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Branchenanalyse Laboranalytik: Zweites Update: Auswirkungen von Corona-Pandemie und Energiekrise

Schöneberg, Katharina,Riede, Hannah

Abstract

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Full text

Schöneberg, Katharina; Riede, Hannah Working Paper Branchenanalyse Laboranalytik: Zweites Update: Auswirkungen von Corona-Pandemie und Energiekrise Working Paper Forschungsförderung, No. 350 Provided in Cooperation with: The Hans Böckler Foundation Suggested Citation: Schöneberg, Katharina; Riede, Hannah (2024) : Branchenanalyse Laboranalytik: Zweites Update: Auswirkungen von Corona-Pandemie und Energiekrise, Working Paper Forschungsförderung, No. 350, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/305284 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. 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Nachfrageveränderungen, Materialengpässe, erhöhte Kosten und wachsender Preisdruck stellen die Unternehmen vor Herausforderungen. Übernahmen und strukturelle Veränderungen, Fachkräftemangel und Digitalisierung sowie erhöhte Arbeitsbelastung samt wachsender mentaler Beanspruchung und erhöhtem Krankenstand machen die Sicherung guter und fairer Arbeitsbedingungen zu einer wichtigen Aufgabe für die Mitbestimmung. Die vorliegende Studie liefert aktuelle Daten zu den relevanten Entwicklungen der Branche und ihrer Handlungsfelder. Hannah Riede, M. A. Politikwissenschaften/VWL und Beraterin bei wmp consult – Wilke Maack, Hamburg Katharina Schöneberg, M. A. Internationale Wirtschaftsbeziehungen / Commerce International und Beraterin bei wmp consult – Wilke Maack, Hamburg © 2024 by Hans-Böckler-Stiftung Georg-Glock-Straße 18, 40474 Düsseldorf www.boeckler.de „Branchenanalyse Laboranalytik“ von Katharina Schöneberg und Hannah Riede ist lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (BY). Diese Lizenz erlaubt unter Voraussetzung der Namensnennung des Urhebers die Bearbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung des Materials in jedem Format oder Medium für beliebige Zwecke, auch kommerziell. (Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/de/legalcode) Die Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz gelten nur für Originalmaterial. Die Wiederverwendung von Material aus anderen Quellen (gekennzeichnet mit Quellenangabe) wie z. B. von Schaubildern, Abbildungen, Fotos und Textauszügen erfordert ggf. weitere Nutzungsgenehmigungen durch den jeweiligen Rechteinhaber. ISSN 2509-2359 SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 3 Inhalt Zusammenfassung ................................................................................. 6 1. Einleitung ........................................................................................... 9 1.1 Hintergrund: aktuelle Entwicklungen ............................................ 9 1.2 Untersuchungsgegenstand und Fragestellung ........................... 10 1.3 Methodische Hinweise ............................................................... 11 2. Wirtschaftliche und strukturelle Entwicklungen in der deutschen Laborbranche ....................................................................................... 13 2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen ............................................... 13 2.2 Veränderungen der Branchenstruktur ........................................ 15 2.3 Auswirkungen von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg .......... 19 2.4 Konjunktur, Markttrends und Geschäftsstrategien ...................... 21 3. Beschäftigung in der Laborbranche ................................................. 31 3.1 Entwicklung der Beschäftigtenzahlen ......................................... 31 3.2 Fachkräfteund Ausbildungssituation ........................................ 35 4. Arbeitsbedingungen in Laborunternehmen ...................................... 39 4.1 Einschätzung der aktuellen Bedingungen durch Beschäftigte und Betriebsratsmitglieder ........................................... 39 4.2 Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs ................................................................................. 41 4.3 Digitalisierung und ihre Auswirkungen ....................................... 43 5. Entwicklung der betrieblichen Interessenvertretung und der Tarifstrukturen ...................................................................................... 48 6. Schlussfolgerungen und Ausblick .................................................... 53 Literatur ................................................................................................ 55 SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 4 Abbildungen Abbildung 1: Anzahl der Laborunternehmen ........................................ 13 Abbildung 2: Einfluss verschiedener Faktoren auf die Geschäftsstrategie aus Sicht der Geschäftsführung ........................ 23 Abbildung 3: Ausgaben für medizinische Laborleistungen .................... 25 Abbildung 4: Umsatz im Wirtschaftszweig „Technische, physikalische und chemische Untersuchung“ .................................. 27 Abbildung 5: Beschäftigte in medizinischen und zahnmedizinischen Laboratorien nach Einrichtung und Beruf ......................................... 32 Abbildung 6: Im Wirtschaftszweig „Technische, physikalische und chemische Untersuchung“ tätige Personen ...................................... 33 Abbildung 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Laboratoriumsberufen ...................................................................... 33 Abbildung 8: Geringfügig Beschäftigte in Laboratoriumsberufen .......... 34 Abbildung 9: Ärzt:innen in der Laboratoriumsmedizin nach Altersgruppen .................................................................................. 35 Abbildung 10: Einschätzung der Fachkräftesituation durch die Befragten ......................................................................................... 37 Abbildung 11: Einschätzung der Befragten zu den Arbeitsbedingungen ......................................................................... 40 Abbildung 12: Einschätzung der Befragten zu Ausund Weiterbildung ................................................................................... 41 Abbildung 13: Einschätzung der Arbeitsbedingungen im Vergleich zu vor der Corona-Pandemie....................................... 43 Abbildung 14: Einschätzung des Digitalisierungsfortschritts im Vergleich zu vor der Corona-Pandemie....................................... 45 Abbildung 15: Einschätzung der Befragten zu den Auswirkungen der digitalen Technologien auf Arbeit und Beschäftigung ................. 47 Abbildung 16: Einschätzung der befragten Betriebsratsmitglieder zu Herausforderungen für die Betriebsratsarbeit .............................. 49 SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 5 Tabellen Tabelle 1: Übernahmen von Laborunternehmen durch deutsche Unternehmen ................................................................................... 17 Tabelle 2: Einschätzungen laut VUP-Konjunkturbarometer .................. 22 Tabelle 3: Umsatzund Beschäftigungsentwicklung ausgewählter Unternehmen ................................................................................... 29 Tabelle 4: Arbeitssuchende und gemeldete Arbeitsstellen in Laborberufen ................................................................................... 36 SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 6 Zusammenfassung Die Rahmenbedingungen für Laborunternehmen in Deutschland haben sich stark verändert, insbesondere durch die Corona-Pandemie. Der rechtliche Rahmen für Laborunternehmen in Deutschland umfasst neben nicht laborspezifischen Themen wie Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und unternehmerische Integritätsfragen auch die Akkreditierung und die Vorschriften zur Guten Laborpraxis. Die Vergütung von medizinischen Laborleistungen, das MTA-Reform-Gesetz von 2021 sowie Erwägungen zur gesetzlichen Einschränkung der Gründungsmöglichkeiten von medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und zur Erhöhung der Transparenz bezüglich der Trägerschaft sind ebenfalls relevant. Die Marktkonsolidierung in der Laborbranche setzt sich durch Übernahmen fort. Im medizinischen Bereich führen steigende Gesundheitsausgaben und eine fragmentierte Wettbewerbslandschaft zu verstärkter Konsolidierung und Zentralisierung. Auch die nicht-medizinischen Unternehmen setzen auf Übernahmen zur Stärkung ihres Portfolios. Akquisitionen und Übernahmen durch Private-Equity-Unternehmen bleiben in dem dynamischen Markt von Bedeutung. