scieee Open visual document viewer

Eine Theorie endogener Zeitdiskontierung

Frey, Bruno S.,Jürgen Ramser, Hans

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Full text

F ey, B uno S.; Jü gen Ramse , Hans A icle Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: F ey, B uno S.; Jü gen Ramse , Hans (1974) : Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 94, Iss. 1, pp. 65-82, h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291334 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung* Von B uno S. F ey und Hans Jü gen Ramse Die a sächliche Zei diskon ie ung wi d in Ve bindung mi de Wiede - wahle wa ung de Regie ung geb ach , die ih e sei s on de Wi scha s- lage abhäng . Mi Hil e des Maximum-P inzips wi d die op imale Wachs- umspoli ik ü eine demok a ische Regie ung abgelei e , die möglichs lange an de Mach bleiben will, und mi dem gesellscha lichen Op imum e - glichen. I. Einlei ung Zei diskon ie ung spiel in de in e empo alen Wi scha s heo ie und -poli ik eine zen ale Rolle. Dies gil sowohl ü mik o- wie ü mak oökonomische F ages ellungen. So is die Diskon a e beispiels- weise ebenso ein wich ige Fak o bei de P ojek auswahl im Rahmen on Nu zen-Kos en-Analysen, wie sie in de Theo ie des op imalen Wachs ums die Höhe de In es i ionsquo e en scheidend mi bes imm . Angesich s dieses S ellenwe es e s aun es, wie wenig in ensi sich die wi scha s heo e ische Fo schung bishe mi no ma i en und posi i en Aspek en de Zei diskon ie ung beschä ig ha . Im Rahmen no ma i e F ages ellungen we den olgende Ansä ze o geschlagen ( gl. auch Ecks ein 1961): (a) Keine Analyse; die Diskon a e is „i gendwie" o gegeben, bei- spielsweise ausd ücklich in das Belieben de Planungsins i u ion ge- s ell : „The a e o discoun should be he a e o discoun which he planne places o e u u e sa is ac ion compa ed wi h he p esen " (Chak a a y 1967, S. 157). Diese Vo s ellung is ypisch ü die Theo ie des op imalen Wachs ums; (b) die Diskon a e wi d du ch s ichp obenmäßige Be agung de Be- ölke ung e mi el ; (c) die Diskon a e wi d S e be abellen en nommen und en sp ich dann de Wah scheinlichkei , mi de ein ep äsen a i es Indi i- duum das nächs e Jah nich übe leb ; * Die Au o en sind ih en Mi a bei e n, insbesonde e Ch is ophe Deissen- be g, ü hil eiche Diskussionen dankba . 5 Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en 1974/1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 66 B uno S. F ey und Hans Jü gen Ramse (d) die Diskon a e wi d aus dem agg egie en Ve hal en de Gesell- scha geschluß olge . In eine ein achen Ve sion wi d om Ma k - zinssa z ode de P o i a e ü p i a e In es i ionen ausgegangen. Bei e was di e enzie e e Be ach ungsweise geschieh die Be- s immung de Diskon a e du ch Gleichse zung de a sächlichen mi de op imalen In es i ionsquo e ( gl. Mei a 1968); (e) die Diskon a e wi d aus beabsich ig en ode be ei s ealisie en S a egien ö en liche En scheidungs äge deduzie . Diese Al e na i en, die hie nich kommen ie we den sollen, haben z. T. auch ü eine posi i e Theo ie de Diskon a e Bedeu ung. Dies gil insbesonde e ü (d) und (e), da au die wenig übe zeugende Hypo- hese de Kong uenz indi iduelle und gesellscha liche P ä e enz e - zich e wi