Konflikte um den Wald der Zukunft - Gemeinsam tragfähige Lösungen finden
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Konflikte um den Wald der Zukunft — Leitfaden Gemeinsam tragfähige Lösungen finden
KONFLIKTE UM DEN WALD DER ZUKUNFT – GEMEINSAM TRAGFÄHIGE LÖSUNGEN FINDEN 2 Wald im Wandel — 3 Waldkonflikte aktiv angehen — 5 Typische Konflikte um den Wald der Zukunft — 6 Wie das ISOE über Waldkonflikte forscht — 8 Waldkonflikte lösen mit Mediation und partizipativen Verfahren — 9 Phasen einer Mediation von Waldkonflikten — 10 Wie der Dialog gelingt: Checkliste — 12 Diese Methoden bringen Sie weiter — 14 Mit Hindernissen umgehen — 15 Erfolgsbeispiele aus der Praxis — 16 Warum Konflikt lösung sich lohnt — 18 Über den Leitfaden — 19 Weiterführende Informationen — 19 Kontakt — 20
3 LEITFADEN Die Wälder in Deutschland stehen vor erheblichen Herausforderungen. Dürreperioden, Stürme, Schädlingsbefall und Krankheiten führen zu massiven Schäden. Kahlflächen, abgestorbene Bäume und vertrocknete Jungpflanzen sind sichtbare Folgen. Um die Wälder zukunftsfähig zu machen, werden unterschiedliche Wege diskutiert. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung klimaresilienter Mischwälder, das wirksame Management von Waldbränden und Schädlingen sowie die Anpassung der Schalenwildbestände. Nur so können stabile und widerstandsfähige Waldökosysteme entstehen, die ihre ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen auch langfristig erfüllen. Über das „Wie“ der konkreten Umsetzung gibt es unterschiedliche Ansichten und Herangehensweisen. Daraus entstehen häufig Konflikte. In vielen Fällen lassen sich solche Waldkonflikte durch den Einsatz mediativer und partizipativer Methoden konstruktiv lösen. Wie das gelingen kann, hat das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in dem dreijährigen Forschungsprojekt „Konflikte um den Wald der Zukunft – Analyse und kooperative Bearbeitung von waldbezogenen Aushandlungsprozessen im Kontext des Klimawandels“ untersucht. Dieser Leitfaden richtet sich insbesondere an Kommunen, private Waldbesitzende, Umweltverbände und andere an der Gestaltung des Waldes beteiligte Akteure. Hier finden Sie Impulse für die erfolgreiche Lösung von Waldkonflikten. Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, beraten wir Sie gerne persönlich. Dr. Deike Lüdtke Dr. Michael Kreß-Ludwig Projektleiterin Projektleiter Herausforderungen Wald im Wandel —
4KONFLIKTE UM DEN WALD DER ZUKUNFT – GEMEINSAM TRAGFÄHIGE LÖSUNGEN FINDEN „ Ohne die Gespräche am Runden Tisch würden wir die nächsten zwei, drei, vier, fünf Jahre noch miteinander kämpfen! Bürgermeister*in bei der letzten Sitzung eines Runden Tisches im Rahmen des Forschungsprojekts „ Für mich war es sehr wichtig, ich habe andere Interessen und Sichtweisen kennengelernt. Jetzt blickt man mit anderen Augen auf gewisse Dinge, wo man im Vorfeld nur seine Meinung gesehen hat. Vertreter*in eines Naturschutzvereins im Rückblick auf den Mediationsprozess
5 LEITFADEN Waldkonflikte bleiben oft unbearbeitet – sei es aufgrund verhärteter Fronten, der Hoffnung, dass sich die Situation von selbst klärt, oder fehlender Kapazitäten in Kommunen und Verbänden. Wenn die Kommunikation zwischen den verschiedenen Interessengruppen ins Stocken gerät, kann das die aktive Weiterentwicklung des Waldes blockieren: Die Auswahl der Baumarten bleibt offen, neue Wege in den Wäldern werden nicht gebaut und der Umgang mit Kahlflächen bleibt ungeklärt. Dadurch verzögern sich zentrale Maßnahmen zur Klimaan passung oder zum