen heo e ischen
Ausd uck ü die Geschehnisse des Wi scha slebens zu inden. Eine
solche Theo ie bie e keine B ücke übe den hia us i a ionalis hin-
weg, de die logische No wendigkei , die sie ausd ück , on de E -
scheinungswel enn . Sie is dahe , wenn sie sich de e scheinenden
Wi klichkei zuwende , imme in de Ge ah , zu eine bloßen Behaup-
ung on Sachzusammenhängen zu we den ode abe ih en heo e-
ischen Appa a an die e scheinende Wi klichkei zu akkomodie en und
dahe ehe eine p olemäischen „Cons uc io Ma hema ica" als eine
E ah ungswissenscha zu ähneln34.
31 H i c k s , a.a.O., S. 127.
32 a.a.O., S. 126.
33 „In De ence o S a ics", in: The Qua e ly Jou nal o Economics, No embe
1955.
34 F iedmann aß seine K i ik gegen Lange, die e was an die K i ik
e inne , die de junge Ma x gegen Hegels Rech sphilosophie ge ich e ha ,
in olgenden Wo en zusammen: „The combina ion o unsuppo ed empi ical
s a emen s and heo e ical conclusions ha , as we ha e seen, nei he dese e any
pa icula con idence no bea e y di ec ly on he eal wo ld. The lack o ele ance
o mos o he heo e ical analysis o he eal wo ld ha de i es om o e simpli-
ica ion and o mal classi ica ion is concealed by he e o s o execu ion enume a ed
abo e — casual empi icism, in alid use o in e se p obabili y, in oduc ion o
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401] Was heiß ökonomische Theo ie? 17
Neben diese allgemeinen K i ik is die G enze de a ionalen
Theo ie au ielen einzelnen Gebie en ih e E kenn nis deu lich ge-
wo den. Hie au kann im einzelnen hie nich eingegangen we den. Es
seien nu e wähn die Wohl ah sleh e35, die En wicklungs heo ie36,
die We - und Ve eilungs heo ie, de en G und o ausse zung B o u
1
-
ding37 als „quagmi e o a ionali y" bezeichne 38, die Theo ie de
Ma k o men39, bei de die Bedeu ung de G enze de heo e ischen
E kenn nis am deu lichs en gewo den is , und schließlich die Theo ie
de Fi ma und des wi scha lichen Ve hal ens übe haup , die in
jüngs e Zei zum Ansa zpunk eine K i ik an den Vo ausse zungen
de a ionalen Theo ie gemach wo den sind40. Zu diesen Ve suchen,
du ch Un e suchung des Ve hal ens des einzelnen und de Fi ma zu
einem ande en Fundamen zu gelangen, is zu beme ken, daß eine
Theo ie, die den Ansp uch au Allgemeinhei e heben will, g undsä z-
lich an de a ionalen Hypo hese es hal en muß. Sie kann den Un e -
schied zwischen dem empi ischen Ve hal en und dem a ionalen Ve -
hal en imme nu als eine Einsch änkung de Ra ionali ä du ch em-
pi ische Bedingungen beg ei en und ih Bes eben kann imme nu
sein, diese einsch änkenden Bedingungen als Da en ausd ücklich zu
machen41. Die inne e S uk u de Theo ie, ih e p inzipielle Allge-
meinhei , die nu du ch willkü lich gewähl e Da en zu eine Be-
s imm hei gelang und dahe nu zu ällig mi de e scheinenden Wi k-
an o s ex e nal o he heo e ical sys em, and he use o only some o he impli-
ca ions o a o mal model ha has o he s ha a e un ealis ic." a.a.O., S. 299. Vgl.
auch Böhle , Na ionalökonomie, Zü ich 1957, S. 89; G eenwald, Common
I ela ancies in Con empo a y Theo izing by Economis s, Kyklos 1957, S. 313:
„Su ey o Con empo a y Economics", a.a.O., Band 2, S. 28, 31, 182.
35 Vgl. hie zu Koopmans, a.a.O., S. 6 . und den Kommen a on S a -
muelson zu dem A ikel on Boulding übe „Wei a e Economics" in:
Su ey o Con empo a y Economics, a.a.O., Band 2.