d ( gl. S o z 1955 - 56, Sen 1961). Die o liegende A bei will in e s e Linie einen Bei ag zu posi- i en Theo ie de Diskon a e leis en1: die Diskon a e wi d als E - gebnis des Zusammenspiels on wi scha lichem und poli ischem Sy- s em e klä . Inso e n wi d im Ansa z du chaus ähnlich wie un e (d) und (e) a gumen ie . De g undlegende Un e schied bes eh alle dings da in, daß do nu kons a ie , hie dagegen eine Theo ie en wickel wi d. Zug undegeleg wi d eine mode ne Wi scha mi demok a isch ge- wähl e Regie ung. Das Ziel de egie enden Pa ei wi d da in ge- sehen, möglichs lange im Am zu bleiben, wobei die „Wiede wahl- chance" om Konsums anda d de Be ölke ung abhäng . Zu Beein- lussung de Wiede wahlchance soll die Regie ung in de Lage sein, die in e empo ale Alloka ion de Ressou cen es zulegen. Es geh ü eine Regie ung also da um, den im Sinne ih es Fo bes ehens op imalen Konsump ad zu ixie en. Diese Konsump ad en häl implizi eine Zei - diskon ie ung (endogene Diskon a e), die wesen lich on de Wiede - wahlchance bes imm is . De Zusammenhang läß sich leich e kennen, wenn Ex em älle be- ach e we den: (a) Eine Regie ung häl einen e häl nismäßig nied igen Konsum- s anda d ü aus eichend, um e neu im Am bes ä ig zu we den. Da sie sich hohe In es i ionen leis en kann, bes ehen gu e Aussich- en ü eine lange unun e b ochene Regie ungszei mi lang is ig hohem Konsums anda d. Die Diskon a e dieses Regimes is o en- ba seh ge ing. * Na ü lich is g undsä zlich auch eine no ma i e In e p e a ion möglich, ande s als in de Theo ie des op imalen Wachs ums alle dings im Sinne de Konzipie ung pa eipoli isch op imale S a egien. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung 67 (b) Nu seh bedeu ende Konsumkonzessionen we den nach Meinung de Regie ung zu eine nennenswe en Chance üh en, die nächs en Wahlen zu gewinnen. Um zu übe leben, wi d bei gleichen ech- nischen Möglichkei en wie un e (a) die In es i ionsquo e hie we- sen lich nied ige angese z . Dami ehlen die Vo ausse zungen ü eine länge is ige Am spe iode. Im E gebnis is die endogene Dis- kon a e seh hoch2. Auch wenn beim Modell des poli ischen Sek o s zunächs an eine Demok a ie gedach is , s ellen sich ü au o i ä e Regime g undsä zlich die gleichen P obleme. Na ü lich is zu beach en, daß de a igen Regie- ungen zusä zlich ande e Mi el zu Ve ügung s ehen, eine „Wiede - wahl" du chzuse zen esp. an de Mach zu bleiben — ange angen on de Monopolisie ung de Massenmedien bis hin zu Ausschal ung jede Opposi ion. Da au o i ä e Regime olglich wenige „konsumabhängig" sind, dü e in de Tendenz de e wähn e Fall (a) ypisch sein. Im olgenden Abschni II wi d zunächs das Modell en wickel ; es se z sich aus zwei Teilsys emen zusammen — dem poli ischen und ökonomischen Sys em —, die du ch das Regie ungs e hal en mi ein- ande e klamme sind. Abschni III en häl die o male Analyse und In e p e a ion, und in IV we den mögliche E wei e ungen disku ie . II. Das Modell 1. Das Regie ungs e hal en Un e Benu zung des Konzep es de Wiede wahlwah scheinlichkei kann die Ziel unk ion de Regie ung e schieden beg ünde we den. Die ela i e Wah scheinlichkei , in de Pe iode n gewähl zu we den, sei pn mi 0 < pn < 1. G undsä zlich kann eine Regie ung = 1, 2,..., oo Pe ioden im Am bleiben. Dann be äg die Wah scheinlichkei , in de Pe iode 1 zu egie en und in de Pe iode 2 abgewähl zu we den pi-(l — P2); die Wah scheinlichkei , in den Pe ioden 1 und 2 zu e- gie en und in de Pe iode 3 abgewähl zu we den, pi • pa * (1 — ps) e c. Allgemein gil ü die Wah scheinlichkei , n Pe ioden du chgehend zu egie en und in de Pe iode (n + 1) abgewähl zu we den8: 2 Das schließ im P inzip nich aus, daß auch die Zei „nach Ablösung" in die Planungen eingeh : eine Regie ung kann z.B. du ch Abbau des Real- kapi als ocks die Übe lebenschance ih e Nach olge de a ungüs ig beein- lussen, daß ein neue liche Wechsel im Am nich lange au sich wa en läß . De a ige Übe legungen, die eine Anwendung de Theo ie di e en iel- le Spiele e o de n, we den in diesem Bei ag alle dings nich be ücksich- ig . s Hie is un e s ell , daß die Wah scheinlichkei pn unabhängig is on Vn-i> i = 1,2,..., n. Vgl. dazu die abschließenden Beme kungen. 5* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 68 B uno S. F ey und Hans Jü gen Ramse (1) (i-p*+i)-np* =1 Eine e s e und e mu lich die nächs liegende Hypo hese bes eh in de Annahme, daß eine Regie ung an eine möglichs langen unun e - b ochenen Füh ung de Regie ungsgeschä e in e essie is . Das be- deu e , daß die Ziel unk ion de e wa e en Regie ungsdaue en - sp ich . Sie is die Summe aus den e schiedenen Längen de Regie- ungszei = 1, 2, ..., oo, gewich e mi den en sp echenden Wah - scheinlichkei en (1), also (2)' 2 i'd-PMl'IIP. -= 1 T=1 Fü eine zwei e Beg ündung könn e man on eine disk e en Nu zen- unk ion ausgehen, die den We 1 annimm , wenn sich die be ach e e Pa ei an de Mach be inde , und den We 0, wenn sie* nich egie . De E wa ungsnu zen eine du chgehenden Regie ungszei on n Pe- ioden is dann de mi n mul iplizie e Ausd uck (1). Die Summe alle E wa ungsnu zen aus den e schieden möglichen Am spe ioden = 1, 2, ..., oo en sp ich (2)'. Fü die nach olgende Analyse wi d plausible weise angenommen, die Wah scheinlichkei , gewähl zu we den, liege s e s un e 1, de ac o gel e also 0 < pn < 1. Un e diesen Ums änden lau e die de ini i e Ziel unk ion4 (2) 2 II Px =1 T=1 Sch eib man ü P = Z , so läß sich (2) auch wie olg da s ellen T=1 oo (3) 2 Z mi Z = pl Z = p - Z _ 4 Zum Beweis sei (2)' zunächs au den endlichen Be eich = 1, 2, ..., m besch änk . Gil z. B. m — 3, so lau e de en wickel e Ausd uck (2)' 1 • (1 - P2) • Pi + 2 • (1 - p3) • Pi • Pg + 3 • (1 - p4). Pi. p2 • p3 = Pl + Pi • P2 + Pi • P2 ' P3 — 3px • pg • P3 • p4 Allgemein kann also un e diesen Ums änden ü (2)' auch m m+1 « 2 n P - m. n p =l =l =1 gesch ieben we den. Die e wähn e Obe g enze on pn sei nun (1 — s) mi 0 < s < 1. Nach de L'Hospi als i ien Regel gil lim [m • (1 — s)™] = 0. Beim G enzübe gang e schwinde also das zwei e Glied in (*). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung 69 Zu Ve ein achung de o malen Analyse soll im olgenden on de kon inuie lichen Ve sion on (3) ausgegangen we den. Sie lau e oo (4) / Z ( ) d mi Z (0) = p (0), o 2 ( ) = [p ( ) — 1] • Z ( ) wobei Z ( ) = dZ/d . 