Naturschutz. Langfristig hat das für Kommunen und andere Waldbesitzer ökologische, politische und finanzielle Folgen. Zugleich eröffnet gerade die Vielfalt der Perspektiven Chancen für tragfähige Lösungen. Konflikte lassen sich fast immer gut bearbeiten – je früher der Dialog beginnt, desto leichter gelingt der Fortschritt. Ein Beispiel ist die Frage, welchen Baumarten bei der Wiederbewaldung nach Schadereignissen der Vorzug gegeben werden soll. Manche bevorzugen ertragsstarke, andere weniger ertragsstarke, dafür aber heimische Arten. Beide Gruppen haben jeweils ihre guten Gründe. Ein anderes Beispiel: Sollen abgestorbene Bäume geräumt oder liegen gelassen werden? Und schließlich: Wer trägt die Kosten für die verschiedenen Maßnahmen? Welche Maßnahmen sinnvoll und umsetzbar sind, bewerten die jeweiligen Gruppen oft unterschiedlich. Daraus können kontroverse Diskussionen entstehen, in denen unterschiedliche Interessen, Werte und Perspektiven der beteiligten Parteien mit oft hoher Intensität aufeinandertreffen. Konstruktive Lösungen verzögern sich oder scheinen unmöglich. Mit geeigneten Dialogmethoden lassen sich solche Konflikte jedoch häufig lösen. Waldkonflikte aktiv angehen — Wege zur Lösung Um die Zukunft der deutschen Wälder wird immer häufiger heftig gerungen. Wie genau Forstwirt schaft, Kommunen und andere Waldbesitzende darauf am besten reagieren sollten, darüber gehen die Vorstellungen oft weit auseinander. Denn die Zahl der Beteiligten, die ein Mitsprache recht fordern, wenn es um Fragen des Waldes der Zukunft geht, wächst.
6KONFLIKTE UM DEN WALD DER ZUKUNFT – GEMEINSAM TRAGFÄHIGE LÖSUNGEN FINDEN Umstritten ist, ob natürliche Verjüngung oder gezielte Pflanzung der bessere Weg zur Wiederbewaldung ist. Dabei geht es um ökologische Stabilität, Kosten und die Anpassung an den Klimawandel. Auch die Wahl geeigneter Baumarten führt zu Konflikten: Heimische Arten gelten als ökologisch wertvoll, doch werden auch nicht-heimische Arten zur Stärkung der Resilienz diskutiert. Jagd und Bewirtschaftung Die Höhe der Wildbestände beeinflusst, inwiefern junge Bäume nachwachsen können. Uneinigkeit besteht über Bejagung und Verantwortlich keiten. Auch Bewirtschaftungspraktiken wie Holzeinschlag, Maschineneinsatz oder Verkehrssicherungsmaßnahmen führen zu Konflikten – insbesondere in Schutzgebieten. Typische Konflikte um den Wald der Zukunft — So unterschiedlich wie die Wälder, so vielfältig sind die Waldkonflikte. Denn die mit dem Wald verbundenen ökonomischen Interessen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Detail einzigartig. Zugleich bringen die an einem spezifischen Konflikt beteiligten Gruppen eigene Interessen, Kenntnisse und Rollenverständnisse mit. Lösungen müssen daher für jeden Waldkonflikt individuell entwickelt werden. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen daher eine große Zahl potenzieller Konfliktfelder – zwischen Klimaanpassung, Nutzung, Naturschutz sowie wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erwartungen. Wiederbewaldung und Baumartenwahl
