Die Anfänge des Handels und des Geldes
Abstract
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Full text
Qui ing, Hein ich
A icle
Die An änge des Handels und des Geldes
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Qui ing, Hein ich (1951) : Die An änge des Handels und des Geldes, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 71, Iss. 4, pp. 93-105,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.93
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477] 93
Die An änge des Handels und des Geldes
Von
Hein ich Qui ing, Be lin
Inhal s e zeichnis: 1. F ühs einzei S. 93. — 2. Al s einzei S. 94 — 3. Mi els einzei
S. 99. — 4. Jungs einzei S. 100. — 5. Kup e zei S. 101.
Die ühes en S adien des Rech es und de Wi scha ha man
bishe nu in wenigen Fällen au G und p ähis o ischen Ma e ials zu
e mi eln e such . Ein ache und wenige du ch die Lückenha igkei
de o - und ühgeschich lichen Zeugnisse besch änk e schien das
heu is isch-e olu ionis ische P inzip, das logisch-deduk i e Ve ah en.
Es wu de no alls du ch Ve gleiche un e bau , die man zu e hnologisch
e o sch en P imi i kul u en de Gegenwa zog. Von eine Beach ung
p ähis o ische Funde e sp ach man sich schon deshalb wenig, weil
z. B. R e g
1
i n g im Reallexikon de Vo geschich e (Bd. 4, S. 205) sich
dahin ausgesp ochen ha e, daß zumindes in de Al s einzei eine
Eigenwi scha , also eine auschlose Na u alwi scha gehe sch habe.
In den le z en Jah zehn en ha jedoch de Spa en iel Neues ans Tages-
lich ge ö de . Es lohn den Ve such, au p ähis o ische G undlage das
P oblem de En s ehung de Tausch- und Geldwi scha zu e ö e n.
1. F ühs einzei
De Mensch is als P ima e zwa mi dem Menschena en e wand ,
s amm abe keines alls on diesem im Dilu ium meh und meh e -
ie en Säuge ab. Als e iä e (pliocäne ) Ahne des Menschen wi d
z. Z. de in Süda ika meh ach ge undene Aus alopi hecus1
angesehen. E benu z e das Feue und lange Knochen des on ihm
e leg en G oßwildes als Wa e und We kzeug. Die In elligenz des jung-
e iä en ( o eiszei lichen) Menschen läß die Fallg ube e kennen, die
Fishe in de Nähe on Dewlish-Do se au gedeck ha . Da in wa
ein damals, d. h. um 250 000 . Ch ., noch in England heimische Süd-
1 G. Hebe e : Die süda ikanischen Aus alopi hecinen und ih e phylogene-
ische Bedeu ung. Z. . Na u wissenscha 3 b 1948, S. 302—310.
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94 Hein ich Qui ing [478
ele an (Elephas me idionalis) eingeb ochen und du ch S einwu e leg
wo den. Auch de ins Al dilu ium gehö ende Homo heidelbe gensis
(um 150 000 . Ch .) ha bei Maue am Necka den Al ele an en und
Rhinoce os e uscus in Fangg uben e beu e 2. Ausgeschach e ha e
die G uben mi spi zen Knochenspli e n3. De jung e iä e und al -
dilu iale Mensch begnüg e sich also keineswegs, wie man aus de Nah-
ungssuche o ensich lich degene ie e P imi i e e schlossen ha , mi
P lanzensubs anz und Klein ie en (Wü me n, Schnecken, Muscheln
usw.), sonde n wa ein ausgesp ochen selbs bewuß e und lis ige
G oßwildjäge . Da seine einzigen bishe bekann en und e schließ-
ba en We kzeuge und Wa en Schlag- und Wu s eine, Knochen- und
Holzgegens ände wa en, wi d man ü die F ühs einzei , das Eoli hi-
kum, nu eine eine Eigenwi scha o ausse zen dü en, da die
S eine do , wo die Zeugen diese äl es en Menschhei ge unden
wu den, eichlich in de Nachba scha he umlagen. Ein Tauschhandel
wa also nich nö ig.
