Probleme der Entscheidungsfindung im Bankbetrieb
Abstract
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Full text
Mülhaup , Ludwig; Küllme , He mann
A icle
P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Mülhaup , Ludwig; Küllme , He mann (1971) : P obleme de
En scheidungs indung im Bankbe ieb, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 4, Iss. 2, pp. 171-194,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.4.2.171
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb
Von Ludwig Mülhaup und He mann Küllme , Müns e
I. P oblems ellung
Die Bankbe iebsleh e, de en En wicklungss and im Ve gleich zu an-
de en speziellen Be iebswi scha sleh en lange Zei unbe iedigend wa ,
konn e in den le z en Jah en bedeu ende Fo sch i e e zielen. Sie is on
de einen Besch eibung de K edi ins i u e übe gegangen zu Analyse
de unk ionalen Zusammenhänge im Bankbe ieb und ha sich dami zu
eine heo e ischen Disziplin en wickel . Wäh end ühe o allem die
echnische Abwicklung de Ak i -, Passi - und Diens leis ungsgeschä e,
abe auch die O ganisa ion de Bank und die S uk u de gesam en
K edi wi scha im Mi elpunk de Bankbe iebsleh e s anden, e -
such heu e die Theo ie des Bankbe iebs En scheidungsmodelle zu en -
wickeln, um dem Banklei e die Wahl zwischen e schiedenen Hand-
lungsmöglichkei en zu e leich e n.
Dabei geh es einmal um die Lösung de un e schiedlichs en Wahlp o-
bleme inne halb de beiden Teilbe eiche des Bankbe iebs. Im inanziel-
len Be eich s ellen sich beispielsweise die F agen nach de Op imie ung
de Mindes ese ehal ung1, nach de Zusammense zung des op imalen
We papie po e euilles2 und de K edi gewäh ungsen scheidung un-
e Be ücksich igung des K edi isikos3. P oblemk eise im echnisch-o ga-
nisa o ischen Be eich sind u. a. die Te minplanung im Massengeschä 4,
1 G eshake, K,y Planung de Mindes ese en du ch den Gelddisponen en,
in: Zei sch i ü das gesam e K edi wesen, 17. Bd. (1964), S. 871.
2 Ma kowi z, H. M.y Po olio-Selec ion — E icien Di e si ica ion o
In es men s, New Yo k 1959 sowie Sha pe, W. F., A Simpli ied Model o
Po olio Analysis, in: Managemen Science, Vol. IX (1963), S. 227.
3 Büschgen, Hans £., En scheidungshil en im K edi geschä de Bank, in:
Geld, Kapi al und K edi , Fes sch i zum 70. Gebu s ag on Hein ich Ri -
e shausen, H sg. Hans E. Büschgen, S u ga 1968, S. 182.
4 Emme ich, G., Die Ne zplan echnik als Ins umen de Te minplanung in
K edi ins i u en, in: Bank-Be ieb, 8. Jg. (1968), S. 281 und 9. Jg. (1969), S. 13.
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172 Ludwig Mülhaup und He mann Kiillme
die Ve meidung on Wa eschlangen o Bankschal e n5 und de op i-
male S ando on Zweigs ellen6.
Die Lösung diese de aillie en Einzel agen is jedoch on ge inge em
In e esse als die F age eine op imalen Ges al ung des gesam en Bank-
geschä es. Hie bei komm wiede um de Planung des inanziellen Sek-
o s das Schwe gewich zu, da de echnisch-o ganisa o ische Be eich de
Bank lediglich den Hil sappa a um aß , „de zu Bea bei ung und Ab-
wicklung de inanziellen T ansak ionen des eigen lichen Bankgeschä s
no wendig is "7. So is die Höhe de Ak i a und Passi a zu klä en und
zu en scheiden, wie sich die Ak i a au Ba ese e, We papie e, K edi e
und ande e Ve mögenswe e au gliede n sollen, und wie das Ve häl nis
on Einlagen zum Eigenkapi al de Bank sein soll8. Fü diese o d ing-
lichs en P obleme, die de Banklei e en scheiden muß, gil es En schei-
dungshil en zu en wickeln.
Dabei is zu beach en, daß jede En scheidung au ein bes imm es Ziel
ausge ich e is . Das S eben nach Ren abili ä , die Beach ung de Siche -
hei und die Au ech e hal ung de Liquidi ä we den als die d ei Ziele
bankbe iebliche Tä igkei angesehen9. We den nun meh e e Zielg ößen
zugleich anges eb , dann e en solange keine besonde en P obleme au ,
wie sich die Ve olgung de einen Zielg öße posi i ode zumindes
neu al au den E üllungsg ad de ande en Ziele auswi k . Das Ziel-
sys em des Bankbe iebs is jedoch ge ade dadu ch gekennzeichne , daß
es konku ie ende Zielg ößen en häl . Eine hohe Ba ese e en sp ich
zwa dem Ziel de Liquidi ä , üh abe ande e sei s zu einem Gewinn-
en gang. Ein K edi an einen Kunden zwei elha e Boni ä kann zwa
eine hohe Rendi e e b ingen, jedoch nu , wenn de K edi o dnungsge-
mäß ge ilg und die e einba en Zinszahlungen geleis e we den. Da
dies abe seh zwei elha is , wide sp ich die Gewäh ung seh isikab-
le K edi e dem Ziel de Siche hei . Somi is eine eindeu ige En schei-
dung e s dann möglich, wenn diese Zielkon lik gelös is .
5 Bye ly, R. A., The Use o Ma hema ical Models in he Analysis and
Imp o emen o Bank Ope a ions, in: Analy ical Me hods in Banking, H sg.
Cohen, K. J./Hamme , F. S., Homewood, III. 1966, S. 522.
6 Siepmann, /., Die S ando age bei K edi ins i u en, Be lin 1968.
7 Deppe, H.-D.y Bankbe iebliches Wachs um. Funk ionalzusammenhänge
und Ope a ions Resea ch in K edi ins i u en, S u ga 1969, S. 23.
8 Mülhaup , LJDeppe, H.-D., Gedanken zu P oblemen de Liquidi ä spla-
nung on K edi ins i u en, in: Spa kasse, Jg. 80 (1963), S. 83, — Vgl. Cohen,
K. ].¡Hamme , F. 5. (H sg.), Analy ical Me hods in Banking, a.a.O., S. 35.
9 Kal e am, W./Gün he , H., Bankbe iebsleh e, 3. öllig neu bea bei e e
Au lage, Wiesbaden 1961, S. 115.