7 LEITFADEN Schutzgebiete und Nutzung Wasser, Windenergie und Kohlen stoffspeicherung Waldbrand und Rohstoffnutzung Wie viel Nutzung in Schutzgebieten erlaubt sein sollte, ist umstritten. Die Konfliktlinien verlaufen entlang der Frage, ob dem integrativen oder dem segregativen Naturschutz – also die räumliche Trennung von Schutzund Nutzflächen – der Vorzug zu geben ist. Auch zur Auslegung von Eigentumsrechten gibt es unterschiedliche Auffassungen. Wenn es um den Wald der Zukunft geht, gewinnen auch neue Themen an Bedeutung. Dazu gehört der Umgang mit Wasser, insbesondere der Trinkwasserschutz und die Grundwasserneubildung. Ebenso rücken der Ausbau der Windenergie im Wald sowie Fragen der Kohlenstoffspeicherung und CO₂-Zertifikate immer stärker in den Fokus. Zunehmende Trockenheit verstärkt die Waldbrandgefahr und wirft Fragen zum Umgang mit Totholz und der Wahl geeigneter Baumarten auf. Auch die Nutzung von Holz als Rohstoff bleibt konfliktträchtig – zwischen Energiebedarf, Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlichem Anspruch auf naturnahe Wälder. Zentrale Konfliktfelder im Überblick Wiederbewaldung/ Naturverjüngung Pflanzung vs. natürliche Entwicklung Baumartenwahl Heimische vs. nicht-heimische Arten Jagd und Verbiss Wildbestände, Bejagung, Verjüngung Bewirtschaftungspraktiken Holzeinschlag, Maschinen, Verkehrssicherung Schutzgebiete Nutzung, Stilllegung, Eigentumsrechte Wasser Grundwasser, Hochwasserschutz, Standortwahl Windenergie Flächennutzung, Artenschutz, Akzeptanz Kohlenstoffspeicherung CO₂-Bindung, Zertifikate, Bodenschutz Waldbrand Prävention, Totholz, Baumartenwahl Rohstoffnutzung/ Holzverbrauch Energiebedarf, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit
8KONFLIKTE UM DEN WALD DER ZUKUNFT – GEMEINSAM TRAGFÄHIGE LÖSUNGEN FINDEN Konflikte um den Wald der Zukunft entstehen häufig, wenn eine Partei das Verhalten einer anderen als Einschränkung erlebt. Fehlender Dialog und als unfair oder intransparent wahrgenommene Entscheidungen führen zu Misstrauen. Kommt es dann nicht mehr zu klärenden, persönlichen Gesprächen, sondern zu öffentlichen Auseinandersetzungen, beispielsweise über die sozialen Medien, treibt das die Frontenbildung weiter voran. In diesem Stadium scheint eine sachliche Konfliktlösung schwer bis unmöglich. Mit einem Blick von außen, etwa durch eine Mediation, kann dies jedoch weiterhin gelingen. Im Rahmen des ISOE-Forschungsprojekts „Konflikte um den Wald der Zukunft – Analyse und kooperative Bearbeitung von waldbezogenen Aushandlungsprozessen im Kontext des Klimawandels“ wurden Wege für einen konstruktiven Austausch zwischen verschiedenen, am Wald interessierten Parteien unab hängig und wissenschaftlich untersucht und erprobt. Im Fokus standen dabei Methoden der Mediation und des Dialogs. Diese sollen den Beteiligten ermöglichen, sich einander wieder anzunähern. Dabei zeigte sich: Für Waldkonflikte gibt es keine Standardlösung, die immer passt. Vielmehr gilt es, sowohl bewährte als auch vielversprechende neue Methoden an die spezifische Situation vor Ort anzupassen. Dadurch wird das Repertoire der Lösungsansätze so vielfältig wie das Spektrum der Konflikte selbst. Wie das ISOE über Waldkonflikte forscht Impressionen aus dem Forschungsprojekt „Konflikte um den Wald der Zukunft“
9 LEITFADEN Diese sind sinnvoll, wenn Parteien mit unterschiedlichen Interessen aufeinandertreffen und Entscheidungen nicht allein auf Basis von Vorschriften getroffen werden können. Voraus setzung für den Erfolg ist, dass sich alle Be teiligten auf das Verfahren einlassen. In Waldkonflikten schaffen partizipative Prozesse einen neutralen Rahmen, der insbesondere bei tatsächlichen oder wahrgenommenen Machtungleichgewichten wichtig ist. Dies erleichtert den Perspektivwechsel, macht die Interessen aller Beteiligten sichtbar und unterstützt den Dialog über Fachund Wertekonflikte hinweg. Bewährt haben sich Verfahren in Form von Runden Tischen. Dort kommen alle relevanten Gruppen gleichberechtigt zusammen, diskutieren konkrete Konflikte und erarbeiten gemeinsam