2. Al s einzei
De F ühs einzei olg e im Mi el- und Jungdilu ium die Al -
s einzei , das Paläoli hikum. Das Al paläoli hikum Wes - und Süd-
eu opas gliede sich in das P ächelleen, Chelleen und
Acheuleen. T äge is de Mensch on Swanscombe4. De Mensch
des P ächelleen ha als e s e , wenn auch noch seh oh, gu in de
Hand liegende, lache S einge ölle du ch andliche Abschläge ge-
schä , sie so zu Schab- und Schneidwe kzeugen, o allem abe zu
besse in den Boden d ingenden Handhacken gemach , um das Aus-
heben de Fangg uben zu e leich e n. Diese an angs noch ech unsym-
me ischen lachen „Faus keile" wu den im Chelleen au beiden
Sei en zugeschlagen und z.T. zu eine Spi ze ges al e , so daß nich nu
na ü lich- lache S einge ölle b auchba e We kzeuge wu den. Völlig
ha monisch-symme isch und ge adezu o m ollende sind die Faus -
keile des Acheuleen und anschließenden Sbaikien. E s iele ausend
Jah e spä e , in de o dynas ischen Zei Ägyp ens, haben S einhand-
we ke an ih en We kzeugen eine ähnlich küns le ische Schönhei s-
e usche angeb ach .
Wäh end de Mensch des P ächelleen nu die handlichen Rohs eine
un e s enge Beach ung de Gü e des Ges eins, also o wiegend lache
2 W. Soe gel: Das Auss e ben dilu iale Säuge ie e und die Jagd des dilu-
ialen Menschen. Jena 1912.
3 M a n n u s 25. 1933, S. 247.
4 P. 0 a k
1
e y und G. M. M o a n : Ein Menschenschädel al paläoli hischen
Al e s on Swanscombe. Jb. . E o schung des Eiszei al e s und seine Kul u en II.
1939.
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479] Die An änge des Handels und des Geldes 95
Feue s einge ölle au sammel e und zuschlug, b auch e de Mensch des
Chelleen und Acheuleen nich so wähle isch zu sein. Fü ihn
genüg e die Au indung eine Ge öllanhäu ung, da e ja du ch die all-
sei ige Bea bei ung on de p imä en Fo m unabhängig wa . An diesen
na ü lichen Ge öll o kommen en wickel e sich eine ausgesp ochene
S ando indus ie mi Schäch en5 und da on ge enn en
Zuschlagplä zen. Die S eingewinnung und das Zuschlagen de
S eine schein nich on allen Mi gliede n eine Ho de, sonde n on den
wah scheinlich dazu be ähig e en, geschick e en handwe ksmäßig be-
ieben wo den zu sein; denn die he o agende Zuschlags echnik des
Chelleen und Acheuleen se z eine lange Schulung und s ändige Aus-
übung o aus. Das Suchen nach geeigne em S einma e ial ha die Hand-
we ke mi bishe unbeach e en Boden e häl nissen e au gemach
und den e s en Tie bau e anlaß . Wi we den wei e schließen dü en,
daß de ge es ig e Faus keil und die beim Zuschlagen an allenden Ab-
schlags ücke zu einem gängigen Tauschmi el, nach den bishe igen
Funden abe nu inne halb de Jagdho de wu de. Zwa noch nich im
P ächelleen, wohl abe im Chelleen und Acheuleen muß eine Ve eilung
inne halb des S ammes in de Weise o sich gegangen sein, daß die
S einhandwe ke die ge e ig en We kzeuge gegen Nah ungsmi el ein-
ausch en. Die on Wi scha s o sche n ges ell e F age, ob das Un e -
nehme kapi al ode das Kau mannskapi al äl e sei, is nach den E -
gebnissen de P ähis o ie ande s zu bean wo en, als dies Ma x
(„Kau mannskapi al is die U o m des Kapi als"), W. Somba ,
M. Webe , J. S iede („Im An ang wa de Handel") aus dialek-
ischen Übe legungen he aus ge an haben. Wenn wi den e s en Ve -
a bei e mine alische Rohs o e, de dies handwe ksmäßig im Chelleen
un e nahm, als Un e nehme bezeichnen, so können wi das on
ihm angegangene S einge öllage als p imä en Fundus (Un e -
nehme kapi al) ansehen, auch wenn die Fe igwa e im Regel-
ausch gegen Jagd- und Sammelbeu e inne halb eine Ho de ab-
gese z wu de. E s iele ausend Jah e spä e , nich o dem Au igna-
cien, i de Kau mann au den Plan, als sich de Handel on S ein-
we kzeugen, Fa be den, Schmuck übe wei e En e nungen hin en -
wickel e. Keines alls abe is de Kau mannss and e s en s anden, als
sich die Übe legenhei des Goldes übe die Wel de Wa en he aus-
ges ell ha e, wie R. H. F ance (Bios, S u ga 1923) behaup e ha .