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb 173
Die Bankp axis ha den au gezeig en Zielkon lik bishe dadu ch „ge-
lös ", daß sie dem Ziel de Liquidi ä mi de Goldenen Bank egel als
allgemein ane kann e Rich schnu bankbe iebliche Tä igkei die P i-
o i ä ein äum e. Dies schein au den e s en Blick du chaus ge ech e -
ig zu sein, da mangelnde Ren abili ä die Exis enz de Bank e s au
länge e Sich ge äh de , wäh end die Zahlungs ähigkei in jedem Zei -
punk gewäh leis e sein muß. Die o enkundige Bedeu ung des Liquidi-
ä sp oblems ge ade ü Banken ha dahe dazu ge üh , die Fo de ung
nach unbeding e Liquidi ä ssiche ung in den Vo de g und de Bank-
be iebspoli ik zu s ellen. Die bishe en wickel en bankbe ieblichen Dis-
posi ions egeln sind dahe nu pa ielle En scheidungs egeln, da sie die
ande en Zielg ößen im Zielsys em des Bankbe iebs in de Regel nich
be ücksich igen. Das schließ nich aus, daß mi diesen Regeln bisweilen
auch anlagepoli ische Ziele e olg we den.
Um assende En scheidungshil en zu en wickeln, is o allem e s
du ch die Anwendung de Ve ah en de Un e nehmens o schung in den
le z en Jah en möglich gewo den10. De ela i spä e Einsa z wissen-
scha liche Planungs e ah en läß sich im wesen lichen da au zu ück-
üh en, daß die P obleme des Bankbe iebs seh iel komplexe sind als
die des Indus iebe iebs. Wäh end im Indus iebe ieb die Me hoden des
Ope a ions-Resea ch au physische Fak o en angewende we den, zeich-
ne sich das bankbe iebliche Fak o sys em, sowei es den dominie enden
inanziellen Be eich be i , du ch den s o losen Fak o Zen albank-
geld aus. Da diese eine analy ischen E assung nu schwe zugänglich
is 11, wi d die E a bei ung on En scheidungsbeihil en ü die Geschä s-
poli ik im inanziellen Be eich des Bankbe iebs e schwe .
Es is dahe zu un e suchen, ob die neue en Ve ah en de en schei-
dungso ien ie en Bankbe iebsleh e besse e En scheidungshil en lie e n
können als die he kömmlichen Disposi ions egeln de Bankp axis. Dabei
is zu klä en, ob die un e dem o he schenden Liquidi ä saspek o -
mulie e Goldene Bank egel das ih gese z e Ziel e üllen kann und wie
sie sich au die ande en Zielg ößen auswi k . Demgegenübe is bei den
Bankplanungsmodellen zu e ö e n, wie eine adäqua e Zuo dnung de
Zielg ößen zueinande e olgen müß e und inwiewei die bishe en wik-
kel en Modelle diese Fo de ung nahe kommen.
10 Cohen, K. ]JHamme , F. S.y Ope a ions Resea ch: A New App oach o
Bank Decision Making, in: Cohen/Hamme , a.a.O., S. 4.
11 Ebenda, S. 8.
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174 Ludwig Miilhaup und He mann Küllme
II. Pa ielle Disposi ions egeln
zu Liquidi ä ssic ae ung im Bankbe ieb
1. Die Goldene Bank egel in ih e En wicklung
on Hübne übe Wagne bis Knies
Die Ansich , wie de Banklei e handeln soll, um jede zei zahlungs-
ähig zu sein, ha sich im Lau e de Zei e heblich gewandel 12. Die e s e
Disposi ions egel wu de on O o Hübne im Jah e 1854 au ges ell , de
— un e dem Eind uck zahl eiche Bankzusammenb üche — seine An-
weisung an den Banklei e in de Goldenen Bank egel de a eng o mu-
lie e: „De C edi , den eine Bank geben kann, ohne Ge ah zu lau en,
ih e Ve bindlichkei en nich e üllen zu können, muß nich nu im Be-
age, sonde n auch in de Quali ä dem C edi e en sp echen, welchen
sie genieß "13. Aus diese Fo de ung Hübne s e gib sich, „daß eine Bank
keinen ande en C edi geben da als sie emp äng . Sie kann dahe mi
Gelde n, welche jeden Augenblick zu ückge o de we den können, nu
solche Geschä e machen, aus welchen sie das Geld eben alls jeden Augen-
blick wiede he auszuziehen e mag"14. Denn die Bank kann nach An-
sich Hübne s, „wenn sie au d ei Mona e Gelde deponie e häl , ohne
Ge ah dieselben nich au sechs Mona e ausbo gen"15. De Goldenen
Bank egel in de Fassung Hübne s lieg also eine s eng objek bezogene
Be ach ungsweise zug unde. De Banklei e muß hie nach jede einzelne
Anlage im Ak i geschä de Bank mi de zugehö igen Kapi albescha -
ung im Passi geschä be ags- und lau zei kong uen abs immen.
Be ei s 1857 ha Adolph Wagne diese s eng objek bezogene Disposi-
ions egel Hübne s ko igie und e gänz . E s ell es , daß zwa „s e s
ällige Ve bindlichkei en .,. jeden Augenblick müssen eingelös we den
können, ... es (abe ) eine e ah ungsgemäß es ges ell e Ta sache ...
(is ), daß sie nich alle gleichzei ig on den Gläubige n de Bank gekün-
dig we den"16. De Banklei e kann dahe nach Ansich Wagne s bis zu
einem gewissen, empi isch es zus ellenden Ausmaß on de Fo de ung
Hübne s abweichen. Denn es sei zwa ich ig zu sagen, „ein s e s älliges
Deposi da nich zu länge is igen Ausleihung e wende we den,
12 Hagenmülle , K. F., De Bankbe ieb, Bd. III, Rechnungswesen — Bänk-
poli ik, Wiesbaden 1964, S. 350.
13 Hübne , O., Die Banken, Leipzig 1854, S. 28.
14 Ebenda, S. 59.
15 Ebenda, S. 29.
16 Wagne , A., Bei äge zu Leh e on den Banken, Leipzig 1857, S. 167.
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb 175
abe es sei ganz un ich ig, da aus den Schluß zu ziehen, daß 1 000 s e s
ällige Deposi en eben alls nich e wende we den dü en"17. Im Ge-
gensa z zu Hübne e kenn Wagne , daß o melle und ma e ielle F is ig-
kei de Einlagen oneinande abweichen. Indem die Einlege äglich
ällige Gu haben un e hal en, haben sie sich zwa o mell das Rech o -
behal en, jede zei da übe e ügen zu können. Ta sächlich machen sie
on diesem Rech abe nich ode nu eilweise Geb auch, weil die Ein-
lagen aus den e schiedens en Mo i en gehal en we den, wie aus G ün-
den des Zahlungs e keh s, aus dem Siche hei ss eben ode zu Spekula-
ionszwecken. Auch we den abgezogene Einlagen du ch neue subs i uie .