Lösungsvorschläge oder Kooperationsansätze. Der strukturierte Ablauf Runder Tische gibt dem oft komplexen Konfliktgeschehen Orientierung, gleichzeitig bleibt genug Flexibilität, um auf Besonderheiten des Gebiets und des Konflikts einzugehen. Den Anstoß zu einem solchen Prozess können beispielsweise Bürgermeister*innen, Förster*innen oder andere direkt Beteiligte geben. Zu den Vorteilen zählen die gemeinsame Entscheidungsfindung, das Suchen möglichst tragfähiger Lösungen, die Vertraulichkeit des Prozesses und die Berücksichtigung der Beziehungsebene. Konflikte sind ein natürlicher Bestandteil von Veränderungsprozessen und bieten die Chance, sich gezielt mit unterschiedlichen Interessen aus einanderzusetzen. Zuspitzungen können jedoch die Entscheidungsfindung blockieren. Hier können Beteiligungsprozesse – wie etwa Runde Tische – und Mediation helfen. Waldkonflikte lösen — mit Mediation und partizipativen Verfahren Was ist Mediation? Bei der Mediation, einem freiwilligen und außergerichtlichen Verfahren zur Konfliktlösung, unterstützt eine neutrale dritte Person (Mediator*in) die Konfliktparteien dabei, eine selbstverantwortliche und einvernehmliche Lösung zu erarbeiten. Diese*r Mediator*in trifft keine Entscheidungen, sondern schafft eine konstruktive Gesprächsatmosphäre und fördert die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Dadurch werden die Parteien befähigt, ihre Interessen zu verstehen und eine tragfähige Vereinbarung zu treffen. Runde Tische und Mediation
16 KONFLIKTE UM DEN WALD DER ZUKUNFT – GEMEINSAM TRAGFÄHIGE LÖSUNGEN FINDEN Die Konflikte Der Forstbetrieb setzt sich für eine schnelle Wiederbewaldung ein, was von den Tourismusverantwortlichen aus ästhetischen Gründen begrüßt wird. Umweltund Naturschutzverbände befürchten hingegen, dass zu sehr auf die aus ihrer Sicht unerwünschten nicht-heimischen Baumarten gesetzt wird. Jagdpächter*innen kritisieren, dass die Jagd durch Erholungssuchende und Holzernte erschwert wird. Mitarbeitende der Forstbetriebe berichten von hohem Wildverbiss und setzen sich für intensivere Bejagung ein. Die Bearbeitung Bei vier Treffen, die durch externe Mediation unterstützt wurden, diskutierten die Teilnehmenden miteinander. Diese kamen aus der Kommunalpolitik, aus dem Forstamt, aus Umweltund Naturschutzverbänden, aus Jagdsowie aus Tourismusverbänden. Außerdem fand ein Termin vor Ort im Wald statt. Die Ergebnisse Mithilfe der Mediation gelang es den Teilnehmenden, die unterschiedlichen Positionen der anderen zu verstehen. Sie erkannten, dass ihre Ziele weniger weit auseinanderlagen als gedacht. Schließlich einigten sie sich auf eine Reihe von Maßnahmen: So sollten beispielsweise Schadflächen nach einem gemeinsam festgelegten System wiederbewaldet werden. Die Teilnehmenden beschlossen, auch nach Mediationsende weiterhin im Austausch zu bleiben. Der Kommunalwald hat unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten: Große Teile der Fichtenbestände sind abgestorben. Die Ausgangslage Fallbeispiel A Erfolgsbeispiele — Die realen, aber anonymisierten Beispiele stammen aus dem Forschungsprojekt „Konflikte um den Wald der Zukunft“ des ISOE. Die Beispiele zeigen exemplarisch, wie Mediationen dabei helfen können, Konflikte um den Wald der Zukunft konstruktiv und dauerhaft zu bewältigen. Aus der Praxis Schadflächen im Fichtenwald
