Der Nationalökonom und die Wirklichkeit
Abstract
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Full text
Egne , E ich
A icle
De Na ionalökonom und die Wi klichkei
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Egne , E ich (1971) : De Na ionalökonom und die Wi klichkei , Schmolle s
Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin,
Vol. 91, Iss. 1, pp. 1-20,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.1.1
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De Na ionalökonom und die Wi klichkei
Von E ich Egne , Gö ingen
I. Einlei ung
Das P oblem de wi scha lichen Wi klichkei kann hie gewiß
nich in seine ganzen B ei e au ge oll we den. Es sind nu einige
Randbeobach ungen, au die in diesem Rahmen hingewiesen we den
kann1. Dabei sei es ges a e , mi zwei Zi a en zu beginnen. Das e s e
bezieh sich au
Teschemache s
Tübinge An i s o lesung aus dem
Jah e 1931 übe die „geis esgeschich liche Linie des inanzwissen-
scha lichen Denkens". Da in weis e au die übe aschende Ta sache
hin, daß die Finanzwissenscha in ih e Geschich e e schieden lich in
Ge ah wa , ih Objek zu e lie en. „Wegen de Unsiche hei ih e
Me hode", so heiß es do , ha sie „wiede hol das me kwü dige
Schicksal e li en, daß sie sozusagen ih en Gegens and e lo en ha "2.
Dem Sachkenne is das ielleich keine ganz e s aunliche Fes s ellung.
Das ande e Zi a , on dem ich ausgehen möch e, s amm aus Be -
ol
B ech s
Kalende geschich en. Do be ich e He Keune on
seine Jugend, als e bei einem Gä ne in de Leh e wa . E e hiel
om Meis e den Au ag, einen Lo bee baum, de bei es lichen An-
lässen e liehen wu de, so zu beschneiden, daß e eine Kugel o m
annehme. E mach e sich an die A bei , den Baum de a zu beschnei-
den, abe e woll e sich nu schwe de ges al enden Hand des Leh -
lings ügen. Bald ha e die en s ehende Kugel hie einen Auswuchs,
bald do . Als e schließlich sein Ziel e eich ha e, wa eine ganz
kleine Kugel zus ande gekommen. De Meis e , dem e sein We k
o üh e, abe sag e: „Gu , das is die Kugel, abe wo is de Lo -
1 Diesem Au sa z lieg das übe a bei e e Manusk ip des Vo ages zug unde, den
de Ve asse als Abschieds o lesung bei seinem Übe i in den Eme i ens a us
o de Wi scha s- und Sozialwissensdia lichen Fakul ä de Uni e si ä Gö in-
gen am Ende des Somme -Semes e s 1969 gehal en ha . Diese Anlaß mach einige
pe sönliche Fo mulie ungen und Hinweise e s ändlich, die hie aus de Vo ags-
assung übe nommen wu den. Es ging dem Au o da um, als Ve e e eine in
diesen Jah en aus de ak i en Hochschula bei ausscheidenden Gene a ion einige
So gen auszud ücken, die ihm und manchen Al e sgenossen de in de neue en En -
wicklung des Faches einge e ene B uch mi seine Ve gangenhei mach .
2 Hans
Teschemache :
Die geis esgeschich liche Linie in de En wicklung des i-
nanzwi scha lichen Denkens. Tübingen 1931. S. 25/26.
1 Schmolle s Jah budi 91,1
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2 E ich Egne
bee ?" Da aus schließ Keune e allgemeine nd, daß im Bemühen
um die Fo m leich de Inhal e lo engeh .
II. Das schwankende Bild de Wi klichkei
Von hie aus sei es ges a e , mi en in mein P oblem hineinzu-
sp ingen. Es is mi in meine Jugend zue s in dem damals o ge-
ühm en Buche on Al ed Amonn, Objek und G undbeg i e de he-
o e ischen Na ionalökonomie, in e s e Au lage 1911 e schienen, en -
gegenge e en. E a bei e e den Un e schied on E ah ungs- und
E kenn nisobjek he aus, such e das E kenn nisobjek de heo e i-
schen Na ionalökonomie aus ih e konk e en En wicklung und de in
ih zu beobach enden spezi ischen P oblems ellung abzulei en. Im
Blick da au sah e es du ch das P eisp oblem als das G undp oblem
des Faches abgeg enz . Zugleich e wa e abe die Abs ü zung dieses
E kenn nisobjek es au Beg i e wie Volkswi scha , Wi scha , wi -
scha lich ode Wi scha lichkei , weil sie „einem auße o den lich un-
bes imm en und mannig al igen Geb auche" un e liegen und „mi den
Bedü nissen und dem a sächlichen Zus ande de Wissenscha in Wi-
de sp uch ge a en"3. „Abe das na ionalökonomische P eisp oblem
deck sich mi dem Beg i e de Wi scha nich nu nich , sonde n
s eh auch in keine logisch no wendigen Beziehung zu diesem Be-
g i e4."
Diese ein p agma ische Deu ung des E kenn nisp oblems de Na io-
nalökonomie wi die F age nach ih em Wi klichkei sbezug scheinba
mi Eleganz aus ih he aus. Die En wicklung des Faches wäh end de
le z en Jah zehn e is alle dings übe Amonns These längs hinweg-
gegangen. Das Wi klichkei sp oblem läß sich nich mi leich e Hand
om Tische wischen.