2. Das poli ische Sys em De komp imie e Ausd uck des poli ischen Sys ems is die Wiede - wahl unk ion. Sie häng im Rahmen unse es ein achen Modells nu om P o-Kop -Einkommen c ab: (5) p ( ) = £ [c ( )], 0 < p ( ) < 1 Zu Ges al on 0 (c) sind e schiedene plausible Hypo hesen denkba ; eine besonde s naheliegende Annahme is in Fig. 1 e deu lich (aus- gezogene Ku e). pi ) Poli ische Reak ionen au Konsum e ände ungen inden also e s obe halb eines Mindes konsums c s a ; sie sind dann zwa s e s posi i , nehmen abe an In ensi ä ab. Fü die olgende Analyse soll diese Funk ion du ch die ges ichel e Ku e in Fig. 1 app oximie we den. Sie weise s e ige e s e und zwei e Ablei ungen au und ü c = c einen Wendepunk 5. Bekann lich we den de a ige Funk ions ypen als Schä z unk ionen ü Engel-Ku en benu z — eine Pa allele, die du chaus ü unse e Annahme sp ich . Es sei da an e inne , daß p die Wah scheinlichkei ausd ück , (wiede ) gewähl zu we den, und nich e wa den S immenan eil de 5 Man s elle sich beispielsweise den konk e en Funk ions yp p = (1 — e) exp (— 2 c/c) o . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 70 B uno S. F ey und Hans Jü gen Ramse Regie ungspa ei, p be ücksich ig also implizi die ins i u ionellen Gegebenhei en in Fo m on En scheidungs egeln. Bei nu zwei Pa - eien und p opo ionale Ve e ung im Pa lamen genüg zum Wahl- sieg ein (siche e ) An eil on 50 °/o; bei meh Pa eien und bes imm e Wahlk eisein eilung kann soga ein wei ge inge e S immenan eil zum Wahlsieg genügen. Bei gegebenen ins i u ionellen Bedingungen eagie jedoch die Wiede wahlwah scheinlichkei in ähnliche Weise au Ve ände ungen de wi scha lichen Va iablen — hie des Konsums — wie bei Popula i ä s- ode Wahl unk ionen, die kü zlich mi mo- de nen s a is ischen Techniken ü e schiedene Lände empi isch ge- schä z wu den ( gl. Goodha and Bhansali 1970, K ame 1971, F ey und Ga be s 1972, S igle 1973). Lage und Ges al de Wiede wahl unk ion können on seh e - schiedenen Bes immungsg ünden abhängen. Da ü kann e s ens seh ein ach un e schiedliche Konsumme i ali ä e an wo lich sein. Wenn die Konsummen ali ä ih e sei s auch das E gebnis des a sächlich „e - leb en" Konsums anda ds is , dann is zwei ens o s ellba , daß die ökonomische Si ua ion im Zei punk de Übe nahme de Regie ungs- geschä e maßgeblich die Lage de ^-Funk ion beein luß 6. Wei e sind d i ens auch bei gleiche Konsump ä e enz de Bü ge und glei- che ökonomische Ausgangslage Un e schiede zu olge un e schied- lichen „Demok a ieni eaus" o s ellba . Je wenige ce e is pa ibus Möglichkei en bes ehen, Konsumwünsche poli isch wi ksam zu a iku- lie en (Dik a u ), des o höhe dü e bei gleichem Konsum die Chance sein, gewähl zu we den, bzw. hie besse allgemein: an de Mach zu bleiben. In eine Wi scha mi exogen wachsendem echnischen Fo sch i (des Ha od-neu alen Typs) T ( ) = To exp (A ) sind zwei e schiedene In e p e a ionen des „Konsums" in Gleichung (5) denkba : (i) „Konsum" kann als P o-Kop -Konsum de inie we den (6a) c ( ) = C ( ) / L ( ) wobei C ( ) = gesam e Konsum, L ( ) = Be ölke ung (und gleich- zei ig A bei seinsa z), die mi de Ra e n zunimm . Im Gleichgewich (s eady s a e) wächs c ( ) mi de selben Ra e wie de echnische Fo sch i , da C ( ) = C0 exp [(n + X) ] und L ( ) = Lo exp (n ). (ii) „Konsum" kann als Ni eau de inie we den, das um den Be öl- ke ungszuwachs und Fo sch i e in de Technik ko igie wi d (6b) c ( ) = C ( ) / [L ( ) • T ( )] • Als Indika o könn e e wa die Kapi alauss a ung in de Ausgangssi ua- ion dienen, die im Rahmen o male Analyse als zusä zliches A gumen in die ^-Funk ion eingebau we den kann. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung 71 Im Gleichgewich bleib c kons an ; de Gesam konsum C( ) und de e ek i e A bei seinsa z L ( ) • T ( ) wachsen mi de gleichen Ra e. In e p e a ion (ii) i zu, wenn die Konsumen en-Wähle sich an einen kon inuie lichen no malen Zuwachs des Konsumni eaus (nämlich mi de „na ü lichen" Ra e) gewöhnen und deshalb die Regie ungs- pa ei nu e meh un e s ü zen, alls das Ni eau des Wachs ums- p ades sich nach oben e schieb , d.h. also, wenn de Konsum höhe als e wa e is . Da dies empi ischen Beobach ungen zu en sp echen schein ( gl. K ame 1971, No dhaus 1972), wi d im olgenden Fo mu- lie ung (6 b) e wende . 3. Das wi scha liche Sys em Als En scheidungs a iable zu Beein lussung des ökonomischen Sy- s ems s ehe de Regie ung die In es i ionsquo e zu Ve ügung (di ek e In es i ions ä igkei des S aa es und aus eichende geld- und iskal- poli ische Eing i smöglichkei en). Beschä igungsp obleme sollen sich nich s ellen, so daß die In es i ionsquo e nu die Ve wendung s e s oll ausgelas e e Ressou cen übe die Zei zu s eue n ha . Zu Besch eibung de nu aus einem Sek o bes ehenden Wi scha können dann die üblichen neoklassischen Annahmen ge o en we den. Das wi scha liche Sys em kann m. a. W. du ch Di e en ialgleichung (7) e aß we den (7) k = (k) — yk — c mi k = K/L • T = Kapi alin ensi ä gemessen in E izienzeinhei en, y = n.+ A + d mi d als bes andsp opo ionale Absch eibungs a e; die P o-Kop -P oduk ions unk ion (k) e ülle die Inada-Bedingungen. III. Fo male Lösung des Sys ems 1. Op imie ung Fü die Op imie ung wi d on de kon inuie lichen Fassung de Ziel unk ion ausgegangen. Das Op imie ungsp oblem lau e oo . .. . (8) max z ( ) d c( ) i un e : 2 ( ) = [c ( )] - 1} . Z ( ), Z (0) = # [c (0)] k ( ) = [k ( )] - y • k ( ) - c ( ), k (0) = co 0<c i) < [ c( )l OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 72 B uno S. F ey und Hans Jü gen Ramse Man s ell zunächs es , daß wegen de Eigenscha en on 0 (c) das In eg al in (8) nach oben besch änk is ; es gil s e s OO CO (9) / Z ( ) d < (1 - e)-e = (1 - s) / e, 0 < s < 1 o o Da (8) ein Kon ollp oblem is , kann das Maximump inzip benu z we - den ( gl. In iliga o 1971). De Hamil onsche Ausd uck lau e (10) H = Z ( ) + q ( ) {<£ [c ( )] - 1} • Z ( ) + q2 (0 {/ pc ( )] - y • k ( ) - c ( )} De Konsump ad c* ( ) sei eine Lösung on (8). Dann is e s ens no - wendig, daß c* ( ) Ausd uck (10) ü alle maximie , d. h. (11) 3H/3c=q $'(c)'Z-q2 = 0 Zwei ens muß ü den op imalen Ve lau de Scha enp eise gel en (12) öHJ3Z= -q: = 1 + q (c) - 1] (13) 3 H/dk = -q2 = q2[ (k) - y] Schließlich is die Gül igkei de olgenden T ans e sali ä sbedingun- gen zu e langen (14) lim q ( ) > 0 lim q ( ) • Z ( ) = 0 £—•00 • 00 (15) lim q2 ( ) > 0 lim q2 ( ) • k ( ) = 0 -+ 00 ¿->-00 Die Lösung kann au ein Sys em on d ei Di e en ialgleichungen in c, k und qi eduzie we den. Dazu wi d (11) nach di e enzie und Z/Z du ch die e s e Nebenbedingung aus (8) subs i uie ; das E