Im Acheuleen beginn auch die Kö pe bemalung mi o en,
b aunen und gelben Mine al a ben. Da diese Fa ben nu spo adisch
o kommen, we den sie on den glücklichen En decke n und Aus-
5 IL Q u i in g : De äl es e Be gwe ksschach . Fo sch, u. Fo sch . Be lin 1932,
S. 380.
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beu e n nu gegen en sp echende Gegengabe ode Belohnung he -
gegeben wo den sein. Wi s ehen also schon in de Faus keilzei (60 000
bis 50 000 . Ch .) eine A bei s eilung mi Tauschwi scha
(Regel ausch) gegenübe . Ob es in de Faus keilzei Gemeinwi -
scha ode pe sönliches Eigen um gegeben ha , läß sich noch nich
siche bean wo en. E s aus Bes a ungsgeb äuchen des da au olgen-
den Mous é ien läß sich ein en sp echende Schluß ziehen.
Im Mous é ien (50 000 bis 35 000 . Ch .) schein ein äumlich
nich meh so besch änk e Tausch e keh bes anden zu haben. T äge
des Mous e ien is de Neande hale . E wa wenige küns -
le isch, meh p ak isch e anlag als de Faus keilmensch. Die on ihm
du ch Ze schlagen on S einge öllen gewonnenen Halbkeile e inne n
nu noch schwach an die Faus keile seine Vo gänge . An dem üb igen
In en a (Handspi zen, Schabe , S ichel) is das Au kommen de
Fellkleidung zu e kennen, die du ch die damals he schende o -
lez e Eiszei (M ous ie -Eiszei ) e zwungen wa . Demen -
sp echend ha e de Neande hale das om Faus keilmenschen be o -
zug e F eilandleben mi dem Höhlenleben e ausch . Die Nah ung be-
scha e e sich ganz übe wiegend du ch G oßwildjagd. Selbs an den
Bä en ha e sich he angewag . Seine hunde ach gesammel en Jagd-
ophäen wa en besonde s Bä en eißzähne, ja ganze Bä enskele e,
die e in S einkis en e s au e6. Du ch das Au suchen und Bewohnen
on Höhlen wu de de Neande hale meh als de Faus keilmensch mi
dem Gebi ge und es em Ges ein e au . Es is dahe nich e wunde -
lich, daß e sich zu He s ellung seine We kzeuge dem es en Ges ein
zuwand e und den äl es en S einb uchbe ieb e ö ne e7. Die
Menge des Ab alls und de e unglück en We kzeuge, die als Ausschuß
liegen blieben, abe auch die A des Be iebes und de ihm angeschlos-
senen Zuschlagplä ze deu en da au hin, daß de S einb uch on T eis
an de Lumda on geüb en Handwe ke n be ieben wu de. Wenn wi
e ah en, daß z. B. die We kzeuge des Mous e ien on Vög lingsho en
im Obe elsaß zu 2/3 aus Vogesenges einen (Qua zi , Ho ns ein), zu V3
abe aus nich elsässischen Ges einen, so aus Jaspis on Baden und om
Schweize Ju a bes ehen, wi d man schließen dü en, daß S einwe k-
zeuge ü den Neande hale ein wich iges, weil e hal ungs ähiges
Tauschmi el wa en. Auch wenn noch eine deu liche Abhängigkei des
in den einzelnen Höhlen ge undenen We kzeugma e ials on den in de
Umgebung o kommenden Ges einen bes eh ,
*
wande en o enba
S einwe kzeuge aus besonde s begeh em S einma e ial (Feue s ein,
6 E. Bächle : Das D achenloch ob Vä is im Tamina al. Jb. S . Gallen Na u -
wiss. Ges. 57. 1920—1921.
7 H. Rich e : Die al s einzei liche Höhlensiedlung on T eis a. d. Lumda.
Abh. d. Senckenbe g. Na u . Ges. 15. F ank u a. M. 1925.