Au diese Weise bilde sich ein Bodensa z an Einlagen, so daß in olge de
g oßen Zahl de P olonga ionen und Subs i u ionen de Einlagen eine
F is en ans o ma ion zulässig sei, ohne daß dadu ch die Zahlungs ähig-
kei de Bank ge äh de we de18. Abe auch die Bodensa z heo ie häl
da an es , daß die zei liche Spanne zwischen gegebenem und genomme-
nem K edi nich zu g oß we den da 19, denn Wagne s ell es : „Das
e s e und wich igs e Gese z des Bankwesens is , die A de Ve bindlich-
kei zum Regula o übe A und gegensei iges Ve häl nis de Bank-
ak i a, de Siche hei en und des Ba onds zu machen"20. Gegenübe de
engen objek bezogenen Be ach ungsweise Hübne s wi d die Goldene
Bank egel nunmeh du ch die g uppenbezogene Be ach ungsweise Wag-
ne s e wei e .
Ih e en scheidende Auswei ung e äh die Goldene Bank egel du ch
Ka l Knies. E e kenn die du ch die G ündung de Reichsbank den K e-
di ins i u en gegebene Möglichkei , Wechsel o ih e Fälligkei zum
Diskon bei de No enbank einzu eichen und sich dadu ch Zen albank-
geld zu bescha en. Fü die Au ech e hal ung de Liquidi ä o de e
dahe in seinem 1879 e schienenen Buch „De C edi ", „daß de Te min
ü die älligen Zahlungs e bindlichkei en de Bank nich diessei s
des Te mines ü die Realisie ung en sp echende Fo de ungen alle"21.
Hie is also nich meh on de F is enkong uenz im Sinne Hübne s
17 Ebenda, S. 167.
18 Scheidly K.y Zum P oblem bankbe iebliche Disposi ions egeln, in: Diens -
leis ungen in Theo ie und P axis, H sg. Linha d , H./Penzko e , P./Sche p , P.,
S u ga 1970, S. 166.
19 Seege , M., Die Bedeu ung de Spa einlagen ü die K edi banken, in:
Be iebswi scha liche Fo schung und P axis, 21. Jg. (1969), S. 237.
20 Wagne , a.a.O., S. 167.
21 Knies, K., Geld und C edi , II. Ab ., 2. Häl e, De C edi , Neud uck
Leipzig 1931, S. 242.
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ode om Bodensa z de Einlagen in de Ve sion Wagne s die Rede.
Knies häl ielmeh Abweichungen zwischen den F is en des Ak i -
und Passi geschä s ü zulässig, weil die Bank ih e Liquidi ä da-
du ch siche n kann, daß sie Fo de ungen e wi b , die sie o zei ig au
dem Geld- und Kapi alma k zu Geld machen kann, ode indem sie eine
en sp echende T ansak ionskasse häl und (ode ) sich bei be eunde en
Banken e schulde . E sieh e ne , daß in de Kasse de Bank jede Ein-
zahlung, gleichgül ig, wohe sie s amm , ih e Iden i ä e lie und sich
lediglich als E höhung des Geldbes ands auswi k : „Wenn beispielsweise
die Bank heu e ein Da lehen on 1 000,— Ma k au zwei Mona e e -
häl , so kann sie alle dings auch diese Summe au zwei Mona e ih e sei s
ausleihen. Sie kann sie abe ebensowohl zu heu e ode nach d ei Tagen
älligen Bezahlung eine on einem Mona e minie gewo denen
Schuld e wenden; sie kann sie au jede F is diessei s de zwei Mona e
ausleihen, wenn da au zu echnen is , daß nach zwei Mona en eine an-
de swohe e mi el e Deckung zu Ve ügung s ehen wi d"22. Knies e -
kenn e ne be ei s die Bedeu ung de sog. in e nen Ve echnung; denn
e sch eib , daß die Bank" die zwischen ih en Kunden zu ollziehenden
Zahlungen du ch „zu- und absch eiben" beso gen (könne), wodu ch sie
be ähig we de, einen Teil des ih du ch s e s ällige Fo de ungen zu-
ge lossenen Geldes no mal, d. h. in Fo m nich s e s ällige Fo de ungen
auszuleihen"22a.
Es läß sich somi es s ellen, daß die Goldene Bank egel in ih em In-
hal nich s a geblieben is , sonde n im Lau e de Zei eine Fo en -
wicklung e ah en ha , wobei ih Inhal on Hübne übe Wagne zu
Knies zunehmend wei e ge aß wu de.
Die gleichen En wicklungss u en sind auch im angelsächsischen Raum
anzu e en: So o de die „O hodox-Theo y" — auch als „Comme -
cial Loan-Theo y" bezeichne — eine Ube eins immung de K edi is en
im Ak i geschä mi den F is en de Einlagen de Bank23. Ebenso wi d
auch die O hodox-Theo y du ch das Bodensa z heo em modi izie , so
daß de Banklei e einen bes imm en Teil de K edi e mi eine länge en
F is igkei gewäh en kann, als die Einlagen au weisen24. Im Gegensa z
22 Ebenda, S. 249.
22 a Ebenda.
23 Reed, E. W., Comme cial Bank Managemen , New Yo k, E ans on, Lon-
don 1963, S. 180.
24 C osse, H. D., Managemen Policies o Comme cial Banks, Englewood
Cli s, N. J. 1963, S. 195.
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb 177
hie zu s eh die „Shi abili y-Theo y". Ih e Anhänge gehen wie Knies
da on aus, daß die Liquidi ä de Bank nich on de Passi sei e he
de e minie is , sonde n du ch solche Ak i a gewäh leis e wi d, die bei
einem Auszahlungsübe schuß du ch eine Übe agung au D i e mone i-
sie we den können25. Demzu olge ha de Banklei e seine Anlageen -
scheidung un e dem liquidi ä spoli ischen Aspek so zu e en, daß eine
o zei ige Realisa ion de Ak i a möglich is .
2. Die Liquidi ä sno men de deu schen
und de ame ikanischen Bankenau sich
Wäh end sich in Deu schland die modi izie e, die Bodensa z heo ie
be ücksich igende Goldene Bank egel zum allgemein ane kann en Lei -
sa z de bankbe ieblichen Tä igkei en wickel ha , se z e sich in den an-
gelsächsischen Lände n die Shi abili y-Theo y du ch. Dies inde seinen
Niede schlag auch in den Liquidi ä sno men, die in Deu schland und in
den USA on de Bankenau sich e lassen wo den sind.
In Deu schland ha e die Bankenk ise on 1931 zu Folge, daß alle
K edi ins i u e eine allgemeinen s aa lichen Au sich un e wo en wu -
den. So en häl be ei s das Reichsgese z übe das K edi wesen on 1934
Vo sch i en übe die Liquidi ä de K edi ins i u e. Hie bei handel e es
sich jedoch nu um Rahmen o sch i en, die niemals ausge üll wu den.
