Zur Neuordnung des Instrumentariums der Deutschen Bundesbank
Abstract
EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.
Full text
Eh liche , We ne
A icle
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen
Bundesbank
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Eh liche , We ne (1973) : Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen
Bundesbank, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 6, Iss. 2, pp.
111-133,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/292693
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums
de Deu schen Bundesbank
Von We ne Eh liche , F eibu g i. B .
I. Einlei ung
Die Geldsys eme ma k wi scha lich o ganisie e Volkswi scha en
sind in de Regel zweis u ig o ganisie , d. h. sie bes ehen aus eine Zen-
albank (ode einem Sys em on Zen albanken) eine sei s und einem
Sys em on Geschä sbanken ande e sei s. De Zen albank oblieg die
Be ei s ellung des gese zlichen Zahlungsmi els; sie s eh in de Regel in
di ek e Geschä s e bindung nu mi dem Geschä sbankensys em und
dem S aa , wäh end Geschä s e bindungen zu p i a en Nich banken
eine Ausnahme sind und im allgemeinen keine gewich ige Rolle spielen.
Demgegenübe e so gen die Geschä sbanken die Wi scha mi K e-
di . Dabei ließ das on de No enbank be ei ges ell e Wäh ungsgeld in
die Wi scha ; gleichzei ig komm es zu Scha ung on (Gi algeld de
Geschä sbanken, mi dem ein wesen liche Teil de Zahlungen abge-
wickel wi d. Die Ak i i ä de Geschä sbanken — insbesonde e die
Scha ung on Gi algeld — wi d im einzelnen wie iauch in de Volks-
wi scha insgesam du ch den Um ang beg enz , in dem No enbank-
geld zu Ve ügung s eh , da ein Teil de zusä zlich gewäh en K edi e
in No enbankgeld abge o de wi d und dieses im Zug de sich auswei-
enden Wi scha s ä igkei bei den Nich banken e bleib .
In diesem Zusammenhang is beg ünde , daß die No enbanken du ch
ih e eigene Geldschöp ung die Ak i i ä des Geschä sbanikensys ems —
in einem bes imm en zei lichen und quan i a i en Rahmen — s eue n
können. Dabei in e essie in Hinblick au das In la ionsp oblem nu
die zusä zliche K edi - bzw. Geldschöp ung de Geschä sbanken, d. h.
also jene K edi gewäh ung, die kausal de Bildung on Einlagen o aus-
geh . In ande em Zusammenhang is de kompensa o ische K edi on
Bedeu ung, d. h. also jene K edi , de au g und eine o ausgegangenen
Bildung on Einlagen gewäh wi d; in diesem le z e en Fall bedeu e
die K edi gewäh ung nu die Wiede ausleihung s illgeleg e Geldbe äge.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
112 We ne Eh liche
Die S eue ung de Ak i i ä de Geschä sbanken du ch die Geld-
schöp ung de No enbank is nun jedoch — abgesehen on eine in an-
de en G ünden beding en Elas izi ä — nu in dem Um ang gesiche , in
dem die No enbank selbs ih e Geld e so gung behe sch . Es bes eh
un e Theo e ike n und P ak ike n -de e schiedenen Rich ungen — bei
e heblichen Di e genzen in de E klä ung des gegenwä igen In la ions-
p ozesses — wei gehende Einigkei , daß die Bekämp ung de In la ion
dann behinde wi d, wenn die No enbank ih e eigene Geldschöp ung
nu unzulänglich behe sch . Die anhal ende Auswei ung des K edi olu-
mens du ch die Geschä sbanken bei sei länge e Zei scha es ik i e
Poli ik de No enbank sp ich da ü , daß dies in de Bundes epublik
Deu schland de Fall is . Die geplan e Neuo dnung des Ins umen a iums
de Deu schen Bundesbank soll den geldpoli ischen Spiel aum de No en-
bank e wei e n.
Um die geplan en Maßnahmen beu eilen zu können, is es zweck-
mäßig, sich zunächs die Geldschöp ungsmechanik de No enbank in
sys ema ische Fo m zu e gegenwä igen; dies geschieh im olgenden
Teil. Im Anschluß da an we den die geplan en Ände ungen des no en-
bankpoli ischen Ins umen a iums da ges ell und in e p e ie , abschlie-
ßend wi d dann au G undlage de heo e ischen Sys ema ik eine Be-
u eilung e such .
II. Die Geldschöp ungsmechanik de No enbank
Wi wollen uns zunächs die Mechanik de No enbankgeldschöp ung
übe die e schiedenen Geld e so gungskomponen en ansehen und an-
schließend die Möglichkei en de Beein lussung un e suchen.
1. Die Geld e so gungskomponen en
Es gib g undsä zlich d ei Wege, übe die No enbankgeld in die Wi -
scha ließ . Ich nenne sie1»2
1 We ne Eh liche : A ikel „Geld heo ie", in: Handwö e buch de Scxzial-
wissenscha en, 4. Bd., S u ga -Tübingen-Gö ingen 1964, S. 254. De s., Die
außenwi scha liche Komponen e de Geld e so gung, in: Ges al ongsp o-
bleme de Wel wi scha , Gö ingen 1964, S. 591 .
2 K i isch zu diese Klassi ika ion: Be nha d Gaude y Die Mechanismen de
Zen albankgeldschöp ung und ih e Kon ollie ba kei du ch die Zen albank,
Un e suchungen übe das Spa -, Gi o- und K edi wesen, Band 43, Be lin 1969,
S. 31 . Gaude weis die au O enma k ope a ionen be uhenden Ve ände-
ungen de Geld e so gung als eigens ändige Komponen e aus.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 113
1. die Re inanzie ungskomponen e,
2. die iskalische Komponen e,
3. die außenwi scha liche Komponen e.
Zu 1.: Bei de Re inanzie ungskomponen e handel es sich um die Wei-
e gabe on Handelswechseln du ch die Geschä sbanken an die No en-
bank, also um den klassischen Weg de Ve so gung de Wi scha mi
No enbankgeld.
