Studiengang Master Logopädie Masterthesis Eine qualitative Untersuchung zur Betroffenenperspektive von Jugendlichen mit schwerer Dysarthrie auf die Versorgung, Nutzung und Akzeptanz „Unterstützter Kommunikation“ und ihre Einordnung im logopädischen Kontext «Was mache ich überhaupt da und warum wollen alle, dass ich so ein scheiss Ding vor der Nase habe?» Eingereicht von: Eliane Fermaud Begleitperson: Dr. phil. Susanne Bauer Zweite Fachperson: Eva Stephan Datum: 20. April 2025
Masterthesis Eliane Fermaud 2 Abstract Menschen mit schweren Dysarthrien oder Anarthrien sind auf alternative Kommunikationsformen angewiesen. Ein Teil von ihnen wird im Laufe des Lebens mit einem elektronischen Kommunikationshilfsmittel versorgt. Die Perspektiven der Betroffenen auf die Kommunikationshilfsmittelversorgung und die langfristige Nutzung der Hilfsmittel ist kaum bekannt und erforscht. Die vorliegende Masterthesis befasst sich mit dieser Betroffenenperspektive, indem fünf Menschen mit einer schweren Dysarthrie oder Anarthrie retrospektiv zur Hilfsmittelversorgung sowie zur anschliessenden bis aktuellen Nutzung befragt wurden. Dazu wurden halb standardisierte Leitfadeninterviews durchgeführt, transkribiert und mittels einer inhaltlich-strukturierten Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich viele Aspekte mit Befragungen von Eltern oder Angehörigen sowie weiterer Literatur decken. Dazu gehören insbesondere technische Probleme, Herausforderungen im sozialen Kontakt mit anderen Menschen oder strukturelle Gegebenheiten, beispielsweise im Zusammenhang mit der Finanzierung des Hilfsmittels. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass insbesondere die intrinsische Motivation für die Erstversorgung, das Erlernen des Umgangs mit dem Hilfsmittel und die erfolgreiche langfristige Nutzung von entscheidender Bedeutung ist. Eine wichtige Voraussetzung für die intrinsische Motivation war die Akzeptanz der eigenen Behinderung - der Dysarthrie. Die Ergebnisse legen nahe, dass für die logopädische Therapie die Arbeit auf Funktionsebene sowie die gleichzeitige Einführung und Nutzung von Unterstützter Kommunikation zielführend sind. Zudem sind psychosoziale Aspekte wie die gezielte Auseinandersetzung mit Ängsten, Sorgen, Wut oder Trauer, die Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung und die Begleitung bei der sozialen Teilhabe unbedingt einzubeziehen. Eine umfassende, zielführende und langfristige Begleitung und Förderung erfolgt idealerweise interprofessionell, wobei Logopäd*innen sowohl auf der Ebene der Therapie als auch bei der Beratung durch ihr Fachwissen über Sprachentwicklung und Dysarthrien einen wesentlichen und notwendigen Stellenwert einnehmen.
Masterthesis Eliane Fermaud 3 Danksagung Ohne die Unterstützung diverser Personen, wäre die Planung und Umsetzung der vorliegenden Arbeit nicht möglich gewesen. Mein Dank gilt Dr. Susanne Bauer für die fachliche Unterstützung, insbesondere zu Beginn, wodurch ein solides Grundgerüst für die Arbeit geschaffen werden konnte, was die Umsetzung deutlich erleichterte. Weiter möchte ich mich herzlich bei den fünf Teilnehmenden der Interviews bedanken. Die Interviews waren mit grossem Aufwand und auch Anstrengung verbunden und die Teilnahme daher nicht selbstverständlich. Ich danke ihnen für ihre Offenheit und das Vertrauen. In diesem Zusammenhang gilt auch mein Dank allen Fachpersonen, die mich bei der Rekrutierung unterstützt haben indem sie den Fragebogen weitergeleitet oder auch Interviewtermine organisiert haben. Weiter bedanke ich mich bei meinen Teamkolleg*innen, die mich bei der Leitfadenerstellung unterstützt haben und stets ein offenes Ohr für fachlichen Austausch hatten. Zuletzt bedanke ich mich bei meiner Familie und meinen Freund*innen. Für die Aufmunterung, Ablenkung, Anspornung und die kulinarische Verpflegung.
Masterthesis Eliane Fermaud 4 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ............................................................................................................................. 7 1.1 Ausgangslage ........................................................................................................................... 7 1.2 Ziel der Arbeit ........................................................................................................................... 8 1.3 Fragestellung ............................................................................................................................ 9 2 Theoretischer Hintergrund .................................................................................................. 10 2.1 Dysarthrie und ihre Auswirkung auf die Kommunikation ...................................................... 10 2.1.1 Definition und Ursachen von Dysarthrien ..................................................................... 10 2.1.2 Klassifikation von Dysarthrien ........................................................................................ 11 2.1.3 Symptomatik von Dysarthrien im Kindesund Erwachsenenalter ................................ 12 2.1.4 Auswirkungen auf die Kommunikation .......................................................................... 13 2.1.5 Psychosoziale Auswirkungen ......................................................................................... 15 2.2 Unterstützte Kommunikation ................................................................................................. 16 2.2.1 Definition und Grundprinzipien der Unterstützten Kommunikation ............................ 16 2.2.2 Zielgruppen und Kommunikationsformen in der Unterstützten Kommunikation ........ 17 2.2.3 Herausforderungen in der Unterstützten Kommunikation ........................................... 18 2.2.4 Einfluss von Unterstützter Kommunikation auf die Teilhabe ........................................ 19 2.2.5 Elektronische Kommunikationshilfsmittel ..................................................................... 19 2.3 Versorgung mit Kommunikationshilfsmitteln in der Schweiz ................................................ 21 2.3.1 Überblick über die Versorgungssituation in der Schweiz .............................................. 21 2.3.2 Finanzierung ................................................................................................................... 21 2.3.3 Voraussetzungen für eine Hilfsmittelversorgung .......................................................... 22 2.3.4 Ablauf einer Hilfsmittelversorgung ................................................................................ 23 2.3.5 Interprofessionelle Zusammenarbeit und die Rolle der Logopädie .............................. 24 2.3.6 Perspektiven der Eltern und anderer Bezugspersonen ................................................. 24 3 Methodik ............................................................................................................................ 26 3.1 Qualitatives Forschungsdesign............................................................................................... 26 3.1.1 Gütekriterien .................................................................................................................. 26 3.1.2 Datenschutz und Ethik ................................................................................................... 27 3.2 Stichprobe............................................................................................................................... 28 3.2.1 Einund Ausschlusskriterien .......................................................................................... 28 3.2.2 Rekrutierung ................................................................................................................... 29 3.2.3 Angaben zur Stichprobe ................................................................................................. 29 3.3 Datenerhebung....................................................................................................................... 31
Masterthesis Eliane Fermaud 5 3.3.1 Instrumentenwahl .......................................................................................................... 31 3.3.2 Leitfadenkonstruktion .................................................................................................... 32 3.3.3 Pilotphase ....................................................................................................................... 33 3.3.4 Interviewdurchführung .................................................................................................. 33 3.4 Datenaufbereitung ................................................................................................................. 35 3.4.1 Transkription .................................................................................................................. 35 3.4.2 Anonymisierung der Daten ............................................................................................ 35 3.4.3 Datenorganisation und Verwaltung ............................................................................... 36 3.5 Datenauswertung ................................................................................................................... 36 3.5.1 Qualitative Inhaltsanalyse .............................................................................................. 36 3.5.2 Kategoriensystem ........................................................................................................... 38 4 Darstellung der Ergebnisse .................................................................................................. 39 4.1 Beschreibung der Stichprobe .................................................................................................. 39 4.2 Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse ............................................................................ 40 4.2.1 Akzeptanzfaktoren ......................................................................................................... 40 4.2.2 Motivationsfaktoren ...................................................................................................... 42 4.2.3 Unterstützung ................................................................................................................ 44 4.2.4 Lernprozess .................................................................................................................... 45 4.2.5 Herausforderungen ........................................................................................................ 46 4.2.6 Verbesserungsvorschläge............................................................................................... 48 4.3 Kategorienübergreifende Analyse .......................................................................................... 49 5 Diskussion .......................................................................................................................... 52 5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse ......................................................................................... 52 5.2 Interpretation der Ergebnisse................................................................................................. 53 5.2.1 Einfluss der Akzeptanz ................................................................................................... 53 5.2.2 Rolle der Motivation ...................................................................................................... 54 5.2.3 Erfahrene Unterstützung ............................................................................................... 55 5.2.4 Verbesserungsvorschläge............................................................................................... 56 5.2.5 Erlebte Herausforderungen ........................................................................................... 57 5.3 Beantwortung der Fragestellung ........................................................................................... 58 5.4 Implikationen für die Logopädie ............................................................................................ 59 5.5 Methodenkritik ....................................................................................................................... 62 5.5.1 Gütekriterien .................................................................................................................. 62 5.5.2 Stichprobe ...................................................................................................................... 62 5.5.3 Datenerhebung und -aufbereitung ................................................................................ 63
Masterthesis Eliane Fermaud 6 5.5.4 Datenauswertung ........................................................................................................... 64 5.6 Empfehlungen für weiterführende Forschung ....................................................................... 64 6 Fazit und Ausblick ............................................................................................................... 66 7 Literaturverzeichnis ............................................................................................................ 67 8 Abbildungsund Tabellenverzeichnis ................................................................................... 79 9 Anhangsverzeichnis............................................................................................................. 81
Masterthesis Eliane Fermaud 7 1 Einleitung 1.1 Ausgangslage Die Dysarthrie ist eine der häufigsten neurologisch bedingten Kommunikationsstörungen und wird durch eine Schädigung des peripheren oder zentralen Nervensystems verursacht. Sie betrifft die Artikulation, die Stimmgebung und die Sprechatmung (Eibl, 2023). Die Diagnostik und Therapie von Dysarthrien nimmt somit in der Arbeit von klinisch tätigen Logopäd*innen sowohl im Kinderals auch im Erwachsenenbereich einen grossen Stellenwert ein. In der logopädischen Therapie wird durch eine gezielte auditive Diagnostik das Dysarthrieprofil ermittelt, um daraus Therapieschwerpunkte und Therapieziele abzuleiten. Ziel der Therapie ist die Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten und der Teilhabe am sozialen Leben (ebd.). Für die Diagnostik leichter und mittelschwerer kindlicher Dysarthrien stehen im deutschsprachigen Raum die Bogenhausener Dysarthrieskalen - Kindliche Dysarthrien (BoDyS KiD) zur Verfügung (Haas, Ziegler & Schölderle, 2020). Die BoDys KiD wird durch die im Rahmen des Studienprojekt G übersetzte schweizerdeutsche Version Bogenhausener Dysarthrieskalen - Kindliche Dysarthrien Schweizerdeutsche Version (BoDyS KiD-S), ergänzt (Fermaud, 2024), womit auch in der Deutschschweiz eine umfassende Diagnostik auf der Funktionsebene möglich ist. Diagnostik und Therapie orientieren sich immer an der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Im Rahmen des Studienprojekts G lag der Fokus auf der Ebene der Körperfunktionen und -strukturen. Während bei leichten bis mittelschweren Dysarthrien durch eine Verbesserung auf der Ebene der Körperfunktionen und -strukturen auch eine Verbesserung der Aktivität und Partizipation erreicht werden kann, muss bei schweren Dysarthrien oder Anarthrien der Fokus stärker auf die Ebene der Aktivität und Partizipation gelegt werden. In diesem Zusammenhang gewinnt der Einsatz von Unterstützter Kommunikation (UK) zunehmend an Bedeutung. Während früher UK oft als „letzte Option“ für Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen angesehen wurde, ist UK heute eine etablierte und frühzeitige Massnahme in der Therapie und Förderung (Romski & Sevcik, 2005). Die klinischen Erfahrungen in der Kinder-Reha Schweiz zeigen, dass insbesondere Menschen mit schweren Dysarthrien heute bereits im Alter zwischen 3 und 8 Jahren mit einem Kommunikationshilfsmittel versorgt werden. Kinder mit schweren Dysarthrien, die über ein für die Kommunikationshilfe ausreichendes Sprachverständnis und gute kognitive Voraussetzungen verfügen, werden häufig mit komplexen elektronischen Kommunikationshilfsmitteln versorgt. In der Praxis zeigt sich, dass die Akzeptanz von Kommunikationshilfsmitteln bei den Betroffenen stark variiert: Während einige Kinder und Jugendliche motiviert sind, ihr Hilfsmittel zu nutzen, lehnen andere es teilweise oder ganz ab.
Masterthesis Eliane Fermaud 8 1.2 Ziel der Arbeit Diese Arbeit untersucht das Erleben der Hilfsmittelversorgung und der darauffolgenden Hilfsmittelnutzung aus der Sicht der Betroffenen. Logopäd*innen spielen eine zentrale Rolle in der Behandlung komplexer Kommunikationsstörungen wie Dysarthrien. Sie verfügen sowohl über Fachwissen zum Störungsbild der Dysarthrie als auch über die Möglichkeit, Unterstützte Kommunikation gezielt therapeutisch und kommunikativ einzusetzen. Während die Perspektiven der Angehörigen bereits breit sowie in unterschiedlichen Kulturkreisen erforscht wurde (Berenguer, Martínez, De Stasio & Baixauli, 2022), fehlt es - insbesondere im deutschsprachigen Raum - an Erkenntnissen über die Perspektive der Betroffenen. Einzelne Studien aus dem anglo-amerikanischen Raum konnten in Einzelfallstudien oder Befragungen von einzelnen Betroffenen aufzeigen, dass Betroffene bei der Einrichtung und Gestaltung der Hilfsmittel miteinbezogen werden wollen (Iacono, Lyon, Johnson & West, 2013) und den Bedürfnissen adaptierte Hilfsmittel die Akzeptanz steigern kann (Clarke, McConachie, Price & Wood, 2001) sowie Kommunikationspartner*innen bevorzugen, die auf ihre Bedürfnisse eingehen (Midtlin & and Karlsen, 2015). Bei den Teilnehmenden handelte es sich um Personen, welche mit analogen Hilfsmitteln kommunizieren, Personen aus dem Autismus Spektrum oder Personen mit kognitiven Einschränkungen. Die Perspektiven zur Hilfsmittelversorgung mit elektronischen Hilfsmitteln sowie deren Nutzung bei Personen mit schwerer Dysarthrie oder Anarthrie sind noch unerforscht. Um die Hilfsmittelversorgung und die anschliessende individuelle Begleitung möglichst den Bedürfnissen der Betroffenen anpassen zu können, wäre das Wissen über deren Perspektive zur Hilfsmittelversorgung und -nutzung jedoch essentiell. Dafür soll untersucht werden, welche Rolle die Aspekte Akzeptanz, Motivation und Unterstützung in diesem Kontext spielen. Weiter ist von Interesse, ob und welche Verbesserungsvorschläge die Teilnehmenden im Bereich der Hilfsmittelversorgung sehen. Durch qualitative Interviews sollen in dieser Arbeit individuelle Erfahrungen und Einstellungen zur Versorgung und Nutzung von elektronischen Hilfsmitteln zur Kommunikation erfasst und im logopädischen Kontext eingeordnet werden. Ein vertieftes Verständnis der Sichtweise der Betroffenen kann dazu beitragen, Herausforderungen in den Bereichen Akzeptanz, Motivation und Nutzung von UK zu identifizieren und gezielt darauf einzugehen. Dies liefert wertvolle Impulse für die Gestaltung der Therapie und die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen im Umgang mit ihren Hilfsmitteln.
Masterthesis Eliane Fermaud 9 1.3 Fragestellung Vor dem Hintergrund der bestehenden Forschungslücke und dem Ziel dieser Arbeit ergibt sich die zentrale Forschungsfrage: "Wie erleben und bewerten Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Dysarthrie, die unterstützt kommunizieren, retrospektiv ihre eigene Hilfsmittelversorgung?" Um die verschiedenen Aspekte der Hilfsmittelversorgung sowie deren Nutzung differenzierter zu erfassen und ein umfassenderes Bild über die Erfahrungen der Betroffenen zu erhalten, werden zusätzlich folgende spezifische Aspekte erhoben: 1. Welche Faktoren haben die Akzeptanz des Kommunikationshilfsmittels beeinflusst? 2. Welche Rolle spielte die Motivation der Betroffenen beim Erlernen und der langfristigen Nutzung des Kommunikationshilfsmittels? 3. Welche Unterstützung durch Fachpersonen (z.B. Logopädie) und Eltern haben die Betroffenen während und nach der Hilfsmittelversorgung erhalten und wie wurde diese erlebt? 4. Gibt es aus Sicht der Jugendlichen und jungen Erwachsenen rückblickend Verbesserungsvorschläge in Bezug auf den Prozess der Hilfsmittelversorgung und die weitere therapeutische Unterstützung?
Masterthesis Eliane Fermaud 16 2.2 Unterstützte Kommunikation 2.2.1 Definition und Grundprinzipien der Unterstützten Kommunikation Unterstützte Kommunikation (UK) umfasst alle Kommunikationsformen, die Menschen mit komplexen kommunikativen Bedürfnissen zur Ausdrucksweise nutzen. Sie beinhaltet Hilfsmittel und Strategien zur Überwindung von Kommunikationsbarrieren (Beukelman & Mirenda, 2006). Im deutschsprachigen Raum umfasst UK «alle Massnahmen, die bei Menschen mit unzureichender oder fehlenden lautsprachlichen Fähigkeiten dazu beitragen, Kommunikation und Mitbestimmung zu verbessern (Braun, 2020, S. 20).» Der englische Begriff „Augmentative and Alternative Communication (AAC)“ ist etwas weiter gefasst und bezieht sich auf die Forschung, klinische Praxis und den Einsatz bei vorübergehenden oder dauerhaften Beeinträchtigungen der Sprachproduktion und/oder des Sprachverständnisses (Beukelman & Mirenda, 2006). Die UK basiert auf den Prinzipien der sozialen Teilhabe und der politischen Partizipation (Bernasconi & Terfloth, 2020; Wachsmuth, 2020a) und orientiert sich an der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) (World Health Organisation, 2005) sowie dem Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zugrunde (UN-BRK). Menschen mit eingeschränkten kommunikativen Möglichkeiten sollen durch UK in die Lage versetzt werden, ihre Bürgerrolle bestmöglich aktiv wahrzunehmen (Teilhabe), ihre Kompetenzen einzubringen (Teilgabe) und diskriminierungsfreie Anerkennung und Zugehörigkeit zu erfahren (Bernasconi & Terfloth, 2020; Lemler, 2018). UK fördert die aktive Gestaltung der Umwelt, den Aufbau sozialer Beziehungen und selbstbestimmtes Handeln (Castañeda, Fröhlich & Waigand, 2020). Von der UK abzugrenzen ist die „Gestützte Kommunikation“, die eine umstrittene Methode aus der UK darstellt, bei der eine stützende Person die schreibende Person physisch unterstützt, um ein Kommunikationshilfsmittel zu bedienen (Nußbeck, 2021; Wachsmuth, 2020a). Dabei kann nicht gesichert beurteilt werden, ob das Kommunizierte von der stützenden Person oder der gestützten Person produziert wird (Schmidt-Pfister & Schäfer, 2019).
Masterthesis Eliane Fermaud 18 2.2.3 Herausforderungen in der Unterstützten Kommunikation Der Einsatz von UK verbessert die kommunikativen Möglichkeiten vieler Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen, ist jedoch mit individuellen, strukturellen und sozialen Herausforderungen verbunden (Lage & Furrer, 2014). Auf individueller Ebene zeigen sich Herausforderungen bei der sprachlichen und kognitiven Entwicklung von Kindern mit eingeschränkten kommunikativen Fähigkeiten. Zur Unterstützung dieser Entwicklung ist eine individuelle UK-Förderung erforderlich, welche die vier von Light (1989) beschriebenen linguistischen, operationalen, sozialen und strategischen Kompetenzbereiche umfasst. Dazu gehören linguistische, operationale, soziale und strategische Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Nutzung von UK notwendig sind (ebd.). Kognitive und motorische Einschränkungen sowie Sehund Hörbehinderungen erschweren den Zugang und die Nutzung von UK zusätzlich (Trissia, Geck & Tüscher, 2020; Wachsmuth, 2020b). Eine gute Versorgung mit UK hängt stark von strukturellen Rahmenbedingungen, dem Zugang zu gut ausgebildeten Fachpersonen sowie den notwendigen Materialien ab, was je nach Region, Schule oder Institution variiert (Steinhaus, 2024). Die Implementierung von UK ist zudem von finanziellen Ressourcen abhängig. Weitere Herausforderungen ergeben sich in aus der eingeschränkten Zugänglichkeit von Wissen, das für einige UK-Nutzende in leichter oder einfacher Sprache erforderlich wäre (Antener, Parpan-Blaser, Girard-Groeber & Lichtenauer, 2024). Auf sozialer Ebene bestehen Herausforderungen in der Sensibilisierung der Interaktionspartner*innen und der Gesellschaft im Umgang mit UK-Nutzenden. Die Kommunikation mittels UK wird von vielen als ungewohnte, wenig intuitive Kommunikationsform wahrgenommen (O’Neill & Wilkinson, 2020; Willke, 2020). Ausklärung ist notwendig, um Stigmatisierung entgegenzuwirken und Akzeptanz zu fördern. Studien zeigen, dass Kommunikation bei UK-Nutzenden, unabhängig vom Alter und dem Gesprächskontext, stets asymmetrisch verläuft: Sie haben kürzere Gesprächsanteile und bringen seltener neue Themen ein (Clarke & Kirton, 2003; Cockerill et al., 2014; Pennington & McConachie, 1999). Die Fähigkeiten einer unterstützt kommunizierenden Person ist daher immer abhängig von den Gesprächspartner*innen und deren Fähigkeiten (Willke, 2020). Erfolgreiche Kommunikation kann durch Partnerstrategien wie Modelling (Castañeda, Waigand & Fröhlich, 2020), Prompt Strategien (Van Tatenhove, 2008 zit. nach Willke, 2020), das Scaffolding (Wood, Bruner & Ross, 1976) oder die COCPStrategien nach Heim, Jonker & Veen (2020) unterstützt werden. Darüber hinaus spielen zwischenmenschliche Aspekte und die Haltung des Gegenübers wie Wertschätzung, Geduld, Zeit und das Ausredenlassen eine wichtige Rolle (Dabringhausen, 2020).
