Empirische und theoretische Probleme von Wechselkursschwankungen
Abstract
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Full text
Sch öde , Jü gen
A icle
Empi ische und heo e ische P obleme on
Wechselku sschwankungen
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Sch öde , Jü gen (1982) : Empi ische und heo e ische P obleme on
Wechselku sschwankungen, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) -
Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü
Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 102, Iss. 6, pp. 569-571,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.102.6.569
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291534
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Empi ische und heo e ische P obleme
on Wechselku sschwankungen
Ein üh ung zu den Bei ägen dieses He es
Von Jü gen Sch öde
Sei de p inzipiellen F eigabe de Wechselku se im Jah e 1973 is es
ein zen ales Anliegen de Außenwi scha s heo ie, Aussagen übe die
En wicklung de Wechselku se zu inden. Diese P oblema ik widme e
sich auch die Tagung des Ausschusses Außenwi scha s heo ie und -po-
li ik des Ve eins ü Socialpoli ik am 14. und 15. Mai 1982 in F ank u
mi dem Gene al hema: Empi ische und heo e ische P obleme on
Wechselku sschwankungen.
In de heo e ischen Diskussion de Wechselku sbes immung wu de
lange Zei die These e e en, de Wechselku s zweie Lände bilde
sich s e s, auch ku z is ig, nach de Kau k a pa i ä . Die Reali ä ha
jedoch gezeig , daß die Wechselku se o seh wei on den Ku sen en -
e n sind, die de Kau k a pa i ä en heo ie, selbs in ih e ela i en
Fo m, en sp echen; es wa en und sind Ins abili ä en de Wechselku se
zu beobach en, die mi den adi ionellen Theo ien nich e klä we -
den können. Daß diese Abweichungen on de Kau k a pa i ä kein
Phänomen speziell des gegenwä igen Sys ems lexible Wechselku se
is , sonde n auch in ühe en Pe ioden lexible Wechselku se zu beob-
ach en wa en, wu de du ch den seh au schluß eichen Bei ag on
Be nholz dokumen ie 1. In eine p imä his o ischen S udie wu de ge-
zeig , daß eine ela i höhe e In la ions a e in einem Land imme zu
eine ealen Un e bewe ung de Wäh ung des be e enden Landes
üh e, d. h. de Außenwe de Wäh ung sank in allen un e such en
Fällen meh , als es nach de Kau k a pa i ä en heo ie zu e wa en
gewesen wä e. In e essan is in diesem Zusammenhang, daß dieses
Phänomen des „o e shoo ing", mi seinen eils unwillkommenen ealen
Wi kungen, auch schon on Na ionalökonomen ühe e Zei en gesehen
und wissenscha lich un e such wu de, die gewonnenen E kenn nisse
abe bedaue liche weise mi dem Übe gang zu ande en Wechselku s-
sys emen in Ve gessenhei ge ie en.
1 P. Be nholz, Flexible Exchange Ra es in His o ical Pe spec i e, in:
P ince on S udies in In e na ional Finance, No. 49, July 1982.
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570 Jü gen Sch öde
Um diese zumindes empo ä au e ende Un e einba kei de Kau -
k a pa i ä en heo ie mi de Reali ä zu übe winden, wu den in de
jünge en Ve gangenhei Theo ien zu Wechselku sbes immung en -
wickel , die den Wechselku s nich meh als Rela i p eis zweie Gü e ,
sonde n als Rela i p eis in- und ausländische mone ä e Ak i a e -
s ehen und zu e klä en e suchen. Dabei s anden an änglich die e-
la i en Geldmengen — mone a y app oach — im Vo de g und, spä e
wu den auch We papie e in die Be ach ung einbezogen — asse
ma ke app oach —, wobei z. T. ollkommene, z. T. un ollkommene
Subs i uie ba kei zwischen in- und ausländischen We papie en an-
genommen wi d.
Doch auch diese neue en Theo ien geben nu eine unzulängliche E -
klä ung de a sächlichen Wechselku sen wicklung wiede , wie die
ökonome ische Un e suchung on Gaab ü den DM-$-Ku s ü die
Zei on Ok obe 1974 bis Mai 1981 zeig . Das Haup p oblem de Wech-
selku sbes immung schein in de Schwie igkei zu liegen, die E wa -
ungen de Ma k eilnehme bezüglich de kün igen Wechselku sen -
wicklung, die sich un e Be ücksich igung eine Risikop ämie in de
Höhe des Te minku ses und ia Zinsa bi age im ak uellen Kassaku s
niede schlagen, modell heo e isch zu e assen. Diese Wechselku s-
e wa ungen we den sowohl on de e wa e en En wicklung unda-
men ale ökonomische G ößen abe auch du ch ak uelle In o ma-
ionen jegliche , also auch nich -ökonomische , A bes imm . Be ück-
sich ig man die Auswi kungen de mode nen Nach ich en echnik, so
wi d kla , daß sich solche In o ma ionen — „news" — nahezu unend-
lich schnell im ak uellen Wechselku s niede schlagen. Zudem s ell sich
die F age, ob die als lang is ig dominie end angesehenen undamen-
alen ökonomischen Ein lußg ößen, wie die En wicklung de Realein-
kommen, de ela i en Geldmengen, P eisni eaus, Zinssä ze usw., in
dem e wa e en Ausmaß zum T agen kommen, wenn man bedenk , daß
de In o ma ions luß nie ab eiß und dami auch die lang is ige Wech-
selku sen wicklung lediglich eine Aneinande eihung ku z is ige ,
du ch ak uelle In o ma ionen e schiedene A bes imm en Wechsel-
ku sni eaus da s ell .