1. Die Wandlungen de
Wi klichkei -s sieh im einzelnen
Wenn man bedenk , wie wei eine solche Sich heu e hin e uns lieg ,
so wi d einem bewuß , wie ku zlebig G und o s ellungen de Na io-
nalökonomen übe ih Fach und übe die Wi klichkei , de sie dabei
kon on ie we den, imme wiede gewesen sind. Das is de e s e
Gesich spunk , de hie he ausges ell we den soll. Such man sich
on de Gegenwa ein wenig zu lösen, so sieh man, wie das o he -
schende Bild de Wi klichkei , au das die na ionalökonomische Fo -
schung bezogen is , mi dem jeweiligen Zei geis e schwank .
3 Al ed Amonn: Objek und G undbeg i e de heo e ischen Na ionalökonomie.
2. Au l. Leipzig und Wien 1927. S. 164.
4 Amonn: a.a.O., S. 189.
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De Na ionalökonom und die Wi klichkei 3
Das is keine übe aschende Fes s ellung. Goe he sah das mensch-
liche Leben in seine Gesam hei als einen ewigen P ozeß de Pendel-
bewegungen on Dias ole und Sys ole, de ex ensio und con ac io,
en sp echend de Ausdehnung und Zusammenziehung des He zmuskels
ode des Aus- und Eina mens. So s ell sich auch die Wi scha swi k-
lichkei dem na ionalökonomischen Denken bald als Auswei ung, bald
als Einengung des Gesich s eldes da . Man denke e wa da an, welch
wei es Feld ein Jus i ode noch meh ein Jus us Mose ins Auge aß en,
wenn sie sich mi dem Wi scha sleben ih e Zei beschä ig en, ge-
genübe dem, was bei den Physiok a en als die Wi klichkei de Wi -
scha üb ig blieb. Ähnliches kann man imme wiede in de Geschich e
des Faches beobach en. Wie nämlich Smi h wiede ein bun es Bild de
Wi klichkei o seinen Lese n ausb ei e e, so olg e p omp da au
die Kon ak ion bei Rica do. Lis und Ma x b ach en dann ebenso wie
die his o ische Schule eine Au üllung ih es Wi klichkei s e s änd-
nisses, wenn auch in ganz e schiedene Weise, wo an die Einengung
bei den G enznu zie n anschloß, und so ging es wei e bis au den
heu igen Tag. Imme wiede s öß man, o auch im zei lichen Neben-
einande , au diesen Gegensa z eine möglichs inhal lich um assenden
und eine s a k zusammengep eß en Sich de Wi klichkei .
Ähnliche Pendelbewegungen, wie hinsich lich diese allgemeinen Au -
assung on de Wi klichkei , kann man in de Na ionalökonomie un-
e ielen ande en Gesich spunk en beobach en, die sich o mi dem
soeben Besp ochenen be üh en. So wechseln nich nu einmal, sonde n
sich wiede holend ab: eine his o isch gesä ig e ode eine unhis o i-
sche Be ach ungsweise, eine s ä ke au den einzelnen abs ellende
ode au die ganze Gesellscha bezogene Sich , ha monische ode
disha monische, en sp echend op imis ische ode pessimis ische G und-
hal ungen, die Übe zeugung on de Ges al ba kei des Geschich sab-
lau es ode on seine Schicksalha igkei , die be o zug e Be onung
a ionale ode i a ionale Belange, diejenige adi ionale S uk-
u en ode sich e s keimha anbahnende Neubildungen usw.
Von Hen i Be gson, dem anzösischen Philosophen, s amm das
Wo on dem loi de la double énésie5, dem doppel en Wahn de
Menschen, was besag , daß de Mensch es nich le n , einen Mi elweg
zu gehen. Be gson e klä auch, daß die Menschen imme wiede in
wi scha lichen Dingen zwischen einem sich bescheidenden S oizismus
und einem nach neuen Gü e n ach enden Epiku eismus hin und he
schwanken. Das eine Ex em lös den Umschwung au das ande e
hin aus. Solche G unds immungen eines Zei al e s machen sich auch
5 Hen i Be gson: Les deux sou ces de la mo ale e de la eligion. Pa is 1932.
S. 316 .
1*
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4 E ich Egne
im na ionalökonomischen Denken gel end in den We ungen, mi de-
nen man de Wi scha en gegen i , indi ek auch in dem Pessi-
mismus und de Skepsis ode in dem Op imismus, den de Fachmann
in bezug au die Leis ungs ähigkei seine Wissenscha gegenübe de
Wi klichkei an den Tag leg .
So kann man sehen, wie de Op imismus de Ka hede sozialis en
am Ende des le z en Jah hunde s du ch die En äuschung des begin-
nenden 20. Jah hunde s hinsich lich de wi scha s- und sozialpoli-
ischen Möglichkei en des Faches abgelös wu de. Das zeig e sich zue s
bei Max Webe und hiel bis in die d eißige Jah e hin an, ehe solche
Skepsis nach dem le z en K iege du ch die g oße Welle eines Fo -
sch i sop imismus abgelös wu de. Es handel sich dabei keineswegs
allein um posi i e ode nega i e We ungen, sonde n zugleich um die
Ges al ungs eude ode den Ges al ungszwei el de Na ionalökono-
men. Da in wiede um d ück sich ih Ve häl nis zu Wi klichkei aus,
und zwa so, daß die In ensi ä de Manipula ionsbe ei scha leich
zum Hinwegsehen übe die eine en Wi klichkei ss uk u en e lei e ,
wäh end die Eing i sskepsis eine liebe olle Analyse de Wi klichkei
aus Fu ch o ih e Ve gewal igung naheleg .