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Laborbranche sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Tätigkeitsfeld. Bei vielen medizinischen Laboren sank anfangs die Nachfrage nach Laborleistungen aufgrund verringerter Arztbesuche, stieg dann jedoch mit der Entwicklung von PCRund Antigentests deutlich an. Häufig gingen die Einnahmen im Jahr 2022 wieder zurück, da die Nachfrage ebenso wie die staatliche Finanzierung rückläufig war. Die Lebensmittelanalytik blieb weitgehend unbeeinflusst, da weiterhin konsumiert wurde. Nicht-medizinische Aufträge wie die Materialtestung von Masken und Handschuhen gewannen an Bedeutung. Trotz des vorübergehenden Gewinnzuwachses durch Corona-Tests während der Pandemie stehen viele Labore vor Herausforderungen wie z. B. Materialengpässen. Die steigenden Energiepreise aufgrund des Ukraine-Konflikts belasten die Labore zusätzlich, die große Mengen Strom für Heizung, Lüftung und energieintensive Geräte wie Tiefkühler verbrauchen. Die Patientenbzw. Kundenzufriedenheit hat oberste Priorität in den Geschäftsstrategien der Unternehmen, gefolgt von Preisdruck, Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung. Ausgaben für medizinische Laborleistungen und Umsätze für der technische, chemische und physikalische Untersuchungen stiegen in den vergangenen Jahren weiter an. Die medizinischen Laborunternehmen verfolgen unterschiedliche Wachstumsstrategien, einschließlich organischem Wachstum, Firmenzukäufen und Entwicklung neuer Geschäftsfelder. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 7 Die Nachfrage nach Testdienstleistungen im Bereich Life-Science bleibt hoch. Unternehmen wie Eurofins, GBA, SGS und Wessling setzen auf kontinuierliche Weiterentwicklung, Investitionen in neue Technologien und die Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen, um langfristiges Wachstum zu erreichen. Es gab einen leichten Rückgang der Beschäftigung in medizinischen Laboren bis 2020, gefolgt von einem pandemiebedingten Anstieg im Jahr 2021 und einem erneuten Rückgang im Jahr 2022. Die Beschäftigtenzahl in den nicht-medizinischen Laboren ging dagegen im Jahr 2020 erstmals seit 2015 wieder zurück. Es ist schwierig für die Unternehmen, ausreichend Fachkräfte zu rekrutieren. Der Fachkräftemangel führt zu höheren Belastungen für die verbleibenden Beschäftigten. Trotz des Fachkräftemangels wird nicht ausreichend in die Ausbildung investiert. Die Arbeitsbedingungen werden von den Befragten größtenteils als mittelmäßig eingestuft. Der Krankenstand wird als hoch eingeschätzt, wobei emotionale Arbeitsanforderungen häufiger als körperliche Belastungen genannt werden. Überstunden, Arbeitshetze und Zeitdruck sind verbreitet. Die betrieblichen Weiterbildungsmöglichkeiten werden überwiegend negativ bewertet. Während sich die Anforderungen an die Qualifikationen der Beschäftigten geändert haben, werden Fortund Weiterbildungen sowie die Ausbildung selten ausreichend finanziert, und der Zugang dazu ist oft ungerecht geregelt. Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierewege fehlen oft. Im Vergleich zu vor der Corona-Pandemie ist insbesondere eine verstärkte Abwanderung von Fachkräften zu beobachten. Die mentale Beanspruchung bei der Arbeit und der Krankenstand sowie die Menge der Arbeit haben zugenommen. Verbesserungen werden kaum gesehen. Während die Entlohnung, Arbeitszeit und körperliche Belastung zumeist unverändert blieben, haben sich Stimmung, Personalbemessung, Arbeitsbelastung und emotionale Anforderungen verschlechtert. Angesichts zunehmender Digitalisierung stehen Labore vor der Herausforderung, datengetriebene Wertschöpfungsmodelle zu entwickeln. Die Transformation in den Laboren ist bereits im Gange, wobei digitale Kommunikationswege, mobile Geräte und zunehmend vernetzte Laborgeräte und -prozesse eine wichtige Rolle spielen. Die Corona-Pandemie hat eine Rolle bei der weiteren Digitalisierung der Branche gespielt. Allerdings bleiben die Umsetzung und die tatsächlichen Auswirkungen der Digitalisierung oft hinter den Erwartungen zurück. Belastungen werden als bedeutender eingeschätzt als etwaige Erleichterungen durch die Digitalisierung. Die Einhaltung der Beteiligungsund Mitbestimmungsrechte wird von den Betriebsratsmitgliedern eher negativ bewertet, wobei eine große SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 8 Mehrheit angibt, dass dem Betriebsrat nicht ausreichend oder pünktlich Informationen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus fühlen sich viele Betriebsräte bei Verhandlungen mit der Geschäftsführung behindert. Die Themen, die von Betriebsräten behandelt werden, reichen von Arbeitszeit und Entlohnung bis hin zu Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Personalplanung und Digitalisierung. In Bezug auf Tarifverträge zeigt sich eine wachsende Bedeutung von Tarifaktionen, wie z. B. Warnstreiks bei verschiedenen Unternehmen, um höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen. Die Laborbranche und ihre Beschäftigten stehen vor zahlreichen Herausforderungen, darunter die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit, die gerechte Vergütung durch Krankenkassen und die Gewinnung neuer Kund:innen. Der Preisdruck, die Konkurrenz und die Notwendigkeit der Diversifizierung belasten Unternehmen, während die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung sowie die Bewältigung des Fachkräftemangels von entscheidender Bedeutung sind. Die fortschreitende Digitalisierung erfordert kontinuierliche Weiterbildung und eine flexible Personalentwicklung. Die Betriebsräte sehen insbesondere in der Sicherung fairer Arbeitsbedingungen Herausforderungen, während die Stärkung der Solidarität der Beschäftigten und die Verhinderung von Behinderungen der Betriebsratsarbeit entscheidend ist. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 15 petenzorientiert ausgestaltet ist. Zudem erweitert es die praktische Ausbildung und macht den Ausbildungsvertrag verbindlicher, wobei Schulgeld nicht mehr erhoben werden darf. Die Ausbildungsund Prüfungsverordnung für Medizinische Technologinnen und Medizinische Technologen wurde entsprechend angepasst (Bundesministerium für Gesundheit 2023). Medizinische Labore sind häufig als medizinische Versorgungszentren (MVZ) organisiert. Für diese spielen Erwägungen zur gesetzlichen Einschränkung der Gründungsmöglichkeiten von MVZ und zur Erhöhung der Transparenz hinsichtlich der Trägerschaft eine Rolle (Schöneberg/Vitols 2023). In der Diskussion waren im Jahr 2021 die Schaffung eines Registers und einer halbjährlichen Meldepflicht für die Betreiber (Deutscher Bundestag 2019 und 2021) sowie 2023 die Schaffung eines MVZ-Regulierungsgesetzes (Bundesrat 2023a; Bundesrat 2023b). 2.2 Veränderungen der Branchenstruktur Die Marktkonsolidierung durch Übernahmen hält in der Laborbranche weiter an. Im medizinischen Bereich sorgten u. a. steigende Gesundheitsausgaben, die fragmentierte Wettbewerbslandschaft und das weiterhin günstige Finanzierungsumfeld für fortschreitende Konsolidierung (Antin Amedes Bidco 2021). Bei den medizinischen Laboren zeigt sich eine verstärkte Konzentration und Zentralisierung sowie eine zunehmende Institutionalisierung der Labore als Medizinische Versorgungszentren (Höpfner et al. 2021). Spezialisierungstrends zeigen sich beispielsweise bei Synlab mit dem Verkauf nicht-ärztlicher Bereiche an SGS im Jahr 2020 und der veterinärmedizinischen Sparte an Mars Petcare im Jahr 2023 (Scil 2023) zusammen mit einer Geschäftsausweitung in Pathologie und Rheumatologie (Synlab 2023). Gleichzeitig versuchen andere Unternehmen wie z. B. die schwedische Gruppe Medicover in der Gesundheitsbranche ihre Angebotspalette um Labore zu erweitern. Im nicht-medizinischen Bereich setzt Eurofins weiterhin eine Vielzahl von Übernahmen um (Eurofins Scientific 2022 und 2023) und Wessling versucht, durch Übernahmen sein Portfolio im Bereich Beratung, Gutachten und Planung zu stärken (Wessling 2021). Ende März 2024 kündigte Wessling die Übernahme der Gruppe durch den australischen Anbieter von analytischen Tests, Inspektionen und Zertifizierung von Laboren ALS Australian Laboratory Services an (Wessling 2024). Auch SGS setzt auf Portfolioerweiterung. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 16 Angesichts eines starken Preiswettbewerbs im nicht-medizinischen Bereich haben kleine, spezialisierte Labore zwar Chancen, im Routinemarkt gestaltet sich ihre Positionierung aber schwierig. Tabelle 1 zeigt eine Auswahl von Übernahmen in den Jahren 2020 bis 2024. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 17 Tabelle 1: Übernahmen von Laborunternehmen durch deutsche Unternehmen (2020–2024) Jahr Unternehmen durch 2020 Medlab Gruppe amedes Lavetan, Turnhout, Belgien; TeLA technische Lebensmittelund Umweltanalytik, Geestland; Geotaix Umwelttechnologie, Würselen; Ease Law, Krauthausen (umbenannt in Thüringer Umweltinstitut Henterich) GBA 2021 GBA Nordics Oy, Helsinki, Finnland; JARS, Polen; Geotaix Umwelttechnologie GBA Praxis Dr. Titz; MDL Farben Synlab Synlab A&S SGS Modern Testing Services (Germany); UTC Umwelt & Technologie Consulting Bayreuth; GUB – Gesellschaft für Umweltanalytik und Beratung Eurofins 2022 MVZ HPH Institut für Pathologie und Hämatopathologie Limbach Medical Device Services – Dr. Rossberger (MDS); Laboratorio Químico Microbiológico (LQM), Spanien GBA Wessling Ungarn; CLL Chemnitzer Laborleistungs GmbH; Stella Analyse; Berghof Analytik und Umweltengineering Eurofins Proderm SGS 2023 Labor Lübeck MVZ (Mehrheitsbeteiligung) Limbach Labor 3; Crop Science (von SGS) Eurofins Archimedlife, Österreich amedes Schweizer Standorte von Synlab; MVZ Medizinische Laboratorien Düsseldorf; Diagnosticum – PartG Sonic 2024 Labor Dr. Hauss, Kiel; MVZ Laborverbund; LADR Medizinisches Versorgungszentrum Paderborn ISG Intermed (LADR) Bavaria Health Services (MVZ Labor Bavariahaus / Lab4more) Eurofins MVZ im Medicum Fulda Limbach Anmerkung: Bei dieser Übersicht handelt es sich um eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Quelle: eigene Darstellung nach Geschäftsberichten und Internetseiten der Unternehmen SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 18 Im medizinischen Bereich übernehmen Unternehmen Krankenhäuser, damit diese als Träger für MVZ dienen können (2012: Augenklinik Dardenne in Bonn durch Limbach; 2016: St. Marien Krankenhaus Lampertheim durch Eurofins; 2017: Klinik an der Weißenburg durch Sonic; 2019: Klinik Dr. Winkler Husum durch amedes; 2020: Park-Klinik in Kiel durch LADR; 2023: WolfartKlinik in Gräfelfing, davor schon Steinlach-Klinik Mössingen durch Synlab). Weitere Übernahmen von Labor-MVZ erfolgen über Kliniken in Besitz der Unternehmen. Auch mehrere Private-Equity-Gesellschaften erwarben einzelne Krankenhäuser, um die MVZ-Gründungsfähigkeit als Folge des verabschiedeten Terminserviceund Versorgungsgesetzes zu erhalten (Antin Amedes Bidco 2021). Den Interviewpartner:innen zufolge wurde in den vergangenen drei bis vier Jahren deutlich, dass auch der Einstieg in den Markt in kleinerem Stil als erfolgversprechend angesehen wird. So sind PrivateEquity-Investoren wie Greenpeak Partners und Capiton mit der Academia Holding und HCD HealthCare & Diagnostics neu in spezialisierte Labor eingestiegen. Angesichts sich verschlechternder Rahmenbedingungen und um zu vermeiden, dass sich kein Käufer zum gewünschten Preis findet, legen Private-Equity-Unternehmen in letzter Zeit sogenannte ContinuationFonds auf, um Beteiligungen länger behalten zu können. Dies ist z. B. bei der Academia Holding der Fall, einer Plattform für Speziallabore in Humangenetik, Hämostaseologie und Pränataldiagnostik/IVF im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Greenpeak (Majunke Consulting 2024). Die GBA-Gruppe hat seit dem 28. April 2021 mit dem französischen Private-Equity-Haus ARDIAN einen neuen Mehrheitsgesellschafter. Die Veräußererin Quadriga Capital Beratungsgesellschaft mbH ist als Minderheitsgesellschafterin weiterhin an der Gruppe beteiligt (GBA Holding 2022). Neben Weiterverkäufen wie z. B. auch der amedes an eine Investorengruppe (Omers Infrastructure, Goldman Sachs, AXA) fand mit dem Börsengang Synlabs im Jahr 2021 auch ein Exit eines Private-Equity-Investors statt. Nach einem Rückgang der Synlab-Aktie um fast zwei Drittel nach dem Ende des Booms mit Corona-Tests konnte Cinven sein restliches Anteilspaket allerdings nicht veräußern, was schließlich zu einem Rückkauf durch Cinven führte (FAZ 2023). Im medizinischen Bereich werden zwar Private-Equity-Aktivitäten immer wieder diskutiert (Schöneberg/Vitols 2023; vgl. auch Fricke 2024), Expert:innen zufolge unterscheiden sich deren Strategien aber nicht notwendigerweise von den Laboren, die sich in Besitz der Ärzteschaft befinden. Auch diese verfolgen ähnliche Wachstumsstrategien und arbeiten ebenfalls gewinnorientiert. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 19 2.3 Auswirkungen von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Branche stark geprägt und zu einer Vielzahl von Veränderungen geführt. Sie unterscheiden sich je nach Tätigkeitsfeld der Labore erheblich. Nach einem anfänglichen Rückgang der Nachfrage nach medizinischen Laborleistungen aufgrund zurückgehender Arztbesuche verzeichneten zu Beginn der CoronaPandemie besonders Standorte, die Molekularbiologie und/oder PCR anboten, positive Auswirkungen. Die verstärkte Nachfrage führte zu einer erheblichen Expansion, begleitet von der Einstellung zahlreicher befristeter Mitarbeiter:innen. Diese Phase brachte beträchtliche Einnahmen, die jedoch seit 2022 wieder deutlich zurückgegangen sind, da die staatliche Finanzierung ausblieb und nur noch auf Rezeptbasis abgerechnet wird. Die Lebensmittelanalytik blieb weitgehend unbeeinflusst, da weiterhin konsumiert wurde. Nicht-medizinische Aufträge wie die Materialtestung von Masken und Handschuhen gewannen an Bedeutung. Knapp 29 Prozent der Befragten geben an, dass sich der Probendurchlauf im Vergleich zu vor der Corona-Pandemie erhöht hat. Unter den Befragten aus medizinischen Laboren geben dies 33 Prozent an, in der Lebensmittelanalytik 30 Prozent, in der Umweltanalytik 27 Prozent und in der Materialanalytik nur 20 Prozent. Die Erhöhung lag zwischen 2019 und 2023 überwiegend zwischen 15 und 30 Prozent. In etwa 19 Prozent der Fälle verringerte sich der Probendurchlauf in einer Bandbreite von fünf Prozent bis 40 Prozent. Bei 27 Prozent der Befragten aus Laboren der Materialanalytik ist dies der Fall, bei 23 Prozent in der Umweltanalytik, bei 16 Prozent der in medizinischen Laboren arbeitenden Befragten und bei 15 Prozent in der Lebensmittelanalytik. Knapp 18 Prozent der Befragten berichten, dass sich der Probendurchlauf nicht verändert hat, 35 Prozent machen keine Angabe. Insgesamt wird in Folge der Pandemie vermehrt auf Homeoffice gesetzt, z. B. für die Ergebnisberichterstattung und das Qualitätsmanagement. Es gibt eine steigende Tendenz zum Homeoffice für OverheadTätigkeiten. Aufgrund von Corona vorangetriebene Veränderungen, wie die Trennung von Büround Laborräumen, werden beibehalten. Bürokonzepte und organisatorische Anpassungen wurden vorgenommen, einschließlich der Anmietung von Büros in attraktiveren Innenstadtbereichen. 26 Prozent der Befragten geben an, dass sich der Gewinn ihres Unternehmens im Vergleich zu vor der Corona-Pandemie erhöht hat. Bei den medizinischen Laboren war dies hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Auftragsmengen aufgrund von PCR-Analytik und Corona-Tests SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 20 allgemein anstiegen. Des Weiteren verzeichneten Unternehmen sowohl durch Zukäufe als auch durch natürliches Wachstum ein erweitertes Geschäftswachstum. Es wurden weitere Standorte übernommen und neue Kund:innen akquiriert. In der Lebensmittel-, Materialund Umweltanalytik konnten höhere Umsätze erzielt werden, wo auf konsequente Rationalisierung, Erhöhung der Probenzahlen, Personaleinsparungen und/oder eine Erhöhung der Verkaufspreise gesetzt wurde. Zehn Prozent der Befragten geben an, dass sich der Gewinn nicht verändert hat. Als Gründe werden hier angeben, dass das Management schlecht auf Krisen vorbereitet ist, was zu einem Entscheidungsstau, Unsicherheiten und mangelndem Risikomanagement führt. Die Strategie der Gewinnmaximierung dominiert, während wichtige Themen wie Qualifizierung, Standortsicherung und Zukunftsinvestitionen vernachlässigt werden. Obwohl Unternehmen Preiserhöhungen bei den Kund:innen durchsetzen konnten, gibt es weiterhin Herausforderungen wie hohe Konkurrenz, steigende Energiepreise und Fachkräftemangel. Einnahmen aus CoronaTests während der Pandemie brachten teilweise einen vorübergehenden Gewinnzuwachs, der jedoch nötig war, um Rückgänge in anderen Bereichen auszugleichen. 