geb- nis is (16) Qi/Qi+ [$(c)-l ] +c$"(c)/£'(c) = q2/Q2 Ve wende man dann in (16) ü q Beziehung (12), lös nach <32/92 und se z dies in (13) ein, so e häl man (17) c = [$' (c) / (c)] {1 / Qi - [ ( c)' - y]} Zusammen mi (12) und de zwei en Nebenbedingung aus (8), d. h. (18) qi = - 1 + Qi [1 - 0 (c)] (19) k = (k)-yk-c lieg dann die gewünsch e eduzie e Fo m o . Die op imalen Zei - p o ile c* ( ), Je* ( ) und q ( ) müssen also die Beziehungen (17) - (19) zu- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung 79 So is im o liegenden Modell u. a. de „Ve schleiß" eine Regie ung in olge zunehmende Länge de Am spe iode nich be ücksich ig . Die- se Ein luß könn e im P inzip zwa du ch den Ansa z p ( ) = 0 [c ( ), Z ( )] mi 02 < 0 e aß we den. Du chsich ige alle dings wä e die Ein- üh ung des Konzep es eines „poli ischen Kapi als ocks", de einem zei abhängigen Abbau — ähnlich Absch eibungen au langlebige Wi - scha sgü e — un e lieg . Will die Regie ung also die lau ende Ve - minde ung des „poli ischen Kapi als ocks" und dami de Wiede wahl- chance b emsen, so muß du ch i gendwelche populä en Maßnahmen gegenges eue we den. Die Einbeziehung dieses Zusammenhanges komplizie den da geleg en Ansa z nich unbe äch lich, is dagegen im Rahmen eines Simula ionsmodells unp oblema isch. Eng dami zusammenhängend is anzunehmen, daß die e schiedenen Wahle gebnisse sich gegensei ig beein lussen, die Wiede wahlwah - scheinlichkei en zu e schiedenen Zei punk en also nich oneinande unabhängig sind (bishe ige Annahme). Ein hohe Wahle olg in de Ve gangenhei kann kumula i e E ek e haben und die Bü ge e - anlassen, in Zukun die he schende Pa ei noch e s ä k zu un e - s ü zen. Plausible is die gegen eilige Wi kung, daß nämlich die Bü ge e meh ü ande e Pa eien s immen, um eine Regie ung, die du ch einen hohen Wahlsieg zu selbs he lich zu we den d oh , du ch eine s ä ke e Opposi ion besse zu kon ollie en. Diese Gesich spunk könn e g undsä zlich ohne Schwie igkei en zusä zlich be ücksich ig we den14, wenn auch wiede um de Simula ionsansa z gewisse Vo eile bie e . Im o ge üh en Modell wi d den Bü ge n wei e ein ex em e - geßliches Ve hal en un e s ell : ü ih e Wahlen scheidung spiel aus- schließlich de Konsum de gleichen Pe iode eine Rolle. Diese Annahme en sp ich dem üblichen Vo gehen in de Theo ie des op imalen Wachs- ums, in de de Nu zen om Konsum de gleichen Pe iode abhängig gemach wi d. Die sogenann e S a iona i ä de Nu zen unk ion is un ealis isch, da sie z. B. implizie , daß de Nu zen eines Mi agessens unabhängig on Quan i ä und Quali ä des F ühs ücks is . Eine Be ück- sich igung zei liche Nu zenin e dependenz ode zei liche Konsum- ex e nali ä en üh wiede um zu be äch lichen o malen Schwie ig- kei en15. Die enge Beziehung zu de oben disku ie en empo alen Ab- hängigkei de Wiede wahlwah scheinlichkei en is o ensich lich. w F ey (1974), Schneide (1974). 14 Fo mal wü de eben alls die im o angegangenen Absa z e wähn e E - wei e ung de Wiede wahl unk ion benu zba sein. is Vgl. die Ansä ze on Wan (1970), Samuelson (1971) und Iwai (1972). Im Falle de hie be ach e en poli ischen En scheidungen e gäbe sich ü die Wiede wahl unk ion de Pe iode n: pn = <Pn (c) mi c = (c0, cl ..., cw). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 80 B uno S. F ey und Hans Jü gen Ramse Schließlich is das Ve hal en de Bü ge in unse em Ansa z auch ku z- sich ig. Man könn e ielleich ehe e wa en, daß ü die Wahlchance auch de eine Pa ei zuge au e Zukun sku s eine Rolle spiel , nich nu de gegenwä ige ode ühe e Konsums anda d16. Bei de Diskussion de E gebnisse ha sich die g oße Bedeu ung de Ges al und Lage de Wiede wahl unk ion gezeig . Auch in diese Rich- ung ließe sich das Modell ausbauen. Man könn e zusä zliche A gu- men e in die Wiede wahl unk ion ein üh en, also neben dem Konsum z. B. Auss a ung mi In as uk u , Einkommens e eilung, In la ions- a e und A bei slosenquo e. Na ü lich wü de dies im Einzel all u. U. eine geeigne e Modi izie ung auch des ökonomischen Sys ems e o de - lich machen. Sinn olle wä e alle dings, die ^-Funk ion du ch ein Sys em on s uk u ellen Gleichungen des poli ischen Sek o s zu e klä en. Eine Regie ung s eh z. B. o de En scheidung, eine E - höhung und Siche ung de Wiede wahlchance en wede du ch Konsum- konzessionen ode du ch e s ä k es Angebo ö en liche Gü e ode ga du ch In ensi ie ung unmi elba e Ein lußmöglichkei en (z. B. Kon olle de Massenmedien) zu e eichen; hie s ell sich in jedem Falle ein spezi isches Alloka ionsp oblem im poli ischen Be eich. Bei- läu iges E gebnis eine solchen e wei e en Analyse wä e u. a. eine neue An wo au die al e S ei age de Übe - ode Un e e so gung eine Gesellscha mi ö en lichen Gü e n. Schließlich sei da au au me ksam gemach , daß die G undidee des hie o ge üh en Ansa zes au eine Reihe ande e ökonomische P o- bleme anwendba is . Im Rahmen einzelwi scha liche Be ach ung e wa wä e — ohne au ela i willkü liche Annahmen übe disk e- ionä e Zielse zungen zu ückg ei en zu müssen — eine ein ache An - wo au die F age möglich, in welche Weise sich die In es i ions- poli ik zwischen on Eigen üme n und on „gewähl en" Manage n ge- lei e en Un e nehmungen un e scheide . Bei gewissen Modi ika ionen schein da übe hinaus eine Abschä zung de Wi kungen e schiedene Mi bes immungsmodelle denkba . Zusammen assung Die A bei will in e s e Linie einen Bei ag zu posi i en Theo ie de gesellscha lichen Diskon a e leis en. Die Diskon a e wi d als E gebnis des Zusammenspiels on wi cha lichem und poli ischem Sys em e klä . Zu- g undegeleg wi d eine s e s ollbeschä ig e Wi scha , de en Regie ung aus einem demok a ischen Wahlp ozeß he o geh . Ziel de Regie ung is , mög- lichs lange im Am zu bleiben, wobei ih e Wiede wahlchance om Konsum- Vgl. Downs (1957). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 Eine Theo ie endogene Zei diskon ie ung 81 S anda d de Be ölke ung bes imm is . Un e de Annahme olls ändige Kon olle übe die In es i ionsquo e wi d dann das aus de Sich de Regie- ung op imale Zei p o il des Konsums e mi el . De Ve gleich mi de Theo- ie des op imalen Wachs ums e laub e schiedene Rückschlüsse au Ausmaß und zei liche Ve ände ung de endogenen Diskon a e. Summa y A posi i e heo y o he social a e o discoun which depends on he in e - ac ion o he economic and poli ical sys em is p esen ed. A ully employed economy wi h a democ a ically elec ed go e nmen is assumed. The go e n- men 's goal is o s ay