Masterthesis Eliane Fermaud 19 2.2.4 Einfluss von Unterstützter Kommunikation auf die Teilhabe Einschränkungen in der Kommunikation, wie sie bei einer Dysarthrie vorliegen, wirken sich auf der psychosozialen Ebene aus und beeinträchtigen die Teilhabe, was bereits in Kapitel 2.1.5 dargestellt wurde. UK bietet Menschen mit eingeschränkter Kommunikation die Möglichkeit, ihre kommunikativen Fähigkeiten zu erweitern. Da Kommunikation für Teilhabe besonders wichtig ist, wäre eine Verbesserung der Teilhabe durch den Einsatz von UK folgerichtig (Hanf, 2023). Die Datenlage hierzu ist noch sehr gering und es kann noch kein genaues Bild der Situation gezeichnet werden. Erste Studien zeigen positive Effekte von UK auf die Partizipation von Kindern sowie Menschen mit Aphasie (Allison & Doherty, 2024; Dietz, Wallace & Weissling, 2020; Thomas-Stonell, Robertson, Oddson & Rosenbaum, 2016). Clarke et al. (2011) betonen jedoch, dass UK zwar zur Partizipation beitragen kann, aber allein nicht ausreicht. Ein konkreter Indikator für Teilhabe im Kindesalter ist das Knüpfen von Freundschaften. Studien zeigen, dass unterstützt kommunizierende Kinder weniger Freundschaften haben als Gleichaltrige ohne Behinderung (Batorowicz, Campbell, von Tetzchner, King & Missiuna, 2014; Østvik, Ytterhus & Balandin, 2017). Verglichen wurden in diesen Studien jedoch nur Kinder mit und ohne Kommunikationsbeeinträchtigungen. Allerdings wurden die Kinder in diesen Studien mit gesunden Kindern verglichen. Daten zu Unterschieden in der Partizipation zwischen Kindern mit Kommunikationseinschränkungen mit und ohne UK, sind derzeit nicht verfügbar. 2.2.5 Elektronische Kommunikationshilfsmittel Elektronische Kommunikationshilfsmittel lassen sich in kleine Hilfsmittel zur Anbahnung basaler Kommunikationserfahrungen und in komplexere Hilfsmittel unterteilen. Erstere dienen vor allem dem Erleben von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, während komplexere Hilfsmittel die Bereitstellung sprachlicher Mitteilungen zur Kommunikation zum Ziel haben (Boenisch, Willke & Sachse, 2020). Breul (2020) unterteilt komplexe Hilfsmittel weiter in: - Geräte mit statischer Oberfläche (z.B. GoTalk) - Geräte mit dynamischem Display - Geräte mit ausschliesslich Schriftspracheingabe Statische Geräte ähnelen sprechenden Kommunikationstafeln und bieten nur begrenzte Ausdrucksmöglichkeiten (Boenisch et al., 2020). Dynamische Geräte, sogenannte Talker, unterscheiden sich in Hardware und Wartschatzstrategien (Software) deutlich von statischen Geräten. Wortschatzstrategien sind hierarchisch aufgebaut, ausgehend von einer Startseite, auf der Begriffe auf Unterseiten abgelegt sind (Garbe & Bock, 2020).
Masterthesis Eliane Fermaud 21 2.3 Versorgung mit Kommunikationshilfsmitteln in der Schweiz 2.3.1 Überblick über die Versorgungssituation in der Schweiz Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen werden in der Deutschschweiz von verschiedenen Fachpersonen begleitet und unterstützt. Im Kindesund Jugendalter spielen insbesondere Therapeut*innen aus den Bereichen Logopädie oder Ergotherapie, Heilpädagog*innen oder heilpädagogische Früherzieherinnen und UK-Berater*innen eine wichtige Rolle. Im Erwachsenenbereich sind Logopäd*innen und Ergotherapeut*innen neben Betreuungspersonen und Sozialpädagog*innen ebenfalls im Fachbereich der UK tätig (Antener, 2014; Richter, 2016). Die beteiligten Fachpersonen sind für die Diagnostik, Interventionsplanung und -durchführung sowie für die Beratung des gesamten Umfeldes der unterstützt kommunizierenden Person zuständig. Bei UKNutzenden mit bereits höheren kommunikativen Kompetenzen werden zusätzlich Fachpersonen aus dem Bereich der elektronischen Hilfsmittelversorgung beigezogen (UK-Netzwerk Schweiz & Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation, 2019). Je nach Region sind unterschiedliche Hilfsmittelfirmen oder auch Einzelpersonen für die Versorgung mit elektronischen Kommunikationshilfsmittel zuständig. Der Zugang zu UK ist nicht für alle Menschen gleichermassen gegeben und hängt von der Region, der Institution und der UK-Expertise der beteiligten Personen ab (Kristen, 2021). Diese Situation wird von der Arbeitsgruppe „Geballte Power für UK“ kritisiert. Trotz der Ratifizierung der UN-BRK sei der Zugang zu UK noch nicht für alle Menschen gleichermassen möglich. Die Interpellation vom 10.6.2020 der Nationalrätin Franziska Roth sowie die Stellungnahme vom 12.8.2020 des Bundesrats zeigen, dass konkrete Zahlen zur Versorgungslage, dem Zugang und der Nutzung von UK in der Schweiz nicht verfügbar sind. Ebenfalls ist nicht klar, wie viele Menschen UK nutzen und wie viele Bedarf an UK hätten (Roth, 2020). 2.3.2 Finanzierung Die Versorgung mit Kommunikationshilfsmitteln ist im Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) und in der Verordnung des EDI über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) geregelt. Anspruch besteht, wenn das Hilfsmittel für den Kontakt mit der Umwelt erforderlich ist. Welche Personengruppe konkret Anspruch auf ein Kommunikationshilfsmittel hat, ist in Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang 15.02 HVI geregelt. Demnach haben «schwer sprechund schreibbehinderte Versicherte, die zur Pflege des täglichen Kontakts mit der Umwelt auf ein solches Gerät angewiesen sind und über die notwendigen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten zur
Masterthesis Eliane Fermaud 22 Bedienung eines solchen Geräts verfügen» Anspruch auf ein Kommunikationshilfsmittel und dessen Finanzierung. Voraussetzung ist gemäss Art. 4 IVG eine Anmeldung bei der IV sowie das Vorliegen einer Invalidität infolge eines Geburtsgebrechens, einer Krankheit oder eines Unfalls. Die Finanzierung erfolgt dann durch die kantonale IV-Stelle. Eine Ablehnung kann innerhalb von 30 Tagen angefochten werden. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist nicht möglich. 2.3.3 Voraussetzungen für eine Hilfsmittelversorgung Für eine erfolgreiche Hilfsmittelversorgung mit einem komplexen elektronischen Kommunikationshilfsmittel sowie dessen langfristige Nutzung müssen diverse Voraussetzungen auf individueller, sozialer und organisatorischer Ebene erfüllt sein. Auf individueller Ebene sind sprachlich-kommunikative, kognitive, sensorische und motorische Kompetenzen für die Versorgung entscheidend (Garbe & Bock, 2020). Die Person muss das UrsacheWirkungs-Prinzip verstanden und unabhängig von der Kommunikationsform intentional kommunizieren können. Nach Leber (2009) muss die Person sogar auf symbolischer Ebene kommunizieren können. Auf dieser Stufe der symbolischen Kommunikation wird erkannt, dass Symbole eine Bedeutung haben und dass dadurch etwas ausgedrückt werden kann. Symbole können Gebärden, Piktogramme oder Fotos sein (Kristen, 2021). Hinsichtlich der sprachlich-kommunikativen Voraussetzungen, die für die Hilfsmittelversorgung gegeben sein müssen, herrscht unter Fachleuten Uneinigkeit. Während die einen höhere kommunikative Kompetenzen, wie sie Leber (2009) oder Bloomberg et al. (2001) in ihrer Triple C Checklist of communicative competencies beschreiben, als Voraussetzung für eine Hilfsmittelversorgung mit einem komplexen elektronischen Kommunikationshilfsmittel ansehen, propagieren andere bereits einen früheren Einsatz. Letztere gehen davon aus, dass kommunikative Fähigkeiten nur im Umgang mit einem Hilfsmittel selbst aufgebaut werden können (Castañeda, Waigand, et al., 2020; Drager, 2023). Damit in der Schweiz eine Hilfsmittelversorgung durch die IV finanziert wird, muss mindestens die Stufe 4 oder 5 nach Leber (2009) („Unterstützte Kommunikation bei der SAHB“, 2019). Unabhängig vom Ansatz muss das Hilfsmittel und die Ansteuerung an die motorischen und sensorischen Fähigkeiten der Person angepasst sein, etwa bei Sehoder Hörbehinderungen (HoffmanSchöneich, 2020; Sachse, 2020b). Weitere wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hilfsmittelversorgung liegen auf der sozialen und organisatorischen Ebene. So ist z.B. das Verhalten der Bezugspersonen entscheidend (Kristen,
Masterthesis Eliane Fermaud 23 2021). Sie können durch Modelling und einer hohen Responsivität in der Interaktion mit den UKNutzenden entscheidend zur erfolgreichen Nutzung beitragen (Boenisch et al., 2020). Auch auf organisatorischer Ebene spielen Bezugspersonen eine wichtige Rolle, indem sie den Zugang zur Kommunikationshilfe ermöglichen, bei technischen Problemen unterstützen und individuelle Anpassungen vornehmen. Schliesslich ist der Zugang zu den notwendigen Strukturen und finanziellen Ressourcen entscheidend für die Hilfsmittelversorgung. 2.3.4 Ablauf einer Hilfsmittelversorgung Abbildung 2: Schematische Darstellung einer Hilfsmittelversorgung (Active Communication, 2025) Die versicherte Person oder ihre gesetzliche Vertretung reicht bei der IV-Stelle ein Gesuch um Abklärung eines Hilfsmittels ein. Das Gesuch muss den Bedarf und die Eignung belegen. Die zuständige IV-Stelle prüft das Gesuch und beauftragt gegebenenfalls die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte und Betagte (SAHB) mit der Abklärung der Zuständigkeit der IV. Die SAHB führt eine Abklärung vor Ort durch und gibt in einem Bericht der IV eine Empfehlung ab (SAHB & Team UK, 2023). Ist die IV für die Finanzierung eines Hilfsmittels zuständig, wird eine Hilfsmittelfirma mit der Vorabklärung beauftragt. In der Deutschschweiz sind dies die Firmen Active Communication und Beratung Assistive Technologien (ebd.). Die Beratenden der Hilfsmittelfirma führen gemeinsam mit der versicherten Person und ihrem Umfeld eine Bestandesaufnahme und Bedürfnisanalyse durch. Die zuständige IV Stelle erhält von der Hilfsmittelfirma einen Fachbericht über die Ergebnisse der Abklärung inklusive eines Kostenvoranschlags für ein Hilfsmittel. Die IV-Stelle prüft den Kostenvoranschlag und wird dabei bei Bedarf erneut von der SAHB bei der Beurteilung unterstützt. Bei positivem Entscheid kann mit der eigentlichen Hilfsmittelversorgung begonnen werden. Das beantragte Hilfsmittel wird von der Hilfsmittelfirma geliefert und an die individuellen Bedürfnisse der versicherten Person angepasst (Active Communication, 2025). Daraufhin folgt ein
Masterthesis Eliane Fermaud 24 Gebrauchstraining bestehend aus 3-6 Terminen mit der versicherten Person und bei Bedarf auch mit dem Umfeld bestehend aus Familienangehörigen, Lehrpersonen, Therapeut*innen oder Betreuenden. Das Kommunikationshilfsmittel verbleibt ab dem ersten Termin bei der versicherten Person, damit sie es im Alltag testen kann. Während dieser Testphase können notwendige Anpassungen vorgenommen werden (b-at, 2025). Eine allfällige Nachbetreuung muss erneut mittels Antrag bei der IV-Stelle beantragt werden (SAHB & Team UK, 2023). Nach Abschluss des Gebrauchstrainings verfasst die Hilfsmittelfirma einen Abschlussbericht zuhanden der IV-Stelle. Nach Überprüfung des Abschlussberichts durch die IV-Stelle erfolgt eine detaillierte Kostengutsprache für das spezifische Hilfsmittel. Ab diesem Zeitpunkt wird das Hilfsmittel von der IVStelle leihweise an die versicherte Person abgegeben (Active Communication, 2025). 2.3.5 Interprofessionelle Zusammenarbeit und die Rolle der Logopädie Nonn (2011, S. 2) beschreibt die UK als «[...] interdisziplinäres Fachgebiet, das sich primär an den kommunikativen Bedürfnissen betroffener Menschen und ihrer Kommunikationspartner ausrichtet.» Eine dieser Disziplinen ist die Logopädie, wobei die UK im deutschsprachigen Raum erst allmählich an Bedeutung gewann (Kaiser-Mantel, 2023). Im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Raum, wo UK zunächst vor allem von Logopäd*innen vorangetrieben wurde, entwickelte sie sich hier aus der Sonderpädagogik (Beukelman & Mirenda, 2006; Braun, 2020). Inzwischen gilt UK mehrheitlich als integraler Bestandteil logopädischer Arbeit und umfasst somit neben der Sprechanbahnung auch alternative Kommunikationsformen (Kaiser-Mantel, 2023). Für eine effektive Implementierung von UK ist eine interprofessionelle Zusammenarbeit unerlässlich. Bisherige Studien haben gezeigt, dass eine enge Kooperation zwischen den Berufsgruppen massgeblich zum Erfolg beiträgt (Richter, 2016). Logopäd*innen verfügen über spezifisches Wissen zur Diagnostik und Therapie von Sprachund Sprechstörungen. Da Sprache und Sprechen Teil der Kommunikation sind, sollten sie laut Förster und Wahl (2018) unbedingt in die UK-Versorgung eingebunden sein. Logopäd*innen beurteilen, was auf der Funktionsebene der ICF möglich ist, welche therapeutischen Ziele erreichbar sind und wo UK gezielt eingesetzt und das Umfeld einbezogen werden sollte (Giel & Liehs, 2020). 2.3.6 Perspektiven der Eltern und anderer Bezugspersonen Bei der Implementierung und Umsetzung von Massnahmen der UK müssen auf der Ebene der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Gesundheit (ICF) neben den Körperfunktionen, Körperstrukturen, der Aktivität und Partizipation auch die Umweltfaktoren
Masterthesis Eliane Fermaud 25 berücksichtigt werden. Dazu zählen insbesondere Angehörige wie Eltern, Geschwister oder enge Bezugspersonen. Gerade im (frühen) Kindesalter sind meist die Eltern aktiv involviert. Berenguer et al. (2022) analysierten in einem systematischen Review internationale Studien zu elterlichen Erfahrungen mit UK. Dabei zeigte sich, dass Eltern bei der Nutzung von (elektronischen) Kommunikationshilfsmitteln mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert sind. Dazu zählten technische Probleme, fehlende Schulungen und unzureichender Zugang zu technischer Unterstützung. Auch Zeitmangel im Alltag sowie die Sicherstellung der Kommunikation in verschiedenen Umgebungen stellten Hindernisse dar (ebd.). Trotz der genannten Herausforderungen sahen die Eltern auch mehrere Vorteile in der Nutzung von Unterstützter Kommunikation. So führte sie zu einer verbesserten Kommunikationsfähigkeit und damit zu einer grösseren Unabhängigkeit der Kinder. Auch die Verbesserung der sozialen Interaktion und die Förderung der Sprachentwicklung wurden positiv erwähnt. Die Autoren sehen jedoch weiterhin grossen Handlungsbedarf, insbesondere in Bezug auf individualisierte Schulung und Unterstützung der Eltern, finanzielle und technische Zugänglichkeit sowie die Berücksichtigung kultureller Faktoren bei der Implementierung von UK (ebd.).
Masterthesis Eliane Fermaud 32 3.3.2 Leitfadenkonstruktion Für die Leitfadenkonstruktion wurde die SPSS Methode nach Helfferich (2011) gewählt. Sie umfasst vier Schritte: Sammeln, Prüfen, Sortieren und Subsummieren von Fragen (ebd.). Der erste Schritt des Sammelns erfolgte gemeinsam mit drei Logopäd*innen mit unterschiedlichen Erfahrungen in der Hilfsmittelversorgung und Unterstützten Kommunikation, um vielfältige Perspektiven einzubeziehen. Alle relevanten Fragen zum Forschungsinteresse wurden ungefiltert gesammelt, ohne Rücksicht auf die Formulierung oder Relevanz. Die gesammelten Fragen wurden mithilfe von ChatGPT erweitert. Dazu war es notwendig der künstlichen Intelligenz das Thema sowie die bisherigen Fragen zu erläutern. Einzelne generierte Fragen konnten in die Frageliste aufgenommen und gemeinsam mit den anderen Fragen kritisch geprüft werden. Faktenfragen, solche die implizites Vorwissen abfragen oder stark lenkenden Formulierungen wurden aussortiert. Ein Grossteil der Fragen fiel durch diese Prüfung durch. Im letzten Schritt konnten die verbliebenen Fragen gebündelt werden. Dazu musste eine möglichst einfache Erzählaufforderung formuliert werden, die möglichst erzählgenerierend wirkt. Der Erzählaufforderung untergeordnet sind alle Fragen, die gestellt werden müssen, wenn sie nicht von den Interviewten selbst angesprochen werden. Diese untergeordneten Fragen wurden orientierend an der Forschungsfrage strukturiert. Gemäss Hussy (2013) und Reinders (2016) unterscheidet der Leitfaden zwischen einleitender Frage (Erzählaufforderung), Leitfadenfragen (Unterfragen) und Ad-hoc-Fragen, die spontan im Gespräch entstehen und somit nicht im Leitfaden aufgeführt sind. Zusätzlich wurden in einer separaten Spalte aufrechterhaltende Fragen formuliert, um das Gespräch bei Bedarf zu lenken. Bei Fragen nach der Einstellung oder Bewertung wurden wenn möglich wie von Helfferich (2011) empfohlen mehrere Formulierungsvarianten bereitgestellt. Einleitende Worte und Hinweise zum Ablauf, orientiert an Döring (2023), wurden unter „Begrüssung und Einstieg“ im Leitfaden festgehalten.
Masterthesis Eliane Fermaud 33 3.3.3 Pilotphase Die Pilotphase diente der Erprobung des Leitfadens, um diesen gegebenenfalls zu modifizieren, sowie der Interviewerschulung der Autorin (Mayring, 2002). Nach der Pilotphase konnten nochmals Anpassungen am Leitfaden vorgenommen werden. Die Anpassungen bezogen sich primär auf eine mögliche Spezifizierung der Fragen. Es zeigte sich nämlich, dass die sehr offen formulierten Fragen, insbesondere die Einstiegsfrage, für das Gegenüber nicht einfach zu beantworten waren. Erst durch Spezifizierungen und Beispielen gelang es der Person, mehr Informationen zu liefern. Auch die aufrechterhaltenden Fragen wurden überarbeitet und erweitert. Während Mayring (2002) für die Pilotphase mehrere Interviews als notwendig erachtet, konnte dies aufgrund der kleinen Stichprobe und aus Zeitgründen nur an einem Interview durchgeführt werden. Während die Interviewführung mit unterstützt kommunizierenden Menschen durchaus Herausforderungen mit sich bringt, hat sie den Vorteil, dass die Interviewerin durch die langen Gesprächspausen viel Zeit hat, das Gesagte einzuordnen und über weiterführende Fragen nachzudenken. 3.3.4 Interviewdurchführung Jedes Interview ist ein Kommunikationsund Interaktionsprozess (Helfferich, 2011, S. 119), wobei das Besondere dabei ist, dass es sich um einen asymmetrischen Prozess handelt (Döring, 2023). Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Interviewpartner*innen dieser Studie von Bedeutung, da sich diese Asymmetrie durch die unterschiedlichen Kommunikationskompetenzen zwischen Interviewten und Interviewenden noch verstärkt. Hinzu kommt, dass bei Interviews mit Jugendlichen, ein Bildungsund Kompetenzvorsprung besteht (Reinders, 2016). Daher wurde zu Beginn jedes Interviews die individuelle Kommunikationsform angesprochen. Eine Person äusserte z.B., mehr Zeit zum Antworten zu benötigen. Zwei Teilnehmende nutzten nonverbale Ja-/Nein-Codes, drei kommunizierten Ja und Nein verbal, teils mit Rückfragen zur Absicherung. Bei Verständnisschwierigkeiten ist es nach Wilkens (2019) zentral, dass diese nicht nur bei der interviewten, sondern auch bei der Interviewerin verortet werden. Durch offenes Ansprechen und direktes Nachfragen oder Paraphrasieren wurde versucht Verständnisschwierigkeiten aufzufangen. Die Interviews fanden an vertrauten Orten statt - zu Hause, in der Schule oder Institution - und konnten, wie von Reinders (2016) empfohlen von den Teilnehmenden selbst ausgesucht werden. Die einzige Bedingung war, dass der Interviewort ruhig sein sollte und dass während der Durchführung des Interviews möglichst keine Störungen auftreten sollten.
Masterthesis Eliane Fermaud 34 In zwei Fällen war eine Drittperson anwesend. Die Anwesenheit einer dritten Person kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die Interviewsituation auswirken (Wilkens, 2019). Einerseits kann sie zu einer entspannten Atmosphäre beitragen und der befragten Person Sicherheit vermitteln. Andererseits kann die Anwesenheit einer dritten Person auch zu Ablenkungen führen, wenn sich die dritte Person beispielsweise ungefragt in das Interview einmischt (ebd.). Besonders schwierig ist es, wenn mit dieser dritten Person ein Gespräch über die eigentlich befragte Person geführt wird. Die Rolle der Drittperson wurde aus diesen Gründen zu Beginn des Interviews offen thematisiert und benannt (z.B. moralische Unterstützung). Äusserungen oder Antworten auf gestellte Fragen der dritten Person wurden, wenn möglich, wie von Wilkens (2019) empfohlen, durch direkte Ansprache der befragten Person in einer triadischen Kommunikation entgegengewirkt. Ebenso wurde in einem Interview durch Rückversicherung das Einverständnis der interviewten Person eingeholt, bevor die dritte Person eine Äusserung tätigte (z.B. „Du schaust mich [dritte Person] an, willst du, dass ich dazu noch etwas sagen?“). Die Sitzordnung erfolgte wie von Döring (2023) empfohlen schräg gegenüber mit etwa einem Meter Abstand. Bei Teilnehmenden mit einer Augensteuerung sass die Interviewerin so, dass sie den Bildschirm sehen konnte. Während es bei der Bedienung mit der Touchfunktion jeweils klar ersichtlich war, ob die Person am Tippen war oder nicht, war dies bei der Augensteuerung nicht immer eindeutig. Durch die Sicht auf den Bildschirm konnte daher sichergestellt werden, ob die Person noch Zeit für eine Antwort benötigte oder ob sie nichts mehr zu sagen hatte. Vor dem Interview wurden offene Fragen nochmals geklärt. Um Hemmschwellen zu reduzieren und sicherzustellen, dass die Teilnehmenden gut informiert waren, wurde dies in Form eines Informationsangebots gemacht („Ich würde das Projekt noch einmal erklären, ist das in Ordnung für dich?“). Nachdem die Einverständniserklärungen unterschrieben waren, konnte mit dem Interview begonnen werden. Da die Kommunikation mit einem Hilfsmittel anstrengend sein kann, wurde regelmässig auf die Belastbarkeit geachtet. Ein Interview wurde aufgrund von Müdigkeit abgebrochen, in einem anderen Fall eine Pause eingelegt. Die Interviews dauerten 40 bis 90 Minuten. Alle Interviews wurden doppelt digital aufgezeichnet. Die Audioaufnahme war notwendig, um eine wortgetreue Transkription zu ermöglichen. Dies ist auch notwendig, um später mit wörtlichen Zitaten arbeiten zu können (Kuckartz & Rädiker, 2024).