Zu 2.: Un e de iskalischen Komponen e e s ehe ich die Geldschöp-
ung du ch K edi gewäh ung de No enbank an den S aa . Diese Kom-
ponen e is deshalb als eigene Geldschöp ungskomponen e he o zu-
heben, weil die Zen albank Kassenhal e in des S aa es is und deshalb
alle Zahlungen an den S aa zu Ve nich ung und alle Auszahlungen des
S aa es zu Schöp ung on Zen albankgeld üh en.
Zu 3.: Übe die außenwi scha liche Komponen e komm es dann zu
Geldschöp ung und Geld e nich ung, wenn die Zen albanken im Rah-
men des in e na ionalen Wäh ungssys ems e p lich e sind, ausländi-
sche Wäh ungen anzukau en und zu e kau en. Expo übe schüsse und
Kapi alimpo üh en im Inland zu Geldschöp ung, Impo übe schüsse
und Kapi alexpo e zu Geld e nich ung.
Mi Hil e diese heo e ischen Sys ema ik läß sich die Eigena de
Geld e so gung in einzelnen Lände n anschaulich kennzeichnen. Die ge-
nann en d ei Geld e so gungskomponen en haben nämlich in e schie-
denen S aa en — wobei dies in de Regel nich das E gebnis bewuß e
Planung sein dü e — ein ech un e schiedliches Gewich . So s ellen wi
bei einem Blick au die Ak i sei e de Zen albankbilanzen einige aus-
gewähl e Lände es :
— in de BRD spiel e in den e gangenen zwei Jah zehn en die außen-
wi scha liche Komponen e die dominie ende Rolle; die Re inanzie-
ungskomponen e a demgegenübe s a k zu ück, wäh end die is-
kalische Komponen e übe s aa liche Gu haben bei de No enbank
soga übe länge e Zei äume mi nega i en Vo zeichen zu Buche
schlug;
— in F ank eich spiel e bis o einigen Jah en die Re inanzie ungskom-
ponen e die zen ale Rolle; in den le z en Jah en ück e mi de Ak-
i ie ung de Zahlungsbilanz eben alls die außenwi scha liche Kom-
ponen e an die e s e S elle;
— in den USA, England und I alien schließlich ließ das Zen albank-
geld übe wiegend übe die iskalische Komponen e in die Wi scha ,
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
114 We ne Eh liche
d. h. also au de Ak i sei e de No enbankbilanz dominie en S aa s-
k edi e.
2. Geldpoli ische Möglichkei en de No enbank
Die Maßnahmen de No enbank, ih e eigene Geldschöp ung zu s eu-
e n, können danach un e gliede we den, ob sie
— au de En s ehungssei e ode
— de Ve wendungssei e on No enbankgeld
"anse zen. Sie sollen im olgenden ü den Fall eine kon ak i en Poli ik
un e such we den.
No enbankpoli ische Ins umen e, die au die En s ehung on Zen-
albankgeld einwi ken, knüp en an die einzelnen Geldschöp ungskom-
ponen en an, die im o he gehenden Abschni da ges ell wu den. Au
die Re inanzie ungskomponen e wi k die Zen albank du ch die Dis-
kon poli ik, die Ve ände ung de Rediskon kon ingen e und die o en-
ma k poli ischen Ope a ionen ein. Sowei diese Maßnahmen du ch eine
Ve ände ung de Zinssä ze die K edi nach age de Nich banken beein-
lussen sollen, können gegenläu ige Wi kungen dann au e en, wenn
de en Kassenhal ung zinsabhängig is ; du ch eine E höhung de Zins-
sä ze, die kon ak i wi ken soll, wü de Kasse — d. h. also Zen albank-
geld — eigese z , was expansi wi k .
Die Geldschöp ung übe die iskalische Komponen e is p imä eine
Funk ion de Finanzpoli ik. Die F age, inwiewei die Zen albank au
diese Komponen e Ein luß nehmen kann, wi d nu dann ak uell, wenn
Fiskalpoli ik und Geldpoli ik sich an un e schiedlichen Zielen o ien ie en.
Das is zwa -dann Ausd uck eine wenig koo dinie en Wi scha spoli-
ik, kann abe in de Reali ä gleichwohl ech häu ig beobach e we den.
Die Einwi kungsmöglichkei en de No enbank sind bei de a igen Ziel-
di e genzen le z lich poli isch abges eck .
Au die außenwi scha liche Komponen e ha e die No enbank — so-
lange sie im Rahmen des B e on Woods-Abkommens zum unbeg enz en
An- und Ve kau angebo ene bzw. nachge ag e ausländische Wäh-
ungen e p lich e wa — kaum Ein lußmöglichkei en. Du ch eine Reihe
on Maßnahmen wu de in jünge e Zei zwa eine besse e — abe kei-
neswegs ollkommene — Absiche ung de außenwi scha lichen Flanke
e eich . Diese Maßnahmen e en gene ell nu die De isenbewegungen
im Rahmen des Kapi al Ve keh s; die De ise ibewegungen aus Gü e - und
Leis ungs ansak ionen we den nu insowei beein luß , als die Wechsel-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 115
ku se alle Mi gliedslände de EWG und einige ande e eu opäische
Lände im Rahmen des Block- loa ens ei sind. De g öße e Teil des
Außenhandels olumens de BRD wi d jedoch mi Lände n abgewickel ,
zu denen wei e hin es e Wechselku se bes ehen, so daß on Expo übe -
schüssen gegenübe diesen Lände n wei e hin expansi e Wi kungen au
die Zen albankgeld e so gung ausgehen.
Bei de S eue ung de Geldschöp ung übe die Ve wendungssei e han-
del es sich da um, daß eine une wünsch hohe Geldmenge, de en En -
s ehung bei den einzelnen Geldschöp ungskomponen en nich e hinde
wu de, nach äglich du ch Einsch änkung de Ve wendungsmöglichkei-
en des Zen albankgeldes ko igie wi d.
Als Ins umen e, die au die Ve wendungssei e wi ken, kommen —
un e Vo g i au die im nächs en Teil zu disku ie enden neuen Ins u-
men e —
— die Mindes ese epoli ik
— die Ak i a-Zusa z ese e
— die K edi pla ondie ung
in F age.