E s die K edi ich sä ze de Bank deu sche Lände on 1951, die nach
Ansich de No enbank „an übe lie e e Au assungen übe eine gesunde
Bilanzs uk u "26 anknüp en, o de en im Rich sa z III: „Die liquiden
Mi el sollen 20 .H. de emden Gelde nich un e sch ei en." Da es je-
doch äuße s schwie ig wa zu bes immen, welche Ak i a als liquide
Mi el anzusehen sind, und die Banken e ne Manipula ionen o -
nehmen konn en, e se z en die G undsä ze on 1962 die di ek e Bes im-
mung de Liquidi ä du ch eine indi ek e. Im G undsa z II wi d die
Höhe de nähe bezeichne en lang is igen Anlagen an die Höhe de
als lang is ig ane kann en Finanzie ungsmi el im Passi geschä gebun-
den. Als lang is ige Mi el gel en dabei auch 60 .H. de Spa einlagen
und 10 .H. de Sich - und Te mineinlagen on Nich banken. Das lang-
is ige Bankgeschä soll demnach g undsä zlich lang is ig inanzie
25 Robinson, R. /., The Managemen o Bank Funds, 2. Au l., New Yo k,
San F ancisco, To on o, London 1962, S. 328.
26 Die G undsä ze übe das Eigenkapi al und die Liquidi ä de K edi -
ins i u e gemäß §§ 10 und 11 des Gese zes übe das K edi wesen, in: Mona s-
be ich e de Deu schen Bundesbank, 14. Jg. (Mä z 1962), S. 3.
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178 Ludwig Mülhaup und He mann Külhne
we den, wobei jedoch ein Teil de Einlagen zu den lang is igen Finan-
zie ungsmi eln zähl . De G undsa z II s ell dahe „ ü einen seh
bedeu samen Teilbe eich de bankgeschä lichen Tä igkei einen Finan-
zie ungslei sa z au , de an de sog. „Goldenen Bank egel" in ih e heu-
igen, die T ans o ma ions unk ion de Banken be ücksich igenden Fas-
sung o ien ie is "27.
Die S uk u no m des Fede al Rese e Boa d (F. R. B.) be uh dage-
gen in e s e Linie au de Shi abili y-Theo y; daneben be ücksich ig
sie abe auch den Bodensa z de Einlagen28. Die S uk u no m lau e all-
gemein:
A <
K—E (D)
Die Regel geh da on aus, daß bei einem Auszahlungsübe schuß Ak-
i a mone isie we den, um das inanzielle Gleichgewich wiede he -
zus ellen. Bei de Realisa ion de Ak i a allen un e schiedliche Ve mö-
gens e lus e an, je nachdem, ob es sich um hochliquide S aa sschuld e -
sch eibungen ode K edi e in nich liquide Fo m handel . Dieses Reali-
sa ionsdisagio (Ä) muß om Eigenkapi al de Bank (K) au ge angen
we den können. Eine zwei e Bedingung soll gewäh leis en, daß das Ve -
häl nis de Einlagen zum Eigenkapi al de Bank einen bes imm en, als
„gesund" angesehenen We nich übe s eig . Diese We häng einmal
on de Höhe de ab u ba en Einlagen (D), d. h. dem Nich bodensa z
ab, zum ande en auch on de S uk u de Ak i a, nämlich de Höhe
de p imä - und sekundä liquiden Ak i a de Bank. Es wi d dahe ein
Funk ionswe E (D) be echne , de sich danach bemiß , in welchem Um-
ang sich de Nich bodensa z de Einlagen, also die als ku z is ig ange-
sehenen Mi el, in nu schwe liquidisie ba en Ak i a niede schläg .
III. Die Maximalbelas ungs heo ie S ü zeis
Audi in de Sol enz- ode Maximalbelas ungs heo ie S ü zeis29 wi d
an däs Eigenkapi al de Bank angeknüp . Im Gegensa z zu F. R. B.-Re-
gel wende sich S ü zel jedoch dagegen, einen Bodensa z de Einlagen
27 Ebenda, S. 9.
28 Chambe s, D./Cha nes, A.y In e — Tempo al Analysis and Op imiza-
ion o Bank Po olios, in: Cohen/Hamme , a.a.O., S. 67, gl. auch Scheid ,
a.a.O., S. 175.
20 S ü zel, W.y Is die „Goldene Bank egel" eine geeigne e Rich schnu ü
die Geschä spoli ik de K edi ins i u e?, in: Vo äge ü Spa kassenp ü e ,
Kiel 1959, S. 34.
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb 185
end wa en, haben im Lau e des Jah es 1967 in ih e Geschä spoli ik
einen e heblichen Wandel ollzogen. Zu Ab undung ih es Leis ungs-
angebo s sind sie ech s ü misch in das lang is ige K edi geschä ein-
ged ungen, was „eine g undlegende Abkeh on ih e adi ionellen Li-
quidi ä s- und Anlagepoli ik bedeu e "39. Wäh end nämlich An ang
1967 die lang is igen Anlagen nu e wa 6 .H. de Spa einlagen aus-
mach en, sind diese de zei au übe V3 de Spa einlagen angewachsen.
In olgedessen is auch die Belegung des G undsa zes II bei den G oß-
banken on ca. 30 .H. Ende 1967 au de zei e wa 70 .H. ges iegen
und nimm auch wei e hin zu, so daß die o melle F is igkei de Ein-
lagen ü die Anlagepoli ik diese K edi ins i u e nich meh die Be-
deu ung ha wie noch o Jah en40. Auch klagen die Spa kassen da -
übe , daß sie du ch den G undsa z II zu seh in ih e Geschä spoli ik
eingeeng we den und o de n, einen g öße en Teil de Spa einlagen als
bishe lang is ig anlegen zu dü en41.
Aus dem en abili ä spoli ischen Aspek he aus wi d auch bei den
ame ikanischen Geschä sbanken on de s a en Zuo dnung de K e-
di e zu den Einlagen imme meh abgegangen42. Die s a ke Zunahme de
höhe e zinslichen Te min- und Spa einlagen gegenübe äglich älligen
Gelde n üb e einen e heblichen D uck au die Zinsspanne aus. Um diese
zu e hal en, lös en sich einige Ins i u e on de adi ionellen Anlage-
poli ik und ände en die Zusammense zung ih e Ak i a zuguns en hoch-
e zinsliche Anlagen.
Auch im Be eich de Realk edi ins i u e wi d die F age disku ie , ob
eine Au locke ung de s eng is enkong uen en Finanzie ung des Ak-
i geschä s o genommen we den kann43. In olge de Absa zschwie ig-
kei en au dem Ren enma k gehen einige diese Ins i u e dazu übe ,
P andb ie e und Kommunalobliga ionen, de en endgül ige, lang is ige
Un e b ingung zu einem gegebenen Zei punk nich möglich is , in Pen-
39 De selbe, Die En wicklung des lang is igen K edi s, in: Spa kasse, 86. Jg.
(1969), S. 91.
40 Ebenda, S. 88.
41 Os bues, //., Spa einlagen und G undsa z II, in: Spa kasse, 82. Jg.
(1965), S. 217.