Masterthesis Eliane Fermaud 35 3.4 Datenaufbereitung 3.4.1 Transkription Um die gewonnenen Audiodaten analysieren zu können, ist es notwendig, diese zu transkribieren. Dabei kommt es unabhängig von der Art der Transkription zu einer Reduktion der Originaldaten (Misoch, 2019). Es wurde ein System gewählt, das alle für die Forschungsfrage relevanten Informationen erfasst, jedoch auf nicht notwendig e Details verzichtet, um den Aufwand zu reduzieren. Mithilfe der KI-basierten Software noScribe wurde eine vollständige Transkription mittels Standardorthografie erstellt (ebd.). Der Fokus lag auf dem semantischen Inhalt, weshalb der Text zur bessere Lesbarkeit leicht geglättet wurde (Dresing & Pehl, 2018). Die Interviews wurden auf Schweizerdeutsch geführt, die Teilnehmenden kommunizierten jedoch überwiegend in Hochdeutsch über ihre Hilfsmittel, weshalb eine Transkription ins Hochdeutsche sinnvoll erschien. Eine Schwierigkeit stellte die multimodale Kommunikation der Teilnehmenden dar. Im Vorfeld wurde sich bewusst für eine Audioaufzeichnung und gegen eine Videoaufzeichnung entschieden. Dies lag zum einen daran, dass vermutet wurde, dass es bei einer Videoaufnahme schwieriger sein könnte, Teilnehmende zu gewinnen, die ihr Einverständnis dazu geben würden. Ein weiterer Grund war, dass eine Videoaufzeichnung e mit einem erheblichen Zeitaufwand für die Transkription verbunden gewesen wäre. Um die multimodale Kommunikation dennoch zu erfassen, wurde sie entweder von der Interviewerin während des Interviews verbalisiert oder mit einem Zeitcode notiert. Das automatisch erstellte Transkript musste im Anschluss manuell überarbeitet und mit den Notizen zur multimodalen Kommunikation ergänzt werden. Im gleichen Schritt konnte eine Datenbereinigung, wie von Döring (2023) empfohlen, durchgeführt werden, indem Fehler im Transkript identifiziert und behoben wurden. Auf Zeitcodes im finalen Transkript wurde verzichtet, da sie für die Analyse nicht relevant waren. 3.4.2 Anonymisierung der Daten Da die Schilderungen in den Interviews sehr individuell sind, müssen qualitative Daten nach Döring (2023) besonders vorsichtig anonymisiert werden. Ziel war es, Rückschlüsse auf die Person zu verhindern und gleichzeitig den Informationsgehalt zu erhalten. (ebd.). Da nur die Transkripte veröffentlicht werden und die Originaldaten nach Projektende gelöscht werden, wurde ausschliesslich das Transkript anonymisiert. Identifikationsdaten wie Namen, Wohnorte oder Institutionen wurden im Sinne einer Generalisierung anonymisiert (Werner, Meyer & Bischof, 2023). In einem Fall wurden
Masterthesis Eliane Fermaud 36 sehr spezifische persönliche Informationen durch „Nicht-Nennung“ (ebd.) in Form von Schwärzungen anonymisiert. 3.4.3 Datenorganisation und Verwaltung Alle bis dahin gesammelten Daten, bestehend aus den Antworten des Online-Fragebogens, den Transkripten der Interviews und den Postskripten, mussten einheitlich organisiert und abgelegt werden. Die Transkripte wurden zusätzlich in eine computergestützte Software zur qualitativen Datenund Textanalyse eingespeist. Zum Einsatz kam die KI-basierte Software ATLAS.ti. Das gesamte Material wurde dann in einer Tabelle zusammengefasst, um einen einfache Überblick über das Material zu ermöglichen. Zuletzt wurden die Transkripte ausgedruckt, um die initiierende Textarbeit zu erleichtern. 3.5 Datenauswertung 3.5.1 Qualitative Inhaltsanalyse Für die qualitative Inhaltsanalyse wurde das Vorgehen der inhaltlich-strukturierten Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2024) angewandt, das sich besonders für Leitfadeninterviews eignet. Es ermöglicht eine systematische, sowohl deduktive als auch induktive Kategorienbildung. Das Material wurde in mehreren Durchgängen manuell und computergestützt mit der Software ATLAS.ti codiert.
Masterthesis Eliane Fermaud 37 Abbildung 3: Vorgehen einer inhaltlich strukturierten Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2016, S. 100) Phase 1: Initiierende Textarbeit Zunächst wurde das Material zur Übersicht auf Papier ausgedruckt, gelesen und mit ersten Notizen versehen. Die Forschungsfragen blieben immer präsent, um den Bezug nicht zu verlieren. Bei Bedarf wurde die Originaldatei nochmals angehört, um Textpassagen richtig zu verstehen. Anschliessend wurde von jedem Interview eine stichwortartige Fallzusammenfassung angefertigt, die sich streng am Gesagten orientierte und keine Interpretation enthielt. Phase 2: Entwickeln von thematischen Hauptkategorien Das Material wurde durch Hauptund Subkategorien strukturiert. Die Hauptkategorien entstanden zunächst deduktiv entlang des Interviewleitfadens. Zusätzliche Themen der Teilnehmenden wurden induktiv ergänzt, was zu einer deduktiv-induktiven Kategorienbildung führte (Kuckartz & Rädiker, 2024). Die so entstandenen Hauptkategorien wurden in einem tabellarischen Kategoriensystem festgehalten. Phase 3: Codieren des gesamten Materials mit den Hauptkategorien Im ersten Codierungsprozess wurde das gesamte Material sequentiell durchgearbeitet. Nicht relevante Textstellen blieben uncodiert (ebd.). Sinntragende Passagen wurden so codiert, dass sie verständlich blieben, was teilweise zu Überschneidungen und Mehrfachcodierungen führte. Für die Codierung wurde die Software ATLAS.ti verwendet.
Masterthesis Eliane Fermaud 38 Phase 4: Zusammenstellen aller mit der gleichen Kategorie codierten Textstellen ATLAS.ti ermöglichte die automatische Gruppierung aller mit derselben Kategorie codierten Textstellen. Anpassungen der Codierungen wurden direkt übernommen. Phase 5: Induktives Bestimmen von Subkategorien am Material Das nun vorliegende und in seinen Hauptkategorien codierte Material diente nun als Grundlage für die induktive Bildung von Subkategorien. Dabei wurde zunächst geprüft, welche Hauptkategorien zwingend einer Ausdifferenzierung in Form von Subkategorien bedürfen. Die in diesem mehrfach wiederholten Prozess ermittelten Subkategorien wurden anschliessend in das Kategoriensystem übernommen. Phase 6: Zweiter Codierprozess: Codieren des kompletten Materials mit den ausdifferenzierten Kategorien Im zweiten Codierprozess wurden die codierten Textstellen mit den formulierten Subkategorien codiert. Dieser Schritt wurde ebenfalls in ATLAS.ti durchgeführt. 3.5.2 Kategoriensystem Wie in Kapitel 3.5.1 dargestellt, wurden erste Hauptkategorien aus dem Leitfaden abgeleitet. Daraus ergaben sich die Hauptkategorien „Akzeptanzfaktoren“, „Motivationsfaktoren“, „Unterstützung“ und „Verbesserungsvorschläge“. Induktiv ergaben sich die Kategorien „Herausforderungen“, „Hilfsmittelnutzung“, „Lernprozess“, „Nutzen des Hilfsmittels“ und „persönliche Faktoren“. Das Kategoriensystem wurde nach den ersten Codierdurchgängen im Sinne einer iterativen Anpassung überarbeitet und präzisiert. Das Kategoriensystem sowie die Erläuterungen der Hauptkategorien ist im Anhang.
Masterthesis Eliane Fermaud 39 4 Darstellung der Ergebnisse In diesem Kapitel werden die für die Beantwortung der Fragestellung relevanten Ergebnisse sowie die weiteren Aspekte Akzeptanz, Motivation, Unterstützung und Verbesserungsvorschlägen dargestellt. Die Ergebnisse der Kategorie „Nutzen des Hilfsmittels“ sind zwar interessant, aber nicht zentral, weshalb sie nicht weiter beschrieben werden. Eine Grafik mit den Ergebnissen dieser Kategorie findet sich im Anhang. 4.1 Beschreibung der Stichprobe Für die vorliegende Untersuchung wurden fünf Interviews mit Personen im Alter von 14 bis 33 Jahren durchgeführt (n=5). Alle Teilnehmenden haben eine Dysarthrie und nutzen ein elektronisches Kommunikationshilfsmittel zur Kommunikation. Angaben zu Alter, Diagnose und Nutzungskompetenz wurden im Fragebogen erhoben (siehe Anhang). Weitere Informationen finden sich in Tabelle 6. Zur Wahrung der Anonymität werden die Teilnehmenden nicht direkt den Interviews zugeordnet. Der Schweregrad der Dysarthrie reicht von mittelschwer bis schwer. Einige Teilnehmende nutzen Lautsprache eingeschränkt, etwa zur Ja/Nein-Kommunikation, andere nutzen dafür ausschliesslich nonverbale Codes. Eine Person, die Lautsprache nutzt war bei längerem Zuhören und bei gegebenen Gesprächskontext im Verlauf besser verständlich. Nur eine Person kommuniziert noch mit demselben Hilfsmittel wie zu Beginn der Hilfsmittelversorgung. Die übrigen haben mehrfach die Hardware, Ansteuerung oder Software gewechselt, zwei davon wechselten von Touchbedienung auf eine Augensteuerung. Zwei Teilnehmende gehen noch zur Schule und wohnen bei ihren Eltern zuhause. Eine Person lebt in einer Institution und ist am Wochenende bei der Mutter zuhause. Zwei weitere leben selbstständig mit Unterstützung von Assistenzpersonen. Zwei Teilnehmende gehen einer Beschäftigungsaktivität nach, eine weitere Person ist selbstständig und war zuvor in einem Unternehmen angestellt. Das Kommunikationstempo aller Teilnehmenden ist stark reduziert und alle Teilnehmenden ermüdeten im Verlauf des Interviews, was hauptsächlich auf eine motorische Ermüdung durch die Bedienung des Hilfsmittels zurückzuführen ist. darüber hinaus kam es bei drei Teilnehmenden auch zu einer kognitiven Ermüdung aufgrund der erforderlichen Konzentrationsleistung während des Interviews.
Masterthesis Eliane Fermaud 40 4.2 Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse 4.2.1 Akzeptanzfaktoren Zu den Einflussfaktoren auf die Akzeptanz, liegen 51 Kodierungen aus fünf Interviews vor. Abbildung 4 zeigt, dass das Thema von den Teilnehmenden unterschiedlich gewichtet wurde. Besonders auffällig sind Interview B und D: Während Person B auch auf Nachfrage nur wenig dazu sagen konnte, sprach Person D das Thema von sich aus an und berichtete ausführlich. Abbildung 4: Häufigkeit der Nennung von Akzeptanzfaktoren nach Teilnehmenden Die ersten Erfahrungen mit dem Hilfsmittel waren sehr unterschiedlich. Eine Person empfand den Einstieg als herausfordernd und kompliziert. S00: Wie war das, wo du das bekommen hast? (.) Wie hast du dein Gerät am Anfang gefunden? (10 Sekunden Pause) S01: (vok.) Sehr kompliziert. (Interview A, Abs. 31-32) Gleichzeitig wurde das Hilfsmittel aber auch als positive Herausforderung wahrgenommen, die mit der Zeit bewältigt werden konnte. In diesen Fällen wurden dem Hilfsmittel von Anfang an positive Attribute zugeschrieben. (....) Super! (..) (Interview E, Abs. 9) Andere wiederum empfanden den Umgang von Anfang an als einfach und intuitiv (Interview B, Abs. 19). Besonders das iPad wurde schnell eingesetzt, z.B. bei Verständnisschwierigkeiten (Interview B, Abs. 36). Einige konnten sich nicht mehr an ihre ersten Erfahrungen erinnern. Dies trifft vor allem auf die jüngeren Teilnehmenden zu, die bereits im Kindergartenalter mit einem Hilfsmittel versorgt wurden. Das weiss ich gar nicht mehr, wo ich das erste Sprachcomputer bekommen habe. (Interview C, Abs. 14)
Masterthesis Eliane Fermaud 48 (Interview A, Abs. 46, Interview E, Abs. 35). Genannt werden zudem negative Äusserungen anderer Personen: Viele haben gesagt, dass ich es nie schaffen würde. (Interview D, Abs. 13) Mein Arbeitsassistent sagt immer wieder, es hat eine komische Stimme. (Interview A, Abs. 106) Neben sozialen Herausforderungen wurden auch diverse individuelle Herausforderungen beschrieben. Ein Teil davon hängt mit der körperlichen Behinderung zusammen. So beschreibt die Person aus Interview D, dass die Bedienung eines früheren Hilfsmittels aufgrund der Spastik schwierig war (Abs. 13). Auch die Person aus Interview B hatte aufgrund mangelnder Kopfkontrolle Schwierigkeiten bei der Ansteuerung (Abs. 103). Fehlende oder geringe Eigenmotivation wurde mehrfach genannt (Interview A, Abs. 65-66; Interview B, Abs. 106-107; Interview D, Abs. 25). Schliesslich stellten auch technische Probleme, etwa mit dem Akku (Interview E, Abs. 94-97) oder der Sprachausgabe (Interview B, Abs. 160), eine Herausforderung dar. 4.2.6 Verbesserungsvorschläge Mögliche Verbesserungsvorschläge bezüglich der Hilfsmittelversorgung oder des Hilfsmittels selbst wurden nur von 3 Teilnehmenden genannt und ergaben insgesamt 8 Kodierungen. Während im Interview E der Wunsch nach einem neuen Hilfsmittel genannt wurde, äusserten sich die Teilnehmenden der Interviews A und D etwas ausführlicher dazu. Abbildung 14: Häufigkeit der Nennung von Verbesserungsvorschlägen nach Teilnehmenden Die Verbesserungsvorschläge der Teilnehmenden der Interviews A und D beziehen sich einerseits auf strukturelle Veränderungen bei der Invalidenversicherung (IV) und bessere Unterstützung durch Fachpersonen. Im Zusammenhang mit der IV wurden deren Abläufe kritisiert. Beispielsweise würde sich eine Person wünschen, dass Fachpersonen den Nutzen eines Hilfsmittels und dessen Auswirkungen auf die Selbstständigkeit besser aufzeigen (Interview D, Abs. 50). Die Ermöglichung
Masterthesis Eliane Fermaud 49 eines Erfahrungsaustausches unter UK-Nutzenden und die Rückversicherung wie es den UK-Nutzenden mit dem Hilfsmittel geht, werden in Interview A erwähnt (Abs. 129-130 & 138-139). 4.3 Kategorienübergreifende Analyse Bei der Betrachtung der einzelnen Subkategorien zeigen sich teilweise Zusammenhänge, die im Folgenden beschrieben werden. Einstellungsänderungen wurden von den Personen genannt, die auch negative Aussagen machten. Dies trifft auf die Interviews A und D zu und ist in Abbildung 15 dargestellt. Beide Personen gaben explizit an, dass sich ihre Einstellung im Verlauf geändert hat. Betrachtet man zusätzlich, was diese Personen über ihre ersten Erfahrungen berichtet haben, so zeigt sich auch hier, dass die ersten Erfahrungen dieser Personen eher negativ konnotiert waren. Auch die Person aus Interview B gab an, negative Einstellungen gehabt zu haben. Obwohl dies nicht explizit erwähnt wurde, geht aus dem Interview hervor, dass auch diese Person ihre Einstellung im Laufe der Zeit geändert hat. Abbildung 15: Nennung von Einstellungsänderungen (hellgrün) und negativen Einstellungen (dunkelgrün) nach Teilnehmenden In Abbildung 16 ist zu sehen, dass Personen, die keine negativen Einstellungen angaben, sich auch deutlich positiver äusserten. Personen, die negative Aspekte nannten, haben dagegen einen geringeren Anteil an positiven Einstellungen.
Masterthesis Eliane Fermaud 50 Abbildung 16: Äusserungen von negativen Einstellungen (dunkelgrün) und positiven Einstellungen (gelb) nach Teilnehmenden Personen mit Unterstützung durch das soziale Umfeld, zu denen die Teilnehmenden der Interviews A und C gehören, nannten keine UK-Nutzenden als Motivationsfaktor. Personen mit wenig oder keiner Unterstützung durch das soziale Umfeld nannten hingegen UK-Nutzenden als Motivationsfaktor, wie Abbildung 17 zeigt. Abbildung 17: Darstellung der Unterstützung durch das soziale Umfeld (dunkelblau) und der Motivation durch andere UKNutzende (violett) Betrachtet man die gesamte Unterstützung, so zeigt sich ein negativer Zusammenhang zwischen der Unterstützung und dem Schweregrad der motorischen Behinderung. Teilnehmende, die mehr Unterstützung erhielten, hatten niedrigere GMFCS-Werte, während Teilnehmende mit höheren GMFCS-Werten weniger Unterstützung erhielten. In Abbildung 18 sind die Werte und Nennungen zur Unterstützung schematisch zusammengefasst.
Masterthesis Eliane Fermaud 52 5 Diskussion In diesem Kapitel werden die Ergebnisse zunächst zusammengefasst und danach diskutiert und interpretiert. Im ersten Teil wird auf die 4 spezifischen Aspekte Akzeptanz, Motivation, Unterstützung und Verbesserungsvorschläge, die im Rahmen der Erhebung von besonderem Interesse waren näher eingegangen. Ein fünfter, für die Beantwortung der Forschungsfrage relevanter Aspekt, die erlebten Herausforderungen, wird ebenfalls diskutiert. Dies ermöglicht im Anschluss die Beantwortung der Forschungsfrage. Zuletzt werden die daraus gewonnenen Implikationen für die logopädische Therapie und die weitere Forschung erläutert. Im zweiten Teil wird die Forschungsmethodik diskutiert. 5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse Die Ergebnisse der Interviews zeigen, dass die Erfahrungen mit dem Kommunikationshilfsmittel von Anfang an sehr unterschiedlich waren. Einige Teilnehmende konnten sich kaum oder gar nicht an die Anfangszeit erinnern, andere erlebten sie positiv, wieder andere zunächst negativ. Letztere entwickelten im Verlauf eine positive Einstellung, oft durch konkrete Erfolgserlebnisse oder zunehmende Selbstständigkeit. Ein zentrales Ergebnis betrifft die Motivation zur Nutzung des Hilfsmittels: Die meisten Teilnehmenden zeigten eine ausgeprägte intrinsische Motivation. Gleichzeitig wirkten auch extrinsische Faktoren wie herausfordernde Kommunikationssituationen oder andere UK-Nutzende motivierend. Die erlebte Unterstützung beim Lernen und der Anwendung variierte stark. Am häufigsten wurden Fachpersonen genannt. Auch die Akzeptanz des Hilfsmittels war unterschiedlich ausgeprägt. Einige waren von Beginn an offen, andere brauchten mehr Zeit, um sich mit dem Hilfsmittel anzufreunden. Auch die Lernstrategien unterschieden sich deutlich: Einige arbeiteten gezielt an konkreten Inhalten, andere lernten intuitiv durch Anwendung. Die Nutzenden betonten, dass es sich Durchhalten lohne, auch wenn das Erlernen und Anwenden anstrengend sei. Gleichzeitig wurden strukturelle Verbesserungen angeregt, etwa im Bereich der IV oder der stärkeren Vernetzung von Peers durch Fachpersonen. Abschliessend wurde deutlich, dass die Herausforderungen sehr vielfältig sind: Sie reichen von individuellen Faktoren wie Motivation oder motorischen Voraussetzungen über soziale Rahmenbedingungen bis hin zu technischen Aspekten.
Masterthesis Eliane Fermaud 53 5.2 Interpretation der Ergebnisse 5.2.1 Einfluss der Akzeptanz Die Ergebnisse zeigen, dass die (ersten) Erfahrungen mit dem Kommunikationshilfsmittel sehr unterschiedlich sind und von einigen positiv, von anderen negativ wahrgenommen werden. Besonders auffällig ist, dass alle Teilnehmenden heute eine positive Einstellung gegenüber dem Hilfsmittel haben, obwohl einige anfangs skeptisch oder ablehnend waren. Dies deutet darauf hin, dass sich die Wahrnehmung im Laufe der Zeit und mit zunehmender Erfahrung durch die Nutzung positiv verändern kann. Im Laufe der Zeit können die Vorteile und der Nutzen eines Hilfsmittels besser erkannt werden, als dies womöglich zu Beginn der Hilfsmittelversorgung der Fall ist. Dies kann beispielsweise durch Schlüsselerlebnisse geschehen: Die erste Fahrt war mit dem Schiff und das war so gross für mich. (Interview D, Abs. 31) Solche Schlüsselerlebnisse können als Wendepunkt dienen und dazu beitragen, dass der Nutzen eines Hilfsmittels, z.B. zur Erhöhung der Selbstständigkeit, erkannt wird. Dies verdeutlicht, dass der subjektiv empfundene Nutzen eines Hilfsmittels für die langfristige Akzeptanz zentral ist. Es zeigt sich auch, dass sich Unzufriedenheit mit dem Hilfsmittel negativ auf die Akzeptanz auswirken kann. Dies wird besonders deutlich, da bei drei Teilnehmenden die Akzeptanz und Zufriedenheit bei einem Wechsel des Hilfsmittels gestiegen ist. Die Unzufriedenheit kann sich dabei auf die Benutzerfreundlichkeit oder auf persönliche Vorlieben beziehen. Eine weitere Herausforderung war für eine Person die Einmischung von Eltern und Therapeut*innen bei der Hilfsmittelauswahl und deren Nutzung. Die Person empfand den Druck von aussen als unangenehm, was die anfängliche Ablehnung noch verstärkte. Dieser Aspekt und die Tatsache, dass die Akzeptanz und Zufriedenheit bei einem Hilfsmittelwechsel zunahm, weisen darauf hin, dass die Einbeziehung der UK-Nutzenden in die Entscheidungsfindung entscheidend für die langfristige Akzeptanz ist. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass Personen, die bereits sehr früh mit einem Hilfsmittel versorgt wurden, sich nicht mehr an die Hilfsmittelversorgung und die erste Zeit danach erinnern können und sich tendenziell weniger negativ über das Hilfsmittel äussern. Insofern kann die Akzeptanz und der Umgang mit einem Kommunikationshilfsmittel auch eine Frage der Gewöhnung sein. Personen, die früh mit einem Hilfsmittel versorgt werden, könnten ihr Hilfsmittel als selbstverständlicheren Bestandteil der Kommunikation ansehen.