3,6 Vgl. hie zu den Au sa z „Economics o G ow h" on Ab amo i z
in: Su ey o Con empo a y Economics, a.a.O., Band 2.
37 In seinem oben zi ie en Au sa z übe „Wel a e Economics", S. 31.
38 Vgl. hie zu audi den k i ischen Au sa z on Hai e y in „Su ey o Con em-
po a y Economics", Band 1.
39 Vgl. hie zu die bekann en Büche on T i i n und S ackelbe g
sowie den Au sa z on Galb ai h in „Su ey o Con empo a y Economics",
a.a.O., Band 1.
40 Vgl. Simon, A Beha io al Model o Ra ional Choice, in: Qua e ly
Jou nal o Economics 1955; S i g
1
e , The Limi a ions o S a is ical Demand
Cu es, in: Jou nal o he Ame ican S a is ical Associa ion, Band 34, 1939 Cye
und Ma ch, O ganisa ional Fac o s in he Theo y o Oligopoly, in: Qua e ly Jou -
nal o Economics 1956; gl. auch den Au sa z on Papand eou in „Su ey o
Con empo a y Economics", a.a.O., Band 2.
41 In diesem Sinne s ellen sie in de ökonomischen Theo ie auch keineswegs
e was Neues da : „ Bo h Schumpe e and Webe we e aced wi h he p oblem o
i ing a ype in o a a ional sys em when ce ain cha ac e is ics o he ype i sel
we e dis inguished by i a ional beha io ." E. A. C a
1
i n, Schumpe e 's
Cons uc ed Type — he En ep eneu , Kyklos, 1956, S. 31.
Schmollen Jah buch 79, 4 2
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18 F ied ich Jonas [402
lichkei übe eins imm 42 und die dahe — wie F iedman n43
sch eib — „mo e nea ly a a ionaliza ion o policy conclusions
p e iously eached han a basis o hem" is , wi d dadu ch nich
geände .
Die Ausa bei ung de Theo ie, die sich au den e schiedenen Ein-
zelgebie en ollzieh , dien nu dazu, diesen Zwiespal zwischen dem
logischen Sys em und de Reali ä schä e zu akzen uie en. Je meh
sich die F ages ellung einsch änk , des o meh Da en müssen ü die
Theo ie als gegeben angenommen we den, so daß on de gesam en
Reali ä nu noch de Beg i eines Geschehens übe haup üb igbleib .
Ein solches Geschehen, dessen gesam e Bes imm hei in den Da en
o weggenommen wi d, e häl na u gese zlichen Cha ak e . Abe diese
Na u gese zlichkei d ück — wei en e n da on, die e scheinende
Wi klichkei zu bezeichnen — nu die Ta sache aus, daß die Theo ie
zu eine logisdien Spekula ion gewo den is . Die Theo ie, die so kla
und eindeu ig wi d, daß man as übe haup keine P obleme meh
sieh 44, inde ih e unbeding e G enze in dem Gegens and, den sie zu
e klä en un e nimm . „They mus say good-bye o e e o' he claims
o ce ain y which hey could make so long as hey emained wi hin
he con ines o hei geome ical sys em. F om being one o he mos
exac , albei na owly ci cumsc ibed, sciences, economics o necessi y
becomes one o he mos conjec u al45."
Es nimm un e diesen Ums änden nich Wunde , daß die Vo -
s ellung eine na ionalökonomischen Theo ie übe haup agwü dig ge-
wo den is . Man ha e such , ih Konzep zu e en in de Vo s ellung
eine komposi i en ode ins umen alen Theo ie. Es schein abe , daß
gegenübe diesen Bemühungen, en wede das auszusagen, was im
42 „On he one hand, we may make speci ic assump ions qui e a bi a ily, and
wi h scan ega d o hei plausibili y, and a i e a speci ic conclusions which,
howe e , will acco d wi h he ac s, i a all, only by chance; his me hod is ypi ied
by he impe ec compe i ion heo ies. On he o he hand, we may make ou
assump ions so gene al ha hey ake accoun o all hose ac o s which seem a
p io i o be ele an , and de i e conclusions which al hough e y likely o be
ue, a e so ague and gene al ha hey a e o li le p ac ical use. This is he
me hod o some o he mo e sophis ica ed ma hema ical heo is s/1 M. J. Fa ell,
Deduc i e Sys ems and Empi ical Gene aliza ions in he Theo y o he Fi m,
zi ie bei Gy e und Ma ch, a.a.O., S. 44.