Ube die Mindes ese epoli ik in de bishe igen Fo m als Passi a-
Rese e wi d die Ve wendung on Zen albankgeld in de Weise ge-
s eue , daß bei eine E höhung de Sä ze die Geschä sbanken No en-
bankgeld in einem bes imm en Ve häl nis zu ih en Einlagen bei -de Zen-
albank s illegen müssen. Die on den einzelnen Ins i u en zu hal en-
den Mindes ese en s ehen bei de Passi a-Rese e in keinem unmi el-
ba en Zusammenhang mi de on ihnen — in Fo m de K edi gewäh-
ung — en al e en Ak i i ä . Die nach ägliche Ko ek u de Geld e -
so gung du ch die Passi a-Mindes ese e-Poli ik is insowei also will-
kü lich.
Demgegenübe ziel die Ak i a-Zuwachs ese e unmi elba au die
on den Geschä sbanken en wickel e Ak i i ä , indem sie die P lich zu
S illegung on Zen albankgeld da on abhängig mach , in welchem Um-
ang die Banken on einem bes imm en S ich ag an neue K edi e ge-
wäh en.
Die K edi pla ondie ung e hinde die Ve wendung on Zen al-
bankgeld ohne jeden Bezug zu En s ehung desselben. Den K edi ins i-
u en wi d hie die Au lage gemach , on einem bes imm en Zei punk
an das K edi olumen nich meh ode nu um einen bes imm en P o-
zen sa z wachsen zu lassen. Dieses Mi el üg sich also in keine Weise
o ganisch in die Geldschöp ungsmechanik ein, sonde n un e b ich den
8 K edi und Kapi al 2/1973
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
116 We ne Eh liche
Zusammenhang on En s ehung und Ve wendung an Zen albankgeld,
da die Limi ie ung de Ve wendungsmöglichkei keine Ve bindung zu
En s ehung au weis . Aus diese sys ema ischen Be ach ung de Geld-
schöp ungsmechanik und ih e S eue ungsmöglichkei en lassen sich in
Hinblick au einen zielo ien ie en Einsa z olgende Pos ula e ablei en:
— Da es das Ziel de Geldpoli ik is , die Ve so gung de Wi scha mi
No enbankgeld zu s eue n, soll en die S eue ungsins umen e p imä
bei de En s ehung on Zen albankgeld, also bei den Geldschöp-
ungskomponen en anse zen.
— Die Ins umen e soll en wei e hin au die Komponen en zielen, denen
in de be e enden Volkswi scha die g öß e Bedeu ung zukomm .
Nu insowei diese Komponen en unzulänglich s eue ba sind, soll e
die gewünsch e Geld e so gung du ch Übe s eue ung bei ande en
Komponen en anges eb we den.
— Die S eue ung übe die Geld e wendungssei e soll e, da es sich um
eine nach ägliche Ko ek u des Geld e so gungsp ozesses handel ,
nu dann gewähl we den, wenn die S eue ung on de En s ehungs-
sei e he e sag .
III, Die geplan e Neuo dnung
des Ins umen a iums de Bundesbank
Eine Ve schä ung des Ins umen a iums de Bundesbank wu de schon
1966 bei de Diskussion übe das „Gese z zu Fö de ung de S abili ä
und des Wachs ums de Wi scha " disku ie . Im En wu dieses Ge-
se zes wa bekann lich die Möglichkei de K edi pla ondie ung o ge-
sehen; sie wu de dann in de End assung wiede ges ichen. Die zuneh-
mende Gelden we ung im Lau e des e gangenen 5. Wachs umszyklus
üh e zu neue lichen Diskussionen, ob nich eine Ände ung des Ins u-
men a iums de Bundesbank e o de lich sei, um ih eine besse e Kon-
olle de Geld e so gung de Wi scha zu e möglichen. Im He bs des
Jah es 1972 aß e die Bundes egie ung noch o den Bundes agswahlen
den Beschluß, dem Bundes ag eine No ellie ung des Bundesbankgese zes
o zulegen. Dies wa dann de Ans oß ü die Bundesbank, ih e sei s
einen En wu zu Ände ung des § 16 des Bundesbankgese zes o zu-
legen. Diese Vo schlag de Bundesbank is zwa noch nich o iziell be-
kann gegeben wo den (Juli 1973), wi d abe in de Ö en lichkei be-
ei s lebha disku ie .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 117
Auch de Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de gesam wi scha -
lichen En wicklung sp ich in seinem le z en Jah esgu ach en die F age
eine Ve schä ung des k edi poli ischen Ins umen a iums an3. De Ra
gib dabei in seine Meh hei einem e wei e en Einsa z de O enma k -
poli ik den Vo zug gegenübe den on de Bundesbank o geschlagenen
Mi eln eine e schä en Mindes ese epoli ik und de K edi pla on-
die ung. Die Au assungen übe die K edi poli ik sind dabei nich ein-
hei lich. Claus Köhle ha ein Minde hei s o um o geleg 4, das sich
alle dings wenige gegen die Beu eilung des Ins umen a iums du ch den
Ra als gegen die g undsä zliche Ziels ellung ich e . De Gegensa z zwi-
schen Köhle und de Meh hei des Ra es bes eh hinsich lich de Geld-
poli ik da in, daß die Meh hei eine meh mi el is ig o ien ie e Poli ik
eine s e igen Geldauswei ung — e wa i. S. des FnW a c-Konzep s —
be ü wo e , wäh end Köhle meh eine ku z is ig konjunk u ell o ien-
ie en Geldpoli ik zuneig .
In diesem Bei ag soll in e s e Linie de Vo schlag de Bundesbank
k i isch be ach e we den. Dazu we den zunächs die on de Bundes-
bank o geschlagenen Ände ungen — un e Besch änkung au die wesen -
lichen Punk e — da geleg . Ich un e scheide dabei zwischen
1. Maßnahmen, die eine Ve schä ung des Ins umen a iums und
2. Maßnahmen, die eine Schließung on Lücken im Rahmen des bishe i-
gen Ins umen a iums
bewi ken sollen, wobei na ü lich auch die Schließung on Lücken eine
Ve schä ung bedeu e .
Zu 1.: Eine Ve schä ung des Ins umen a iums wi d du ch olgende
d ei Maßnahmen anges eb :
a) E höhung de Höchs sä ze ü Ve bindlichkei en.