27 Prozent der Befragten sehen einen verringerten Gewinn. Begründungen sehen die Befragten u. a. in Managementfehlern, die zu wirtschaftlichen Fehlentscheidungen führten, einschließlich schlechter Krankenhausverträge. Zudem stehen Kostensteigerungen bei Material, Energie und Personal einem statischen Preisniveau für die erbrachten Leistungen gegenüber, wodurch die Gewinnmargen sinken. Die Nachfrage nach Labordienstleistungen ist durch den Wegfall von Coronatests und die Abnahme der Produktion von Kund:innen gesunken. Die Transportketten sind durch die Energiekrise unterbrochen, was die Kosten erhöht und die Verfügbarkeit von Proben für Analysen verringert. Veränderungen im Gesundheitswesen, wie Abstufungen medizinischer Leistungen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen und weniger Arztbesuche, beeinflussen ebenfalls die Umsätze negativ. 37 Prozent der Befragten konnten keine Angaben machen. Während einige Befragte von nur geringen Auswirkungen des UkraineKrieges ausgehen bzw. die Auswirkungen der Corona-Pandemie als höher einschätzen, sehen die meisten Befragten Auswirkungen für die Unternehmen aufgrund gestiegener Kosten. Die steigenden Energiepreise haben die Gewinnund Verlustrechnung stark belastet. Die gestiegenen Preise betreffen auch die Beschaffung von Verbrauchsmaterialien und den Strombedarf für Laborgeräte. Hinzu kommen SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 21 Lieferengpässe, insbesondere bei Blutentnahmematerial, aufgrund von Rohstoffmangel und kompliziertere Zollanfragen, was zu längeren Lieferzeiten führt. Außerdem sind viele Proben aus Russland und der Ukraine weggefallen, was zu einem Rückgang von Kundenaufträgen aus diesen Regionen führt. Um die finanzielle Lage zu stabilisieren, werden Einsparungen in allen Bereichen vorgenommen. Sparmaßnahmen erstrecken sich auf den Stromund Energieverbrauch sowie die Personalkosten. Der VUP hat in einer Sonderumfrage im Herbst 2022 die Resilienz von Laborunternehmen angesichts anhaltender Krisen wie der problematischen Energieund Materialversorgung untersucht. Die Laborbranche schätzte die Lage überwiegend als besorgniserregend ein, insbesondere aufgrund drohender Versorgungsengpässe im Bereich Energie und Material. 79 Prozent der Befragten sahen die Energieversorgung als besorgniserregend an, 64 Prozent die Materialverfügbarkeit. Drei Prozent sahen die Lage als existenzbedrohend. Als Reaktion darauf ergreifen die Unternehmen gezielte Maßnahmen, um dieser kritischen Lage entgegenzuwirken. Die Maßnahmen zur Sicherung des Energiebedarfs umfassen hauptsächlich Einsparmaßnahmen, wie ein strenges Monitoring des Energieverbrauchs, die Ausweitung des Homeoffice-Angebots und die Umstrukturierung des Unternehmens. Einige Unternehmen streben auch langfristig eine gewisse Unabhängigkeit von Energielieferanten an (VUP 2023a). Den Interviewpartner:innen zufolge wurde angesichts hoher Energiekosten und eingeschränkter Materialverfügbarkeit über die Möglichkeit von Energiezuschlägen und Preiserhöhungen für Standardprodukte diskutiert. 2.4 Konjunktur, Markttrends und Geschäftsstrategien Dem VUP-Konjunkturbarometer zufolge wurden die aktuelle Auftragslage sowie die erwartete Auftragslage von den Laborunternehmen Ende 2019 noch positiv eingeschätzt, dies war im April 2020 nicht mehr der Fall. Die Einschätzungen bewegen sich seither im leicht positiven Bereich, lediglich im November 2022 zeigte sich eine leicht negative Bewertung. Im ersten Halbjahr 2023 entwickelte sich die Stimmung in der Laborbranche positiv mit steigenden Umsatzerwartungen und Investitionsbereitschaft. Letztere ging allerdings im zweiten Halbjahr 2023 wieder zurück. Der Fachkräftemangel besteht seit 2019 fort, bei stabilem Bedarf seit 2021 (VUP o. J.; vgl. Tabelle 2). SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 22 Tabelle 2: Einschätzungen laut VUP-Konjunkturbarometer (2019–2023) Okt. 2019 April 2020 Okt. 2020 April 2021 Nov. 2021 Mai 2022 Nov. 2022 April 2023 Nov. 2023 Auftragslage 0,9 −0,8 0,0 0,5 0,4 0,2 −0,2 0,2 0,1 erwartete Auftragslage 0,2 −0,5 0,0 0,5 0,4 0,2 −0,3 0,5 0,3 Investitionsplanung 0,5 −0,4 −0,1 0,2 0,5 0,1 −0,1 0,4 0,1 Entwicklung der Arbeitsplätze 0,4 −0,2 −0,1 0,2 0,5 0,2 0,1 0,5 0,2 Verfügbarkeit von Fachkräften −1,0 −0,5 −0,7 −0,4 −0,9 −1,1 −0,9 −0,8 −0,8 Anmerkung: Bewertung auf einer Skala von −2 bis +2 (Auftragslage: „sehr schlecht“ bis „sehr gut“; erwartete Auftragslage, Investitionsplanung und Entwicklung der Arbeitsplätze: „deutlich weniger“ bis „deutlich mehr“; Verfügbarkeit von Fachkräften: „sehr schlecht“ bis „sehr gut“) Quelle: eigene Darstellung nach Konjunkturbarometer 2019–2023 (VUP o. J.) Die Patientenbzw. Kundenzufriedenheit hat laut den im Rahmen dieser Studie Befragten oberstete Priorität in den Geschäftsstrategien ihrer Unternehmen. 85 Prozent der Befragten geben an, dass dies sehr relevant oder relevant für ihre Geschäftsführung ist. Große Bedeutung haben auch der wachsende Preisdruck (83 Prozent), Kostenreduzierung (80 Prozent), die Steigerung der Effizienz in der Organisation (78 Prozent), Versorgungsengpässe und steigende Preise für Verbrauchsmaterial, Qualitätsmanagement und die Erweiterung des Leistungsnagebots (je 77 Prozent) sowie der starke Wettbewerb (73 Prozent). Die Einsparung von Energie spielt für etwa zwei Drittel eine große Rolle und auch Gesetzesvorhaben bzw. politische Entscheidungen und die Übernahme von Standorten bzw. Unternehmen sind relevant. Weniger Bedeutung kommt der Mitarbeiterzufriedenheit, Kooperationen, Outsourcing, Werkverträgen und Leiharbeit zu. Eine Reduzierung des Leistungsangebots spielt nach Einschätzung der Befragten in den Geschäftsstrategien kaum eine Rolle (vgl. Abbildung 2). SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 23 Abbildung 2: Einfluss verschiedener Faktoren auf die Geschäftsstrategie aus Sicht der Geschäftsführung Anmerkung: n = 142 Quelle: eigene Befragung und Darstellung SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 24 Neben den genannten Aspekten nennen die Befragten Automatisierung, Personalmangel, die Erweiterung des Portfolios und die Erhöhung der Attraktivität für Investor:innen als relevant für die Geschäftsstrategie der Unternehmen. 2.4.1 Medizinische Laborleistungen Die Ausgaben für medizinische Laborleistungen in Deutschland sind zwischen 2016 und 2021 weiter um 20 Prozent auf über zwölf Milliarden Euro gestiegen. Dies liegt unter dem Wachstum der Gesundheitsausgaben insgesamt im selben Zeitraum (28 Prozent). Ein besonders starker Anstieg war mit dem Beginn der Corona-Pandemie zu verzeichnen; von 2019 auf 2020 stiegen die Ausgaben um zwölf Prozent an (neun Prozent bei den [teil-]stationären Einrichtungen, 15 Prozent bei den ambulanten Einrichtungen; Statistisches Bundesamt 2024a). Der Anteil der Ausgaben für ambulante medizinische Laborleistungen an den Gesundheitsangaben liegt 2021 bei knapp drei Prozent. Der Anstieg der Ausgaben war zwischen 2016 und 2021 bei den ambulanten Einrichtungen mit 26 Prozent größer als in den (teil-)stationären Einrichtungen mit 14 Prozent. Im Jahr 2021 machten die Ausgaben von ambulanten Einrichtungen 55 Prozent der gesamten Ausgaben für Laborleistungen aus (vgl. Abbildung 3). Die Anbieter medizinischer Laborleistungen sind in der Finanzierung weiterhin stark von den Krankenkassen abhängig. Im Jahr 2021 trugen die gesetzlichen Krankenkassen 63 Prozent der Ausgaben, die privaten Kassen 22 Prozent (Statistisches Bundesamt 2024a). Demografische Trends wie eine alternde Bevölkerung, häufigere Krankheiten und ein Fokus auf präventive Gesundheitsversorgung führen zu einer erhöhten Nachfrage nach klinischen Tests. Eine weitere Beobachtung ist das Outsourcing von Laborleistungen durch Krankenhäuser, wovon private Anbieter profitieren. Ein wachsender Trend ist das Selbstzahlen von diagnostischen Tests, was neue Marktchancen für direkte Dienstleistungen für Verbraucher:innen schafft. Innovationen umfassen u. a. Präzisionsmedizin, Digitaldienste und maschinelles Lernen zur Analyse biologischer Datensätze (Synlab 2023). SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 31 3. Beschäftigung in der Laborbranche 3.1 Entwicklung der Beschäftigtenzahlen 26 Prozent der Befragten gibt an, dass sich die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zu vor der Corona-Pandemie erhöht hat. Die Erhöhung zwischen 2019 und 2023 reicht von fünf Prozent bis hin zu 100 Prozent. 