43 a.a.O., S. 277.
44
„This book, like o he s published in he las ew yea s, con eys he eeling,
ha an epoch in economics has come o an end, ha a new app oach is needed
o b eak he impasse o economic heo y . . . This wo k, oo, is w i en as i
he e we e no unsol ed p oblems in economics and as i wha is p esen ed we e
he inal unswe . . . When will ex book w i e s indica e clea ly, o a lea s sugges ,
whe e he unsol ed p oblems lie?" 0. Mo gens e n, Besp echung on
S ackelbe gs „G undlagen", Jou nal o Poli ical Economy, June 1950, S. 267.
45 Ha od, Scope and Me hod o Economics, in: The Economic Jou nal,
Sep embe 1938, S. 388.
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403] Was heiß ökonomische Theo ie? 19
ganzen wi klich is (komposi i e Theo ie), ode eine allgemeine Sp ach-
egelung ü die einzelnen E scheinungen de Wi klichkei zu inden
(ins umen ale Theo ie), die Bes ebungen an Boden gewinnen, die an
S elle eine so allgemeinen Übe schau die Leh e eine a ionalen S a-
egie im Einzel all (p agma ische Theo ie) se zen wollen, in de nich
meh danach ge ag wi d, was unabhängig on einem konk e en Einzel-
all wi klich is , sonde n nu danach, was in diesem möglich is .
Als Ve e e de komposi i en Theo ie sind o allen Dingen
E u c k e n46 und H a y e k47 zu nennen. Beiden gemeinsam is , daß
sie on eine gewissen g undsä zlichen Bekann hei de E scheinungen
ausgehen48. Au G und diese g undsä zlichen Bekann hei is es dann
möglich, die E scheinungen in bes imm e Typen zu o dnen, wie es
E u c k e n am schöns en da ge an ha . Diese e schiedenen O dnungs-
elemen e bilden dann das Wesen jede e scheinenden Wi klichkei ,
die in diese Weise un e einen allgemeinen Beg i subsumie we -
den kann.
Gegen ein solches Vo gehen wi d man nich s einzuwenden haben,
solange es sich da au besch änk , eine Desk ip ion, eine allgemeine
Ve s ändigung übe die e scheinende Wi klichkei zu geben. In dem
Augenblick eilich, in dem sie den Ansp uch e heb , das Wesen de
e scheinenden Wi klichkei auszud ücken, wi d man auch hie ein-
wenden müssen, daß aus den e schiedenen O dnungsschema a die
konk e e o indliche Exis enz nich he ausgeklaub we den könne, daß
sie ielmeh auch hie das E gebnis eine meh ode wenige willkü -
lichen Kons uk ion sein muß. „Mi ande en Wo en: die Ganzhei en,
on denen wi sp echen, exis ie en nu inso e n und in dem Ausmaß,
als die Theo ie ich ig is , die wi übe die Ve knüp ung de in ihnen
en hal enen Teile gebilde haben und die wi nu in de Fo m eines
aus jenen Beziehungen gebilde en Modells da s ellen können. Die So-
zialwissenscha en be assen sich also nich mi gegebenen6 Ganzen,
sonde n ih e Au gabe is es, diese Ganzen zu scha en, indem sie aus
den bekann en Elemen en Modelle kons uie en49.46 Auch die kompo-
si i e Theo ie en geh also nich dem a ionalen Ve ah en, das on
H a y e k als Szien ismus geb andma k wo den is . Audi sie ha ih
Wesen in Vo ausse zungen a p io i und ih e E kenn nis als Kon-
s uk ion, die neben de Wel de E scheinungen s eh .
46 „G undlagen de Na ionalökonomie", Jena 1940.
47 „Mißb auch und Ve all de Ve nun ", F ank u /Main 1959.