Die Höchs sä ze ü Ve bindlichkei en sollen ü
Sich einlagen on 30 au 40 %,
Te mineinlagen on 20 au 25 %,
Spa einlagen on 10 au 15
%>
e höh we den. Die Mindes ese e kann auch au den Zuwachs on
Ve bindlichkei en be echne we den. Die Sä ze au den Zuwachs dü -
en übe die oben genann en hinausgehen; die Belas ung des Gesam -
3 Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de gesam wi scha lichen En wick-
lung, Jah esgu ach en 1972, Bundes agsd ucksache 612/72, Zi. 400 .
4 Sach e s ändigen a ..., a.a.O., Zi. 425 .
8*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
118 We ne Eh liche
bes amdes an Ve bindlichkei en da diese Sä ze jedoch nich übe -
s eigen.
b) Ak i a-Zuwachs ese e.
Die No enbank soll das Rech e hal en, zu Besch änkung des Wachs-
ums de K edi e on allen K edi ins i u en eine Rese e au den Zu-
wachs ih e Ausleihungen (Fo de ungen, Wechselk edi e, Be eiligun-
gen, We papie e sowie E en ual o de ungen aus Indossamen en und
Bü gscha en) zu e langen. Diese Bes immung i auch die bishe
on de Mindes ese ehal ung eiges ell en Ins i u e wie Realk e-
di ins i u e und Bauspa kassen. De Mindes ese esa z soll bis zu
100 % e eichen können.
c) K edi pla ond.
Al e na i zu Ak i -Zuwachs ese e soll die Möglichkei zu eine
K edi pla ondie ung gescha en we den, d.h. also de No enbank soll
das Rech einge äum we den es zulegen, daß on einem bes imm en
S ich ag an das K edi olumen nu um einen bes imm en P ozen -
sa z — gegebenen alls übe haup nich meh — s eigen da .
Zu 2.: Eine Schließung on Lücken im Rahmen des bishe igen Min-
des ese esys ems wi d dadu ch anges eb , daß die Umgehungsmöglich-
kei en de bishe igen Mindes ese ep lich au Einlagen du ch die Ein-
beziehung on Pensionsgeschä en und mi el is igen Schuld e sch ei-
bungen in die Mindes ese ep lich eingeschlossen we den. Im Rahmen
des bishe igen Sys ems konn e ein K edi ins i u zu Ve meidung de
Mindes ese ep lich den po en iellen Gläubige n eine Te mineinlage
eigene ode emde e zinsliche Schuld e sch eibungen mi de beabsich-
ig en Anlage is übe geben.
IV. Beu eilung de geplan en Maßnahmen
Übe die geplan e Neu egelung de Mindes ese ep lich und die im
Rahmen de bes ehenden gese zlichen Regelung mögliche Neuo ien ie-
ung de Geldpoli ik — e wa au diskon - ode o enma k poli ischem
Weg — is in jüngs e Zei iel disku ie wo den. Es is e s ändlich, daß
zunächs jede Regelung, die die Expansionsmöglichkei en und dami die
E agschancen des K edi gewe bes einsch änk , au he igen Wide s and
s öß . Es is ebenso e s ändlich, daß jede G uppe in e s e Linie egi-
s ie , inwiewei ih e speziellen In e essen dabei ge o en we den, und
eine Regelung du chzuse zen e such , die diese In e essen am wenigs en
angie .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 125
Fü die Beu eilung de Ve schä ung des mindes ese epoli ischen In-
s umen a iums — insbesonde e de Ein üh ung de Ak i a-Zusa z-
ese e — is zwischen
— dem Liquidi ä se ek und
— dem Ren aibili ä se ek zu un e scheiden.
De Liquidi ä se ek de zusä zlichen Rese ep lich esul ie da aus,
daß in Höhe des Mindes ese esa zes No enbankmi el gebunden we -
den und dami de K edi spiel aum de Bank quan i a i eingeeng wi d.
Bei eine Zuwachs ese e au Ak i a on 100 % könn e eine Einzelbank
bei einem Zu luß on No enbankgeld in Höhe on 100 Einhei en nu einen
K edi on 50 Einhei en gewäh en, da sie in Höhe on 50 Einhei en Min-
des ese en hal en und dami echnen muß, daß ih wei e e 50 Einhei en
du ch Ba abhebung ode Ube weisung an ande e Banken abge o de
we den. De K edi spiel aum wi d hie du ch also nachhal ig einge-
sch änk . Diese quan i a i limi ie ende Liquidi ä se ek is bei de in
de Bundes epublik Deu schland gegebenen Fo m de O enma k poli ik
übe haup nich und auch bei ande en Ve ah en nu beding 9 e eichba .
De Ren abili ä se ek de Mindes ese ehal ung bes eh da in, daß
in Höhe des Rese esa zes un e zinsliche Gu haben bei de Zen albank
zu hal en sind und da aus eine Ve minde ung des E ages esul ie . Bei
eine 100°/oigen Ak i ese e e zins sich ein K edi nu mi dem halben
Sa z des Nominalzinses. Die Gewäh ung zusä zliche K edi e wä e also
nu in e essan , wenn en wede die Habenzinsen gesenk ode die Soll-
zinsen ges eige we den könn en. Da die Habenzinsen gegenwä ig in de
Bundes epublik schon un e de In la ions a e liegen, kann ih e Senkung
wohl kaum in E wägung gezogen we den. Neue K edi e wü den bei Ein-
üh ung de Ak i a-Zuwachs ese e in g öße em S il also wohl nu zu
en sp echend höhe en Zinssä zen gewäh we den. Eine de a ige S eige-
ung de Sollzinsen wä e zunächs abe auch de Sinn de Maßnahmen;
denn dadu ch sollen ja die K edi wünsche de In es o en zu ückged äng
und die Geldschöp ung eingesch änk we den. Dami e en dann wiede
die oben e wähn en bei Zinse höhungen ele an en P obleme de außen-
wi scha lichen Absiche ung und de F eise zung on Kassenbes änden
bei Banken und Nich banken au , die das anges eb e E gebnis ge äh -
den können.