33 Prozent der Befragten sehen eine Verringerung der Beschäftigtenzahl im selben Zeitraum, die von zehn bis 60 Prozent reicht, 25 Prozent sehen keinerlei Veränderung, 24 Prozent konnten keine Antwort geben. Eine Verringerung ist eher in der Material-, Lebensmittel und Umweltanalytik zu beobachten als in den medizinischen Laboren, in denen eher ein Aufbau stattfand. Teilweise sind Akquisitionen für eine Zunahme der Beschäftigtenzahl verantwortlich. Auch in manchen medizinischen Laboren gab es während der Coronazeit keine Personalaufstockung, und die gestiegene Arbeitslast wurde durch Überstunden bewältigt. Teilweise gab es einen Wechsel im Stammpersonal, da viele dem Druck während der Corona-Pandemie nicht standgehalten haben. Wo eine Steigerung des Personals angestrebt wird, gestaltet sich die Besetzung offener Stellen oft schwierig. Die Fluktuation in einigen Unternehmen hat zugenommen. Nachbesetzungen sind oft teuer, langwierig und die Qualifizierung aufwendig. Die Zahl der Beschäftigten in allen deutschen medizinischen Laboratorien (inklusive Zahnmedizin) wird für 2022 mit 97.000 angegeben. Allerdings ist die Mehrzahl dieser Beschäftigten nicht in dem in dieser Studie erfassten Laborbereich tätig; 43 Prozent entfallen z. B. auf die Medizin-, Orthopädieund Rehatechnik. Insgesamt zeigt sich bis 2020 ein leichter Rückgang der Beschäftigung in den medizinischen und zahnmedizinischen Laboratorien, gefolgt von einem deutlichen pandemiebedingten Anstieg im Jahr 2021 und einem erneuten Rückgang im Jahr 2022 auf das Niveau von 2015. Der deutlichste Anstieg zeigte sich 2021 bei den medizinisch-technischen Berufen im Laboratorium; zwischen 2013 und 2022 nahm die Beschäftigtenzahl hier um 31 Prozent zu (vgl. Abbildung 5). SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 32 Abbildung 5: Beschäftigte in medizinischen und zahnmedizinischen Laboratorien nach Einrichtung und Beruf (2013–2022) Anmerkungen: Prozentangaben für 2022. Medizinische und zahnmedizinische Laboratorien werden in dieser Statistik zu den Vorleistungsindustrien des Gesundheitswesens gezählt. Neben den Einrichtungen der Laboratoriumsdiagnostik, pathologischen Instituten, Laboratorien für medizinische Untersuchungen sowie Blutund Samenbanken werden die gewerblichen zahntechnischen Laboratorien unter dieser Einrichtung subsumiert. Die (Prozent-)Angaben sind gerundete Werte. Abweichungen zwischen der Summe der Werte für einzelne Berufe und der Gesamtzahl der Beschäftigten sind rundungsbedingt. Quelle: eigene Darstellung nach Daten der Gesundheitspersonalrechnung (Statistisches Bundesamt 2024b) Die Zahl der in der technischen, physikalischen und chemischen Untersuchung tätigen Personen stieg bis zum Jahr 2019 kontinuierlich an und ging im Jahr 2020 um acht Prozent zurück. Über den gesamten Zeitraum 2013 bis 2020 ist ein Zuwachs von 31 Prozent zu verzeichnen (vgl. Abbildung 6). In den drei größten Berufsgruppen im Laboratorium – Berufe im chemisch-technischen Laboratorium, medizinisch-technische Berufe im Laboratorium und Berufe im biologisch-technischen Laboratorium – waren im Juni 2023 knapp 179.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (vgl. Abbildung 7). SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 33 Abbildung 6: Im Wirtschaftszweig „Technische, physikalische und chemische Untersuchung“ tätige Personen (2013–2020) Anmerkungen: Stichtag jeweils 30.9. Eine Differenzierung nach Industrie, öffentlichem Dienst und privaten Dienstleistungen ist nicht möglich. Quelle: eigene Darstellung nach Daten der Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich (Statistisches Bundesamt 2024c) Abbildung 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Laboratoriumsberufen (2017–2023) Anmerkungen: Stichtag jeweils 30.6. Es handelt sich um Angaben über alle Wirtschaftszweige hinweg. Eine Differenzierung nach Industrie, öffentlichem Dienst und privaten Dienstleistungen ist nicht möglich. Nichttechnische Berufe z. B. der Verwaltung werden nicht betrachtet. Quelle: eigene Darstellung nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (2018, 2019b, 2020, 2021, 2022, 2023b und 2024b) SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 34 In den Berufen im chemischbzw. biologisch-technischen Laboratorium stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen Juni 2017 und Juni 2023 um ca. vier bzw. 16 Prozent. Bei den medizinisch-technischen Laborberufen ging die Zahl dagegen um ein Prozent zurück. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im chemisch-technischen Laboratorium in den ersten beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 leicht zurückging (um 0,2 Prozent bzw. 0,1 Prozent) und in den folgenden Jahren wieder anstieg, stieg sie im medizinisch-technischen Labor 2020 um 0,1 Prozent und 2021 um knapp neun Prozent an, um anschließend bis 2023 unter das Niveau von 2017 zu fallen. Im biologisch-technischen Labor stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bis 2022 kontinuierlich an und ging erst 2023 zurück (vgl. Abbildung 7). Während die Zahl der geringfügig Beschäftigten in den Laboratoriumsberufen im vorangegangenen Betrachtungszeitraum (September 2015 bis März 2019) in allen Teilbereichen zurückgegangen war (Schöneberg 2020), stieg sie in den medizinisch-technischen Laboren zwischen 2017 und 2023 um acht Prozent an (vgl. Abbildung 8). Ein besonders starker Anstieg (154 Prozent) war im Jahr 2021 zu beobachten. Abbildung 8: Geringfügig Beschäftigte in Laboratoriumsberufen (2017– 2023) Quelle: eigene Darstellung nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (2018, 2019b, 2020, 2021, 2022, 2023b und 2024b) SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 35 Die Interviewpartner:innen schätzen die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen je nach Tätigkeitsbereich unterschiedlich ein. Während in Bereichen mit steigender Nachfrage nach Analysen wie teilweise in der Lebensmittelanalytik eine Aufstockung stattfindet, bleibt die Zahl der Beschäftigten in anderen Bereichen stabil. In den medizinischen Laboren haben nach der Corona-Pandemie befristete Beschäftigte die Unternehmen wieder verlassen. Tendenziell wird davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze eher weiter verringern wird, teilweise werden Standorte geschlossen und Aufgaben zusammengelegt (amedes 2023; eigene Interviews). 3.2 Fachkräfteund Ausbildungssituation Zwischen 2014 und 2022 nahm die Zahl der berufstägigen Laborärzt:innen von 1.064 um 14 Prozent auf 1.209 zu (Bundesärztekammer 2014 und 2023). Es sind aber immer weniger junge Ärzt:innen in der Laboratoriumsmedizin tätig, gleichzeitig stieg der Anteil der über 50-jährigen Laborärzt:innen zwischen 2014 und 2022 von 63 auf 70 Prozent (vgl. Abbildung 9). Der Altersstrukturwandel sorgt für Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung von durch Renteneintritt freigewordenen Stellen. Abbildung 9: Ärzt:innen in der Laboratoriumsmedizin nach Altersgruppen Quelle: eigene Darstellung nach Bundesärztekammer 2006, 2014, 2018, 2023 SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 36 Während medizinische Fachangestellte und Ärzt:innen zu den Engpassberufen gehören, die die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2022 ausweist, zählen die Berufe im biologisch-technischen, chemisch-technischen und medizinisch-technischen Laboratorium nicht dazu (Bundesagentur für Arbeit 2023a). Gegenläufig zum vergangenen Berichtsraum (Schöneberg 2020) ging der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen in allen drei Bereichen seit 2019 zwischen vier und 23 Prozent zurück, während die Zahl der Arbeitssuchenden zunahm (vgl. Tabelle 4). Tabelle 4: Arbeitssuchende und gemeldete Arbeitsstellen in Laborberufen (2019 und 2024) Arbeitssuchende Veränderung Gemeldete Arbeitsstellen (Bestand) Veränderung Berufe im biologischtechnischen Laboratorium 2019: 2.276 +22 % 2019: 370 −4 % 2024: 2.772 2024: 355 Berufe im chemischtechnischen Laboratorium 2019: 2.933 +12 % 2019: 1.211 −23 % 2024: 3.284 2024: 927 medizinischtechnische Berufe im Laboratorium 2019: 1.612 +24 % 2019: 409 −8 % 2024: 2.004 2024: 375 Anmerkung: Berichtsmonat März 2019 und Februar 2024 Quelle: eigene Darstellung nach Bundesagentur für Arbeit 2019a und 2024a Diese Entwicklung spiegelt sich allerdings nicht in den Befragungsergebnissen wider. Mehr als drei Viertel der im Rahmen dieser Studie Befragten geben an, dass es für ihr Unternehmen schwierig ist, ausreichend Fachkräfte zu rekrutieren. Insbesondere im Labor und im Probeneingang fehlen Fachkräfte (vgl. Abbildung 10). Da die Statistik der Bundesagentur für Arbeit auch den öffentlichen Dienst und andere Bereiche der Untersuchung, Inspektion und Zertifizierung, als die in dieser Studie betrachteten, umfasst, ist davon auszugehen, dass diese mehr davon profitieren als die privaten Laborunternehmen. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 37 Abbildung 10: Einschätzung der Fachkräftesituation durch die Befragten Anmerkung: n = 142 Quelle: eigene Befragung und Darstellung Die Interviewpartner:innen hoben hervor, dass Fachkräfte zu finden und zu binden eine große Herausforderung für die Branche ist. Es wird davon ausgegangen, dass hinsichtlich des Fachkräftemangels noch lange nicht der Höhepunkt erreicht ist. Die Konkurrenz um Fachkräfte ist hoch, besonders mit dem öffentlichen Dienst. Qualifizierte Laborärzt:innen und medizinisch-technisches Personal sind nur sehr limitiert verfügbar. Teilweise können im ärztlichen Bereich Stellen nicht nachbesetzt werden, was zu einem Umsatzrückgang führen kann. Die Nachbesetzung von Kassenarztsitzen innerhalb eines halben Jahres ist entscheidend, da ohne diese Besetzung keine Abrechnung möglich ist. Selbst Labore in der Pharmaindustrie haben Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal für die Produktionsbereiche zu finden, insbesondere für Chemikant:innen und Pharmakant:innen. Viele Bewerber:innen möchten keine Schichtarbeit leisten. Die Rekrutierung von Führungskräften gestaltet sich ebenfalls herausfordernd. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 38 Der Fachkräftemangel kommt zwar einerseits den Beschäftigten zugute, da sie sich dadurch in einer besseren Verhandlungsposition befinden, anderseits führt der Personalmangel aber auch zu höheren Belastungen. Die Belastungen für die verbleibenden Mitarbeiter:innen sind deutlich gestiegen. Nur 21 Prozent der Befragten stimmen zu, dass in ihrem Unternehmen genug in die Ausbildung investiert wird. Da es schwierig ist, geeignete Auszubildende zu finden, zweifeln einige Unternehmen daran, weiterhin ausbilden zu können. Mit Neuordnung der MTA-Ausbildung ab 2023 als duale Ausbildung bilden einige Unternehmen wieder in diesem Bereich aus. Allerdings hebt der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) hervor, dass die neuen Anforderungen an die Ausbildung mehr Ressourcen in den Laboren erfordern (ALM 2022b). Der Verband sieht dringenden Regelungsbedarf bezüglich der Finanzierung der neuen Ausbildung zur Medizinischen Technolog:in für Laboratoriumsanalytik (ALM 2022a). Der VUP bietet jungen Führungskräften in der Laborwirtschaft mit dem Programm „VUP-Next Generation“ eine Plattform für Persönlichkeitsentwicklung und Erfahrungsaustausch (VUP 2023b). Betriebliche Maßnahmen zur Rekrutierung von Fachkräften sind u. a.: • Zusammenarbeit mit Universitäten • Angebot von Berufspraktika, Begleitung von Bachelorund Masterarbeiten und das Angebot dualer Studiengänge (Wessling Holding 2022) • Talentmanagement und strategische Nachfolgeplanung • digitale Führungskräfteund Mitarbeitertrainings • Stärkung der Arbeitgebermarke • (Re-)Auditierung für Beruf und Familie • Einführung von E-Learning-Plattformen und BewerbermanagementSystemen (Antin Amedes Bidco 2021) • Bindung durch betriebliche Altersvorsorge, Jobfahrrad, Kinderbetreuung und betriebliches Gesundheitsmanagement (ISG 2022) Auch das proaktive Anwerben von Beschäftigten aus dem Ausland gewinnt nach Aussagen der Interviewpartner:innen an Bedeutung. Migration aus Balkanländern hat dazu beigetragen, spezialisierte Fachkräfte zu gewinnen, da die Ausbildung dort ähnlich wie in Deutschland ist und die Anerkennung vergleichsweise einfach. Ausländische Bewerber:innen, die eine medizinische Ausbildung absolviert haben, können nach einer mehrmonatigen Laborpraxis und Anerkennung ihrer Qualifikationen als MTAs tätig werden. Einige arbeiten auch als Aushilfen in der Mikrobiologie, beispielsweise beim Ausstreichen von Proben, da sie sich die Anerkennung nicht leisten können. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 39 4. Arbeitsbedingungen in Laborunternehmen 4.1 Einschätzung der aktuellen Bedingungen durch Beschäftigte und Betriebsratsmitglieder Insgesamt werden die Arbeitsbedingungen von den Befragten überwiegend mittelmäßig eingeschätzt. 42 Prozent vergaben drei Punkte auf einer Skala von 1 = „sehr schlecht“ bis 5 = „sehr gut“. Vier Prozent schätzen die Arbeitsbedingungen als „sehr gut“ ein, 26 Prozent als „gut“. 18 Prozent sind der Ansicht, dass sie „schlecht“ sind, und sechs Prozent geben „sehr schlecht“ an (n = 142; vier Prozent machen keine Angabe). Der Krankenstand wird von 57 Prozent der Befragten als hoch eingestuft (vgl. Abbildung 11). Die emotionalen Arbeitsforderungen werden häufiger hoch eingeschätzt (55 Prozent der Befragten stimmen vollkommen oder eher zu) als die körperliche Belastung (34 Prozent). Die Beschäftigten haben zwar häufig Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit (55 Prozent), 51 Prozent geben aber auch an, dass mehrmals im Monat oder öfter Überstunden geleistet werden müssen. Die Hälfte ist zudem der Ansicht, dass Arbeitshetze und Zeitdruck häufig vorkommen. Nicht ganz die Hälfte (48 Prozent) ist der Ansicht, dass die Arbeit unter den geltenden Bedingungen als sinnhaft gesehen wird. Für 42 Prozent sind die Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Privatleben gut. 32 Prozent halten die Personalausstattung für angemessen und nur 19 Prozent die Bezahlung der Tätigkeit. Die betrieblichen Weiterbildungsmöglichkeiten werden von 22 Prozent als „sehr gut“ oder „gut“, von 27 Prozent als mittelmäßig und von 38 Prozent als „schlecht“ bzw. „sehr schlecht“ bewertet (n = 142; 13 Prozent geben keine Einschätzung ab). Fast drei Viertel der Befragten geben an, dass sich zumindest teilweise die Tätigkeiten im Beruf und die Anforderungen an die Qualifikation verändert haben (vgl. Abbildung 12). Positiv zu vermerken ist, dass nur zehn Prozent der Befragten nicht bezahlt für Fortund Weiterbildungen freigestellt werden. Allerdings fehlen bei 52 Prozent Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierewege und nur 38 Prozent sehen die Beschäftigten für ihre Aufgaben ausreichend qualifiziert. Fortund Weiterbildungen sowie die Ausbildung werden eher selten ausreichend finanziert und auch die Gerechtigkeit beim Zugang zur Weiterbildung lässt noch häufig zu wünschen übrig. Insgesamt werden nur von 18 Prozent Verbesserungen in den Weiterbildungsmöglichkeiten in den vergangenen fünf Jahren gesehen. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 40 Abbildung 11: Einschätzung der Befragten zu den Arbeitsbedingungen Anmerkung: n = 142 Quelle: eigene Befragung und Darstellung Während einige Unternehmen durchaus bemüht sind, den Beschäftigten eine große Anzahl von Schulungen zu bieten, hoben einige Interviewpartner:innen hervor, dass sich die Beschäftigten unzureichend unterstützt fühlen. Auch variieren teilweise die Weiterbildungsmöglichkeiten je nach Berufsgruppe. In manchen Unternehmen haben seit Beginn der Pandemie keine Weiterbildungen mehr stattgefunden. Die Ablehnung von Weiterbildungsanträgen durch Vorgesetzte stellt eine Hürde dar, die die berufliche Qualifikation stagnieren lässt. In Zeiten sich rasch verändernder Arbeitsanforderungen und Technologien ist eine kontinuierliche Weiterbildung jedoch essenziell, um wettbewerbsfähig zu bleiben. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 47 Abbildung 15: Einschätzung der Befragten zu den Auswirkungen der digitalen Technologien auf Arbeit und Beschäftigung Anmerkung: n = 142 Quelle: eigene Befragung und Darstellung SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 48 5. Entwicklung der betrieblichen Interessenvertretung und der Tarifstrukturen Ein Fünftel der Befragten gibt an, dass in den vergangenen fünf Jahren im Unternehmen zusätzliche Betriebsräte gegründet wurden. Dies umfasst Betriebsräte an neuen Standorten und an bestehenden Standorten aufgrund von Unzufriedenheit oder des Verhaltens der Geschäftsführung, Gesamtund Konzernbetriebsräte aufgrund zunehmender Zahl von Standorten und zur besseren Organisation und Kommunikation zwischen den verschiedenen Bereichen innerhalb des Konzerns. Die Interviewpartner:innen gaben aber auch an, dass teilweise Betriebsräte an einigen Standorten aufgelöst wurden. Die Beachtung der Beteiligungsund Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter:innen durch die Arbeitgeberin im Betrieb bewerten die befragten Betriebsratsmitglieder (n = 43) eher negativ (fünf Prozent geben eine sehr positive Bewertung ab, neun Prozent positiv, 49 Prozent mittelmäßig, 23 Prozent negativ und 14 Prozent sehr negativ). Die Befragten geben zu 70 Prozent an, dass dem Betriebsrat nicht ausreichend oder pünktlich Informationen zur Verfügung gestellt werden. Bezieht man auch die Antwort „teils/teils“ mit ein, sind es sogar 91 Prozent. Mindestens teilweise sehen 62 Prozent der Befragten, dass die die Verhandlungen mit der Geschäftsführung dadurch erschwert werden, dass diese keine unabhängigen Entscheidungen treffen kann; 61 Prozent geben an, dass die Betriebsratsarbeit durch die Geschäftsführung behindert wird. Eine geringere Bedeutung haben die Einschüchterung des Betriebsrats, die Verhinderung von Fortbildungen des Betriebsrates und die Unterbindung von Kontakt zur Gewerkschaft. Nur 16 Prozent sind der Ansicht, dass sich die Beachtung der Beteiligungsund Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter:innen durch die Arbeitgeberin im Betrieb in den vergangenen fünf Jahren verbessert hat. Weitere 33 Prozent geben an, dass dies teilweise der Fall ist (vgl. Abbildung 16). Die Interviewpartner:innen hoben außerdem hervor, dass die Betriebsratsarbeit u. a. dadurch erschwert wird, dass lange Wartezeiten für Termine mit der Geschäftsführung bestehen, Prozesse, um die zuständige Führungsebene zu erreichen, langwierig und schwierig sind und Betriebsvereinbarungen nicht eingehalten werden. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 49 Abbildung 16: Einschätzung der befragten Betriebsratsmitglieder zu Herausforderungen für die Betriebsratsarbeit Anmerkung: n = 43 Quelle: eigene Befragung und Darstellung Obwohl Gesprächsbereitschaft seitens der Geschäftsführung besteht, werden Verzögerungstaktiken angewendet, Kostenargumente vorgebracht oder Reisen des Betriebsrats behindert. Die Durchführung von Betriebsversammlungen ist mancherorts schwierig geworden, da virtuelle Versammlungen nicht mehr erlaubt sind und Raumkosten seitens der Ge- SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 50 schäftsführung als zu hoch angesehen werden. Zudem ist es oft schwierig, Nachwuchs für die Arbeit im Betriebsrat zu finden. Eine bessere Entlohnung ist eines der durch die Befragten am häufigsten genannten Themen, um die sich der Betriebsrat kümmern sollte. Dabei stehen die Anpassung an die Inflation, eine faire Eingruppierung und die Anpassung unterschiedlicher Verträge im Vordergrund. Über den Abschluss einer Betriebsvereinbarung zum Entgelt und die Anpassung des Haustarifvertrages an die allgemeine Lohnentwicklung hinaus, äußern mehrere Befragte den Wunsch nach dem Abschluss eines Tarifvertrags. Auch dem Erhalt von Stellen wird von den Befragten eine große Bedeutung beigemessen. Arbeitsplatzsicherung und Sozialplanverhandlungen wurden von mehreren Befragten genannt. Insgesamt werden von den Befragten die Personalplanung sowie die Einstellung von mehr Personal als Themen für den Betriebsrat gesehen. Angesichts einer Unterbesetzung sollte gegen Einstellungsstopps vorgegangen werden, qualifizierte neue Mitarbeiter:innen angeworben werden, die Bindung der Beschäftigten erhöht sowie die Fluktuation verringert werden. In diesem Zusammenhang spielen auch Richtlinien für Befristungen bzw. Vorgaben zur Entfristung sowie die Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit eine Rolle. Hinzu kommt die gesundheitsfördernde Ausstattung der Arbeitsplätze, Schaffung von Karrieremöglichkeiten und Verbesserung der Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen, Schulung und Qualifizierung der Beschäftigten, Anpassung der Arbeitszeiten, Digitalisierung, Reduzierung der Arbeitsbelastung und das Vorgehen gegen Mobbing. Die seit Beginn der Corona-Pandemie abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen umfassen eine Vielzahl von Themen, darunter mobiles Arbeiten, Urlaubsplanung, Kurzarbeit, Schichtarbeit, Arbeitszeitregelungen, Telearbeit, IT-Systeme, Mitarbeitergespräche, Sonderurlaub, Corona-bedingte Verhaltensmaßnahmen, Ideenmanagement, Recruiting, Bike-Leasing und Diensträder, Zeiterfassung, E-Learning, Einsatz von Software wie SAP, Rufbereitschaft und Mental Health. Die Themen der Betriebsräte umfassen eine breite Palette von Angelegenheiten, darunter: • Arbeitszeit und Zeiterfassung • Homeoffice-Regelungen • Besetzung offener Stellen • betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) • Arbeitsund Gesundheitsschutz • Vergütung • psychische Belastung am Arbeitsplatz • Datenschutz, Ausbildung und Qualifizierung • Standortsicherung SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 51 • Fachkräfteentwicklung • Hinweisgebergesetz • Mitarbeiterfluktuation • Interessenausgleich und Sozialplan • Stellenabbau • Kündigungen • Tarifverträge • Belastungsanzeigen • Notfallpläne • Motivation von Beschäftigten • Beschäftigungssicherung • Einhaltung von Betriebsvereinbarungen • Personalund Fachkräftemangel • Prozessoptimierung • Schließung von Standorten • Arbeitsverdichtung • Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen • Weiterbildung • Verhaltenskodex • Digitalisierung • Ideenmanagement Bei 52 Prozent der Befragten kommt ein Haustarifvertrag zur Anwendung, bei 15 Prozent kein Tarifvertrag, bei acht Prozent ein Branchentarifvertrag. In sieben Prozent der Fälle findet eine Orientierung an einem Tarifvertrag statt. Obwohl es in vielen Unternehmen noch keinen Tarifvertrag gibt, erkennen die Geschäftsführungen zunehmend, dass eine geregelte Gehaltstruktur wichtig ist, um qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen und beginnen mit den Betriebsräten in dieser Sache zusammenzuarbeiten. In einigen Fällen wurde bei gescheiterter betrieblicher Lohngestaltung die Gewerkschaft einbezogen. Tarifaktionen kam in den vergangenen Jahren eine zunehmende Bedeutung zu. Während sich z. B. bei Eurofins der wachsende Unmut der Beschäftigten im Jahr 2023 in einer Demonstration für die Aufnahme von Tarifverhandlungen zeigte (IG BCE 2023a) und sich auch bei Wessling der Kampf für einen Tarifvertrag fortsetzt (IG BCE 2023b), fanden bei amedes angesichts der stockenden Tarifverhandlungen im Jahr 2021 Kundgebungen, Postkartenaktionen und politische Mittagspausen an verschiedenen Standorten statt. Schließlich konnte eine Einigung herbeigeführt und neben Gehaltserhöhungen von fünf Prozent und Zahlung einer Corona-Prämie erstmals Urlaubsgeld bei amedes eingeführt werden (IG BCE 2021). SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 52 Im Januar 2024 kam es bei Synlab zu Warnstreiks, da das Unternehmen der Forderung einer Lohnerhöhung von elf Prozent, einer Erhöhung des Urlaubgeldes sowie einer zusätzlichen Jahressonderzahlung nicht nachkam (IG BCE 2024a). Schließlich einigte sich die Gewerkschaft IG BCE mit Synlab in der fünften Tarifrunde, wodurch 3.500 Beschäftigte in medizinischen Versorgungszentren im Schnitt eine Gehaltserhöhung von kann 15 Prozent sowie eine einmalige Inflationsausgleichsprämie erhalten. Außerdem wurden Verbesserungen im Manteltarifvertrag in Hinsicht auf Urlaub, Urlaubsund Weihnachtsgeld erreicht (IG BCE 2024b). SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 53 6. Schlussfolgerungen und Ausblick Die Laborbranche und die Beschäftigten stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Fortbestand der Unternehmen spielen die Finanzierung der Gesundheitssysteme, die gerechte Vergütung durch die Krankenkassen und die Gewinnung neuer Kund:innen bzw. Einsender:innen eine Rolle. Sollte die Quotierung durch den „einheitlichen Bewertungsmaßstab“ (EBM) und die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) gleich bleiben, aber die Kosten im Unternehmen steigen, wird dies durch Mehrarbeit abgefedert werden müssen. Wenn jedoch die