Solche Ve ände ungen de Pe spek i en we den, wie leich e s änd-
lich, auch on Wandlungen de E kenn nisme hoden beglei e . Bald
s eh die a ionale Kons uk ion, bald die empi ische Kausalanalyse,
bald na u wissenscha liches Modelldenken, bald geis eswissenscha -
liches Ve s ehen im Vo de g und, bald das S eben nach Me hoden-
monismus, bald de Ru nach me hodischem Plu alismus. In de me-
hodischen G undhal ung spiegel sich die Wi klichkei ssich de Au o-
en. Me hodische Unsiche hei üh , wie Tesckemache ich ig sah6,
zu schwankenden Wi klichkei sbilde n. Abe monis ische Me hoden-
e absolu ie ungen können auch leich zu Ve einsei igungen de
Wi klichkei ssich und dami zu Ve a mung de Fo schung üh en.
Neben diesen Pulsschlag de wissenscha lichen En wicklung is nun
ein zwei e Gesich spunk zu s ellen. Es handel sich bei den bishe
besch iebenen Pendelbewegungen nich nu um ewig wiede keh ende
gleiche Ausschläge, sonde n zugleich auch um Ve ände ungen de
Szene ie. Neue P obleme auchen au , die aus bishe unbekann en ak-
uellen Schwie igkei en e wachsen. Bei ih e Un e suchung zeig sich,
daß sie mi bishe e nachlässig en Sei en de Wi klichkei zusammen-
hängen. So we den o neue Dimensionen mi eigenen S uk u en en -
deck , die nun das E kenn nisin e esse au sich lenken.
Gewiß is das ü die En wicklung de Wissenscha wich ige als
das bloße und en mu igende Hin und He . Es b auch hie nu an die
6 Teschemache : a.a.O., S. 26.
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De Na ionalökonoin und die Wi klichkei 5
En deckung de Ma k au onomie du ch die na ionalökonomischen
Klassike , den wi scha lichen K eislau bei den Physiok a en und
Ma x, die his o ische Rela i i ä de Wi scha so dnung bei Sozialis en
und His o ike n, die Konjunk u en bei Jugla , an den Spa - und In-
es i ionszusammenhang ode denjenigen zwischen Beschä igung und
Einkommen bei Keynes als einigen Beispielen e inne we den. Die
Geschich e des Faches is oll on solchen plö zlichen, dem agenden
Bewuß sein sich au d ängenden P oblemen, die ihm neue Bewegung
e leihen.
Solche neu au b echenden P oblemk eise haben dem Fache und auch
den A bei en des Au o s e schieden lich en scheidende Ans öße gege-
ben. Zue s wa es die g oße Wi scha sk ise, welche die egionalen
P obleme en s ehen ließ und dadu ch o die Au gabe eine egiona-
len Wi scha spoli ik s ell e. An angs wa en es ganz spezielle, ak u-
elle F agen, mi denen man sich besonde s angesich s de hohen A -
bei slosigkei auseinande zuse zen ha e. Es daue e ge aume Zei , bis
es gelang, die so au ge issene P oblema ik in einem wei e en Rahmen
und in p inzipielle F ages ellung zu sehen. Inzwischen is aus beschei-
denen und e s eu en Ansä zen eine wel wei e Gedankenbewegung
he o gewachsen.
Den nächs en P oblemkomplex bilde en die Nö e de En wicklungs-
lände , die zusammen mi de En kolonisie ungswelle übe aschend
ein ak uelles In e esse gewannen. Hie e gab sich die pa adoxe Lage,
daß nach eine Beme kung on Singe die übe wiegende Fachmeinung
de Ve gangenhei pessimis isch übe die Zukun de g oßen Indu-
s ielände , abe op imis isch hinsich lich de wi scha lichen Chancen
de En wicklungslände dach e, wäh end diese We ungen sich nach
dem le z en K iege genau umkeh en7.
Angesich s de schnellen E holung de Indus ies aa en on den
K iegs olgen b ei e e sich eine En äuschung übe das Ve sagen de
wi scha spoli ischen Rezep e des Wes ens zu En wicklung de sog.
d i en Wel aus, eine bis heu e nich au gelös e P oblema ik.
Schließlich a en nach dem K iege mi den E ö e ungen um das
Schicksal de Familie in de Tu bulenz de ge ade du chs andenen
Jah e die P obleme de amiliä en Hauswi scha in Sich . Die Kon-
sumen enbewegung, die in den USA schon o dem K iege en s anden
wa , g i nach Eu opa hinübe und üh e zu einem Ausbau de Con-
sume Economics. E s langsam se z sich in jüngs e Zei da übe hin-
aus das Bemühen um den Ausbau eine Wi scha sleh e des p i a en
Haushal s du ch. An den Schwie igkei en, diesen F ages ellungen das
7 Hans W. Singe : Neue Tendenzen im wi scha lichen Denken übe die En wick-
lungslände . Außenwi scha , 18. Jg. (1963), S. 73.