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Jaspis, Zemen qua zi ) schon damals on S amm zu S amm. Dem R e -
gel ausch inne halb de Ho de schein sich ein Gelegenhei s-
ausch übe S ammesg enzen hinweg zugesell zu haben. An einen
Händle s and da man jedoch noch nich denken. Jeden alls wa en
b auchba e S einwe kzeuge in eine Zei , in de man auße de Holz-
keule, dem Knochendolch und dem Holzspee nu S einwe kzeuge ha e,
mi denen diese Holz- und Knochensachen bea bei e we den konn en,
das begeh es e P oduk i - und Nu zkapi al. Das A ibu , „s ein eich"
zu sein, ha e damals noch seinen ollen Sinn. Das Land des Feue s eins
in Eu opa, wenn nich au de E de, is F ank eich. Demen sp echend
wa F ank eich in de Dilu ialzei das am dich es en besiedel e Land8.
De Übe luß an o züglichem S einma e ial mach e die Bewohne
wähle isch, hob ih e e inde ischen und küns le ischen Fähigkei en,
s eige e ih Jagdglück und dami das Ve auen in die Zukun . Dies
wi d man aus de dich en Besiedlung schließen dü en. Man kann auch
behaup en, daß sei de F ühs einzei zwa Kannibalen, abe niemals
solche a mseligen Wü me - und Ke b ie esse in F ank eich, B i an-
nien und Deu schland gehaus haben, wie in A ika, Indien und
Ozeanien bis zu Gegenwa .
Das Bes ehen pe sönlichen Eigen ums läß sich ü das
Mous e ien nich nu aus den Jagd ophäen, sonde n auch da aus
e schließen, daß o en, in Höhlen bes a e en Angehö igen — de
Neande hale be ieb als e s e einen To enkul — S einwe kzeuge
beigegeben wu den, o enba ih Eigen um.
Die Mous ie -Eiszei ha de Neande hale in Eu opa nich übe -
daue . Im Höhepunk de Eiszei wich e nach A ika aus. Sein Jagd-
gebie übe nahm nach de Eiszei de aus No da ika ode Südwes -
eu opa gekommene kleine, schmalschädlige, wendige und e inde ische
Au ignacmensch. Seinen Jagd ie en, besonde s dem Mammu
und wollhaa igen Nasho n, olg e e bis in die S eppen Sibi iens, wah -
scheinlich soga nach No dame ika. Besse e Bewa nung — am Ende
de Pe iode is die Bogenwa e e unden — mach e das schwe e
S einwe kzeug übe lüssig. Als gewand e Jäge und Fallens elle ha
de Au ignacmensch besonde en We au gu schneidende und spi ze
We kzeuge geleg . E wähl e Ges eine mi glasa ig-muscheligem B uch
(Feue s ein, Chalcedon, Ho ns ein, Obsidian, Zemen qua zi , Acha ).
Zum Uni e salwe kzeug e hob e bis zu Gegenwa die Messe klinge.
Zel , Wohng ube, S einhe d, S einlampe, Schlag eue zeuge aus Feue -
s ein, Py i und Zunde sind wei e e E indungen des Au ignacmenschen
de le z en Zwischeneiszei , des Au ignac-In e glacials.
In de Ka s einhöhle bei Eise ey in de Ei el haben die d ei al -
8 F. Wiege s: Dilu iale Vo geschich e des Menschen. S u ga 1928.
Schmolle s Jah buch LXXI, 4 7
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s einzei lichen Kul u geschich en — Mous e ien, Au ignacien und
Magdalenien — nach Rademache meh e e hunde A e ak e ge-
lie e . Die übe hunde Mous e iena e ak e sind as nu aus o s-
nahen au gelesenen Milchqua zge öllen und Qua zi ge öllen zu-
geschlagen. Dagegen sind un e den Au ignacwe kzeugen nu ie aus
Qua zi . De als Ma e ial wei übe wiegende Feue s ein is o s emd,
s amm wah scheinlich aus de Gegend on Aachen, also aus und
50 km En e nung. Von den 102 A e ak en des Au ignacien on
S eeden a. d. Lahn sind nach B e h
1
e n 102 aus einheimischem Kiesel-
schie e und Ho ns ein, 26 aus einge üh em Feue s ein, dessen nächs e
Gewinnung in übe 100 km En e nung an de Maas liegen. Je wei e
wi also in de Al s einzei zu Gegenwa o sch ei en, des o wei e
dehn sich de S einwe kzeughandel aus.