In Anbe ach diese Zusammenhänge we den zunehmend Ve suche
un e nommen, auch die zu älligen, nich unbeding ökonomischen, Ein-
lußg ößen in Modellen zu Wechselku sbes immung zu e assen, wie
es e wa Do nbusch du ch die Be ücksich igung de sogenann en „bub-
bles" ge an ha . Daneben we den abe auch Vo schläge gemach , wie
die na ionalen wi scha spoli ischen Ins anzen diese Wechselku s aus-
schlage e hinde n ode zumindes glä en könn en, um eine En wick-
lung de Ku se nach undamen alen ökonomischen Ein lußg ößen zu
ö de n. Ein in e essan e Bei ag hie zu is die on Do nbusch o -
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Empi ische und heo e ische P obleme on Wechselku sschwankungen 571
geschlagene Zinsausgleichss eue , die o allem au ku z is ige Kapi-
albewegungen ziel . Abe abgesehen on den zahl eichen Umgehungs-
möglichkei en, die — wie die E ah ung zeig — o z g öß em admini-
s a i em Au wand kaum besei ig we den können, e gib sich u. a.
auch die Schwie igkei de s ändigen Anpassungsno wendigkei an die
jeweilige Zinsdi e enz. Eine ande e Möglichkei , die Wechselku sen -
wicklung on zu älligen Schwankungen zu be einigen, s ellen die De-
isenma k in e en ionen de No enbanken da . Dabei geh man on
de Annahme aus, daß No enbanken ehe als p i a e Ma k eilnehme
in de Lage und be ei sind, sich einem du ch eine bes imm e In o -
ma ion ausgelös en T end en gegenzus ellen und dami einen ex emen
Ku sausschlag zu e hinde n. Dies dü e da in beg ünde liegen, daß
ü p i a e De isenhändle eine alsche Einschä zung de Ku sen wick-
lung mi dem gesam en Ma k wei wenige nega i e Folgen ha , als
eine alsche Einschä zung gegen den Ma k . Au welche Weise und mi
welche Mo i a ion die Deu sche Bundesbank das Ins umen de De-
isenma k in e en ion in den le z en Jah en angewand ha , zeig de
seh in o ma i e Bei ag on Gleske. Alle dings muß auch bei diesem
Ins umen a ium die G enzen de Anwendba kei und Wi kung ge-
sehen we den. So ha e wa die Deu sche Bundesbank im Jah e 1980
den Außenwe de D-Ma k du ch massi e De isen e käu e ges ü z
und gleichzei ig aus binnenwi scha liche Zielse zung die dami e -
bundenen in e nen Liquidi ä swi kungen s e ilisie . Diese Poli ik, die
e gleichba is dem Ve such, in einem Fes ku ssys em au onome Geld-
mengenpoli ik be eiben zu wollen, üh e jedoch zu s ändig neuen Ka-
pi alab lüssen und dami zu s ändig neuem D uck au den D-Ma k-
Außenwe , so daß die Bundesbank die Geldmengenneu alisa ion au -
geben muß e. Es ha sich also gezeig , daß es beim Einsa z des Ins u-
men a iums de De isenma k in e en ion zu unlösba en Kon lik en
zwischen außen- und binnenwi scha lichen Zielse zungen kommen
kann. Auch kann eine No enbank du ch noch so g oße De isenma k -
in e en ionen kein Wechselku sni eau ans eben ode hal en, das un-
damen alen außenwi scha lichen Gegebenhei en wide sp ich . Dies
zeig sich schon beim Ve gleich des Po en ials p i a en, jede zei e -
ügba en in e na ional mobilen Kapi als mi dem Ausmaß de De isen-
ese en de No enbanken.
Sowohl die Vo äge als auch die anschließenden Diskussionen mach-
en deu lich, daß auch ein p inzipiell du ch lexible Wechselku se ge-
kennzeichne es Wäh ungssys em Unzulänglichkei en au weis . Es wu de
abe zu Rech da an e inne , daß ein Sys em es e Wechselku se ä la
B e on Woods wei aus g öße e Schwie igkei en mi sich b ing , solange
die einzelnen Regie ungen nich be ei sind, eine s ä ke e in e na io-
nale Koo dinie ung ih e Geld- und Wäh ungspoli ik o zunehmen.
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