48 Hayek be u sich ausd ücklich au Demok i , de gesag ha :
„Mensch is das, was alle kennen", und sch eib au S. 110: „Wenn wi om
Menschen sp echen, se zen wi das Vo handensein gewisse bekann e geis ige
Ka ego ien o aus."
49 Hayek, a.a.O., S. 73/74.
2»
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20 F ied ich Jonas [404
Diesem Schicksal, nämlich in ih em Ansp uch, das Wesen de e -
scheinenden Wi klichkei auszud ücken, zu schei e n, kann die Theo ie
nu en gehen, wenn sie sich als Ins umen a ium beg ei , das dazu
dien , einzelne E scheinungen zu analysie en und au einen allge-
meinen Ausd uck zu b ingen, die F age nach dem Wa um eines Ge-
schehens und dami die nach de Bes imm hei de wi scha lichen
Wi klichkei im ganzen jedoch allen läß . Dies is dahe die Weise, in
de sich die „new economics" heu e e s eh . Schlesinge ha 50
den Wandel, de sich hie ollzogen ha , am Beispiel de Keynes-
schen Theo ie am deu lichs en da ge an.
Die Keynes sehe Theo ie, die in Anlehnung an die E ah ungen
de 30ige Jah e eine bes imm e Auslegung de wi scha lichen Wi k-
lichkei im ganzen e such e, is gegenwä ig — wie Schlesinge
sch eib — „quali ied almos o he poin o nonexis ence46, wäh end
„in he a ea o me hodology and e minology, he Keynesian app oach
was no ably iumphan ; his should no howe e be con used wi h
a heo e ical ic o y"51. Das Ve s ändnis, das Keynes on de
Theo ie ha e, wa du chaus klassisch. E e such e, eine bes imm e
Auslegung de wi scha lichen Wi klichkei im ganzen zu geben. Abe
die Gewißhei seine Vo ausse zungen, on denen e zu diesem Zweck
ausging, wu de on seinen Nach olge n in Zwei el gezogen, und alles,
was nach eine 20jäh igen „Re olu ion" üb igblieb, „is a new agg e-
ga i e e minology which is ( heo e ically) neu al in i s implica ions"52.
Das Schicksal de Keynes sehen Theo ie, die mi dem Ansp uch au -
a , eine allgemeine E klä ung de wi scha lichen Wi klichkei zu
geben, und dann zu einem Ins umen a ium zu Un e suchung wi -
scha liche Phänomene he abgese z wu de, is nu das bedeu ends e
Beispiel ü die allgemeine En wicklungs ich ung de a ionalen
Theo ie. Die Allgemeinhei und Eindeu igkei , die sie in ih em Beg i
ha , schläg hie au sie selbs zu ück, indem sie ih en inne en Zu-
sammenhang, de ja imme ein bes imm e und dahe nich allgemeine
sein muß e, au lös . E s die Theo ie is wi klich allgemein, die in
ih en Vo ausse zungen, d. h. in den Da en, on denen sie ausgeh , wi k-
lich ganz ungebunden is und sich selbs nu noch als ein a ionales
Schema beg ei .
Fü denjenigen, de nich da au ach e , was hie eigen lich ge-
schieh , daß nämlich die F age nach dem zu eichenden G und eines
Geschehens beisei e geschoben wi d, kann hie die Täuschung en s ehen,
50 In seinem Au sa z „A e wen y Yea s — The Gene al Theo y", in:
Qua e ly Jou nal o Economics 1956.
51 a.a.O., S. 581.
52 a.a.O., S. 590.
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405] Was heiß ökonomische Theo ie? 21
daß au diesem Wege de Ve eine ung des beg i lichen In en a s
eine allgemeine e Einsich in die Kausali ä des wi scha lichen Ge-
schehens möglich sei. So e wa sch eib B o u 1 d i n g53: „I is a ecog-
nized p inciple o physical science ha i a sys em does no p edic .