Abe nich nu die S einwe kzeuge zeigen einen Handel an. Wenn
auch Obe maye und Menghin9 die Kö pe bemalung des Faus -
keilmenschen und die To enbemalung des Neande hale s als „Vo -
kuns " bezeichnen, so da man doch e s den Au ignacmenschen den
e s en Küns le nennen. E ha in seinen Höhlenmale eien,
seinen Tie - und F auens a ue en, Relie s und Plas iken aus Kalks ein,
Kalkme gel, Sands ein, S ea i , Knochen, El enbein und eine Kne -
masse aus Löß, Holzkohle und El enbeinpul e wi kliche, d. h. na u -
wah e Kuns we ke hin e lassen, die übe die Kuns we ke Ägyp ens
und de An ike hinweg bis zu Gegenwa o wi ken10. Fe ne ha de
Au ignacmensch die e s en Schmucksachen gescha en und ge-
agen. Es sind Anhänge und Ke en on Tie zähnen, ezen en und
ossilen Muscheln, Schnecken, Knochen- und El enbeinschni ze eien
(Pe len) und Mine alien. Wiege s (1928, S. 129—150) ha eine Zu-
sammens ellung de als Schmuck iel e wende en und zum Teil du ch-
boh en Tie schalen und Ve s eine ungen gegeben. Manche de in
Deu schland om Au ignacmenschen au bewah en, als Schmuck ge-
agenen und den To en beigegebenen Muscheln und Schnecken s am-
men aus dem Mi elmee gebie . Weich ie schalen ha en also einen Weg
on ielen Hunde en on Kilome e n hin e sich. Sie scheinen nach
W i e g e s auch als Tauschmi el (M u s c h e
1
g e
1
d) gedien zu haben,
wie noch heu e bei manchen Na u ölke n. Zum S einwe kzeuggeld
ha e sich das Schmuckgeld gesell . S einwe kzeuge, Fa be den
und Schmuck wu den so zum e s en Kau mannskapi al. Die
Plas iken des Au ignacien — es handel sich o enba um Glücks igü -
chen — aus de Löß-Kohle-El enbeinmasse11 sind so einhei lich ausge-
9 0. Meughin: Wel geschich e de S einzei . 2. Au l. Wien 1940, S. 100.
10 H. Q u i i n ig : U sp ung de Bildkuns . U ania 11. Jena 1948, S. 283—290.
11 K. Absolon: Die E o schung de dilu ialen Mammu jäge s a ion on
Un e wis e ni z in Mäh en. B ünn 1938.
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üh , daß man geneig is , sie ü handwe kliches, ja Massene zeug-
nis zu hal en. Wie bei den Höhlenmale eien muß man an du ch lange
Übung e wo bene Handwe kskuns denken, die ielleich om
S ammeszaube e ausge üh wu de.
Eine indi iduelle Au gliede ung des S ammes e a en noch s ä ke
als die Plas iken und Relie s die Höhlenmale eien im ankokan ab i-
schen Bezi k, die dem Solu éen und Magdalénien de le z en
Eiszei (20 000 bis 10 000 . Ch .) zugesch ieben we den. Ein Zaube e -
und Küns le s and ha e sich he ausgebilde . Eine exak e Un e -
suchung des A elie s on Limeuil ha e geben, daß G a ie ungen iel-
ach on geüb e Hand ko igie e Schüle übungen sind12.
3. Mi els einzei
Das nach de le z en Eiszei güns ige e Klima b ach e in de Mi -
els einzei (10 000 bis 5000 . Ch .) Wes - und No deu opa eine
s a ke Volks e meh ung. Die Höhle wu de mi dem F eiland e -
ausch . Tie e wu den gezähm — das e s e Haus ie wa neben dem
Ren de aus dem Wol und Schakal he o gegangene Hund —, Nu z-
p lanzen angebau , Kö be mi Lehm zu Töp en gedich e . Aus Jä-
ge n und Sammle n wu den Baue n. Glückb ingende Jagd ophäen
(Tie zähne z.B.), Schmuck und igü liche Kuns e schwanden. De Nah-
ungse we b s and im Vo de g und. E wu de in de a lan isch- euch en
Li o inazei in g öße em Ausmaße auch au Weich ie e ausgedehn , wie
die Ab allhau en (dänisch Kjökkemöddings, englisch shell mounds) e -
a en. De Hackbau e lang e g oße S einhacken. Im Campignien
Wes eu opas en wickel e sich on 7000 bis 4500 . Ch . eine G oßindu-
s ie zu Gewinnung un e wi e e Feue s einknollen aus es em
K eideges ein, de äl es e un e i dische Be gbau de E de.