9 Das kann e wa deshalb de Fall sein, weil die Au nahme de on de
No enbank abzugebenden Papie e u. U. einen Ku s e all ü S aa spapie e zu
Folge hä e, de in Hinblick au den S aa sk edi nich in Kau genommen we -
den kann.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
126 We ne Eh liche
Es is noch zu p ü en, inwiewei die Wi kungen de Ak i a-Zuwachs-
ese e du ch Ausweich eak ionen neu alisie we den können. Die Min-
des ese ep lich wi k — om Ren abili ä se ek he — wie eine Son-
de s eue au bes imm e Bankgeschä e; das kann dazu an egen, -die in
F age kommenden Geschä e aus dem Bankensek o hinauszu e lage n,
um dami die „Sonde s eue " in Ges al de Kos en de Mindes ese e-
hal ung zu e meiden10. Sowei dadu ch die di ek en K edi beziehungen
— e wa in Fo m de Emission on Indus ieobliga ionen — ge ö de
we den, is dies als eine o dnungspoli isch une wünsch e Begüns igung de
G oßun e nehmungen anzusehen.
Zusammen assend is also es zuhal en, daß un e dem Gesich spunk
de E izienz gegen die K edi pla ondie ung — sowei die außenwi -
scha liche Absiche ung gewäh leis e is — keine Einwendungen ange-
melde we den können. Die Ve schä ung des mindes ese e-poli ischen
Ins umen a iums bewi k om Liquidi ä se ek he eine Limi ie ung
de K edi möglichkei en; sie wi d — bei anhal ende Konku enz de
K edi nach age — zu eine E höhung de Zinssä ze üh en. Vom Ren-
abili ä se ek he i diese Wi kung unmi elba ein. Bei s eigenden
Zinssä zen wi d Auslandsgeld angezogen, auße dem se zen Banken und
Nich banken bei zinselas ische Kassenhal ung No enbankgeld ei. Die
E izienz des Ins umen s häng also zum einen an de außenwi scha -
lichen Absiche ung, zum ande en am G ad de Zinsabhängigkei de Kas-
senhal ung. Beide Einsch änkungen gel en in gleiche Weise ü einen e -
s ä k en Einsa z de O enma k poli ik, die in ih e E izienz ansons en
jedoch — wegen des schwie ige ode beg enz e e eichba en Liquidi ä s-
e ek s un e legen is .
Zu 3.: Die le z en Übe legungen haben be ei s zu unse em d i en Be-
u eilungsk i e ium —den o dnungspoli ischen Aspek en — übe gelei e .
Im Rahmen de ma k wi scha lichen Philosophie wi d meis a gumen-
ie , daß ein e s e Eing i in das Ma k geschehen den nächs en Eing i
nach sich zieh . Au den mone ä en Be eich läß sich diese A gumen a ion
nich ohne wei e es übe agen. Die 'S eue ung de No e ibankgeld e -
so gung is eine hohei liche Au gabe, die du ch keinen Ma k mechanis-
mus e se z we den kann. Aus diesem G unde wu de in den bishe igen
Übe legungen auch imme ge o de , das Ins umen a ium de No en-
bank un e dem Gesich spunk auszubauen, daß die No enbank die Geld-
schöp ung on de En s ehungssei e behe sch .
10 Siehe Sadi e s ändigen a ..., a.a.O., Zi. 399.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 127
Insowei sind auch die Einwände, die sich gegen die S ä kung de
Mach de No enbank ich en — e wa mi de Beg ündung, daß sie dami
ih e Au onomie ge äh de, weil eine zu s a ke No enbank den S aa selbs
zum Eing i an ege — abwegig. Die No enbank soll ¡die Geldschöp ung
behe schen, und dazu soll sie auch die en sp echenden Mi el haben.
Wenn de S aa nu eine No enbank neben sich dulde , die die ih übe -
agenen Au gaben nu in bes imm en G enzen e üllen kann, dann lieg
hie on o nhe ein ein alsches Ve s ändnis übe die Funk ionen eine
No enbank o .
Dagegen wä en auch aus o dnungspoli ische Sich die schon in Hin-
blick au die sys ema ische Eino dnung und die E izienz de geplan en
Neuo dnung o geb ach en Einwände zu p ü en, die sich dagegen ich en,
daß nich die S eue ung de En s ehung, sonde n die S eue ung de Ve -
wendung on No enbankgeld e besse bzw. e wei e we den soll.
Du ch diese A des Ansa zpunk es we den übe den no wendigen Ho-
hei sak de Geldschöp ung hinaus zusä zliche und zwangsläu ig willkü -
liche Eing i e ins i u ionalisie . Diese egen zum einen dazu an, nach
Umgehungsmöglichkei en zu suchen, die den einzelnen Wi scha sein-
hei en in un e schiedlichem Maße o ens ehen, zum ande en üh en sie
as un e meidlich zu Disk iminie ungen, die nich an ökonomischen K i-
e ien anknüp en.
Es is bezeichnend, daß die Mindes ese ep lich au Ak i a und auch
die K edi pla ondie ung un e konjunk u poli ischen Gesich spunk en
iel ach ge ade mi de Beg ündung be ü wo e we den, daß sie ela i
leich eine K edi selek ion e möglichen. Sind in einem Ins umen die
Möglichkei en de Disk iminie ung abe on o nhe ein angeleg , dann
dü e es seh schwie ig sein, dieses Ins umen we bewe bsneu al ein-
zuse zen bzw. sich in bes imm en Si ua ionen den A gumen en zu e -
schließen, die aus de Augenblickssi ua ion he aus ü einen disk iminie-
enden Einsa z sp echen.