17 LEITFADEN Die Konflikte Wirtschaftliche Nutzung, Tourismus sowie Naturund Umweltschutz – in vielen Fragen sind die am Waldkonflikt Beteiligten aneinandergeraten, darunter Vertreter*innen der Gemeinde, des Forstamts und der Naturschutzbehörde sowie Mit glieder lokaler Wanderund Naturschutzvereine oder des Landschaftspflegeverbands. Zu Beginn der Mediation haben sie beschlossen, sich auf die drei drängendsten Themen „Wege im Wald“, „Holznutzung“ und „interne Kommunikation“ zu konzentrieren. Die Bearbeitung Im Rahmen einer externen Mediation trafen sich die Teilnehmenden viermal. Um ihre jeweiligen Perspektiven auf die Wegeführung im Wald verständlich zu machen, erarbeiteten sie gemeinsam eine modifizierte Karte des betroffenen Waldes. Außerdem diskutierten sie ihre verschiedenen Ansichten zur Holznutzung mithilfe von Methoden wie dem „World Café“. Das half dabei, vorgefasste Annahmen zu hinterfragen, kreative Ansätze zu entwickeln und lösungsorientierte Gespräche zu führen. Die Ergebnisse Einige der Konflikte stellten sich als Resultat mangelhafter Kommunikation heraus. Die Teilnehmenden vereinbarten daher regelmäßige Gespräche zur künftigen Koordination naturschutzfachlicher, forstwirtschaftlicher und touristischer Belange. Diese sollen einmal im Jahr stattfinden. Zudem forderten sie die Kommune auf, das gemeinsam erarbeitete Wegekonzept umzusetzen und zeitnah Leitlinien zur Waldbewirtschaftung sowie ein integratives Naturschutzkonzept zu entwickeln. Der Stadtrat nahm die erarbeiteten Vorschläge einstimmig an. Der Kommunalwald ist sowohl Naturschutzgebiet als auch wichtiges Naherholungsgebiet und stellt darüber hinaus eine Einnahmequelle für die Kommune dar. Die Ausgangslage Fallbeispiel B Blick in eine Mittelgebirgslandschaft
18 KONFLIKTE UM DEN WALD DER ZUKUNFT – GEMEINSAM TRAGFÄHIGE LÖSUNGEN FINDEN Warum Konfliktlösung sich lohnt — Re sü mee Mediationsund Beteiligungsprozesse ermöglichen es, ●das lokale Wissen, Fachwissen und Erfahrungswissen der beteiligten Akteure zu bündeln und zu nutzen ●über den eigenen Tellerrand zu schauen und eigene Vorstellungen kritisch zu hinterfragen ●Verständnis für andere Perspektiven zu entwickeln ●die Dialogbereitschaft aller Beteiligten zu fördern ●die Akzeptanz von Entscheidungen zu erhöhen ●die Teilnehmenden zu motivieren, für die Weiterentwicklung des Waldes aktiv Verantwortung zu übernehmen. Mediative und partizipative Verfahren schaffen Transparenz, Vertrauen und Verständigung – selbst in festgefahrenen Situationen. Es zeigt sich: Je früher die Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen, desto größer ist die Chance, Waldkonflikte konstruktiv zu überwinden und gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für den Wald zu entwickeln. „ Wir haben gemerkt: Es geht uns allen ja um eine Sache, um den Wald. Und so sind wir zu praktikablen Ergebnissen gekommen, in denen sich alle wiederfinden können. Vertreter*in eines Naturschutzvereins über die Erfahrungen in der Mediation
19 LEITFADEN Der vorliegende Leitfaden basiert auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Konflikte um den Wald der Zukunft – Analyse und kooperative Bearbeitung von waldbezogenen Aushandlungsprozessen im Kontext des Klimawandels“. Das Forschungsprojekt In dem Forschungsprojekt untersuchten Wissenschaftler*innen des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) Konflikte um den Wald der Zukunft und Wege für einen konstruktiven Austausch zwischen den unterschiedlichsten Parteien. Ziel des Forschungsteams war es, an Fallbeispielen zu erforschen, welche Arten des Dialogs die Parteien näher zueinander bringen, anstatt sie weiter voneinander zu entfernen. Dabei gibt es nicht die eine Lösung. Je nach Konflikt, den individuellen Beteiligten und