Daß e on zün igen Be gleu en eils gewe kscha lich — Ciss-
bu y in England —, eils im Einzelbe iebe du chge üh wu de,
e a en die Schach - und S ollen o men13, die Ein ich ungen und Me-
hoden de We e üh ung, die Haue we kzeuge. In de nüch-
e nen, schmucka men, bäue lich-be gbaulichen Mi els einzei e hiel
das g oße S einwe kzeug seinen We zu ück, wenn es auch keines alls
die Fo menschönhei des Acheuléen und Sbaikien wiede e lang e. Die
wei e Ve b ei ung, welche das on den wes eu opäischen Be gwe ken
gelie e e Feue s einwe kzeug in den Hackbaugebie en gewann, läß
12 L. Capi an e I. Bouyssonie: Un a elie d'a p éhis o ique: Limenil.
Pa is 1924.
13 H. Qui ing: Die Schäch e, S ollen und Abbau äume de S einzei und des
Al e ums. Z sch . . d. Be g-, Hü en- und Salinenwes. i. P euß. S . 80. Be lin 1932,
S. 274—294.
7*
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100 Hein ich Qui ing [484
da au schließen, daß es neben dem Vieh und Ko n das begeh es e und
e hal ungs ähigs e Tauschmi el wa . Die „Schmuckwäh ung" wa e -
schwunden.
Geb audisgegens ände ha en abe nu in Eu opa den Vo ang
wiede gewonnen. Am Mi elmee ha e sich de schmuckliebende Homo
au ignacensis zwa zum Homo medi e aneus gewandel , abe de
Sch i zum Acke bau und zu Viehzuch , sowei die bishe igen Funde
ein U eil ges a en, ha das aus dem Au ignacien he o gegangene
Capsien nich ge an. Man ha e die Höhle noch nich ganz e lassen, wa
Jäge und Sammle geblieben. Die Weich ie nah ung gewann auch im
Süden zei weise die Obe hand (Capsien on Mugem in Po ugal, de
Esca go ie es on Algie ). S einwe kzeuge wa en nach wie o kleine,
in Handg i e ge aß e Feue s einspli e . Haup auschmi el wa auch
wei e hin de Schmuck.
4. Jungs einzei
Mi de Campigny - Landnahme um 4800 . Ch . wu de
diesem jäge isch-spiele ischen Idyll ein Ende be ei e . Die wes - und
no dwes eu opäischen Baue n14 übe ugen Acke bau und Viehzuch
au die uch ba en Tie ebenen (Lehmböden) de ins Mi elmee lie-
ßenden S öme. Auch de Feue s einbe gbau e lage e sich do hin.
Das Schmuckbedü nis e kümme e. Ein g obknochige , hä e e Men-
schenschlag d ück e auch im N i 11 a
1
die Nachkommen des Au ignac-
menschen in die Wüs e und nach Nubien15. Die äl es en Acke bau- und
Be gwe kskul u en Ägyp ens, das Endcampignien, Tasian und
Me imdian sind jeden alls schmucka m und ei on igu ale Ve -
zie ung de Ke amik. E s im Bada ian (4500 bis 4300 . Ch .)
e schein eiche Schmuck. Es sind Kop -, Hals- und Gü elke en aus
Schnecken- und Musdielschalen, El enbein, Ka neol-, Kup e - und Mala-
chi pe len. Fe ne e scheinen F auens a ue en, Bilde de hel-
enden „G oßen Mu e ". Man kann annehmen, daß die Si en
de in die Wüs e und nach Nubien ged äng en Vo be ölke ung bei den
eingewande en Acke baue n, namen lich bei den F auen, Eingang ge-
unden ha en.
Am wesen lichs en is das e s e Au e en on Kup e in de
Bada izei . Es wa nich du ch Ve hü ung on E zen da ges ell , son-
de n wu de in gediegenem Zus ande im Nilsande au ge unden und mi
Schlags einen zu Pe len, Bände n und Nadeln e a bei e . In de
14 E. We h: Das Campignien als äl es e Baue nkul u Eu opas. P aehis .
Z sch . 30/35. Be lin 1939/40, S. 353 .
15 H. Q u i i n g : Küs en e schiebungen, Klimawechsel und Völke wande ungen
de S einzei . P aehis . Z sch . 32/33. Be lin 1941/42, S. 16 bis 46.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.93 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:33