Es seien hie nu einige Beispiele genann , die die Rich ung andeu en
sollen, in de sich o dnungspoli isch une wünsch e Disk iminie ungen e -
geben können: Die K edi pla ondie ung bedeu e mi de Fes sch eibung
eines bes imm en K edi olumens ode de Zulassung eine bes imm en
Zuwachs a e die Fixie ung eine gegebenen K edi s uk u und dami
auch de Au gaben e eilung inne halb des Bankgewe bes. Fü die Daue
de Gül igkei de K edi pla ondie ung wi d de We bewe b inne halb
des K edi gewe bes p ak isch ausgeschal e . Die K edi a ionie ung i
im allgemeinen kleine e Un e nehmen hä e als g öße e Un e nehmun-
gen; auch können g öße e Un e nehmungen die Umgehungsmöglichkei en
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
128 We ne Eh liche
in de Regel leich e wah nehmen als kleine e; die K edi a ionie ung
ö de insowei den Konzen a ionsp ozeß. Soll die Geld e so gung on
de Ve wendungssei e he du ch K edi a ionie ung ode übe Zinssä ze,
die du ch den Kos ene ek de Mindes ese ehal ung übe höh sind, ge-
s eue we den, dann lieg es nahe, daß bes imm e G uppen Ausnahme-
egelungen o de n ode ü bes imm e Ve wendungsa en, e wa aus so-
zial- ode egionalpoli ischen G ünden, solche Ausnahme egelungen ü
e o de lich gehal en we den. Le z lich bedeu e disk iminie ende K e-
di e gabe die Lenkung de In es i ions ä igkei — und zwa nich nu
ih e Höhe, sonde n auch ih e S uk u — du ch die No enbank.
Gegen eine S eue ung de Geldschöp ung on de Ve wendungssei e
he is aus o dnungspoli ische Sich also einzuwenden, daß dami auch
zunehmend die ma k wi scha liche Lenkung de K edi e so gung und
dami de In es i ions ä igkei du ch di ek e di igis ische Eing i e du ch-
b ochen wi d.
Schlußbeme kung
Jede Ve such eine Re o m des geldpol ischen Ins umen a iums de
No enbank im In e esse eine ollkommene en Behe schung de binnen-
wi scha lichen Geld e so gung inde in eine Geldo dnung, in de die
Geldschöp ung de No enbank auch au eine außenwi scha lichen
Komponen e be uh , seine G enze in de außenwi scha lichen Absiche-
ung. Dies gil o allem ü Maßnahmen, du ch die eine Einsch änkung
des K edi spiel aums de Geschä sbanken e eich we den soll. Sowei
nich ex em hohe Zinsen im Ausland die Au nahme on Auslandsk edi-
en aus Ren abili ä sg ünden ausschließen, we den Banken und Nich -
banken bei anhal end gu e Konjunk u — und nu in diese Si ua ion
s eh de Einsa z eines e schä en Ins umen a iums zu Diskussion —
bei E schwe ung de Finanzie ung ode Re inanzie ung im Inland au die
ausländischen Mä k e ausweichen — ganz gleich mi welchen Ins umen-
en diese E schwe ung de Finanzie ung ode Re inanzie ung he beige-
üh wi d. Eine e besse e außenwi scha liche Absiche ung is nich
du ch Re o m des no enbankpoli ischen Ins umen a iums, sonde n nu
du ch eine Neuo dnung des in e na ionalen Wäh ungssys ems möglich.
Folglich kann die Ve schä ung des No enbankins umen a iums nu an
den ande en Komponen en de Geld e so gung bzw. an de Geld e -
wendung anse zen.
Die on de Bundesbank o geschlagene Neuo dnung wu de hie un e
den d ei Beu eilungsgesich spunk en de sys ema ischen Eino dnung in
ein u sachen-adäqua konzipie es geldpoli isches Ins umen a ium, de
E izienz de Maßnahmen und de Kompa ibili ä mi de ma k wi -
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 129
scha lichen O dnung gep ü . Das E gebnis wu de jeweils ku z mi dem
om Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de gesam wi scha lichen
En wicklung o geschlagenen e s ä k en Einsa z de O enma k poli ik
e glichen. Dabei e gab sich, daß die O enma k poli ik sowohl aus
G ünden de geldpoli ischen Sys ema ik wie auch de Eino dnung in das
ma k wi scha liche Sys em als das geeigne e e Ins umen anzusehen
is . Hinsich lich de E izienz bleib die O enma k poli ik jedoch in de
bishe in de Bundes epublik Deu schland gehandhab en Fo m wei hin-
e de Wi ksamkei eine Ak i a-Zuwachs ese e ode eine K edi pla-
ondie ung zu ück; auch beim Ube gang zu eine ande en Technik de
O enma k poli ik könn e kaum eine de Mindes ese epoli ik e -
gleichba e Wi kung e eich we den. Da in de gegenwä igen Si ua ion,
und speziell ü die Bundesbank, die S eige ung de E izienz das mi
Abs and dominie ende K i e ium ü eine Neuo dnung ih es Ins umen-
a iums sein dü e, is de Vo schlag de Bundesbank du chaus e s änd-
lich.
Leg man den d ei hie disku ie en K i e ien gleiches Gewich bei,
dann is ein Zielkon lik zwischen de E izienz neue geldpoli ische
Maßnahmen und ih e Eino dnung in das ma k wi scha liche Sys em
o enba un e meidba . Ins umen e, die nu die globalen Bedingungen
de Geld e so gung s eue n und die Übe agung de es ik i en Maß-
nahmen oll dem Ma k p ozeß übe lassen, implizie en no wendig eine
ela i hohe Elas izi ä des Banksys ems, die die E izienz de be e en-
den Maßnahmen einsch änk . Umgekeh is eine schnelle Wi kung zen-
al-bankpoli ische Maßnahmen nu 'dann zu e eichen, wenn Möglich-
kei en de Kompensa ion inne halb des Banksys ems ausgeschlossen und
die Bedingungen de K edi e gabe an Nich banken unmi elba — wie
du ch die K edi sejek ion ode die K edi pla ondie ung — ge egel we -
den. Le z e es bedeu e abe un e meidlich nich nu einen quan i a i en,
sonde n da übe hinausgehenden quali a i en Eing i in den mone ä en
S eue ungsp ozeß. Aus de Sich dieses Zielkon lik s soll e de on Rudol
S ucken im o he gehenden Bei ag S. 106 . un e b ei e e Vo schlag, de
die S eue ung de Geld e so gung au ein gänzlich ande es Konzep um-
s ellen will, e ns ha gep ü we den. Es schein so, daß die au gezeig e
An inomie zwischen E izienz de Geldpoli ik und ma k wi scha liche
K edi e so gung nu zu lösen is , wenn die au ok a ische Zen albank-
poli ik, die eine Du chk euzung ih e In en ionen nich nu e laub , son-
de n soga he aus o de , du ch einen S il de Koope a ion inne halb
des ganzen Banksys ems abgelös wi d.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
130 We ne Eh liche
Zusammen assung
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank
Das K edi olumen de Geschä sbanken s ieg in de Bundes epublik
Deu schland auch bei schä e em und anhal endem Kon ak ionsku s de Bun-
desbank in zu ückliegenden Res ik ionspe ioden — und besonde s im e s en
halben Jah 1973 — k ä ig wei e an. Dies e anlaß e 'die Bundesbank, Ende
e gangenen Jah es einen Vo schlag zu E wei e ung ih es Ins umen a iums o -
zulegen, de im o s ehenden Bei ag k i isch analysie wi d. De Bei ag is
in d ei Teile gegliede . Als heo e ische G undlage wi d im e s en Abschni
die Geldschöp ungsmechanik e läu e , de zwei e Teil be aß sich mi den on
de Bundesbank o geschlagenen Ände ungen des no enbankpoli ischen Ins u-
men a iums, im d i en Teil we den diese Vo schläge k i isch analysie .