Masterthesis Eliane Fermaud 54 Schliesslich zeigt sich, dass Widerstände gegen die Hilfsmittelversorgung und das Hilfsmittel auch auf emotionale Faktoren zurückgeführt werden können: Ich hatte grosse Angst, dass ich meine Mundsprache verliere und nicht mehr sprechen darf. Ja. (Interview D, Abs. 42) Diese Person hatte Angst, die Lautsprache zu verlieren oder nicht mehr nutzen zu dürfen, wenn das Hilfsmittel verwendet wird. Dies könnte auf die Befürchtung zurückzuführen sein, dass das Hilfsmittel die Lautsprache ersetzt anstatt sie zu ergänzen, eine Befürchtung, die auch heute noch unter UKNutzenden, ihrem sozialen Umfeld und teilweise auch unter Fachpersonen verbreitet ist (Jensen, Douglas & Gerde, 2023; Romski & Sevcik, 2005). Verschiedene Studien konnten dies jedoch wiederlegen und sogar zeigen, dass der Einsatz von Unterstützter Kommunikation den Spracherwerb sogar positiv unterstützt (Kaufmann, 2006; Lell, 2007). Diese Befürchtung könnte natürlich auch mit einer mangelnden Akzeptanz der eigenen Dysarthrie als Sprechbehinderung zusammenhängen. Nach Lucke (1995) ist Akzeptanz kein rein passives Einverständnis, sondern mit innerer Überzeugung und empfundener Legitimität verbunden. Ein Kommunikationshilfsmittel kann demnach nur dann akzeptiert werden, wenn es als legitime und sinnvolle Unterstützung angesehen wird. Die Akzeptanz der eigenen Sprechbehinderung ist dafür eine Voraussetzung. Aussagen aus den Interviews A (Abs. 157) und E (Abs. 48), welche sich auf den Wunsch nach Lautsprache beziehen, zeigen, dass Akzeptanz möglich ist und gleichzeitig der Wunsch nach Lautsprache bestehen bleiben kann. 5.2.2 Rolle der Motivation Die Ergebnisse der Interviews zeigen, dass die Motivation ein entscheidender Faktor für das Erlernen und die Nutzung eines Hilfsmittels ist und von mehreren Faktoren beeinflusst wird. Besonders hervorzuheben ist der Anteil der intrinsischen Motivation. Dazu zählen beispielsweise eigene Ziele oder Erkenntnisse, die bei der Nutzung gewonnen wurden. In einigen Beispielen nannten die Teilnehmenden, dass sie motiviert waren, ohne dies näher zu erläutern. Nach Heckhausen und Heckhausen (2018) ist intrinsische Motivation besonders stabil und nachhaltig, da sie aus den persönlichen Interessen und Wünschen der Person selbst entsteht. Solche Ziele sind auch bei den Teilnehmenden erkennbar: Wenige Jahre später war mein Ziel, ein Smartphone bedienen zu können, da ich geahnt habe, dass diese wichtigen werden können. (Interview D, Abs. 13)
Masterthesis Eliane Fermaud 55 Die Erwartung, dass das Hilfsmittel hilfreich oder sogar notwendig ist, um ein solches Ziel zu erreichen, wirkt stark motivierend. Neben der intrinsischen Motivation wurden auch motivierende Situationen genannt, die sich positiv auswirken. Kommunikative Herausforderungen sowie Erfolgserlebnisse scheinen dabei besonders motivierend zu wirken. Heckhausen und Heckhausen (2018) betonen in diesem Zusammenhang, dass insbesondere Situationen mit einem mittleren Schwierigkeitsgrad und damit einem gewissen Mass an Herausforderung als besonders motivierend wirken. Schliesslich können auch Personen als motivierende Faktoren dienen. Diese wurden in den Interviews jedoch am seltensten genannt, was sich mit der Theorie von Heckhausen und Heckhausen (2018) deckt. Demnach kann soziale Unterstützung auch als extrinsischer Motivator wirken, wenn sie sich vor allem auf positive Verstärkung und Modelllernen bezieht. Fehlt die intrinsische Motivation oder ist die Akzeptanz noch nicht vorhanden, können Personen aus dem sozialen Umfeld auch gegenteilig wirken, wie das in Kapitel 5.2.1 erläuterte Beispiel aus Interview D zeigt. Besonders effektiv ist das Modelllernen, wenn das Modell als ähnlich wahrgenommen wird, weshalb andere UK-Nutzende als besonders motivierend empfunden werden. Die Ergebnisse der drei Subkategorien lassen sich anhand der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1993) weiter erklären. Diese unterscheidet zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation und betont, dass die Grundbedürfnisse Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit erfüllt sein müssen, um Motivation zu gewährleisten. Autonomie beschreibt das Bedürfnis, eigenständig Entscheidungen zu treffen und Kontrolle über das eigene Handeln zu haben. Dieses Bedürfnis äussert sich in einer sehr hohen intrinsischen Motivation und dem Wissen um Autonomie. Die in den Interviews genannten Erfolgserlebnisse und Fortschritte können dem Faktor Kompetenz zugeordnet werden. Die soziale Eingebundenheit schliesslich beschreibt das Bedürfnis nach sozialem Anschluss. Die UK-Nutzenden oder das soziale Umfeld als Motivatoren zählen hier dazu. Im Gegensatz zur intrinsischen Motivation muss die extrinsische Motivation vom Individuum internalisiert werden, um die Gesamtmotivation erfolgreich aufrechtzuerhalten und zu stärken (Deci & Ryan, 1993). 5.2.3 Erfahrene Unterstützung Die Ergebnisse zur Unterstützung während und nach der Hilfsmittelversorgung zeigen, dass alle Teilnehmenden Unterstützung erhalten haben. Der Umfang der Unterstützung war jedoch nicht bei allen gleich. Besonders auffällig ist, dass Fachpersonen wie Logopäd*innen, Lehrpersonen oder Hilfsmittelberater*innen mit 62% mit Abstand am häufigsten und von allen Teilnehmenden genannt wurden. Diese Gruppe scheint also eine wichtige Rolle zu spielen.
Masterthesis Eliane Fermaud 56 Die Unterstützung durch das soziale Umfeld ist hingegen weniger präsent. Dies könnte darauf hindeuten, dass UK-Nutzende weniger Unterstützung aus dem sozialen Umfeld erhalten oder diese nicht als zentrale Hilfe wahrnehmen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Unterstützung unterschiedlich wahrgenommen wird. Während sich z.B. die Person aus Interview C sehr häufig zur Unterstützung und der Art der Unterstützung äussert, erwähnen andere Teilnehmende dies deutlich seltener. Dies kann daran liegen, dass die einen tatsächlich weniger Unterstützung erhalten haben oder noch immer erhalten. Es ist aber auch davon auszugehen, dass die Unterschiede mit persönlichen Erfahrungen und individuellen Bedürfnissen zusammenhängen. Demnach haben nicht alle Personen die gleichen Bedürfnisse und Vorstellungen von Unterstützung. Die Theorie der sozialen Unterstützung von Cohen und Wills unterscheidet drei Arten der sozialen Unterstützung. Dabei handelt es sich um instrumentelle, emotionale und informationale Unterstützung (Klauer, 2009). Die Teilnehmenden erhielten mehrheitlich instrumentelle Unterstützung in Form von alltagspraktischen und materiellen Hilfen durch die Fachpersonen sowie informationale Unterstützung. Darunter wird die Vermittlung von lösungsrelevanten Informationen oder Strategien verstanden. Hier könnte die Unterstützung bei Speichern und Programmieren verortet werden, die in Interview C genannt wurde. Emotionale Unterstützung durch das soziale Umfeld wurde hingegen kaum genannt, was darauf hindeuten könnte, dass diese Form der Unterstützung fehlt oder zu gering ist. Offen bleibt, wie der negative Zusammenhang zwischen erfahrener Unterstützung und Schweregrad der motorischen Behinderung zu interpretieren ist. Da sich einige Teilnehmende kaum und wenig differenziert zur Unterstützung geäussert haben, kann nicht abschliessend geklärt werden, ob sie tatsächlich weniger Unterstützung erhalten oder ob sie diese vielleicht als selbstverständlicher ansehen, weil sie auch in anderen Lebensbereichen auf viel Unterstützung angewiesen sind. 5.2.4 Verbesserungsvorschläge Die geringe Anzahl an Kodierungen sowie Aussagen von nur 3 Teilnehmenden deuten darauf hin, dass dieses Thema für die Teilnehmenden entweder wenig relevant ist oder ein höheres Mass an Reflexionsfähigkeit erfordert und daher nicht von allen Teilnehmenden spontan benannt werden kann. Es könnte sein, dass sich viele UK-Nutzende wenig oder gar nicht mit der Reflexion über mögliche Optimierungen beschäftigen. Es könnte aber auch sein, dass sie mit ihrer Versorgung zufrieden sind und sich an die bestehenden Herausforderungen gewöhnt haben. Zudem zeigt sich, dass die genannten Verbesserungsvorschläge (z.B. Änderungen bei der IV oder bessere Unterstützung durch Fachpersonen) nicht nur das Hilfsmittel selbst betreffen, sondern auch
Masterthesis Eliane Fermaud 57 übergeordnete Rahmenbedingungen beinhalten, was eine vertiefte Auseinandersetzung mit der gesamten Thematik erfordert. Dies erklärt auch, weshalb sich vor allem die beiden ältesten Teilnehmenden mit mehr Lebenserfahrung dazu äusserten. Die Teilnehmenden der Interviews A und D sind zudem die einzigen, die selbständig in einer eigenen Wohnung mit Assistenz leben. Sie erledigen also beispielsweise die Angelegenheiten mit der IV selbständig, weshalb sie die Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten in diesem Bereich eher sehen und benennen können als die jüngeren Teilnehmenden. Verbesserungspotential sehen die Teilnehmenden vor allem in strukturellen Veränderungen, die vor allem zwei Bereiche betreffen: die Abläufe bei der IV und die Unterstützung durch Fachpersonen. Die Kritik an der IV zeigt, dass bürokratische Hürden für die Betroffenen eine Herausforderung darstellen können. Dies deutet darauf hin, dass die aktuellen Prozesse aus Sicht der Nutzenden nicht optimal sind. Dieser Aspekt ist besonders relevant, da in der Literatur zwar strukturelle Aspekte wie die Verfügbarkeit von Informationen zu UK oder kompetenten Fachpersonen erwähnt werden, die Rolle der IV allerdings nicht thematisiert wird. Des Weiteren äusserten sich die Teilnehmenden zur Rolle und den Aufgaben von Fachpersonen wie z.B. Logopäd*innen. Von ihnen wird erwartet, dass sie den UK-Nutzenden den Nutzen und die Vorteile eines Hilfsmittels besser aufzeigen und den Austausch unter Peers stärker fördern. Diese Aussagen verdeutlichen, dass die Unterstützung durch Fachpersonen über eine technische Unterstützung hinausgeht. Sie könnte auch so verstanden werden, dass die Fachpersonen als Bindeglied zwischen den UK-Nutzenden, den IV-Stellen oder anderen Akteur*innen wahrgenommen werden und sich für die Rechte und Bedürfnisse der UK-Nutzenden einsetzen. Diese Unterstützung könnte auch weit über die Schulzeit hinaus hilfreich sein, wie es die Person in Interview C erfahren hat (106 – 110 in Interview C). Darüber hinaus könnten Fachpersonen auch als Bindeglied zwischen UK-Nutzenden fungieren, indem sie den Austausch unter Peers fördern und ermöglichen. Dieser Wunsch könnte darauf hindeuten, dass UK-Nutzende oft isoliert sind und sich mehr Möglichkeiten wünschen, voneinander zu lernen. Der Austausch mit anderen UK-Nutzenden kann motivierend wirken (29-30 in Interview D). 5.2.5 Erlebte Herausforderungen Die zentralen Herausforderungen sind soziale Herausforderungen, was verdeutlicht, dass die Nutzung eines Hilfsmittels nicht nur von technischen oder körperlichen Faktoren abhängt, sondern immer in einen sozialen Kontext eingebettet ist. Negative Reaktionen anderer Personen, mangelnde Unterstützung durch das soziale Umfeld oder Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen Menschen wurden von den Teilnehmenden genannt und decken sich mit Erkenntnissen aus der Literatur. Willke (2020) beschreibt beispielsweise, dass UK für viele Menschen eine ungewohnte Kommunikationsform
Masterthesis Eliane Fermaud 64 Dennoch ist davon auszugehen, dass viele Informationen nicht erfasst werden konnten. Dies kann auf Zeitmangel, Ermüdung, aber auch auf Fehlinterpretationen oder das Übersehen von Informationen durch die Interviewerin zurückzuführen sein. Ein weiterer Informationsverlust bei der Datenaufbereitung liegt in der multimodalen Kommunikation der Teilnehmenden. Eine zusätzliche Videoaufnahme hätte dem zumindest teilweise entgegenwirken können. Schliesslich war in zwei Fällen eine Drittperson anwesend. Dies wirkte sich einerseits positiv auf die Teilnehmenden und die Interviewerin aus, da sie Sicherheit und Vertrautheit ausstrahlten. Gleichzeitig wurden beide Drittpersonen in das Interview einbezogen und beantworteten teilweise Fragen. Ob die Drittperson tatsächlich im Sinne der interviewten Person geantwortet hat, kann nicht abschliessend beurteilt werden. 5.5.4 Datenauswertung Die Arbeit wurde von der Autorin alleine durchgeführt, weshalb ein Austausch über Inhalte und Interpretationen nur sehr eingeschränkt stattfinden konnte und immer über Personen erfolgen musste, die nicht in gleiche Masse am Projekt beteiligt waren. Ebenso musste auf ein konsensuelles Codieren verzichtet werden, welches das Gütekriterium der Intercoder-Reliabilität ermöglicht hätte. Die Kategorienbildung für das Kategoriensystem wurde daher nicht durch eine gemeinsame Diskussion und Festlegung gebildet, sondern basiert auf den individuellen Perspektiven der Autorin. Bei der Kategorienbildung und Codierung wurde zwar darauf geachtet, diese möglichst trennscharf zu formulieren. Dies ist jedoch nicht überall gleichermassen gelungen. Je nach Sichtweise konnten Transkriptstellen mehreren Kategorien zugeordnet werden, was dann geschah, wenn die Transkriptstelle mehrere Informationen enthielt, aber nur als Ganzes verständlich war. Andere Transkriptstellen blieben hingegen unklar, unter anderem aufgrund der geringen Informationsdichte, wenn die Person nur mit einem Wort antwortete. 5.6 Empfehlungen für weiterführende Forschung Da es sich um eine sehr heterogene Stichprobe handelt und mit dieser Untersuchung nur Teilaspekte erfasst werden konnten, wäre eine erneute Untersuchung mit einer grösseren Stichprobe sinnvoll. Interessant wäre, ob sich die Ergebnisse replizieren lassen oder ob weitere Aspekte erfasst werden könnten. Dennoch ergeben sich aus der vorliegenden Untersuchung bereits einige weitere Fragestellungen, die in weiterführenden Untersuchungen vertieft werden könnten.
Masterthesis Eliane Fermaud 65 Ausgehend von den Ergebnissen dieser Untersuchung wäre es sinnvoll, die intrinsische Motivation genauer zu untersuchen, wie diese gezielt gefördert werden könnte und welche Faktoren sich fördernd oder hemmend auf die intrinsische Motivation der UK-Nutzenden auswirken. Ein weiterer Aspekt, der in weiterführender Forschung vertieft werden sollte, wäre die genauere Untersuchung der Akzeptanz der eigenen Behinderung im Zusammenhang mit der Hilfsmittelakzeptanz. Die genannten Forschungsaspekte würden sich auf UK-Nutzende mit besonders hohen kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten beziehen. Die gleichen Aspekte auch bei UK-Nutzenden mit geringeren Kompetenzen durchzuführen, erweist sich als äusserst anspruchsvoll. Durch eine Anpassung an die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten dieser Nutzenden wäre es wichtig zu erfahren, ob ähnliche Aspekte als wichtig erachtet werden oder nicht. Entsprechend würden sich die Implikationen für die logopädische Therapie und die interprofessionelle Begleitung dieser Kinder und Jugendlichen unterscheiden. In diesem Zusammenhang bedarf es auch weiterer Forschung und Erfahrung in der Befragung von Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen.
Masterthesis Eliane Fermaud 66 6 Fazit und Ausblick Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Jugendliche mit schwerer Dysarthrie ihre Hilfsmittelversorgung sehr individuell erleben. Während einige von Anfang an positive Erfahrungen machen, ist dies bei anderen nicht der Fall und positive Einstellungen entwickeln sich erst im Laufe der Zeit, oft in Verbindung mit Erfolgserlebnissen und zunehmender Selbstständigkeit. Wesentliche Einflussfaktoren für eine positive Bewertung sind die Akzeptanz der eigenen (Sprech-) Behinderung, eine ausgeprägte intrinsische Motivation sowie günstige persönliche, technische und soziale Rahmenbedingungen. Gerade in sensiblen Übergangsphasen oder bei Herausforderungen ist die Unterstützung durch Fachpersonen und das soziale Umfeld von grosser Bedeutung. Entscheidend für eine langfristig positive Einstellung ist, ob das Hilfsmittel als sinnvolle und ergänzende Kommunikationsform anerkannt wird. Aus den Ergebnissen ergeben sich wichtige Hinweise für die logopädische Praxis und zukünftige Forschung. Logopäd*innen spielen eine zentrale Rolle in der Hilfsmittelversorgung und sind als langjährige Bezugspersonen sowohl für die therapeutische als auch für die psychosoziale Begleitung essentiell. Durch alltagsnahe und partizipative Therapieangebote sowie die Förderung von PeerKontakten können sie Motivation und Selbstbestimmung gezielt stärken. Gleichzeitig wird deutlich, dass Unterstützte Kommunikation immer einer interprofessionellen Planung und Umsetzung bedarf. Für die Forschung zeigt sich ein Bedarf an weiterführenden Studien mit grösseren und differenzierteren Stichproben. Insbesondere zentrale Themen wie die intrinsische Motivation sowie die Akzeptanz sollten vertieft untersucht werden. Ein besonderer Fokus sollte auch auf UK-Nutzende mit geringeren kognitiven und kommunikativen Kompetenzen gelegt werden, um auch deren Perspektiven einbeziehen zu können. Dazu ist es auch notwendig, weitere Erfahrungen mit der Befragung von unterstützt kommunizierenden Menschen zu sammeln, um die Methodik bestmöglich an die jeweiligen Kompetenzen anpassen zu können. Der Einbezug von betroffenen Personen, in Kombination mit den Erkenntnissen, die bereits aus der Befragung von Angehörigen oder Fachpersonen gewonnen werden konnten, ermöglicht eine möglichst individuelle, bedarfsgerechte und inklusive Hilfsmittelversorgung.
Masterthesis Eliane Fermaud 67 7 Literaturverzeichnis Abels, H., Honig, M.-S., Saake, I. & Weyman, A. (2008). Lebensphasen: eine Einführung (Lehrbuch). Wiesbaden: VS, Verlag für Sozialwissenschaften. Active Communication. (2025, Februar 16). Beratung und Hilfsmittelversorgung. Stationen der Hilfsmittelversorgung. Verfügbar unter: https://www.paraplegie.ch/activecommunication/de/beratung-ac/ Allison, K. M. & Doherty, K. M. (2024). Relation of Speech-Language Profile and Communication Modality to Participation of Children With Cerebral Palsy. American Journal of SpeechLanguage Pathology, 33(2), 1040–1050. https://doi.org/10.1044/2023_AJSLP-23-00267 Antener, G. (2014). Unterstützte Kommunikation. Entwicklung und Perspektive eines Fachgebiets. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 20(11–12), 6–12. Antener, G., Parpan-Blaser, A., Girard-Groeber, S. & Lichtenauer, A. (Hrsg.). (2024). Leichte Sprache. Kohlhammer. Baker, C., Worrall, L., Rose, M. & Ryan, B. (2020). ‘It was really dark’: the experiences and preferences of people with aphasia to manage mood changes and depression. Aphasiology, 34(1), 19–46. https://doi.org/10.1080/02687038.2019.1673304 Bashina, V. M., Simashkova, N. V., Grachev, V. V. & Gorbachevskaya, N. L. (2002). Speech and Motor Disturbances in Rett Syndrome. Neuroscience and Behavioral Physiology, 32(4), 323–327. https://doi.org/10.1023/A:1015886123480 b-at. (2025, Februar 16). Ablauf Versorgung. Verfügbar unter: https://b-at.ch/infothek/#ablauf Batorowicz, B., Campbell, F., von Tetzchner, S., King, G. & Missiuna, C. (2014). Social Participation of School-aged Children Who Use Communication Aids: The Views of Children and Parents. Augmentative and Alternative Communication, 30(3), 237–251. https://doi.org/10.3109/07434618.2014.940464 Batten, G., Oakes, P. M. & Alexander, T. (2013). Factors Associated with Social Interactions between Deaf Children and Their Hearing Peers: A Systematic Literature Review. Journal of Deaf Studies and Deaf Education, 19(3), 285–302. https://doi.org/10.1093/deafed/ent052 Berenguer, C., Martínez, E. R., De Stasio, S. & Baixauli, I. (2022). Parents’ Perceptions and Experiences with Their Children’s Use of Augmentative/Alternative Communication: A Systematic Review and Qualitative Meta-Synthesis. International Journal of Environmental Research and Public Health, 19(13). https://doi.org/10.3390/ijerph19138091
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Masterthesis Eliane Fermaud 72 Members—for Youths With Cerebral Palsy. Physical Therapy, 90(12), 1743–1757. https://doi.org/10.2522/ptj.20100048 Karl, D. (2024). Minspeak-Vokabulare. Prendtke Romich Deutschland GmbH. Unterstützte Kommunikation, (1), 22–23. Kaufmann, U. (2006). Sprachentwicklung unterstützt kommunizierender Kinder -eine qualitative Pilotstudie mit 10 Kindern im Alter von 3-6 Jahren-. Universität zu Köln. Zugriff am 23.3.2025. Verfügbar unter: http://www.uni-koeln.de/ Klauer, T. (2009). Soziale Unterstützung. In M. Jerusalem & J. Bengel (Hrsg.), Handbuch der Gesundheitspsychologie und medizinischen Psychologie (S. 80–85). Göttingen: Hogrefe. Klopfenstein, M., Bernard, K. & Heyman, C. (2020). The study of speech naturalness in communication disorders: A systematic review of the literature. Clinical Linguistics & Phonetics, 34(4), 327–338. https://doi.org/10.1080/02699206.2019.1652692 Kooi-van Es, M., Erasmus, C. E., de Swart, B. J. M., Voet, N. B. M., van der Wees, P. J., de Groot, I. J. M. et al. (2020). Dysphagia and Dysarthria in Children with Neuromuscular Diseases, a Prevalence Study. Journal of Neuromuscular Diseases, 7(3), 287–295. https://doi.org/10.3233/JND-190436 Kristen, U. (2021). Vom Babayalk zum Talkerbrunch. In E. Wilken (Hrsg.), Unterstützte Kommunikation. Eine Einführung in Theorie und Praxis (6. Auflage, S. 111–138). Stuttgart: Kohlhammer. Kuckartz, U. & Rädiker, S. (2024). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Umsetzung mit Software und künstlicher Intelligenz. Zugriff am 19.2.2025. Verfügbar unter: https://content.select.com/de/portal/media/view/65b3687f-cbf0-4ebd-9dc849fdac1b000f?forceauth=1 Kurfeß, C., Ammer, F. & Grötzbach, H. (2024). Rehabilitation von Personen mit einer Aphasie und Dysarthrie. In P. Frommelt, A. Thöne-Otto & H. Grötzbach (Hrsg.), Neurorehabilitation. Ein Praxisbuch für interdisziplinäre Teams (4. Auflage, S. 223–246). Berlin: Springer. Kuschmann, A. (2021). Recent developments in classifying and assessing dysarthria in children. Developmental Medicine & Child Neurology, 63(4), 367–368. https://doi.org/10.1111/dmcn.14833 Kutlubaev, M. A. & Hackett, M. L. (2014). Part II: Predictors of Depression after Stroke and Impact of Depression on Stroke Outcome: An Updated Systematic Review of Observational Studies. International Journal of Stroke, 9(8), 1026–1036. https://doi.org/10.1111/ijs.12356
Masterthesis Eliane Fermaud 73 Lage, D. & Furrer, C. K. (2014). Rahmenbedingungen für die Unterstützte Kommunikation – die neuen Herausforderungen. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 20, 20–26. Leber, I. (2009). Kommunikation einschätzen und unterstützen: Poster und Begleitheft zu den Fördermöglichkeiten in der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe: von Loeper. Leber, I. (2020). Unterstützte Kommunikation - wozu eigentlich? Handbuch der Unterstützten Kommunikation (10. Auflage, S. 01.027.001-01.027.). Karlsruhe: Von Loeper. Lell, M. (2007). Unterstützte Kommunikation: Antrieb oder Bremse für die Sprachentwicklung? Forum Logopädie, 21(4), 6–13. Lemler, K. (2018). Unterstützte Kommunikation mein Sprungbrett zur Selbstbestimmung. In E. Droste & Deutscher Kinderhospizverein e.V. (Hrsg.), „ … die zweite Geige spielen, damit der Solist sich entfalten kann“ Subjektorientierung und gelingende Kommunikation in der Kinderund Jugendhospizarbeit (S. 217–225). Esslingen: hospiz verlag. Light, J. (1989). Toward a definition of communicative competence for individuals using augmentative and alternative communication systems. Augmentative and Alternative Communication, 5(2), 137–144. https://doi.org/10.1080/07434618912331275126 Light, J. & McNaughton, D. (2012). The Changing Face of Augmentative and Alternative Communication: Past, Present, and Future Challenges. Augmentative and Alternative Communication, 28(4), 197–204. https://doi.org/10.3109/07434618.2012.737024 Lincoln, Y. S. (1985). Naturalistic inquiry. Beverly Hills, California: Sage Publications. Lipowsky, R., Renner, G. & Schönemann, E. (2025, Februar 21). Communication Function Classification System (CFCS). Klassifikation der kommunikativen Fähigkeiten von Individuen mit Zerebralparese. Verfügbar unter: http://cfcs.us/wpcontent/uploads/2018/11/CFCS_German.pdf Lucke, D. (1995). Akzeptanz: Legitimität in der „Abstimmungsgesellschaft". Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Mayring, P. (2002). Einführung in die qualitative Sozialforschung: eine Anleitung zu qualitativem Denken (6. Auflage). Basel: Beltz Verlagsgruppe. Meyer-Heim, A., van Hedel, H. J. A. & Baumann, T. (2014). Zerebralparese. Ein Update. Pädiatrie up2date, 9(2), 183–214. https://doi.org/10.1055/s-0034-1365683 Midtlin, H. S., Næss ,Kari-Anne B., Taxt ,Tone & and Karlsen, A. V. (2015). What communication strategies do AAC users want their communication partners to use? A preliminary study.