in powe as long as possible. I s eelec ion p obabili y depends on he consump ion s anda d o he popula ion. The ime pa h op- imal om he poin o iew o he go e nmen is de i ed. A compa ison wi h he heo y o op imal g ow h allows o deduce a ious consequences wi h espec o he size and ime a ia ion o he endogenous a e o dis- coun . Li e a u Chak a a y, Sukhamoy, (1967), Al e na i e P e e ence Func ions in P ob- lems o In es men Planning on he Na ional Le el, In: E. Malin aud and M. O. L. Bacha ach, eds., Ac i i y Analysis in he Theo y o G ow h and Planning. New Yo k: S . Ma in's P ess, 1967. Downs, An hony, (1957), An Economic Theo y o Democ acy. New Yo k: Ha pe and Row, 1957. Ecks ein, O o, (1961), A Su ey o he Theo y o Public Expendi u e C i e ia. In: Public Finances, Needs, Sou ces and U iliza ion. P ince on Uni . P ess 1961, pp. 439-494. Rep in ed in: R. W. Hough on, ed., Public Finance. Penguin: Ha mondswo h 1970, pp. 261 - 276. F ey, B uno S., (1974), The Poli ico-Economic Sys em: A Simula ion Ap- p oach. Kyklos, Vol. 27 (1974). F ey, B uno S., und Ga be s, He mann, (1972), De Ein luß wi scha liche Va iable au die Popula i ä de Regie ung — eine empi ische Analyse. Jah büche ü Na ionalökonomie und S a is ik, Bd. 186 (1972), S. 281 - 295. Goodha , C. A. E., and Bhansali, R. I., (1970), Poli ical Economy. Poli ical S udies, Vol. 18 (1970), pp. 43 - 106. In iliga o , Michael D., (1971), Ma hema ical Op imiza ion and Economic Theo y. Englewood Cli s: Pe n ice Hall, 1971. Iwai, Ka suhi o, (1972), Op imal Economic G ow h and S a iona y O dinal U ili y — A Fishe ian App oach. Jou nal o Economic Theo y, Vol.5 (1972), pp. 121 - 151. K ame , Ge ald H., (1971), Sho -Te m Fluc ua ions in U. S. Vo ing-Beha - iou . Ame ican Poli ical Science Re iew, Vol. 65 (1971), pp. 131 -143. Mei a, Koichi, (1968), An Empi ical De e mina ion o a Dynamic U ili y Func ion, Re iew o Economics and S a is ics, Vol. 50 (1968), pp. 117. No dhaus, William D., (1972), The Poli ical Business Cycle. Cowles Found- a ion Discussion Pape s, No. 333, Ap il 4, 1972. 6 Zei sch i ü Wi scha s- u. Sozialwissenscha en 1974/1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29 82 B uno S. F ey und Hans Jü gen Ramse Samuelson, Paul A., (1971), Tu npike Theo ems E en Though Tas es a e In- e empo ally Dependen . Wes e n Economic Jou nal, Vol.9 (1971), pp. 21 - 25. Schneide , F ied ich, (1974), Poli isch-ökonomische Zyklen: Ein Simula ions- modell. E schein in: Schweize ische Zei sch i ü Volkswi scha und S a is ik, 110 Jg. (1974). Sen, Ama ya K., (1961), On Op imizing he Ra e o Sa ing. Economic Jou - nal, Vol. 71 (1961), pp. 479 - 495. S igle , Geo ge J., (1973), Gene al Economic Condi ions and Na onal Elec ions. Ame ican Economic Re iew, Pape s and P oceedings, Vol. 63 (1973), pp. 160 -167. S o z, R., (1955-6), Myopia and inconsis ency in dynamic u ili y maxim- iza ion. Re iew o Economic S udies, Vol. 23 (1955-6), pp. 165 - 180. Wan, Hen y Y., (1970), Op imal Sa ing P og ams unde In e empo ally Dep- enden P e e ences. In e na ional Economic Re iew, Vol. 11 (1970), pp. 521 bis 547. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.94.1.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:29