1. In ma k wi scha lich o ganisie en Volkswi scha en is das Banksys em
in de Regel zweis u ig au gebau . Die No enbank s ell das Wäh iungsgeld
be ei , die Geschä sbanken e so gen die Wi scha mi K edi . Da die
on den Geschä sbanken gewäh en K edi e zum Teil in No enbankgeld
abge o de we den, kann die No enbank du ch ih e eigene Geldschöp ung
— sowei sie diese zulänglich behe sch — die gesam e Geld- und K edi -
e so gung s eue n. Die Geldschöp ung 'de No enbank basie au d ei
Komponen en: de außenwi scha lichen, de iskalischen und de Re inan-
zie ungskomponen e. Die Ein lußmöglichkei en eine No enbank besch än-
ken sich dabei in de Regel au die Re inanzie ungskomponen e. Wäh end
ein Vo schlag des Sach e s ändigen a es zu Begu ach ung de gesam wi -
scha lichen En wicklung eine Ve besse ung de Ein lußmöglichkei en au die
Re inanzie ungskomponen e du ch e s ä k en Einsa z de O enma k -
poli ik ans eb , ich e sich de Vo schlag de Bundesbank nich au eine
e besse e Kon olle de En s ehung on Zen albankgeld, sonde n au die
Ve wendung on Zen albankgeld.
2. Die on de Bundesbank o geleg en Re o m o schläge lassen sich danach
ein eilen, ob Lücken im bishe igen Ins umen a ium geschlossen ode e -
s ä k e Eing i smöglichkei en gescha en we den sollen. De Schließung
on Lücken dien die Ausdehnung de Mindes ese ep lich au bishe nich
be o ene Geschä e ode Ins i u e. Eine Ve schä ung des Ins umen a iums
soll du ch E höhung de Höchs sä ze ü die bishe igen Passi a-Rese en,
du ch Ein üh ung eine Ak i a-Zuwachs a e und du ch die Möglichkei de
K edi pla ondie ung e eich we den.
3. Die Ins umen e we den un e den d ei Beu eilungsk i e ien de Sys ema ik
des geldpoli ischen Ins umen a iums, de E izienz -und de Kompa ibili ä
mi de ma k wi scha lichen O dnung gep ü . Die Un e suchung üh zu
dem E gebnis, daß die on de Bundesbank o geschlagene Ve besse ung
ih es Ins umen a iums zwa eine e izien e e Geldpoli ik als bishe e mög-
lich , jedoch hinsich lich ih e o dnungspoli ischen Cha ak e is ika k i isch
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 131
zu beu eilen is , da sie «die Möglichkei eine selek i en In es i ionss esue-
ung zuläß . Diese Fes s ellung üh zu ide g undsä zlichen F age, ob im
Rahmen des bishe igen Ve häl nisses on No enbank und Geschä sbanken
die une wünsch hohe Elas izi ä de K edi Ve so gung übe haup ande s
als du ch Maßnahmen besei ig we den «kann, die übe ein quan i a i e
Wi kungen hinausgehen. Dies eg zu de Übe legung an, mi de de Au -
sa z un e Hinweis au den o angehenden Bei ag on Rudol S ucken
schließ , ob «das Ve häl nis on No enbank zu K edi banken nich g und-
sä zlich übe p ü we den soll e.
Summa y
On he Re o m o he Ins umen a ium o he Ge man Bundesbank
The c edi olume o he comme cial banks con inued o ise s eeply in he
Fede al Republic o Ge many e en when he Bundesbank s ee ed a s ic e and
pe sis en con ac i e cou se in pas pe iods o es ic i e policy, especially in
he i s hal o 1973. This induced he Bundesbank o submi a he end o
las yea a p oposal o ex ending i s ange o ins umen s, which is subjec ed
o a c i ical analysis in he o egoing con ibu ion. This con ibu ion is di ided
in o h ee pa s. In he i s sec ion he mechanics o money-c ea ion a e en-
ila ed as he heo e ical ounda ion, he second pa deals wi h he changes in
he cen al bank's ins umen a ium p oposed by he Bundesbank, while in he
hi d pa hese p oposals a e c i ically analysed.
1. In na ional economies o ganized on a ma ke -economy basis, as a ule he
banking sys em has a wo-le el s uc u e. The cen al bank makes he
legal ende a ailable; he comme cial banks p o ide he economy wi h
c edi . Since he c edi s g an ed by he comme cial banks a e pa ly called
o in cen al bank money, by way o i s own c ea ion o money — p o ided
i has adequa e mas e y o he p ocess — he cen al bank can con ol he
en i e supply o money and c edi . Money c ea ion by he cen al bank is
based on h ee componen s: he o eign- ade, iscal and e inancing com-
ponen s. In his connec ion a cen al bank's possibili ies o exe ing in-
luence a e limi ed as a ule o he e inancing componen . Whe eas a p o-
posal o he Boa d o Expe s o he Assessmen o O e all Economic
T ends aims a imp o ing he possible in luence on he e inancing com-
ponen by in ensi ied applica ion o open-ma ke policy, he Bundesbank's
p oposal is di ec ed no owa ds imp o ed con ol o he c ea ion o cen al
bank money, bu owa ds che use made o cen al bank money.