42 Schü z, A.y Die Goldene Bank egel — eine „Heilige Kuh"?, in: Zei sch i
ü das gesam e K edi wesen, 16. Bd. (1963), S. 532; e ne Weidenhamme ,
R. M.y Das Bank- und Bö senwesen in den USA, F ank u a. M. 1966,
S. 31 . und S. 37 .
43 We ne , U.y P andb ie o e käu e und Pensionsgeschä e bei Hypo he-
kenbanken, in: Zei sch i ü das gesam e K edi wesen, 21. Bd. (1968), S. 914.
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186 Ludwig Mülhaup und He mann Küllme
sion zu geben. Du ch die nu o übe gehende Plazie ung wi d aus dem
nominell lang is igen We papie ü die Daue des Pensionsgeschä es
ein mi el- ode ga ku z is ige Ti el. Um die Ren abili ä zu wah en,
we den lang is ige K edi e im Ak i geschä au g und on Gelde n ge-
wäh , de en F is igkei e heblich kü ze is . Da somi die Beach ung
de Goldenen Bank egel den geschä spoli ischen Spiel aum de Banken
unnö ig eineng , ohne daß sie die Liquidi ä zu siche n e mag, is ein
Abgehen on diese Disposi ions egel nich nu zulässig, sonde n soga
gebo en, weil ih e Einhal ung dem Ziel de Ren abili ä wide sp ich .
3. Die mangelnde Beach ung de Siche hei
Auch die d i e Zielg öße im Zielsys em de Bank — das S eben
nach Siche hei — wi d on de Goldenen Bank egel nich hin eichend
be ücksich ig . Zwa wi d mi diese En scheidungs egel eine Beg en-
zung des Liquidi ä s isikos zumindes anges eb . Ande e Unsiche hei-
en im inanziellen Be eich inden jedoch nich die Beach ung, die ihnen
zukomm . So wi d insbesonde e dem E ags isiko, o allem im K edi -
und E ek eneigengeschä , in keine Weise Rechnung ge agen.
Bei de Gewäh ung eines K edi s ode beim Kau on Ren enwe en
sowie beim E we b on Ak ien ode Geldma k papie en s eh de Bank-
lei e s e s o de F age, ob e sich ü meh Gewinn bei hohem Risiko
ode wenige Gewinn bei ge ingem Risiko en scheiden soll. Zwa kann
de Banklei e die Risiken einsch änken, indem e eine bankübliche Ri-
sikopoli ik e olg , d. h. das Risiko zu s euen, abzuwälzen ode zu
kompensie en e such . Das spezi ische Un e nehmens isiko jedoch läß
sich nie ausschal en, es sei denn, man be olg den Ra Wilhelm Riege s:
„Man bleib de Un e nehmung e n und leg sein Kapi al in Gold-
p andb ie en an"44. Daß ge ade bei de En scheidungs indung im Bank-
be ieb de Unsiche hei de Da en Rechnung ge agen we den muß, e -
kann e be ei s Edgewo h, indem e es s ell e: „P obabili y is he
ounda ion o banking"45.
Da somi die un e nehme ische En scheidung imme mi einem Risiko
beha e bleib , is es no wendig, dieses bei de En scheidungs indung
explizi zu be ücksich igen. Dem E o de nis, neben Liquidi ä und Ren-
44 Riege , WEin üh ung in die P i a wi scha sleh e, Nü nbe g 1928,
S. 264.
40 Edgewo h, F. Y., The Ma hema ical Theo y o Banking, in: Jou nal o
he Royal S a is ical Socie y, Vol. 51 (1888), S. 113.
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb 187
abili ä auch die Siche hei hin eichend zu beach en, können pa ielle
En scheidungs egeln abe niemals ge ech we den.
V. Ansä ze zu eine Gesam planung des inanziellen Be eichs
1. Die e o de liche S uk u eines Gesam planungsmodells
Die op imale S uk u de Ak i a und Passi a eine Bank kann dem-
gemäß nu mi Hil e eine Gesam planung ge unden we den, in die Ren-
abili ä s-, Liquidi ä s- und Siche hei se wägungen eingehen. Dies se z
abe o aus, daß de zwischen den Zielg ößen bes ehende Kon lik du ch
eine adäqua e Zuo dnung de Zielg ößen gelös is .
Bei de F age, wie eine de a ige adäqua e Zuo dnung e olgen kann,
is da on auszugehen, daß die Liquidi ä kein Ziel an sich is . Denn de
„Eh geiz eine Un e nehmung ha sich nich da au zu e s ecken, liquide
zu sein um jeden P eis, sonde n sie ha das Ziel, en abel zu sein .. ."46.
Eine Liquidi ä s o so ge soll nu dazu dienen, die Zahlungs ähigkei de
Bank jede zei zu gewäh leis en. Es handel sich dahe bei dem Liquidi-
ä ss eben um eine Mindes bedingung, die de Banklei e bei de Ve -
olgung übe geo dne e Ziele einhal en muß, und de in einem Gesam -
planungsmodell in Fo m eine Nebenbedingung Rechnung zu agen is .
Da ein Gesam planungsmodell auch s e s den Gesich spunk de Si-
che hei be ücksich igen muß, is in bezug au die Liquidi ä snebenbedin-
gung zu beach en, daß ollkommene Siche hei hinsich lich de Zah-
lungss öme nich zu e eichen is , ielmeh bes ehen nu Wah schein-
lichkei s o s ellungen übe die Höhe und die zei liche Ve eilung de im
Planungszei aum zu e wa enden Ein- und Auszahlungen. Aus den sich
aus diesen Vo s ellungen e gebenden Wah scheinlichkei s e eilungen is
zu e mi eln, mi welche Wah scheinlichkei die Bank an einem be-
s imm en Zei punk liquide is . Diese Liquidi ä swah sciieinlichkei läß
sich in das En scheidungsmodell dadu ch ein üh en, daß die Liquidi ä s-
nebenbedingung mi eine subjek i bes imm en Mindes wah scheinlich-
kei nich un e sch i en we den da 47. Dadu ch we den alle Handlungs-
al e na i en ausgeschieden, welche die Zahlungs ähigkei z. B. nu mi
eine Wah scheinlichkei on 80 .H. gewäh leis en und dami das om
Banklei e es geleg e Siche hei sni eau on 95 .H. nich e eichen.
46 Riege , a.a.O., S. 264.
47 Düch ing, H.y Liquidi ä und un e nehme ische En scheidungsmodelle,
Diss. München 1965, S. 134.
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188 Ludwig Mülhaup und He mann Küllme
Als zu koo dinie ende Zielg ößen bleiben nunmeh noch die Ren a-
bili ä und die Siche hei . In de Meh zahl de Planungsmodelle wi d
de Gewinn als übe geo dne e Zielg öße angesehen, an de jede En -
scheidung auszu ich en is . Dem Banklei e wi d die Anweisung gege-
ben: Handle so, daß bei aus eichende Liquidi ä de Gewinn maximal
wi d.