Masterthesis Eliane Fermaud 80 Abbildung 19: Korrelation der Unterstützung zum GMFCS-Wert ......................................................... 51 Abbildung 19: Hauptund Subkategorie zum Nutzen des Hilfsmittels mit der Häufigkeit der Codes 143 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Dysarthrieformen .................................................................................................................. 12 Tabelle 2: NTID Verständlichkeitsskala., deutsche Übersetzung nach Ziegler, (2002) .......................... 13 Tabelle 3: Zielgruppen der UK nach Tetzchner (2000), eigene Darstellung .......................................... 17 Tabelle 4: Kommunikationsformen in Anlehnung an Leber (2020), eigene Darstellung....................... 17 Tabelle 5: 4 Kompetenzbereiche nach Light (1989)............................................................................... 20 Tabelle 6: Angaben zu den Interviewpartner*innen ............................................................................. 30
Masterthesis Eliane Fermaud 81 9 Anhangsverzeichnis 1. Rekrutierung 82 1.1. Interviewanfrage an Fachpersonen per Mail für die Rekrutierung 82 1.2. Informationsschreiben 83 1.3. Onlinefragebogen 85 2. Datenerhebung 89 2.1. Interviewleitfaden 89 2.2. Interviewanfrage 97 2.3. Einverständniserklärungen 99 2.4. Postscripts 104 3. Datenaufbereitung 109 3.1. Transkriptionsregeln in Anlehnung an Dresing und Pehl (2018) 109 3.2. Transkripte der Interviews 110 4. Datenanalyse 134 4.1. Kategoriensystem 134 5. Ergänzungen zu den Ergebnissen 143 5.1. Nutzen des Hilfsmittels 143 6. Verpflichtungserklärung 144 7. Selbstständigkeitserklärung 145
Masterthesis Eliane Fermaud 82 1. Rekrutierung 1.1. Interviewanfrage an Fachpersonen per Mail für die Rekrutierung Sehr geehrte*r ..... Mein Name ist Eliane Fermaud. Ich bin Logopädin in der Kinder-Reha Schweiz und ich studiere momentan an der HfH Logopädie im Master. In diesem Rahmen schreibe ich aktuell meine Masterarbeit. Darin möchte ich die Akzeptanz der Versorgung und die Nutzung von Unterstützter Kommunikation bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer schweren Dysarthrie (schwere Sprechstörung) erfassen. Es gibt viele Studien, welche die Perspektiven von Eltern und Angehörigen hinsichtlich der Versorgung mittels UK erfassen. Allerdings praktisch gar nichts zu den Perspektiven der UK-Nutzenden selber. Mittels qualitativer Interviews möchte ich in meiner Masterarbeit daher direkt die UK Nutzenden dazu befragen. Um möglichst viele UK Nutzende zu erreichen, bin ich auf Unterstützung angewiesen. Kennen Sie UK Nutzende, welche folgende Kriterien erfüllen? - Alter zwischen 14 und 30 Jahren - Schwere Dysarthrie (d.h. keine bis kaum verständliche Lautsprache) - Nutzung eines elektronischen Kommunikationshilfsmittels - Schriftsprache erworben - Kommunikation mit Hilfsmittel auf Satzebene möglich Sollten Sie jemanden kennen, wäre ich dankbar, wenn Sie der Person das Informationsschreiben (im Anhang) weiterleiten könnten. Im Informationsschreiben ist eine Onlineumfrage verlinkt, mit der die Einschlusskriterien nochmals erfragt werden. Am Ende der Umfrage können die Teilnehmenden einem Interview zustimmen und ihre Kontaktangaben hinterlegen. Aus Datenschutzgründen ist es nicht erlaubt, dass Sie mir die Kontaktangaben direkt zuschickt. Ich danke Ihnen bereits im Voraus für Ihre Unterstützung. Bei Fragen melde Sie sich natürlich gerne. Freundliche Grüsse
Masterthesis Eliane Fermaud 83 Eliane Fermaud 1.2. Informationsschreiben Guten Tag Ich heisse Eliane Fermaud. Ich bin Logopädin. Ich arbeite in der Kinder-Reha Schweiz. Das ist ein Spital für Kinder und Jugendliche. Ich studiere an der Hochschule für Heilpädagogik. Dort mache ich den Master in Logopädie. Ich schreibe eine Arbeit. Das ist das Thema von meiner Arbeit: Elektronische Hilfsmittel für die Kommunikation Das sind Beispiele für solche Hilfsmittel: - Talker mit Augensteuerung - iPad Das möchte ich herausfinden: Was denken Menschen über ihr Hilfsmittel?
Masterthesis Eliane Fermaud 84 Ich mache eine Online-Umfrage. Die Online-Umfrage ist freiwillig. Die Online-Umfrage ist anonym. Das bedeutet: Sie müssen Ihren Namen nicht sagen. Nur ich sehe Ihre Antworten. Sie machen bei der Online-Umfrage mit? Dann freue ich mich. Klicken Sie hier unten für die Online-Umfrage: https://ls.hfh.ch/index.php/277355?lang=de Haben Sie Fragen? Dann dürfen Sie mich fragen. Sie können mir eine E-Mail schreiben. Das ist meine Email-Adresse:
[email protected] Oder Sie können mich anrufen. Das ist meine Telefonnummer: Sie können mir auch eine Nachricht schicken. Ich habe sms, Whatsapp, Signal und Threema.
Masterthesis Eliane Fermaud 85 1.3. Onlinefragebogen In welchem Jahr sind Sie geboren? .......... Nutzen Sie ein elektronisches Hilfsmittel zum Kommunizieren? Kreuzen Sie an Ja Nein Wie heisst Ihr Hilfsmittel? ................... In welchem Jahr haben Sie das Hilfsmittel bekommen? ...................
Masterthesis Eliane Fermaud 86 Menschen sprechen miteinander? Und die Menschen sprechen dabei mit dem Mund und der Stimme? Dann benutzen diese Menschen die gesprochene Sprache. Das sind Beispiele für die gesprochene Sprache: - Menschen machen Töne mit dem Mund und der Stimme. - Menschen sprechen Wörter - Menschen sprechen Sätze Sie lesen jetzt verschiedene Sätze. Dabei überlegen Sie: Passt der Satz zu Ihnen? Mehrere Sätze können passen. Ich habe keine gesprochene Sprache. Ich kann Stimme machen. Ich kann beim Lachen Stimme machen. Ich kann beim Weinen Stimme machen. Oder ich kann bei Schmerzen Stimme machen. Ich benutze meine Stimme. Ich kann mit meiner Stimme Gefühle zeigen. Ich kann mit meiner Stimme Ja und Nein sagen. Andere Menschen verstehen meine gesprochene Sprache nicht. Andere Menschen verstehen von meiner gesprochenen Sprache nur ein paar Wörter. Nicht alle Menschen verstehen meine gesprochene Sprache gleich gut. Menschen kenne mich gut? Dann verstehen mich diese Menschen besser. Menschen kennen mich nicht? Dann verstehen mich diese Menschen schlechter.
Masterthesis Eliane Fermaud 87 Welcher Satz passt am besten zu Ihnen? Kreuzen Sie diesen Satz an. Ich spreche meistens mit meinem Hilfsmittel. Ich benutze das Hilfsmittel für viele Wörter und Sätze. Einige Wörter spreche ich mit meiner Stimme. Zum Beispiel: Ja und Nein. Ich spreche manchmal mit meinem Hilfsmittel. Ich benutze aber meistens die gesprochene Sprache. Manchmal verstehen andere Menschen meine gesprochene Sprache nicht. Dann benutze ich mein Hilfsmittel. Ich möchte ganze Sätze sprechen? Dazu benutze ich manchmal mein Hilfsmittel. Ich spreche fast nie mit meinem Hilfsmittel. Wie sprechen Sie mit dem Hilfsmittel? Sie lesen jetzt verschiedene Sätze. Dabei überlegen Sie: Passt der Satz zu Ihnen? Mehrere Sätze können passen. Ich spreche mit dem Hilfsmittel einzelne Wörter. Ich spreche mit dem Hilfsmittel einzelne Wörter. Und Sätzen. Ich schreibe mit meinem Hilfsmittel Sätze. Ich schreibe mit dem Hilfsmittel längere Texte.
Masterthesis Eliane Fermaud 88 Der Fragebogen ist fertig. Vielen Dank! Ich schreibe eine Arbeit über UK. Das ist die Abkürzung von Unterstützer Kommunikation: UK. In der Arbeit geht es um elektronische Hilfsmittel für die Kommunikation. Das möchte ich mit der Arbeit herausfinden: Wie haben Menschen die eigene Hilfsmittel-Versorgung erlebt? Diese Fragen interessieren mich: - Menschen haben ein Hilfsmittel bekommen. Wie war das für diese Menschen? - Was denken diese Menschen über ihr Hilfsmittel? Ich mache dafür Interviews. Ich möchte gerne mit Ihnen ein Interview machen. Sind Sie einverstanden? (Falls minderjährig): Sind Ihre Eltern einverstanden? Ja Ich brauche mehr Informationen. Dann kann ich mich entscheiden. Nein Wie kann ich Sie erreichen? Email: _______ Telefon:_______ Whatsapp:_______ Andere:_________
Masterthesis Eliane Fermaud 89 2. Datenerhebung 2.1. Interviewleitfaden Interviewleitfaden Masterthesis Akzeptanz der Versorgung und Nutzung von „Unterstützter Kommunikation“ von Jugendlichen mit einer schweren Dysarthrie. Interviewleitfaden für: Masterthesis Datum Interview: Interviewer*in: Eliane Fermaud Interviewte*r:
Masterthesis Eliane Fermaud 96 Abschluss • Gut? von meiner Seite her wäre es das mal. • Gibt es noch etwas, über das wir noch nicht gesprochen haben, das aber wichtig ist für dich? • Dann würde ich hier abschliessen und die Aufnahme stoppen. • Dann möchte ich mich ganz herzlich bei dir bedanken! Ich habe hier ganz viele wichtige und interessante Hinweise bekommen, die ich dann bearbeiten werde. Ggf. betonen welche Informationen besonders interessant oder hilfreich waren. Ich hoffe es war auch für Sie interessant! • Es wird jetzt noch ein bisschen dauern bis alle Interviews gemacht wurden und alle Interviews bearbeitet werden können. Die Arbeit wird im April fertig sein. • Sollte dir noch etwas Wichtiges einfallen, kannst du dich gerne melden. Ich danke dir ganz herzlich für deine Zeit! VII
Masterthesis Eliane Fermaud 97 2.2. Interviewanfrage InterkantonaleHochschulefürHeilpädagogik Schaffhauserstrasse239,Postfach5850,CH-8050Zürich,T+41443171111,
[email protected],www.hfh.ch Anfrage für ein Interview Guten Tag Ich schreibe meine Masterarbeit an der Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH). Dafür führe ich Interviews durch. Ich würde mich freuen, wenn Sie mitmachen. Hier erfahren Sie mehr über das Projekt. Über mich Mein Name ist Eliane Fermaud. Ich studiere im Master Logopädie an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik. In meiner Arbeit als Logopädin in der Kinder-Reha begegne ich Kindern und Jugendlichen, welche Unterstützte Kommunikation (UK) zur Kommunikation nutzen. Dies hat mich dazu bewogen, im Rahmen der Masterthesis dieses Thema zu bearbeiten. Worum es geht Menschen, die nicht sprechen können, brauchen alternative Möglichkeiten, um zu kommunizieren. Es gibt zum Beispiel elektronische Kommunikationshilfsmittel. iPads oder Talker sind eine Möglichkeit dafür. Ein Kommunikationshilfsmittel kann einen grossen Einfluss auf die Teilhabe von betroffenen Personen haben. Es ist deshalb sehr wichtig, dass UK-Nutzende ein Hilfsmittel bekommen, das zu ihren Bedürfnissen passt. Die Betroffenen können zum Zeitpunkt der Hilfsmittelversorgung oft noch nicht so kommunizieren, wie sie möchten, weil sie noch kein Hilfsmittel haben. Es gibt schon Studien darüber, wie Eltern oder Angehörige den Prozess der Hilfsmittelversorgung und die Zeit danach erleben. In dieser Masterarbeit geht es um die Sichtweise von betroffenen Personen. Dafür werden Interviews mit Menschen geführt, die UK nutzen. Die Interviews werden dann ausgewertet. Teilnahme, Vertraulichkeit und Datenschutz Die Teilnahme ist freiwillig. Die Teilnahme wird nicht entschädigt. Alle Daten, die in diesem Projekt erhoben werden, unterliegen strengen Datenschutzvorschriften. Alle Angaben werden anonymisiert. Es ist möglich, dass die Daten in verschlüsselter Form, zum Beispiel für eine Publikation, übermittelt werden müssen und anderen Forschern zur Verfügung gestellt werden können. Nicht-anonymisiertes Datenmaterial (z.B. Tonund Videoaufnahmen) wird nach der Weiterverarbeitung (Anonymisierung), spätestens nach Ablauf der Rekursfrist des Leistungsnachweises gelöscht. Für die Weiterverwendung von Foto-, Audiound/oder Videoaufnahmen zu Unterrichtszwecken ist Ihre separate Einwilligung erforderlich. In diesem Fall ist die Anonymität nicht gewährleistet. Die HfH versichert Ihnen, dass diese Daten nur innerhalb der HfH und nur für Unterrichtszwecke verwendet werden. Die HfH stellt sicher, dass die Daten angemessen geschützt werden. Alle Personen, welche mit den Aufnahmen in Kontakt kommen, unterstehen der Schweigepflicht. Es werden keinerlei Informationen oder Daten an aussenstehende Dritte weitergegeben. Ablauf und Aufgabe der Teilnehmenden Das Interview dauert zwischen 1 und maximal 2 Stunden. Es findet persönlich statt. Die Teilnehmenden können auch online oder schriftlich interviewt werden. Nutzen Es ist wichtig, dass Fachpersonen wissen, wie UK-Nutzende Hilfsmittel finden und nutzen. So können sie die Hilfsmittelversorgung und die Therapie anpassen. Kontakt Haben Sie noch Fragen? Die Projektleiterin Eliane Fermaud steht Ihnen gerne für weitere Auskünfte zum Forschungsprojekt zur Verfügung.
Masterthesis Eliane Fermaud 98 InterkantonaleHochschulefürHeilpädagogik Schaffhauserstrasse239,Postfach5850,CH-8050Zürich,T+41443171111,
[email protected],www.hfh.ch Bei Interesse informieren wir Sie gerne über die Ergebnisse.
Masterthesis Eliane Fermaud 99 2.3. Einverständniserklärungen Das Original liegt der Autorin vor.
Masterthesis Eliane Fermaud 100 Das Original liegt der Autorin vor.
Masterthesis Eliane Fermaud 101 Das Original liegt der Autorin vor.
Masterthesis Eliane Fermaud 102 Das Original liegt der Autorin vor.
Masterthesis Eliane Fermaud 103 Das Original liegt der Autorin vor.
Masterthesis Eliane Fermaud 104 2.4. Postscripts
Masterthesis Eliane Fermaud 105
Masterthesis Eliane Fermaud 112 75 S00: Ja. (15 Sekunden Pause) 76 S01: Wie das Zähne putzen. (.) 77 S00: Guter Vergleich. (lacht) (.) 78 S01: (vok.) Ja. (lacht). (..) 79 S00: Okay. (...) Jetzt vielleicht noch mal zurück. Du hast gesagt, du musstest Wörtchen üben. Wie jemand Franz Wörtchen übt, oder auch die Englischwörter. 80 S01: (vok.) Ja. (..) Ja. (.) 81 S00: Hat dich da etwas Besonderes motiviert? Oder hast du gedacht, es sind einfach Hausaufgaben und man muss sie einfach machen? (20 Sekunden Pause) 82 S01: (vok.) (...) Ich wurde immer schneller. (.) 83 S00: Mhm. Also hast du gemerkt, hey, es bringt etwas? (..) 84 S01: Ja (.) 85 S00: Ich mache weiter, so ein bisschen in dem Sinn? (.) 86 S01: (vok.) Ja. (..) 87 S00: Okay. (..) Und hat es vielleicht auch bestimmte Personen oder bestimmte Situationen gegeben, die dich besonders motiviert haben? (12 Sekunden Pause) Gibt es da etwas? (....) Oder nicht unbedingt? (..) 88 S01: Na. (vok.) 89 S00: Eher nicht? (.) Okay (.......) Jetzt, wenn du an jetzt denkst, du hast gesagt, du brauchst es jeden Tag. (..) Bist du zufrieden, wie du es jetzt nutzen kannst? (...) Oder noch nicht ganz? (12 Sekunden Pause) 90 S01: Die Streitfrage ist wegen der Sinuskarte. (....) 91 S00: Sinuskarte oder Simkarte? 92 S01: (vok.) (.) 93 S00: Simkarte? (.) 94 S01: (vok.) (..) 95 S00: Okay, kannst du mir noch mal abspielen lassen? (.) 96 S01: (vok.) (.) (seufzt) 97 S00: Oder ist es weg? (..) 98 S01: Ja. (..) 99 S00: Also, die Frage war schon, ob du so ... 100 S01: Ich möchte (19 Sekunden Pause) Ich möchte dass sie [Anm.: die Simkarte] eingebaut ist. 101 S00: Die Simkarte? 102 S01: Ja. (..) 103 S00: Okay. (..) Warum? (...) (11 Sekunden Pause) 104 S01: (vok.) (..) (vok.) Einfacher. 105 S00: Okay, gut. (.) Also, du hättest gerne eine eingebaute Simkarte. (..) Und sonst, bist du zufrieden oder gibt es noch etwas? (1 Minute[n] Pause) 106 S01: Mein Arbeitsassistent sagt immer wieder, es hat eine komische Stimme. (..) 107 S00: Ein bisschen elektronisch? 108 S01: (vok.) (51 Sekunden Pause) Und er sagt weiter, wir sind in dem Zeitalter von KI. (.....) 109 S00: Das sagt dein Assistent. (.) Was denkst du darüber? (16 Sekunden Pause) 110 S01: (vok.) (unv.) (nonverbal: „schwenkt Kopf hin und her“) 111 S00: So Halb? (....) 112 S01: (vok.) (14 Sekunden Pause) Ich bin nicht anders gewohnt. 113 S00: Ja, okay. Das heisst, für dich ist es easy so. 114 S01: Ja. (..)