I is because essen ial a iables a e missing om i . . . he e seems
o be no eason why he same p inciple should no apply in social
sys ems . . Im gleichen A emzug muß e abe einges ehen: „I is
no enough me ely o esh a ound in he n-dimensional ield, adding
a iables, he e and ela ionships he e as ancy akes us. The g ow h
o models should be in some sense ,o ganic4 and should be inspi ed
by some p inciples o g ow h which a e de i ed om undamen al
heo y54." Es muß also zugegeben we den, daß de Ausbau on Mo-
dellen dem Reali ä sgehal de selben nich s hinzu üg ; und de Hin-
weis au die undamen ale e Theo ie e bi g nu das Einges ändnis,
daß de zu eichende G und eines wi klichen Geschehens in de so au -
ge aß en ökonomischen Theo ie nich o handen is . In gleiche Weise
e häl sich' Koopmans, de au de einen Sei e ho , daß es mi
dem Fo sch i de Na ionalökonomie eines Tages dahin kommen
we de, daß das wi scha liche Wissen in ähnliche Weise zu Vo aus-
sage e wende we den könne wie gegenwä ig das Wissen de We e -
s a ionen, und au de ande en Sei e zugeben muß, daß sich die
Na ionalökonomie keineswegs mi de Regis ie ung on äuße e An-
schauung begnügen ode in diese ga den Maßs ab ih e Rich igkei
inden kann, wie es ü die Me eo ologie de Fall is .
Die Übe es e eines Denkens, das die Na ionalökonomie in Pa allele
zu den Na u wissenscha en sieh , sind in solchen Vo s ellungen imme
noch lebendig. Ihm en sp ich das neben de Wissenscha he lau ende
Bemühen, in i gendwelchen Behaup ungen ode Wel anschauungen
einen zu eichenden G und ü das Geschehen in de Wi scha deu -
lich zu machen. Die K i ik abe , die au Eindeu igkei und Kla hei
aus is , kann sich nich e hehlen, daß man du ch imme wei e e
Quali ika ionen und Ve eine ungen wohl eine genaue e Besch eibung
de Reali ä , abe niemals eine zu eichende E klä ung de selben geben
kann. Man kann e schiedene Schema a, Beg i e und Modelle be ei -
s ellen, die zu Ra ionalisie ung eine gewissen E scheinung angewende
we den können, de en Exis enz läß sich aus diesen Beg i en usw.
abe nich ablei en. Wenn die a sächliche Ve eilung des Kapi als übe
die Zei hinweg (dis ibu ion o e ime) du ch echnische, die P eis-
bildung im Ma k du ch ins i u ionelle und das Ve hal en des ein-
zelnen du ch psychologische Da en bes imm is , so dien die Au -
zeichnung diese Da en in einem a ionalen Modell o enba nich de
53 „In De ence o S a ics", a.a.O., S. 498.
54 a.a.O., S. 502.
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22 F ied ich Jonas [406
E kenn nis, sonde n de Gewinnung eine allgemeinen Sp ach egelung.
Die Klassike wa en noch on einem bes imm en G und ausgegangen,
in dem das wi scha liche Geschehen seine Übe schauba kei ha e. In
ih e En s ehung ha e die a ionale Theo ie noch den Glauben, diesen
Beg i de Theo ie nu ü die Klassike ze s ö zu haben. Je z e -
weis es sich, daß sie diesen Beg i de Theo ie auch ü sich selbs
ze s ö ha . Das S eben nach g öße e Allgemeinhei und logische
Eindeu igkei ha die Klu zwischen de Wel de E scheinungen und
de Wel de Logik so ausgewei e , daß die Theo ie ih e Daseins-
be ech igung schließlich nu noch als Ins umen inde , das einen em-
den Gegens and in eine logisch eindeu igen Sp ache da s ell .