Bei eine solchen Be ach ungsweise wi d abe nich beach e , daß de
a sächliche E olg eine Handlungsal e na i e on dem e wa e en E -
olg in nega i e Rich ung abweichen kann. Dieses Risiko bes eh des-
halb, weil de Banklei e nu eine Wah scheinlichkei s e eilung des e -
wa e en Gewinns eine Handlungsal e na i e kenn , nich abe den
Gewinn, de bei ih e Ve wi klichung a sächlich e ziel wi d.
Die gesam e Wah scheinlichkei s e eilung kann au ep äsen a i e
Pa ame e e dich e we den, nämlich au den Gewinne wa ungswe ¡x
und au ein S euungsmaß, mi welchem das Risiko gemessen wi d; dies
is übliche weise die S anda dabweichung g.
Die Ren abili ä und die Siche hei eine jeden Handlungsmöglichkei
kann dahe du ch den Gewinne wa ungswe und das Risikomaß aus-
ged ück we den. De Kon lik zwischen den Zielen Ren abili ä und
Siche hei bzw. Risiko wi d nun in de mode nen Theo ie de Ungewiß-
hei dadu ch gelös , daß beide Zielg ößen in eine übe geo dne e P ä e-
enz unk ion in eg ie we den48:
(4)
y> (u, o)
= [i + a2 p2 4-
a>2
o2
Die Risikoneigung des Banklei e s komm dabei in dem We zum
Ausd uck, den e den Pa ame e n beileg . Dami wi d die meh we ige
Ziel o s ellung au eine einwe ige Zielg öße eduzie , so daß nunmeh
eine eindeu ige En scheidung möglich is . Die En scheidungs egel lau e :
Realisie e diejenige Handlungsal e na i e, die bei Einhal ung de Liqui-
di ä sg undbedingung und de Nich übe schuldungsbedingung den höch-
s en P ä e enzwe au weis .
2. Lösungs e suche in Bankplanungsmodellen de Li e a u
Ope a ionale Gesam planungsmodelle, welche die oben au gezeig e
S uk u de Ziel unk ion und de beiden Nebenbedingungen au weisen,
liegen bishe nich o . Ube haup sind im wesen lichen nu ie Modelle
48 Schneeweiß, H.y En scheidungsk i e ien bei Risiko, Be lin, Heidelbe g,
New Yo k 1967, S. 96.
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb 189
bekann , die die Planung des gesam en inanziellen Be eichs zum Ziel
haben.
Von diesen scheide das Modell on DeLong49 on o nhe ein aus,
weil es au den adi ionellen Bank egeln be uh , indem die Anlageen -
scheidung des Banklei e s im Ak i geschä on de A de e ügba en
Mi el abhängig gemach wi d. Das Gesam kapi al de Bank wi d nach
de Umschlagsgeschwindigkei in meh e e Teile gegliede , denen dann
Ak i a mi eine en sp echenden Umschlagshäu igkei gegenübe ges ell
we den. Wäh end z. B. das Eigenkapi al allein in lang is igen Ak i a
in es ie wi d, müssen Sich einlagen zu einem e heblichen Teil in lüs-
sigen Mi eln gehal en bzw. dü en nu zu ku z is igen K edi en e -
wende we den. Ein solches Modell des „Ea ma ked-Funds-App oach",
eine he kun so ien ie en Anlage des Bankkapi als50, e mag das P o-
blem de op imalen S uk u ie ung de Ak i a und Passi a genauso we-
nig zu lösen wie die Regeln de Bankp axis.
Dagegen is das Modell on Chambe s und Cha nes51 schon ehe ge-
eigne , diese o enen F agen eine Lösung nähe zub ingen, weil es sich
hie bei um ein Modell des „Pooled-Funds-App oach" handel , also eine
he kun indi e en e Anlage des Bankkapi als o genommen wi d. En -
scheidungspa ame e dieses linea en Planungsmodells sind die Bes ände
an e agb ingenden Ak i a, die S aa sschuld e sch eibungen, sons igen
We papie e und Da lehen; es wi d also nu die gewinnmaximale S uk-
u de Ak i a, nich abe auch diejenige de Passi a e mi el , denn
le z e e we den als gegeben be ach e . Die Anzahl de Handlungsal e -
na i en wi d o allem du ch eine Liquidi ä snebenbedingung beg enz .
Dabei sind Chambe s und Cha nes de Ansich , daß die oben e ö e en
Liquidi ä sno men de ame ikanischen Bankenau sich geeigne sind, die
Liquidi ä des K edi ins i u s siche zus ellen: „... i seems likely ha a
bank which sa is ies hese equi emen s will be in a good posi ion o
mee he con ingencies o luc ua ion in i s deposi s.. ."52. Wie gezeig
wu de, läß sich das Liquidi ä sp oblem jedoch nich du ch die Anwen-
dung de a ige Regeln lösen, sonde n allein dadu ch, daß nu solche
Handlungsal e na i en als zulässig in Be ach kommen, die de au Zah-
49 DeLong, F. G., Liquidi y Requi emen s and Employmen o Funds, in:
Cohen/Hamme , a.a.O., S. 39.
50 Siebely H. D., Die Bankbe iebsleh e in den Ve einig en S aa en on
Ame ika, Diss. Ma bu g 1968, S. 161.
51 Chambe s/Cha nes, a.a.O., S. 67.
52 Ebenda, S. 68.
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lungss ömen au bauenden Liquidi ä sg undbedingung genügen. Fe ne
wi d die Ungewißhei de Da en und das sich da aus e gebende S eben
nach Siche hei übe haup nich be ücksich ig , denn Chambe s und
Cha nes nehmen Gewißhei übe säm liche ele an en G ößen an.
Eine e besse e S uk u weis das linea e Planungsmodell Deppes53
au . Im Ve gleich zu Chambe s und Cha nes sind die En scheidungs-
pa ame e dieses Modells um assende gewähl , da es sich sowohl um
Handlungsal e na i en im Ak i - als auch im Passi geschä handel ;
als Beispiele seien die zusä zliche Au nahme on Lomba d- und Geld-
ma k k edi en sowie die E höhung des Eigenkapi als de Banken ge-
nann . Im Deppe-Modell wi d die Anzahl de Handlungsal e na i en
du ch eine Vielzahl on Nebenbedingungen eingesch änk , on denen
besonde s die Liquidi ä sno men de deu schen Bankenau sich he o -
zuheben sind. Alle dings sieh Deppe diese Liquidi ä sno men, im Ge-
gensa z zu Chambe s-Cha nes nich als aus eichend an, um die Liquidi ä
des K edi ins i u s zu gewäh leis en. Sie we den nu deshalb in das Mo-
dell au genommen, weil ih e Nich beach ung einmal die Re inanzie ung
des Ins i u s bei de No enbank ausschließ und weil zum ande en die
Bankenau sich gemäß § 45 KWG in die Geschä spoli ik des Ins i u s
eing ei en kann. Die a sächliche Siche ung de Zahlungs ähigkei de
Bank wi d on Deppe dadu ch e eich , daß e die Liquidi ä sg und-
bedingung in Fo m eine Kassenhal ungsbedingung und Zen albank-
gi algeldbedingung e s mals in ein Planungsmodell ein üh . Dabei be-
ücksich ig e das Risiko, daß die e wa e en Einzahlungen zu hoch und
die Auszahlungen zu nied ig geschä z we den dadu ch, daß die Bank-
lei ung einen Siche hei sbes and an Kassenmi eln häl . Alle ande en
bankbe ieblichen Risiken inden in seinem Modell jedoch keinen Aus-
d uck, da e im üb igen da on ausgeh , daß die Da en des Modells mi
Gewißhei bekann sind.