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6 E ich Egne
To zu ö nen, kann man gu die Wide s ände e kennen, die sich de
E schließung neue P oblemk eise en gegens ellen.
Von allen diesen in de En wicklung des Faches neu au auchenden
Aspek en de Wi klichkei kann man nich sp echen, ohne zugleich
eines d i en Me kmals in de En wicklung de Na ionalökonomie zu
gedenken. Das is die Keh sei e de En deckung neue Wi klichkei s-
me kmale, nämlich de imme wiede zu beobach ende Ve lus bishe
geläu ige Wi klichkei sa ibu e.
Da in lieg wohl eine e s aunliche Fes s ellung. Die Na ionalökono-
mie ha bildlich gesp ochen ein ela i ku zes Gedäch nis. Sie bau im-
me wiede einmal e ungene Einsich en ab. Sie e scheinen nich meh
on ak uellem In e esse, deshalb we den sie zunächs an den Rand ge-
schoben, bis sie ganz aus dem Blick eld e schwinden. So e ände die
dem Fach bewuß e Wi klichkei lau end ih en Inhal , ollziehen sich
besonde s die oben besch iebenen Kon ak ionen.
Bei den o hin e wähn en neuen Aspek en de Wi scha swi klich-
kei handel es sich nähe besehen iel ach ga nich um ech e Neue-
ungen, sonde n nu um die Wiede en deckung on Zusammenhängen,
die ühe en Gene a ionen du chaus bekann wa en. Be ühm is de
Fall des Beschä igungsp oblems, mi dem die me kan ilis ischen Au-
o en wohl bekann wa en, das abe e s du ch Keynes wiede en deck
we den muß e. En sp echendes gil on den d ei P oblemkomplexen,
de en Au b echen soeben gekennzeichne wu de. So wa e wa die wi -
scha liche Regionalpoli ik dem ausgehenden Mi elal e und de me -
kan ilis ischen Epoche du chaus e au , wie die Poli ik de Besied-
lung des deu schen Os ens und diejenige de Seßha machung eligiö-
se Flüch linge im 18. Jah hunde e deu lichen. Auch die P obleme
de En wicklungslände ha en Vo läu e im olkswi scha lichen Den-
ken sowohl in de b i ischen Kolonial heo ie als auch im Denken on
F ied ich Lis . Hie wu de die wi scha liche En wicklung schon e -
schlossene Lände im Ve häl nis zu bishe noch une schlossenen Räu-
men behandel . Noch pa adoxe is die Fes s ellung, daß hauswi -
scha liche P obleme du ch zwei Jah ausende hindu ch im Zen um
alles ökonomischen Denkens ges anden haben, ehe man sie sei de
Au klä ungsepoche un e den Tisch allen ließ.
2. Zu Wi klichkei sdeu ung de Gegenwa
Die bishe igen Da legungen können hie dahin zusammenge aß
we den, daß sich in ihnen die P oblema ik des schwankenden Ve häl -
nisses de Na ionalökonomie zu dem Objek ih es E kenn niss ebens
o enba . Das sind wah lich keine unbekann en Ta sachen. T o zdem
wi ken sie in de hie gegebenen Zusammens ellung pa adox. Wo lieg
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De Na ionalökonom und die Wi klichkei 7
de Sinn solche Umwege in de En wicklung des Faches, wie sie du ch
Ve ände ungen de Blick ich ung und das Ve gessen manche Zusam-
menhänge bewi k we den? Dadu ch geh die Kon inui ä des Ve -
s ändnisses de Wi klichkei in die B üche. Es en s ehen, ökonomisch
gesp ochen, in ellek uelle Ve lus e, die e s du ch neuen Fak o ein-
sa z es i uie we den müssen. Es ha den Anschein, daß es einen
posi i en Sinn diese Umwege nich gib . Wohl könn e man eine dia-
lek ische En al ung de Ideen als uch ba ane kennen, da sie übe
die on ih eingeschlagenen Umwege hinweg ühe e Einsich en au -
hebend mi sich o agen und so zu eine Be eiche ung des Wissens
üh en wü de. Doch geh es hie nich da um, sonde n um die Ve lus e,
die de Zei ablau ü das Ve s ändnis des Faches mi sich geb ach
ha . Da in d ück sich augenscheinlich eine g oße Schwäche de Na io-
nalökonomie hinsich lich ih e geschich lichen En wicklung aus, eine
Schwäche, die e mu lich nich sie allein kennzeichne , da sie allzu
menschlich is . Das is abe ein schwache T os .
Ein Blick au die de zei ige Lage des Faches zeig , daß die gegen-
wä ige Gene a ion du ch das soeben ge äll e und au die Ve gangen-
hei bezogene U eil du chaus mi be o en wi d. Wi machen die
Sünden de Ve gangenhei ebenso unbeschwe mi , wie das eh und
je im Fache üblich wa . Wi be inden uns, um au Goe hes Beg i e
de Dias ole und Sys ole zu ückzug ei en, in eine Phase de Sys ole,
de Kon ak ion des Wi klichkei sbildes, seine inne en Ve a mung,
da man ieles, was ühe im Zen um des na ionalökonomischen In e -
esses s and, hinausgewo en ha .