Von hie bis zu de E kenn nis, daß die Theo ie, wenn sie ealis isch
sein woll e, ih e Ins umen e in den Diens des einzelnen In e esses
zu s ellen habe, wa nu ein kleine Sch i . An S elle du ch Kon-
s uk ion zu eine imaginä en Reali ä zu gelangen, geh man hie
on de unbezwei elba en Reali ä des In e esses aus, dem man mi
Hil e de heo e ischen Ins umen e zu eine möglichs a ionalen
Du chse zung e hel en will. Das, was die Klassike , was noch P i g o u
e schmäh en55, wi d hie zum E eignis. Die Theo ie wi d in diese
p agma ischen Fo m in die Lage gese z , ih e Hypo hesen zu p ü en,
und e häl dami einen Maßs ab ü ih e Rich igkei . F iedmann,
de dieses Ve ah en o allen Dingen emp iehl , übe sieh eilich,
daß dies mi ökonomische Theo ie nu noch wenig zu un ha 56. Es
is dies ielmeh die Weise, in de die F age nach dem zu eichenden
G und wi scha liche E scheinungen endgül ig als unwissenscha lich
beisei e geleg wi d. An die S elle de Übe schau übe das wi scha -
liche Geschehen, in de en E ö nung bishe das Wesen de ökonomischen
Theo ie gesehen wu de, i nun die Ra ionalisie ung des In e esses
das in diese Weise als absolu gese z wi d. Dies wi d audi da in da -
ge an, daß im Ausbau diese Theo ie an die S elle olkswi scha liche
Kenn nisse be iebswi scha liche und ma hema ische Einsich en e-
en. Die p ak ische Nü zlichkei diese Hal ung, wie übe haup die
Nü zlichkei des In e esses, soll hie nich bes i en we den; nu soll
55 „I is no he business o economis s o each woollen manu ac u e s how
o make and sell wool o b ewe s, how o make and sell bee , o any o he business
men how o do hei job. I ha was wha we we e ou o , we sould, I imagine,
immedia ely qui ou desks and ge somebody — doub less a a hea y p emium,
o we should be ho oughly ine icien —- o ake us in o his wollen mill o his
b ewe y." P i g o u , zi ie bei Koopmans, a.a.O., S. 185.
56 De Ve such, in de Weise zu eine posi i en Theo ie zu kommen, daß
man eine Hypo hese au s ell , die im Einzel all ge es e wi d, übe sieh , daß
man — wie oben da geleg — au dem E ah ungsgebie de Na ionalökonomie
du ch das Au weisen de äuße en Anschauung nich zu einem zu eichenden G und
de E kenn nis kommen kann. De Beweis kann hie nich ande s als du ch den
Beg i ge üh we den.
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407] Was heiß ökonomische Theo ie? 23
da au hingewiesen we den, daß in diese Weise die F age nach dem
zu eichenden G und de wi scha lichen Ges al ung nich bean wo e ,
sonde n e gessen wi d. De Vo wu de Wi klichkei s emdhei , de
sei M a 11 h u s' Zei en gegen die ökonomische Theo ie e hoben wu de,
wa — wie es ih e eigene En wicklung bes ä ig — nich unbe ech ig .
Es is abe nich no wendig, deswegen die Konsequenz zu ziehen und
au die F ages ellung de ökonomischen Theo ie übe haup zu e -
zich en.
4. Ausblick
Das E gebnis, zu dem die K i ik, die die a ionale Theo ie an den
Vo ausse zungen de Klassike und an ih en eigenen Vo ausse zungen
geüb ha , üh e, gib heu e Ve anlassung, g undsä zlich die F age
au zuwe en, on welchen Vo ausse zungen eine Theo ie auszugehen
ha , die ih em Ansp uch, nämlich eine Übe schau übe das wi scha -
liche Geschehen im ganzen zu e ö nen, genügen will. Eine solche F age
geh on de Einsich aus, daß E kenn nis e was ande es is als eine
Klassi izie ung, die in de a ionalen Sp ach egelung ex pos s a inde ,
ode als S a egie, in de das In e esse seine a ionalen Maximen e -
sammel . Wenn E kenn nis dies is , einen zu eichenden G und ü
ein wi kliches Geschehen beizub ingen, so kann sie nich zus ande
kommen, wenn diese zu eichende G und als unendliche Möglichkei
au de einen und das e scheinende Geschehen als bes immungslose
Wi klichkei au de ande en Sei e es gehal en we den. E kenn nis
is Syn hesis; e s du chi sie inde jene Bes imm hei s a , du ch die
eine Aussage nich nu ih e äuße en Fo m, sonde n auch ih em In-
hal nach eindeu ig is . Syn hesis is Ve mi lung, und die Ve mi lung
zwischen de Ve nun und de e scheinenden Wi klichkei , d. h. die
Bes immung beide , wi d sowohl die en scheidende Vo ausse zung als
auch in ih e Da s ellung das Ziel de ökonomischen Theo ie sein. Es
wä e dies nich s wei e als die Konsequenz de a ionalen Theo ie
selbs , die in ih em Schicksal ih e eigene Vo ausse zung, daß es nämlich
ein allgemeines a ionales Schema als zu eichenden G und de E schei-
nungen gäbe, au heb .