Masterthesis Eliane Fermaud 113 115 S00: Jetzt sind wir beim technischen Aspekt, was du dir gerne anders wünschst. (..) Aber ein Gerät nutzen ist ja noch mehr. Da hast du auch noch Menschen, die involviert sind. (..) Oder wenn du gerade denkst, wo du das gelernt hast, das hast du auch mit jemandem gelernt, gibt es dort etwas, was du dir anders oder besser wünschst? (44 Sekunden Pause) 116 S01: Leute haben meistens wenig Zeit, zum mir zuhören. 117 S00: Mhm. (..) Und ... war das schon immer so, oder war das früher anders als jetzt? (..) 118 S01: (vok.) (unv.) (32 Sekunden Pause) Ich spreche von den Leuten von der Strasse (..) 119 S00: Ja, okay. Das heisst, die Leute ... Du sprichst jetzt nicht von Leuten, die dich gut kennen. 120 S01: (vok.) (..) Ja. (.) 121 S00: Okay, gut. (.....) Ich springe nochmal zurück zu dem Punkt, wo du das Gerät bekommen hast, als es neu war. (..) Was würdest du anderen Kindern oder Jugendlichen, die jetzt gerade neu ein Gerät bekommen haben, was würdest du ihnen sagen? (.) Hättest du ihnen etwas zu sagen? 122 S01: (vok.) (..) (vok.) (....) Sie müssen trainieren, trainieren und trainieren. (..) 123 S00: Mhm. (...) Gibt es noch etwas? (...) 124 S01: (.....) (unv.) (...) Geduld muss man auch haben (..) 125 S00: Mhm. Ich frage es noch mal ... Ein bisschen anders. (....) Ähm ... (..) Was hättest du dir gewünscht, (.) wo du so alt, so jung warst und das Gerät bekommen hast, was dir jemand, der das Gerät hat, sagen würde? (...) Jetzt habe ich in die Frage etwas kompliziert gestellt. Soll ich sie noch einmal stellen? (....) 126 S01: Nein. (vok.) (.....) (vok.) (37 Sekunden Pause) (vok.) (1 Minute[n] Pause) Ich denke es tut gut, wenn man einen Erfahrungsaustausch hat. (..) 127 S00: Hast du das gehabt, wo du jung warst? Also jung, das klingt etwas blöd. Du bist immer noch jung. Wo du das Gerät neu bekommen hast. (..) 128 S01: (unv.) (..) (seufzt) 129 S00: Nicht so? (.......) Nein, du hast es nicht gehabt. Aber du hättest gerne gehabt? 130 S01: Ja. (41 Sekunden Pause) Es hatte einen Kollegen in der ... (1 Minute[n] Pause) Es hatte einen Kollegen in der Klasse, der auch mit einem Kommunikationsgerät spricht. (10 Sekunden Pause) 131 S00: Okay. (....) Geht es dort noch um den Erfahrungsaustausch? (.) Jetzt mit dem Kollegen? //S01: (vok).// Konntest du dich mit dem austauschen? (...) Nicht? (...) Woran hat es gelegen, dass ihr euch nicht austauschen konntet? (25 Sekunden Pause) 132 S01: Er ist weniger gut in der Schule. 133 S00: Ja, okay. (..) Gut. (....) Gibt es da noch etwas dazu, was du noch sagen willst, (..) zum Erfahrungsaustausch? Wenn du es j etzt wünschen könntest, was wäre für dich ideal gewesen? (..) 134 S01: (vok.) (..) Ja. (..) 135 S00: Erfahrungsaustausch haben. Und ... Kann ich das ... Ja. (56 Sekunden Pause) 136 S01: (vok.) Fordern. (20 Sekunden Pause) Vielleicht muss die Lehrperson dies auch fördern. (..) 137 S00: Okay. Mhm. (...) Wie genau hättest du das gerne gehabt? (...) Entschuldigung, ich frage dich noch. Fördern? //S01: (vok.) Ja.// Mhm. Okay. Weil ich war mir nicht sicher fördern oder fordern. (..) Aber dass die Lehrperson das mehr fördert. (..) Mhm. (..) Mhm. (11 Sekunden Pause) 138 S01: Wie geht es euch? (.........) Wie geht es euch mit dem Kommunikationsgerät? (.) 139 S00: Das hätten sie zum Beispiel fragen können? (.) //S01: Ja.// (..) Hast du noch andere Ideen, wie man das fördern könnte? (10 Sekunden Pause) 140 S01: (vok.) Nein. (..) 141 S00: Nein, okay. (...) Das heisst, wenn wir gerade bei den Lehrpersonen sind, hast du das auch genutzt in der Schule oder nur in der Logopädie? //S01: (vok.)// Schon auch. //S01: Ja// Mhm. Okay. (..) Und ... Das mit Fördern meinst du mehr, (.) dass sie auch schauen, wie es euch damit geht. Geht es gut, geht es schlecht, mehr in diese Richtung.//S01: Ja// Okay. Gut. Ja, jetzt muss ich schnell spicken. (42 Sekunden Pause) Gut? //S01:Ja.// Okay. (.) Jetzt haben wir es von den Lehrpersonen gehabt. (.) Wie haben dich die Lehrpersonen unterstützt? Wie hat dich deine Logopädin unterstützt? (..) Wie war das zuhause als du das Gerät bekommen hast? Wie hat deine Familie darauf reagiert? Wie hat sie dich unterstützt? (..) 142 S01: (vok.) 143 S00: Magst du dich noch erinnern? //S01: (vok.)// Magst du dich nicht mehr so genau erinnern? (.) 144 S01: Nein. (..)
Masterthesis Eliane Fermaud 114 145 S00: Weisst du vielleicht von Erzählungen von deinen Eltern oder deinen Geschwistern etwas zu dieser Zeit? Haben Sie denn mal etwas erzählt? (.) Wie das war? (......) Eher nicht? (..) //S01: (vok.)// Gut, nein, ist alles gut. (.) Ähm ... Was ist denn da mit dem Gerät? Mhm. (2 Minute[n] Pause) 146 S01: Wenn Gerät kaputt gegangen ist, hat mein Vater Sorge. 147 S00: Okay (...) Wie machst du das jetzt? (11 Sekunden Pause) 148 S01: Ich habe... (10 Sekunden Pause) Ich habe ein älteres Gerät noch. (.) 149 S00: Ja. (...) Und jetzt in Bezug auf ... Wenn du technische Probleme hast, habe ich es mehr gemeint. (..) 150 S01: (vok.) (18 Sekunden Pause) 151 S01: (vok.) Gerät einschickst. (...) Gerät einschicken. 152 S00: Zu Active?. //S01: Ja.// Mhm. Alles klar. Gut. (..) Okay, wir haben schon mega viel durch. Magst du noch kurz? //S01: Ja.// Ich habe viele Fragen. Ähm ... (12 Sekunden Pause) Ja, wir haben es am Anfang davon gehabt. Da hast du erzählt, dass du das Gerät von Anfang an gut gefunden hast? Habe ich das richtig verstanden? 153 S01: Ja ... (..) 154 S00: Würdest du sagen, du konntest das Gerät von Anfang an akzeptieren? (......) Oder hat sich da etwas im Lauf der Zeit geändert? (..) 155 S01: (vok.) (.) (unv.) (..) 156 S00: Hat sich nichts geändert? (.....) (34 Sekunden Pause) 157 S01: Ich wünsche mir manchmal noch die Lautsprache. (..) 158 S00: Mhm. Ja. Und das ist gleich bleiben? //S01: Ja// Ja. Alles klar. Mhm. (...) Aber hindert dich das ... ... dein Gerät zu nutzen? Oder hat dich das gehindert? //S01: (vok.) (unv.)// Nicht? //S01: Nein// Mhm. Gut. Das heisst ... Wie hast du reagiert, als man dir das Gerät gegeben hat? (....) Hast du gefunden, ja mega cool? (...) Oder hast du gefunden... 159 S01: (vok.) Ja. (lacht) (15 Sekunden Pause) cool. (..) 160 S00: Alles klar. (.....) Okay (.......) Ich glaube wir sind durch. (..) Gibt es sonst noch etwas, wo du findest, das passt zum Thema. Oder wäre vielleicht wichtig oder spannend zum sagen? (.......) 161 S01: (vok.) (....) (vok.) (23 Sekunden Pause) (unv.) (29 Sekunden Pause) Das Gerät hilft mir für die Inklusion. (...) (vok.) (.) 162 S00: Gut, ja. (....) Sonst noch etwas? (....) 163 S01: (vok) (.....) Fertig. (2 Minute[n] Pause) Normalerweise spricht ein Showmoderator ohne einem Kommunikationsgerät. Aber ich schon ... (..) 164 S00: Also bist du ein Novum, würdest du sagen? //S01: Ja.// Ja, ist es ja. (.) Also hast du mehr Möglichkeiten, möchtest du damit sagen? (42 Sekunden Pause) 165 S01: Nein, ich meine, ich mache trotzdem einfach ohne Lautsprache. 166 S00: Okay, ja. (..) Mhm. (..) Gut. (...) Mhm. Wenn du nichts mehr sagen hast, ist es easy, können wir auch. (...) Aber wenn du etwas sagen hast, ich höre dir gerne zu. Ist fertig. (....) //S01: (vok.)// Gut, dann stoppe ich.
Masterthesis Eliane Fermaud 115 1 Interview B 2 Transkribiert mit noScribe Vers. 0.5 Audiodatei: /Users/Eliane/Desktop/250113_002.MP3 (Start (hh:mm:ss): 00:00:00 | Qualität: fast | Sprache: auto | Sprecher:in erkennen: auto | Überlappende Sprache: 1 | Zeitmarken: 0 | Pausen markieren: 1) 3 Interviewerin: S00 4 Interviewte: S03 5 Anwesende Drittperson: SL 6 13.01.2025, 14:15 7 8 (12 Sekunden Pause) 9 S03: Schönes Wochenende. (..) 10 S00: (lacht) 11 SL: Gell? (.) Fragst du, ob wir ein schönes Wochenende hatten? (..) Oder willst du uns jetzt ein schönes Wochenende wünschen? 12 S00: Ja. (...) aber dann könnte ich dich auch gleich fragen. Hast du ein schönes Wochenende gehabt? 13 S03: Dort. (.........) (12 Sekunden Pause) Sch. (....) Scha (...) Schatz 14 S00: Ah. (.) Okay. (.) Hast du dein Schatz getroffen? Am Wochenende. (.......) 15 S03: (lacht) 16 S00: Das ist schön. Das glaube ich, das ist mega schön. (..) 17 S03: Scha. (....) Schatz. 18 S00: Ja, genau. Dein Schatz. (...) Du, wollen wir mal mit der ersten Frage anfangen?. (......) Ich würde nämlich gerne wissen, (..) du hast schon vor einer Weile deinen Computer bekommen. (..) Und vielleicht magst du dich daran erinnern, wie das war. 19 S03: E. (.) Einfach. (...) 20 S00: Einfach war es? (.........) 21 S03: Ü. (12 Sekunden Pause) 22 S00: Wolltest du noch mehr sagen? (........) Also es war einfach. (...) Und... (..) wer war da alles dabei, wo du dein Computer bekommen hast? (..) Magst du dich daran erinnern? (.........) 23 S03: Nein. 24 S00: Ist es zu lange her? (..) 25 S03: Ich weiss nicht. 26 S00: Ich überlege mal. Und du sagst, vielleicht kommt es dir nachher in den Sinn. War vielleicht Frau [Name der Logopädin] dabei? (.........) 27 S03: Nein. 28 S00: Nicht? War Frau [Name der Logopädin] nicht dabei? War jemand anderes dabei? (....) Vielleicht deine Mama oder dein Papa? (....) 29 S03: Ich weiss nicht. (..) 30 S00: Du weisst nicht mehr. (..) Wollen wir Frau [Name der Logopädin] fragen? (..) 31 S03: Ja. (..) 32 SL: Also (.) [Name], du hast den Computer bekommen, bevor du an die [Name der Schule] gekommen bist. (..) Kurz davor. (.) und bist mit dem Computer an die Schule gekommen. (.) Und dann hat man schon mit dem angefangen zu üben. Es war eben nicht DAS Gerät. (.) Ich weiss nicht ob du diesen Computer, den ganz neuen, weil das ist auch noch eine Geschichte für sich, als du erfahren hast, dass es einen Neuen gibt. //S03: D.// (.....) Du wolltest unbedingt diesen und wolltest mit dem anderen nicht mehr schwatzen. So wie Kinder, die ein neues iPad oder ein iPhone wollen. (...) So, Oh wow, es gibt ein neues Modell. Ich brauche jetzt ein neues. (...) 33 S00: Oh, dann hätte ich hier aber vielleicht noch eine andere Frage. (.) Das heisst, du hattest vorher einen anderen Computer. Hat man den auch mit den Augen ansteuern können? (10 Sekunden Pause) 34 S03: Nein. //SL: (lacht)// (lacht) (..) Gut. (.) Ja. (..) 35 S00: Also hast du ihn schon mit den Augen //S03: Ja.// angesteuert? (...) Ok (.) Und jetzt hat Frau [Name der Logopädin] gesagt, du hättest den nicht so gut gefunden? (....) 36 S03: N. (.) Nö. (....)
Masterthesis Eliane Fermaud 116 37 S00: Nein? (...) 38 S03: Schlecht. (.) 39 S00: Okay, kannst du sagen, was schlecht war? (.) 40 S03: Nein. (.) 41 S00: Oder was war doof? (.....) Kannst du das sagen? (....) 42 S03: Ich weiss nicht. (.) 43 S00: Mhm. Du hast einfach gefunden, das gefällt mir nicht mehr. (..) 44 S03: Ja. (..) 45 S00: Und dann hast du aber gesagt, was du gerne hättest. Hast du das gewusst? (..) 46 S03: Ja. 47 S00: Was wolltest du dann genau? (..) Wolltest du genau DEN? (...) 48 S03: D. Der. (20 Sekunden Pause) A. (.) 49 S00: Ich habe gerade gesehen, dass du noch bei einem anderen Wort warst. Wollstes du noch mehr sagen? 50 S03: Nein. 51 S00: Nein, habe ich dich falsch verstanden, äxgüsi. (12 Sekunden Pause) Wollen wir weitergehen? (...) also du hast gefunden, ich möchte einen Neuen. (..) Gut. (.) 52 [Unterbrechung: Klärung, wann die Logopädin unterstützen soll und wann nicht] 53 S00: Okay. Weisst du noch, in welchem Jahr du den alten Computer bekommen hast? Das ist jetzt vielleicht ein wenig schwierig. (...) Oder habt ihr ihn im Fragebogen... da habt ihr ein Jahr angegeben? Ist das das Jahr von diesem Computer? 54 SL: Ich glaube, es ist... Bei dem waren wir eh unsicher... //S00: Ja, ja, schon gut.// Im Fragebogen haben wir das von dem [aktuellen Computer] angegeben. //S00: also 22?// Ja, Ja, ich glaube es. Und der erste, den hat sie vor dem Kindsgi bekommen, und in den Kindsgi bist du gekommen im 2000... (..) //S00: Uh, dann ist das aber lang her.// 14 wohl (..) 55 S00: Dann hast du den ersten schon mega lang her bekommen. (...) Dann verstehe ich, dass man sich nicht so gut erinnern mag. Das ist schon so lang her. (....) 56 SL: Ja, aber das müsste 2014 sein. (.) 57 S00: Ja, das ist doch gut. (.) Jetzt bleiben wir aber bei dem, das du jetzt brauchst. (.) Was würdest du sagen, wie findest du den Computer? (.......) 58 S03: R. (.) Ja, keine Chance. Ja, gut. 59 S00: Findest du es gut? (....) Kannst du auch sagen, was du besonders gut findest? (.....) 60 S03: [Name des Bruders]. (.) Nein. (13 Sekunden Pause): A (...) Augensteuerung. (.) 61 S00: Die findest du gut? (.....) 62 S03: (gähnt) 63 S00: Oh, du bist etwas müde. (......) 64 S03: Ja. 65 S00: Okay. (........) Gibt es sonst noch etwas, das du an deinem Computer gut findest? (.......) 66 S03: Nein. (...) 67 S00: Wenn man jetzt so einen Computer bekommt, (.) kann man das ja nicht von Anfang an so gut brauchen. Das heisst, man muss es ja lernen. (..) Mit wem übst du und mit wem lernst du mit deinem Computer? (........) 68 S03: Ich weiss nicht. (.) 69 S00: Ich frage mal, du sagst ja, nein. (..) Lernst du vielleicht mit Frau [Name der Logopädin]? Den Computer zu brauchen? (.....) 70 S03: Nein. (..) 71 S00: Nein? Machst du das vielleicht? //S03: Ich weiss nicht. (.)// Soll ich die Frage anders stellen? (....) 72 S03: Ich weiss nicht. 73 SL: Du schaust mich an. (..) 74 S03: Ja. (....)
Masterthesis Eliane Fermaud 117 75 SL: Also, soll ich? //S03: Ja.// du hast einmal in der Woche, hast du inzwischen noch Gruppenlogo. Und dort ist gerade noch das Anwenden mit anderen Kindern. (10 Sekunden Pause) Früher haben wir ganz viel mit dem Compi geübt. (.) viele, viele Jahre (.) Und dann brauchst du ihn auch noch an anderen Orten (..) 76 S00: Ja, das würde mich Wunder nehmen. 77 S03: Z. (.) Zuhause. (..) 78 S00: Und mit wem zuhause? Oder mit mehreren? (...) 79 S03: Ü (...) Ich weiss nicht. (..) 80 S00: Vielleicht mit Mama oder Papa? (....) 81 S03: Ja. 82 S00: Und ich weiss nicht, vielleicht hast du Geschwister. (.) Hast du Geschwister? (.) 83 S03: [Name des Bruders]. (..) 84 S00: [Name des Bruders]? (..) Und mit [Name des Bruders] brauchst du ihn [den Computer] auch? (.) Oder nicht? (.......) 85 S03: Ja. (..) 86 S00: Mhm. (.) Haben wir jemanden vergessen? (.......) 87 S03: D. (.). Di [unverständlicher Name]. (....) 88 S00: Ist das ein Name? //SL: Mhm// Okay. (.) 89 SL: Das ist eine Frau, die manchmal zu euch nachhause kommt und hilft. (..) Die manchmal mit dir auch Sachen unternimmt. Die auch eine Art Assistentin ist zuhause. (.) 90 S00: Okay. (.) Super, das sind schon recht viele... (..) Das heisst du brauchst ihn in der Schule und zuhause. Brauchst du ihn sonst noch irgendwo? (...) 91 S03: L. (.) Le (.) L. (.) Le. (.) Lernwohnung. (.) 92 S00: Ah, in der Lernwohnung auch noch. (...) Gibt es noch einen Ort an dem du deinem Computer brauchst? 93 S03: Fe (.) Feuerwehrmann. (.) 94 S00: Mit einem Feuerwehrmann? (.....) Oh das klingt spannend. (..) du grinst. (.) //SL: von dem weiss ich auch nichts (lacht)// Willst du da mehr erzählen? 95 S03: (nonverbal: „Nein“) 96 S00: Nein, okay. Das ist gut. (..) Jetzt weiss ich schon dass du deinen Computer an vielen Orten brauchst. Und brauchst du den Computer in der Schule genau gleich wie auch zuhause? 97 S03: A. (.) Anderes. (...) Y. (.) Youtube. (.) Youtube. (..) 98 S00: Ja kannst du da noch mehr erzählen? Vom Youtube? (...) //S03: (nonverbal: „Nein“)// (....) Darf ich trotzdem nachfragen? Brauchst du das Youtube zuhause? Und in der Schule brauchst du weniger YouTube? //S03: (nonverbal: „Ja“// (....) Super Ich muss schnell spicken Ich habe mir Notizen gemacht, dass ich nichts vergesse. (....) Wenn du dir überlegst. (.) Wenn du zum Beispiel in die Logo gehst zum Lernen. (.) Oder als du früher in die Logo gegangen bist. (...) Das ist ja manchmal für gewisse ist das einfach und für gewisse ist das streng. (.) anstrengend. (...) Wie hast du das gefunden? Eher einfach? Oder eher anstrengend? Eher cool? Oder eher doof? 99 S03: Furzpflaume. 100 S00: Furzpflaume? Ist das ein Schimpfwort das du gerne brauchst? Für wenn etwas doof ist? (lacht) 101 S03: (nonverbal: „Ja“) 102 S00: Ja, kann ich mir vorstellen. 103 SL: Da kommt mir etwas in den Sinn, was ich dazu sagen könnte. Du kannst deinen Kopf noch nicht so lange so schön ruhig halten Und dann hat der Kopf immer ganz viele Bewegungen gemacht und dann auch der Arm (..) Und dann ist es auch mega anstrengend und schwierig die Augen zu brauchen. Zum die Augensteuerung brauchen. 104 S00: War es dann auch anstrengend? (..) Ist man schnell müde geworden? 105 S03: Ja. 106 S00: Und hast du manchmal keine Lust gehabt? 107 S03: Ja (.) 108 S00: Mhm, das kann ich mir vorstellen (..) Und hat dir jemand geholfen dich zu motivieren? (...) Gesagt, doch du schaffst das. (..) 109 S03: [Name des Bruders].