Das gil in e s e Linie ü die E assung de besonde en Ausp ä-
gungen, die das Wi scha sleben zu e schiedenen Zei en und in e -
schiedenen Räumen au weis und au gewiesen ha , ü die un e schied-
liche S ellung de Menschen in ihm, ü die iel äl igen Ve zahnungen,
die sich zwischen Wi scha und den auße wi scha lichen Be eichen
in S aa , Gesellscha , Kul u e geben haben. Eine da au abs ellende
Be ach ung muß ma e ial (inhal lich) o ien ie sein, um die quali-
a i en Me kmale on Ta bes änden und Vo gängen, e ne die Sinn-
zusammenhänge, in denen wi s ehen, bes immen zu können. Sie muß
holis isch (ganzhei lich) au den Gesam komplex des menschlichen
Lebens ausge ich e sein, um die Funk ion de Wi scha in ihm nich
aus den Augen zu e lie en. Die he e odoxe Na ionalökonomie des
19. und beginnenden 20. Jah hunde s, die im Gegensa z zu Klassik
und G enznu zenschule s and, ha sich mi wenig Ausnahmen bemüh ,
Baus eine zu einem solchen Leh gebäude zusammenzu agen8.
8 Dabei is an die Ve e e de ökonomischen Roman ik, e ne an F ied ich
Lis , an die soziologisch o ien ie en Volkswi e des 19. Jah hunde s wie Lo enz
. S ein und Albe Ebe ha d Scha e, die Anhänge de beiden his o ischen Schu-
len, die Ka hede sozialis en, abe auch an manche Sozialis en zu denken.
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8 E ich Egne
Solche Bes ebungen wu den in neue e Zei du ch eine allein an
o malen K i e ien o ien ie e Wi klichkei sau assung de Wi scha
e d äng , die eine de quali a i en Be ach ung nich e eichba e Ex-
ak hei ü sich in Ansp uch nimm . Diese Fo malismus gib sich zu-
gleich als Posi i ismus, indem e die Wel de E ah ung au das on
de Außensei e de E scheinungen he E aßba e und quan i a i Meß-
ba e einsch änk . Die Wi scha wi d dabei au den bloßen Mi el-
cha ak e es geleg , indem die F age nach ih e Au gabe en p oble-
ma isie und au die Quan i ä de Gü e be ei s ellung eingesch änk
wi d. Du ch die Logik eines solchen ins umen alen Denkens wi d
auch die Wi scha swissenscha ins umen alisie , zu einem Kas en
olle We kzeuge zu Manipula ion des Wi scha sp ozesses umgedeu-
e . Diese echnizis ische Sich de Wi klichkei aß ih e Au gabe spe-
zialis isch au wie de Ingenieu den Bau seine Maschine. Sie häl die
ganzhei liche Einbeziehung de Wi scha in den Gesam zusammen-
hang des menschlichen Lebens ü Spekula ion.
Das heiß abe , daß eine solche Au assung zu eine En humanisie-
ung de Na ionalökonomie üh , weil sie übe kein K i e ium ü
den Bei ag eine konk e en Wi scha ü die Exis enz diese ode
jene Menschen und ih e Gesellscha e üg , abgesehen on de
äuße lichen Fes s ellung eine Be ei s ellung i gendwelche Gü e men-
gen. Aus diesem Zusammenhang e gib sich e ne , daß die Objek i i ä
de o malisie en Wissenscha Aussagen mi sich b ing , die zwa ü
einen ideellen mundus in ellec us gel en mögen, die abe ü die kon-
k e e, om Menschen zu bewäl igende und zu ges al ende Wel keine
Hil e bie en. Sie hal en sich on diesem unse em konk e en S ando
he gesehen im Un e bindlichen. So üh eine solche Wissenscha in
den Nihilismus hinein, was besag , daß die echnisie e Wi scha s-
wissenscha wie jedes ande e echnische Ins umen un e mensch-
lichen Pe spek i en mißb auch wi d, ein Ins umen de Ba ba ei
we den kann. Demgegenübe is sie mi Blindhei geschlagen9.
III. Folge ungen
Es geh um die F age, weich e Folge ungen aus de geschilde en Un-
ollkommenhei in de achlichen En wicklung hinsich lich ih es Ve -
häl nisses zu Wi scha swi klichkei zu ziehen sind. Dabei soll zu-
nächs einge äum we den, daß de Du chb uch des Fo malismus in
de Na ionalökonomie nich nu nega i e Wi kungen gehab ha .
9 Nihilismus is in Wo en on Leo
S auss
die Ansich , „daß die Ve nun auße -
s ande is , zwischen dem Bösen, Gemeinen ode Unsinnigen und de en Gegen eil zu
en scheiden" (Leo
S auss:
Na u ech und Geschich e. S u ga 1956. S. 44).
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De Na ionalökonom und die Wi klichkei 15
Man denk do ande s als bei uns, weil die Wi klichkei , in de man
s eh , eine ande e als die uns ige is , weshalb beide Teile wei gehend
aneinande o bei eden. Die Übe nahme unse e na ionalökono-
mischen Theo ien be eib man nu als eine P lich übung, um zu zei-
gen, daß man dazu auch ähig sei. Im üb igen ha man ande e G und-
ka ego ien und ande e P obleme als wi . Sie sind nich so a inie
ausgea bei e wie die uns igen, abe auch die do ige Wi scha s-
wi klichkei is nich so komplizie wie die uns ige.