2. The e o m p oposals pu o wa d by he Bundesbank can he e o e be
classi ied acco ding o whe he gaps in he p esen ins umen a ion a e o
be closed o whe he in ensi ied in e en ion is o be made possible. The
ex ension o minimum ese e equi emen s o ansac ions o ins i u ions
9 K edi und Kapi al 2/1973
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
132 We ne Eh liche
no hi he o a ec ed se es o close gaps. I is in ended o achie e g ea e
e ec i eness o he ins umen a ium by aising he maximum a es o p e-
sen liabili ies ese es, by in oducing a ese e o asse g ow h, and by
p o iding o possible imposi ion o c edi ceilings.
3. The -ins umen s a e examined in he ligh o h ee c i e ia, namely he
sys ema ics o mone a y policy ins umen s, e iciency, and compa ibili y
wi h he ma ke economy sys em. T/he s udy eaches he conclusion ha he
Bundesbank's p oposed imp o emen o he ins umen a ium does pe mi
a mo e e icien mone a y policy han hi he o, bu mus be judged c i ically
wi h ega d o i s egula o y cha ac e is ics, since i pe mi s he possibili y
o selec i e in es men con ol. This inding leads o he undamen al
ques ion o whe he i is possible wi hin he amewo k o p esen ela ions
be ween cen al bank and comme cial banks o elimina e he aindesi edly
high elas ici y o he c edi supply in any way o he han by measu es
which go beyond pu ely quan i a i e e ec s. This -gi es cause o conside he
ques ion wi h which he a icle oloses (wi h a e e ence o he p eceding
con ibu ion by R/udol S ucken) o whe he he ela ionship be ween he
cen al bank and he c edi banks should no be subjec ed o a undamen al
eapp aisal.
Résumé
Pou la é ision des ins umen s de la Banque édé ale d'Allmagne
Malg és les aux éle és e du ables de con ac ion p a iqués pa la Banque
édé ale au cou s des pé iodes écen es de es ic ion — e plus pa iculiè emen
pendan le p emie semes e de 1973 —, le olume des c édi s des banques
d'a ai es a pou sui i son expansion débo dan e en République édé ale d'Alle-
magne. Ceci a amené la Banque édé ale à p ésen e à la in de l'année de niè e
un p oje d'ex ension de ses ins umen s, que le p ésen a icle a pou obje
d'analyse sous un aspec c i ique. L'a icle compo e ois chapi es. Le p emie
explique le mécanisme de c éa ion de la monnaie à i e de ondemen héo-
ique, le deuxième examine les modi ica ions des ins umen s d'in e en ion
suggé ées pa la Banque édé ale e le oisième p ésen e une analyse c i ique
de ces p oposi ions.
1. Dans les économies de ma ché, le ¡sys ème bancai e es géné alemen à deux
deg és. La banque d'émission ou ni la monnaie andis que les banques
d'a ai es app o isionnen l'économie en c édi s. Comme les c édi s des
banques d'a ai es son pa iellemen exigés en monnaie de la (banque d'émis-
sion, celle-ci peu pa sa poli ique d'émission — pou au an qu'elle la
maî ise à su isance — domine l'ensemble de l'app o isionnemen en mon-
naie e en c édi . La c éa ion de monnaie pa la banque d'émission se onde
su ois composan es: l'économie ex é ieu e, la iscali é e le e inancemen .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46
Zu Neuo dnung des Ins umen a iums de Deu schen Bundesbank 133
Les possibili és d'in luence d'une banque d'émission se limi en géné alemen
au ac eu du e inancemen . Alo s qu'à l'examen de l'é olu ion de
l'ensemble de l'économie, une commission d'expe s a ai p oposé un en-
o cemen des possibili és d'in luence le e inancemen pa une in e en-
ion plus ma quée de la poli ique d'open ma ke , la p oposi ion de la
Banque édé ale ne ise pas à amélio e le con ôle de la c éa ion de mon-
naie de la banque «d'émission, mais celui de l'usage qui es ai de ce e
monnaie.
2. Les p oposi ions de é o mes déposées pa la Banque édé ale s'o ien en
dans deux di ec ions, le comblemen des lacunes des ins umen s ac uels e
l'ins i u ion de moyens en o cés d'in e en ion. Pou comble les lacunes,
elle p opose d'é end e l'obliga ion des ése es minimales à des ac i i és e
à des ins i u ions qui n'y son pas enco e assuje ies. Le en o cemen des
ins umen s se ai assu é pa la hausse des aux supé ieu s des ac uelles
ése es passi es, l'in oduc ion d'une ése e mesu ée à l'encou s des c édi s
e la possibili é de pla onne les c édi s.
3. Les ins umen s son analysés en onc ion ides ois c i è es sui an s: la
sys éma ique des ins umen s de poli ique moné ai e, l'e icience e la com-
pa ibili é a ec l'économie de ma ché. L'analyse pe me de conclu e que
l'amélio a ion des ins umen s p oposée pa la Banque édé ale pou ai
assu e une poli ique moné ai e plus e icace qu'ac uellemen , mais qu'elle
es c i iquable sous l'aspec des ca ac é is iques de l'économie de ma ché ca
elle au o ise ai une o ien a ion sélec i e des in es issemen s. Ce e con-
s a a ion condui à la ques ion ondamen ale de sa oi si, dans le cad e des
ela ions ac uelles en e la banque d'émission e les banques d'a ai es, l'ex-
cessi e élas ici é de l'app o isionnemen en c édi s peu ê e édui e pa des
mesu es au es que celles qui n'on que des e e s quan i a i s. L'on se de-
mande dès lo s inalemen si, en se é é an à l'a icle publié sup a de Rudol
S ucken, il n'y a pas lieu de éexamine ondamen alemen les appo s
en e banque d'émission e banques de c édi .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.6.2.111 | Gene a ed on 2023-01-16 13:29:46