Masterthesis Eliane Fermaud 118 110 S00: [Name des Bruders]? Was hat denn dein Bruder gemacht um dich zu motivieren? (....) Hat er etwas gemacht? (..) 111 S03: Ja. (23 Sekunden Pause) Ich verstehe es nicht. (.). 112 S00: Die Frage? (..) Ich formuliere es anders. Also du hast gesagt dein Bruder war super, wenn du mal keine Lust hattest. //S03: Tu es nicht.// (....) 113 S03: Ja. 114 S00: Hat er dann etwas gesagt? 115 S03: Ja (.) 116 S00: Hat er etwas Bestimmtes gesagt? 117 S03: Ja (..) 118 S00: Magst du erzählen was er dann gesagt hat? (......) 119 S03: Ich verstehe nicht. 120 121 S00: Ist okay. //SL: Oder hat er gesagt, ich verstehe es nicht?// Ah...Er hat gesagt, ich verstehe es nicht) //S03: Ja.// Danke vielmals. (..) 122 SL: Hat er das gesagt? (..) Und dann musstest du schwatzen (..) //S03: (grinst)// (.) 123 S00: Okay. (.) Das ist super zum Wissen. Hat es noch andere Leute gegeben, die dir da geholfen haben, //S03: Ja.// die dich motiviert haben? Ausser [Name des Bruders]. (.....) 124 S03: Mami. [Name]. 125 SL: [Name]. ist der Papi. 126 S00: Der Papi okay. (..) Und? (.) //S03: D.// Haben die vielleicht etwas bestimmt gesagt? (......) 127 S03: Ja. (.) 128 S00: Magst du dich erinnern, was sie gesagt hat? 129 S03: Nein. 130 S00: Okay. 131 S03: Gern geschehen. Ja. Schlecht. (..) 132 S00: Hast du das gerade sagen wollen? (.) Gern geschehen und schlecht? (..) 133 S03: Ja. (..) 134 S00: Heisst, das haben Mami und der Papier gesagt? (....) //S03: (nonverbal: „Ja“).// Ja. Habe ich dich richtig verstanden? (...) Ja. Okay. (..) Das ist aber sehr gut zum Wissen. Das heisst, [Name des Bruders] und Mami und der Papi haben dich fest motiviert. (..) Und hat es sonst noch etwas gegeben, was dir geholfen hat beim Lernen? (....) Das ist jetzt schon ein schwieriger Frage. (34 Sekunden Pause) 135 S03: Ich verstehe es nicht. (.) 136 S00: Also auch wieder Menschen, die gesagt haben, ich verstehe es nicht. Habe ich das richtig verstanden? (.) 137 S03: (nonverbal "Ja") 138 S00: Ja. (..) Okay. Also vielleicht ... Ich weiss es nicht. Sind das vielleicht auch Menschen in der Schule gewesen? (....) 139 S03: Ja. 140 S00: Okay. (...) Also könnte man im in dem Fall sagen, dass du gerne etwas erzählen wolltest. Und wenn du nicht verstanden wurdest, hat dich das motiviert? Würdest du sagen dieser Satz ... das stimmt //S03: Ja.// Okay, sehr gut. (..) Und jetzt ... Ich gehe davon aus. Da hinten [Anm.: hinten am Kommunikationshilfsmittel] sehe ich einen Kleber von [Name der Hilfsmittelfirma]. (...) Vielleicht ist [Name eines Hilfsmittelberaters] gekommen? Oder ... Ist der [Name des Hilfsmittelberaters] gekommen bei dir? (.....) 141 141 S03: Ja. (.) 142 S00: Hat er noch viel gemacht? Hat er dir auch geholfen? //S03: Ja. (.)// Auch ein bisschen? (.....) Super. (...) 143 SL: Der Herr [Name des Hilfsmittelberaters] hat dir in den letzten Frühlingsferien DAS Gerät ausgeliehen. Und dann wolltest du es nicht mehr hergeben //S03: (lacht)// 144 S00: Und dann hast du ein eigenes bekommen. (.) Und wie war das? Wo du dann endlich //S03: Ja.// bekommen hast? 145 S03: Ja. (grinst)
Masterthesis Eliane Fermaud 119 146 S00: War das gut? Das glaube ich. Das stelle ich mir aber fies vor. Dann leiht er dir eines aus und dann nimmt er esirgendwann wieder mit. (...) Und dann hat man das einfach nicht mehr. (........) 147 S03: Mami. Ja. (....) 148 S00: Willst du hier noch mehr dazu sagen? (....) 149 S03: Nein. (..) 150 S00: Jetzt überlegen wir mir mal (..) vorher hast du gesagt, (...) du findest die Augensteuerung cool an dem Gerät. Gibt es vielleicht etwas an deinem Computer? Und so wie du sprichst, (.) das du doof findest? (.....) Manchmal gibt es Sachen, die man cool findet und Sachen die man doof findet. Gibt es auch etwas, was du doof findest? (14 Sekunden Pause) 151 S03: Ja. (..) Nein. 152 S00: Oh, jetzt hast du ja und nein gesagt. Jetzt muss ich noch mal nachfragen. Gibt es etwas, was du doof findest? //S03: Schlecht.// Etwas, was du schlecht findest? (..) 153 S03: Nein. 154 S00: Bist du zufrieden so? (...) 155 S03: Ja. (....) Kannst du mir helfen? (.......) Ja. 156 SL: Was soll ich helfen? (.) Vom Compi erzählen. Oder brauchst du irgendwie sonst Hilfe mit den Füssen? //S03: Ja.// (..) Mitdem Compi? //S03: Nein.// Vom Compi? Etwas erzählen? (..) 157 S03: Ja. (..) 158 S00: Also weiss vielleicht Frau [Name der Logopädin], irgendetwas? etwas, was du doof findest? (....) 159 S03: Ja. (.) 160 SL: Also einmal (.) hat der Compi nicht mehr geredet. (.) Das Bild konnte man zwar anwählen, aber der Compi hat nicht geschwatzt. Das fandest du blöd (..) 161 S03: (grinst) 162 S00: Das verstehe ich. Das ist ein Mist. 163 SL: Aber das passiert zum Glück nicht so oft. Ja. (..) Aber immer wenn so technische Probleme sind, (.) da kannst du dich ganz fest aufregen. 164 Ja. (…) 165 S00: Ja, das verstehe ich. Würde ich mich auch darüber aufregen. (...) Würdest du in diesem Fall vielleicht etwas wünschen, was man anders machen könnte mit dem Compi? (..) 166 [kurze Unterbrechung, Fuss muss neu positioniert werden] 167 S00: Ich frage noch einmal. (.) Wenn er z.B. nicht schwatzt, dann findest du es doof. (.) Gibt es dann etwas, was du gerne anders hättest? Manchmal hat man noch Wünsche (....) oder ist es gut so? (15 Sekunden Pause) 168 S03: Ja. 169 S00: Ist gut so. Du ich frage mal dazwischen, (.) magst du noch? (..)//S03: Nein.// Oder wirst du langsam müde? (.....) 170 S03: Ja. 171 S00: Wollen wir langsam fertig machen? (..) 172 S03: Ja. 173 S00: Gut. Ich schaue dir ganz schwingend, ob ich noch etwas sehr wichtiges vergessen habe. (..) Du hast mir schon viel erzählt. (11 Sekunden Pause) Für mich ist es okay, willst du noch etwas wissen? (.) Hast du noch eine Frage? (......) 174 S03: Nein. (..) 175 S00: Gut, wenn die nächsten Wochen etwas auftaucht, Frau [Name des Logopädin], hat ja meine Adresse und dein Papi auch. Ihr dürft mir immer noch schreiben. (...) Super. Dann machen wir hier fertig.
Masterthesis Eliane Fermaud 120 1 Interview C 2 Transkribiert mit noScribe Vers. 0.5 Audiodatei: /Users/Eliane/Desktop/Interview 4.m4a (Start (hh:mm:ss): 00:00:00 | Qualität: fast | Sprache: auto | Sprecher:in erkennen: auto | Überlappende Sprache: 1 | Zeitmarken: 0 | Pausen markieren: 1) 3 Interviewerin: S00 4 nterviewte: S04 5 22.01.2025, 10:00 6 (....) 7 S00: Okay, also, dann, willst du mal anfangen...//S04: Ich würde gerne ... Ich ... Ich ... ... muss ... ... mein Böxli holen.// (...) Willst du das ... willst du das lauter machen? (..) Ich glaube, stimmt etwas mit deinen ... ... Lautsprecher nicht auf den iPad? (..)//S04: Mol.// Wolltest du das lauter machen? Ich glaube, es reicht so. Sag mal, wir fangen mal an. Wenn es zu leise ist, dann sage ich dir das. Aber es sollte eigentlich funktionieren. (.) //S04: Okay.// Willst du anfangen und mir kurz noch mal sagen, wie alt du bist? (.....) 8 S04: Ich bin 20 Jahre alt. 9 S00: Okay. (..) Ich sehe es jetzt natürlich gerade, was du für ein Hilfsmittel hast. Willst du es mir trotzdem noch mal sagen? (.) 10 S04: Ich spreche mit dem iPad. (.) 11 S00: Und deine App ist ein TD-Snap, gell? //S04: Ja.// Okay. (.....) Seit wann hast du das Hilfsmittel? (.) 12 S04: Ich habe seit ich bin sechs Jahre alt. Also im 2010 habe ich das erste Sprachcomputer bekommen. Nicht, das. (.) 13 S00: War es ein solches oder ein anderes? (.) //S04: Anders.// Ähm ... Okay, magst du dich erinnern, was das war? Was du im 2010 bekommen hast? (..) War das auch ein iPad? (.) Hat das anders ausgesehen? /(..)/S04: Dick.// Dick war es? (.) Ähm ... Ähm ...//S04: weiss nicht mehr.// Hat man es auch rumgetragen wie ein iPad? (..) Ein bisschen schwer. (..) //S04: Ja.// Ist es ein ... Ein Communicator gewesen? (.) Ein bisschen hellblau. Die Felder. Hellblau und dunkelblau. Weisst du nicht. Aber es war auch ... ... so mit dem Finger anwählen. //S04: Ja.// Okay, super. Sehr gut. Ähm ... Ich muss gerade noch mal kurz überlegen. (....) Nein, denn dann sind so die ersten wichtigen Sachen. Das ist super. (..) Und dann würde es mich mal Wunder nehmen. Da darfst du erzählen so viel und was du willst. Ähm ... Wie das war. Falls du dich noch mal erinnern magst. Wo du ... ... dein UK-Gerät bekommen hast. (20 Skeunden Pause) 14 S04: Das weiss ich gar nicht mehr, wo ich das erste Sprachcomputer bekommen habe. (.......) Aber danach habe ich mich immer sehr freuen. Und ich war sehr froh, weil mein früherer Sprachcomputer ... ... weil der Computer war sehr langsam und er hat nicht immer mitgemacht. Mhm 15 S00: Oh da muss ich kurz dazwischenfragen. Seit wann hast du dann das iPad mit dem TD Snap? (.) Ungefähr ... ... seit einem Jahr, seit fünf Jahren ... (...) ... //S04: zwei Jahre.// ... etwa zwei Jahre? //S04: Ja.// 16 S04: Aber (.....) zwei Jahre. 17 S00: Okay. Ja, ja, so ungefähr. Das reicht. (.) Aber da magst du dich sicher daran erinnern, oder? Wo du dieses iPad mit dem TD Snap bekommen hast, oder? //S04: Mhm.// Dann kannst du mir auch von dem erzählen, wie das genau war. (.) 18 S04: Das habe ich nicht auf ... //S00: Macht nichts. Du darfst es mir entweder mit dem Mund oder ...// (unv.) //S00: Nimm dir so viel Zeit, wie du willst.// (..) Was willst du wissen? 19 S00: Ähm ... Wie du das gefunden hast, wo du DAS bekommen hast. (..) 20 S04: (unv.). 21 S00: Besser. //S04: Ja.// Ähm ... Ist es deine Idee gewesen, zu wechseln? Oder war das jemand anderes, der die Idee hatte? (....) //S04: Wei …// (…) Weisst du nicht mehr?(.) 22 S04: (unv.). (..) 23 S00: Das musst du mir noch mal sagen. //S04: Andere ... // Personen? //S04: Ja.// Okay. Da warst du aber noch in der Schule, oder? Ja. Okay. Und ... Aber dann würde ich mich Wunder nehmen, wenn du vorhin gesagt hast, du warst mit deinem Alten nicht so zufrieden. Du hast gesagt, es sei langsam. (...) Ähm ... Wie war das für dich, es zu brauchen? (..) Hast du das gerne gebraucht (..) oder hast du das so mittelmäßig gerne gebraucht? (..) viel gebraucht, wenig gebraucht? (.......) 24 S04: Ich bin sehr froh, dass ich ein iPad für das Reden habe. (.....) Ich brauche den Kompi besonders in neuen Situationen, mit neuen Personen, auch mit bekannten Personen bei schwierigen oder emotionalen Themen. Der Kompi hilft mir, mich mitzuteilen, wenn ich etwas brauche, ich eine Frage habe, mich jemand nicht verstanden hat oder wenn das Sprechen für mich gerade anstrengend ist. Ich programmiere schon seit einigen Jahren auch selber, aber seit ich das iPad mit der neuen Kommunikationsapp habe, programmiere ich alles alleine. (..) 25 S00: Cool. Hast du auch mit dem Alten selbst programmiert? (..) 26 S04: Ja (..) aber nicht ... (..) Einfach. (..) (unv.). (..) 27 S00: Also, das iPad ist einfacher zu programmieren? (.) //S04: Ja.// Ja, geht mir auch so. //S04: (lacht)// (.....) Ich gehe noch mal zurück zu deinem ... Wir müssen es ziemlich aufteilen, dein Altes und dein Neues, weil du zwei hattest. (.) //S04: Nein (...) Drei// Drei? Haben wir eines vergessen? (.) Oh, dann musst du mir noch erzählen. Was war das dritte Gerät? (..)
Masterthesis Eliane Fermaud 121 28 S04: iPad. (..) Aber nicht so (......) ähm. [zeigt mit den Händen] (.) 29 S00: Okay. (...) Größer und breiter? Mit der gleichen App? (.) //S04: (..) Noch nicht.// Okay. Also, das heisst, als erstes, ich fasse es zusammen, hast du das schwere langsame Gerät gehabt, von dem wir nicht genau wissen, wie es geheissen hat. Dann bekamst du ein grosses breites iPad. //S04: Mhmm.// (..) Und dann weissst du, weil du nicht mehr welche App gebraucht hast. (...) Eine andere? Hat die vielleicht MetaTalk geheissen? (....) Egal. Und dann hast du ... //S04: Vielleicht...// weil das auch eine App, die man gebraucht hat. Und dann bekamst du das. Okay. Und das ungefähr vor zwei Jahren. (.) 30 S04: Sicher haben (unv.). //S00: Aha.// Und dann haben (unv.). (...) 31 S00: Ich frage noch mal, um sicher zu sein, dass ich dich richtige verstanden habe. (..) Das ist jetzt ein kleineres als vorher? (.) //S04: grösser.// Das ist das Größere. Ah, dann habe ich es vorher falsch gesagt. Dein zweites war ein kleines. (..) 32 S04: Wir haben ... ... kleineres ... ... pobiert ... Und dann haben wir ... ... auf den ... ... (unv.). 33 S00: Ah, okay. Also du hast ein kleineres probiert, und dann hast du gewechselt. 34 S04: (vok.)(..) 35 S00: Wenn du jetzt an das erste zurückdenkst, das schwere langsame. (...) Wie gerne hast du das gebraucht? (....) Ist das gewesen? War das: Oh ja, das finde ich super. Mega cool. Das möchte ich jetzt immer brauchen. (.) Oder hast du vielleicht gefunden, pff, naja (...) vielleicht ... (...) kannst du das mit einer Emotion verbinden? (......) 36 S04: Ich war von Anfang an motiviert, hatte Spass und habe schnell gelernt. (.....) Ich habe das iPad oft selbst geholt, oder wenn die Leute mich nicht verstanden haben und nach mehrmals nachfragen, haben sie gesagt, kannst du das mit dem iPad sagen? (.) 37 S00: Okay, ja, das ist ein wichtiger Punkt, den du gerade sagst, deine Motivation. (.) //S04: Mhm..Ja.// Und du sagst, du warst mmer motiviert. //S04: Ja.// Und was würdest du sagen, ist das die grösste Motivation, ist die von dir selber gekommen? //S04: Ja.// Hat es noch andere Sachengehabt, die dich motiviert haben? andere Leute vielleicht ... (...) 38 S04: Wie mein? (..) 39 S00: Wie ich das meine? hat es vielleicht eine bestimmte Person gegeben, die dich sehr fest motiviert hat? 40 S04: Nein (..) ich. 41 S00: Du selber. Du warst die Person. //S04: Mhm, ja.// Okay. (.) Also, und sonst ... Manchmal sind es Leute in der Familie, vielleicht ist es irgendwie eine Freundin, oder ein Freund, oder ... ... jemanden der Schule. (..) Bist du das du selber gewesen? 42 S04: Vor allem ich. 43 S00: Vor allem du...ja, das ist doch super. (...) Und das heisst, hast du dein Hilfsmittel ... (.) Was heisst du Hilfsmittel, oder wie wollen wir es nennen? (.) //S04: iPad.// iPad, wir nennen es iPad. Alle nennen es anders. (..) Dann hast du dein iPad auch das alte, erste Geräte, von Anfang an akzeptieren können, weisst du, was ich damit meine? (..) Oder hast du es am Anfang noch etwas komisch gefunden? (..) 44 S04: Ich war sechs.. //S00: Ist etwas lang her, gell? Ja, du, das ist schon gut.// (.....) Ich bin nicht jemand. (..) Ich bin (unv.) und ... (.) //S00: Ich wiederhole das schnell, damit ich es auf die Aufnahme habe. Du hast mit deiner Körpersprache gezeigt, du bist nicht jemand, der gegen etwas Neues ist. Du bist offen.// Ja. Ja. 45 S00: Okay. //S04: Du musst sagen... Du darf einfach sagen ...// Ist gut... mache ich, ich sage einfach. (..) Heisst das deine Einstellung? Wie du ... (..) wie du dein iPad findest, ist das immer gleich geblieben? Hast du das immer gleich gefunden? (..) Und gab es eine Zeit , wo du dein iPad ... (.) wo du zu deinem iPad anders gestanden bist? (....) Schwierige Frage. (...) Soll ich sie nochmal anders stellen? (....) Also, das klingt so ... als ... (...) bist du sehr positiv, (.) was dein iPad angeht. Und meine Frage ... ist das immer so gewesen? (..) 46 S04: Ich war bis Sommer [Jahr] in der [Name der Schule]. (....) Ich habe dort Logopädie gehabt. (.....) Die Logopädin hat mich sehr unterstützt, (...) vor allem in meinem letzten Schuljahr. (....) Sie hat mich unterstützt, Sachen zu ändern. Ich darf jederzeit nachfragen. (....) Ganz am Anfang haben mich die Lehrer und meine Mama unterstützt, als es komplexer wurde auch in [Name] von [Name einer Hilfsmittelfirma]. (..) 47 S00: Okay, du sprichst gerade auch einen wichtigen Punkt. (.) Zuerst haben wir gesagt, was motiviert dich. Das hast du gesagt. (.) Aber wer hat dir geholfen, wer hat dich unterstützt? //S04: Genau.// Deine Logopädin von der [Name der Schule], dein Mami, [Name Hilfsmittelberatung] ... Deine Lehrpersonen auch? //S04: Ja. (..) Alle. (.) Ja.// (..) Wie findest du die Unterstützung? (.....) Bist du da zufrieden so, wie sie ist? (..) Oder hättest du es gerne manchmal anders? (...)//S04: (unv.)// Nein, du bist zufrieden so, wie sie ist? //S04: Mhm.// Okay. Gut. (....) Und jetzt würde mich noch Wunder nehmen, du hast ganz viele Leute genannt. (..) Vielleicht magst du dich erinnern, du warst 6, aber vielleicht kannst du auch von später erzählen, wie die Leute auf dein iPad reagiert haben. (......) 48 S04: (unv.).(....) Für mich hat es so gepasst. Meine Meinung ist, dass alle Menschen, die ein Mittel zur unterstützten Kommunikation benötigen, sollten Zugang dazu erhalten. (...) Alle haben ein Recht auf Kommunikation. Mein Tipp ist, dass Menschen, die ein Sprachausgabe gerät, nutzen immer weiter machen, auch wenn es manchmal vielleicht anstrengend ist und sie keinen Bock haben, mit dem Compi zu reden. (...) Weil wenn man nicht dabei bleibt, vergisst und verlernt man ganz schnell vieles. Es ist auch wichtig, immer Neues zu lernen. (...) Ich zum Beispiel möchte unbedingt Anfang Bücher zu lesen. Da muss ich mich noch selber motivieren. Weil es ist für mich anstrengend. Ich merke auch, dass ich im Vergleich zur Schule auch schon weniger den Compi benutze. (...)