Man denk wei s ä ke als wi in elemen a en ökonomischen Ge-
gebenhei en und Zusammenhängen, o na u al, so im Hinblick au
e ügba e P oduk i k ä e, au P oduk ionsmöglichkei en und zu
be iedigenden Beda . Das is ein Ve so gungsdenken, das au be-
s imm e P oduk ionss uk u en, soziale Schich ungen und Einkom-
mens e häl nisse bezogen is . Das ma k wi scha liche Denken lieg
abe de do igen Vo s ellungswel e n. Es is schwe beg ei lich zu
machen, wäh end die echnizis ischen Ka ego ien kommunis ische
Planungspoli ik leich eingängig sind. Diese haben den Vo eil, daß
sie an Hand de P obleme halben wickel e Lände konzipie wo den
sind, dahe eine Wi scha swi klichkei o ausse zen, die de jenigen
de En wicklungslände nähe s eh als die uns ige. Un e diesen Um-
s änden beg ei man, daß auch unse e wi scha spoli ischen O d-
nungsp inzipien nich ohne wei e es au die ypischen En wicklungs-
lände übe agen we den können, da sie die do ige Wi klichkei
nich e en und deshalb ganz ande e Wi kungen als bei uns haben
müssen.
Angesich s des bishe igen Gedankenganges könn e man meinen, daß
es einen unübe b ückba en B uch im na ionalökonomischen Denken
de En wicklungslände und de Indus ielände gebe, so wie sich die
Wi klichkei de Wi scha beide Lände g uppen un e scheide. Das
hieße abe die g undlegende Einhei diese Wel e kennen. S a
dessen wi d hie die Au assung e e en, daß de B uch de zwei
Na ionalökonomien nu die Folge menschliche Ku zsich igkei is ,
dahe die Au gabe seine Übe windung o uns s eh . Dabei geh es
nich um die Beleh ung des einen Teils du ch den ande en, sonde n
um gegensei ige Beleh ung mi dem Ziel eines B ückenschlages zwi-
schen den bishe kon ä en Au assungen.
Ehe man wi scha spoli ische En wicklungsp og amme en wi ,
muß man übe ein g ündliches Wissen um die Besonde hei en de
Wi scha ss uk u en in En wicklungslände n e ügen. Diese Vo -
ausse zung ha man bishe allzu leich genommen und deshalb mi den
in den Indus ies aa en en wickel en E kenn nisins umen en auszu-
kommen geglaub . S a dessen gil es, unse Ve s ändnis de Wi -
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16 E ich Egne
scha s Wi klichkei in En wicklungslände n und des Ve hal ens de in
ihnen agie enden Menschen zu e ie en, dies nich allein in einem
empi ischen Sinne, sonde n auch un e p inzipiellen und heo e ischen
Aspek en.
Das is abe le z lich die Au gabe eine geschich lichen Theo ie, wie
sie soeben um issen wu de. Ih geh es um die his o isch bes imm e
Besonde hei eine gegebenen Volkswi scha , nämlich ih en inne en
Au bau, ih e O dnungs o men einschließlich de sie agenden In-
s i u ionen, die ih eigen ümlichen Ablau p ozesse, ku z um ih e his o-
ische Einmaligkei , ih en „Wi scha ss il", sowei diese Me kmale
sich au P inzipien und No wendigkei en zu ück üh en lassen. Fü
eine solche „Kul u heo ie de Wi scha " als Leh e on de „Kul u -
wi klichkei Wi scha "17 b ingen sowohl die Ve e e de En wick-
lungslände als auch diejenigen de Indus ielände Vo ausse zungen
mi , die sich gegensei ig e gänzen können.
Von Sei en de En wicklungslände is es die in ime Kenn nis de
do igen Reali ä und ih es geschich lichen Gewo denseins, on Sei en
de Indus ielände sind es die Ansä ze zu Bewäl igung de his o-
ischen S uk u en in ih em eigenen Be eich. Bei dem Ve such eines
B ückenschlages zwischen den beide sei igen Einsich en können die
Angehö igen de sog. d i en Wel ü sich gel end machen, daß au
G und des ge ingen En wicklungss andes ih e Volkswi scha en ih
da au bezogenes Denken u sp ungsnähe als dasjenige de Indus ie-
lände is . Dadu ch s ehen die menschlichen und sozialen Bezüge de
wi scha lichen Ak i i ä en ü sie im Vo de g und. Demgegenübe
is das Denken in den indus ialisie en Volkswi scha en u sp ungs-
en e n e und spezialisie e , da an eine komplizie en Wi klichkei
geschul , wodu ch es in Ge ah is , elemen a e Zusammenhänge zu-
guns en on höhe en wickel en zu e kennen ode zu übe sehen.
Ve mu lich ha es in den Indus ielände n iel ach an in ellek uel-
le Bescheidenhei ge ehl , um die G öße de du ch die En wicklungs-
lände ges ell en P obleme zu e messen, die zue s und o nehmlich
in bezug au die Analyse de do o ge undenen Wi klichkei in
Wi scha und Gesellscha ges ell sind. Die Eupho ie des Machen-
könnens, die Beglei e scheinung de Ins umen alisie ung des Faches,
ha die Na ionalökonomen de Nachk iegszei allzuseh e aß . Das
P oblem de En wicklungslände is wohl geeigne , sie zu Besinnung
au die G enzen ih es Könnens anzuhal en.