Als ein geeigne e Lösungsansa z, um de Ungewißhei de Da en
Rechnung zu agen und eine a ionale En scheidung en sp echend de
P ä e enz unk ion zu e en, wi d das „chance-cons ained p og amm-
ing" angesehen54. Dieses Ve ah en äg de Ta sache Rechnung, daß
die Zahlungss öme und dami die e ügba en Mi el ebenso ungewiß
53 Deppe, H.-D., Zu Ren abili ä s- und Liquidi ä splanung on K edi -
ins i u en, a.a.O., S. 303.
54
Cha nes
y
AJ Coope , W. W., Chance-Cons ained P og amming, in: Man-
agemen Science, Vol. 6 (1960), S. 73; e ne Näslund, B., A Model o Capi al
Budge ing unde Risk, in: The Jou nal o Business, Vol. 39 (1966), S. 257.
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sind wie das Ausmaß, in dem eine En scheidung die o handenen Mi el
beansp uch , in welche Höhe also z. B. eine K edi gewäh ung zu einem
Ab luß an Zen albankgeld üh . Wi d abe die Reali ä ungewisse
Ausgangsg ößen ane kann , dann is es nich möglich, die Nebenbedin-
gung mi Siche hei einzuhal en. Dahe wi d nach dem Ve ah en des
„chance-cons ained p og amming" lediglich das Op imum un e hin ei-
chend zulässigen Handlungsal e na i en gesuch , un e solchen also, die
mi eine als aus eichend angenommenen Wah scheinlichkei Nebenbe-
dingungen nich e le zen. Die Anwendung dieses Ve ah ens auch in
Bankplanungsmodellen schläg Weinga ne 55 be ei s 1967 in seine S el-
lungnahme zu einem Modell on Cohen und Hamme o , indem e
o de , die Liquidi ä snebenbedingungen als „chance-cons ain s" zu
o mulie en, so daß sie nich mi Siche hei , sonde n nu mi einem zu
spezi izie enden, alle dings seh hohen G ad de Wah scheinlichkei ein-
gehal en we den müssen. Diese Gedanke wu de spä e in dem on
K ümmel56 o geschlagenen Bankplanungsmodell e wi klich . Als Ziel-
unk ion ha K ümmel die genann e in de Theo ie de Ungewißhei
en wickel e P ä e enz unk ion zu Bes immung des im Hinblick au Ge-
winn und Risiko op imalen P og amms gewähl . In eine e s en Neben-
bedingung, de Sol enzbedingung, wi d mi eine ü aus eichend gehal-
enen Wah scheinlichkei eine Obe schuldung e mieden, die in olge eines
Run au die Bank ein e en kann. Die zwei e Nebenbedingung, die Li-
quidi ä sbedingung in de oben en wickel en Fo m, soll die lau ende
Zahlungs ähigkei de Bank mi dem gewünsch en G ad an Wah schein-
lichkei siche n. Dami genüg das Modell den An o de ungen, die im
Hinblick au die Einhal ung alle bankbe ieblichen Zielg ößen — Li-
quidi ä , Ren abili ä und Siche hei — ges ell we den müssen. Alle -
dings sind kaum Algo i hmen, d. h. Rechen e ah en o handen, die
eine Lösung eines de a igen Modells e möglichen, so daß auch das Mo-
dell K ümmels z. Z. noch nich ope a ional is . So s ellen Cohen und
Hamme 57 zum „chance-cons ained p og amming" es : „Un o una ely,
his appea s mo e a p omise o he u u e han a p esen eali y since
solu ion p ocedu es o such p og ams ha e been ound ex emely di -
icul o ob ain in p ac ical applica ion."
55 Weinga ne , H. M., Discussion zu: Cohen, K. J./Hamme , F. S., Linea
P og amming and Op imal Bank Asse Managemen Decisions, in: The Jou nal
o Finance, Vol. XXII (1967), S. 167.
58 K ümmel, H.-J., Liquidi ä ssiche ung im Bankwesen (II), in: K edi und
Kapi al, 2. Jg. (1969), S. 60.
57 Cohen, K. J./Hamme , F. S., Edi o al Commen , zu: Cheng, P., L.,
Op imum Bond Po olio Selec ion, in: Cohen/Hamme , a.a.O., S. 395.
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192 Ludwig Mülhaup und He mann Küllme
Als ein Ve ah en, die echen echnischen P obleme bei de Lösung
komplizie e Modelle zu umgehen, wi d die Simula ion o geschla-
gen58. Hie bei wi d ein Modell nich meh mi analy ischen Me hoden
zu lösen e such , sonde n das Modell wi d mi eine g oßen Zahl al e -
na i e We e un e den möglichen Da ensi ua ionen du chgespiel . Als
E gebnis eines sys ema ischen P obie ens läß sich eine Lis e on Hand-
lungsal e na i en mi ih en zugehö igen Gewinn- und Risikowe en au -
s ellen, un e denen dann die En scheidung en sp echend de P ä e enz-
unk ion ge äll we den kann. Als bedeu ende Vo eil de Simula ions-
modelle wi d ih e Reali ä snähe bezeichne . Denn bei de Modell o -
mulie ung b auch keine Rücksich au bes imm e Rechen e ah en ge-
nommen zu we den wie bei den analy ischen Modellen. Simula ions-
modelle scheinen dahe geeigne zu sein, „op imale En scheidungen ü
die Bankbe iebspoli ik in ih e Gesam hei zu ixie en"59. De We sol-
che Modelle is jedoch noch zu seh ums i en, als daß ein endgül iges
U eil ge äll we den könn e60. So is auch Hodgman61 bei dem Ve -
such, ein Simula ionsmodell ü den gesam en inanziellen Be eich zu
en wickeln, bishe nich zu eine be iedigenden Lösung gelang . Alle -
dings e scheinen das „chance-cons ained p og amming" und die Simula-
ion als e olg e sp echende Lösungsansä ze, um die im Hinblick au
Liquidi ä , Ren abili ä und Siche hei op imale S uk u de Ak i a
und Passi a des Bankbe iebs zu inden.