Masterthesis Eliane Fermaud 128 31 S05: Ja. (38 Sekunden Pause) (5 Minute[n] Pause) Ich wollte als ich das Gerät hatte, lernen alleine von [Ortsname] nach [Ortsname] fahren. Die erste Fahrt war mit dem Schiff und das war so gross für mich. (..) 32 S00: Also so gross, meinst, grosses Event, nicht das Schiff //S05: Nein.// oder du meinst, nicht das Schiff, gross. Gut. (.) Ja, okay. //S05: Ja.// Ja. (...) 33 34 S0: (unv.) 35 S00: Wolltest du dazu noch mehr sagen? //S05: Ja.// Gut. (2 Minute[n] Pause) 36 S05: Gross wie ich wusste, ab da war alles möglich. (.) 37 S00: Könnte man sagen, dass das ein Art (..) springendes Erlebnis war? //S05: Ja.// Okay, ja. (...) Also du hattest Personen, die dich motiviert haben, (.) Situationen, die dich auch motiviert haben, wenn du zurückdenkst... //S05: Und (.) und (.) und.// (2 Minute[n] Pause) 38 S05: Und dann durfte ich schon bald einmal das erste, sehr kurze 10 Minuten Referat machen. Und das war auch noch so ein Teil. //S00: Okay, so eine Situation.// Ja 39 S00: Ja, alles klar. Okay, du hast schon mega viel gesagt. Magst du noch? //S05: Ja.// Du sagst... (...) Oder kann ich dir etwas reichen? (23 Sekunden Pause) 40 [Interviewpause] 41 S00: Ich überlege gerade mal, wo wir stecken geblieben sind. Wir sind beim Thema Motivation stecken geblieben. //S05: Ja.// Wenn du noch einmal zurückdenkst, du hast gesagt, du warst am Anfang nicht motiviert. Jetzt hast du gesagt, was dich alles motiviert hat. (..) Kannst du das in Worte fassen, wieso genau du am Anfang nicht motiviert warst? (..) Oder hast du schon alles gesagt? (2 Minute[n] Pause) 42 S05: Ich hatte grosse Angst, dass ich meine Mundsprache verliere und nicht mehr sprechen darf. Ja. (...) 43 S00: Hat das auch etwas damit gemacht? Mit der Akzeptanz von deinem Hilfsmittel? Hast du das aufgrund dessen akzeptiert oder nicht akzeptiert? //S05: Ja.// Oder sind das zwei unterschiedliche Sachen? //S05: (unv.) //. Also spielt das ein bisschen zusammen? (.) //S05: Ja.// (...) Also würdest du sagen, du hast dein Hilfsmittel am Anfang (..) nicht akzeptiert? (...) //S05: Ja.// (....) Würdest du dem Zustimmen? //S05: Ja.// (..) Und hat es da noch einen anderen Grund gegeben? Ja, jetzt hast du Angst genannt. (.......) Hat es da noch etwas anderes gehabt, was da rein gespielt hat? (..) Mit der Akzeptanz oder Motivation. Aber jetzt wenn wir jetzt mit der Akzeptanz bleiben. (24 Sekunden Pause) 44 S05: Ja. (3 Minute[n] Pause) Es war mir in [damaliger Wohnort] nicht bewusst, dass ich etwas anders bin. Ich wusste es, aber ich war so perfekt inkludiert, dass es egal war. (1 Minute[n] Pause) Shit auf alles und dann kam der grosse Boom. (..) 45 S00: Der grosse Boom? (.) Meinst du was die Technik anbelangt? //S05: Nein.// (.) oder was für einen Boom meinst du? 46 S05: Nein. (.....) (unv.). (.) (unv.) (2 Minute[n] Pause) Und dann musste ich in die Institution und das war, war so heftig. (4 Minute[n] Pause). Ich realisierte, dass ich im, im Rollstuhl bin und dann kamen noch alle mit dem Gerät. Was mache ich überhaupt da und warum wollen alle, dass ich so ein scheiss Ding vor der Nase habe? (lacht) (12 Sekunden Pause) 47 S00: Was hat sich, also irgendwann hat sich die Einstellung geändert, oder? //S05: Ja.// Hat das mit diesen Punkten zu tun, die du vorher zum Thema //S05: Ja. Ja.// Motivation gesagt hast? //S05: Ja.// ist das, ja. Und wenn du jetzt zurückdenkst, du hast ganz am Anfang gesagt, Therapeuten und sonst Leute haben eigentlich die Hilfsmittelversorgung angerissen. (....) Konnten die dich dann auch unterstützen? (.) 48 S05: Ja. 49 S00: Und hätte es da etwas geben, das anders hätte ablaufen können, um dir in der Akzeptanz zu helfen? Oder ist das einfach so, da gibt es wirklich einen Weg dran vorbei, weiss du was ich meine. (..) Also hätte dich irgendjemande auf eine andere Art unterstützen können oder hättest du eine andere Art von Unterstützung gebraucht, (..) um mit dieser Situation besser klarzukommen? (..) Vielleicht auch nicht, gell? (...) So rückblickend gedacht. (11 Sekunden Pause) Oder denkst du auch jetzt noch Augen zu und durch? (10 Sekunden Pause) //S05: (unv.)// (4 Minute[n] Pause) 50 S05: Vielleicht noch mehr die Möglichkeit zeigen, zum Beispiel mit mir in der Stadt was einkaufen gehen und zeigen, das könnte ich dann alleine. Und ich darf aber auf der Gruppe oder in der Schule weiter meine Sprache nutzen. (..) 51 S00: Hättest du dir sonst noch eine andere oder mehr Unterstützung gewünscht am Anfang? (...) oder nicht unbedingt? (.......) //S05: Nein.// Wenn wir es jetzt vergleichen, mit, jetzt haben wir viele über die Hilfsmittel, über deine erste Versorgung geredet und jetzt hast du dich sozusagen eigentlich wie selber neu versorgt. //S05: Ja. (lacht)// Was würdest du sagen... //S05: (lacht)// oder ist es richtig?, habe ich das richtig zusammengefasst? //S05: Ja.// Was würdest du sagen, was war anders im Vergleich zu den anderen Versorgungen? (..) für dich persönlich? (..) 52 S05: Alle. //S00: Alles?// Ja, ja. (..) 53 S00: Ich frage dich anders, du hast mir geschrieben, du hast es jetzt auch ohne Hilfsmittelfirma gemacht. //S05: Ja.// (..) Was war der Grund für dich, das auf eigene Faust zu machen? (11 Sekunden Pause) 54 S05: (vok.) Keine. (.....) (vok.) (..) meg (..) (unv.) ko. (..) 55 S00: Es ist langsam gekommen? (33 Sekunden Pause) 56 S05: Der Wechsel vom Kommunikationsgerät zum Smartphone kam schleichend und sogar auch für mich unerwartet. Es begann, als ich vor einem Jahr ein neues Smartphone kaufte und von Samsung auf iPhone umgestiegen bin. Unter vielen anderen Erleichterungen, war die Funktion Notizen um Welten einfacher und besser dargestellt. Ich habe immer mehr in die Notizen geschrieben. Mit der iPhone-Tastatur, wurde ich immer schneller und schneller, bis ich die Schreibgeschwindigkeit erreichte, die ich zuvor mit dem Kommunikationsgerät hatte. Eines Morgens funktionierte meine Kaffeemaschine nicht und ich wollte mir im Restaurant, das unter meiner Wohnung ist ein Kaffee holen. Jedoch war es mir zu blöde das Kommunikationsgerät an den Rollstuhl zu machen. Manchmal dauerte dies bis zu 10 Minuten. Ich schrieb auf dem Smartphone, in die Notizen, dass ich gerade ein Kaffee möchte. Wenige Tage später, ging ich auch so einkaufen. Dies war der Beginn meiner Kommunikation über das Smartphone. Etwas später schaute ich dann, dass es öffentliche UK Apps gab, die ich nutzen kann. Schnell habe ich eines gefunden und habe mir noch eine Lautsprecherbox gekauft. Nun kann ich so schnell sprechen und schreiben, wie noch nie zuvor. Es erleichterte und verschnellert so... 57 S00: Okay, ja, alles klar. (...) 58 S05: Ich (...) war... Ich habe aber ...em... (5 Minute[n] Pause) Das darfst du gerne auch raus schneiden (lacht). 59
Masterthesis Eliane Fermaud 129 60 S00: Nein, aber ich finde das ist ein legitimer Punkt. //S05: (lacht)// Warst du in einem Gewissenskonflikt? //S05: Ja.// Ja, gut, es bleibt ja anonym. //S05: Ja (lacht// Wir haben fast schon sehr viele Punkte und in Anbetracht der Zeit, sonst wird es wirklich noch Acht Uhr. (lacht) //S05: (lacht)// (....) Ich würde gerne noch eine letzte Frage geben. (15 Sekunden Pause) Wenn du zur Hilfsmittelversorgung... (.) Hättest du Ideen oder einen Vorschlag, (.) um die Hilfsmittelversorgung zu verbessern. (14 Sekunden Pause) Jetzt etwas, das du noch nicht gesagt hast, gerade hast du schon viele Sachen gesagt, die in die Richtung gehen, aber vielleicht gibt es noch irgendetwas? (..) 61 S05: Bei der (..) IV. //S00: Bei der IV?//Ja (..) 62 S00: Dort hättest du noch ein paar Verbesserungsvorschläge? //S05: Ja. (lacht)// Verbesserungsvorschläge bezüglich Finanzierung oder ...//S05: Nein.// (.) bezüglich Abläufe. //S05: Ja.// Ich gehe mal davon aus, du tendierst dazu, dass die Abläufe ein bisschen geschmeidiger sein könnten. //S05: Ja.// Weniger Zeitaufwändig, weniger lang. //S05: Ja.// Wenn du an die Leute denkst, die bei dir involviert sind, das können Lehrpersonen sein, Therapeuten, oder auch Berater von Hilfsmittelfirmen, gibt es dort etwas, das du findest, das müsste eigentlich besser oder anders gehen? (......) Oder du würdest sagen, alles in allem ist okay? //S05: Ja.// Gut, ist super. (.) Ich schaue dir schnell durch, ob ich etwas Wichtiges vergessen habe. (..) Oh ja, etwas, was ich noch ... Du hast jetzt erwähnt, dass du Leute in der Institution oder in der Schule hatten, die dich hier unterstützt haben. Wie war das bei dir zu Hause, in einer Familie? (10 Sekunden Pause) 63 S05: Ich ... (........) ich bin ... ich bin nur am Wochenende ... zuhause. (schwer verständlich) (.) 64 S00: Okay. (..) (6 Minute[n] Pause) 65 S05: Ich wollte von Freitagabend bis Montag weder von einer Institution, noch von einem Talker etwas wissen. Einmal in die Ecke (lacht) und wehe, es, sagt jemand was von der Sache. Mit der Zeit, wurde es besser, als ich spürte, dass es wirklich etwas bringt. 66 S00: Okay. //S05: (lacht)// (lacht) Alles klar. (..) Von meiner Seite her, wir sind ... wir sind durch alles durch. //S05: Ja, ja.// Gibt es von deiner Seite noch irgendetwas, oder findest du, das ist mega wichtig zum Thema, muss ich noch loswerden? (.....) Vielleicht irgendetwas, wenn du gerade denkst, (.) um ... jung [Name], also noch jünger als jetzt... der neu seine Geräte bekommen hat, was würdest du ihm... würdest du ihm etwas sagen, oder Kinder oder Jugendliche //S05: Ja, ja.// die gerade in dieser Situation //S05: Ja, ja...ja.// Was würdest du ihnen sagen? (5 Minute[n] Pause) 67 S05: Es lohnt sich wirklich, ich meine ich lebe mit Assistenz, bin Arbeitgeber von ihnen und war in einer Firma und habe jetzt mein Ding [Anmerkung: ist selbstständig]. Geht nicht darum, dass das alle machen, geht darum eine Perspektive aufzubauen. Ja (..) 68 S00: Ich finde das ein super Schlusswort //S05: (lacht)// Darf ich das als Schlusswort nehmen? //S05: Ja.//... Okay, tiptop, dann schalte ich da aus.
Masterthesis Eliane Fermaud 130 1 Interview E 2 Transkribiert mit noScribe Vers. 0.5 Audiodatei: /Users/Eliane/Desktop/Master/7_Masterarbeit/05_Audioaufnahmen/Interview 2.MP3 (Start (hh:mm:ss): 00:00:00 | Qualität: fast | Sprache: auto | Sprecher:in erkennen: auto | Überlappende Sprache: 1 | Zeitmarken: 0 | Pausen markieren: 1) 3 Interviewerin: S00 4 Interviewte: S02 5 Anwesende Drittperson: LP 6 13.01.2025, 13:30 7 (.....) 8 S00: Ich möchte gerne mit der ersten Frage anfangen. Und zwar, willst du mir mal erzählen, wenn du zurückdenkst, wo du dein Gerät bekommen hast, wie das war? (........) Ist eine ganz offene Frage. Wenn du willst, dass ich genauer frage, dann kann ich auch genauer fragen. 9 S02: (....) Super! (..) 10 S00: Wieso war es super? Oh, entschuldige. Ich schaue ein bisschen mit, damit ich weiss, ob du noch am Schreiben bist, damit ich dir nicht zu fest reinschwatze. (10 Sekunden Pause) 11 S02: Ich kann (..) nicht (..) mehr (...) sprechen. (........) 12 S00: Darum war es super. (.......) Magst du mir erzählen, wer hier alles dabei war, wo du das Gerät bekommen hast? (.) Du warst ja nicht alleine? (10 Sekunden Pause) 13 S02: Mama. (11 Sekunden Pause) Er (..) sie. (..) [schaut zu LP] 14 LP: Herr [Name des Hilfsmittelberaters] und Frau [Name der Logopädin]? (..) 15 S00: Okay, Mama, Herr [Name des Hilfsmittelberaters] und Frau [Name der Logopädin] waren dabei. Und wem seine Idee war das? (.....) 16 S02: Sie. (..) 17 S00: Frau [Name der Logopädin]? Okay. (.) Und magst du dich noch erinnern, was du da gedacht hast, wo Frau [Name der Logopädin] die Idee hatte? (.) Oder ist es zu lange her? (...) Magst du dich noch erinnern? (...) 18 S02: Nicht. 19 S00: Nicht, ist zu lange her. Macht nichts. (..) Und magst du dich daran erinnern, wie das war, wo du das [Anm.: das Hilfsmittel] hier hattest und das erste Mal gebraucht hast? (.......) 20 S02: Nicht. 21 S00: Auch nicht, ist zu lange her. (.) Das ist okay. Man muss sich vielleicht anders fragen. (..) Du kannst das jetzt ja schon gut brauchen. War das schon immer so? (26 Sekunden Pause) 22 S02: Nein. 23 S00: Okay. (...) Heisst das, du musstest es lernen? (....) 24 S02: Ja. (.....) 25 S00: Und weisst du, du bist jetzt noch immer am Weiterlernen, manchmal lernt man ja noch lange. (.) Wie ist das mit dem Lernen? (..) Wie findest du das? (........) 26 S02: Super. (....) 27 S00: Findest du echt noch ein anderes Adjektiv aus dem Super? (...) Ist es nur Super? (14 Sekunden Pause) 28 S02: Nein. 29 S00: Ist nicht einfach. (.......) 30 S02: Ah. (38 Sekunden Pause) Streng. 31 S00: Mhm. Wenn etwas streng ist, habe ich manchmal keine Lust. Ist das bei dir auch so oder ist das bei dir nicht so? (.......) [Anm. S02 schaut zu LP] Das darfst DU sagen. (10 Sekunden Pause) 32 S02: Nicht. (....) Auch. (....) 33 S00: Jetzt habe ich zwei Sachen gehört, auch und nicht. (.....) Ich frage noch mal. Es ist manchmal streng. Hast du dann trotzdem Lust, obwohl es streng ist? (...) 34 S02: Ja. 35 S00: Okay. (.) Super. (..) Das heisst, könnte man sagen, du bist motiviert zum Lernen. //S02: nonverbal: Ja// Du bist selber alleine motiviert. (.) Manchmal braucht es jemanden von aussen, der einen motiviert. (..) Oder bist selber so motiviert, dass du das eigentlich gar nicht brauchst? //S02: nonverbal: Ja.// Du bist selber mega motiviert. Super. (..) Wenn man etwas neu lernt,
Masterthesis Eliane Fermaud 131 geht es meistens nicht so ganz alleine. Man braucht etwas Hilfe. (..) Wer hat dir da oder wer tut dir jetzt dabei helfen? (.) Mit dem Gerät. (..) Sind das die gleichen Leute, die vorher gesagt hast? (..) Frau [Name der Logopädin]? (.) //S02: Ja.// Mhm. (.) Das Mami? (....) Das Mami auch? (.) //S02: nicht.// Das Mami nicht. (.) Haben wir jemanden vergessen, der dir beim Lernen hilft? (....) Sind das die zwei Wichtigsten? (..) Okay. Super. (.) Vielleicht und manchmal, dass Mami und Leute zuhause anders helfen. (.) Vielleicht nicht beim Lernen, aber beim Brauchen von Geräten. (..) Vielleicht brauchst du das Gerät auch zuhause? Stimmt das? Brauchst du es auch zuhause? (..) 36 S02: Nein (..) Nicht. 37 S00: Nicht so? (...) Wo brauchst du es dann? (..) Das Gerät? (.) Eine blöde Frage, da wo wir jetzt sind, oder? //S02: (lacht) Ja.// (...) Also sagen wir in der Schule. (.) Gibt es einen anderen Ort, wo du es auch noch brauchst? (.......) Oder schon brauchst du es auch an einem anderen Ort? (..)//S02: Nein.// Würdest du es gerne an einem anderen Ort brauchen? (.) Ausser der Schule? (..)//S02: (grinst)// Oh, da bin ich gespannt. Wo würdest du es gerne brauchen? (22 Sekunden Pause) 38 S02: Ich weiss nicht. 39 S00: Okay. Gut, macht nichts. Das ist gut. (.) Ich muss kurz spicken. Weisst du, dass ich meine Fragen nicht vergessen. 40 41 S00: Du lernst ja mit deinem Gerät zu sprechen da in der Schule mit Frau [Name der Logopädin]. Und mit Frau [Name der Logopädin] machst du ja Logopädie. Und machst du mit Frau [Name der Logopädin] nur alleine Logopädie oder machst du auch mit anderen Leuten zusammen 42 S02: Anderes 43 S00: Noch mit einer Kollegin? Wie findest du DAS? (.........) 44 S02: Gut 45 S00: Okay, ich stelle mir das so vor, dass du mit deiner Kollegin in dieser Stunde auch schwatzt. Ist es anders mit den Kollegen oder vielleicht noch mit anderen Schulgspändli zu reden? Als jetzt vielleicht mit [Name der Logopädin] oder mit mir? (...) 46 S02: Nicht. (..) 47 S00: Würdest du sagen, es ist gleich. (...) Jetzt kommt eine Frage. (..) Darfst du ganz ehrlich sein. Wenn man etwas blöd findet, darf man auch sagen, dass es blöd ist. (.) Auch wenn die Lehrerin daneben sitzt, ist gut? (..) Wenn du jetzt daran denkst, du hast dein UK-Gerät, (.) gibt es etwas, das du gerne anders hättest? (20 Sekunden Pause) 48 S02: Mund. (....) Spricht. (.....) 49 S00: Ich frage dir noch einmal nach, dass ... 50 LP: Wolltest du DAS sagen? Also du wirst gerne selber reden? (.) 51 S02: Ja. 52 S00: Ja, das verstehe ich. Genau. Gibt es noch etwas anderes, das du gerne anders hättest? (..) Weisst du, manchmal möchte man am Gerät etwas anders haben. (..) Oder ... (.) 53 S02: Nicht. (..) 54 S00: Kann man sagen, du bist zufrieden mit deinem Computer, so wie er ist? (17 Sekunden Pause) 55 S02: Ja. 56 S00: Gehen wir noch einmal zurück zum Lernen. Wie du mit deinem UK-Gerät gelernt hast, oder wie du immer noch lernst, damit zu kommunizieren. (.) Wenn du ... Mit all dem, was du jetzt schon weisst, machen wir einen Zeitreise. Zurück zu dem Punkt, wo du noch kein Gerät gehabt hast, (..) würdest du dann genau alles gleich machen? Oder denkst du, das wäre cool, wenn das anders wäre. (30 Sekunden Pause) 57 S02: Auch alles machen. (......) 58 S00: Also du würdest sagen, du würdest es gleich machen. (..) Und wenn du dir jetzt vorstellst, (...) jemand kommt zu dir, ein Kind, (.) und hat noch kein UK-Gerät. (...) Gibt es irgendetwas, was du dem Kind sagen könntest? Zum UK-Gerät. (...) Das Kind sagt vielleicht, "Oh, was kommt wohl da? Wie ist das wohl?" (...) Was würdest du so einem Kind sagen? (..) 59 S02: Es ist ... (...) Cool. (......) 60 S00: Warum? (10 Sekunden Pause) 61 S02: Nicht mehr. (.........) Mund. (......) Spricht. (..) 62 S00: Ich habe eine Idee, was du mit dem würdest. Kannst du mir noch etwas genauer sagen? Was würdest du dem Kind sagen? 63 LP: Dein Mund spricht nicht. Was ist jetzt das Coole daran, wenn du einen Computer hast? (.........) 64 S02: Computer Sagen. (...)
Masterthesis Eliane Fermaud 132 65 S00: Du kannst mit dem Computer statt mit dem Mund sprechen. (...) Und das ist cool. (..) Magst du noch? (...) Ich frage vielleicht blöde Fragen, weil ich dich nicht kenne. Und nicht, dass du ... ... nachher mega müde bist. Darum frage ich. (..) Ich konnte schon fast alles fragen. (.) Es könnte sein, dass ich vielleicht eine Frage stellte, (.) die du gerne etwas hättest, zu erzählen. Gibt es vielleicht irgendetwas, was du mir gerne würdest sagen? Und ich habe gar keine Fragen dazu gestellt. (...) Darfst du auch kurz einen Moment überlegen? Darfst du so viel Zeit nehmen, wie du willst? (22 Sekunden Pause) 66 S02: Nicht. 67 S00: Gibt es gerade nichts. (....) Jetzt nimmt es ich mich trotzdem noch Wunder. Hast du von Anfang an ... ... das TD-Snap mit der Augengsteuerung gesprochen? Oder hast du mit einem anderen angefangen? (...) Weisst du das noch? (13 Sekunden Pause) 68 S02: Ja. (..) 69 S00: Also hast du von Anfang an mit dem gesprochen? (..) 70 S02: Wissen. (........) 71 S00: Willst du noch mehr sagen? (....) //S02: nonverbal: nein.// Und hat es von Anfang an genau so viel Felder gehabt wie jetzt? Weisst du das noch? (.....) 72 S02: Nicht. (..) 73 S00: Hat es weniger gehabt? (........) 74 S02: Ja. (..) 75 S00: Und das eine ist, man muss ja die Wörter lernen. Und das andere man muss lernen, wie man das mit den Augen macht. (....) Wie hast du das geübt? Hast du etwas Spezielles gemacht, (.) um das Üben mit den Augen anzusteuern? (......) 76 S02: Nicht. (....) 77 S01: Nicht Speziells. Okay. (..) Das ist gut. (..) Das heisst, du hast das einfach mit dem brauchen gelernt. (.......) 78 LP: Und das Ding ist, du hast vorher das iPad gehabt, das ganze Anfang, wo du das TD-Snap... 79 S00: Ah, willst du von dem mal noch erzählen? (.) Das würde mich auch interessieren. (..) 80 S02: [Anm.: schaut zur LP] 81 LP: Ich kenne dich noch nicht so lang. (.) Aber in der Mittelstufe weiss ich, du hattest das schon, aber 82 auch noch mit dem iPad zusammen. Ich weiss gar nicht, wie lange du das schon hast, die Augensteuerung. (.) Ich kenne dich nur mit dem, aber angefangen hast du mit dem iPad. Ich glaube, weil es dann einfach vom Drücken her schwierig geworden ist. Hat man dann gewechselt. (.) Von diesem her hast du schon die Ebenen... //S00: Ja, es hat gleich aus gesehen. Aber dann hat man einfach mit dem Finger und den Augen...// Genau, die Ebenen hast du gekannt. (...) 82 S00: Und wenn es schwierig war, mit dem Finger das iPad zu bedienen, Wessen Idee war es dann, zu wechseln? (.......) 83 S02: Sie. 84 S00: Auch wieder Frau [Name der Logopädin]? (...) Und magst du dich erinnern, was du dazu dazu gedacht hast? (.......) 85 S02: Ich weiss nicht. (.) 86 S00: Weisst du nicht mehr? (..) 87 LP: Aber du hast, hast du dich darauf gefreut? (.....) 88 S02: Ja. 89 S00: Ja. Gewisse sagen ja eher, oh nein, etwas Neues. (.) Scheiss mich an. (.) Aber dann hast du gefunden, oh cool, eher so, hast dich eher gefreut. //S02: Ja.//(...) Gut. (..) Wir konnten schon ganz viele Fragen durchgehen. (.......) Jetzt haben wir ganz viel von früher gesprochen. (..) Und jetzt schauen wir mal in die Zukunft. Oder du darfst die Zukunft überlegen. (.....) Denken wir mal vielleicht in 3 oder 5 Jahren. Ich weiss nicht, irgendwie so. (..) Gibt es da etwas, was du dir wünschen würdest? Mit dem UK-Gerät. (....) Vielleicht hast du ein Ziel oder ein Wunsch? (29 Sekunden Pause) 90 S02: Neu. (13 Sekunden Pause) iPad. (.) 91 S00: Heisst das, du wünschst dir ein Neues? (..) Oder was hättest du gerne Neues? (..) 92 S02: Neu (...) 93 S00: Warum? (...) 94 S02: Aus. (.......) 95 LP: Das spinnt manchmal ein bisschen gell? 96 S02: Akku. (..) 97 S00: Darum das Kabel hier. (.) //LP: Ja, der Akku, geht sehr schnell runter.// Das ist natürlich blöd, wenn man unterwegs ist. Dann geht es einfach runter. (.) Ja, das ist ein sehr berechtigter Wunsch. (.) Also ein Neues, das einen besseren Akku hat.
Masterthesis Eliane Fermaud 133 //LP: Vielleicht kann man den Akku wechseln.// Ja, vielleicht. Da müsste man mal den Herr [Name des Hilfsmittelberaters] fragen. (.) Was er so im Angebot hat. (.) 98 LP: Aber was ist sonst so, mit dem ganzen Gerät oder so? Was ist dein Ziel? (...) Was haben wir am SSG? Was hast du dort gesagt, was du willst? (......) 99 S02: Mehr. (.......) fahren. (..) 100 S00: Also fahren mit dem Rollstuhl, heisst das. //LP: Genau, fahren mit der Augensteuerung.// Ich habe das vorher gesehen. Und hast du noch andere Ziele? (18 Sekunden Pause) 101 S02: Mehr. (.) Sagen. 102 S00: Mehr sagen können. 103 LP: Oder einfach noch mehr schwatzen. Und das machst du auch (....) 104 S00: Bist du eine Quasseltante? (lacht) //S02: (lacht)// (.) Da möchte ich noch genauer wissen. Mehr schwatzen, heisst das für dich mehr Wörter kennen. Oder schneller sein. Oder längere Sätze machen. (.) Was heisst das für dich? (.....) 105 S02: Mehr. (13 Sekunden Pause) Wö. (.) Wörterbuch (.) 106 S00: Ich glaube, das ist mehr Wörter? //S02: Ja.// Ja, sozusagen ein grösseres Wörterbuch. //S02: Wörter.// 107 LP: Und wirklich klarer. So. Und schlagfertig, bist du auch geworden. (.....) 108 S00: Und jetzt eine Frage, die mir gerade im Sinn kommt. Jetzt, du kennst mich ja nicht. Ich komme Ihnen und sage hallo, wir sprechen jetzt miteinander. (...) Wie ist das mit mir zu schwatzen? Ich könnte mir vorstelle, dass es vielleicht anders ist. (15 Sekunden Pause) 109 S02: Okay. 110 S00: Ist das okay? (...) Gut. (.) Ich schaue auf die Uhr. (..) Möchtest du mir noch etwas sagen, //S02: Nicht.// was ich vergessen habe? (..) Nichts. (....) Super. (.) Dann tu ich dann... (...) Entschuldigung. (.) Dann tu ich mal abstellen, unsere zwei Geräte.