17 Siehe dazu Weippe : Wi scha sleh e als Kul u heo ie, a.a.O.
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De Na ionalökonom und die Wi klichkei 17
IV. Zusammen assung und Ausblick
Abschließend sei es ges a e , wiede an den An ang diese Aus-
üh ungen anzuknüp en. Das P oblem des Ve häl nisses zu Wi -
scha s Wi klichkei wi d die Na ionalökonomie siche nie e lassen.
Sie s eh o de pa adoxen Lage, daß die Wi klichkei le z lich im-
me ein und dieselbe is , diese menschliche Wel unse es Plane en;
o zdem s ell sie sich s e s ande s, on ande en Sei en, mi wech-
selnden Ges al en, S uk u en, S ilen, Indi iduali ä en da . Sie p o-
duzie lau end neue Abwandlungen de E scheinungen und des Ge-
schehens. Sie is im G unde une schöp lich. Unse e Vo s ellungen und
Beg i e on ih besch änken sich deshalb no ged ungen au Teil-
aspek e, wäh end ande es wie du ch einen Ras e aus äll . Aus diese
No unse es Ve s andes soll en wi abe keine Tugend machen. Wi
müssen uns imme diese Aus ällungen bewuß bleiben. Vo allem is
es ku zsich ig, wenn wi das, was äl e e Gene a ionen o uns e a bei-
e haben, als ü uns unin e essan du ch die Maschen des Ras e -
ne zes allen lassen. Ein solches Wissen au zuheben, um so du ch die
Geschich e des Faches hindu ch unse en Gesich sk eis zu e wei e n, das
is die Au gabe, hie die e s e Einsich .
Sodann üh die Besinnung au die S ellung de Na ionalökonomie
zu Wi klichkei zu eine zwei en Fes s ellung. Die En wicklung des
Faches im le z en Menschenal e ha mi de En lee ung und Fo -
malisie ung des Wi klichkei sbildes zwa manche neue Einsich , be-
sonde s hinsich lich de Manipulie ba kei des Wi scha sp ozesses
mi sich geb ach . Man kann alle dings auch deu lich sehen, wo die
G enzen diese En wicklung liegen. Man b auch nu au die Ziel-
se zungen alle wi scha lichen und wi scha spoli ischen Bemühun-
gen de neue en Zei zu blicken. Dann zeig sich, daß die o malen
Ziele, mi denen heu e gea bei e wi d, die Maximie ungen on
Wachs um und Volkswohls and ode ande e G ößen, Lee o meln
sind, die den Inhal des E s eb en im Un e bindlichen lassen18. So
umgeh man die zen alen P obleme, die in de Gegenwa du ch
Wi scha s- und Gesellscha sleben au gegeben we den. Man kann den
aku en wi scha spoli ischen P oblemen nu ge ech we den, wenn
es geling , unse Bild on de Wi scha swi klichkei inhal lich au -
zu üllen.
Das da nich obe lächlich geschehen. So is d i ens es zus ellen,
daß eine Sp engung de e eng en Wi klichkei ssieh unse e Tage nu
du ch eine Rückbesinnung au die Fundamen e alle Wi scha , au
18 Vgl. dazu K. William Kapp: Na ionalökonomie und a ionale Humanismus.
Kyklos, Vol. XXI (1968), S. 19.
2 Schmolle a Jah buch 91,1
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ih e U bes immung, möglich is . Das is das Anliegen de Wi scha s-
on ologie. Man mag übe die E gebnisse de bishe igen Bemühungen
um eine solche oeconomia pe ennis skep isch denken, wie das de
übe wiegende Teno unse e Tage is . T o zdem wä e es allzu billig,
wenn man sich dami begnügen woll e. So lange sich Köp e inden,
die übe die menschliche Wi scha nachdenken, we den sich P o-
bleme und Au gabe eine übe zei lich o ien ie en Wi scha sleh e
nich un e d ücken lassen.
Sie muß dann du ch eine Analyse de his o ischen Wi scha ss uk-
u en und de in ih em Umk eis ablau enden P ozesse e gänz we -
den. De Ausbau diese geschich lichen Theo ie ü alle Zei en und
Völke , wie sie Knies und nach ihm . Go l o de en19, wi d e -
mu lich ein nie zu e üllende Wunsch bleiben, schon au G und de
iel ach mangelha en Ta sachenkenn nis. Imme hin wi d sie kom-
pa a i die wich igs en, im enge en Umk eis sich da bie enden Di e-
enzie ungen zu du chleuch en haben, wo ü die En wicklungslände
heu e das Haup beispiel geben.