Finanzierung durch Krankenkassen weiter reduziert wird, führt dies zu Preisdruck und könnte ggf. zur Schließung von Laboren führen. Der Preisdruck sowie die Konkurrenz nehmen auch bei den nicht medizinischen Laboren zu. Unternehmen streben nach Diversifizierung und suchen nach neuen Geschäftsfeldern, um ihre Einnahmen zu stabilisieren. Obwohl einige Unternehmen bereit sind, Preisnachlässe mitzugehen, wird die Qualität als oberste Priorität angesehen. Zukünftige Herausforderungen stehen vor allem im Zeichen der Rentabilität und der Effizienzsteigerung in allen Bereichen. Es gilt, Verbrauchsund Materialkosten auszugleichen, ohne dass die Mitarbeiter:innen weniger verdienen. Investitionen und Entscheidungen in Konzernen bedürfen einer erhöhten Transparenz und Kommunikation. Es besteht das Bedürfnis nach einer transparenten und wertschätzenden Unternehmenskultur, um das Engagement der Beschäftigten langfristig aufrechtzuerhalten. Die Anerkennung der Bedeutung angemessener Gehälter für Fachpersonal ist ein Schritt in die richtige Richtung, um langfristig qualifizierte Mitarbeiter:innen zu gewinnen und zu halten. Auch wenn es keinen Tarifvertrag gibt, sollte die Vergütung nach einer klaren Struktur erfolgen, die jedoch nicht weit vom Tarifvertrag entfernt sein sollte. Ein wichtiger Aspekt mit Blick auf die Beschäftigung ist der anhaltende Fachkräftemangel. Es wird für Unternehmen weiterhin schwierig sein, qualifizierte Mitarbeiter:innen zu finden und zu halten. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den nächsten Jahren in Rente, das kann schlecht oder nicht aufgefangen werden. Durch den Weggang von Arbeitskräften verschwindet wertvolles Wissen. Die Mitarbeiterzufriedenheit wird daher für die Unternehmen immer wichtiger. Angemessene Gehälter, Wertschätzung der Arbeit sowie familienfreundliche Arbeitszeiten können dazu beitragen. Gelingt es den Unternehmen nicht, für Beschäftigte in Verwaltung und IT attraktiv zu bleiben, wird ein vermehrtes Outsourcing in diesen Bereichen erwartet. Steigende Fallbzw. Probenzahlen sowie zunehmende Anforderungen an die SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 54 Qualität bei unveränderter oder gar sinkender Beschäftigtenzahl sowie einem hohen Krankenstand sorgen für weiter zunehmende Belastungen. Die zunehmende Digitalisierung erfordert kontinuierliche Weiterbildungen und das Aufrechterhalten eines aktuellen Wissensstandes bei den Beschäftigten. Es gilt, die Mitarbeitermotivation aufrechtzuerhalten, die Belastung am Arbeitsplatz zu reduzieren und die Balance zwischen Qualität und Quantität zu finden. All diese Herausforderungen erfordern eine strategische Herangehensweise an Personalentwicklung und Mitarbeiterbindung, um langfristig erfolgreich zu bleiben. In den kommenden Jahren sehen die befragten Betriebsräte einige Herausforderungen für die betriebliche Interessenvertretung. Ein zentraler Punkt ist die fortschreitende Digitalisierung, die nicht nur neue Arbeitsabläufe und Technologien mit sich bringt, sondern auch Fragen des Datenschutzes und der Mitarbeiterüberwachung aufwirft. Die Einführung von Künstlicher Intelligenz und digitalen Überwachungsmaßnahmen erfordert eine kritische Auseinandersetzung und eine angemessene Vertretung der Interessen der Beschäftigten. Die Umsetzung eines einheitlichen Entgeltrahmentarifvertrags stellt eine weitere Herausforderung dar, ebenso wie der Umgang mit dem Fachkräftemangel und die Sicherung besserer Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sowie Stellenerhalt. Es gilt darauf achten, dass die Rechte der Arbeitnehmer:innen nicht durch Internationalisierung und Konzernvorgaben verwässert werden und demokratische Strukturen erhalten bleiben. Zudem müssen die Betriebsräte sich weiterhin für faire Lohnstrukturen und eine sozialverträgliche Personalpolitik einsetzen, um die Rechte und Bedürfnisse der Beschäftigten zu wahren und zu stärken. Flächendeckende Tarifverträge und Gehaltsanpassungen, die über der Inflation liegen, sollten gefördert werden. Angesichts dieser Aufgaben gilt es auch, Mitglieder für den Betriebsrat zu gewinnen und die Solidarität der Beschäftigten untereinander zu stärken. Es gilt eine Behinderung der Betriebsratsarbeit zu verhindern und Mitbestimmung insbesondere auch Führungskräften näher zu bringen. SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 55 Literatur Alle im Folgenden genannten Webseiten wurden zuletzt am 20.8.2024 abgerufen, soweit nicht anders angegeben. ALM – Akkreditierte Labore in der Medizin (2022a): Ungeklärte Finanzierung der neuen MTLA-Ausbildung in ambulant tätigen Laboren. Gesetz über die Berufe in der medizinischen Technologie (MT-Berufe-Gesetz – MTBG). Schreiben vom 28.2.2022. www.alm-ev.de/stellungnahmen/ungeklaerte-finanzierung-derneuen-mtla-ausbildung-in-ambulant-taetigen-laboren/ ALM – Akkreditierte Labore in der Medizin (2022b): Verschärfung des Fachkräftemangels: Schwerwiegende Faktoren verhindern Erhöhung der Ausbildungskapazitäten im Bereich MTL. Schreiben vom 7.12.2022. www.alm-ev.de/stellungnahmen/verschaerfung-desfachkraeftemangels-schwerwiegende-faktoren-verhindernerhoehung-der-ausbildungskapazitaeten-im-bereich-mtl1/ ALM – Akkreditierte Labore in der Medizin (2024): Labore lehnen die Abwertung von Laboruntersuchungen zur Gegenfinanzierung neuer EBM-Pauschalen ab. Pressemitteilung vom 18.4.2024. www.alm-ev.de/wp-content/uploads/2024/04/240418-ALM-PMTransportkosten.pdf amedes (2023): amedes-Gruppe stellt Weichen für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft. Pressemitteilung vom 29.9.2023. https://newsroom.amedes-group.com/pressreleases/amedesgruppe-stellt-weichen-fuer-eine-nachhaltig-erfolgreiche-zukunft3275661 Antin Amedes Bidco GmbH (2019): Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2018 bis zum 31.12.2018. www.bundesanzeiger.de Antin Amedes Bidco GmbH (2021): Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2020 bis zum 31.12.2020. www.bundesanzeiger.de BAM – Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (2022): Digitalisierung in der Konformitätsbewertung in Deutschland. Eine QI-FoKuS-Studie. https://netzwerke.bam.de/Netzwerke/Content/DE/Standardartikel/ Netzwerke/QI-FoKuS/qi-fokus-studien.html SCHÖNEBERG/RIEDE: BRANCHENANALYSE LABORANALYTIK – ZWEITES UPDATE | 56 Bundesagentur für Arbeit (2018): Beschäftigte nach Berufen (Klassifikation der Berufe 2010) – Deutschland, West/Ost und Länder (Quartalszahlen), Deutschland, Stichtag: 30. Juni 2017. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201706/ iiia6/beschaeftigung-sozbe-bo-heft/bo-heft-d-0-201706-xlsx.xlsx ?__blob=publicationFile&v=1 Bundesagentur für Arbeit (2019a): Arbeitsmarkt nach Berufen (Monatszahlen), Deutschland, West/Ost und Länder, März 2019. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201903/ iiia4/berufe-heft-kldb2010/berufe-heft-kldb2010-d-0-201903-xlsx. xlsx?__blob=publicationFile&v=2 Bundesagentur für Arbeit (2019b): Beschäftigte nach Berufen (Klassifikation der Berufe 2010) – Deutschland, West/Ost und Länder (Quartalszahlen), Deutschland, Stichtag: 30. Juni 2018. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201806/ iiia6/beschaeftigung-sozbe-bo-heft/bo-heft-d-0-201806-xlsx.xlsx ?__blob=publicationFile&v=1 Bundesagentur für Arbeit (2020): Beschäftigte nach Berufen (Klassifikation der Berufe 2010) – Deutschland, West/Ost und Länder (Quartalszahlen), Deutschland, Stichtag: 30. Juni 2019. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201906/ iiia6/beschaeftigung-sozbe-bo-heft/bo-heft-d-0-201906-xlsx.xlsx ?__blob=publicationFile&v=1 Bundesagentur für Arbeit (2021): Beschäftigte nach Berufen (Klassifikation der Berufe 2010) – Deutschland, West/Ost und Länder (Quartalszahlen), Deutschland, Stichtag: 30. Juni 2020. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202006/ iiia6/beschaeftigung-sozbe-bo-heft/bo-heft-d-0-202006-xlsx.xlsx ?__blob=publicationFile&v=1 Bundesagentur für Arbeit (2022): Beschäftigte nach Berufen (Klassifikation der Berufe 2010) – Deutschland, West/Ost und Länder (Quartalszahlen), Deutschland, Stichtag: 30. Juni 2021. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202106/ iiia6/beschaeftigung-sozbe-bo-heft/bo-heft-d-0-202106-xlsx.xlsx ?__blob=publicationFile&v=1 Bundesagentur für Arbeit (2023a): Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt, Mai 2023. 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