VI. Zusammen assung
Dieses Ziel konn en die bishe in de P axis üblichen Disposi ions-
egeln nich e üllen. Sie konn en wede die ihnen au gegebene Liquidi-
ä ssiche ung gewäh leis en, noch den ande en Zielg ößen, de Ren abili-
ä und Siche hei , ge ech we den. Dies esul ie da aus, daß das Liqui-
58 Shubik, M., Simula ion o he Indus y and he Fi m, in: The Ame ican
Economic Re iew, Vol. 50 (1960), S. 908; e ne Kolle , H., Simula ion als
Me hode in de Be iebswi scha , in: Zei sch i ü Be iebswi scha , 36. Jg.
(1966), S. 95.
59 Siebel, a.a.O., S. 262.
60 Zu den P oblemen de Simula ion gl. z.B.: Conway, R. W., Some
Tac ical P oblems in Digi al Simula ion, in: Managemen Science, Vol. 10
(1964), S. 47. — Conway, R. W.IJohnson, B. MJMaxwell, W. L.y Some
P oblems o Digi al Sys ems Simula ion, in: Managemen Science, Vol. 6
(1960), S. 92.
<J1 Hodgman, D. RComme cial Bank Loan and In es men Policy, Cham-
paign, III. (1963), S. 4.
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P obleme de En scheidungs indung im Bankbe ieb 193
di ä sp oblem nich isolie , sonde n nu im Zusammenhang mi de ge-
sam en Ak i i ä eine Bank gesehen we den kann. Dazu beda es abe
eines Gesam planungsmodells, in das alle konku ie enden Zielg ößen
eingehen. Dabei muß de Ungewißhei de Da en dadu ch Rechnung ge-
agen we den, daß die P ä e enz unk ion, die Gewinn- und Risiko-
aspek e en häl , als Ziel unk ion gewähl und du ch Nebenbedingungen
die Liquidi ä gesiche wi d. Alle dings kann auch die Aussage eines
Planungsmodells dem Banklei e die En scheidung selbs nich abnehmen.
Das Modell dien lediglich de En scheidungs o be ei ung. Abe die E -
a bei ung on Modellen zwing dazu, die Zielse zung kla zu o mulie-
en, die möglichen Handlungsal e na i en zu sammeln und die unk-
ionalen Zusammenhänge im Bankbe ieb zu analysie en, um es zus el-
len, wie sich die einzelnen Handlungsmöglichkei en im Ak i - und Pas-
si geschä au das anges eb e Ziel auswi ken.
Von de Goldenen Bank egel in de engen, objek bezogenen Be ach-
ungsweise Hübne s übe die be ei s du ch das Bodensa z heo em e wei-
e e, g uppenbezogene Be ach ungsweise Wagne s und die wei e üh-
enden Gedanken on Knies und S ü zel geh die En wicklung on En -
scheidungs egeln also dahin, um assende Modelle zu o mulie en, welche
die F agen nach de op imalen Ges al ung bankbe iebliche Tä igkei zu
lösen e mögen.
Summa y
Decision-making P oblems in Banking
The objec i e o an op imal s uc u e o asse s and liabili ies in he banking
business could no be ob ained wi h he ope a ing ules p ac ised hi he o.
They could no ensu e he equi ed liquidi y sa egua ds, no a ainmen o he
o he objec i es, p o i abili y and secu i y. This is due o he ac ha he
liquidi y p oblem canno be conside ed in isola ion, bu only in he con ex
o he en i e ac i i ies o a bank. Bu o ha an o e all planning model is
equi ed, in which all compe ing objec i es a e included. To his end, allowance
mus be made o he unce ain y o he da a by choosing he p e e ence unc-
ion, which con ains he p o i and isk aspec s, as he objec i e unc ion and
ensu ing liquidi y by way o cons ain s. Howe e , e en he he in o ma ion
p o ided by a planning model canno emo e he bu den o decision-making
i sel om he bank manage . The model se es me ely as p epa a ion o he
decision. Bu he elabo a ion o models compels clea o mula ion o he ob-
jec i e, enume a ion o he possible al e na i e cou ses o ac ion and analysis
o he unc ional ela ionships in he bank, in o de o as ce ain wha e ec s
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.4.2.171 | Gene a ed on 2023-01-16 13:23:48
194 Ludwig Mülhaup und He mann Küllme
he possible cou ses o ac ion in he lending and bo owing business will ha e
on he desi ed objec i e.
So om he golden ule o banking in he na ow, objec - ela ed sense o
Hübne y ia Wagne 's g oup- ela ed app oach al eady ex ended by he inac i e
deposi s heo em and he mo e ad anced ideas o Knies and S ü zel decision-
making ules a e de eloping in he di ec ion o o mula ing models capable o
sol ing ques ions as o op imal o ganiza ion o banking ac i i ies.
Résumé
P oblèmes du Choix des Decisions dans l'En ep ise Boncai e
L'objec i d'une s uc u e op imale des ac i s e des passi s de l'en ep ise
bancai e n'a jusqu'à p ésen pas pu ê e éalisé dans la p a ique pa les ègles
usuelles de disposi ion. Celles-ci ne u en pas en mesu e de empli la âche
assignée, c. à. d. ga an i la liquidi é, e n'appo è en aucune con ibu ion aux
au es objec i s, la en abili é e la sécu i é. L'explica ion éside dans le ai que
le p oblème de la liquidi é ne peu ê e ésolu isolémen , mais au con ai e en
appo a ec l'ac i i é globale d'une banque. Il con ien donc de dispose d'un
modèle de p og amme global con enan ous les objec i s concu en s. A in de
eni comp e de l'ince i ude des données, la onc ion de p é é ence, qui englobe
des aspec s de béné ices e de isques, se a choisie comme objec i onc ionnel
e la liquidi é se a ga an ie pa des condi ions accessoi es. Les conclusions i ées
d'un modèle de p og amme n'ô en ou e ois pas au banquie la esponsabili é
de p end e des décisions. Le modèle n'a d'au e bu que de p épa e les déci-
sions. Mais l'élabo a ion de modèles con ain à o mule clai emen les objec-
i s, à assemble les al e na i es possibles de négocia ion e à analyse les in e -
ela ions onc ionnelles dans l'en ep ise bancai e, a in d'é abli les épe cussions
su l'objec i pou sui i des di e ses possibili és de négocia ion dans les opé a-
ions ac i es e passi es.
De la « ègle d'o du banquie
»
aux é oi es considé a ions limi ées à l'obje
de Hühne , puis aux ues g oupées de Wagne éla gies pa le héo ème de la
sédimen a ion e aux pensées plus a ancées de Knies e S ü zel, l'é olu ion des
ègles de décision s'o ien e e s la o mula ion de modèles comple s, qui de-
aien ésoud e les p oblèmes de la combinaison op imale des ac i i és ban-
cai es.
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