Diese Übe legungen mögen hie mi einem Ausblick abgeschlossen
we den. Es gib heu e Anzeichen ü einen übe älligen Wandel in de
Wi klichkei ssich de Na ionalökonomen. De eine dahinzielende Vo -
s oß komm , wie so o , on Sei en de He e odoxen, besonde s de
poli ischen Linken, de en Wide sp uch gegen die O hodoxie sich be-
sonde s am P oblem de d i en Wel en zünde ha und de en Wi k-
lichkei neu zu in e p e ie en such . Dabei is an einen Au o wie
Gunna My dal und als Ve e e de adikalen Linken an Con ad
Schuhle zu denken20. De ande e Ans oß komm übe aschende weise
on außen. So wie die His o ike die Wi klichkei ssich de Na ional-
ökonomen im 19. Jah hunde beein luß en, so komm ihnen je z
im Räume de En wicklungslände die e hnologische Sozialan h opo-
logie en gegen. Hie e en sich ih e In e essen, wie da aus e sich -
lich is , daß sich die ökonomisch ausge ich e en Sozialan h opologen
neue dings um den Ausbau eine „ökonomischen An h opologie" be-
mühen. Als ih Wo üh e kann Raymond Fi h be ach e we den21.
19
V.
Go l: a.a.O., S. 48/49.
20 Vgl. Gunna My dal: An Asian D ama. New Yo k 1968. — Fe ne Con ad
Schü le : Zu poli ischen Ökonomie de a men Wel . München 1968. — Zu US-
ame ikanischen En wicklung siehe neue dings Ma in B on enb enne : Radical
Economics in Ame ica. Jou nal o Economic Li e a u e, Vol. VIII (1970), S. 747 .
21 Raymond Fi h (H sg.): Themes in Economic An h opology. London 1967
(2. Au l. 1970). A. S. A. Monog aphs No. 6. — Fe ne Raymond Fi h and Basil
S. Yamey (H sg.): Capi al, Sa ing and C edi in Peasan Socie ies. London 1964. —
Ein e s e Ansa z zu na ional-ökonomischen Ve a bei ung de sozialan h opolo-
gischen Sich on P oblemen wi scha liche Un e en wicklung inde sich in dem
Buche on Jochen Röpke: P imi i e Wi scha , Kul u wandel und die Di usion on
Neue ungen. Tübingen 1970.
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De Na ionalökonom und die Wi klichkei 19
Diese Vo s oß komm une wa e , da de E hnologe nu im Hinblick
au Menschen de F ühkul u en a gumen ie en kann, wäh end de
Na ionalökonom o dem P oblem des mode nen Wi scha smenschen
s eh . Do abe , wo sich ühe und spä e Wi scha s o men mi ein-
ande e zahnen, we den beide ge adezu au Zusammena bei ange-
wiesen, was dem Volkswi beim Ausbau seine geschich lichen Theo-
ie hil eich sein kann.
Vielleich da man ho en, daß Anschauung und Ausdeu ung des
wi scha enden Menschen de En wicklungslände zu eine Übe win-
dung des s e ilen Theo ems om homo oeconomicus üh en wi d.
Das wä e de Weg, um de En humanisie ung des na ionalökono-
mischen Denkens und den dami einhe gehenden nihilis ischen Ten-
denzen zu s eue n. Die Selbs ge äh dung des Menschen du ch seine
eigenen kul u ellen Leis ungen is heu e das g oße P oblem, o das
die Wi scha s- und Sozialwissenscha en ges ell sind, e klä e Kapp,
wäh end es zugleich da um geh , Wege ü seine Lebense hal ung und
Daseinsbewäl igung zu inden22.
Übe die Schwie igkei en, soldie Au gabe He zu we den, da
man sich keine Illusion hingeben. Denn was Menschlichkei , Humani-
ä , bedeu e , wi d kün ig nich wenige als bishe ums i en bleiben.
„Was Humani ä is , weiß keine ü sich allein und wissen wi nich
ein ü allemal in abs ak en Ideen, sonde n das e ah en wi nu alle
zusammen in de konk e en Au gabe des Tages23." Da solche Ein-
sich zu Resigna ion o eine wissenscha lichen Au gabe e anlas-
sen? Die Wissenscha leb le z en Endes nu sowei , wie sie zu Mei-
s e ung des Lebens ih e Zei bei äg . Um dessen willen komm sie
nich da um he um, aus de konk e en E ah ung allgemeine P in-
zipien abzulei en.
Summa y
The Economis and Reali y
His o y o economic analysis shows ha economis s ha e had e y di e en
concep ions o economic eali y. Soon hei scope o iew widened, soon i na -
owed. Fo malizing o economic hinking in he pos wa yea s led o a conside able
na owing. The pu pose o economy was es ic ed o he ask o p oducing
quan i ies o goods. This again led o a nihilis ic dehumaniza ion o economic
hinking.
22 Kapp: a.a.O., S. 8 .
23 Ch is ian . Fe be : Hochschul e o m und s uden ische Si ua ion. In: K. H.
Manegold (H sg.): Wissenscha , Wi scha und Technik. Fes sch i ü Wilhelm
T eue. München 1969. S. 134.
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20 E ich Egne
An ampli ica ion and s abiliza ion o he pic u e o economic eali y seems
necessa y. A emp s o his kind played an impo an ole in he decades be o e he
Second Wo ld Wa in Ge many bu ha e been o go en since hen. In hei
endea ou s o o e come he his o ical school o economics, on Go l and Weippe
de eloped he idea o a ime independen economic on ology, Spie ho de eloped
he idea o a his o ical heo y. The p oblems o a his o ical heo y ha e gained
ac uali y by he new p oblems o de elopmen coun ies. I seems necessa y o
connec bo h b oken h eads o ideas o p omo e a solu ion o he unsa is ac o y
p esen .
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