der Region gilt es, passende Lösungsansätze zu finden. Gefördert durch: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Danksagung Die Autor*innen des Leitfadens danken dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) für die Förderung unseres Forschungsprojekts (Förderkennzeichen: 2220NR234X). Zudem danken sie allen Teilnehmenden der Runden Tische sehr herzlich für ihr engagiertes Mitwirken und dem Beirat des Projekts für die Unterstützung und das immer hilfreiche und produktive Feedback. Weiterführende Informationen Fachpublikation Brietzke, Anna S., Diana Hummel, Michael Kreß-Ludwig, Martina Mund, Engelbert Schramm, Deike U. Lüdtke (2025): Waldkonflikte in Zeiten des Klimawandels. Eine sozialökologische Analyse. ISOE-Materialien Soziale Ökologie 78. Frankfurt am Main: Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). DOI: 10.5281/zenodo.17752447 Interaktives Online-Angebot „WaldDialog“ In unserem KI-basierten WaldDialog erfahren Sie, wie Sie Waldkonflikte lösungsorientiert angehen können. WaldDialog greift ausschließlich auf Fachpublikationen zurück, die sorgfältig kuratiert und validiert wurden, um eine verlässliche Wissensgrundlage zu gewährleisten. https://walddialog.isoe.de Projektwebsite www.isoe.de/projekt/konflikte-wald-der-zukunft Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) Das ISOE ist ein führendes Institut der Nachhaltigkeitsforschung. Wir entwickeln wissenschaftliche Grundlagen und zukunftsweisende Konzepte für sozial-ökologische Transformationen – regional, national und international. Gemeinsam mit unseren Partnern in Wissenschaft und Gesellschaft gestalten wir Räume für einen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit. Zukunftsweisende Impulse und breit getragene gesellschaftliche Lösungen sind die Basis für nachhaltige Transformationen unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Wir verstehen uns daher als Wegbereiter dieses Wandels. Mit unserer Erfahrung beraten wir Sie gerne bei der Bearbeitung Ihres Waldkonflikts. Über den Leitfaden Startscreen des Online-Angebots „WaldDialog“
Impressum Herausgeber: Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH Hamburger Allee 45 60486 Frankfurt am Main 069 707 69 19-0 [email protected] www.isoe.de Die PDF-Version ist unter: https://doi.org/10.5281/zenodo.17750866 sowie www.isoe-publikationen.de frei verfügbar. CC-BY-SA 4.0 international Autor*innen: Michael Kreß-Ludwig, Anna S. Brietzke, Deike U. Lüdtke (ISOE); Gisela Wachinger (pro re Partizipation und Mediation) Redaktionsteam: Nicola Schuldt-Baumgart (ISOE); Marcus Franken, Tobias Sauer, Matthias Bauer (Ahnen&Enkel – Agentur für Kommunikation) Gestaltung und Layout: Iris Dresler (ISOE) Bildnachweise: stock.adobe.com: Svitlana (Titel), DOC RABE Media (16), ferkelraggae (13), focus finder (6), Jens(7), Lilli Bähr (7), tamascsere (6), thecolorpixels (6), Tobias Langner (7); Florian Heurich (2, 4, 17); Florian Keil (19, generiert mit KI); ISOE (8) Zitiervorschlag: Kreß-Ludwig, Michael, Anna S. Brietzke, Gisela Wachinger, Deike U. Lüdtke (2025): Konflikte um den Wald der Zukunft – gemeinsam tragfähige Lösungen finden. Leitfaden. Frankfurt am Main: Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). DOI: 10.5281/zenodo.17750866 Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen. Frankfurt am Main, Dezember 2025 Ihr direkter Kontakt zu uns Projektleitung Forschungsprojekt „Konflikte um den Wald der Zukunft“ Dr. Michael Kreß-Ludwig 069 707 691 9-62 [email protected] Dr. Deike Lüdtke 069 707 69 19-28 [email protected]