Die Meinung, du ch Kons uk ion zu E kenn nis gelangen zu kön-
nen, konn e sich nu so lange au ech e hal en, als die K i ik sich nich
den Vo ausse zungen zuwand e, die diese Kons uk ion zug unde
lagen. Die K i ik, die sich den ökonomischen Ka ego ien, die man lange
Zei hindu ch als selbs e s ändlich o ausse zen zu können glaub e, zu-
wende , komm schließlich zu dem E gebnis: „The p esen s age o
pu e heo y appea s undoub edly e y o mal, lacking in conc e o
con en and p ac ical signi icance"57 und a bei e sich dami zu de
57 T i i n , a.a.O., S. 189.
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24 F ied ich Jonas [408
E kenn nis o , daß zu E kenn nis noch e was ande es no wendig sei
als die bloße En al ung des heo e ischen Appa a es, d. h., daß die
E kenn nis in i gendeine Weise e mi el sein müsse. Diese Einsich
inden wi sowohl bei I oopmans als auch bei F iedmann und
Boulding, die alle au eine undamen ale e Theo ie, die de öko-
nomischen Theo ie zu Hil e kommen müsse, hinweisen. So sch eib
Koo p m a n s : „The ask o linking concep s wi h obse a ions, de-
in and s a g ea deal o de ailed knowledge o he eali ies o economic
li e as well as o p ocesses o measu emen "58; und F iedmann
sch eib eben alls ausd ücklich, daß wi eine besonde e U eilsk a
b auchen, um die mode ne Theo ie ich ig anzuwenden59.
Am wei es en is in diese Hinsich Boulding gegangen, de
eine undamen ale Theo ie o de , die de ökonomischen Theo ie
Reali ä sgehal e mi eln soll. Diese undamen ale Theo ie soll das
leis en, was die a ionale Theo ie nich e moch e, nämlich Allgemein-
hei und Bes imm hei de Aussage mi einande zu e binden. Daß
eine soche Ve mi lung den Cha ak e de Theo ie selbs e ände ,
ha e auch gesehen60 und e such , in seine Rekons uk ion de Wi -
scha swissenscha en und seine Un e suchung übe die Lei bilde in
de mode nen Gesellscha einen Weg zu eine solchen undamen alen
Theo ie zu gehen. Eine Auseinande se zung mi diesem Ve such is
hie nich möglich. E is abe ein gu es Beispiel ü die Rich ung, in
die das Bewuß sein ged äng wi d, um die F age nach dem, was ökono-
mische Theo ie sei, zu bean wo en. Diese F age kann das Bewuß -
sein nich ausweichen, wenn es wi kliches Bewuß sein sein will, und
dieses Wollen schließ also die Ane kennung de Reali ä als eine
subs an iellen ein. Es mag dahe in diese F age, die sich ausd ücklich
dem zuwende , was wi klich is , schon die wich igs e Vo ausse zung zu
eine neuen Bes immung dessen, was ökonomische Theo ie heiße,
gesehen we den.
58 a.a.O., S. 145.
59 „Bu , i we a e o use e ec i ely hese abs ac models and his desc ip i e
ma e ial, we mus ha e a compa able explo a ion o he c i e ia o de e mining
wha abs ac model i is bes o use o pa icula kinds o p oblems, wha en i ies
in he abs ac model a e o be iden i ied wi h wha obse able en i ies, and wha
ea u es o he p oblem o o he ci cums ances ha e he g ea es e ec on he
accu acy o he p edic ions yielded by a pa icula model o heo y." a.a.O., S. 42.
60 „We need a he a con inuum o heo y; o he wise he e is dange o
gene ali y degene a ing in o me e agueness . . Boulding, A Recons uc ion
o Economics, a.a.O., S. 26.
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